detopia loves to entertain you 

aber es ist schwierig, 

das Volk zum Überleben zu überreden;

ganze Heerscharen von Autoren sind daran schon gescheitert,

seit dreitausend Jahren.

 

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detopia.de sendet meist nur wie eine Art Blog, weil nicht ständig alles online sein muss. Es ist mittlerweile viel Material und auch rechtemäßig verändern sich Dinge, durch Nachauflagen alter Bücher. Der Leser muss das nehmen, was ich gerade anbiete. Oder sich der Mühe das Abspeicherns unterziehen, "Download" genannt. Außerdem kann er über Google gucken, was alles da ist (site:detopia.de).

Ich habe immer mal Phasen von 'keine Zeit für detopia'. Aber insgesamt werde ich bis 2030 senden. Irgendwas geht immer. Dann sind 30 Jahre voll. Das neue EU-Urheberrecht bedeutet auch was für detopia, aber mir noch unklar, wieviel/wiewenig.

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Optimismus im Persönlichen ist wichtig und jeder sollte sich darum bemühen. "Das Gute sehen" und "positiv denken". Auch die Wörter Widerstandsfähigkeit, Abhärtung, Resilienz, dickes Fell, gehören hierher. Man kann das bestimmt trainieren. Ansonsten muss man zum Profi gehen: Pfarrer, Psychologe, Sozialarbeiter. Ausheulen bei Freunden geht. Lebenshilferatgeber lesen. Gute Videos angucken (z.B. von R. Haller). Auf jeden Fall muss man sich seine schlechte Dauerlaune selbst auch eingestehen, depressive Verstimmungen erst recht. Und alles andere auch (Abhängigkeiten, Süchte, Luftschlösser).

 

Jedoch: Gesellschaftsoptimismus? Optimismus bei gesellschaftlichen Dingen, und sei es bei überschaubaren, wie dem Wirtschaftswachstum in der Region halte ich für schlecht. Und zwar wegen dem Wort. Optimismus passt nicht. Schlechtes Deutsch. Falsches Deutsch. Und zwar weil der Begriff auf Größeres nicht übertragbar ist; er bezeichnet (nur) eine persönliche Emotion. "Ökooptimismus" und "Zukunftsoptimismus" kann es deshalb nicht geben. Man kann für sich persönlich Zukunftsvertrauen haben und glauben, dass man ein Sonntagskind ist, ein Weihnachtskind, oder das Gott über einen wacht und beschützt, oder ein guter Stern, usw. Aber die große-und-ganze Zukunft die haben wir im Alltag nicht im Blick. Wir sehen vielleicht Videos darüber, wie Fremdlinge an der europäischen Südgrenze warten, um eingelassen zu werden. Und wir denken: "Aha, jetzt weiß ich bescheid." Aber wir sehen nicht das jahrzehntelange "Vorspiel" (welches die Leute dorthin führte). Wir sehen nicht die 20 Ursachen. Wir sehen die Ursachen nicht gleichzeitig. 

 

Ich jedenfalls stelle mir die große und jetzige Zukunft so vor, dass sie schlecht verläuft für Volk und Vaterland, für Welt und Menschheit. Und "schlecht" bedeutet Not und Leid, Hunger und Durst. Auflösung und Verschwindibus der Zivilisation samt Rechtsstaat und Demokratie und ... Büchern. Auch eine Vorstellung vom Zeitverlauf habe ich. In der Praxis wird es auch Erholungsphasen geben und unterschiedliche Landstriche werden in unterschiedlichen Jahrzehnten unterschiedlich hart mitgenommen.

Der Bürger wird sich auch psychisch fatalistisch anpassen, resignieren, sich nicht mehr aufregen, weniger meckern, "defätistisch" ("Wir haben den Krieg verloren"). Die Medien werden ihren Beitrag leisten. Mehr Positives berichten, wie "Die Deiche wurden um 1 Meter erhöht". - Insofern (und darauf will ich hinaus) wird die schlechte heutige Zukunft dann eine andere Gegenwart werden. Sie wird anders bewertet werden. Neue Heilskulte werden entstehen. Es ist immer eine Frage der Bewertung. Was ist gut und was ist schlecht? (Die Ökofreunde sind in der Minderheit; sie finden etwas schlecht und falsch, was die Mehrheit gut und richtig findet.)

Und das ist wohl das Problem. Es besteht nicht nur keine Einigkeit über grundsätzliche Gesellschaftsziele, sondern die "Interessen" sind konträr, unvereinbar, diametral, weit auseinanderklaffend

 

"Schon heute verbrauchen die Menschen 40 Prozent der Netto-Primärproduktion (NPP) an Land; die NPP ist der Energiebetrag, der weltweit durch Photo­synthese gebunden wird, abzüglich der Menge, welche die Pflanzen selbst verbrauchen. Mit anderen Worten: Von der gesamten Energie, die weltweit zur Erhaltung aller Arten zur Verfügung steht, beansprucht der Homo sapiens fast die Hälfte. Nach Ansicht der Biologen Paul und Anne Ehrlich von der Stanford University hat das verhängnisvolle Folgen. »Was eine erhebliche Ausweitung der Bevölkerung und der von ihr mobilisierten Ressourcen für die Umorientierung und den weiteren Verlust der landgebundenen NPP bedeutet, ist offenkundig«, schreiben die Ehrlichs. »Die Menschen werden versuchen, alles an sich zu reißen, und dabei noch mehr verlieren.« 

Mit jedem weiteren Prozent der NPP, die unsere Spezies in den kommenden Jahrzehnten für sich benutzt, geht ein Prozent für die übrige Natur verloren. Letztlich wird die Primärproduktion zurückgehen, weil für die Produzenten immer weniger Platz zur Verfügung steht, und dann wird eine Abwärtsspirale einsetzen. Die biologische Vielfalt der Erde wird sich stark vermindern und mit ihr auch die Produktion, auf die wir Menschen angewiesen sind. Damit gerät die Zukunft der menschlichen Zivilisation in Gefahr. 

Diese Weltuntergangsprophezeiungen werden natürlich nicht überall anerkannt — vor allem nicht von Julian Simon. In der Diskussion mit Myers sagte er etwas, das als eine der gewagtesten und optimistischsten Voraussagen aller Zeiten gelten muß: »Wir haben heute die technischen Möglichkeiten ..... um in den kommenden sieben Milliarden Jahren eine stetig wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, zu kleiden und mit Energie zu versorgen.«

Eines der beiden Szenarien — der unmittelbar drohende Weltuntergang oder das eigentlich unbegrenzt mögliche Bevölkerungs­wachstum — muß falsch sein." 

 

S.291, Leakey 1995; Zitat in:: Simon/Myers 1994: Scarcity, S. 65
de.wikipedia.org/wiki/Richard_Leakey   (*1944)

 

 

Soweit Richard E. Leakey, der das Problem auf den (einen) Punkt bringen. Das gelingt manchmal. Heutzutage seltener als früher, denn: die Reichtumsfetischisten greifen jedes Wort an; ich habe das selber schon erlebt bei Amazon: genauer gesagt: Diese Leute beziehen sich gerade nicht 'auf jedes Wort', sondern sind darauf spezialisiert, vollkommen fremde Argumente aus der Schublade zu ziehen und ins Boot zu legen. 

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Jedenfalls gibt es "Interessen" und - offensichtlich - auch sehr verschiedene 'Bewusstseinsinhalte'. Und zwar so verschieden, das schwache Leute (wie ich) die Diskussion aufgeben wollen (beenden, aussteigen). Nebenbei: ich selbst habe zwar wenig in den verflossenen zwei Jahrzehnten im Internet 'mitrumdiskutiert'. Wahrscheinlich weil ich detopia als 'Schlachtfeld' hatte (oder als Spielwiese). Dennoch habe ich einige Tiefen erlebt (und am Anfang auch Höhen).

Deshalb: Optimismus in länger-zukünftigen (aber dennoch diesjahrhundrigen) Dingen ist fehl am Platze. Die Daten und Fakten (die Trends und Megatrends) sprechen die Sprache der Not.

Das war der eine detopische Punkt.

Der andere ist, dass ich mir ein neues Gesellschaftsmodell ausgedacht habe. Das ähnelt den bereits vorhandenen Modellen, Konzepten bzw. Utopien - von Blubb-Breiner, PM-Widmer, Ferst, Bahro, Callenbach, Havemann, Harich, Henrich, Stowasser, Heimrath, Landauer (usw). Aber ich muss alleine dafür geradestehen, denn es weist auch Unterschiede auf  - auch zu den 'Radikalinskis'.

Ich kann also meinen Vordenkern nur bestätigen, dass sie gut sind und dass ich von ihnen gelernt und Dinge übernommen habe. Und dass ich bei ihnen mitmachen würde, bei ihren Zukunftswegen/Kleingesellschaftsordnungen (Panokratie, Commonie, Ökotopia, Ferstotopia, Ordine Nuovo, usw.)

Aber ich wollte was ausdenken, was auch mündlich erzählt werden kann und auf einem Flugblatt und in der Apotheken-Umschau. (Deutschland 'reichweitenstärkster' Zeitschrift -  de.wikipedia.org/wiki/Apotheken_Umschau)

Daher habe ich mir die detopische Gesellschaftsordnung ausgedacht. Die löst alle Probleme. Genauer: Die deutschen Bürger können in ihr und mit ihr IHRE Probleme lösen - einschließlich der Einsicht: Manche emotionalen Probleme waren schon vor 10.000 Jahren unlösbar und manche ökologischen Probleme sind heute nicht mehr lösbar.

Detopia fusst darauf, dass deren Bürger die Privatbesitzvermehrungsideologie, zwar als typisch menschlich anerkennen, aber dennoch austrocknen wollen. Das tun sie so, indem sie einen maximalen Privatbesitz festlegen. (Selbstverständlich ist Detopia eine Hochkultur mit Rechtsstaat, Demokratie, innerer und äußerer Sicherheit und Schutz des Eigentums.)

Soweit zu Detopia.

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Während der Ruhepause will ich keine Links angeben, denn wenn ich einmal damit anfange, dann finde ich kein Ende. Ebenso will ich auf Bilder verzichten. Ich kann die Bilder ja beschreiben: "Gesagt ist alles, aber nichts getan!" und "Schützt das ungeborende Leben - aber das geborene auch!" und "Es scheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist." (Nelson Mandela).

Nur Text, Zitate und Literaturangaben.

Ich werde also noch Jahrzehnte senden, sagte ich. Aber nur manchmal im Vollprogramm. Leider kann ich nicht schreiben: Vom 1.6.-31.7.2019 ist "Showtime" (detopisch-bescheiden). Es müsste ein Portal geben, wo ich eine Sendezeit mitteilen kann und das auch eine Nachricht verschicken kann (damit der Leser nicht ständig nachgucken muss.)

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Das ökologisch-friedliche volksnahe Sachbuch (handlich und billig) ist zu 51% der Träger der notwendigen Volksaufklärung. Ich habe rein gar nichts gegen die anderen Medien bis hin zum pädagogischen PC-Game. Manche sind sogar unverzichtbar, wie etwa der Dokumentarfilm, die Podiumsdiskussion, der Telepolis-Artikel, das DLF-Audio. Jedoch: diese kommen und gehen, das Buch aber bleibt bestehen; denn wenn wir ins Diskutieren kommen wollen, dann brauchen wir dazu eine Grundlage. (Aber diskutieren wir jetzt nicht darüber, ob eine Volksdiskussion über den generellen und prinzipiellen Weg in die diesjahrhundertjährige Zukunft nötig ist.)

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Zitate und Hinweise auf Literatur:

Farblich kennzeichne ich Medien mit erhöhtem Praxisbezug, sprich: Utopien bzw. Berichte/Auswertungen über Utopieversuche in Mitteleuropa.

 

 

1962 Rachel Carson - Der stumme Frühling # Theo Löbsack 1962 im Vorwort: "Rachel Carsons Buch bezweckt zweierlei: Es will aufmerksam machen auf die Gefährlichkeit der Mittel, die in der Hand des Laien nicht wiedergutzumachende Verheerungen anrichten, und es will erreichen, daß der Mißbrauch mit ihnen aufhört. Wie berechtigt, ja notwendig die Alarmierung der Öffentlichkeit durch Carsons Buch war, beweist die am 15. Mai 1963 von der USA-Regierung im Auftrag Präsident Kennedys herausgegebene Schrift über den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln." Audio2014

1963 Theo Löbsack - Nur noch Wunschkinder? Geburtenkontrolle: Gebot der Vernunft # Mit 13 graphischen Darstellungen und vielen Tabellen # Autor im Vorwort: "Erde und Wasser, Feuer und Wind hat der Mensch gebändigt, mit seiner Atomkraft kann er Kontinente verwüsten, und als Raumpilot umkreist er den Erdball. Seine Elektronengehirne denken für ihn, er schickt Raketen zu anderen Planeten, er beherrscht seine Stimmungen durch Drogen und nimmt dem Tod immer häufiger die Entscheidung darüber ab, wann er ein Menschenleben auslöschen darf. Aber ausgerechnet in der Sexualsphäre soll ihm diese Kontrolle versagt sein. In einer so wichtigen Lebensfrage wie der, wie viele Nachkommen er in die Welt setzt, da soll er seine medizinischen Fortschritte verleugnen und so tun, als lebe er im tiefsten Mittelalter."

1965 Alexander Mitscherlich - Die Unwirtlichkeit unserer Städte # Autor in der Vorbemerkung: "Dieses Buch gehört zu der in Vergessenheit geratenen Gattung der Pamphlete. Es möchte keinen einzelnen Missetäter anprangern, sondern den Trübsinn der Zeit in einer Sache, die sich ändern ließe — mit etwas Mut zur Einsicht. Aber dieser Mut ist nicht gefragt; der Motivation dieser Mutlosigkeit gilt der Hauptstoß, den das Pamphlet versetzen will. Wer ein Pamphlet verfaßt, muß sich klar darüber sein, daß er nicht bloß Zustimmung zu erwarten hat. Nur seine Feinde werden vom Autor auch noch die Lösungen der angeklagten Mißstände verlangen. Seine Aufgabe ist die Anklage, das fordert genug Anstrengung für einen Mann. Zudem ist der Autor sich im klaren, daß ein Volksaufstand zu befürchten stünde, wenn eine starke Gruppe seine These von der Neuordnung der Besitzverhältnisse an Grund und Boden in unseren Städten sich zu eigen machte. Das wäre ihm ein Trost, denn dann käme vielleicht die seit Jahrhunderten fällige deutsche Revolution; der Anlaß wäre ihrer würdig." Audio.1969

1966 Lewis Mumford - Mythos der Maschine # Die ... Entdeckung und Entwicklung der Technik # Autor im Prolog: "Mein Anliegen in diesem Buche ist es, sowohl die Annahmen als auch die Vorhersagen, auf denen unsere Festlegung auf die gegenwärtigen Formen des als Selbstzweck betrachteten technischen und wissenschaft­lichen Fortschritts basiert, in Frage zu stellen. Ich werde Argumente vorbringen, welche die herrschenden Theorien von der grundlegenden Natur des Menschen mit ihrer Überschätzung der Rolle, die die Werkzeuge in der menschlichen Entwicklung früher gespielt haben und die Maschinen heute spielen, zweifelhaft erscheinen lassen."

1967 Robert Kennedy - Suche nach einer neuen Welt # To Seek A Newer World # Audio.2013 # Autor im Nachwort: "Wenige Menschen sind bereit, der Mißbilligung ihrer Mitmenschen, dem Tadel ihrer Kollegen, dem Zorn ihrer Gesellschaft zu trotzen. Moralischer Mut ist ein selteneres Gut als Tapferkeit in der Schlacht oder hohe Intelligenz. Doch es ist die eine wesentliche, unerläßliche Qualität derer, die eine Welt zu ändern suchen, die sich nur sehr beschwerlich dem Wandel beugt."

1968 Paul Ehrlich - Die Bevölkerungsbombe # The Population Bomb # Autor im Interview mit Süddeutsche, 2011: "Der Druck auf die Lebensgrundlagen hängt davon ab, wie viele Menschen wir sind und wie viel jeder von uns konsumiert. Deshalb sind die USA das überbevölkertste Land der Erde. Keiner hat mir je ein triftiges Argument dafür genannt, warum in den USA mehr als 130 Millionen Menschen leben sollten. Jetzt sind wir schon mehr als 300 Millionen. Und trotz ihres überbordenden Konsums sind die Menschen nicht glücklicher als in den fünfziger Jahren."

1968 Gordon Rattray Taylor - Die biologische Zeitbombe # Revolution der modernen Biologie # Endkapitel am Anfang: "Es gibt schätzungsweise etwa 200.000 Biologen auf der Welt. Die Zahl hängt natürlich bis zu einem gewissen Grad davon ab, wie man einen »Biologen« definiert. Der sensible Mensch, der über ihre gefährliche Aktivität nachdenkt, mag Besorgnis verspüren."

1969 Georg Picht - Mut zur Utopie. Die großen Zukunfts­aufgaben. 12 Vorträge # Autor im Vorwort: "Es ist von dem die Rede, was alle wissen müßten und was fast niemand weiß." - "Die Vorlesungs­reihe wurde im Sommer 1968 vom Süddeutschen Rundfunk übertragen. Sie spricht von den zentralen Themen einer Wissenschaft, die es erst in Ansätzen gibt, nämlich der Wissenschaft von der Zukunft."

1969 Hannes Alfven - M70: Die Menschheit der siebziger Jahre # Autor (Nobelpreis 1970 Physik) im Schlusswort: "Wir haben noch ein drittes Problem, das von ebenso fundamentaler Natur ist wie das des Ursprungs des Lebens und des Ursprungs des Menschen. Entstand Technologie als Not­wendig­keit oder als Zufall? - Noch im achtzehnten Jahrhundert und vielleicht sogar zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts war sowohl die chinesische wie auch die indische Kultur in den meisten Bereichen der abend­ländischen Kultur überlegen." - "Ist das bequeme Leben, das viele Menschen in den industrialisierten Ländern führen, ein »normales« Ergebnis des Ineinandergreifens kosmischer, biologischer und technologisch-soziologischer Faktoren, ein Typ Leben, dessen sich schließlich alle Menschen auf Erden für alle Zeiten erfreuen dürfen?"

1969 Theodore Roszak - Gegenkultur - Gedanken über die technokratische Gesellschaft und die Opposition der Jugend (deutsch: 1971)

 

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1960 Aldous Huxley - Eiland # Island # Utopischer Roman # Autor 1946 im Vorwort zu <Schöne Neue Welt>: "Wollte ich das Buch aufs neue schreiben, böte ich dem Wilden eine dritte Möglichkeit. ... Und die vorherrschende Lebensphilosophie wäre eine Art von höherem Utilitarismus, worin das Prinzip des größten Glücks dem des höchsten Zwecks untergeordnet ist - denn die erste, in jeder Lebenslage zu stellende und zu beantwortende Frage hieße: <Inwieweit würde dieser Gedanke oder diese Handlung fördern oder hindern, daß ich und die größtmögliche Zahl anderer das höchste Ziel des Menschen erreichen?>"

1960 Warlam Schalamow - Geschichten aus Kolyma # Audio2007

1960 Elias Canetti - Masse und Macht # Audio.2005 # Verlagstext: "Es waren die großen Demonstrationen im Sommer 1922 nach der Ermordung des deutschen Außenministers Walter Rathenau und die Erregung der Bevölkerung Wiens anlässlich des Justizpalast-Brandes fünf Jahre danach, die Elias Canetti veranlassten, seinen viel diskutierten Essay über die Zusammen­hänge von Macht und Masse zu schreiben. Dabei ging es dem späteren Nobelpreisträger darum, die Masse nicht als ein Instrument politischer Macht darzustellen, sondern als eigene Existenzform, die in der Lage ist, eine bisweilen gefährliche Eigendynamik zu entwickeln. Canettis originäres Denken jenseits der sozial­wissen­schaft­lichen Konventionen, seine persönliche Erfahrung mit dem beschriebenen Phänomen und sein moralischer Anspruch verleihen dem Werk eine bis heute ungebrochene Aktualität."

1964 Hans Magnus Enzensberger - Die Bewusstseins-Industrie # Einzelheiten-1 # Autor im Text: "Die Bewusstseinsindustrie wird uns schon in der allernächsten Zukunft nötigen, von ihr als einer — radikal neuen, mit den Massen ihrer Anfänge nicht mehr zu bestimmenden — rapide zunehmenden Macht Notiz zu nehmen. Sie ist die eigentliche Schlüsselindustrie des zwanzigsten Jahrhunderts." -- "An die Stelle der materiellen tritt die immaterielle Verelendung, die sich am deutlichsten im Schwinden der politischen Möglichkeiten des einzelnen ausdrückt: einer Masse von politischen Habenichtsen, über deren Köpfe hinweg sogar der politische Selbstmord beschlossen werden kann, steht eine immer kleinere Anzahl von politisch Allmächtigen gegenüber. Dass dieser Zustand von der Majorität hingenommen und freiwillig ertragen wird, ist heute vielleicht die wichtigste Leistung der Bewusstseins­industrie."

1966 Prof. Otto Kraus - Zerstörung der Natur # Unser Schicksal von morgen? # Der Naturschutz in dem Streit der Interessen #

 


 

1970 Herbert Gruhl - Erste Umweltrede im Deutschen Bundestag Aus dem Protokoll vom 16.12.1970 # Audio2011 # Autor in der Rede: "Wenn wir es so weiterlaufen lassen, meine Damen und Herren, dann werden wir uns bald in einem Stadium der Selbst­ausrottung befinden, die einer atomaren Katastrophe gleich­kommt, und die Hälfte von uns hier im Saal kann noch den Anfang davon erleben." - "Lassen Sie mich einen weiteren Gedankengang anstellen, meine Damen und Herren. Die Menschheit wird sich bis zum Jahre 2010 fast verdoppeln, von 3½ auf 7 Milliarden. Auf diese bedrohliche Entwicklung will ich hier gar nicht ausführlich eingehen, sondern nur hoffen und unterstellen, daß sich die Erdbevölkerung bis 7 Milliarden stabilisieren wird; denn das ist schon alarmierend genug. Ich will sogar kühn unterstellen, daß diese 7 Milliarden dann ernährt werden können."

1970 Gordon Rattray Taylor - Das Selbstmordprogramm Zukunft oder Untergang der Menschheit # The Doomsdaybook # Autor im Schlusskapitel: "Nach all dem, was wir dargelegt und besprochen haben, handelt es sich eigentlich nur um zwei Probleme, die allerdings zusammenwirken: einmal das Massen­problem und zum anderen die zerstörerische Kraft der modernen Technik. Die Technik erst ermöglicht die Existenz solcher Massen, und die Masse wiederum macht die Technik so gefährlich. Die Lösung besteht in einer Begrenzung der Bevölkerungszahl oder in einer Begrenzung der Technik; oder wir müssen beides einschränken."

1970 Alvin Toffler - Der Zukunftsschock Strategien für die Welt von morgen # Robert Jungk 1970 im Spiegel: "Die Schilderung der Unrast des Gegenwartsmenschen ist brillant. Das "Ende der Stetigkeit", die "Wegwerf-Gesellschaft", die "Aufsplitterung der Familie", das "überstimulierte Individuum", die "Informationsüberfütterung" werden als Symptome genannt, mit Fakten oder Anekdoten belegt."

1971 Ivan Illich - Entschulung der Gesell­schaft Entwurf eines demo­kratischen Bildungs­systems # Autor im Vorwort 1995: "Die Kontraproduktivität verdummender Ausbildung, krankmachender Medizin, kriminogener Sozialkontrolle kommt in der Analyse professioneller Institutionen deutlicher und noch peinlicher zum Vorschein als in der Verschmutzung, Vergiftung und Verunstaltung durch Kalorien."

1971 Barry Commoner - Wachstums­wahn und Umwelt­krise # Natur, Mensch & Technologie # Klaus Mehnert 1973 im (deutschen) Vorwort: "Jeder weiß, daß er einmal sterben muß. Aber Bücher, in denen das Sterben eingehend geschildert wird, gehören nicht zu der beliebtesten Lektüre. Es könnte sein, daß der eine oder andere Leser sagt: Schlimm genug, daß sich die Menschheit selbst umbringt; warum soll ich das auch noch im voraus im Detail lesen?" - "In diesem Buch habe ich mich mit den Zusammenhängen zwischen der Umweltkrise und den Gesellschaftssystemen befaßt, zu deren Bestandteil sie gehört. Das Buch zeigt, so glaube ich, daß die Logik der Ökologie viele der Probleme, die die Welt und ihre Bewohner quälen, zu erhellen vermag." (Autor im Schlusskapitel) - "Das beste Buch über Ökologie, das je geschrieben wurde." (New-York-Times-Book-Review)

1971 Jay Forrester - Der teuflische Regelkreis Das Globalmodell der Menschheitskrise # Kann die Menschheit überleben? # Eduard Pestel im Vorwort: "Das erörterte Weltmodell ist im wesentlichen für die Beantwortung der Frage aufgestellt: Wo liegen die Grenzen für das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum auf dieser endlichen Erde? Hierbei konnte man nur versuchen, sehr allgemeine Verhaltensweisen des Weltsystems in seiner zeitlichen Entfaltung zu begreifen."

1972 Gordon Rattray Taylor - Das Experiment Glück Entwürfe zu einer Neuordnung der Gesellschaft # Autor im Schlusskapitel: "Ich habe versucht, dieses Buch auf eine ruhige, objektive Art zu schreiben, weil Zorn nur Feindschaft erweckt und verwirrt. Aber es gibt auch guten Grund zum Zorn. Die groteske Unzulänglichkeit, mit der wir geistige Störungen behandeln, und allein die wiederholten Skandale um Krankenhäuser und Heime für Geisteskranke würden genügend Brennstoff für diesen Zorn liefern. Wenn wir die stählerne Selbstgefälligkeit vieler Vertreter der Öffentlichkeit, die Rück­sichts­losigkeit vieler Industrieller, die Arroganz vieler Jugendlicher und die Vorurteile und die Gleichgültigkeit der Älteren und vor allem die selbstzufriedene Mittelmäßigkeit jener <Kater und Pfaue> sehen, die wir Politiker nennen, ist es mir ein Geheimnis, wie jemand ruhig bleiben kann."

1972 Dennis Meadows - Die Grenzen des Wachstums The Limits to Growth # Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit # Autor im Buch: "Wenn die gegenwärtige Zunahme der ... unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht. Mit großer Wahrscheinlichkeit führt dies zu einem ziemlich raschen und nicht aufhaltbaren Absinken der Bevölkerungszahl und der industriellen Kapazität. ... Es könnte so erreicht werden, daß die materiellen Lebens­grund­lagen für jeden Menschen auf der Erde sichergestellt sind und noch immer Spielraum bleibt, individuelle menschliche Fähigkeiten zu nutzen und persönliche Ziele zu erreichen."

1972 Edward Goldsmith - Planspiel zum Überleben Ein Aktionsprogramm # A Blueprint for Survival # Autor in der Einführung: "Wir sind mehr an Vorschlägen zur Schaffung einer dauerhaften Gesellschaftsform interessiert als an wiederholter Schilderung der Gründe, warum eine solche Gesellschaft geschaffen werden muß. Wir behandeln daher diese Gründe nur kurz. Eine weitergehende Analyse ist im Anhang zu dieser Dokumentation zu finden. Eine grundsätzliche Änderung der Lebensform ist nicht nur notwendig, sondern auch unvermeidlich, weil die gegenwärtige Zunahme der Bevölkerungszahl und des Pro-Kopf-Verbrauchs durch die Zerstörung der Ökosysteme und die Ausbeutung der natürlichen Rohstoffvorräte die Grundlagen unserer Existenz unterminiert."

1973 Heinz Haber - Stirbt unser blauer Planet? Die Naturgeschichte unserer übervölkerten Erde # Autor im Vorwort: "Worauf ich hier jedoch anspiele, ist ein persönlicher Rat, den mir mein Kollege und langjähriger Freund Robert Jungk gegeben hatte, als ich ihm von meinen Plänen für dieses Buch zum erstenmal erzählte: «Bitte stelle die Dinge nicht so hoffnungslos dar, wie sie dir jetzt wohl erscheinen. Gib' dem Menschen mit seiner Fähigkeit, auch gewaltige Probleme lösen zu können, doch einen gewissen Kredit.»" # Audio.1973

1973 Ivan Illich - Selbstbegrenzung Eine politische Kritik der Technik # Tools for Conviviality # Autor im Vorwort: "Vor allem möchte ich zeigen, daß zwei Drittel der Menschheit um das Industriezeitalter herum kommen können, indem sie sich schon heute für eine postindustrielle Ausgewogenheit ihrer Produktionsweise entscheiden, die die hyperindustrialisierten Nationen gezwungenermaßen als Alternative zum Chaos wählen müssen."

1973 George R. Urban - Können wir unsere Zukunft überleben? Interviews im Radio Freies Europa zu unseren Überlebenschancen # Herausgeber Urban in der Einleitung: "Was ist an der Katastrophe der »Bevölkerungsexplosion« eigentlich so überraschendes, wo wir doch von Plato über Malthus bis zu Sir Julian Huxley bis zum Überdruß gewarnt worden sind, die menschliche Gattung würde nicht bereit sein, ihren Umfang mit Vorsicht und Selbstbeherrschung zu regulieren?"

1973 Konrad Lorenz - Die acht Todsünden der Menschheit # Autor im optimistischen Vorwort: "Wir leben aber in einer Zeit, in der es der Naturforscher ist, der gewisse Gefahren besonders klar zu sehen vermag. So wird ihm das Predigen zur Pflicht." Audio2014

1973 E. F. Schumacher - Die Rückkehr zum menschlichen Maß Small ist beautiful # Autor im Buch: "Es handelt sich hier um Tatsachen, die weder bestritten noch anerkannt werden, sondern man setzt eine undurchdringliche Mauer des Schweigens gegen sie. Ein Bestreiten wäre offensichtlich lächerlich, und ein Eingeständnis würde die Haupttriebfeder der modernen Gesellschaft als Verbrechen gegen die Menschlichkeit verdammen."

1973 Hans Liebmann - Ein Planet wird unbewohnbar Ein Sündenregister der Menschheit von der Antike bis zur Gegenwart # Autor im Vorwort: "Die »Völkerwanderung« muß deshalb ersetzt werden durch eine »Geisteswandelung«. Diese muß uns konstruktive Auswege aus der auf uns zukommenden Umweltkatastrophe finden lassen."

1974 Theo Löbsack - Versuch und Irrtum Der Mensch: Fehlschlag der Natur # Autor im Schlusskapitel: "Das zweite Problem ist ein psychologisches. Wir sind letztlich Optimisten, sonst hätten wir genügend Gründe, uns alle selbst umzubringen. Wenn deshalb jemand behauptet, es gehe mit uns zu Ende, so hören wir das ungern. Unser Selbstwertgefühl weigert sich, unerfreuliche Prognosen allzu ernst zu nehmen oder gar praktische Konsequenzen daraus zu ziehen."

1974 Lloyd deMause - Hört ihr die Kinder weinen? Ein Psychohistorie-Sammelwerk-Reader # William L. Langer im Vorwort: "Noch immer gibt es eine erschreckend hohe Zahl von Kindesmißhandlungen, aber es ist auch eine Tatsache, daß sich seit dem achtzehnten Jahrhundert allmählich eine menschlichere Einstellung zu Kindern herausbildet."

1974 Eduard Pestel - Menschheit am Wendepunkt 2. Bericht an den Club of Rome zur Weltlage.

 

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1970 Sam Keen - Die Lust, ich zu sein Entdecken Sie Ihre persönliche Mythologie # To a dancing God # Autor im Vorwort 1990: "Es scheint, daß ich durch die Veröffentlichung der ersten Kapitel meiner geistigen Autobiographie — ich war damals keine vierzig Jahre alt und noch in Aufruhr — anderen Menschen unabsichtlich gestattet habe, das spirituelle Drama ihrer Existenz ernst zu nehmen." - "Die von Anzeigen, Werbung und <Mediakratie> geschaffene Atmosphäre wirkt sich zerstörerisch auf das geistige Leben aus."

1972 Herbert Marcuse - Konterrevolution und Revolte # Autor am Schlusse: ".... denn die nächste Revolution wird das Werk von Generationen sein, die »Endkrise des Kapitalismus« kann sehr wohl länger als ein Jahrhundert dauern."

