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1960    Vorwort.Detopia  - Klassiker der Ökoliteratur  

 

 

 

1960  Aldous Huxley - Eiland   #  Island  #  Utopischer Roman  #  Autor 1946 im Vorwort zu <Schöne Neue Welt>:
 
"Wollte ich das Buch aufs neue schreiben, böte ich dem Wilden eine dritte Möglichkeit. ... Und die vorherrschende Lebensphilosophie wäre eine Art von höherem Utilitarismus, worin das Prinzip des größten Glücks dem des höchsten Zwecks untergeordnet ist - denn die erste, in jeder Lebenslage zu stellende und zu beantwortende Frage hieße: <Inwieweit würde dieser Gedanke oder diese Handlung fördern oder hindern, daß ich und die größtmögliche Zahl anderer das höchste Ziel des Menschen erreichen?>"

1962  Rachel Carson - Der stumme Frühling  #  Silent Spring  #   Audio.2014  #  Theo Löbsack im Vorwort 1962: 
 "Rachel Carsons Buch bezweckt zweierlei: Es will aufmerksam machen auf die Gefährlichkeit der Mittel, die in der Hand des Laien nicht wiedergutzumachende Verheerungen anrichten, und es will erreichen, daß der Mißbrauch mit ihnen aufhört. Wie berechtigt, ja notwendig die Alarmierung der Öffentlichkeit durch Carsons Buch war, beweist die am 15. Mai 1963 von der USA-Regierung im Auftrag Präsident Kennedys herausgegebene Schrift über den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln." 

1965  Alexander Mitscherlich - Die Unwirtlichkeit unserer Städte  #  Anstiftung zum Unfrieden  #  Audio.1969  #  Autor in der Vorbemerkung: 
 "
Dieses Buch gehört zu der in Vergessenheit geratenen Gattung der Pamphlete. Es möchte keinen einzelnen Missetäter anprangern, sondern den Trübsinn der Zeit in einer Sache, die sich ändern ließe — mit etwas Mut zur Einsicht. Aber dieser Mut ist nicht gefragt; der Motivation dieser Mutlosigkeit gilt der Hauptstoß, den das Pamphlet versetzen will. Wer ein Pamphlet verfaßt, muß sich klar darüber sein, daß er nicht bloß Zustimmung zu erwarten hat. Nur seine Feinde werden vom Autor auch noch die Lösungen der angeklagten Mißstände verlangen. Seine Aufgabe ist die Anklage, das fordert genug Anstrengung für einen Mann. Zudem ist der Autor sich im klaren, daß ein Volksaufstand zu befürchten stünde, wenn eine starke Gruppe seine These von der Neuordnung der Besitzverhältnisse an Grund und Boden in unseren Städten sich zu eigen machte. Das wäre ihm ein Trost, denn dann käme vielleicht die seit Jahrhunderten fällige deutsche Revolution; der Anlaß wäre ihrer würdig."

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1966  Lewis Mumford - Mythos der Maschine  #  Die umfassende Darstellung der Entdeckung und Entwicklung der Technik  #  The Myth of the Machine  #  Autor im Prolog: 
 "Mein Anliegen in diesem Buche ist es, sowohl die Annahmen als auch die Vorhersagen, auf denen unsere Festlegung auf die gegenwärtigen Formen des als Selbstzweck betrachteten technischen und wissenschaft­lichen Fortschritts basiert, in Frage zu stellen. Ich werde Argumente vorbringen, welche die herrschenden Theorien von der grundlegenden Natur des Menschen mit ihrer Überschätzung der Rolle, die die Werkzeuge in der menschlichen Entwicklung früher gespielt haben und die Maschinen heute spielen, zweifelhaft erscheinen lassen."