1972 Arthur Janov - Revolution der Psyche # Anwendung und Erfolge der Primärtherapie # The Primal Revolution Toward a Real World

1972 Gregory Bateson - Die Ökologie des Geistes # Anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven # Helm Stierlin im Vorwort: "Ich halte Gregory Bateson für einen der wichtigsten Denker unseres Jahrhunderts. Deutschsprachige Leser kennen ihn in erster Linie als Schöpfer des Begriffes »double bind«, den ich mit »Beziehungsfalle« übersetzt habe. Ein »double bind« ist Folge und Ausdruck einer zwischenmenschlichen Verstrickung, die durch eine widersprüchliche — aber in ihrer Widersprüchlichkeit schwer durchschaubare — Kommunikation ermöglicht wird."

1973 Arthur Janov - Das befreite Kind # Grundsätze einer primär­therapeutischen Erziehung # The Feeling Child

1973 Hans Dollinger - Schwarzbuch der Weltgeschichte # 5000 Jahre der Mensch des Menschen Feind # Autor im Vorwort 1999: "Und weil <ein Augenzeuge so wertvoll wie zehn Berichte aus zweiter Hand> ist, wie bereits der römische Dichter Titus Maccius Plautus vor etwa 2200 Jahren schrieb, sind Augen­zeugen und Zeitgenossen die Berichterstatter in dieser Dokumentation der Verbrechen durch rund fünf Jahrtausende menschlicher Zivilisations­geschichte, vom Pyramidenbau im alten Ägypten bis zum Jahr 1973, die alle im Namen von Königen, von Staaten, von Völkern, im Namen der Freiheit und nicht zuletzt im Namen der Religion geschehen sind."

1973 Alexander Solschenizyn - Der Archipel Gulag Der Versuch einer künstlerischen Bewältigung # Audio2008 (Bequehm) # Autor im Vorwort 1985: "Wäre es irgendeiner Nation möglich, die bitteren Erfahrungen einer anderen durch die Lektüre eines Buches mitzuerleiden, so würde ihre Zukunft gewiß viel heller sein, weil viel Unglück und viele Fehler durch rechtzeitige Einsicht vermieden werden könnten. Doch jedermann ist der verhängnisvollen Meinung: «Derartiges könnte bei uns nie vorkommen!» Dennoch sind die Torturen des zwanzigsten Jahrhunderts überall auf der Welt denkbar."

1974 Thomas Kiernan - Psychotherapie # Ein kritischer Führer durch Theorie und Praxis für Laien # Herausgeber Willi Köhler im Vorwort: "Es macht beispielsweise einen großen Unterschied, ob man das von der westlichen Industriegesellschaft geforderte und auf vielfältige Weise belohnte Leistungsstreben als psychische Fehlentwicklung betrachtet oder nicht."

 


 

1975 Erhard Eppler - Ende oder Wende # Von der Machbarkeit des Notwendigen # Audio.1976 # Autor im Vorwort 1981: "Politische Bücher, zumal wenn sie in eine aktuelle Situation hinein sprechen, selbst Politik machen sollen, bleiben meist Eintagsfliegen. Das politische Buch vom letzten Jahr ist wie die Zeitung von gestern. Wenn dieses 1975 erschienene Buch sechseinhalb Jahre später neu aufgelegt wird, so hat dies seinen Grund: wir sind politisch auf der Stelle getreten."

1975 Herbert Gruhl - Ein Planet wird geplündert # Die Schreckensbilanz unserer Politik # Audio.2009 # Der Autor in der Einführung: "Alles hängt demnach davon ab, ob die Politiker oder große Teile der Völker die Lage begreifen. Diese zu analysieren und Lösungen zu suchen, ist die Aufgabe, die sich dieses Buch stellt. Sollte die Antwort nicht gefunden werden, so hoffen wir wenigstens, die Rettungs­mannschaften zu alarmieren. Vielleicht erreicht der Ruf auch die fahrenden Züge noch."

1975 Wolfgang Harich - Kommunismus ohne Wachstum? # Babeuf und der Club of Rome # Freimut Duve im Vorwort: "Harich greift hier auf die radikale Verschwörung zur Gleichheit des Gracchus Babeuf zurück. Harich sagt es nicht, aber die Konsequenz seiner Endzeitutopie ist gewiß der totale Polizeistaat globaler Versorgung, den er offenbar bejaht."

1975 Gordon Rattray Taylor - Zukunftsbewältigung # Wie wir diese Zukunft vermeiden # Autor im Vorwort: "Wer daran etwas ändern will, muß die öffentliche Meinung wachrütteln. Dazu aber bedarf es eines realistischen Blicks auf die Probleme, und es ist notwendig, ganz deutlich zu machen, welche Folgen es für jeden einzelnen haben wird, wenn er den Kopf in den Sand steckt."

1975 Ernest Callenbach - Ökotopia # Notizen und Reportagen von William Weston aus dem Jahre 1999 # Ecotopia # William Weston am Anfang: "Im Laufe der Zeit hat sich der Schock über die Loslösung Ökotopias von den Vereinigten Staaten ein wenig gelegt. Und daß Ökotopias Beispiel nicht so neuartig war, wie es seinerzeit schien, ist inzwischen klargeworden."

1976 Maurice Blin - Die veruntreute Erde # Der Mensch zwischen Technik und Mystik # Iring Fetscher 1977 im Geleitwort: "Maurice Blin ist dem deutschen Publikum unbekannt, nur deshalb erschien es mir sinnvoll, seinem bewegenden, anregenden und nachdenklichen Buch ein Geleitwort voranzuschicken. Der Verfasser verbindet in seltener Weise philosophische Reflexion, historischen Überblick und politischen Sachverstand, den er in langjähriger Abgeordnetentätigkeit bewiesen hat." - "Maurice Blin zeigt, wie Einsichten von Marx, von Freud, von Sartre und anderen zwar jeweils Detailaspekte richtig diagnostiziert haben, aber doch den eigentlichen Grund jener Dynamik verkannten, die in der europäischen Geschichte zum Ausdruck kam."

1977 Rudolf Bahro - Die Alternative # Zur Kritik des real-existierenden Sozialismus und Strategie einer Alternative # Audio2007 # Autor im Vorwort: "Wir wollten eine andere, höhere Zivilisation schaffen! Jene neue Zivilisation, die heute notwendiger denn je zuvor ist und deren Entwurf nichts mit der Illusion einer widerspruchsfreien »vollkommenen Gesellschaft« zu tun hat." - "Die allgemeine Emanzipation des Menschen wird immer dringlicher, aber die Bedingungen dafür müssen neu studiert, ihre Inhalte zeitgemäß definiert werden." - Im Nachwort 1990: "Es ist offensichtlich, daß der Mensch mit dieser Verfassung keine hundert Jahre mehr überleben wird."

1977 Johann W. Ernst - Das Schicksal unserer Zivilisation ... und die kommende Kultur des 21. Jahrhunderts # Autor im Vorwort: "Diese geistige Großtat der materiell unvollkommensten Kultur, die Schöpfung der Sprache während der Alten Steinzeit, diente während unerhört langer Zeitperioden nicht zu den geringsten materiellen «Fortschritten», wohl aber schuf die Sprache der vorgeschichtlichen Zeiten jene primordialen «mythischen» und dichterischen Hochkulturen, deren späte Zeugen alle Naturvölkerkulturen sind und auf deren Geistes-Höhe manche Kenner wie Adolf Portmann mit einer Mischung von Staunen, Ehrfurcht und Unglauben blicken." Audio2011

1978 Arthur Koestler - Der Mensch: Irrläufer der Evolution Eine Anatomie menschlicher Unvernunft # Audio.2010 # Autor im Prolog: "Wenn man mich nach dem wichtigsten Datum in der Geschichte und Vorgeschichte der Menschheit fragte, würde ich ohne Zögern den 6.8.1945 nennen. Dafür gibt es einen einfachen Grund." - "Dies führt uns ... zu der ... Schlußfolgerung, unsere Spezies leide nicht etwa an einem Übermaß an Aggression, sondern an einer übermäßigen Neigung zu fanatischer Hingabe."

1978 Theodore Roszak - Mensch und Erde auf dem Weg zur Einheit. Über die schöpferische Auflösung der Industriegesellschaft. Ein Manifest # Autor im Vorwort: "Und was vom Standpunkt des etablierten kulturellen Zentrums aus wie Anarchie erscheinen mag, könnte die schwere Geburt einer neuen, menschengerechteren Gesellschaftsordnung sein."

1978 Meyer, Petersen, Sörensen - Aufruhr der Mitte # Modell einer künftigen Gesellschaftsordnung # Autoren im Vorwort: "Noch vor überraschend kurzer Zeit sagte und hörte man häufig: »Es geht uns gut in unserem kleinen Dänemark.« Damals, in den aus heutiger Perspektive »frohen sechziger Jahren«, war es noch möglich, das Gefühl zu haben, gute Zeiten würden noch besser. Aber je höher der Lebensstandard, desto mehr ist notwendig, um einen Fortschritt merkbar werden zu lassen."

1979 Heinz Friedrich - Kulturkatastrophe Nachrufe auf das Abendland (Kulturverfall und Umweltkrise. Plädoyers für eine Denkwende) # Autor im Vorwort: "Der Fortschritt konnte nur deshalb seinen Totalitätsanspruch durchsetzen und wider alle Vernunft seinen die Menschlichkeit verheerenden Siegeszug antreten, weil ihm kaum noch kultureller Gestaltungs­wille entgegentritt."

1979 Rubén Ardila - Futurum 3 Utopiebericht eines Psychologen (Walden 3) # Edgar Heineken im deutschen Geleitwort: "In den Zukunftsvisionen lateinamerikanischer Wissenschaftler ist noch Optimismus zu erkennen. Der Kolumbianer Rubén Ardila befindet sich mit seiner optimistischen Utopie <Futurum 3> in Gesellschaft der Autoren des <Latein­amerikanischen Weltmodells>. ... Es wird nicht danach gefragt, ab wann uns die Rohstoffverknappung das Leben als nicht mehr lebenswert erscheinen lassen wird, sondern vielmehr, welcher Art die Bedingungs­konstellation sein muß, damit überhaupt erst menschenwürdige Lebens­verhältnisse realisiert werden können. Ardila steigert in seinem Szenario Skinners Utopie <Walden Two>: In seiner Vision wird nicht nur eine Ferienkolonie, sondern die Gesellschaft einer ganzen Nation nach lernpsychologischen Prinzipien umerzogen." Audio.2016

 

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1976 Jean Amery - Politische Gefangene in der Sowjetunion # Dokumente # Vorwort: "Eines ist aber gewiß: Diplomatie ist Sache der Diplomaten, die erfahrungsgemäß leider glauben, sich über die moralischen Imperative hinwegsetzen zu dürfen. So bleibt der moralische Protest das Geschäft jener, die man konventionellerweise <die Intellektuellen> nennt."

1976 Julian Jaynes - Der Ursprung des Bewußtseins im Zusammenbruch des Zweikammergeistes # The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind # Autor im Vorwort: "Im ersten Teil führe ich aus, wie ich auf die erwähnten Kernideen gestoßen wurde. Im zweiten Teil sichte ich das historische Beweismaterial für meine Thesen im einzelnen. Im dritten Teil zeige ich, was meine Theorie bei der Erklärung einiger moderner Phänomene zu leisten vermag. Ursprünglich wollte ich in einem vierten und fünften Teil die Hauptresultate meines neuen Ansatzes darlegen. Daraus mußte aber ein eigenes Buch werden, an dem ich noch schreibe: <The Consequences of Consciousness>."

1977 Jean Liedloff - Auf der Suche nach dem verlorenen Glück Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit (The Continuum Concept) # Rainer Taëni im Vorwort: "Dieses Buch liefert Hoffnung. Es zeigt zunächst den Grund der latenten Angst überzeugend auf, indem es die These vertritt, daß das Wesen des Menschen selbst von uns - auch von den Autoritäten der Wissen­schaft - nicht mehr verstanden und daher auch in der Säuglings- und Kinderaufzucht nicht ausreichend berücksichtigt wird. Sein eigentliches Thema ist das menschliche "Kontinuum" - und was ein Leben im Einklang damit bedeuten müßte."

1977 Unterwegs nach Utopia - Feature im Rias über die Jugend- und Protestkultur ("Gegenkultur") in den USA der 60er. (Roszak Gegenkultur bei 1978)

1978 Klima-Fernsehen - Populärwissenschaftliche Sendung zum Klimawandel mit Hoimar von Ditfurth (Querschnitt) im ZDF-Fernsehen (auch bei youtube) Titel: "Kippt das Klima-Gleichgewicht?

1978 Dennis Gabor - Das Ende der Verschwendung: Zur materiellen Lage der Menschheit Ein Tatsachenbericht an den Club of Rome (Gabor: Nobelpreis 1971 Physik) Beyond the Age of Waste.

1979 Norman Myers - Die sinkende Arche Bedrohte Natur, gefährdete Arten # "Der erste, der die weltweite Aufmerksamkeit auf die drohende Katastrophe der Entwaldung lenkte, war der Biologe Norman Myers von der Universität Oxford mit seinem 1979 erschienenen Buch <The Sinking Ark>." ( R. Leakey 1995 auf S.286)

 


 

1980 Global 2000 - Der Bericht an den Präsidenten Zur Lage der Erde im Jahr 2000 # Audio2014 # Im Anschreiben an den Präsidenten: "Wenn die Trends verändert und die Probleme verringert werden sollen, werden weltweit mutige und entschlossene neue Initiativen erforderlich sein, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, und gleichzeitig muß die Fähigkeit der Erde, Leben zu ermöglichen, geschützt und wiederhergestellt werden."

1980 Edward P. Thompson - Exterminismus als letztes Stadium der Zivilisation  #  Autor in der Einleitung: "Wir haben es hier [Atomraketen-Wachstum] mit einer inneren Dynamik und einer gegenseitigen Logik zu tun, die eine neue analytische Kategorie erfordert. .... Ich habe diese gedanklichen Punkte früher schon mehr als einmal erreicht und mich in Verzweiflung abgewandt. Wenn ich nun direkt darauf schaue, weiß ich: wir brauchen einen neuen Begriff, den <Exterminismus>, den Drang zur Auslöschung also."

1980 Iring Fetscher - Überlebens­bedingungen der Menschheit Ist der Fortschritt noch zu retten? # Autor in der Einleitung: "Dann wäre auch Rousseau ein solcher - vorsichtiger - Revolutionär gewesen, denn schon in seinen beiden Diskursen von 1750 und 1755 hat er den Staatsmännern die »Verlangsamung des Fortschritts«, der uns dem sittlichen und politischen Verfall näherbringe, zur Aufgabe gemacht."

1980  Robert Havemann - Morgen Die Industriegesellschaft am Scheideweg. Kritik und reale Utopie  #  Audio100Gebu  #  Marko Ferst im Nachwort 2010: "Rudolf Bahro meinte in seiner 'Logik der Rettung', man brauche dezentrale Wirtschaftsformen. Wie weit ist hier vielleicht eine Kombination von Havemanns Ansatz und Bahros Subsistenzwirtschaft geboten?" AudioFeature

1981  Rene Dubos - Die Wiedergeburt der Welt Ökonomie, Ökologie und ein neuer Optimismus # Autor im Vorwort: "Wir können das Leben nur als ganzheitliche Wesen erfahren; und allein durch Extrapolation setzen wir bei anderen menschlichen Wesen ähnliche Erfahrungen voraus."

1981  Jurij Malzew - Freie russische Literatur 1955-1980 Literaturgeschichte des Samisdats in der Sowjetunion / UdSSR # Autor im Schlusswort: "Die Erfahrungen, die das russische Volk in den letzten sechzig Jahren gemacht hat, haben ein Bewußtsein von der absoluten Unhaltbarkeit der offiziellen Doktrin geschaffen, und der totale und obligatorische Charakter dieser Doktrin wird von den Russen heute als Vergewaltigung von Verstand und Gewissen empfunden."

1981  Lloyd deMause - Was ist Psychohistorie? Eine Grundlegung # Die Herausgeber im Geleitwort: "Mit dem vorliegenden Buch wird Lloyd deMause' grundlegendes theoretisches Werk zum Verständnis der psychologischen Motive im geschichtlichen Prozeß erstmals in seiner Gesamtheit einer deutschsprachigen Leserschaft zugänglich gemacht."

1981  Erhard Eppler - Wege aus der Gefahr "Nah ist, Und schwer zu fassen der Gott. Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch." # Autor am Anfang: "Wege aus der Gefahr — das klingt wie ein Echo, vielleicht sogar ein kritisches Echo auf C. F. von Weizsäckers Versuch, <Wege in der Gefahr> zu weisen. Es klingt vor allem ärgerlich unbescheiden, und dies in einem historischen Moment, in dem es Grund zur Bescheidenheit gibt."

1982  Wilfrid Bach - Gefahr für unser Klima Wege aus der CO2-Bedrohung durch sinnvollen Energieeinsatz # Autor im Vorwort: "Seit Jahren bemühe ich mich, zwischen Wissenschaftlern und Entscheidungs­trägern eine Brücke zu schlagen. Denn von den Empfängern der wissenschaftlichen Erkenntnisse ist immer wieder zu hören, daß die Forschung — will sie einen merklichen Beitrag zur Lösung der vielen anstehenden Menschheitsprobleme leisten — transparenter werden muß. Ich habe deshalb mit diesem Buch versucht, zwischen Wissenschaftlichkeit und Allgemeinverständlichkeit einen fairen Kompromiß zu finden, um einen möglichst weiten Leserkreis an die CO2/Klima-Problematik heranzuführen."

1982  Jonathan Schell - Das Schicksal der Erde Gefahr und Folgen eines Atomkrieges # Audio2006

1982 Petra Kelly - Prinzip Leben: Ökopax Die neue Kraft # in der Einleitung: "Im Zuge der Anti-Atom- und Ökologiebewegung haben Bürgeraktivitäten nicht nur den Richtungssinn des technologischen »Fortschritts« grundsätzlich in Frage gestellt, sondern — ein entscheidender Schritt hinaus — entwickeln in kleinen Schritten auch menschlichere Lebensformen im Alltag der Industrie­gesellschaften. Das heißt: Die Suche nach alternativen Lebensformen war eine weitere entscheidende Triebkraft der neuen politischen Kultur innerhalb der Ökologiebewegung, die sich von unten, aus dem Befreiungswunsch der Menschen aufbaut." Audio2012

1983 Ulrich Horstmann - Das Untier Konturen einer Philosophie der Menschenflucht # Audio.1987 # Autor im Vorwort: "Aber noch in den Mythen der sogenannten »Primitiven« und den Religionen früher Hochkulturen ist die Desorientierung, das existentielle Fremd- und Deplaciertheitsgefühl deutlich spürbar, das die Untiere seit Beginn ihrer Gattungsgeschichte begleitet."

1983 Horst von Gizycki - Arche Noah '84 Zur Sozialpsychologie gelebter Utopien # Autor in der Einleitung: "Ich erinnere mich noch, wie belustigt und im Grunde ungläubig meine Freunde und ich zunächst reagierten, als Rudi Supek, der die jugoslawische Praxis-Gruppe mitgegründet hat, in der philosophischen Sommerschule auf Korcula damals zum ersten Mal als Marxist von Wasser- und Luftverschmutzung und vom pfleglichen Umgang mit Rohstoffen oder Energie zu sprechen anfing."

1983 Theo Löbsack - Die letzten Jahre der Menschheit Vom Anfang und Ende des Homo sapiens # Autor im Vorwort: "Natürlich hätte das Buch auch einen anderen »Tenor« haben können. Mit Leichtigkeit! Man hätte auf die unendliche Güte Gottes verweisen, auf die christlichen Tugenden vertrauen oder auf die Humanitas schlechthin setzen können. Leider spricht aber alles dagegen, daß aus solchem Glauben konkrete Hilfe erwächst oder daß wir es beim lieben Gott gar mit einer festen Burg zu tun hätten."

1983 Anton-Andreas Guha - Ende Tagebuch aus dem 3. Weltkrieg # 16. August (S. 139): "Es geht eigentlich nicht mehr darum, einen Feind zu vernichten, nur noch die geheime Lust, diesen Planeten in Stücke zu schlagen. Die Wollust, über totale Zerstörungsinstrumente zu verfügen, mit denen sich die Apokalypse auslösen läßt, real und wirklich."

1984 Herbert Gruhl - Glücklich werden die sein... Zeugnisse ökologischer Weltsicht aus vier Jahrtausenden # Autor im Vorwort 1989: "Die Wissenschaftler und Politiker der Neuzeit haben völlig natur­widrige Vorstellungen darüber verbreitet, wie der Mensch die Erde zu bewirtschaften habe. Diese wurden von den Volksmassen in aller Welt gläubig aufgenommen und praktiziert, sie laufen aber auf die schnellstmögliche Vernichtung unserer Lebensgrundlagen hinaus."

 

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1980 Arthur Janov - Gefangen im Schmerz Befreiung durch seelische Kräfte # Prisoners of Pain

1980 Albert Görres - Wird der Urschrei leiser? Eine herbe Kritik mit fruchtbaren Fragestellungen

1981 Ignacio Brandao - Kein Land wie dieses Aufzeichnungen aus der Zukunft (aus Brasilien)

1981 Franz Fühmann - Saiäns-Fiktschen Phantastische Erzählungen # Die Straße der Perversionen

1981 Ken Wilber - Halbzeit der Evolution Eine Darstellung der Entwicklung des menschlichen Geistes

1982 Herbert Gruhl - Das irdische Gleichgewicht Vom Wert des Daseins und der Rettung des Planeten.

1983 Arthur Janov - Frühe Prägungen Die lebenslangen Auswirkungen der Geburtserfahrung # Imprints

1983 Peter Sloterdijk - Kritik der zynischen Vernunft Mit: Jacques Bouveresse: Spenglers Rache # Audio.2009 zu: Du musst dein Leben ändern.

1983 Franz Alt - Frieden ist möglich Die Politik der Bergpredigt # Audio.1983

1983 Ulrich Linse (Professor) - Landkommunen in Deutschland, 1890 bis 1933.

1983 Konrad Lorenz - Der Abbau des Menschlichen (Fortschreibung von Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit)

1984 Lloyd deMause - Reagans Amerika Über Amerikas Kriegssehnsucht und "Wo ist der Rest von mir?"

1984 Wladimir J. Maximow - Sie und wir Dissidentenessays.

1984 Herbert Gruhl - Häuptling Seattle hat gesprochen Der authentische Text seiner Rede mit einer Klarstellung: Nachdichtung und Wahrheit

1984 Dr.-Ing. Wolfram Ziegler - Die Zieglersche Öko-Zahl # Eine einfache ökologische Kennziffer # Quelle: <Umweltschutz: Versuch einer Analyse> in: "Jahrbuch 1984" der TU-München, S. 305-319

Bahro:

1980 Rudolf Bahro - Elemente einer neuen Politik Zum Verhältnis von Ökologie und Sozialismus

1980 Bahro, Mandel, Oertzen - Was da alles auf uns zukommt Perspektiven der 80er Jahre

1982 Rudolf Bahro - Socialism and Survival Articles, Essays and Talks

1982 Rudolf Bahro - Wahnsinn mit Methode Über die Logik der Blockkonfrontation, die Friedensbewegung, die Sowjetunion und die DKP

1984 Rudolf Bahro - Pfeiler am anderen Ufer Beiträge zur Politik der Grünen von Hagen bis Karlsruhe

Helmut Schmidt (1982): 
»Ich werde mich gegen jeden Sozialdemokraten wenden, der öffentlich seine Angst bekennt. Früher mal ist es tapfer gewesen, seine Angst zu bekämpfen. Heute gilt es als tapfer, sich zu seiner Angst zu bekennen.«

 


 

1985 Carl Amery - Die ökologische Chance. Das Ende der Vorhersehung. Natur als Politik  #  Autor im Nachwort 1985: "Wer, wie heute etwa Rudolf Bahro, eine »Ausgießung des Geistes« fordert, um dem Verderben mit einer Aussteiger-Bewegung entgegentreten zu können, der sollte ganz persönlich die Verantwortung für seine Prophetie übernehmen und den Orden schaffen und formen, der solche Ausgießung beispielhaft konkretisiert. Baghwan dürfte da sicher nicht genügen..."

1985 Hoimar von Ditfurth - So laßt uns denn ein Apfel­bäumchen pflanzen. Es ist soweit # Audio.2012 # im Vorwort: "Daher halte ich es auch nur für eine der vielen Formen der Verdrängung, wenn einem das Reden über die Gefahr mit dem Einwand abgeschnitten werden soll, man schüre die Angst der Menschen. Ich kann nicht finden, daß deren Angst sich heute noch vermehren ließe." - "Denn wenn wir schon zugrunde gehen müssen, dann sollten wir es, und sei es aus Gründen der Selbstachtung, wenigstens bei vollem Bewußtsein tun und nicht im Zustand einer von Ausflüchten und illusionärem Wunschdenken genährten Halbnarkose."

1985 Klaus Novy, Michael Prinz - Illustrierte Geschichte der Gemeinwirtschaft # Wirtschaftliche Selbsthilfe in der Arbeiter­bewegung von den Anfängen bis 1945 # in der Einleitung: "Wer, außer wenigen Spezialisten, weiß, daß in der Programmatik der frühen Arbeiterbewegung genossenschaftliche Selbst­hilfe­unternehmen einen höheren Stellenwert besaßen als etwa die gewerkschaftliche Organisation?"

1985 Neil Postman - Wir amüsieren uns zu Tode. Urteils­bildung im Zeitalter der Unter­haltungs­industrie # Autor im Vorwort: "Kurz, Orwell befürchtete, das, was uns verhaßt sei, werde uns zugrunde richten. Huxley befürchtete, das, was wir lieben, werde uns zugrunde richten. Dieses Buch handelt von der Möglichkeit, daß Huxley und nicht Orwell recht hatte." - "Wir alle stünden besser da, wenn das Fernsehen schlechter wäre, nicht besser." (Im Nachwort)

1985 Hubert Weinzierl - Passiert ist gar nichts. Eine deutsche Umweltbilanz # Autor im Vorwort: "Zu Beginn des Orwell-Jahres 1984 hat mir ein hoher Politiker gesagt: »Werden's sehen, passieren tut gar nichts!« Er hat recht behalten, auch wenn er es anders gemeint hat: Während wir viele Programme vorlegen, zerreißt das Netzwerk des Lebens. Während wir Arbeitsplätze für Menschen fordern, verselbständigen sich die Maschinen. Während das Umweltbewußtsein wächst, schwindet die Umwelt."

1985 Carna Zacharias - Wo liegt Utopia? Nur wer träumt, ist Realist # Autorin im Vorwort: "Wenn ich ein Buch über die Hoffnung, die <positiven> Utopien, geschrieben habe, so keinesfalls, um diese Analysen und Warnungen zu entkräften, sondern um zu versuchen, daraus Schlüsse zu ziehen. .. Dieses Buch bemüht sich um eine Ehrenrettung des Begriffs "Utopie", der heute, völlig unhistorisch, mit "Hirngespinst" gleichgesetzt wird. Er versucht darüber hinaus, Voraussetzungen für ein neues utopisches Bewußtsein zu entwickeln, das sich nicht in der Konstruktion idealer Staaten erschöpft, sondern das zugleich offen und ganzheitlich ist." Audio2011

1985 Stanislav Grof - Geburt, Tod und Transzendenz Neue Dimensionen in der Psychologie # im Schlusswort: "Viele der neuen Erkenntnisse haben Bezug zu Phänomenen, die für die Zukunft der Gattung Mensch und des Lebens auf diesem Planeten wichtig sind. Dazu gehören ein neues Verständnis der Kräfte, die den Gang der Geschichte beeinflussen, zur Dynamik der sozio-politischen Bewegungen beitragen und an kreativen Leistungen des menschlichen Geistes ... beteiligt sind."

1986 Thea Bauriedl - Die Wiederkehr des Verdrängten. Psychoanalyse, Politik und der einzelne # Autorin im Vorwort: "Angstvoll fragen sich viele Menschen: Nähern wir uns dem gemeinsamen Selbstmord, oder ist noch eine Veränderung möglich, die uns und unseren Kindern menschenwürdigere Lebens­bedingungen schafft? Die zunehmende Gefahr alles vernichtender atomarer Kriege, die fast unausweichlich näherrückende Gefahr ökologischer Katastrophen und die parallel dazu wachsende Gefahr der weiteren Entdemokratisierung unserer Gesellschaft, alle diese Gefahren haben Ursachen, die in der Unbewußtheit des einzelnen und des Kollektivs zu finden sind. Wir nehmen nicht wahr, daß wir so vieles verdrängen, und halten das, was wir wahrnehmen, für die vollständige Realität."

1986 Ulrich Linse - Ökopax und Anarchie. Eine Geschichte der ökologischen Bewegungen in Deutschland # Autor im Vorwort: "Geschichtslosigkeit ist ein besonderes Kennzeichen der »neuen sozialen Bewegungen« in Deutschland. Sie sind zu aktivistisch und kurzlebig, um sich der Geschichte zu erinnern, während sie selbst Geschichte machen wollen."

1986 Paul Crutzen - Schwarzer Himmel. Auswirkungen eines Atomkrieges auf Klima und globale Umwelt # Audio2006

1987 Rudolf Bahro - Logik der Rettung. Über die Grund­lagen ökologischer Politik # Wer kann die Apokalypse aufhalten? # Logik der Rettung in html # Im Vorwort: "Entsprechend der Absicht, Spiritualität und Politik zu verbinden, hat mein Buch nun zwei miteinander verflochtene Stränge, eine innere und eine äußere Linie ... einer Umkehr­bewegung." -- "Der Weg der Rettung beginnt damit, die zivilisatorische Krise in ihrem Wesen, in ihrer ganzen Tiefe und in ihrer bei positivistischer Trendberechnung erbarmungs­losen Aussichtslosigkeit zu erfassen." (S. 302)

1987 Ossip K. Flechtheim - Ist die Zukunft noch zu retten? Die Megakrise unserer Zeit und ihre sieben Herausforderungen # Autor im Vorwort: "Manch einer erwartet noch etwas von der Zukunft, aber die Zahl derer, die sich fürchten, nimmt zu." - "Wir selber haben schon vor längerer Zeit versucht, die Zukunft mit Hilfe von drei Szenarien zu erhellen. Im weiteren Verlauf dieser Analysen schien es sinnvoll, für die ersten beiden negativen Zukunftsmodelle je drei Varianten herauszuarbeiten, während das dritte Szenario die wünschenswerte Zukunft beschreibt. Die Reihenfolge stellt sich so dar, daß wir mit dem negativsten Szenario beginnen und dann alle mehr oder weniger wahrscheinlichen Varianten nach dem Ausmaß ihrer zerstörerischen Wirkung behandeln." (Kapitel 3 Zukünfte)

1987 Max Albert - Kritik an der vermeintlichen Vernunft. Die unheilvolle Entwicklung unserer Welt und Bedingungen für ihren Wandel zum Guten # in der Einleitung: "Jeder einzelne ist aufgerufen, die gebotene Umkehr mitzuvollziehen. Allerdings wird es kaum ohne staatlich verordnete Maßnahmen gelingen. Dabei ist zu befürchten, daß sich unsere verant­wortlichen Politiker, befangen in Wohlstands- und Wachstumsideologien und einer gewinnsüchtigen Lobby ausgesetzt, zu den verlangten drastischen Änderungen in ihrem Denken und Handeln nicht bereit finden werden. Dann wäre unser baldiges Ende vorausbestimmt."

1987 Herbert Gruhl - Überleben ist alles Erinnerungen, Biografie, Memoiren # Autor im Schlusswort: "Dieses Gleichnis gilt auch für unser menschliches Mühen, das nie ein Ende finden wird und auch keines finden darf, weil das, was danach käme, nicht mehr Leben, sondern Erstarrung und Tod wäre. Wenn einem »glücklichen Augenblick« wirklich Dauer beschieden sein könnte, dann wäre das die regungslose Ewigkeit." Audio2011 #

1988 Hans-Joachim Rieseberg - Verbrauchte Welt Die Geschichte der Naturzerstörung und Thesen zur Befreiung vom Fortschritt # Autor im Vorwort: "Dennoch bin ich der Meinung, daß wir noch nicht kapitulieren müssen, denn wenn wir nur entsprechend unseren Hoffnungen, unseren Ängsten oder unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen handeln, werden wir bald überhaupt nicht mehr handlungsfähig sein." Audio.1988 #

1988 Thea Bauriedl - Das Leben riskieren Psychoanalytische Perspektiven des politischen Widerstandes # Autorin im Vorwort: "Da kein Mensch es vermeiden kann, sich zu verhalten, auch wenn er nichts tut, halte ich es für dringend erforderlich, daß wir damit beginnen, unser Verhalten, auch und ganz besonders unsere Passivität, als Handeln zu begreifen und die Verantwortung für jede Art des Handelns zu übernehmen — in der Psychoanalyse ebenso wie in der Politik."

1988 Neil Postman - Die Verweigerung der Hörigkeit Vorträge und Essays # Autor im Vorwort: "Mit anderen Worten, es ist möglich, daß wir uns an die Desinformation, an die Neusprache, an den Public Relations-Schwindel, an die Bildwelten, die Tiefsinn vortäuschen, an die Bildzeitungen und Magazine, an die als Entertainment offenbarte Religion, an die Politik in Gestalt halbminütiger Werbespots längst gewöhnt haben."

1988 Eduard Pestel - Jenseits der Grenzen des Wachstums Bericht an den Club of Rome # "Die Zunahme menschlicher Aktivitäten ist weitaus größer, als die Zunahme der Menschenzahl vermuten läßt: Nicht nur die Zahl der Menschen wächst rapide, sondern auch der Pro-Kopf-Verbrauch von Gütern, Dienstleistungen, Nahrungsmitteln und Rohstoffen, der in Zukunft immer stärker auch auf die Entwicklungs­länder übergreifen wird. Ich schätze, daß allein während meiner Lebenszeit die Gesamtheit menschlicher Aktivitäten um das 15- bis 20fache zugenommen hat — und daß dies so weitergehen wird ...." (Einführung)

1989 Paul Crutzen - Das Ende des blauen Planeten? Der Klimakollaps: Gefahren und Auswege # im Geleitwort: "Hier geht es um eine Überlebensfrage mit globaler Tragweite. Nicht nur ein Volk oder einzelne Völker sind gefordert — nein: die Menschheit insgesamt ist aufgerufen, umzudenken und zu einer umweltverträglichen Entwicklung zu kommen."

1989 Heinz Haber - Eiskeller oder Treib­haus So zerstören wir unser Klima # im Vorwort: "Die Medien lieben nun einmal Sensationen, vor allem ergreifen sie jede Gelegenheit, Katastrophen ausführlich zu beschreiben. Gerade im Falle der Wirkungen des Treibhauseffektes hat man vielfach sensationelle Schlagzeilen zu sehen bekommen, welche den Ernst der Lage in einer Reihe von Hinsichten verfälschen."

1989 Theo Löbsack - Das unheimliche Heer Insekten erobern die Erde # im Epilog: "Dafür, daß der Homo sapiens schon nach wenigen Generationen, schätzungsweise nach 8 bis 12, den 'Platz an der Sonne' seinen Nachfolgern wird freigeben müssen, zeichnen sich im wesentlichen sieben Gründeab. ... Diese unheimliche Progression der Menschenvermehrung mitSchwerpunkten in den unterent­wickelten Ländern mit ihren zahlreichenAnalphabeten scheint die katholische Kirche mit ihren restriktivenVerlautbarungen zur Geburten­kontrolle überhaupt nicht zu begreifen, obwohldie Gefahr seit langem aufs eindringlichste beschworen wird."

1989 Hoimar von Ditfurth - Innenansichten eines Artgenossen Meine Bilanz # Autor im Epilog: "Aber selbst dann, wenn es eines Tages doch noch gelingen sollte, die Tatsache in die Köpfe zu rammen, daß Homo sapiens an einem konstitutionellen »Verhältnisblödsinn« leidet (so nannten die alten Psychiater leichtere Grade des Schwachsinns, die sich erst bei besonderen Lebensbelastungen manifestieren), daß sein Verstand also auch von den Problemen überfordert wird, denen er sich heute in der von ihm selbst geschaff­enen zivilisat­orischen Kunstwelt gegenübersieht, selbst dann wäre die Aufklärungs­arbeit noch immer nicht abgeschlossen." # Video.1989

1989 Rolf Henrich - Der vormundschaftliche Staat. Vom Versagen des real-existierenden Sozialismus # Audio2009 # Autor im Vorwort: "Mag sein, daß den Industriegesellschaften in Ost und West gleichermaßen ein abruptes Ende bevorsteht, wenn sie weiter so wirtschaften wie bisher — ohne Rücksichtnahme auf das soziale und ökologische Gleichgewicht des Planeten, bar jeglichen Mitleids mit sich selber und den Verdammten dieser Erde. Vielleicht wird eines Tages <Stalin für die Welt> mindestens ebenso überlebens­notwendig sein wie <Brot für die Welt>, um den erwirtschafteten Mangel unter der Aufsicht einer despotischen Weltregierung gerecht zu verteilen."

1989 Wolfgang Hildesheimer - Ich werde nun schweigen # Gespräch für Zeugen des Jahrhunderts im ZDF # Video.1989 # Herausgeber im Nachwort: "Die Gesprächsmitschnitte für den Druck zu überarbeiten, ließ sich vor allem von dem Grundsatz leiten, die charakteristischen Eigenarten des Gesprächs, seinen Stil und die Atmosphäre der Diktion zu erhalten. Lediglich die inhaltliche und sprachliche Redundanz des frei gesprochenen Wortes wurde gestrafft, um dem Leser ein zügiges und angenehmes Verfolgen der Erzählung möglich zu machen."

1989 Bill McKibben - Das Ende der Natur # Die globale Umweltkrise bedroht unser Überleben # Wikipedia-2017: "Sein erstes Buch, The End of Nature, gilt als eines der ersten Bücher, welches einer breiten Masse das Thema globale Erwärmung näher gebracht hat. Es wurde in über 20 Sprachen übersetzt. ... Sein zweites Buch, <The Age of Missing Information>, wurde 1992 publiziert. Es handelt von einem Experiment, bei dem McKibben für einen Tag jede TV-Sendung der 100 Kabelfernseh-Kanäle aufnahm, die auf Sendung waren. Anschließend verbrachte er über ein Jahr mit der Sichtung von über 2.400 Stunden Videoaufzeichnungen ... Dieses Buch wird häufig im Schulunterricht eingesetzt und wurde im Jahr 2006 neu aufgelegt."

 

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1986  Herbert Gruhl - Der atomare Selbstmord Antiatombuch gegen Atomwirtschaft und Atomtechnik.

1986  Dorothee Sölle - Ein Volk ohne Vision geht zugrunde # Anmerkungen zur deutschen Gegenwart und zur nationalen Identität # Audio2013

1987  Brundtland-Bericht - Wikipedia-2017: "Die Veröffentlichung des Brundtland-Berichts gilt als der Beginn des weltweiten Diskurses über Nachhaltigkeit bzw. Nachhaltige Entwicklung. Der Bericht wurde in viele Sprachen übersetzt. Er ist eines der am häufigsten zitierten Werke der Umwelt- und Entwicklungsliteratur. Auf seine Veröffentlichung folgte 1989 die Einberufung der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (als Rio-Konferenz oder Erdgipfel bekannt), die im Jahr 1992 in Rio de Janeiro stattfand." ( wikipedia G. H. Brundtland )

1987  B. F. Skinner - Why We Are Not Acting To Save The World Warum wir nicht handeln werden, um die Welt zu retten. (Buch: Upon Further Reflection)

1988  Richard North - Wer bezahlt die Rechnung # Die wirklichen Kosten unseres Wohlstands

1988  André Gorz - Kritik der ökonomischen Vernunft Sinnfragen am Ende der Arbeitsgesellschaft # Auswege aus dem Kapitalismus # Audio.2007 # Autor: "Es handelt sich nicht darum, den aus dem Produktionsprozess Ausgeschlossenenen ein Grundeinkommen zu sichern, sondern um die Beseitigung der Bedingungen, die zu diesem Ausschluss geführt haben."

1989  Gerhard Gundermann - Zukunftsrede 1989 # auf dem DDR-Unterhaltungskünstlerkongreß am 1.3.1989 # Sammelnachruf 1999 # Audio2015 # Autor im Text: "Das diplomatische Ringen um Völkerfrieden disqualifizieren wir zu einer lächerlichen Farce, wenn wir weiter so unsere Rohstoffe verheizen und verfressen, wie wir es jetzt tun. Damit zwingen wir unsere Enkel, sich morgen gegenseitig die Köpfe um die paar verbliebenen Ressourcen einzuschlagen, einfach um überleben zu können." # Musik.1988

1989  Lloyd deMause - Grundlagen der Psychohistorie. Psychohistorische Schriften # Herausgegeben von Aurel Ende.

1989  Willi Köhler - Ratlose Helfer, hilflose Ratgeber (ZEIT) Die Leiden eines Lektors für psychologische Literatur: ein Stoßseufzer # "Die seit längerem zu beobachtende Verhunzung der Psychologie kann einem Lektor, der sich auf seine wissenschaftliche Grundeinstellung immer viel zugute gehalten hat, arg zu schaffen machen. Wohin treibt das alles?" (Autor im Text)

 


 

1990 Jonathan Weiner - Die nächsten hundert Jahre Wie der Treib­haus­effekt unser Leben verändern wird # im Nachwort 1995: "Wenn ich dieses Buch heute revidieren müßte, würde ich Berichte über diese Konferenzen und über die Arbeit des IPCC ...hinzufügen; und ich müßte hier und dort eine Zahl ändern." - "Niemand kann sagen, ob die Menschen­sphäre die Belastung einer Temperaturerhöhung um drei Grad aushalten würde. Aber acht Grad wären vermutlich ebenso verheerend wie sechzehn Grad. ... Natürlich wäre selbst ein Anstieg von eineinhalb Grad nichts Erfreuliches. Er wäre dreimal größer als der Temperaturanstieg, der die Hitzewellen und Dürren der achtziger Jahre erzeugt hat." (S.244)

1990 Hartmut Graßl - Wir Klimamacher Auswege aus dem globalen Treibhaus # Audio2010 # Autor in der Einleitung: "Denn es gibt nur eine einzige Lösung für das Problem: weniger Treibhausgase in die Atmosphäre zu entlassen. Das heißt, weniger fossile Brennstoffe verheizen; die extrem klimaschädlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) verbieten; sparsamere Technologien entwickeln; auf überflüssigen Luxus verzichten; neue, regenerative Energiequellen erschließen; die Landwirtschaft umgestalten und die Bevölkerungsexplosion bremsen. – Titanische Aufgaben stehen bevor."

1990 Murray Bookchin - Die Neugestaltung der Gesellschaft Pfade in eine ökologische Zukunft # Autor am Schluss: "Im tiefstenGrunde ruht jedes revolutionäre Projekt auf der Hoffnung, daß die Menschenein neues Bewußtsein entwickeln werden, wenn sie nur mit durchdachten Ideenund Vorstellungen bekannt gemacht werden, die offensichtlich ihrenBedürfnissen entgegen­kommen, und wenn die objektiven Verhältnisse — Geschichte, Natur, oder beides — sie die Dringlichkeit eines grundlegendengesellschaftlichen Wandels empfinden läßt." (im Schlusskapitel)

1990 Johano Strasser - Leben ohne Utopie? Eine Verteidigungsschrift # Autor im Schlusskapitel: "Das Pathos der Entgrenzung, der Grenzüberschreitung, das so lange die Gemüter der Besten faszinierte, erscheint uns heute vielfach wieder als Hybris und idealistischer Überschwang. Das <Prinzip Verantwortung> (Hans Jonas) stellt sich dem utopischen Drang ins Grenzenlose entgegen. Wir haben nur eine Welt, und wir sind dabei, sie zu zerstören. Wunder sind nicht in Sicht, auch nicht die wunderbare Bekehrung des Menschen. Aber die Zukunft bauen mit dem alten Adam, wie soll das gehen? Kann das <Experiment Glück> unter solchen Bedingungen noch gelingen?"

1991 Carl Amery - Bileams Esel Konservative Aufsätze # "Jahrhundertechristlichen Bemühens um Gewissensbildung haben klargemacht, daß es zwar einirriges Gewissen geben kann, daß jedoch jedes Gewissen der Pflicht unterliegt,sich durch Information zu entwickeln und gegebenenfalls zu modifizieren."(Kapitel 1982, s121)

1991 Rudolf Bahro - Rückkehr Die In-Weltkrise als Ursprung der Weltzerstörung # Autor im Vorwort: "Die Medien sind ein System der Betäubung und Immunisierung von Geist und Seele, Herz und Bauch gegen den Einbruch vielleicht noch lebensrettender Wahrheit. ... Nicht aus der Ökonomie, nicht aus irgendwelchen »Problemen«, die wir uns in einer gottfernen Struktur geschaffen haben, sondern nur aus dem Geist, der zugleich menschheitsimmanent und -transzendent ist, kann, jenseits aller Korrumpiertheit (aufgrund unmittelbarer Bedürftigkeiten), eine Ordnung neu geschaffen werden, mit der es überhaupt eine Zukunft gibt." Audio2008 (Birgit Beuel)

1991 Wolfgang Hildesheimer - Rede an die Jugend Mit einem Postscriptum für die Eltern # Video.1989 # Autor im Nachwort für die Eltern: "Wer nicht die passive Phantasie besitzt, sich die vernichtenden Erdkatastrophen vorzustellen, ist kein Realist. Realistsein ist keine Qualität, sondern Eigenschaft, Sicht und der Zustand, den die Zeit allen euch Eltern gebietet. Zwar wird die Wirklichkeit alsbald auch den hartnäckigsten Verdränger eingeholt haben, selbst wenn er sie bis zu seinem physischen Untergang verleugnet, aber bis dahin bleibt er ein rüstiger wahrnehmungsfremder Verdränger."

1991 Ulrich Horstmann - Ansichten vom großen Umsonst Essays # Audio.1990 # Autor in der Predigt über die Verlorenheit: "Zu dieser Selbsterkenntnis gehört aber auch die Einsicht, daß wir keine Chance hatten." - "Mag sein, daß der Medientropf dieses Mal die meisten ohne klare und andächtige Momente hinüberdämmern läßt."

1991 Arthur Janov - Der neue Urschrei Primärtherapie und Primärtheorie - zwanzig Jahre später # Autor im Vorwort: "Dieses Buch handelt nicht nur von einer Psychotherapie. Es handelt von der conditio humana. ... Wir werden in diesem Buch lernen, warum Gefühle von herausragender Bedeutung sind. Sie beseitigen nicht nur die Symptome, sondern auch den Kampf um symbolische Erfüllung. Das wirkliche Selbst taucht auf, und die Suche nach dem eigenen Ich ist beendet. Das reale Selbst ist innerhalb des Schmerzes gefunden worden. Die Prinzipien, die den Urschmerz und die Primärtherapie betreffen, haben sich in mehr als zwanzig Jahren nicht verändert. Alles andere aber hat sich verändert. Ich denke, der größte Wandel ist die Berechenbarkeit der Behandlung."

1991 Neil Postman - Das Technopol Die Macht der Technologien und die Entmündigung der Gesellschaft # Autor im Vorwort "Kurz, die Technik ist beides — Freund und Feind. Dieses Buch versucht zu beschreiben, wann, wie und warum die Technik zu einem besonders gefährlichen Feind wurde."

1991 Dirk Matzen - Tatort Himmel Der Flugverkehr zerstört die Umwelt # Autor in der Einleitung: "Einige der derzeit bekannten mannigfaltigen Umweltgefahren sollen hier zusammengefaßt werden: Luft- und Lärmbelastung, Energieverschwendung, Bodenvergiftung — und das alles mit der Aussicht, daß sich der Flugverkehr bis zum Jahre 2000 weltweit verdoppeln sowie bis 2010 verdreifachen wird. Auch Umweltgefahren durch Raketen bleiben nicht unbeachtet. Es ist höchste Zeit, daß der derzeit noch anarchisch auswuchernde Flugverkehr an Grenzen stößt, denn: Auch über den Wolken kann die Freiheit nicht grenzenlos sein."

1991 Hubert Weinzierl - Ökologische Offensive. Umweltpolitik in den 90er Jahren # Autor im Vorwort: "Spätestens nach dem Golfkrieg müssen auch bislang Uninteressierte feststellen, daß der Borniertheit zahlreicher Staatslenker nicht immer etwas entgegengesetzt werden kann."

1992 Herbert Gruhl - Himmelfahrt ins Nichts Der geplünderte Planet vor dem Ende # Autor im Vorwort: "Weltverbesserer laufen scharenweise herum. Um aber einige zu finden, die sich damit begnügen, die Welt zu erhalten, muß man lange suchen. Das ist meine Erfahrung aus einem zwanzigjährigen hoffnungslosen Kampf gegen die Gleichgültigkeit. Weder mit Gott noch mit dem Teufel kann man heute den Menschen so viel Angst einjagen, daß sie ihr Leben ändern würden. Dennoch bin ich im siebzigsten Lebensjahr immer noch darauf bedacht, in dieser Zeit der Verwirrung für die angesammelten Erfahrungen nutz­bringende Verwendung zu finden."

1992 Dennis Meadows - Die neuen Grenzen des Wachstums. Beyond the Limits # Die Autoren im Vorwort: "Vor zwei Jahrzehnten haben wir das Buch <Die Grenzen des Wachstums> verfaßt. Es berichtete über die im kommenden Jahrhundert zu erwartenden Folgen der ständigen Zunahme der Weltbevölkerung und der Weltwirtschaft und stellte grundlegend wichtige Fragen: ... Wie könnte man Wirtschaftsformen finden, die sich in die auf unserem Planeten gegebenen Begrenzungen einfügen und dennoch die Lebensgrundlagen für alle Menschen sichern?"

1992 Jared Diamond - Der dritte Schimpanse Evolution und Zukunft des Menschen # Autor im Prolog: "Schon oft wurde der Weltuntergang für den Fall prophezeit, daß wir keine Einsicht zeigten und uns nicht zur Umkehr entschlössen. Neu ist daran heute, daß die Vorhersage aus zwei Gründen wahrscheinlich eintrifft."

1992 Hans Joachim Rieseberg - Arbeit bis zum Untergang Die Geschichte der Naturzerstörung durch Arbeit # Autor im Vorwort: "Der Ausweg kann nur in einer nichttätigen Muße liegen. Auch hier sind die Wege, die Bloch und neuerdings auch wieder Jonas anpeilen, für eine Menschenmasse von fünf bis zehn Milliarden auf diesem Planeten verstellt." Audio1988

1992 Theodore Roszak - Öko-Psychologie. Der entwurzelte Mensch und der Ruf der Erde # Vorwort: "Dies ist ein Versuch über Ökopsychologie. Ich verfolge damit das Ziel, die unserer Kultur seit langem eigene historische Kluft zwischen dem Psychologischen und dem Ökologischen zu überbrücken, zu zeigen, daß die Bedürfnisse des Planeten und des Individuums ein Kontinuum darstellen." Audio2015

1992 Karl Otto Henseling - Ein Planet wird vergiftet. Der Siegeszug der Chemie: Geschichte einer Fehlentwicklung # Autor im Vorwort: "Um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur so weiter­zuentwickeln, daß eine Fortsetzung der kulturellen Evolution des Menschen möglich ist und die Biosphäre in annähernd dem Zustand erhalten werden kann, der sich in dem langen Zeitraum der biologischen Evolution herausgebildet hat, ist es unabweisbar nötig, die gesellschaft­lichen Wertvorstellungen und Praktiken prinzipiell zu überdenken."

1992 Ervin Laszlo - Der Laszlo-Report Wege zum globalen Überleben # Das neue Buch vom Mitglied des Club of Rome # Autor im Vorwort: "Das alte Modell eines westlichen Wohlstandslebens hat ausgedient. Wir brauchen ein neues Modell, dessen Anwendung im Westen genauso sinnvoll ist wie – unter entsprechender Anpassung an die Umstände – in allen übrigen Ländern."

1992  Tobias Breiner - Panokratie. Eine Anwendung der anarchistischen Gesellschaftsvorstellung mit modernen Mitteln.  # detopia-2019: Der Autor hat hohes Wissen auf vielen Gebieten - vom Mainstream bis zum Untergrund. Seine Zeitkritik hat höchstes Niveau (1992!) Die eigentliche Utopie bezieht sich auf den parallelen Neuaufbau, also etwa mit Heimrath 2012 zu vergleichen oder mit bolobolo von Widmer (pm). - Breiner hat schon viele Dinge beschrieben, die noch nicht in den Massenmedien waren, etwa die Bedeutung des Internets.

1993 Gregory Fuller - Das Ende Von der heiteren Hoffnungslosigkeit im Angesicht der ökologischen Katastrophe # Der Herausgeber im Geleitwort: "Angesichts des unabwendbar erscheinenden Unheils hat der Mensch die Wahl zwischen mehreren Reaktionen: Es zu verdrängen, wie die meisten es tun. Depression, Resignation und Trauer zu empfinden über die gewaltigen, aber ungenutzten oder nur zu Zerstörung benutzten Fähigkeiten der Spezies Mensch. Oder aber, wie der Autor dieses Buches, sich angesichts des Endes einer heiteren Gelassenheit zu befleißigen, einer Gelassenheit gepaart mit Solidarität und Liebe zu den nächsten Mitmenschen."

1993 Anton-Andreas Guha - Der Planet schlägt zurück # Ein fiktives Tagebuch aus der Zukunft # Autor im Vorwort: "Die literarische Gattung des Tagebuchs schien mir besonders geeignet, den künftigen Alltag aus der Sicht eines Betroffenen, d.h. Erlebenden, nachzuzeichnen und nachvollziehbar zu machen."

1993 Hans Jonas - Dem bösen Ende näher Gespräche über das Verhältnis des Menschen zur Natur # Wolf Schneider im Vorwort: "Die Chancen des Überlebens sind nicht groß. Verzweiflung, Fatalismus und Aufgeben vor den Aufgaben der Gegenwart und Zukunft stehen für Hans Jonas im direkten Widerspruch zur Ethik der Verantwortung." - "Die Psychologie des Menschen ist noch nicht voll ergründet. Noch wissen wir nicht, welche Ressourcen sich im äußersten Notfall beim Menschen offenbaren werden. Der völlige Verzicht auf jede Hoffnung ist das, was das Unheil nur beschleunigen kann." (Autor am Anfang)

1993 Robert Jungk - Trotzdem Mein Leben für die Zukunft. Autobiografie # Autor am Schluss: "Trotzdem macht mich das alles nicht unglücklich. Meine Lebenslust ist so wach wie eh und je. Ich bin bisher von Depressionen, die so vielen meiner Alters­genossen zu schaffen machen, verschont geblieben. Nur wenn ich an die vielen unschuldigen Opfer der Vergangenheit und der wahrscheinlichen Zukunft denke, packt mich tiefe Trauer, aus der verzweifelte Entschlossenheit wächst. Wer lange lebt, hat oft genug erfahren, daß sich zwar nicht alles, aber doch vieles mit der Zeit zum Besseren wenden kann. Das eigene Ende ist unvermeidlich, aber von jedem kreativen, aktiven Menschen geht ein Anstoß aus, der auf unvorhersehbare Weise in die Zukunft weiter­geleitet wird." Audio2013

1993 Dirk C. Fleck - GO: Die Ökodiktatur Erst die Erde, dann der Mensch # Zukunftsroman und Sachtexte 2006 # Autor im Redetext: "Eine Ökodiktatur, wie ich sie notgedrungen kommen sehe, ist nicht mit herkömmlichen moralischen Maßstäben zu messen. Moral taugt nichts angesichts des kollektiven Untergangs." - "Dann sollten wir jedenfalls so ehrlich sein, unser globales Zerstörungswerk mit Verve zu Ende zu führen und uns nicht mit lächerlichen Reparaturarbeiten begnügen, die sich früher oder später doch nur als Selbstbetrug herausstellen werden."

1994 Carl Amery - Die Botschaft des Jahrtausends Von Leben, Tod und Würde # Autor in der Einleitung: "Keine Zukunftsweissagung, kein Rollenbuch des Schlimmstfalles vermag unwiderleglich festzu­stellen, daß alle Steine des großen Menschheitsspiels eingesammelt sind und nichts, wahrhaftig nichts mehr geht. ... Es ist für uns schlechterdings nicht voraussehbar, welcher Zukunft wir den Schmerz der Genauigkeit schulden. Denn es ist wiederum unvorstellbar, wie die Menschen, die unsere Genauigkeit benötigen könnten, unsere Jahrtausendkrise durchlebt und überstanden haben werden. Wenn es auch nur die geringste Möglichkeit gibt, daß unser geringster Gedanke zu solchem Überleben beiträgt, ist der Ausweg der Resignation untersagt — selbst bei edelsten Begleitgefühlen."

1994 Horst Hiller - Der gequälte Planet Bestandsaufnahme eines Wissenschaftlers # Autor im Vorwort: "Wir müssen uns fragen, ob in absehbarer Zeit die Schädigung des Planeten nicht in seine Vernichtung übergehen könnte, ob also intelligentes Leben überhaupt noch Zukunft hat." - "Wir wissen nicht, was in den kommenden Jahrzehnten auf uns zukommt. Niemand vermag zu sagen, wie der Planet um 2050 oder 2100 aussehen wird. Wir sollten aber sehr beunruhigt sein."

1994 Günter Rohrmoser - Der Ernstfall. Die Krise unserer liberalen Republik # Autor im Vorwort: "Die tragenden Themen sind der Untergang des Sozialismus, seine Gründe und Ursachen, seine Folgen für den Marxismus im ganzen, die Grenzen des Liberalismus, die Krise der Politik, des Rechts- und Sozialstaates, der Erziehung, die Folgen der Kulturrevolution, die nationale Frage, die philosophischen Aspekte der Ökologie, der Wertezerfall, die Agonie des Christentums und die Fragen, die das mögliche Ende der Geschichte aufwerfen."

1994 Peter Kafka - Gegen den Untergang Schöpfungsprinzip und globale Beschleunigungskrise # Autor im Vorwort: "Wenn wir dann erkannt haben, wie die drohende Naturkatastrophe in der Natur des menschlichen Geistes organisiert wird und welche Rolle dabei dem einzelnen Ich zukommt, wird uns plötzlich der Sinn der Worte Hoffnung und Verantwortung wieder einleuchten: Wir können und dürfen mithelfen, in der menschlichen Gesellschaft jene Voraussetzungen zu schaffen, unter denen in unserer Krise die Entscheidung gegen den Untergang fällt."

1994 Irenäus Eibl-Eibesfeldt - Wider die Mißtrauensgesellschaft Streitschrift für eine bessere Zukunft # Autor im Vorwort: "Expertenrunden diskutieren im Fernsehen Immigrationsproblematik, Bevölkerungs­explosion, Ausländer­feind­lichkeit und die Zunahme der kollektiven Gewalt. Aber meist bleibt es bei moralisierenden Bekenntnis­übungen und hilflosen Appellen nach dem Muster "Wir müssen....", "Seid lieb zueinander....". Selten, daß einer zu all diesen Lebenserscheinungen die Lehre vom Leben, die Biologie, befragt. Im Gegenteil! Die Ergebnisse der Biologie werden oft als "Biologismus" oder in der kreativen Steigerung "dumpfer Biologismus" abgewertet." Audio1970

1994 Gottfried Zirnstein - Ökologie und Umwelt in der Geschichte Herausgeber im Vorwort: "Auffallend ist, daß bei vielen Studenten, aber auch manchen Dozenten, die Vorstellung herrscht, Umwelt­probleme seien nach Art und Ausmaß relativ neuen Datums. Dies ist natürlich keineswegs der Fall, und die Art und Weise, wie mit Umweltproblemen früher umgegangen wurde, gibt auch Hinweise darauf, wie man mit ihnen heute umgehen kann. Die am Schluß dieses Bandes stehende Zeittafel zeigt auch dem flüchtigen Leser in augenfälliger Weise die historische Dimension des Problemkomplexes. Vor diesem Hintergrund faßte ich den Gedanken, den Autor einer Geschichte der Umwelt­wissenschaften ausfindig zu machen, die etwa bis zur Publikation (1962) von <Silent Spring> reichen würde, also bis zu dem Punkt, an dem der moderne Diskussions­kontext seinen Ausgang nimmt."

1994 Rolf Schwendter - Utopie: Überlegungen zu einem zeitlosen Begriff.  Autor am Anfang: "Als erster utopischer Staatsroman des Altertums wird im allgemeinen der <Sonnenstaat> des Iambulos angenommen. Was nicht bedeutet, daß es keine anderen gegeben haben kann — auch wissen wir nicht, was alles in der Bibliothek von Alexandria, zum Beispiel, verbrannt worden ist. Nur kurz streife ich das Mittelalter, das zwar an utopischen Quellen reich, indes an utopischen Schriften im heutigen Sinne des Wortes jedoch arm ist. Erstere manifestieren sich vor allem in Märchen (Schlaraffenland), in Mythen (Barbarossa, der aus dem Inneren des Berges Kyffhäuser zurückkehren wird), in Vorstellungen unentdeckter Länder und »guter (imaginärer) Kaiser« (das Goldland »Eldorado« und der Kaiser Johannes), in den Normen religiöser Subkulturen (Albigenser) und gerechtigkeits­orientierter Sozialrebellen."

 

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1990 Rudolf Bahro - Aktuelles Nachwort zur 'Alternative' (1977)

1990 Alexander Solschenizyn - Russlands Weg aus der Krise Ein Manifest, Wie wir Russland einrichten / umgestalten

1990 Theo Löbsack - Unterm Smoking das Bärenfell # Was aus der Urzeit noch in uns steckt # Eine kultursoziologische Untersuchung

1990 Petra Kelly - Mit dem Herzen denken # Texte für eine glaubwürdige Politik. Aufsatzsammlung # Audio2012

1991 Hans-Joachim Maaz - Das gestürzte Volk # Die verunglückte Einheit # Audio2002

1992 Rolf Schneider - Volk ohne Trauer # Notizen nach dem Untergang der DDR # Audio2017

1992 Jens Reich - Abschied von den Lebenslügen Die Intelligenz und die Macht # in der Einleitung: "Der Exitus des bürokratischen Kommandosystems in Osteuropa, das den "Decknamen" Sozialismus führte, hinterläßt viele Enttäuschte und Deprimierte. Unter ihnen ist auch eine soziale Schicht, die es in dieser Ausprägung nur im Ostblock gab: die Intelligenz."

1992 Neil Postman - Wir informieren uns zu Tode # Artikel in ZEIT # Die neuartige Tyrannei durch Information

1992 Herbert Gruhl - Letzter Spiegelartikel # Die Menschheit ist am Ende # Der-Spiegel 13 am 23.03.1992

1994 Gregory Fuller - Endzeitstimmung. Düstere Bilder in goldener Zeit (Kunstbuch)

 


 

1995 Christian von Ditfurth - Wachstumswahn Wir wir uns selbst vernichten # Im Prolog: "In der Tat, der Verfall der auf Druck­erzeugnissen beruhenden Kultur und der Siegeszug der Mattscheibe lassen uns in einer Bilderflut ertrinken, die uns von Minute zu Minute dümmer werden läßt. Zum einen, weil das Bilderrauschen in unserem Gedächtnis strukturierte Informationen nicht hinterläßt. Zum anderen, weil sich die Darstellung komplexer Zusammenhänge dem Medium Fernsehen grundsätzlich entzieht." - "Wenn jemand nach einem wirklichen Teufelskreis suchen sollte, hier ist er." (Kap. 13) Audio2013

1995 Richard Leakey - Die sechste Auslöschung Lebensvielfalt und die Zukunft der Menschheit # im Kapitel 13: "Diese Weltuntergangsprophezeiungen werden natürlich nicht überall anerkannt — vor allem nicht von Julian Simon. In der Diskussion mit Myers sagte er etwas, das als eine der gewagtesten und optimistischsten Voraussagen aller Zeiten gelten muß: <Wir haben heute die technischen Möglichkeiten ..., um in den kommenden sieben Milliarden Jahren eine stetig wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, zu kleiden und mit Energie zu versorgen.> Eines der beiden Szenarien — der unmittelbar drohende Weltuntergang oder das eigentlich unbegrenzt mögliche Bevölkerungs­wachstum — muß falsch sein."

1995 Hans-Peter Dürr - Die Zukunft ist ein unbetretener Pfad Bedeutung und Gestaltung eines ökologischen Lebensstils # Die 1,5-Kilowatt-Gesellschaft # im Vorwort: "Eigenartigerweise schauen wir dem so empfundenen Niedergang fast ratlos zu und übersehen, welch große Vorteile sogar ein konsequenter Alleingang eines (vorzugsweise wirtschaftlich starken) Landes wie der Bundesrepublik haben könnte: Mit so gutem Beispiel vorangehend, könnte ein weltweiter Lawineneffekt entstehen, dem andere Staaten bald in ihrer eigenen Weise nachfolgen würden, denn die Sogwirkung ist garantiert."

1995 Horst Stowasser - Freiheit pur Die Idee der Anarchie: Geschichte und Zukunft # im Vorwort: "Die wenigsten Menschen sind aufgrund analytischer Überlegung oder durch philosophische Denkübungen zu dem Wunsch nach einer herrschaftsfreien Gesellschaft gelangt." - "Wir waren ja von der Frage ausgegangen, ob die Ziele einer libertären Gesellschaft im populären Sinne des Wortes ›utopisch‹, also unrealistisch sind. Da letztlich alles auf die Frage anderer Grundwerte hinausläuft, muß man sich fragen, ob nicht genau dieser Ethikwandel utopisch ist?" (Kapitel Utopie)

1996 Rolf Henrich - Gewalt und Form in einer vulkanischen Welt # Aufsätze ab 1991 # Audio2009 # Autor im Vorwort: "Der sich darin offenbarenden Dekadenz des Politischen kann man nicht mehr mit Ideen oder moralischen Appellen beikommen. Man muß stattdessen die Fragestellung radikalisieren, damit die ganze Verantwortungs­losigkeit der politischen Klasse deutlich wird. Zu fragen ist: Gibt es für Deutschland einen kürzeren Weg in den Ausnahmezustand als den über die Fortsetzung der Nulldiät des Politischen, wie sie diesem Land seit Jahren verabreicht wird? Sie haben richtig gelesen: Wir steuern auf den Ausnahmezustand zu!"

1996 Theo Colborn - Die bedrohte Zukunft # Our Stolen Future # Chemie-Hormone und Intelligenz # Al Gore im Vorwort: "<Die bedrohte Zukunft> bietet eine lebendige, gut lesbare Darstellung der wissenschaftlichen Bemühungen zur Klärung der Frage, wie zahllose vom Menschen geschaffene Chemikalien das empfindliche Gleichgewicht der Hormone stören können, das bei vielen Prozessen eine zentrale Rolle spielt — angefangen von der Sexualität über die Entwicklung von Verhalten und Intelligenz bis hin zur Funktion des Immunsystems."

1997 Sven Sohr - Ökologisches Gewissen # Die Zukunft der Erde aus der Perspektive von Kindern, Jugendlichen und anderen Experten # Autor in der Einleitung: "Der Vermutung der <Öko-Optimisten>, daß apokalyptische Visionen ein "Privileg" hohen Alters seien, kann ein Essay des Philosophen Gregory Fuller, der 1948 in Chicago geboren wurde, entgegengestellt werden — Titel: <Das Ende> (1996). Fuller vertritt die Auffassung, daß die Menschheit unaufhaltsam einer selbst­verschuldeten Katastrophe entgegen treibe und dabei die Umwelt ohne Rücksicht auf das Wohlergehen kommender Generationen in einem Maße zerstöre, das nicht mehr rückgängig zu machen sei. Im Zentrum des Buches steht die Frage nach der psychischen Gestimmtheit im Angesicht des kollektiven Untergangs."

1997 Klaus Hasselmann - Die Launen der Medien # Eine Antwort auf die Kritik an der Klimaforschung # web: 1. August 1997, DIE ZEIT, 32/1997 # Autor im Text: "Dirk Maxeiners Artikel ließe sich, wie andere Beiträge dieses Genres, als journalistische Unterhaltung zum Klimaproblem abtun. Was aber den Experten belustigt, könnte den Laien verunsichern, und weil das Klimaproblem zu ernst ist, versuche ich nun doch, Maxeiners Cocktail aus richtigen und falschen Fakten und unlogischer Argumentation zu entsorgen."

1997 Arno Gruen - Der Verlust des Mitgefühls # Über die Politik der Gleichgültigkeit # Audio.2014 # Autor im Vorwort: "Die Frage nach dem Mitgefühl des Menschen ist die Frage nach seinem Menschsein, seiner Identität. Es ist zugleich die Frage, mit wieviel Schaden an Körper und Seele er noch an seinem Menschsein festhalten kann. Auschwitz ist ein mahnendes Beispiel dafür, wozu Menschsein ohne Mitgefühl entarten kann."

1997 Hans See - Sozialökologische oder kriminelle Ökonomie? # Vortrag für <BBC>, Business Crime Control # Autor im Text: "Theoretisch könnte und müßte eigentlich jeder wissen, daß die Freiheiten, die wir heute in vielen Industriegesellschaften genießen, Wahl-, Versammlungs-, Redefreiheit, Arbeits- und Sozialrechte, Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltschutz von der Arbeiterbewegung, von Bürger­initiativen und Menschenrechtlern — im Regelfall gegen den Widerstand der Unternehmer — erkämpft wurden und immer wieder neu verteidigt werden müssen."

1997 Richard Saage - Utopieforschung. Eine Bilanz # Autor: "Wer heute über politische Utopien redet, muß wissen, daß es keinen Konsens darüber gibt, was man unter diesem Begriff zu verstehen hat. Exemplarisch läßt sich dieses Dilemma in den Sozialwissenschaften aufzeigen. ... Die intentionale Konzeption geht in ihren Ursprüngen auf Gustav Landauer zurück. In seiner 1907 erschienenen Studie <Die Revolution> interpretierte er die Utopie als den entscheidenden sozialen Sprengsatz der revolutionären Umbrüche in Europa seit dem 16. Jahrhundert."

1998 Johan Galtung - Die andere Globalisierung Perspektiven für eine zivilisierte Weltgesellschaft im 21. Jahrhundert # Autor im Vorwort: "Ich bin seit 1958, also seit 40 Jahren, aktiv als Friedens- und Konfliktarbeiter tätig. Für mich war und ist dies keine Nebenbeschäftigung, sondern meine Haupttätigkeit."- "Der eigentliche Zweck der Friedensforschung ist natürlich nicht die Forschung, sondern der Frieden." # Audio.2011

1998 Allen Hammond - Projekt Erde 2050 # Szenarien für die Zukunft # Which World - Scenarios for the 21st Century # Der Autor im Vorwort: "Aber auch unbewußt treffen wir Entscheidungen und gestalten damit unsere Zukunft. Es ist, als rasten wir förmlich in die Zukunft, auf schlechter Fahrbahn, ohne Scheinwerfer — riskieren wir den Zusammenprall mit einem unerwarteten Hindernis oder gar den Sturz in den Abgrund? - Könnten bessere Scheinwerfer, neue Einblicke in künftige Entwicklungen, einen Kurswechsel bringen, um sich abzeichnenden Problemen vorzubeugen und kommenden Generationen eine bessere Zukunft zu sichern?"

1998 Christoph Lauterburg - Fünf nach Zwölf # Der globale Crash und die Zukunft des Lebens # Autor im Vorwort: "Ich spreche nicht vom Weltuntergang. Es wäre vermessen, zu glauben, der Mensch sei in der Lage, die Welt untergehen zu lassen. Im Gegenteil: Der Mensch wird es nicht einmal schaffen, die Erde untergehen zu lassen." - "Man muß sich um das Thema Crash nicht schamhaft herumdrücken, nur weil es von der Gesellschaft tabuisiert wird. Wer der Realität ins Auge blickt, kann letztlich besser mit ihr umgehen. Nicht das, was uns bevorsteht, sondern unsere Einstellung dazu entscheidet darüber, wie wir uns verhalten. Am schönsten hat es immer noch Martin Luther ausgedrückt: <Und wenn ich wüßte, daß morgen die Welt unterginge, so würde ich doch heute mein Apfelbäumchen pflanzen.>"

1998 Ulrich Grober - Ausstieg in die Zukunft Reise zu Ökosiedlungen, Energie-Werkstätten und Denkfabriken # Audio2010 # Autor am Anfang: "Es gibt sie in ganz Deutschland, wenn auch verstreut, manchmal von außen kaum wahrnehmbar, oft noch in der Pilotphase: Ökodörfer, alternative Betriebs­gemeinschaften, Energie-Initiativen und kommun­itäre Siedlungen. Die Projekte haben unterschiedliche geistige Wurzeln und überwölbende Ideen. Sie sind verschiedenartig organisiert und arbeiten auf verschiedenen Feldern. Auch ihre Chancen, ihre Erfolge und Irrwege haben jeweils eigene Prägungen. Manchmal herrscht der soziale Gedanke vor, manchmal der ökologische." Audio.2016

1999 General Lee Butler - Mein Sinneswandel vom US-Atomwaffenchef zum Atompazifisten Rede 1999 # Der Autor im Redetext: "Ich möchte versuchen, Ihnen in aller Kürze ein Gefühl dafür zu vermitteln, was es bedeutet, Oberbefehlshaber der Nuklearstreitkräfte zu sein — Oberbefehlshaber der land- und seegestützten Raketen und Flugzeuge, die die Kernsprengköpfe über große Entfernungen zum Einsatzziel tragen." - "Wir sind im Kalten Krieg dem atomaren Holocaust nur durch eine Mischung von Sachverstand, Glück und göttlicher Fügung entgangen — und ich befürchte, das letztere hatte den größten Anteil daran."

1999 Robert Kurz - Schwarzbuch des Kapitalismus Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft # Autor im Prolog: "Die Hoffnung wird irre, weil sie keine Alternative mehr denken kann. Sogar der gemäßigte Reformismus bricht zusammen. Der Kapitalismus ist von der Kette und zeigt ein Gesicht, das ihm so bösartig viele nicht mehr zugetraut hätten. Eine wüste Konzeptheckerei hat begonnen, die mit einem absurden Billigvorschlag nach dem andern aufwartet, um die schier unaufhaltsame sozialökonomische Krise auf dem Boden der "alternativlosen" Marktwirtschaft zu bannen. Die Selbstzensur des kapitalistischen Menschen, die wirksamer ist als jede Polizeibehörde, hat zum Ende des kritischen Denkens geführt. Nicht einmal die Subkultur ist mehr oppositionell. Um eine neue, andere Alternative wieder denken zu können, muß zuerst die Geschichte rehabilitiert werden."

1999 John Brandenburg - Wie der Erde die Luft ausgeht Das Ende unseres blauen Planeten # Autor im Vorwort: "Während dieses Buch entstand, schickte der weise und ehrwürdige Rat der Amerikanischen Geophysik­alischen Gesellschaft, AGU (American Geophysical Union), nach einjähriger Überprüfung der einschlägigen wissen­schaft­lichen Studien seine 35.000 Mitglieder in den Kampf. Als eine der größten Vereinigungen von Wissen­schaftlern aus Raumforschung und Geowissenschaften hat der Rat der AGU mit 26 zu 0 Stimmen eine Erklärung verabschiedet, wonach der derzeitige Umgang der Menschheit mit ihrem Planeten nicht länger tragbar ist. Hier ein Auszug." - Autorin im Vorwort: "Ich löse den Alarm aus."

 

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1995 wikipedia Christopher_Lasch (1932-1994) Die blinde Elite. Macht ohne Verantwortung

1996 Dirk Maxeiner und Michael Miersch - Öko-Optimismus # Audio.2007 # Autoren im Vorwort: "Doch alle sozialen Reformen der Geschichte, jeder politischer Fortschritt, jede technische Verbesserung wurden von Menschen verwirklicht, die an die Zukunft glaubten. Wer die Apokalypse erwartet, verändert die Welt nicht. Pessimismus, Dogmatismus und Fundamentalismus haben der Umwelt­bewegung ihre Dynamik genommen. Viele stecken in einem düsteren Gedanken­gefängnis, in das sie sich selbst eingesperrt haben. Es ist Zeit auszubrechen und die besseren Argumente neu zu erringen. Dafür müssen verhärtete Vorurteile, Denkverbote und Tabus geknackt werden. »Der einzige Weg der Natur beizustehen, liegt darin, ihr scheinbares Gegenteil zu entfesseln, das unabhängige Denken,« schrieb Max Horkheimer. Ökologische Untergangsszenarien stimmen immer weniger mit den Fakten überein. Stück für Stück demontiert die Wirklichkeit die Kata­strophen-Prognosen der Vergangenheit. Die Dynamik des Ökosystems Erde ist nicht nur komplexer, sondern offensichtlich auch stabiler als vielfach angenommen. Hinzu kommen die Erfolge praktischen Umwelt- und Naturschutzes: Manche Flüsse, Wälder und Tierarten erholen sich in einem geradezu atemberaubenden Tempo."

1997 Matthias Horx - Das Zukunftsmanifest. Wie wir uns auf das 21. Jahrhundert vorbereiten können. # 2007: Anleitung zum Zukunftsoptimismus. Warum die Welt nicht schlechter wird.

1997 Rainer Eppelmann - Nur mit Wahrheit wird Zukunft und vielleicht auch Versöhnung möglich # Eppelmann im Vorwort: "Ich hoffe, daß dieses Buch einen wirksamen Beitrag dazu leistet, allen Versuchen, die schlimme Vergangenheit zu vergessen, zu verdrängen oder zu verharmlosen, einen Riegel vorzuschieben. Es geht hier nicht um Fixierung auf die Vergangenheit, das Erzählen von Heldengeschichten oder die Erinnerungsseligkeit älter werdender Kampfgefährten aus der Bürgerrechtsbewegung. Dieses Buch ist notwendig, um der historischen Wahrheit den Weg freizuhalten."

1997 Christopher Williams - Endstation Gehirn Die Bedrohung der menschlichen Intelligenz durch die Vergiftung der Umwelt # Terminus Brain # Eine Studie im Auftrag der WHO.

1997 Roman Herzog - Ruck Rede Berlin Adlon Hotel

1998 Die Reste unserer Zivilisation werden den Archäologen der Zukunft Rätsel aufgeben Artikel am 30.12.1998 in DIE ZEIT # Von Klaus Jacob im Text: "Mit Sicherheit wird sich die Menschheitsgeschichte in groben Zügen rekonstruieren lassen. Schließlich haben heutige Archäologen auch das Leben der Römer erkundet. Zu den Allerwelts-Artefakten, die künftige Wissenschaftler aus der Erde kratzen, werden Glasscherben gehören. Denn Glas ist robust genug, um einige Jahrtausende zu überstehen. Die vielen Scherben könnten unserer Epoche den Namen geben. Nach Steinzeit, Bronze- und Eisenzeit würde dann im 20. Jahrhundert die Glaszeit folgen."

1998 Jochen Kirchhoff - Was die Erde will - Mensch, Kosmos, Tiefenökologie - Lübbe mit 432 Seiten: d-nb.info/954759850 - Drachen-V 296 S.: d-nb.info/993548954

1999 Dietrich Schwanitz - Bildung: Alles, was man wissen muss # Autor auf Seite 444: "Der Marxismus enthält eine Theorie über das Bewußtsein seines Gegners: Es ist notwendig falsch, weil seine Klassenlage ihn dazu konditioniert, als Kapitalist zu denken. Bewußtsein ist also nur Maskierung von Interessen. Das ist auch beim Marxisten so, aber sein Interesse ist identisch mit dem der Menschheit selbst. Deshalb ist sein Bewußtsein das richtige."

1999 Hartmut Graßl - Wetterwende Vision: Globaler Klimaschutz # im Vorwort: "In diesem Buch versuche ich Antworten zu geben, die immer dann persönlich gefärbt sind, wenn es um die Wege zum Ziel geht. Der Leser möge mir zur konkreten Utopie folgen: Nachhaltige Entwicklung setzt Klimaschutz voraus. Und dieser Weg führt uns in das zweite solare Zeitalter."

1999 Carl Amery - Erleben wir Wirklichkeit SPIEGEL 8.3.1999.

 


 

2000 Lloyd deMause - Was ist Psychohistorie? Eine Grundlegung # Im Geleitwort: "Mit dem vorliegenden Buch wird Lloyd deMause' grundlegendes theoretisches Werk zum Verständnis der psychologischen Motive im geschichtlichen Prozeß erstmals in seiner Gesamtheit einer deutschsprachigen Leserschaft zugänglich gemacht."

2000 Rolf Kreibich - Von der Utopie zur realen Vision Nachhaltige Entwicklung in der Zeit des globalen Kapitalismus, <Forderung nach der konkreten Utopie> # Audio2013 # Autor im Text: "Wir haben am IZT Berlin die wichtigsten Weltentwicklungsprognosen und Simulations­modelle der führenden Zukunfts­forschungs­institute ausgewertet und festgestellt, daß sie in einer zentralen Aussage gut übereinstimmen: Wenn es zu keiner durchgreifenden Umsteuerung kommt, dann liegt die Selbstzerstörung der Menschheit in diesem Jahrhundert bei einer Wahrscheinlichkeit von über 90 %."

2000 Klaus Podak, Schellnhuber, Postman, Fukuyama, Meadows, u.a. - Die Gegenwart der Zukunft # Die Serie der Süddeutschen Zeitung über unsere Welt im neuen Jahrhundert # Podak im Vorwort: "In diesem Buch sind Rückblicke und Prognosen zu lesen. Warum sollen wir uns aber diesen manchmal phantastischen, oft bitteren, selten völlig hoffnungsfrohen Extrapolationen aussetzen?"

2000 Horst-Eberhard Richter - Wanderer zwischen den Fronten Autobiografie, Gedanken und Erinnerungen # Audio2011 # im Vorspann: "Aber keine Angst, die nachfolgenden Notizen enthalten zwar auch Versuche des Autors, in der eigenen Lebensgeschichte den geistigen Wandel der Zeit zu erfassen, aber im Vordergrund steht die sehr persönliche Erzählung einer schlichten, manchmal mühseligen, überwiegend jedoch zuversichtlichen Wanderung eines Engagierten zwischen gesellschaftlichen Fronten."

2000 Hans Widmer - P.M.s Subcoma - Nachhaltig vorsorgen für das Leben nach der Wirtschaft.

2002 Marko Ferst - Wege zur ökologischen Zeitenwende. Reformalternativen und Visionen für ein zukunftsfähiges Kultursystem  # im Vorwort: "Wir brauchen heute an den verschiedensten Orten Menschen, die sichaus den vorgegebenen Strukturen lösen und eine universale Verantwortlichkeitfür eine Politik der ökologischen Zeitenwende, für einen ethisch-geistigen Paradigmenwechsel kenntlich symbolisieren. ... Nur die Datenlage ist doch immerhin so klar, daß der von verschiedenen Seiten offerierte <Ökooptimismus> und das Zelebrieren von <Ökoirrtümern> zum erheblichen Teil nichts anderes ist, als skrupellose Schönfärberei oder wenn man es moderater ausdrücken will: postmoderner Schabernack."

2002 Lloyd deMause - Das emotionale Leben der Nationen 30 Jahre Psychohistorie # im Vorwort: "Einiges in diesem Buch wühlt auf und ist trotz der zahlreichen historischen, anthropologischen, klinischen und neurobiologischen Beweise, die ich anführe, schwer zu glauben. Gezeigt werden soll damit, warum die bisherige Geschichte eine Schlachtbank war; warum sozialen Veränderungen stets ein Wandel in der Kindererziehung vorausgeht; wo wir heute in der Evolution der menschlichen Natur stehen; und was wir tun können, um das Leben von Kindern zu verbessern und eine friedlichere, auf Vertrauen gegründete Welt zu schaffen." - Am Buchende: "Nur wenn wir jetzt ein gewaltiges weltweites Programm zur Beendigung von Kindervernachlässigung und -missbrauch starten und unsere kostbaren Kinder mit Respekt aufziehen, können wir den vermutlich eintretenden globalen Holocaust vermeiden."

2002 Edward O. Wilson - Die Zukunft des Lebens # The Future of Life # Autor auf Seite 101: "Versuchen wir, uns die natürliche Umwelt vorzustellen, so wie sie in hundert Jahren aussehen dürfte, wenn sich die gegenwärtigen ökologischen Entwicklungen unverändert fortsetzen." - "Möglicherweise war die Intelligenz in der falschen Spezies von vornherein eine tödliche Kombination für die Biosphäre. Vielleicht ist es ein Gesetz der Evolution, daß Intelligenz sich selbst auslöscht." (E.O. Wilson in: <Is humanity suicidal?>, New York Times Magazine, 30. Mai 1993, S. 26.)

2003 Theodore Roszak - Alarmstufe Rot Amerikas Wildwest-Kapitalismus bedroht die Welt # Autor im Vorwort: "Wenn die Triumphalisten ihre Ziele verwirklichen könnten, läge die Verantwortung für unsere Gesellschaft bald vollständig bei den Lenkern der Konzern-Ökonomie."

2004 Dennis Meadows - Grenzen des Wachstums: Das 30-Jahre-Update # Signal zum Kurswechsel # Autor im Interview 2011: "Zum ersten Mal kam ich vor 40 Jahren nach Berlin, 1972. Und damals habe ich Aussagen über die Zukunft gemacht, die keiner geglaubt hat. Jetzt, 40 Jahre später, sagen sie (die Politiker): "Oh, Sie hatten ja Recht vor 40 Jahren", aber jetzt glauben sie wieder nicht, was ich sage. Da ich ein berühmter und angesehener Mann bin, waren sie sehr höflich, aber ich glaube nicht, dass ich großen Einfluss auf ihr Handeln habe."

2004 Günter Kunert - Die Botschaft des Hotelzimmers an den Gast Notizen zur Zeit # im Epilog: "Wenn man an einen Gott der Vernichtung glauben wollte: Hinter den Kulissen zieht einer unsichtbar die gesellschaftspolitischen Fäden, uns von unseren wahren Interessen abzulenken, welche darin bestehen, mit allen Mitteln uns die Umwelt zu erhalten." Audio2015

2004 Ludger Lütkehaus - Reklame: Die Pest der Kommerzgesellschaft Pamphlet # im Text: "Früher, in den Zeiten, als es noch um die Wahrheit ging, hätten wir gesagt: Das Gegenteil der Wahrheit ist, abgesehen vom Schein, die Lüge. Heute sagen wir: das Gegenteil von Wahrheit ist die Reklame. Nicht im Sinn einer bewußten Täuschung. Gott bewahre, alle wissen ja, was gespielt wird, sondern in dem Sinn, daß der Reklame die Wahrheit gleichgültig ist, völlig gleichgültig."

 

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2002 Guntolf Herzberg - Rudolf-Bahro-Biografie Vorwort: "Rudolf Bahro ist ein bedeutender Denker... Daß er umstritten war und ist, gehört gerade zu den Merkmalen tiefgründigen und authentischen Denkens."

2002 Vollnhals - Der Schein der Normalität Alltag und Herrschaft in der SED-Diktatur # Zeitzeugenberichte # mit Dr. Edmund Käbisch

2002 Erich Fromm als Vordenker <Haben oder Sein> im Zeitalter der ökologischen Krise # Sammelband # R. Funk in seinem Beitrag: "Sämtliche helfenden, pflegenden, heilenden, beratenden, verwaltenden Berufe sprechen inzwischen von Kunden, von Produkten, von Effektivität, Effizienz und Qualitätssicherung – begreifen also ihr Tun und ihr Leistungsangebot als Waren, die es zu verkaufen gilt. Zweifellos ist diese fundamentale Veränderung in allen Lebensbereichen nur möglich, wenn viele Menschen eine tiefe leiden­schaftliche Strebung entwickelt haben, die das Vermarkten und die Verkaufsstrategie als eine ganz wichtige Charakter­orientierung verinnerlicht haben und deshalb in all ihren Lebensäußerungen danach streben, ihre Produkte und sich selbst gut zu verkaufen."

2003 Wolfgang Siegel - Tut mein Therapeut mir gut? Das Begleitbuch für die Psychotherapie # Einleitung: "Es kann heutzutage nicht mehr bezweifelt werden, dass ein gutes psychotherapeutisches Vorgehen sehr wirksam seelische Nöte auflösen kann und darüber hinaus auch viele körperliche Beeinträchtigungen erfolgreich behandeln oder zumindest mitbehandeln kann. Aber eine Psychotherapie stellt kein Patentrezept dar, sie hat gewisse Risiken und Nebenwirkungen, und auch die Psychotherapeuten sind nicht perfekt; ... Wenn Patienten sich ihrer eigenen Einflussmöglichkeiten auf den Therapieerfolg bewusst sind und sich auch mit den Schwächen von Therapeuten etwas auskennen, können sie die Psychotherapie optimal für sich nutzen."

2003 Michael Gorbatschow - Mein Manifest für die Erde # Präsident: Internationales Grünes Kreuz - Green Cross International # Im Klappentext: "Seit mehr als einem Jahrzehnt widmet er sein Engagement dem Schutz der Erde. Er gründete die Organisation "Green Cross International", die sich in über 30 Ländern für Frieden, Umwelt und Gerechtigkeit einsetzt. In seinem Buch fordert er die Stärkung der UNO und Reformen von Weltbank, Welthandels­organisation und dem IWF. Neben die Menschenrechts-Deklaration und die UN-Charta setzt er eine ökologisch ausgerichtete "Erd-Charta". Denn die Umweltpolitik wird in Zukunft der wichtigste Teil der Weltpolitik sein."

2003 Anne Applebaum - Eine Geschichte des Gulags Die Straf- und Arbeitslager in Sowjetrussland # Einführung: "Der Gulag hat seine Vorläufer im zaristischen Russland, in den Zwangsarbeitertrupps, die seit dem siebzehnten bis zum frühen zwanzigsten Jahrhundert in Sibirien schuften mussten. Seine heute bekannte Form nahm er im unmittelbaren Gefolge der russischen Revolution an. Bald wurde er zum festen Bestandteil des Sowjetsystems. Massenterror gegen wirkliche und vermeintliche Feinde gehörte von Anfang an zur Revolution. Schon im Sommer 1918 forderte ihr Führer Lenin, »unzuverlässige Elemente« in Konzentrationslagern außerhalb der Städte zu internieren. Prompt wurden Adlige, Kaufleute und andere Personen festgesetzt, die man als potenzielle Feinde ansah. 1921 gab es bereits 48 Lager in 43 Gouvernements, die angeblich der »Rehabilitierung« dieser ersten »Volksfeinde« dienen sollten." Audio2014

 


 

2005 Tim Flannery - Wir Wettermacher Wie die Menschen das Klima verändern und was das für unser Leben auf der Erde bedeutet # Audio2015 # Prof. Drenckhahn im Geleitwort: "Es ist Tim Flannery auf eindrucksvolle und spannende Weise gelungen, die wissenschaftlich komplexen Grundlagen dieses gefährlichen Klimawandels und die daraus abgeleiteten Folgerungen für das Leben auf der Erde allgemein verständlich und fundiert darzustellen." - "Wenn wir in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts so weitermachen wie bisher, wird – meiner Über­zeugung nach – der Zusammen­bruch der Zivilisation aufgrund des Klima­wandels unausweichlich." (S.238)

2005 Hans Boes - Kommt das Jahrhundert der Jahrhundertkatastrophen? Klimatrends und Klimafolgen # Autor im Text: "Wenn wir innerhalb der nächsten 10-15 Jahre nicht schnell in eine regenerative Wirtschaft umsteuern, wird unser Jahrhundert wahrscheinlich als das "Jahrhundert der Jahrhundertkatastrophen" in die Geschichte eingehen."

2005 Johano Strasser - Utopie und Freiheit # Über die Notwendigkeit, ins Offene zu denken # Essay # Autor im Text: "So wie in vielen der klassischen Utopien ein Melancholieverbot galt, gilt in unserer sich pragmatisch verstehenden Gegenwart bei allem oktroyierten Optimismus eine Art konventionell verbürgtes Utopieverbot."

2006 George Monbiot - Hitze # Wie wir verhindern, dass sich die Erde weiter aufheizt und unbewohnbar wird # Audio.2006 # Autor im Schlusskapitel: "Aber einen Teil der Verantwortung trägt meines Erachtens auch das Machtinstrument Internet. Natürlich ist es ungeheuer nützlich für den Informations­austausch, hilft uns bei der Suche nach den nötigen Fakten, warnt uns vor drohenden Gefahren und dergleichen mehr. Aber es erzeugt auch den falschen Eindruck von Aktivität. Es erlaubt uns die Illusion, dass wir die Welt verändern können, ohne von unseren Stühlen aufzustehen."

2006 Lester Brown - Plan B 2.0 Mobilmachung zur Rettung der Zivilisation # Autor im Vorwort: "Es gab viele Gründe, die Ausgabe von 2003 mit <Plan B 2.0> auf den neuesten Stand zu bringen. Der wohl wichtigste besteht darin, dass es immer noch kein allgemeines Verständnis dafür gibt, dass wir eine neue Wirtschaft entwickeln müssen und überhaupt erst einmal eine Vision, wie sie aussehen könnte."

2006 James Lovelock - Gaias Rache Warum die Erde sich wehrt # Audio2007 # Autor in der Einleitung: "Unglücklicherweise aber führen diese beiden völlig verschiedenen Ansätze – der des internationalen Wohlverhaltens und der der erbarmungslosen Marktkräfte – zum selben Ergebnis: einem wahrscheinlich verheerenden Klimawandel. Gemeinsam ist ihnen die irrige Überzeugung, dass eine Weiterentwicklung noch immer möglich ist und dass die Erde noch mindestens die erste Hälfte dieses Jahrhunderts lang, mehr oder weniger, so funktionieren wird wie bisher." Audio.2009

2006 Lutz Wicke - Kyoto Plus, die Klimawende # Audio2007 # 2010: Klimastrategie # 2013: Die Energiewende-Wende # Audio2015 #

2007 Carl Amery - Arbeit an der Zukunft Alte, neue und letzte Aufsätze # Autor in der Rede 2005: "Hätte, so ist zu fragen, eine besser organisierte Zivilisation das Versprechen weltweiter Freiheit von Furcht und Not verantwortungsvoller eingelöst? Wäre dies möglich gewesen, wenn sich das Schnäppchenverhalten des Homo sapiens gebändigt, wenn die Weisheit seiner Politiker schon damals die Beherrschung der weltwirtschaftlichen Megamaschine als unerlässliche Kondition einer bewohnbaren Zukunft begriffen hätte?"

2007 Alan Weisman - Die Welt ohne uns # Reise über eine übervölkerte Erde # Video ZDF

2007 Prof. Bernd Hamm - Medienmacht Wie und zu wessen Nutzen unser Bewusstsein gemacht wird # Autor im Interview: "Den rechten Propagandisten ist es mit immensen Geldern gelungen, für die 1974 im Gefolge der Ölpreiskrise einsetzende Wirtschaftsflaute die sozialdemokratischen Regierungen verantwortlich zu machen und mit entsprechenden Wahlkampfmitteln 1979 Margret Thatcher in Großbritannien, 1980 Ronald Reagan in den USA und 1982 Helmut Kohl in Deutschland als Regierungschefs an die Macht zu bringen. Die haben dann die neoliberale Agenda vollzogen. Vor allem haben sie die "Liberalisierung" des Kapitals durchgesetzt mit dem Ergebnis, dass heute fast alle großen und vor allem die börsennotierten Medienunternehmen von institutionellen Anlegern beherrscht und nach den Kriterien der maximalen Auflage/Einschaltquote, also des kurzfristig maximalen Profits, geführt werden."

2008 Prof. Mike Davis - Wer wird die Arche bauen? Das Gebot zur Utopie im Zeitalter der Katastrophen # Rede in München # Autor im Text: "Auch wenn die Paläoklimatologie den Wissenschaftlern helfen kann, die nichtlinearen Auswirkungen einer Erderwärmung zu berechnen, gibt es keinen historischen Präzedenzfall, auf dessen Grundlage wir besser begreifen könnten, was in den 2050er Jahren geschehen mag, wenn eine Weltbevölkerung von 9 bis 11 Milliarden Menschen mit Klimachaos und der Erschöpfung von fossilen Brennstoffen kämpfen wird."

2008 Sir David King - Ganz heiss Die Herausforderungen des Klimawandels # Audio2006

2008 Prof. Franz Joseph Dreyhaupt - Frühe Umweltwarner Rufer in der Wüste? # Umweltgeschichte, Essay, Studie, Literaturgeschichte der ersten Umweltbücher seit 1913 # Autor: "Zwei Gründe haben mich zu dieser Arbeit veranlasst, nämlich • zum einen: vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion der Frage nachzugehen, in wieweit denn schon früher vor Umwelt-Gefahren gewarnt wurde und wie die Menschen auf solche Warnungen reagiert haben, und ob solche frühen Umwelt-Warner nur Rufer in der Wüste waren, und • zum anderen: meine Publikation von 1999, in der ich für Anton Metternich und sein Werk "Die Wüste droht" die Anerkennung als ersten weltweiten Umwelt-Warner postuliert habe, noch einmal aufzugreifen."

2008 Atilio Boron - Den Kapitalismus aufgeben und den Sozialismus neu denken # Ein Sozialismus des 21. Jahrhunderts? # Autor im Interview 2010: "Solange das ökonomisch-soziale System Männer, Frauen und die Natur nur als simple Objekte der ständigen Gewinnmaximierung betrachtet, kann es keine Lösung geben. Diese historisch-ökologische Krise führt unseren Planeten in den kollektiven Selbstmord. ... Man muss den Konsum und die Verschwendung des Nordens sofort einschränken, anstatt zu verhindern, dass die Afrikaner, die Völker Mittelasiens und Lateinamerikas ein größeres Wohlbefinden erreichen. ... Aber unmittelbar ist das Einzige, was den Planeten retten wird, die Abschaffung des Kapitalismus und die Errichtung einer höheren Produktions- und Zivilisations­form, eines neuen Sozialismus."

2008 Günter Kunert - Auskunft für den Notfall # Aufsätze zur Zeitgeschichte 1991-2006 # Audio.2009 # Gedanken zur Ökologie, 2000: "So geschehen im Jahre 1947. ... Damals, da die absolute Mehrheit der Menschen noch in ökologischer Unschuld lebte, mag dieses ferne, mich persönlich nicht betreffende Ereignis dennoch ein Anstoß für eine gewisse Aufmerksamkeit gewesen sein. Und just dieser frühen Aufmerksamkeit verdanke ich meinen Ruf als Schwarzseher, als Pessimist, als von den ewigen Optimisten ironisch bezeichnete <Kassandra von Kaisborstel>."

2009 James Hansen - Die Stürme meiner Enkelkinder Storms of my grandchildren # Ein Leser 2010 bei Ama: "Für Planetologen ... ist das Werden und Vergehen ganzer Welten keine ungewöhnliche Sache: Sterne explodieren, Planetenatmosphären kippen um, Welten kollidieren und zerplatzen. Für den Astrophysiker Hansen ist ... die Möglichkeit eines Runaway-Treibhauseffektes auf der Erde mit einem neuen Temperatur­gleichgewicht in Bereichen, die Leben, wie wir es derzeit kennen, nicht ermöglichen, nicht besonders ungewöhnlich. Es gibt keine Berührungsängste mit dem emotional Undenkbaren."

2009 Claus-Peter Hutter & Eva Goris - Die Erde schlägt zurück # Wie der Klimawandel unser Leben verändert # Szenario 2035 # Real-Science-Fiction # Audio.2009 # dradio: "Die Fiktion, das sind acht belletristisch geschriebene Kapitel, die Geschichten vom irdischen Alltagsleben im Jahr 2035 erzählen. ... Durch diese geschickte Kombination wird nämlich auch dem Letzten klar: Was sich wie Science Fiction liest, droht tatsächlich Wirklichkeit zu werden, wenn die Menschheit nicht ganz schnell die Kurve bekommt. Fazit: Ein pfiffig konzipiertes, exzellent gemachtes, prima zu lesendes und vor allem aufrüttelndes Buch für alle, die mitreden wollen."

2009 World-Watch-Institute - Zur Lage der Welt 2009 - Ein Planet vor der Überhitzung Mit Vorworten von Al Gore, Ban Ki Moon, Böll-Stiftung, Germanwatch # Audio.2008 # Ralf Fücks im Vorwort: "Mit dem amerikanischen Untertitel <Into a Warming World> wird die Perspektive deutlich, auf die wir zusteuern, wenn wir weiter wie bisher machen: Ende des Jahrhunderts könnte die globale Durchschnitts­temperatur bis zu 6 Grad wärmer als zu Beginn der Industrialisierung sein. Wir werden alle Kräfte mobilisieren müssen, um die Erwärmung zumindest nicht über 2 Grad steigen zu lassen."

2009 Anders Levermann - Professor im PIK # Audio2017 # Autor 2009 im Telepolis-Interview: "... Das alles sind Maßnahmen, die eine 2-Grad-Welt erträglich machen können. Sollte es zu 4 Grad kommen, haben wir unsere Probleme nicht mehr im Griff. Die Vier-Grad-Welt ist keine angenehme. Die Ressourcenknappheit in dieser Welt wird dann für alle fassbar. Und diejenigen, die über die knappen Vorräte verfügen, werden leben wie in einer Trutzburg. Ich persönlich stelle mir das vor wie bei Isabelle Allende 'Das Geisterhaus'. Es gab da eine Welt vor der Revolution, so beschreibt das der Roman. Und dann ist diese Welt plötzlich weg. So wird es auch beim 4-Grad-Szenarium sein: Alles, worauf wir jetzt stolz sind, alles das, was unsere Selbstvergewisserung ausmacht, unsere Freiheit, unsere Autonomie, unsere Demokratie, unsere Offenheit, alles das wird dann mit einem Mal weg sein."

 

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2005 Jared Diamond - Kollaps Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

2005 Harold Pinter - Die skrupellose Show der USA Rede zum Empfang des Nobelpreises für Literatur im Jahr 2005

2005 Georg Franck - Mentaler Kapitalismus - Eine politische Ökonomie des Geistes # 1998: Ökonomie der Aufmerksamkeit: Ein Entwurf.

2005 Johannes Heinrichs - Demokratiemanifest für die schweigende Mehrheit Die <Revolution der Demokratie> in Kürze # Viergliederung # Audio.2008 # Autor am Anfang: "Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst der Demokratieverdrossenheit. Bisher trat es verschleiert unter den Namen "Politik­verdrossenheit" und "Staatsverdrossenheit" auf."

2006 David Benatar - Besser, nie gewesen zu sein # Better Never to Have Been: The Harm of Coming into Existence # 250 Seiten # *1966 in Südafrika # wikipedia2015: "In seinem Hauptwerk <Better Never to Have Been> begründet Benatar eine anti-natalistische Position. Es sei moralisch stets verwerflich Kinder zu haben, da der Beginn der Existenz für jeden Menschen ein Schaden sei. Ausnahmslos jedes Leben sei so schlecht, dass es stets besser ist, nicht zu existieren."

2009 Mark Fisher - Kapitalistischer Realismus ohne Alternative? # Symptome unserer kulturellen Malaise # Eine Flugschrift # 100 Seiten # Perlentaucher.de (2013): "..., wie es kommt, dass wir uns heute eher das Ende der Welt vorstellen können als das Ende des Kapitalismus, berichtet Petra Pinzler, die diese Frage vollkommen berechtigt findet. Doch die Vorwürfe, die Fisher existierenden Protestbewegungen macht, die nicht die Systemfrage stellen, findet die Rezensentin so lange unangemessen wie Fisher sich über mögliche Alternativen ausschweigt. Eine formlose Utopie kommt Pinzler als politisches Ziel naiver vor als konkrete, noch so unzulängliche Projekte."

2008 Audio von Birgit Beuel über ökologische Zukunftspolitik

2007 wikipedia Weltraumwaffe "Nachdem von der Bush-Regierung im August 2006 schon die <National Space Policy> neu gefasst wurde, wurde am 22. Januar 2007 eine Überarbeitung der Doktrin <Space Operations> gebilligt, in der abermals die militärische Überlegenheit der USA im Weltall im Zentrum steht. Hervorgehoben wird neuerlich, die militärische Dominanz der USA basiere auf der Überlegenheit im Weltraum: <Um sie beizubehalten, müssen unsere Luftstreitkräfte den Weltraum wirksam verteidigen>, ... ."

 


 

2010 Leonardo Boff - Zukunft für Mutter Erde # Katholischer Befreiungstheologe aus Brasilien # Autor in der Einleitung: "Wenn ... um 3 bis 4 Grad Celsius ..., dann wird ... Leben nicht länger möglich sein. Einige Menschen werden in bestimmten Regionen, sozusagen Oasen oder rettenden Häfen, überleben, doch die übrige Erde wird verwüstet und von Leichen bedeckt sein."

2011 Paul Ehrlich - Interview 2011, Die Bevölkerungsbombe # Autor in Südd. Zeitung, 2011: "Der Druck auf die Lebensgrundlagen hängt davon ab, wie viele Menschen wir sind und wie viel jeder von uns konsumiert. Deshalb sind die USA das überbevölkertste Land der Erde. Keiner hat mir je ein triftiges Argument dafür genannt, warum in den USA mehr als 130 Millionen Menschen leben sollten. Jetzt sind wir schon mehr als 300 Millionen. Und trotz ihres überbordenden Konsums sind die Menschen nicht glücklicher als in den fünfziger Jahren."

2011 Ugo Bardi - Der geplünderte Planet Zukunft des Menschen im Zeitalter schwindender Ressourcen - Bericht an den Club of Rome # Autor in der Einführung: "Die Veröffentlichung des Buchs im Jahr 1972 trat eine hitzige Debatte los, die im Lauf der Jahre in eine regelrechte Schmutzkampagne ausartete. Dadurch wurden die Glaubwürdigkeit der Studie und der Ruf der Autoren unterminiert. Am Ende war die Öffentlichkeit überzeugt, dass die Studie <Grenzen des Wachstums> nichts weiter als eine Reihe falscher Vorhersagen war und ihre Verfasser eine Gruppe verblendeter, womöglich halbirrer Wissenschaftler, die... ."

2011 Franz-Josef Radermacher - Ökosoziale Marktwirtschaft Historie, Programmatik und Alleinstellungsmerkmale eines zukunftsfähigen globalen Wirtschaftssystems # Professor für Informatik in Ulm und Mitglied des Club of Rome # DLF 2017: "Radermacher hat die Gefahr eines globalen Kollapses bis zum Jahr 2050 berechnet. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 15 Prozent, sagt der Mathematiker. Das Risiko, dass die Menschheit in einer weltweiten Zwei-Klassengesellschaft lebe, liege bei 50 Prozent. Es gebe aber auch eine Chance von 35 Prozent, dass die Menschheit zu einem gerechten Ausgleich zwischen Armen und Reichen finde. Jeder Einzelne könne einen Beitrag leisten, um die Welt in Balance zu bringen." Audio2017

2011 Crutzen, Davis, Schneider, Sloterdijk - Das Raumschiff Erde hat keinen Notausgang Energie und Politik im Anthropozän # Essays.

2012 Jorgen Randers - 2052: Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre Bericht an den Club of Rome # "Mein ganzes Erwachsenenleben habe ich mir um die Zukunft Sorgen gemacht. Nicht um meine persönliche Zukunft, sondern um die Zukunft der Welt - die Zukunft der Menschheit - auf ihrem kleinen Planeten Erde. Jetzt, im Alter von 66 Jahren, erkenne ich, dass ich mir alle diese Sorgen umsonst gemacht habe." (Autor am Anfangdes Buches) Audio2012

2012 Hans-Jürgen Krysmanski - 0,1 %: Das Imperium der Milliardäre "In dieser Lage verselbständigen sich die Geldeliten, sie beginnen im wahrsten Sinne des Wortes, auf eigene Faust mit Söldner­armeen, privaten Polizei- und Geheimdiensten zu operieren. Klimawandel, Ressourcenprobleme und wachsende, unumkehrbare Arbeitslosigkeit deuten auf ein kommendes globales Szenario nackter Überlebenskämpfe. Für eine solche Rette-sich-wer-kann-Welt glauben sich die souveränen, wohlgeschützten Eigner des Besten, was diese Welt zu bieten hat - wie einst die Feudalherren - gut gerüstet. Uns bleibt im Augenblick nur, die Erwartung neuer und neuartiger Klassen­konflikte zu konstatieren." (im Buch)

2012 Johannes Heimrath - Die Post-Kollaps-Gesellschaft - Wie wir mit viel weniger viel besser leben und wie wir uns heute schon darauf vorbereiten können # Audio2013

2012 Oskar Negt - Nur noch Utopien sind realistisch - Perspektiven und Wegweisungen für eine solidarische Gesellschaft # Audio2014

2013 Stephen Emmott - Zehn Milliarden Bevölkerungswachstum und Ressourcenverbrauch # Video2013 # im Interview: "Um eines voranzustellen: Alle Probleme, die ich aufzeige – unser hoher Energieverbrauch, der Klimawandel, dessen schädliche Folgen für die Landwirtschaft und damit für die Produktion von Nahrungsmitteln, der Wassermangel, die unablässige Schädigung und Zerstörung unserer Ökosysteme durch Verbrauch und Verschmutzung – hängen zusammen und können nicht einzeln gelöst werden."

2013 Alan Weisman - Countdown # Hat die Erde eine Zukunft? # Audio.2013 # in der Vorbemerkung: "Viele Leser erinnern sich vielleicht an mein letztes Buch, <Die Welt ohne uns>, als Gedankenexperiment dazu, was geschähe, wenn die Menschen von unserem Planeten verscwinden würden." - Autor im Nachwort: "Das brachte mich auf die Frage: Gibt es in der Geschichte oder in den heiligen Büchern der Kulturen und Religionen dieser Welt irgendeinen Hinweis darauf, dass wir zugunsten eines Gleichgewichts mit der Natur unseren Nachwuchs beschränken sollten?"

2013 Prof. Götz Brandt - Leben in der Viel­fach­katastrophe # Verlagstext: "Absehbar ist, wir müssen uns damit auseinandersetzen, wie wir in dieser vielfachen Katastrophe, die wir jetzt anrichten, künftig existieren wollen. ... Das vorliegende Buch behandelt über weite Strecken ökologische Szenarien und Schritte, wie wir mit weniger materiellen Gütern, alternative Optionen beschreiten könnten. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf ökologische Landwirtschaft gelegt, einem anderen Individualverkehr und umweltgerechtem Wohnen."

2013 Franz Groll - Der Weg zur zukunftsfähigen Gesellschaft # Die solidarische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung als Alternative zum Kapitalismus.

2014 Prof. Karl Kollmann - Keine Rettung mehr Allzweck-Narkotikum "Hoffnung" beiseite legen # Autor im Artikel: "Wie nahe am ökologischen Notfallpunkt wir mittlerweile angelangt sind, hat Stephen Emmott in seinem kleinen - die Fakten zusammenziehenden - Buch <Zehn Milliarden> beschrieben." - "Wenn das Glück der Menschen in den angebotenen Konsumgütern liegt und der Markt hier kein Ende findet, dann benötigen Gesellschaft und die Einzelnen auch keine anderen Vorstellungen von Zukunft mehr. Insbesondere dann nicht, wenn solche Ideen nur zu einer mühseligen Minderheitsangelegenheit werden."

2014 Mojib Latif - Das Ende der Ozeane Warum wir ohne die Meere nicht überleben werden # Autor im Vorwort: "Das Meer macht sich nicht durch Geräusche bemerkbar, wenn es leidet. Nein, es akkumuliert still unsere Sünden und ändert sich nur ganz allmählich, sodass wir es kaum wahrnehmen können."

2014 Naomi Klein - Die Entscheidung. Kapitalismus versus das Klima: Das ändert alles # Für dieses Buch hat nicht nur Naomi Klein selbst recherchiert, sondern ein ganzes Team. Alles ist belegt. Sie schreibt exzellent, ihre Sprache ist messerscharf. Audio2014

2014 Prof. Hans See - Wirtschaft zwischen Demokratie und Verbrechen Grundzüge einer Kritik der kriminellen Ökonomie (Sachbuch mit 480 Seiten) # Autor: "... wenn die Gesellschaft nicht so leichtfertig das Märchen glauben würde, daß man den Unternehmern die größtmögliche Freiheit geben müsse, weil allein dieser unternehmer­ischen Betätigungsfreiheit die Freiheit und der Wohlstand der reichen Industrienationen zu verdanken sei. Ohne die eindrucks­vollen Pionierleistungen auch nur eines einzigen Unternehmers zu schmälern: Das ist die Lebenslüge des Kapitalismus." Audio2011

 

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Christian Schüle - Audio 2013: Projekt Weltvernunft Zustand des öffentlichen Diskurs' - Trivialisierung des öffentlichen Geistes

2010 Brigitte Vallenthin - Ich bin dann mal Hartz 4 Erlebnisbericht # Vorwort von Prof. Spindler: "Brigitte Vallenthin ist ausgerechnet zu Beginn der Hartz-Gesetzgebung und offenbar ohne Vorerfahrung mit Sozial­verwaltungen in diese neue Form der Armenbetreuung gerutscht – mit 64 Jahren, nach einem bewegten Leben, eigenverantwortlich, selbstbestimmt, unabhängig und wohl auch widerständig."

2010 Paul Collier - The Plundered Planet - Why we must (and how we can) manage Nature for global Prosperity # Professor in Oxford

2010 Planet der Menschen (wikipedia) Ökologischer Dokfilm der BBC

2011 Halil Güvenis - Die Lösung der Klimakrise im Rahmen der Zusammenbruchskrise des Kapitalismus

2011 R. Stumberger - Abweichen, Austreten, Neugründen (Satire) Jetzt großes Angebot an kommunistischen Parteien in Deutschland!

2012 Jared Diamond - Vermächtnis Was wir von traditionellen Gesell­schaften lernen können # Autor im Prolog: "Die Bevölkerung des Hochlandes von Neuguinea hat in den letzten 75 Jahren im Eiltempo einen Wandel durchgemacht, der in großen Teilen der übrigen Welt Jahrtausende in Anspruch nahm."

2012 Niko Paech - Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie # postwachstumsoekonomie.de

2013 Al Gore - Die Zukunft: Sechs Käfte, die unsere Welt verändern (Audio dlf)

2013 Welzer (Hg) Gerstengarbe - Zwei Grad mehr in Deutschland Wie der Klimawandel unseren Alltag verändern wird. Das Szenario 2040. 19 Autoren.

2013 Martin Miller - Das wahre <Drama des begabten Kindes> Die Tragödie Alice Millers

2014 Aktuelles zur biologischen Technologie von Prof. Jens Reich im öff. Vortrage Audio

 


 

2015 Prof. Hans Schellnhuber - Selbstverbrennung Dreiecksbeziehung zwischen Mensch, Klima und Kohlenstoff # "Ganz langsam schälen sich so die Konturen der Klimageschichte aus dem Spekulations­nebel heraus. Bevor wir einen besorgten Blick auf die nahe, vom Menschen dominierte Zukunft werfen, sei noch ganz kurz erwähnt, was die Wissenschaft über die ferne Klimazukunft zu sagen hat." (Seite 296) # Audio2015

2015 Ernst Weeber - Weiter gegen den Untergang: Eine Auffrischung "Ich glaube, dass die Lage der Menschheit auf ihrem Planeten eine kritische ist. Ich glaube aber nicht, dassdiese Krise unausweichlich in einer globalen Katastrophe, in einem Untergang endet. Ich glaube, dass diese Krise auch viele Chancen eines wünschenwerten Wandels mit sich bringt." (Autor)

2015  Fabian Scheidler - Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation # 2017: Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen.

2016 Harald Welzer - Die smarte Diktatur Der Angriff auf unsere Freiheit Audio2016

2016 Tomasz Konicz - Kapitalkollaps (Die finale Krise der Weltwirtschaft) "In dieser Situation, in der die antikapitalistische Linke über keinerlei Hebel verfügt, um den Krisen- und Transformationsprozess nennenswert zu beeinflussen, bleibt vorerst nur die Möglichkeit der Aufklärung. Der erste revolutionäre Schritt besteht darin, den Menschen die ungeschminkte Wahrheit möglichst verständlich mitzuteilen: zu sagen, was Sache ist, den Menschen also zu erklären, dass die Krise nicht überwunden werden kann, dass es schlimmer kommen wird, dass sie ihr gewohntes Leben werden aufgeben müssen, dass das Kapital in seiner Agonie die menschliche Zivilisation zu zerstören droht. Kurz: Nichts wird bleiben, wie es ist." (Autor im Buch)

2016 Roger Willemsen - Wer wir waren Zukunftsrede und Vermächtnis # Autor im Text: "Vor ungefähr 3,5 Millionen Jahren ist ein solche Hominide in eine Höhle gefallen, vielleicht ein dickfelliger, humorloser Materialist, der nie nach dem Sinn des Lebens fragte. Heute wissen wir, dass es seine Bestimmung war, der erste Mensch zu sein, von dem wir erfahren sollten. Gefunden wurde er liegend, das Gesicht in den angewinkelten Arm gedrückt, in derselben kontemplativen Haltung, wie später <Ötzi>." Audio2016

2016 Michael Müller - Unter 2 Grad? Was der Weltklimavertrag wirklich bringt # Audio2014 #

2017 Ugo Bardi - Der Seneca-Effekt. Warum Systeme kollabieren und wie wir damit umgehen können # Audio1 Audio2

2017 Amitav Ghosh - Die große Verblendung Der Klimawandel als das Undenkbare # dlf: "Tsunamis, Überschwemmungen, untergehende Landstriche: Die Zeichen des Klimawandels sind unübersehbar. Doch warum werden sie von Künstlern, Literaten und Politikern ignoriert? Audio1 Audio2

2017 Noam Chomsky - Requiem für den amerikanischen Traum Die 10 Prinzipien der Konzentration von Reichtum und Macht # Audio2017

2017 Phillip Blom - Was auf dem Spiel steht - Die Verweigerung der Zukunft (dlf) Audio2017 : "Ich glaube, Mark Zuckerberg wird aussehen wie ein Chorknabe neben der nächsten Generation von Digitalbaronen, die dann tatsächlich unsere Demokratien und unsere Gesellschaften ja auf eine Weise beherrschen, die wir noch gar nicht abschätzen können."

2017 Gerd Koenen - Die Farbe Rot (dlf) Ursprünge und Geschichte des Kommunismus Audio2017 Der Historiker Gerd Koenen holt weit aus, startet in der Urgemeinschaft, kommt zum Christentum und landet über die Revolutionen in der Gegenwart. Dabei bietet er Erklärungen für die nicht verblassende Strahlkraft der Ideen von Karl Marx.

2017 Gregory Fuller - Das Ende Von der heiteren Hoffnungslosigkeit im Angesicht der ökologischen Katastrophe # Aktualisiert und erweitert # Autor im Editorial: "Von mehreren Seiten bin ich gebeten worden, dafür Sorge zu tragen, dass dieses 1993 erschienene Buch wieder aufgelegt wird. ... Der Felix-Meiner-Verlag hat sich dankenswerter Weise bereit erklärt, fast 25 Jahre nach dem ersten Erscheinen diese zweite Auflage herauszubringen."

2017 Andreas Meißner - Mensch, was nun? Warum wir in Zeiten der Ökokrise Orientierung brauchen # Einleitung: "Global gesehen jedoch stehen wir vor der schweren Aufgabe, es aushalten zu müssen, dass sich die bedrohliche Entwicklung wohl allenfalls verzögern, nicht jedoch umkehren lassen wird. Dies zu begründen und trotzdem eine angemessene, lebensbejahende Haltung dazu zu entwickeln, ist Ziel dieses Buches."

2017 Jürgen Wiebicke - Zehn Regeln für Demokratie-Retter Was wir für die Demokratie tun können.

2017 Sven Hannes - Die Bombe Die Geschichte der Atombombentests von den Anfängen bis zur Gegenwart # Audio2017

2018 Kathrin Hartmann - Die grüne Lüge. Weltrettung als profitables Geschäftsmodell (dlf) # Blessing Verlag, 240 Seiten

2018 Michael Meyen - Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand - Wie uns die Medien regieren (Artikel Telepolis) # Verlagstext: Drei Medienrevolutionen – Privatfernsehen, Internet, Social Media – haben die Massenmedien von Grund auf geändert. Alles, was Klicks, Likes und Shares, Quote, Auflage bringt, ist angesagt. Auch jenseits von Facebook, Instagram und Twitter sieht Realität heute oft so aus wie das, was wir vom Bildschirm kennen: Bunt, grell und originell, herausstechen aus der Masse, anders sein – ob als Kneipe, Gymnasium und Basketballprofi, als Theater, Museum, Universität. #

2018 Prof. Harald Lesch - Die Menschheit schafft sich ab (wikipedia) Die Erde im Griff des Anthropozäns (Knaur: Zum Stand der Dinge) d-nb.info/1154467341 + Lesen bei Amazon

 

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Audio: 2015 Klimazahlen Permafrost 2015 Klimazahlen CO2-Budget 2017 Mehr Klimafiktion?

Audio: 2016 "Eine eigenartige Zukunftslosigkeit liegt über dem Land, findet Martin Ahrends, und fürchtet, der Resignation zu verfallen. Hat die jüngere Generation Zugang zum Konzept Hoffnung?"

Audio: 2017 Joachim Gauck - Über Kränkung Öffentliche Preisdankrede (mit Bezug auf Reinhard Haller)

Audio: Christian Schüle: Populismus2016   Fernsehen2016

dlf: Die Weltregierung - Utopie einer gerechten Verteilung "Unsere Wirtschaft ist globalisiert. Die Finanzströme sind es auch. Eine Weltregierung, die für all das einen ordnungs­politischen Rahmen setzen könnte, gibt es nicht. Aber wäre das nicht eine bessere Alternative als die bisherigen Nationalregierungen?"

dlf: Eine andere Welt ist möglich Über das utopische Verlangen. In neoliberalen Zeiten scheinen kollektive Träume von einer anderen Gesellschaft keinen Platz mehr zu haben. Ein Feature über die Hoffnungen und Enttäuschungen politischer Utopien.

2017 tp-Kollmann - tp: Kaputte, alte Konsumgesellschaft In der Konsumgesellschaft ist trotz Postmaterialismus alles zur Ware geworden, natürlich auch der einzelne Mensch #

2017 tp-Kollmann - Verschwendungsökonomie Unsere Wirtschaft beruht schon lange auf Verschwendung und Luxus # Kollmann, 8/17

2017 tp-Wolff - Treffen der internationalen Finanzelite in beeindruckender Umgebung. Die Zentralbanken sitzen in der Falle - Ernst Wolff, 8/17

Film: Heroin - Cape Cod, USA. (youtube) 2015 von Steven Okazaki, Dokumentarfilm, Opiodkrise, 75 min, in deutscher Übersetzung.

Film: Pro Life - Abtreibungsgegner auf dem Vormarsch (pdf) Französischer Dokumentarfilm, 2018, über den europäischen Zusammenschluss der Bevölkerungswachstumsbefürworter.

Pro Life 2018: Schwangerschaftsabbrüche sind in Polen ... verboten .... Radikale Abtreibungsgegner wollen diese noch weiter einschränken.

China: deutschlandfunk Nachwuchssorgen - zu-wenig-chinesische-kinder = Ende der Geburtenkontrolle

Politik, USA, Einhegung,Trump: Kommentar vom 18.3.2018 + 23.03.18 Trumps Personalentscheidungen - Das Ende der Diplomatie.

2017: Marko Ferst in der Tageszeitung ND in einem Kurzbeitrag zur Umweltpolitik

2018: Elon Musk am 11.3.2018 in Austin Texas, öffentliche Rede, über Zweck der Marskolonie, damit die Zivilisation den 3. Weltkrieg überlebt (Presse Artikel mit Google)

2018: Justin Coler: Kommerzieller Erzeuger von Fake News in den USA (mit 20 Mitarbeitern)(Presse Artikel mit Google)

2018: Im Taumel des Wettrüstens - 21. März - F. Rötzer Unter US-Präsident Trump werden nukleare Abschreckung und Cyberstrategie verschränkt, die Schwelle zu einem Atomkrieg sinkt.

2018: Es ist zum Verzweifeln - deutschlandfunk.de/krieg-und-frieden-zu-ostern-2018-die-welt-ist-durchgeknallt     wikipedia Rainer_Burchardt *1945

 

 

 

 

 


 

detopia.de  

 Impressum bei denic.de  

Brieffreundschaft?  Ich mache es mal 'verschlüsselt', um die HI zu verwirren (Hackerintelligenz):

detopia und posteo.de 

 


 

 

 

Untersuchung der Frage, 

 

ob die 'Untergangskeule' nötig ist, um sich Gehör zu verschaffen. Oder ist es moralisch abzulehnen, den Menschen 'Angst einzujagen'? 

Ist der Massenwohlstand der einzige Weg zu Frieden (innerem, äußerem, sozialen)?

 

 

Stichworte und Schlagworte in der öffentlichen Diskussion:

Nihilismus, Fatalismus, Defätismus Hoffnungslosigkeit, Trübsinn, Resignation, Depression

Schwarzseherei, Endzeitwarner, offenbarte Apokalyptik, 

"Schlechtreden der Gegenwart", Nestbeschmutzung, 

 


 

Zuerst etwas Versöhnliches. Die folgenden Zitate aus ordentlichen Quellen sind hart und schwarz. Deswegen habe ich auch Entspannendes ("Graues") hineingefügt. 

Außerdem:

Gewisse optimistische Kreise behaupten seit 40 Jahren zwei 'Meme':

1. Wir können von der Gegenwart nicht auf die Zukunft hochrechnen. Die Zukunft wurde immer besser als die Geggenwart.

(Dann werden Beispiele angeführt, wie schlimm es früher war und Beispiele dafür, das man dennoch Angst hatte vor einer noch schlechteren Zukunft.)

2. Außerdem wird behauptet: Die Zukunft ist offen. Es gibt kein Endziel, auf das die Menschheit zusteuert - oder wir kennen es nicht. Daher ist es eine Frage der Bewertung, ob ein "Stadtplanet" gut oder schlecht ist. 

("Gewisse optimistische Kreise": Ich habe kein Wort dafür. Man kann Bücherschreiber nennen, wie Maxeiner, Miersch, Horx, Popper. Man kann sagen "Schönredner", Zukunftsoptimisten, usw.)

 


 

Außerdem:

Wir können den "Weltuntergang durch Apokalyse" getrost vergessen!

Wir als Deutsche in Deutschland brauchen uns nur zu fragen, wie es uns 2030, 2040, etc geht. 

Dazu müssen wir auch die Weltlage mit einbeziehen. Logisch - wegen Rohstoffe, Arbeitsplätze, Verteidigungsbündnisse.

Die "Apokalyse" - ist eigentlich gar keine, weil sie niemanden (Volk, Masse) interessiert.

Sie wäre nur dann eine 'echte Apokalyse', wenn die Christen geschockt und schreiend aus den Kirchenbänken aufstehen würde und rufen: 

"Das soll nie geschehen, dass die Krone der göttlichen Schöpfung von der Erde verschwindet."

Ich will sagen: Den normalen Christen kümmert da alles gar nicht.

Ich kritisiere das nicht, sondern ich will das Wort Apokalypse entschärfen, welches seit 1972 durch das deutsche Feuilleton geistert.

Und damit auch solchen Typen wie Horx die Vorlage liefert: "Apokalypsespießer", "Ich war selber zehn Jahre lang Apokalyptiker."

 

Und:

Der Ausweg aus der jetzigen Zukunft ist schwer, sehr schwer. Der ist nur denkbar, wenn das Volk ihn gehen will.

Aber das ist 'beim besten Willen' und 'bei aller Liebe' nur denkbar, aber nicht vorstellbar.

Dennoch soll der Weg wie jahrtausendelang die Märchen und Sagen immer wieder erzählt werden.

Das momentan (2019) volkstümlichste Buch ist - ich wiederhole es gerne und oft - von Marko Ferst 2002 und dort sein eigener dritter Teil auf 150 Seiten.

Daneben bzw. leicht darunter gibt es noch zehn weitere.

Das detopische Konzept ist eine methodische Vereinfachung seiner Vorläufer - und nichts Neues.

 

 

 

 


 

Zitate:

 

"Doch alle sozialen Reformen der Geschichte, jeder politischer Fortschritt, jede technische Verbesserung wurden von Menschen verwirklicht, die an die Zukunft glaubten. Wer die Apokalypse erwartet, verändert die Welt nicht."
(D.M., 1996, im Vorwort)

 

"Und bei dieser Überprüfung kam heraus, daß sich viele ökologische Glaubenssätze und Untergangs-Szenarien der letzten Dekaden schlicht als falsch oder übertrieben erwiesen haben."

(D.M., 1996, im Nachwort)

 

#

 

"Außer verhaltener Zustimmung hat der Band heftige Kritik und üble Autorenschelte herausgefordert. Der Saarbrücker Dozent Wolfgang Kuhn erklärte, das Buch lasse als Zukunftsprognose nur leerer Hoffnungslosigkeit Raum, einem »grauenhaftsinnlosen Nihilismus progressiver Selbstvernichtung«. Der Pessimist, so Kuhn, sei der einzige Mist, auf dem nichts wachse."
 (T.L., 1983 im Vorwort)

 

#

 

"Das bevorstehende Schicksal, das uns droht, das wir uns selber bereiten würden, wenn wir die Erde weiter schlecht verwalten, wie wir es im Augenblick tun, dieses Unglück werden wir nur um so sicherer machen, als je unausweichlicher wir es ansehen. Ich warne daher vor der inneren Gefahr des Fatalismus, die fast so groß ist wie die äußere Gefahr, die ohnehin durch unsere Schuld besteht. Fatalismus - d.h. das Schicksal für unausweichlich zu halten, nicht wendbar, ist selbsterfüllend und wird das gewiß zustande bringen, was eben der Rat der Verzweiflung als unabwendbar ansieht. Ich möchte Ihnen daher als alter Mann, der oft erfahren hat, daß das Wort ohnmächtig ist, zurufen: Oh, glauben Sie nicht, glaubt nicht daran, daß Dinge unausweichlich sind, und laßt Euch nicht verführen vom Rate angeblich objektiver Notwendigkeit, der wir hilflos gegenüberstünden. Haltet daranfest, daß wie man denkt, was man denkt, was man sagt und wie man in der wechselseitigen Kommunikation Ideen verbreitet, einen Unterschied ausmacht im Gang der Dinge. Erfolg ist nicht garantiert; aber sicher ist, daß die Anstrengung unterlassen, die Bemühung aufgeben, ganz bestimmt das Unheil werden läßt, das wir voraussehen können und dessen Voraussehen es ja doch verhindern soll."  (Fatalismus wäre Todsünde, Ansprache von H.J. anlässlich seiner Ehrenpromotion durch die Freie Universität Berlin 1992)

 

#

 

"Wir müssen lernen, ohne Hoffnung zu leben."
(G.K. im Radio)

 

#

 

»Rudolf war ein Unikum, eine Spätwirkung des Prager Frühlings und einvorweggenommener Gorbatschow. Seine besondere Tragik bestand darin, übersehen zu haben, daß sein Projekt auf der Existenz der sozialistischen Welt fußte. Er ging nicht davon aus, daß die Sowjetunion untergehen würde. Damit brachen für ihn aber die Fundamente ...weg. Für sein Unternehmen — überschüssiges Bewußtsein zu sammeln — hatten ihm die richtigen Worte und Begriffe gefehlt. Der <Fürst> sollte gemäß Machiavelli die Einheit in der Gesellschaft herstellen. Rudolf gelang es aber nicht, daß seine Idee <wie ein Blitz in den naiven Volksboden einschlägt> (so Marx). Er hat alles diesem Zweck, den <Fürsten> zu schaffen, untergeordnet. Auf seiner verzweifelten Suche nach diesem Fürsten hat er aber viel zu sehr vom Ende her gedacht. Das Apokalyptische organisiert nicht. Es ist eine Drohung, keine Erlösung.« (S. 609, Bahro-Biografie 2002)

 

#

 

"Es fehlt auch, daß wir genauer nachdenken, was alles nicht mehr genug ist, nichts mehr aufhält, nichts mehr rettet — und warum. Angeblich führt das zur Resignation. Doch wird uns erst die richtige Verzweiflung an aller Symptomkur, an allem, was weniger beabsichtigt als eine kulturelle Transformation, von innen wecken." (S. 17, Bahro 1987)

 

#  

 

Nach Horx, etc.:

"Wandlungsprozesse" in der Form: "Das Klima hat sich immer gewandelt."  -  "Trends" und "Megatrends": das irgendwas Automatisches, was höchstens gesteuert, aber nicht prinzipiell verhindert werden kann und nicht soll.

"Die Menschen erfinden sich neu." - "Die Städte erfinden sich neu."  - "Fehlwahrnehmung durch die Mediensysteme"

"Krisen sind Indikatoren dafür, dass etwas nicht mehr funktioniert." - "Wir haben heute keine finalen Grenzen mehr."

"Adaptionsprozesse."  - "Ich war selber zehn Jahre lang Apokalyptiker."

 

 

#

 

 

In der Zwischenzeit rasen wir, sehr viel schneller als wir uns vorzustellen wagen, auf den verhängnisvollen Zeitpunkt zu, der um das Jahr 2030 oder auch früher eintreten dürfte und an dem das Zusammenspiel von Klimaveränderungen, Öl- und Wasserverknappung und weiteren 1,5 Milliarden Menschen auf dem Planeten negative Synergien erzeugen wird, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegen dürften. (md.2008)

 

#

 

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich die Weltbevölkerung in den nächsten 40 Jahren um weitere 3 Milliarden Menschen erhöhen (90 Prozent davon in den ärmsten Städten) und niemand — absolut niemand — hat eine Ahnung, wie sich ein Planet voller Slums mit wachsenden Ernährungs- und Energiekrisen so an die zukünftigen Gegebenheiten anpassen soll, dass er sein reines Überleben sichern kann — von Glück und Menschen­würde gar nicht erst zu reden. Wenn Ihnen dieser Ausblick über Gebühr apokalyptisch erscheint, denken Sie bitte einmal über die sehr wahrscheinlichen Auswirkungen der Erder­wärmung auf die landwirtschaftliche Situation in den tropischen und subtropischen Ländern nach. (md.2008)

 

#

 

Um eines voranzustellen: Alle Probleme, die ich aufzeige – unser hoher Energieverbrauch, der Klimawandel, dessen schädliche Folgen für die Landwirtschaft und damit für die Produktion von Nahrungsmitteln, der Wassermangel, die unablässige Schädigung und Zerstörung unserer Ökosysteme durch Verbrauch und Verschmutzung – hängen zusammen und können nicht einzeln gelöst werden. Weil die Weltbevölkerung weiterhin rasant wächst, werden wir künftig mehr Energie, noch mehr Nahrungsmittel, mehr Agrarflächen und mehr Wasser benötigen als bislang. Es wird immer wieder behauptet, dass das Wachstum der Weltbevölkerung auf zehn Milliarden die Menschheit vor Probleme stellen wird. Ich sage, wir können die Zehn-Milliarden-Perspektive getrost vernachlässigen. Bereits mit den gegenwärtig etwas mehr als sieben Milliarden Menschen sind diese Probleme doch schon längst da. Das rasante Bevölkerungswachstum wird dazu führen, dass die Probleme noch schneller noch gravierender werden. (se.2013)

 

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Das Ende aller Dinge. Das Ende eines kühnen Entwurfs, einer faustischen Gattung, einer grandiosen Schöpfer­spezies. Ein Geschlecht, das Mozarts <Cosi fan tutte>, Shakespeares <King Lear> und Caravaggios Londoner <Emmausmahl> hervorzubringen befähigt war, endet wie ein Haufen Lemminge. Uns bleibt nur das reine Zusehen, die erzwungene Akzeptanz. Ganz gleich, was wir tun, es eilt nicht mehr. In Ruhe gehe man daran, den Mörder zu ermitteln. Die Tat ist schon geschehen, wir befinden uns in der Ermittlungs­phase. Bald wird der Fall immer und ewig abgeschlossen werden.  Sogleich dringt freilich ins Bewußtsein, wie über­flüssig die Suche nach dem Schuldigen ist. Niemand trägt Schuld. Das Super-Paradigma gedieh auf der Grundlage von Expansion, Produktion, Respekt­losigkeit, Ausbeutung. All dies müßte umgekehrt werden — sanfte Aneignung anstatt Produktion, Minus­wachstum anstatt Expansion, Respekt und Liebe allem Lebendigen und Toten gegenüber anstatt Respektlosigkeit und Ausbeutung. Die Unmöglichkeit der grundlegenden Konvivialität mit der Mitwelt zwingt uns in die Haltung der Akzeptanz. (gf.1993, s111)

 

 

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Die auf der Schattenseite des technisch-industriellen Fortschritts meßbaren Belastungspotentiale lassen keinen anderen Schluß zu, als daß wir bei einem Fort­schreiten auf dem Pfad der gigantischen Energie-, Rohstoff- und vor allem der Schadstoffströme in weniger als 80 Jahren unsere natürlichen Lebens- und Produktions­grundlagen zerstört haben werden. Wir haben am IZT Berlin die wichtigsten Weltentwicklungsprognosen und Simulationsmodelle der führenden Zukunfts­forschungs­institute ausgewertet und festgestellt, daß sie in einer zentralen Aussage gut übereinstimmen: Wenn es zu keiner durchgreifenden Umsteuerung kommt, dann liegt die Selbstzerstörung der Menschheit in diesem Jahrhundert bei einer Wahrscheinlichkeit von über 90%. (rk 2000)

 

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Die Industriegesellschaft entpuppt sich in allen Lebensbereichen als Energieverschwendungs­gesellschaft, denn 95% der eingesetzten nichtregen­erierbaren Energie entweicht ungenutzt in die Atmosphäre bzw. dient der Aufheizung der Gewässer. Die Ursachen dafür liegen im wesentlichen in folgenden Bereichen: im motorisierten Individualverkehr; im hohen und falschen Energieeinsatz (Wärmeerzeugung durch Strom) in Industrie und Haushalt in der Landwirtschaft samt Lagerhaltung und Lebensmittelindustrie; in den Strukturen der großen Städte; in der Trennung von Produzent und Konsument (Transportenergie); in der Anspruchshaltung der Menschen in den Industrieländern. Die Folge dieser Verschwendung ist die Zerstörung der Ressourcen Boden, Luft, Wasser und Wald.  Zu erwarten ist, wie wir gesehen haben:  die globale Zerstörung unseres Lebensraumes, die Erhöhung des Meeresspiegels durch die Abschmelzung der Pole, die Erhöhung der Durchschnitts­temperatur, die Veränderung des Weltklimas, die gefährliche Zunahme der UV-Strahlung durch die Zerstörung der Atmosphäre. Diese Entwicklungen sind bereits eingeleitet und werden um die Mitte des nächsten Jahrhunderts zum Zusammen­bruch führen, d.h. zur Ausrottung eines großen Teils der Lebewesen — einschließlich der Gattung Mensch; sofern der Zerstörungsprozeß nicht bereits vorher durch einen Atomkrieg vollendet wird. (hjr 1988)

 

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Mit Überbevölkerung, Armut und Analphabetismus, mit Verstädterung und Migration, mit Wirtschaftskrise, Überforderung des Rechtsstaates und Wachstum des organisierten Verbrechens, mit Raubbau und Umwelt­zer­störung sind Trends eingeleitet, die nicht nur zu schwerwiegenden politischen und sozialen Spannungen und Konflikten führen, sondern schlicht unsere Lebensgrundlagen gefährden.

Die Lösung dieser Probleme würde eine globale Gesellschaft voraussetzen, die über Sprach-, Länder- und Kultur­grenzen hinweg ein Mindestmaß an wirt­schaft­lichem und sozialem Ausgleich schafft und gleichzeitig weltweit die Schonung der natürlichen Ressourcen durchsetzt. Eine solche globale Gesell­schaft wiederum würde in den einzelnen Ländernund Regionen weltoffene, verantwortungs­bewußte und kompromiß­bereite Menschen voraussetzen. Mehrheitlich zumindest.

In Tat und Wahrheit aber ist eine Mehrheit der Menschen aufgrund mangelnder Ausbildung sowie aufgrund ihrer Lebenssituation gar nicht in der Lage, die Komplexität der Probleme auf diesem Planeten zu erfassen. Und sie ist erst recht emotional nicht bereit, fremde Menschen und Kulturen in ihrer Anders­artigkeit als gleich­berechtigte Partner zu akzeptieren. Bereitschaft zum Kompromiß — insbesondere zum wirtschaftlichen Verzicht zugunsten anderer — ist absolute Mangelware.

Dabei würde in den hoch­entwickelten Ländern Verzicht allein noch nicht einmal genügen. Persönliches Interesse und Engagement für das, was sich anderswo auf dieser Erde abspielt, wären unverzichtbar. Denn in einer Demokratie bestimmt letztlich die Mehrheit der Bevölkerung, wie die Weichen in der Politik gestellt werden. Die hohe Politik bildet letztlich nur ab, was aus den Menschen kommt. Wie der amerikanische Präsident sagte: "Wir sind gescheitert beim Versuch, das amerikanische Volk über die Folgen der globalen Erwärmung aufzuklären."

Die Menschen — wo immer auf dieser Welt — denken kleinräumig, kurzfristig und egozentrisch. Zur Zeit der Urhorde war dies überlebensnotwendig. Aber in der Zeit danach hat sich daran — bei Lichte betrachtet — nichts verändert. Auch nicht im 20.Jahrhundert, einer Zeit sich überstürzender technologischer Quantensprünge.

Dies wird jetzt nicht plötzlich anders werden — schon gar nicht in den nächsten zwei Jahrzehnten. Nicht ausgerechnet in einer Zeit, in der zunehmend mehr Nachwuchs in die Welt gesetzt wird, der keine Kultur- und Gesellschafts­fähigkeit mehr besitzt. Nicht in einer Zeit, in der die Schere zwischen Arm und Reich weltweit auf- statt zu geht; in der die Aufwendungen für Entwicklungshilfe sinken statt steigen; in der die sozialen Spannungen allenthalben zunehmen und Konflikte immer häufiger mit Gewalt ausgetragen werden; in der sich das organisierte Verbrechen weltweit zur stärksten Wirtschafts­branche entwickelt hat und ein beispielloses Wachstum aufweist. (cl.1998, s267)

 

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Und diesem Trugschluß erliegen sogar Leute, die es eigentlich besser wissen sollten. Man erinnere sich nur an die Beschwichtigungen des Wirtschafts­experten Fritz Baade, die Erde könne bis zu 65 Milliarden Menschen und mehr (!) ernähren, was dann allerdings einer Besiedlungs­dichte des heutigen Groß-New-York auf den besiedelbaren Erdgebieten entspräche. Auch Baades Kollege Meier von der Universität Michigan schätzte, daß die Erde rund 50 Milliarden Menschen satt machen könne, und der britische National­ökonom Clark kam immerhin auf 28 Milliarden, die »mehr als ausreichend« ernährt werden könnten, wenn in der ganzen Welt nur die landwirt­schaftlichen Methoden Hollands praktiziert würden. Mit derart wirklichkeitsfernen Milchmädchenrechnungen wird die Menschenvermehrung nur noch gefördert, indem sich etwa die Kirche darauf berufen kann, um ihr Verbot empfängnis­verhütender Mittel zu rechtfertigen, tatsächlich aber im Namen dessen, den sie den Schöpfer des Lebens nennt, den Untergang jenes Wesens vorbereitet, das sie als »sein Ebenbild« ausgibt. Faßt man zusammen, so sind es im wesentlichen sieben große Probleme, die uns mit dem »Aus« bedrohen, von denen aber auch jedes einzelne für sich den Untergang der Menschheit herbeiführen könnte. (tl.1983, s200)

 

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Vielleicht sollten wir, trotz der verheerenden Fakten, die Zukunft nicht allzu schwarz sehen. Irgendwie geht’s immer weiter! Dieses geflügelte Wort gilt nicht nur für persönliche, sondern ebenso für globale Schicksalsschläge. Die Menschheit hat bislang mehrere Eiszeiten, eine Sintflut, fünf Pestepidemien, zwei Weltkriege und sogar Schönbergs Zwölftonmusik überstanden. Wir können daher zuversichtlich sein, daß sie auch die zukünftigen Probleme meistern wird. Die entscheidende Frage ist jedoch, wieviel Tonnen Schweiß und Blut dabei in die gebeutelte Erde sickern werden. Somit bleibt die Panokratie als einziger tränenfreier Lösungsweg! (tb.1998, s321)

 

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Der Verlust des Glaubens an die Kraft des Utopischen hinterläßt ein Vakuum, das apokalyptische Stimmungen füllen. Nur wenige zeitgenössische Künstler zeigen Interesse an einer irgendwie gearteten Utopie. Ein Futurismus des Jahres 1995 wäre undenkbar. Die Kunst am Jahrtausendende gibt sich vor allem tragisch und existentiell. Das affirmative Pendant — denn keine Epoche ist einheitlich — weist einen heiteren, leichtherzig-spöttischen Charakter auf, der die Sinnkrise lächelnd überspielt; man denke etwa an die Kunst des niederländisch-flämischen Sprachraums. Die Künstler hingegen, um die es hier geht, stellen sich unmittelbar den Konsequenzen des Scheiterns der Moderne. Wenn es wahr ist, daß die Kunst ihre Zeit in Bildern konzentriert und zugleich ästhetisch überhöht, und wenn man die Kunst ernst nimmt als Stimmungs­barometer, kann die Lebenskrise zum Jahrtausendende als gravierend bezeichnet werden. Sie geht über die kunstimmanente Legitimationskrise hinaus. Daß die Kunst sozialpolitisch nichts bewirken könne und ihren Kontakt mit dem <Man on the street> längst verloren habe, ist heute ein Gemeinplatz. Die zeitgenössische Kunst zweifelt an sich selbst und — bedeutsamer — an der Fähigkeit des Menschen, Krisen zu meistern. (gf.1994, s140)

 

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Um mit der mächtigsten und darum auch schädigendsten Nation der Erde zu beginnen: Deren Staatssekretär des Inneren Stewart Udall kennzeichnete schon 1966 Amerika als eine "Katastrophe von kontinentalen Ausmaßen" und zitierte den Bürgermeister von Cleveland mit dessen Worten, "wenn wir nicht aufpassen, erinnert man sich an uns als die Generation, die einen Menschen auf den Mond schoß, während man selbst knie tief im Müll steckte". Doch was ist in den USA in immerhin einem Vierteljahrhundert geschehen? Präsident Richard Nixon hatte 1969 die erste große Umweltrede gehalten, doch fünf Jahre später stürzte er über die Verfehlungen, die unter dem Stichwort <Watergate> bekannt sind. Jimmy Carter wird in die Geschichte eingehen als der Präsident, der den Report <Global 2000> in Auftrag gab. Niemand vermochte die Prognosen des umfassenden Berichts zuwiderlegen; doch die Welt verhält sich heute so, als existierten diese nicht. Die pauschale Zusammenfassung der 1400 Seiten lautet, um nur die allerwichtigsten Sätze zu zitieren: "Wo 1975 zwei Menschen auf der Erde lebten, werden es im Jahre 2000 drei sein. Vier Fünftel der Weltbevölkerung werden in unterent­wickelten Regionen leben. Die Kluft zwischen den Reichsten und den Ärmsten wird sichvertieft haben. Die Umwelt wird wichtige Fähigkeiten zur Erhaltung vonLeben verloren haben. Die Welt wird anfälliger sein für Naturkatastrophen, ebenso für von Menschen verursachte Störungen. Wenn die Grundlagen heutiger Politik weitgehend unverändert bleiben ... wird die Welt der Zukunft auch infolge verpaßter Gelegenheiten eine andere sein. Tatsächlich lassen sich - wenn überhaupt - nur wenige der in <Global 2000> angesprochenen Probleme mit raschen technologischen und politischen Eingriffen handhaben. Sie sind vielmehr mit den schwierigen sozialen und ökonomischen Weltproblemen unauflöslich verflochten." (hg.1992, s361)

 

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Diese unheimliche Progression der Menschenvermehrung mit Schwerpunkten in den unterentwickelten Ländern mit ihren zahlreichen Analphabeten scheint die katholische Kirche mit ihren restriktiven Verlautbarungen zur Geburtenkontrolle überhaupt nicht zu begreifen, obwohl die Gefahr seit langem aufs eindring­lichste beschworen wird. Man vergegenwärtige sich nur einmal, daß allein in Indien gegen Ende der achtziger Jahre etwa 24 Millionen menschen­würdige Behausungen fehlten und diese Zahl bis zur Jahrtausendwende auf 40 Millionen angestiegen sein wird.  Kein Wort zu diesem »Weltproblem Nummer eins« enthält die Sozialenzyklika des Papstes Johannes Paul II. aus dem Jahre 1988. Dabei ist dem Vatikan bekannt, daß die Bevölkerung in manchen Entwicklungsländern mit bis zu vier Prozent jährlich wächst. In einem solchen Fall müssen in einem bereits darbenden Land mit fünf Millionen Einwohnern jährlich 200.000 Menschen zusätzlich ernährt werden, und nicht nur das. Keine Politik und kein Wirtschaftssystem wäre fähig, den Betroffenen bei einer derartigen Springflut menschlichen Lebens ein menschen­würdiges Dasein zu ermöglichen. (tl.1989, s147)

 

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Jede Epoche hat ihre Kassandras, doch der Menschheit gelang es bisher, all ihre finsteren Prophezeiungen zu überleben. Diese tröstliche Feststellung ist indessen nicht länger gültig, denn nie zuvor hat eine Gruppe oder eine Nation über die notwendigen technischen Mittel verfügt, um diesen Planeten für Leben untauglich zu machen.  Bisher konnte man seinen Feinden nur begrenzten Schaden zufügen — und tat es bei jeder Gelegenheit. Heute kann man die gesamte Biosphäre erpressen. Wäre Hitler zwanzig Jahre später geboren worden, hätte er es wahrscheinlich unter Androhung einer atomaren Götterdämmerung getan. Das Dumme ist, daß eine einmal gemachte Erfindung nicht rückgängig gemacht werden kann. Die Atom­bombe ist eine Realität; sie ist zum Bestandteil der menschlichen Daseinsbedingungen geworden. Wir werden fortan mit ihr leben müssen: und zwar nicht nur bis zur nächsten oder übernächsten Konfrontation oder Krise, nicht nur bis zum nächsten Jahrzehnt oder Jahrhundert, sondern für immer — das heißt, solange die Menschheit überlebt. Anzeichen weisen darauf hin, daß es nicht mehr sehr lange sein wird.  Für diese Schlußfolgerung gibt es zwei Hauptgründe. Der erste ist technischer Natur:  Da die Mittel zur nukle­aren Kriegführung immer wirkungsvoller werden und ihre Herstellung immer weniger Schwierigkeiten bereitet, kann man nicht verhindern, daß junge und unreife Nationen bald ebenso darüber verfügen werden wie alte und überhebliche Staaten, und eine globale Kontrolle der Kernwaffen­produktion ist nicht durch­führ­bar. In der überschaubaren Zukunft wird überall auf der Erde, von Nationen aller Hautfarben und aller Ideologien, atomares Kriegsgerät in großen Mengen hergestellt und gelagert werden. Die Wahrscheinlich­keit, daß ein Funke, der die Kettenreaktion auslöst, früher oder später absichtlich oder unabsichtlich gezündet wird, dürfte dementsprechend zunehmen und sich auf lange Sicht der statistischen Gewißheit nähern.  Man versetze sich in die Lage einer Schar von straffälligen Jugendlichen, die, eingesperrt in einen Raum voller leicht brennbarem Material, eine Schachtel Streichhölzer erhalten — und dazu den guten Rat, sie nicht zu benutzen. (ak.1978, s10)

 

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Es ist merkwürdig, daß wir zwar zunehmend über bedrohliche Vorgänge auf der Erde klagen: über die Rohstoffverknappung, über Terror und Gewalt, über die Bevölkerungs­lawine, die Belastungen durch den Leistungsdruck in der Industriegesellschaft und manches mehr, aber niemand auf die Idee zu kommen scheint, es könnte all dies ein Indiz für Schwerwiegenderes sein — nämlich erste Zeichen für den bevorstehenden Untergang unserer Art. Woher nehmen wir eigentlich unsere Unbekümmertheit? Warum nennt niemand die Katastrophe beim Namen? Liegt es daran, daß wir die Bedrohlichkeit einer Situation um so weniger erkennen, je langsamer sie sich aus harmlosen Anfängen entwickelt?  Aber wenn überhaupt — wie anders als allmählich — gewissermaßen schleichend — sollte ein Verfall der Art Homosapiens einsetzen, wenn wir von einem Atomkrieg absehen? Noch immer — auch im fortgeschrittenen Stadium — wirken ja kompensierende, gegensteuernde Regelgrößen, und das Menschenhirn wird nicht zögern sich zu wehren, wenn es sich bedroht fühlt. Verdrängen wir nicht auch täglich den Gedanken an den persönlichen Tod? Wir wissen um die <Macht des positiven Denkens>, aber auch sie ist nur eine Schutzfunktion, die zwar individuellen und kurzfristigen Erfolg bringen, nicht aber langfristige Trends abwenden kann, weil sie letztlich eine Vogel-Strauß-Methode ist. (tl.1974, s254)

 

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Jetzt eigene Gedanken zum Thema:

 

 


 

In die Zitate sollte man Einheitlichkeit reinkriegen. Das müsste gelingen. Es scheint 'Lager' zu geben - und sie überschneiden sich.  Wir können sie heute miteinander verbinden. Damit halten wir die Widersprüche zwischen ihnen aus. Ein Schwerpunkt ist immer: "Endzeitvisionen sind schlecht!" (Wegen Lähmung, Apathie, Lethargie, Resignation, Depression, Defätismus, usw.) Ein anderer Schwerpunkt ist: "Endzeit" (-stimmung; -vision), "Apokalyptik", Untergang (Welt-), Aussterben (Extinction) ist schlecht, weil es den Bürger Angst einjagt und ihn "gefügig" machen soll. z.B. für eine Diktatur oder ein Regime.  In diesem Zusammenhang taucht dann bald das Wort "Interessen" auf. Und etwas später dann irgendwas mit "geheim" und "Organisation". Aber darum soll es jetzt nicht gehen. Wir bleiben bei der Frage, wie der Aufruf zum Sozialismus (nach G. Landauer, zur ökologischen Umkehr, zu detopia, zur Panokratie, zur "Armut" ("Verzicht"), usw.) begründet werden soll.

Wiederum ein anderer Schwerpunkt ist: "Endzeitwarnungen sind gut, weil sie den Bürger zum Handeln motivieren."

 


 

 

Kann man in 'überzeugter Weltuntergangsstimmung' die seelische Energie aufbringen, um eben diesen Untergang zu verhindern?

Mit Spiritualität/Religiösität/Tradionallität - geht es besser.

Zuerst ist das eine Frage der (eigenen, menschlichen) Würde: "Um meine Selbstachtung zu behalten, tue ich was."

Dann ist eine frage der angstbekämpfung: aktivität mindert und mildert sie (besser als alles andere).

Dann ist es eine frage des eigenen 'survivals': da überleben nur in freundschaftlichen gruppen möglich ist, aber freundschaft wachsen muss, so finde ich gerade hier beim #kampf um detopia# die besten leute, 'die zu mir passen'.

Dann kann man an ein wunder glauben, an eine 'volksbewusstseinswunder'.

 (welches man durchaus auch als göttliches ansehen kann).

Dann: katastrophenerziehung, die erziehung durch misstände und leid. es ist zwar nicht sicher, ob das (detopisch) bewusstseinsbildend wirkt. es kann auch in eine andere richtung losgehen. der beispiele sind so viele.

Etwa: poroschenko hat trotz aller mängel wirklich was für das land getan. das ukr. volk sollte zu ihm halten. dennoch wählt es (mit selinski) ein hohes risiko.

Etwa: es deutet sich wieder ein große trockenheit an (wie schon 2018).

 


 

Der innere Weg

 

 

Der innere (heutige) Weg zu Detopia ist heute noch nicht gefunden. Das zeigen sowohl meine eigenen erfahrungen mit dieser webseite seit 20 jahren (bescheidene zugriffe; kaum leserbriefe) als auch die erfahrungen der letzten 50 jahre zu kommunen, alternativen, ökopax, anti-dies-und-anti-das. (diese auswertungen habe ich auch detopia.de) als auch die (geringen) auflagen (nachfrage) der bereits vorhandenen 'detopischen bücher' (blubb, pm, stowasser, ferst; usw.)

 

bei den kommunen (einschließlich panokratie und bolo/subcoma) ist ja immer das problem mit der RENTE. wenn der weltuntergang doch später kommt (als zu meiner lebenszeit): wie entgehe ich der alterarmut? - ähnlich auch krankenversicherung, arbeitslosenversicherung (die pflege kann man durchaus in der kommune organisieren). aber kinder: wie werde ich der normalen elternverantwortung gegenüber meinen kindern gerecht?

hinzu kommt: kommunen können keine gleichberechtigten 'marktteilnehmer' sein. sie sind im nachteil wegen der arbeitsproduktivität. sie können nur untereinander austauschen. aber geld (krankenversicherung) ist auch nötig. das geht dann nur durch 'marktnischen' (bioprodukte, etc.)

daher: der parallelaufbau klappt nicht. nicht innerhalb der gegenwärtigen durchorganisierten europäischen kapitalistischen gesellschaftsordnung.

für sich selbst kann man formen suchen und es gibt auch welche. meist mit religiösem/kirchlichem hintergrund bzw. basis. (und natürlich auch dann, wenn die eltern ein häuschen haben, dass man einmal erben wird; also den 'notgroschen'.)

daher:

detopia muss hier in d auf ganz d zielen, also: detopischen partei, bundestagswahl, verfassungsänderung.

eventuell kann man ein bundesland herauslösen (wie auch callenbach mit kalifornien phantasierte).

 

dadurch wird natürlich alles hoffnungslos, denn man kann nichts tun.

daher brauchen wir einen pseudo-religiös gestützten weg. der soll uns die ewige durststrecke bis zum ersten motivierenden kleinerfolg stützen.

natürlich auch alles andere: würde, paddeln, freundschaft, kränkungstherapeut, usw. (bei detopia woanders schon beschrieben).

(hier kann man auch von den pranksters lernen, oder wie sie heißen. eventuell auch zusammenarbeiten; möglichkeit ist zu prüfen.)

 

man kann also insofern dinge tun, dafür, dass man erfolgserlebnisse hat - für sich.

aber bei dem 'soll-ziel': "kinderlachen im jahr 3000" kann man eigentlich nichts machen......

... weil das menschheitsende gleich mehrfach programmiert ist. (ganz unabhängig von restzeit).

so gesehen war auch die verbindung von arbeiterbewegung und marxismus nachteilig. die arbeiterbewegung hätte in ruhe bei sich bleiben sollen, also genossenschaften, gewerkschaften, selbsthilfe, reformbewegung, arbeiterbildung, kleingärten, usw.

und marx/engels hätten sich mit ihrer rolle als historiker, philosophen, wissenschaftler, autoren zufriedengeben sollen..... müssen.

denn: es ist bisher noch keine theorie (theoretischer weg) entworfen worden, wenigstens ein volk/region/land dauerhaft auf frieden und ökologie einzustimmen.

die detopische gesellschaftsordnung kann das auch nicht leisten, denn sie ist nur eine 'künstliche/konstruierte' staatsform, um erstmal einen schritt weiterzukommen und 'um ruhe reinzubringen'. (sie hat also keinen lang-theoretischen hintergrund; natürlich habe ich einiges gelesen und mit verwendet.).

 

somit:

die aufgabe steht noch an: irgendeine bewegungsform zu finden, mit der mensch sich dauerhaft für 'höhere', längere, idealistische ziele einsetzen kann. (obwohl detopia nur wenig idealismus braucht, sogar wenig sozialismus und christliches. detopia ist sehr sehr materialistisch und individuell, ja: 'egoistisch'.)

da muss mein altes 'milliardärskonzept' (von vor 20 Jahren) nochmal herhalten: man benötigt eine 'anfangsfinanzierung', damit man sich erstmal treffen und reden kann. welche deutsche stiftung 'fördert' mal, damit sich einhundert leute (aus D) an einen ort (in D) mal für vier tage versammeln und schwatzen können? (aber das nur nebenbei).

 

kehren wie zum anfang des anhanges zurück, um selbigen zu schließen:

wir müssen in uns suchen, ob es einen 'punkt der energie' gibt, der uns befähigt, rechtschaffend-detopisch zu handeln. zuerst zu lesen und nachzudenken. dann sprechpartner zu finden. dann kontakte zu knüpfen. zusammenkünfte zu organisieren. usw. usf. (selbst für anträge an stiftungen zur 'förderung' benötigt man energie).

und das alles in der überzeugung, dass es für das große ziel 'sowieso nichts mehr nützt'. wahrlich keine konventionelle aufgabe.

und trotzdem habe ich hoffnung. sie ist nicht zu begründen. aber sie ist da.

es ist kein optimismus, auch kein 'vorsichtiger'. es ist etwas wie gewißheit. denn: das ende des homo sapiens kann irgendwie nicht 'schmählich' sein. 'das passt nicht'. es muss in würde sein. ungefähr wie: "Wir haben es nicht geschafft!" - "Wir haben uns bemüht, ewig zu leben (als Menschheit)" - "Wir wollten den Weltraum erobern." - "Wir geben die Krone der Schöpfung freiwillig an unseren Nachfolger ab." - usw., usf. - Also irgendwie..... menschlich. (Selbstverständlich mindert und mildert solch eine Haltung/Einstellung das Leid und die Not beim Aussterben milliardenfach. - Da sollte die christliche Ethik jetzt die Ohren spitzen.)

 

 

 

 


 

Umgepflügt

 

Jedenfalls wird der Planet Erde tagtäglich umgepflügt - zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Die meisten der bald acht Milliarden Menschen benötigen (und streben) Wohlstand (finanziell, materiell). Wohlstand bedeutet ihnen (und uns): Geld und Produkte.

Man kennt die Begriffe wie: Umwelt, ökologischer Fussabdruck, Grenzen des Wachstums, 3 bis 5 Planeten, NPP, Zieglerzahl (das ist eine ök. Messzahl)

Kurz: Natur wird in Produkte umgewandelt. (z.B. Stahl) Das geschieht jeden Tag. 365 Tage im Jahr.

Außerdem beginnen die Menschen sich zu streiten - um Lebensraum.

Internationale Politik? Bei der Klimafrage wird es versucht. Und auch dabei (halbherzig), dass die Welt nicht mit Rüstungsgütern überschwemmt wird ("geflutet").

Die Ozonlochfrage wird oft vorgezeigt als positives Beispiel.

Und der Psychofaktor? (ök. Bewusstseinsbildung) Wenig. Wir amüsieren uns (wohl doch 'lieber') zu Tode.

Der westliche Mensch wird "dümmer" - hinsichtlich seiner Zukunftvorsorge. Es ist nicht intellektuell gemeint. Hier wird er sogar "klüger" (wenn wir den wissenschaftlichen-technischen Sachverstand als Maßstab hernehmen.)

Es gibt nun jede Menge Leute, die finden die Gegenwart gut. Und die finden auch die Wachstumstrends gut. Und andere Trends auch. Sie prognostizieren und prophezeien eine rosige und leuchtende Zukunft. (Eine lebenswerte Z.)

 

Wir vertrauen ihnen. Wir glauben ihnen. Und wir wissen, dass es rechnerisch unmöglich ist, dass es noch Jahrzehnte einigermaßen bequem weitergeht.

 

 

 


 

Das ist der Fakt, von dem wir auszugehen haben.

Wir haben unterschiedliche Meinungen über die Gegenwart.

Wir sprechen nicht mehr miteinander, sondern: Jeder erzählt seins. Allen voran Donald Trump via Twitter. "Tue Gutes und rede darüber." Und andere Staatslenker machen es nach.

 

Man kann Zukunft nicht beweisen.

Es wird immer Leute (in Massenmedien) geben, die sagen: "Alles halb so schlimm." Und: "Ist doch gut, wie es ist." Oder: "Selbstreinigungsprozess", früher bei Stalin und Mao: "Säuberungen".

Insofern muss es keine Endauslöschung der (gesamten) Menschheit geben. Also auch keine "Apokalypse" (=Offenbarung).

Nur ein bisl mehr Not und Leid - milliardenfach.

 

 


 

 

Der normale deutsche Mensch (Bürger) ist weit davon entfernt, sich zu bilden, sich zu organisieren, um politisch einzugreifen.

Und noch weiter davon, dies im (detopischen) Sinne "Small ist beautiful" zu tun.

Das ist völlig ausgeschlossen.

Nebenbei: Ein Wunder (im Normalbewusstsein) muss vorbereitet sein und ich denke, dass ist es schon, und zwar insofern, weil es schon jetzt genügend 'detopische Bücher' gibt, die das Volk dann lesen kann, wenn sein (langlebiges) Überlebensinteresse erwacht ist, genauer: erwachen würde.

Unter der (begründeten) Annahme, dass der normale westliche Mensch analog zum normalen deutschen Menschen 'tickt', kann formuliert werden:

Es ist völlig und vollkommen ausgeschlossen, dass sich am Hauptstrom der Menschheitsentwicklung irgendetwas ändert.

Dieser Hauptstrom scheint auch "unterirdisch" zu sein, also wie ein "kollektives Unbewusstes". Ich will damit nur andeuten, dass wir den Hauptstrom nicht immer sehen.

Hinzu kommen neue Eigengesetzlichkeiten der Megamaschine bzw. des Technopols.

(Diese wirken auch auf die Massenpsyche zurück.)

 


 

Die guten detopischen Bücher (Ferst, Bahro, Harich, etc.) sollen weiter wirken (auch bei detopia.de)

Aber ich selber 'klimawechsele' zu den konsequenten Melancholikern (Horstmann, Fuller, Lauterbrug, Löbsack, etc.)

Diese Abteilung braucht Verstärkung (bei detopia.de) Wir brauchen mehr Trost für die Seele. 

Der selbstverschuldete Untergang kann noch besser aufgeklärt werden. 

Man ist irgendwie noch nicht richtig zufrieden. Man glaubt immer noch, dass eine erfreuliche Zukunft durch richtige (kluge) oder 'die richtigen' Worte hergestellt werden kann.

"Genauso ist es! So machen wir's!"

 


 

Der richtige Weg

 

Es scheint egal, ob "Apokalypse" (=Offenbarung) oder apokalyptische "Reiter" (Pest, etc.) oder Titanic (Krachbum) oder Kampf bis zur letzten Patronenhülse.

Es scheint egal. Denn:

Das Leben wird jährlich unangenehmer.

Und das reicht einem.

Das sollte reichen.

Um sich ernsthaft Gedanken zu machen.

Ob volk den richtigen Weg geht - den Weg, den es auch noch in 50 Jahren als richtig empfindet

und die (erwachsenen) Kinder sagen den Eltern, dass es der Richtige war.

 


 

Das digitalisierte Leben

 

Die Digitalisierung bzw. Elektronisierung  mit PC und Internet (einschließlich smart und mobil) hat alles ganz doll verändert. Zuerst glaubte man, zum Guten.

Aber vielleicht sollte man das moderne Leben insgesamt in den Blick nehmen. Denn dazu gehört auch, dass man da morgen hinfliegen kann, was man heute im Fernsehen sieht.

Das gilt nicht nur für uns "Reiseweltmeister", sondern auch "andersherum". In Deutschland sind inzwischen alle 200 Volksgruppen eingereist, eingeflogen und eingewandert und haben sich 'niedergelassen'.

Und da immer neue Transportmittel gebaut werden, kann man damit rechnen, dass Volkswanderungen weiterhin versucht werden.

Ich habe zwar nichts gegen eine ferne Zukunft mit einer Einheitsrasse und einer Einheitskultur.

Aber heute haben wir viel Nationalismus, Patriotismus, Fremdenangst und Fremdenfeindlichkeit.

Ich vermute, das ist auch gerechtfertigt bzw. es hat einen realen Hintergund.

Hinzu kommt eine Tendenz zur Pseudomafia.

Hinzu kommen die Hooligans und Rockerbanden.

Ich glaube, auf die Dauer wird auch ein Polizeistaat unterwandert. In der DDR war das noch nicht möglich, weil der Staat die Hand auf wichtige "Lebens"-Mittel hatte: Wohnungen, Autos, Bankkonten, Arbeitsstellen.

Das ist heute anders. Heute kann sich einer mit wenig Geld, wenig Intelligenz und wenig "Beziehungen" an's andere der Welt 'absetzen' und 'untertauchen'.

usw.

Ich will darauf hinaus, dass sich noch mehr verändert hat als nur das durch den Mikroprozessor.

Wir erfinden neue Technik und dann suchen wir 'Einsatzgebiete'. Oder auch umgekehrt: Wir entwickeln die Technologie für ein Problem.

Aber immer wegen Geld. Zumindestens vom Staatlichen her sind wir eine Geldweltgesellschaft. Und das hat Auswirkungen bis ins Private.

Ich behaupte nicht, dass es vor hundert oder zweihundert Jahren anders war (z.B. in Deutschland).

Vermutlich war es ähnlich, obwohl noch mehr in Subsistenz hergestellt werden konnte.

Ich will darauf hinaus, dass das Volk keine freie Geisteskapazität hat, um sich mit Gesellschaftsphilosophie zu befassen.

Und ich will darauf hinaus, dass die organisierte Vergnügungsindustrie versucht, in jede freie Minute einzudringen.

... und leider auch auf "Gegenliebe" stößt.

Beispiele:

Youtube und Netflix, Games und eSport, Onlinespielsucht und einarmige Banditen, Flaschenregale in den Kaufhallen, Erlebnisreisen, Musikfestivals (pro Jahr in Deutschland wohl 2000), Fussball, überhaupt im Internet "surfen".

Einerseits sind/werden wir ständig abgelenkt anderseits müssen wir uns 'selbstvermarkten'.

 

Da kann politisch nichts werden und darauf wollte ich ja nur hinaus.

 

Wenn ich durch neue Basisbewegungen eines Besseren belehrt werde, dann soll mir das recht sein.

Jedoch: Alles braucht einen langen Atem.

Und der Atem kann nicht nur aus den Misständen kommen. Sondern er muss auch Neuaufbau beinhalten.

Sonst haben wir bald nur noch Frustwahlen.

 


 

Die Menschheit ist psychologisch am Ende,

weil alles zur Droge wird oder so wirkt. Die Menscheit wird sediert, ruhiggestellt, eingelullt, abgelenkt, in sich selbst verwirrt.

Kein einzelner Bösewicht ist am Werke.

Es ist wie ein "Programm", ein vorgezeichnetes Schicksal, (prästabiliert), wie eine Gesetzmäßigkeit

Lewis Mumford, Erich Fromm, Rudolf Bahro nannten die Ursache: Die Megamaschine.

Einiges wäre gewonnen, würden die Reichtumsfetischisten dieser Welt begreifen würden:

1. Der Privatreichtum macht die Erde kaputt. 

2. Der Zusammenbruch der Biosphäre kann auch von heutigen Milliardären nur unwesentlich lange überlebt werden.

3. Eine Lebenswelt mit schwacher (und wackliger) Biosphäre und ohne 'Schmerzspritze beim Zahnarzt' (also Zivilisation) wird ein knochenhartes Leben, welches dem der Urzeit entspricht.

Aber:
Ich sage nichts Neues. Solche Sätze las ich in schon vierzig Jahren alten Büchern. Das heißt, dass Aufklärung (und Kultur) nichts bewirkt. Dafür gibt es einige herausragend-klare Beispiele.

 

Nebenbei:

Nun gibt es die Rebellen gegen Aussterben und Freitags für Zukunft.

Davor gab es attac und occupy. Und davor gab Greenpeace und Earth Day (UNO-Tag seit 1970 am 22.4. jährlich)

Dann gab es den Club of Rome, die Grenzen des Wachstums und Global 2000.

Es gab dann die Hoffnungen auf das WWW, die Piratenpartei und die (kapitalgesteuerten) Sozial-Medien.

Ich will alles überhaupt nicht kleinreden. Das ist so wie es ist.

Aber der Zustand der Biosphäre ist ebenfalls so wie er ist. Und die Trends sind ebenfalls so, wie sie sind.

Selbst wenn sich ein ganzes Volk solchen Protesten anschließen würde, dann müsste dennoch die Hauptfrage beantwortet werden:

Wie sollen wir leben - und wie können wir das (lernen)?

 

Und ich drücke natürlich beide Daumen, dafür, dass frischer Wind in die Weltpolitik kommt. (Die Weltökopolitik kann nicht losgelöst davon funktionieren.)

Aber ich sehe auch das Schicksal früherer Betroffenheits-Bewegungen.

Sicher: Durch WhatsUp, Twitter und Facebook sind hier neuartige Schnell-Beziehungen möglich.

Aber der Schritt zu zwischenmenschlichen Beziehungen, Zusammenhalten und Krisendurchstehen ist ein großer.

 

 


 

Grundordnung 

 

Detopia ist (noch) keine "Gesellschaftsordnung". Denn eine "GO" muss auch wachsen, damit sie von der Mehrheit auch als "Ordnung" erkannt wird.

Detopia ist 'vorerstmal' eine Staatsform. Eine Reglement, damit man weiterkommt. Eine Verfassung. Ein Grundgesetz. Eine Vereinbarung. Ein Vertrag.

Ein "Gesellschaftsvertrag".

Detopia soll den Volkverstand befreien, jenen, der jetzt gefangen gehalten wird. 

Gefangen z.B. durch das Schnäppchenjagdfieber. Früher war die Jagd auf 'Wild' in den Wäldern des Königs für 'Wilderer' verboten. Auch heute noch braucht man eine 'Jagdschein' dafür. Zusätzlich wohl einen Waffenschein, falls das Fallgrubengraben zu lange dauert. Wenn man alles hat, dann kann man heute auf die Jagd gehen. Auf Schnäppchen. Auf "Angebote". Auf "Werksverkauf". Auf Ebay. Auf den Flohtrödelmarkt. 

Die einheitliche Besitzgrenze verschafft der Vernunft "Luft nach oben".

Die menschliche Volksvernunft kann sich jetzt wertvolleren Aufgaben widmen, als dem "Noch-reicher-werden-wollen" oder dem 'Noch-mehr-Zeug-besitzen-wollen.'

(z.B. dem einfachen - gemeinschaftlichen - Überleben)

Detopia kann auch wieder abgewählt werden, wenn diese Ordnung nicht mehr sein soll. (nicht bewährt; nicht mehr gewollt).

 


Haller und Maaz

Auf Youtube gibt es Vorträge von Reinhard Haller und Hans-Joachim Maaz.

Beide können kurzweilig vortragen. Haller widmet sich mehr den Einzelstörungen, Maaz mehr den gesellschaftlichen.

 


 

Freitags für (gutes Klima in der) Zukunft und die Rebellion gegen das Aussterben.

Der Ernst der Lage sei zugegeben und meine Anerkennung und Wertschätzung sei hiermit deutlich gesagt.

Jedoch müssen die Dinge auch zeitphilosophisch betrachtet werden. Wut und Angst können wie ein Hilfsmotor wirken. Es muss aber auch Kameradschaft zwischen fremden Menschen entstehen, was in der Jugend des Lebens leichter geht.

 

 


Mir nach, ich folge!

Bahro hat mit seinem "kollektiven Fürsten" (der ökologischen Wende) auch bisl Schaden angerichtet und zwar insofern, als dass potenzielle 'Macher' (Organisationstalente) überfordert und abgeschreckt werden.

Es kommt doch erst einmal darauf an, einen soliden Weg dafür zu finden, dass über ganz Deutschland verstreute Individualisten und Idealisten sich finden, formen und ein handlungsfähiger Verein emporsteigt.

Das kann ich mir für heute auch vorstellen, aber wichtig ist außerdem: Wieviel Vereinsenergie bleibt übrig für Außenaufgaben? Denn es ist richtig, dass der Verein zuerst den Mitgliedern persönlich dienen soll. Und hier, bei unserem Vereinszweck, muss es ganz besonders in dieser Reihenfolge gehen. Denn ohne solide Gründung in einer Gruppe (oder gar spirituell/religiös; noch besser: teilmateriell abgesichert) kann man sich nicht an einen Infotisch an die Straße (Platz, FG-"Zone") stellen.  Und einladend wirken. Und neues Zeug predigen. Und das Kopfschütteln wegstecken können.

 


 

Ein Zitat:

"Und wenn es so weiter geht - wie bisher - und keine Veränder­ungen statt­finden - kann man heute deutlich sagen -, werden wir das Ende dieses Jahr­hunderts nicht erreichen. Und wir setzen alles daran, um da aufzuklären."

(Rolf Kreibich, 2013 im Deutschlandfunk (Gespräch zu R. Jungk), ab Minute 3)

 de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Kreibich  (*1938)

 

Kommentar von detopia-2019: 

Das Interessante hier ist, dass mündlich aussprochen wird, was mir von vielen Autoren immer nur schriftlich vorliegt. Und: RK wiederholt inhaltlich sein Zitat des Jahres 2000 (oben: konkreter und ausführlicher). 

Und: Der DLF ist für mündliche Aussagen fast die 'allerhöchste Stelle' (in D.) Darüber kommt nur noch eine Rede vor dem Bundestag, wenn alle anwesend sind und keiner murrt.

#

Eine andere Medienstelle ist mir unbekannt, wo ich eine 'offizielle' Meinung erfahren kann - für das Ohr des Volkes. (Das Gesprochene kann natürlich zwecks Volksverbreitung verschriftlicht sein.)

Die Privatmedien können das heute nicht mehr sein - zu deutlich ist deren Verkaufsorientierung. Dann gibt es noch Zwitter wie taz, junge welt und Der Parlamentarier (Berichte aus dem deutschen Bundestag).

Aber richtig eine (längere) Durchsage an das Volk kann man damit auch nicht machen.

#

Erinnerung an: Antikriegsrede 1911 von August Bebel im Reichstag, Tumulte, Rufe: "Hinaus mit ihm."

Erinnerung an Rede von Reinhard Demoll, 1958, Biologentag (Fachkongress), ca. 1000 Zuhörer, der gegenwärtige Weg führt in "völlige Vernichtung des Lebensraumes der Menschheit". (Zitat nach Kay Hünemörder, 2004, S.36)

Zur Erinnerung: 

Es gab 2006 einen/den 90minütigen Dokumentarfilm "The planet"/"Unser Planet" von Stenberg und Soderberg. Er wurde sehr oft im ARD gezeigt/wiederholt. Mit eindeutigen ökopolitischen Aussagen. Er war auch jahrelang auf youtube vorhanden.

Fazit: Mehr bzw. Besseres geht auf der 'Filmstrecke' nicht. Kann es nicht geben. Insofern wissen wir heute, 2019, mehr (alles?) über die Einflussmöglichkeit (Zukunftsaufklärung) durch Film (Dokfilm).

de.wikipedia.org/wiki/Unser_Planet

 


Todesursache: Mangel an Phantasie. 

Warum es schwer ist, Menschen zum Überleben zu überreden. 

Von Hoimar von Ditfurth im Nachlass-Buch <Die Sterne leuchten, auch wenn wir sie nicht sehen>

 

Auszug:

"Spätestens an diesem Punkt kommt in aller Regel die Rede auf den von bestimmten Interessengruppen ausgehenden massiven, mit allen Mitteln moderner PR-Strategien geleisteten Widerstand. Ohne jeden Zweifel gibt es in der Industriegesellschaft die bekannten, mächtigen Gruppierungen, die in unbeirrtem Egoismus den eigenen Vorteil mehr oder weniger ungeniert dem Allgemeinwohl überordnen. Aber genügt diese Feststellung allein wirklich, um die generelle ökologische Lernunfähigkeit unserer Gesellschaft zu erklären? Bliebe dann etwa nicht immer noch unerklärt — um nur ein einziges Beispiel zu nennen — warum die Repräsentanten dieser Gruppen eigentlich so erfolgreich jeden Gedanken daran zu verdrängen vermögen, daß die Welt, die sie ihres kurzfristigen Vorteils wegen zu ruinieren im Begriff sind, schließlich die gleiche Welt ist, in der auch sie selbst und ihre Kinder werden überleben müssen? Ich glaube daher, daß der beklagenswerten Wirkungslosigkeit der meisten Bemühungen um ökologische Aufklärung auch eine Besonderheit der menschlichen Psyche zugrunde liegt: Die Wahrnehmungswelt des Menschen ist ganz offensichtlich so strukturiert, daß abstrakte Argumente und verbale Informationen jene Tiefenregion unserer Psyche gar nicht erreichen, in der das Fundament unserer grundsätzlichen Einstellungen und Wertmaßstäbe gelegen ist. Auch diese Vermutung ist keineswegs neu. In dem überindividuellen Wissensbestand unserer sprachlichen Tradition hat sie längst ihren Niederschlag gefunden. Im Volksmund etwa in Gestalt der bekannten Redewendung, die besagt, daß das, was zu dem einen Ohr hereinkommt, den Kopf im allgemeinen auf dem kürzesten Wege, nämlich dem durch das andere Ohr, umgehend wieder zu verlassen pflegt."

 

Text bei hoimar-von-ditfurth.de - mit Google suchen.

 


 

Die Zerstörung der Welt schreitet tagtäglich voran. Man nennt es "Entwicklung". Man nennt es "Wachstum".

Man nennt es "Angleichung der Lebensverhältnisse". Man nennt es: "Der Massenwohlstand ist der einzige Weg zum sozialen Frieden." 

Man nennt es: "Freie Fahrt für freie Bürger."

Man nannte es: "Kommunismus ist gleich Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes."

Man wird es nennen: Die Industrialisierung der Sahara.

Man wird es nennen: "Entweder wir gewinnen den Mars und die Erde oder wir verlieren die Erde." (Ralf Schauerhammer 1990)

Man wird sagen: "Wir haben es ja schon immer gewusst."

Man wird sagen: "Schuld sind immer die Sozis und die Nazis."

Man wird sagen: "Schuld sind nur die Russen und die Juden."

Und die Zerstörung der Welt schreitet täglich voran.

 


Exterminismus (Von Ulrich Albrecht)

Der Begriff wurde im Frühjahr 1980 von dem britischen Historiker und (besonders seither) Aktivisten der Friedensbewegung Edward P. Thompson (1924-1993) geprägt. Zuvor ist Thompson als engagierter Sozialhistoriker (1961) sowie durch seine Polemik gegen Althusser (1979) und als Wissenschaftskritiker bekannt geworden (1980).

In seinen Arbeiten sucht Thompson die theoretische Debatte in der neuen Friedensbewegung mit einem undogmatischen Marxismus zu verbinden. Seine öffentliche Wirkung umriss der Guardian 1982 mit der Wertung, Thompson sei »der beste politische Essayist« des Landes.

Der Sache nach, nicht im Begriff, taucht das Konzept zunächst in dem Pamphlet >Protest and Survive< auf (einer Ironisierung des Titels der amtlichen britischen Schrift zum atomaren Zivilschutz, >Protect and Survive<), die Thompson im Februar 1980 schrieb.

Provoziert durch eine Zuschrift des Oxforder Militärhistorikers Michael Howard an die Times vom 30.1.1980, entgegnet Thompsonin einer breit bekannt werdenden Polemik, dass es nach der Aufstellung von Marschflugkörpern nicht um einen verbesserten Zivilschutz gehe. Das Problem sei umfassender. Dabei geht Thompson von einer Sprachbeobachtung aus: »Mysterien umgeben das Treiben der technologischen ›Alchemisten‹. ›Abschreckung‹ ist nunmehr Normalität, und die Gehirne sind an das Vokabular wechselseitiger Auslöschung [extermination] gewöhnt worden.« (1980)

 

 de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Albrecht  (1941-2016)


 

Was ist Exterminismus? (Von Rudolf Bahro, 1987)

1980 schrieb Edward Thompson, der visionäre britische Historiker, um den Widerstand gegen die »Nach­rüst­ungs«-Pläne zu begründen, seinen Essay über Exterminismus als letztes Stadium der Zivilisation. Im Englischen ist das zwar ein neues Wort, aber kein Fremdwort. Wenn man Unkraut vertilgt oder Ungeziefer ausrottet, sagt man exterminate, ähnlich den romanischen Sprachen, aus denen das Verb kommt. Es meint die massenhafte Vernichtung von Leben, das wir für unwert befunden haben. In diesem Sinne hat es 1958 auch Gustav Heinemann gebraucht, als er im Bundestag erklärte, man könne die Atombombe nicht eine Waffe mehr nennen: Sie sei ein Ungeziefer­vertilgungsmittel, diesmal angewandt auf Menschen.

Ich empfand gleich, daß Exterminismus nicht nur auf militärischen Overkill — auf solche Erfindungen wie die Neutronen­bombe, die nur Lebendiges vernichtet — paßt, sondern tatsächlich auf die Industrie­zivilisation insgesamt und zwar in sehr vielen, nicht nur materiellen Aspekten, obgleich diese letzteren zuerst ins Auge fallen. Es hatte seinen Sinn, daß die Ökopax-Bewegung nicht bei den Atomwaffen, sondern bei den Atomkraftwerken und bei scheinbar noch harmloseren Anknüpfungs­punkten begann. Die Kernkraft ist nur der geile Spitzentriebeines Krebses, der unserer Gesamt­kultur innewohnt. Hinter den verschiedenen Abwehrbewegungen stand unaus­gesprochen schon die allgemeine Erkenntnis: In den Regelkreis, der unsere Gattungs­entwicklung lenkt, hat sich der Tod eingenistet. Thompsons Satz von der »zunehmenden Bestimmtheit des exterministischen Prozesses«, von der »letzten Disfunktion der Menschheit, ihrer totalen Selbst­zerstörung«, kennzeichnet die Lage insgesamt.

 

 de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Bahro  (1935-1997)


 NATO, the Bomb and socialism

In: <Universities & Left Review>, Nr. 7, Herbst 1959

Peter Sedgwick:

"Eine Verschwörungstheorie lag allen Untersuchungen aus dem stalin­istischen Einflußbereich zugrunde: <Die herrschenden Kreise der USA setzen alles daran, einen neuen Krieg vorzubereiten.>; <Genau diese Kreise bereiten ununterbrochen neue Aggressions­pläne vor.> So schreibt man dem Feind einen kriminellen Vorbedacht zu, der kaum einleuchtet und marxistischen Kategorien fremd ist.

Was Wright Mills den <Drift und Drang in Richtung Dritter Weltkrieg> nennt, läßt sich in der Tat der Existenz oligarchischer und militärischer herrschender Klassen zuschreiben; die sich übrigens gleichmäßiger auf alle Kontinente des Globus verteilen als Friedens­anhänger vermuten.

Die Kriegsgefahr erwächst jedoch nicht aus der bewußten Planung dieser Eliten. Wäre dem so, dann könnten wir ruhig schlafen, denn die <herrschenden Kreise> (siehe oben) dürften kaum die eigene Vernichtung planen. Der Krieg kann aus politischen Entscheidungen dieser unverant­wortlichen Minder­heiten resultieren, als das letzte, unvorhergesehene Glied einer kausalen Kette, die in jedem Stadium von den vorangegangenen Entscheidungen einer herrschenden Klasse geschmiedet worden ist.

Der dritte Weltkrieg könnte als <etwas, was keiner wollte> ausbrechen, als Ergebnis widerstreitender Formationen sozialer Kräfte. Wenn die Menschheit je durch ihre eigenen Waffen von dieser Erde ausradiert wird, dann wird es auf die Frage <Zog es sie oder sank sie hin?> keine einfache Antwort geben."

 

de.wikipedia.org/wiki/Charles_Wright_Mills (1916-1962)        en.wikipedia.org/wiki/Peter_Sedgwick (1934-1983)


Edward P. Thompson, 1980

"Wir haben es hier mit einer inneren Dynamik und einer gegenseitigen Logik zu tun, die eine neue analytische Kategorie erfordert. Wenn <die handbetriebene Maschine uns die Gesellschaft mit dem Feudalherren bescherte und die Dampfmaschine die mit dem industriellen Kapitalisten> (Marx) - was bescheren uns dann diese satanischen Maschinen, die heute laufen und die Mittel zurAusrottung der Menschheit hervorbringen? Ich habe diese gedanklichen Punkte früher schon mehr als einmal erreicht und mich in Verzweiflung abgewandt. Wenn ich nun direkt darauf schaue, weiß ich: wir brauchen einen neuen Begriff: den <Exterminismus>, den Drang zur Auslöschung also."

 

 de.wikipedia.org/wiki/Edward_P._Thompson  (1924-1993)


 

Kevin Kühnert

"Ich habe das sehr ernst gemeint"

Der Juso-Chef bekräftigt seine umstrittenen Sozialismusthesen. Der Kapitalismus sei in zu viele Lebensbereiche vorgedrungen.

"So können wir auf keinen Fall weitermachen."

3. Mai 2019, 5:30 Uhr, Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, mp, 846 Kommentare

 de.wikipedia.org/wiki/Kevin_Kühnert  - (*1989 in Berlin-West) - mit einem Abschnitt zu seinen aktuellen Reformvorschlägen

#

detopia, 4.5.19:

Gewisse Reaktionen in den Medien (z.B. längere Kommentare von Chefredakteuren von Zeitungen, worin auch andere Reaktionen erwähnt und zusammengefasst werden) zeigen mir, dass auch 2019 weder die Weltlage noch das Expertenwissen Spuren (ernstzunehmende) im Volksgehirn hinterlassen haben. Es wird der gute Lohn der Arbeiter bei BMW (welchen diese sich durch IGM erkämpft haben), die womöglich als 'Altersvorsorge' auch noch eine Wohnung vermieten ... als Hauptsache dargestellt.

(Quelle: dlf.de 4.5.19, Gastkommentar des Chefredakteurs der Saarbrücker Zeitung, Peter Herbst: "Sozialismus-Utopien im ...")

Daher - "zum Mitschreiben":

Die gegenwärtige einzige bzw. hauptsächliche Weltgesellschaftsordnung (Geldgesellschaftsordnung) kann gar nicht anders, als beständig zu versuchen, Natur (und Menschen) in Geld umzuwandeln (umzutauschen, umzurubeln).

Und jetzt muss ich doch mal (verschämt) die Apokalysekeule aus dem Medienbeutel herausholen und damit wedeln:

Die Endzitate (oben), die stimmen.

Man sollte doch - bitteschön - auch daran denken, wie wir mit dem Morgen das Übermorgen vorbereiten - zwingend.

 


 

Das verzerrte Menschenbild im Kapitalismus

Telepolis.de am 3. Mai 2019 von Andreas von Westphalen

Zahllose wissenschaftliche Arbeiten haben der Mär widersprochen, dass der Mensch von Natur aus egoistisch, materialistisch und konkurrenzorientiert sei

Als der neoliberale Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman von einem Fernsehmoderator gefragt wurde, ob ihm angesichts der Ungleichverteilung des Reichtums manchmal nicht Zweifel am Kapitalismus gekommen seien und ob Habgier wirklich eine gute Basis für die Gesellschaft bilde, fragte Friedman zurück: "Kennen Sie irgendeine Gesellschaft, die nicht über Habgier funktioniert?"

Als Friedrich Hayek, ebenfalls Wirtschaftsnobelpreisträger und eine Ikone des Neoliberalismus, erklärte, der Gesellschaft sei am besten gedient, wenn die Menschen einzig durch das Gewinnstreben geleitet würden, fragte ihn ein Journalist bestürzt: "Ist das nicht eine Philosophie, die hauptsächlich auf Egoismus basiert? Was ist mit Altruismus? Wann kommt Altruismus ins Spiel?" Hayeks Entgegnung lautete schlicht: "Er kommt nicht ins Spiel."

 

detopia-2019:

Eine schöne Zusammenfassung der Grundfrage (Wie aber ist der Mensch?)

Das Buch sollte ich mir mal besorgen.

Die Wiederentdeckung des Menschen - Warum Egoismus, Gier und Konkurrenz nicht unserer Natur entsprechen

Geschrieben von Andreas von Westphalen, 224 Seiten.

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Die Gesellschaftsordnung Detopia fußt in der Basis auf Egoismus. Also erstmal ganz unsozial (istisch), unchristlich, unbuddhistisch, unklösterlich.

ABER: Detopia schafft einen 'offenen Raum' dafür, falls der Mensch doch zu 'höheren Zielen strebt', falls in ihm eben doch einen gehörige Portion Gemeinsinn und Altrusimus (Solidarität) steckt.

 

Und nie vergessen: Detopia ist mehr Demokratie und mehr Rechtsstaat als heute.

 


 

If I had a Hammer  -- Sag mir wo die Blumen sind  -- We shall overcome

Pete Seeger vor hundert Jahren geboren (3.5.1919)

Werkschau auf sechs CDs erschienen.

 


Home HD (Deutsch) [Kino-Version, Extended Version] (Doku)

2009, Spieldauer: Zwei Stunden. Bei Youtube auch eine Version ohne Reklame verfügbar.

de.wikipedia.org/wiki/Home_(Dokumentarfilm)

Home (Eigenschreibweise: „HOME“) ist ein freier Dokumentarfilm des französischen Fotografen und Journalisten Yann Arthus-Bertrand.

Der Film besteht weitgehend aus Luftaufnahmen, die mit einer hochauflösenden Cineflex-Digitalkamera in über 50 Ländern auf allen Kontinenten der Erde gedreht wurden.

Am 5. Juni 2009, dem Weltumwelttag, wurde er weltweit gleichzeitig im Kino, auf DVD, im Fernsehen und im Internet veröffentlicht. In Paris wurde er auf Großleinwänden vor dem Eiffelturm gezeigt.

 

Ähnlich und mit mehr Ökopolitik:

>Unser Planet< ist ein schwedischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2006 und war im November 2007 Teil des Filmfestivals ueber morgen.

Er ist das aufwändigste Dokumentarprojekt Skandinaviens und wurde unter der Leitung von Michael Stenberg, Johan Söderberg und Linus Torell für 2,5 Millionen Euro in 25 Ländern gedreht.

de.wikipedia.org/wiki/Unser_Planet_(Film)     90 Minuten Spieldauer (2006) momentan nicht bei youtube (aber bei detopia)

 


 

Was Nettes zum Schluss

 

Irgendwann muss mir ein Abschlusssatz einfallen. Es ist ja nur eine Pausen(füll)seite.

Wie gesagt: Ich rede hier über die prinzipielle Perspektive.

Bei den kurzfristigen Dingen (z.B. Wahlversprechen, Börsenberichte, Einwanderung) habe ich weniger Kenntnis als die Allgemeinheit.

Man will zum Abschied ja immer was Nettes sagen.

Lauterburg hat sein (wirklich vollständig 'schwarzes') Buch auch mit einem optimistischen Ausblick abgeschlossen. (Hoffnungsfroh für die Natur und die Erde).

Horstmann sah 1983 die "Vermondung" der Erde.

Andere sehen das Ende (erst) in 200 Jahren (und bis dahin könnte wir ja umdenken).

usw.

Aber ich bin nicht so groß wie die "Großen Zehn" aus Deutschland. Ich möchte entspannen; möchte sagen: "Na, wer weiß..." - "Vielleicht wird doch nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird."

"Die Apokalypse organisiert nicht." - Ja, das stimmt.

"Nur die Leute haben die Welt voran gebracht, die an ein besseres Morgen glauben." ("Öko-Optimismus", 1996) - Ja, das stimmt.

Man darf hinzufügen: Und viele von denen wurden - gerade dafür - umgebracht. (Bsp: Kennedy-Brüder).

Ich ringe mich zu dem hoffnung-offenlassenden Satz durch:

Wenn der deutsche Mann (weil "Bestimmer") zwischen 25 und 65 zur Vernunft kommt (auf die Vernunft zugeht) - durchaus mit Hilfe, Antrieb und Vorbild durch Frauen und Jugend -,

dann ist noch nicht alles für unsere Enkel entschieden.

 

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Nochmal zum Juso-Kevin-2019-Zeit-Interview:

 

Jeder kann das (kurze) Interview auf zeit.de lesen. Ich finde: Kevin wurde von den Redakteure gebeten (ja: genötigt), auch tiefere privatere Wünsche (für die Gesellschaft) auszusprechen und preiszugeben.

Die Reaktionen in ihrem Mainstream-Gestimmtheit und konkret einige Einzelne (große Tageszeitungen) darauf sind erschütternd: 

Bsp.: "Lenin, Stalin, Kevin." 

Und natürlich haufenweise Utopie-DDR-Sozialismus-Diktatur-Vergleiche.

Daraus ist zu schlussfolgern:

Der weiße deutsche Mann zwischen 25 und 65 ist noch der selbe wie vor 100 Jahren (und an jedem Tag dazwischen).

Daraus ist zu schlussfolgern:

"Was Nettes zum Schluss" - war zwar gut gemeint von mir, aber wissenschaftlich falsch. 

(Ich betrieb eine "schlechte Wissenschaft".)

 

"Gute Wissenschaft" jedoch ist:

 

"In der Zwischenzeit rasen wir, sehr viel schneller als wir uns vorzustellen wagen, auf den verhängnisvollen Zeitpunkt zu, der um das Jahr 2030 oder auch früher eintreten dürfte und an dem das Zusammenspiel von Klimaveränderungen, Öl- und Wasserverknappung und weiteren 1,5 Milliarden Menschen auf dem Planeten negative Synergien erzeugen wird, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegen dürften."

(Prof. M.D., 2008, Rede vor der Universität München)

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"Die auf der Schattenseite des technisch-industriellen Fortschritts meßbaren Belastungspotentiale lassen keinen anderen Schluß zu, als daß wir bei einem Fort­schreiten auf dem Pfad der gigantischen Energie-, Rohstoff- und vor allem der Schadstoffströme in weniger als 80 Jahren unsere natürlichen Lebens- und Produktions­grundlagen zerstört haben werden. Wir haben am IZT Berlin die wichtigsten Weltentwicklungsprognosen und Simulationsmodelle der führenden Zukunfts­forschungs­institute ausgewertet und festgestellt, daß sie in einer zentralen Aussage gut übereinstimmen: Wenn es zu keiner durchgreifenden Umsteuerung kommt, dann liegt die Selbstzerstörung der Menschheit in diesem Jahrhundert bei einer Wahrscheinlichkeit von über 90%."

(Prof. R. K. 2000, Rede)

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"Die Angst der Menschen — bewußt oder unbewußt — kommt nicht von ungefähr. Wir sind tatsächlich bedroht, und zwar gleich in zweifacher Hinsicht. Zum einen durch die fortschreitende Zerstörung unserer natürlichen Lebens­grundlagen. Zum andern aber durch unsere Formen des Zusammen­lebens und Zusammen­wirkens. Durch die Zersetzung unserer gesellschaftlichen Strukturen. Das heißt: durch uns selbst. Die beiden Entwicklungen — die ökologische und die gesellschaftliche — beeinflussen und verstärken sich gegenseitig. Wirbel­stürme und Waldbrände, Verkarstung und Verwüstung, Mißernten und Epidemien verstärken die sozialen Probleme. Sie tragen bei zur Verstädterung, zur Migration, zur Armut, zum Hunger und zum Elend auf dieser Welt. Überbevölkerung, Armut, Hunger und Elend ihrerseits tragen bei zur Plünderung der letzten natürlichen Ressourcen und zur Zerstörung der Umwelt. Wir haben es mit einem verhäng­nis­vollen Teufelskreis zu tun.

Man kann also die beiden Entwicklungen nicht völlig isoliert betrachten. Aber beide haben ihre eigene Dynamik.

Und wenn man die Erfahrungen der letzten Jahre zugrunde legt, kann man sich eines Eindruckes kaum erwehren: Die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Spannungen, die Gewalt­bereitschaft, die Kälte und die Orientierungs­losigkeit in der Gesellschaft haben besonders stark zugenommen.  Die innere Zersetzung der Gesellschaft schreitet schneller voran als die Zerstörung unserer biologischen Lebens­grund­lagen. Es sieht so aus, als stünde uns ein Zusammenbruch wirtschaftlicher, politischer und gesellschaft­licher Strukturen näher bevor als ein globaler, ökologischer Kollaps. Auf einen solchen steuern wir zwar auch zu — aber wohl nicht mit der gleichen Geschwindigkeit. Wenn nicht alles täuscht, kommt der Sozio-Crash noch vor dem Öko-Crash."

(s276, CL 1998)

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detopia: 
Man sollte noch hinzufügen, dass "Sozio-Crash" meistens-immer in eine Form von Krieg führt. Welcher wiederum großflächig-effizient die Natur zerstört.

 

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"Harald Welzer glaubt nicht mehr wirklich daran, dass die Zivilisation in Sachen Klimawandel noch die Kurve kriegt. Alle Fakten sprechen dagegen, zu viel ist kaputt und ein radikales Einlenken der Politik und der Menschen allgemein ist nicht in Sicht, erklärt er.

Stephen Emmotts <Zehn Milliarden> schlägt genau in diese Kerbe, verrät der Rezensent. Das Fazit nach einer erschöpfenden Aufzählung der erschütternden Fakten lautet: "We're fucked". In der deutschen Übersetzung ist daraus ein gemütliches "Ich glaube, wir sind nicht mehr zu retten" geworden, wundert sich Welzer.

Was komplett Emmotts kathartischem Prinzip zuwider läuft, wie der Rezensent erklärt.

Wenn es einen Ausweg gibt, dann liegt er im "Schock der Ausweglosigkeit" und in dessen ästhetischem Erleben, das ist wahrscheinlich die Motivation des Klimaforschers und Oxfordprofessors: die Fakten haben es nicht richten können, soll die Kunst ihr Glück versuchen, fasst Welzer zusammen.

An einen glücklichen Ausgang glauben aber weder Autor noch Rezensent. Für Welzer bleibt es dabei: wir sind am Arsch."

 

Perlentaucher.de : Sekundärrezension zu Harald Welzer über Stephen Emmott und sein Sachbuch Zehn Milliarden 
Artikel in Die Zeit, Nr 37/2013, Print: 5.9.13, Online: 14.9.13 

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Prepper (Szene, Subkultur, Bewegung)

 

detopia-2019 ist kein Freund der Prepper- bzw. Individualsurvival-Szene. Das sollte aus dem Inhalt von detopia.de klar werden bzw. sein.

Dennoch gilt die alte Regel und Tradition der Vorausschau, des "Vorbeugen ist besser als Heilen", "Versichern", "Vorsorgen", "Testament" "Patientenverfügungen", "Gepackter Koffer" bzw. "Bereitschaftskoffer".

Und vielleicht kann man von der Prepperszene auch was lernen: vielleicht.

Man sollte hierbei den Wald vor lauter Bäumen sehen, also das Prinzip und nicht die tausend Details.

 de.wikipedia.org/wiki/Prepper

Preppers werden genau wie Reiche in vielen Szenarien nicht wesentlich länger leben.

An anderer Stelle schrieb ich schon ausführlich darüber, dennoch:

Als erstes muss man sich klarmachen, was in den oft gesehenen Hollywood-Blockbuster-Endzeitfilmen alles nicht gezeigt oder nicht angesprochen wird.

(Man muss Nahrung anbauen; man muss mit schlechten Böden zurechtkommen; man muss Wasser beschaffen. Viele Industriebetriebe werden mit dem Crash zur Vergiftungsquelle für die Umwelt.)

In den Meeren werden 50 bis 75 % des Luftsauerstoffes 'photosynthetisiert' bzw. beständig produziert ("Nachschub"). Falls diese Produktion zurückgeht, dann kann es zu Kurzatmigkeit kommen.

Ursachen können sein: Ozonschicht wird dünner, Wasser wird wärmer, Meeresströmungen ändern sich, Plastik bedeckt die Algen.

Ich will damit nur sagen: Gegen fehlendes Trinkwasser und gegen fehlende Luft können auch Preppers und Reiche nichts vorsorgen.

Und selbst wenn ein paar von ihnen ein paar Jahre mehr durchleben: Es ist auf jeden Fall eine andere Welt als die heutige Vorstellung darüber...

... welche ja - geben wir es zu - zu 80% von der US-Science-Fiktion gebildet wurde.

"2012" von Emmerich, "Terminator" 2, "Waterworld" von Costner sind einige traurige Höhepunkte.

Individuelles Überleben und gar ein Gerneleben ist in vielen Szenarien (für echte Zukunft) nicht möglich bzw. so selten, dass man selbst mit Sicherheit nicht dazugehört.

(Und wenn man eine Familie gründen will, dann wird es noch kritischer.)

Soweit zum Thema: Preparing & Survivor

 


Rote Armee Fraktion: Die Tochter der Terroristin

Feature, 54 min  #  Von Rosvita Krausz  #  MDR 2018

detopia-2019:

Wenn ich sowas anhöre, dann denke ich: "Es ist alles so schwierig, weil alles so vielfältig ist und das Vielfältige ist alles so durcheinander."

In den Gehirnwindungen der Menschheit existiert so viel. Niemand kann das zusammenfassen oder auch nur alles darüber wissen.

Und deswegen ist auch jegliche Überzeugungsarbeit schwierig. Und Zusammenarbeit? Und Konsens?

  Heute bin ich mal ratlos und will alles so laufen lassen..... mit Gott und der Welt.

(Das Audio kann man bei dradio finden.)

"Die negativen Auswirkungen der RAF-Scheiße sind vielerorts erkennbar,
CDU/CSU im besonderen, Regierung im allgemeinen und RAF-Kacke im einzelnen scheinen verheiratet zu sein:
um den politischen Klassenkampf zu hemmen!“ – Rudi Dutschke im Tagebuch.

"Gegengewalt trainiert die Megamaschine." (Bahro 1987)

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Mensch kann den Lauf der Welt scheinbar nicht beeinflussen. 

Zwar scheint es keine strengen Gesetze zu geben, die etwa festlegen: 10.000 Jahre nach der Erfindung des Rades wird zwangsläufig das Ende erfunden.

Aber es ist doch auffällig, dass Krieg, Handel und Piraterie (also auch Ausbeutung und Versklavung) nie als unmenschlich-unkulturell angesehen werden.

Hochkultur würde bedeuten: Abgeben, Teilen, Rückbau, Verzicht, Zugeben (von Schuld), Anbieten (Wiedergutmachung), Innehalten, Reflektieren, Rückwärtsstürmen.

Stattdessen dehnen wir die Eroberungsphantasien auf das Weltall aus.

(und lassen uns nicht davon schrecken, dass da nichts ist - oder fast nichts.)

 

de.wikipedia.org/wiki/Anatomie_der_menschlichen_Destruktivität  

1973 von Erich Fromm

 


 

Schlechte türkische Nachrichten.

 

Wenn ich richtig verstanden habe, dann wäre der 70jährige Parteivorsitzende der größten Oppositionspartei heute beinahe einem Lynchmob auf offener Straße zum Opfer gefallen.

Polen, Ungarn, Türkei. Drei Beispiele für die Zukunft Europas. Also der Umbau der Demokratie zur Diktatur.

Oder?

Das liegt alles am System. Das System ist schuld.

Das ist schon der Druck der Ökoknappheit und der Volksvermehrung.

Demokratie kann man sich in wirtschaftlich guten Zeiten leisten.

Sobald die Zeiten härter werden, hangelt die alte Machtstruktur nach sicheren Pfründen.

Und so wird es überall werden in den nächsten Jahrzehnten. Überall auf der Welt.

Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaat, ja: Zivilisation sind wenig verinnerlicht.

Deswegen hauen 20jährige einem 70jährigem (der Mann hat Verdienste) am helllichten Tage die Faust ins Gesicht.

Heute kann ich nur resignieren.

 


 

"Das Ende ist nah" ?

Ist die Dystopie zum Mainstream geworden?

 

 

"Die Überschrift bzw. der Titel ist eine Mogelpackung. Tatsächlich beklagte Nicolas Freund, heutzutage sei „die Dystopie zum Mainstream geworden“, und warnte vor den Konsequenzen modischer Schwarzmalerei. Der Untergang als Mainstream „Klimawandel, Insektensterben, autoritäre Politiker und neue, schwer einschätzbare Technologien wirken wie die bedrohlichen Boten einer kommenden Zeit, die nichts Gutes bereithalten kann. […] Aber nur die Vorboten einer Katastrophe zu sehen schränkt die Perspektive ein und lenkt das Denken in vorbestimmte Bahnen. Auch, weil der möglicherweise kommende Untergang so zunehmend als unvermeidlich erscheint und nicht mehr als eine Möglichkeit unter vielen. Eine solche Vorstellung von der Unvermeidbarkeit der Zukunft ist eigentlich Merkmal eines religiös geprägten Geschichtsbildes“, tadelte Nicolas Freund in der SZ den apokalyptischen Ton in der Debatte."

(Aus dlf.de, 4.5.19, A. Orzessek)

[Beide Artikel findet man mit Google]

 

Das Ende ist nah

(Essay zum Zeitgeist  --  2.5.19  --  Süddeutsche   --  Von Nicolas Freund)

 

Früher haben die Menschen optimistisch in die Zukunft geschaut, heute ist die Dystopie zum Mainstream geworden. Muss das sein?

 

"Die Zukunft ist schon jetzt eine Katastrophe. Klimawandel, Insektensterben, autoritäre Politiker und neue, schwer einschätzbare Technologien wirken wie die bedrohlichen Boten einer kommenden Zeit, die nichts Gutes bereithalten kann.

Die Zukunft jetzt schon als Katastrophe? Muss das sein? Natürlich ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, was alles schiefgehen könnte und vielleicht sogar für den schlimmsten Fall vorauszuplanen. Aber nur die Vorboten einer Katastrophe zu sehen schränkt die Perspektive ein und lenkt das Denken in vorbestimmte Bahnen. Auch, weil der möglicherweise kommende Untergang so zunehmend als unvermeidlich erscheint und nicht mehr als eine Möglichkeit unter vielen."

 

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detopia:

Der Artikel erinnert inhaltlich an Ökooptimismus von 1996 und an Zukunftsoptimismus von 1997 (beides Sachbücher). Solche Artikel werden immer erscheinen. Auch in der Zukunft. Auch in zwanzig Jahren. Immer. Das wurde nämlich auch vorausgesagt.

 

detopia kann nicht alles auf der Welt kommentieren und erklären. Das liegt auch daran, dass immer neue Methoden ersonnen werden (von den "Informationsabteilungen" der Kapitalisten), die Dinge irgendwie zu verwirren, neu zu kombinieren, in einen Mixer zu werfen und alles von hinten durch die Brust ins Auge zu schießen. 

 

Der Autor N. Freund ist natürlich auch Täter. Das muss mitbedacht werden. Die SZ ist Sprachrohr, Propagandamittel, des Großbürgertums.

 

"Im Sommer 2005 bezeichneten deutsche Journalisten die Süddeutsche Zeitung bei einer großangelegten Umfrage als das „Leitmedium“ Nummer Eins – vor dem Spiegel. In der Studie Journalismus in Deutschland des Kommunikationswissenschaftlers Siegfried Weischenberg sagten 34,6 Prozent von 1536 repräsentativ ausgewählten Journalisten, dass sie regelmäßig zur Süddeutschen Zeitung griffen, um sich zu informieren oder Themenanregungen zu finden." (Wikipedia-2019)

 

Außerdem trägt die SZ durch ihre bloße tägliche 2-Kilo-Existenz zur Informations-, Klima- und anderen Katastrophe bei.

 

Bei all solche Reflexionen, wie von N. Freund oder jetzt von mir, müssen wir auch WISSEN, wie sehr wir selbst Teil der Megamaschine sind.

(nach Bahro 1987)

 

Das ist die Wahrheit!

 

Das Ende ist fern!

Denn: Wir amüsieren uns zu Tode.

Aber: Es gibt nichts mehr zu lachen.

 

 

SZ: Täglich 300.000 verkauft, Reichweite: 1 Million.


Transhumanismus?

"Die Transhumanisten sind auf dem Vormarsch. Diese ausdrücklich technophile Bewegung sorgt mit unerhörten Thesen und provokanten Parolen für Furore. Nun erfolgt der Angriff auf die menschliche Seele.

Der Terminus "Transhumanismus" gehört wohl zu den schillernsten Kunstwörtern der letzten Dekade. Das mediale Echo dieser Strömung hat einen enormen Anstieg zu verbuchen. Seit einiger Zeit dominiert der Transhumanismus die Feuilletonartikel. Das ist nicht verwunderlich, zumal der Transhumanismus mit polemischer Rhetorik die tiefsten Wünsche und Sehnsüchte der Menschheit affiziert.

Erklärtes Ziel prominenter Transhumanisten wie Nick Bostrom und Raymond Kurzweil ist die psychische sowie physische Optimierung (Enhancement) des Menschen durch innovative Technologien wie Gentechnik, Nanotechnologie, Informationstechnologie und Robotik. Durch entsprechende Modifizierungen des menschlichen Organismus soll sich die menschliche Spezies selbst transzendieren und in ein neues, transhumanes Entwicklungsstadium eintreten, in dem Armut, Krankheit und Tod endgültig überwunden werden sollen."

Siehe Artikel bei Telepolis am 5.5.19 von V. Widmann

 

detopia-2019:
Ich will das nur erwähnt wissen, aber nichts kommentieren.
Vereinfachend würde ich sagen: Ein typische Ideologie der Endzeitgewissheit.

Im Zusammenhang mit Transhumanismus sollte man auch SENS erwähnen, also die Forschung zur Lebensverlängerung bis ultimo.
de.wikipedia.org/wiki/Aubrey_de_Grey  *1963 in London 

Auch das mag detopia nicht kommentieren. Nur:
Ihr werdet euch noch wundern, was in den nächsten Jahrzehnten an neuen Ideologien 'neu' erfunden wird -
alter Wein in neuen Schläuchen - alte Säfte neu zusammengemixt - neu 'beworben', 'medial' und mit Heilsversprechen.

Manches davon wird sogar 'wirklich wahr' werden - mit der 'unerwünschten Nebenwirkung', die zur Hauptwirkung wird.  
(Sowas hatten wir schon so oft.)

 


 

Evangelikale Kirchen - Die Religionsunternehmer

"Wie evangelikale Megakirchen mit ihrem fundamentalistischen Kapitalismus-Kult im Brasilien Bolsonaros rapide an Einfluss gewinnen"

5.5.2019 Tomasz Konicz bei telepolis.de

"Gott wird das Schicksal dieses Volkes verändern: Die Misere, die Gewalt, die Arbeitslosigkeit, die Korruption, das Elend - im Namen von Jesus Christus, treibe diese Gesandten der Hölle aus Brasilien hinaus!" Jair Bolsonaro

 


 

Deutschlands Medienschelte über einen, der mehr Sozialstaat wagen will (Kevin Kühnert)

Am 2.5. hat Timo Rieg einen genauen Artikel darüber geschrieben, in dem er auch direkt die fraglichen Sätze des Interviews in der Zeit zitiert.

https://www.heise.de/tp/features/Eigentum-an-Haus-und-Grund-ist-kapitalistische-Ideologie-4411452.html

Am 6.5. hat Timo Rieg einen weiteren genauen Artikel geschrieben über die 'Mediale Aufarbeitung'.

https://www.heise.de/tp/features/Journalismus-fuer-die-Maechtigen-4413550.html

 

detopia-2019:

Ich predige ja seit 20 Jahren auf detopia.de eine Art 'Super-Sozialismus', den ich 'Die Gesellschaftsordnung Detopia' nenne.

(Und ich will das noch weitere 10 Jahre tun, aber dann auch mal resignieren dürfen.)

Meine Meinung zum 'Hype' ist so, wie Timo Rieg darstellt.

Mit den Jusos kenne ich mich nicht so aus, denn: Selbstverständlich haben Kühnerts Gedanken (zur sozialen Weiterentwicklung) nur dann eine Bedeutung, wenn es nicht nur seine eigenen sind, sondern wenn es mehrere Leute mit diesen Gedanken bei den Jusos gibt. Aber das weiß ich nicht (und will es auch nicht recherchieren).

Für mich ist eigentlich nur wichtig, ob die jetzige Zukunft (Not und Leid) wahrgenommen wird und ob es Ansätze gibt, ihr adäquat zu begegnen.

Da wirkte Kühnert hoffnungsvoll auf mich. Die Medienschelte bzw. die typischen absichtlichen Missverständnisse kehren das um.

Bei der Aktion "Kinder fordern Klimaschutz" und "Rebellion gegen das Aussterben"

ist der Ausgang der Sache noch nicht entschieden. Die 'Mächte der Beharrung' arbeiten schon 'hart' daran, diese Energie zu neutralisieren.

Diese 'Mächte' sind nicht nur 'die Medien' an sich, also der Journalismus.

Diese 'Mächte' zuerst 'die Mächtigen' (die mächtigen Männer), die nicht umdenken können (und denen auch die Medien gehören).

Die detopische Begrifflichkeit nennt es: Die Privatbesitzvermehrungsideologie.

Bleiben wir im Zusammenhang Kühnert-Rieg beim Wort "Medien" und erneuern die detopische These - und auf den letzten Satz kommt es mir an:

 

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Worauf ich polemisch hinauswill? 
Auf die schlichte Einsicht, daß die Strategie der Kostenabwälzung, mit der wir unsere skrupellose Bereicherung zu finanzieren gedachten, nicht mehr funktioniert, nie funktioniert hat. Das Kulturwesen Mensch bleibt immer ein Stück jener Natur, die die Zeche bezahlt.
Ungeschminkter noch: 
Er bleibt ihr Schuldner, wobei die Gläubigerin, das Ökosystem, sich keineswegs als mitfühlend und großzügig erweist, vergibt und vergißt und den verlorenen Sohn huldvoll wieder aufnimmt, sobald er sich zur Umkehr entschlossen hat. 
Vielmehr handelt dieses System wie ein Kredithai, indem es die Außenstände nicht nur auf Heller und Pfennig eintreibt, sondern auch noch Zins und Zinseszins von unseren Kindern und Kindeskindern erpreßt.
Schon sitzen wir bettelarm in Hülle und Fülle. Die Tiere und Pflanzen, die früher - auf uns jetzt märchen­haft dünkende Weise - mit uns redeten und verkehrten, haben längst allen Kontakt abgebrochen. Die Wälder sterben lieber, als uns zuzuraunen. Die Luft und das Wasser erwehren sich unser mit schleichenden Giften. Der letzte Gott, der noch zu uns hielt und den wir zum Dank den Allmächtigen tauften, läßt sich verleugnen. Die Götzen stürzen von ihren Altären, kaum daß wir sie mit immensen Kosten installiert und mit selbst­mörder­ischem Werbeaufwand populär gemacht haben. Alle guten Geister haben uns verlassen, und selbst die Erinnerungen zersetzen sich und zerfallen wie das Buchpapier in den Bibliotheken. 
Wer Augen hat zu sehen, wer Ohren hat zu hören, der muß unsere Welt verloren geben.
Der Augenblick, in dem eben dies geschieht, ist vielleicht der bedeutsamste der Menschheitsgeschichte, die wahre Apokalypse; denn Apokalypse heißt <Enthüllung>, und mit unserer Bankrotterklärung leisten wir den Offenbarungseid.
Zum ersten und einzigen Mal haben wir uns ganz durchschaut, sehen wir uns so, wie wir waren und wie wir sind: Verwüster unserer selbst und unseres Planeten, eine furchtbare Geißel, ein evolutions­geschichtlicher Spuk, der so schnell verschwinden wird, wie er kam, eine Rotte heilssüchtiger Berserker, hilflos den eigenen Hirngespinsten ausgeliefert, die ihnen immer noch vorgaukelten, sie legten die Fundamente des neuen Jerusalem, als sie schon ihr eigenes Grab schaufelten.
Zu dieser Selbsterkenntnis gehört aber auch die Einsicht, daß wir keine Chance hatten. 
Wir sind Bestand­teile eines Perpetuum mobile, das mit Blut läuft; Produkte und Opfer einer ganz und gar unparadiesischen Maschinerie. Und das Handicap, uns mit diesem Schicksal nicht abfinden zu können, hat uns zu tragisch-grotesker Selbstüberforderung verleitet. 
Als manische Weltverbesserer kannten wir nur die Alternative zwischen Vernichten und Versklaven, zwischen der lebenslänglichen Aufopferung für die gute Sache und dem Aus-dem-Wege-Räumen alles Widerspenstigen, wobei uns niemand nachsagen kann, wir hätten unseresgleichen geschont und dort mit zweierlei Maß gemessen, wo es sich bei der Opposition nicht um Sachen oder Mitgeschöpfe, sondern um Gattungsgenossen handelte.
Unsere Achillesferse war die Begeisterungsfähigkeit für hohe Ideale, derentwegen wir uns auf einen Rüstungs­wettlauf mit der Natur einließen, den wir eigentlich schon viel früher hätten verlieren müssen. 
Ein paar hunderttausend Jahre Kampf sind kein Pappenstiel; aber der jetzige Kriegsschauplatz heißt Armageddon. Dort hängt das Signal zum großräumigen Angriff, zur Vernichtungsschlacht schon in der Luft. Drei, vier Atemzüge vielleicht, dann werden sie ertönen, die Posaunen jenes Jüngsten Gerichts, das das Restrisiko unseres eigenen Erfindungsreichtums über uns hereinbrechen läßt. 
Noch aber herrscht die Ruhe vor dem Sturm, eine köstliche Verhaltenheit angesichts der Katastrophe. Alles ist von einer wehmütigen, fast schwebenden Präsenz; die Fernsicht ist ungeheuer.
In solchen Augenblicken möchte der alte Adam sich entschuldigen bei aller Welt, das grundsätzliche Mißver­ständnis aufklären, sich verbrüdern. Nicht aus Angst vor dem Unabwendbaren, sondern weil er wie verzaubert ist durch diese flüchtige Kristallisation, gebannt von jenem anmutigen und ungezwungenen Stilleben vor der schwarzen Wand des Vorüber. 
Ganz unverhofft und für ein paar Herzschläge ist Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen, weil sie sich an die Dinge und in den Dingen verloren haben. Und doch hatten sie nichts dazu zu tun, als inne­zuhalten und die Hände in den Schoß zu legen. Darin übte man sich früher in Kirchen wie dieser hier und nannte es Andacht.
Mag sein, daß wir diese Fähigkeit immer nur dann zurückgewinnen, wenn wir mit unserem Latein am Ende sind. 
Mag sein, daß der Medientropf dieses Mal die meisten ohne klare und andächtige Momente hinüberdämmern läßt.

 

(U.H. 1.1.1989, Rede in Lübeck)

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Ja!

"Medientropf"

Das ist es.

Das neue Wort.

Für das immer nur so kompliziert Ausdrückbare.

 

 

Das Problem ist ja auch, dass heute alles freiwillig ist.

Die Informationsaufnahme, meine ich. Also, was der Bürger hören will, ist seine Sache.

Eine Volksdurchsage per Megaphon kann man heute nicht mehr machen.

Es gab vor Jahren mal eine echt wichtige Sache für die Volksbildung. Da musste die (deutsche) Regierung eine "Kampagne" machen und Geld bezahlen an Gebrauchsgrafiker für Plakate, die dann an den Haltestellen der Straßenbahn geklebt wurden. Aber dann musste auch "beworben" und geworben werden. Zuerst mussten in den Medien Interviews 'gegeben' werden, um auf diese Kampagne "aufmerksam zu machen" und das es wirklich Plakate der Bundesregierung (für Wissensnotwendiges) sind (und man nichts verkaufen will). Und dann mussten die Plakate ja auch noch "ästhethisch" und "witzig" sein, damit der Bürger beim Warten auf die Tram überhaupt hinguckt. 

Soweit ist es gekommen.

Heute muss der Politiker 'ein Interview geben'. Möglichst noch mit einer 'exklusiven Vorab-Veröffentlichung' bei einem 'Leit-Medium'.

Bundestagsreden sind heute nicht mehr sehr informativ.

Keinesfalls wünsche ich ein politisches System wie Orban, Erdogan, Kaczynski, Putin, etc.

Aber die hiesige "Gewaltenteilung" bringt es mit sich, dass ich gar nicht mehr durchsehe, wer was zu sagen hat - eben wegen dem (dazwischengeschalteten) "Medientropf".

Die Massenmedien wollen sich nur gegenseitig übertrumpfen, beim Skandale produzieren. 

("Skandale" im weitesten Sinne: Ich will das Unwort "Alarmismus" vermeiden.)

Daher:

Wir brauchen eine öffentlich-rechtliche Wochenzeitung hauptsächlich über Politik.

16 Seiten, keine Reklame, keine Farbe (also schwarzweiß), keine Einleger.

Bezahlt von Rundfunkgebühren.

Abgabe gegen eine normale Schutzgebühr - für jeden erschwinglich (z.B. 1 Euro).