1967  Robert Kennedy - Suche nach einer neuen Welt   #  To Seek A Newer World  #  Audio.2013  #  Autor im Nachwort: 
 "Wenige Menschen sind bereit, der Mißbilligung ihrer Mitmenschen, dem Tadel ihrer Kollegen, dem Zorn ihrer Gesellschaft zu trotzen. Moralischer Mut ist ein selteneres Gut als Tapferkeit in der Schlacht oder hohe Intelligenz. Doch es ist die eine wesentliche, unerläßliche Qualität derer, die eine Welt zu ändern suchen, die sich nur sehr beschwerlich dem Wandel beugt." 

1968  Paul Ehrlich - Die Bevölkerungsbombe  #  The Population Bomb  #  Autor im Interview mit Süddeutsche, 2011: 
 "Der Druck auf die Lebensgrundlagen hängt davon ab, wie viele Menschen wir sind und wie viel jeder von uns konsumiert. Deshalb sind die USA das überbevölkertste Land der Erde. Keiner hat mir je ein triftiges Argument dafür genannt, warum in den USA mehr als 130 Millionen Menschen leben sollten. Jetzt sind wir schon mehr als 300 Millionen. Und trotz ihres überbordenden Konsums sind die Menschen nicht glücklicher als in den fünfziger Jahren."

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1969  Georg Picht -  Mut zur Utopie  #  Die großen Zukunfts­aufgaben  #  12 Vorträge  #  Autor im Vorwort: 
 
"Es ist von dem die Rede, was alle wissen müßten und was fast niemand weiß." - "Die Vorlesungsreihe wurde im Sommer 1968 vom Süddeutschen Rundfunk übertragen. Sie spricht von den zentralen Themen einer Wissenschaft, die es erst in Ansätzen gibt, nämlich der Wissenschaft von der Zukunft." 

1969  Hannes Alfven - M70: Die Menschheit der siebziger Jahre  #  Autor (Nobelpreis 1970 Physik) im Schlusswort:
 "Wir haben noch ein drittes Problem, das von ebenso fundamentaler Natur ist wie das des Ursprungs des Lebens und des Ursprungs des Menschen. Entstand Technologie als Not­wendig­keit oder als Zufall? - Noch im achtzehnten Jahrhundert und vielleicht sogar zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts war sowohl die chinesische wie auch die indische Kultur in den meisten Bereichen der abendländischen Kultur überlegen." - "Ist das bequeme Leben, das viele Menschen in den industrialisierten Ländern führen, ein »normales« Ergebnis des Ineinandergreifens kosmischer, biologischer und technologisch-soziologischer Faktoren, ein Typ Leben, dessen sich schließlich alle Menschen auf Erden für alle Zeiten erfreuen dürfen?"

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Erweiterung:

1960  Elias Canetti - Masse und Macht  Audio.2005  #  Verlagstext: 
 "Es waren die großen Demonstrationen im Sommer 1922 nach der Ermordung des deutschen Außenministers Walter Rathenau und die Erregung der Bevölkerung Wiens anlässlich des Justizpalast-Brandes fünf Jahre danach, die Elias Canetti veranlassten, seinen viel diskutierten Essay über die Zusammen­hänge von Macht und Masse zu schreiben. Dabei ging es dem späteren Nobelpreisträger darum, die Masse nicht als ein Instrument politischer Macht darzustellen, sondern als eigene Existenzform, die in der Lage ist, eine bisweilen gefährliche Eigendynamik zu entwickeln. Canettis originäres Denken jenseits der sozial­wissen­schaft­lichen Konventionen, seine persönliche Erfahrung mit dem beschriebenen Phänomen und sein moralischer Anspruch verleihen dem Werk eine bis heute ungebrochene Aktualität."

1964  Hans Magnus Enzensberger - Die Bewusstseins-Industrie  #  Einzelheiten-1  #  Autor im Text:
 "Die Bewusstseinsindustrie wird uns schon in der allernächsten Zukunft nötigen, von ihr als einer — radikal neuen, mit den Massen ihrer Anfänge nicht mehr zu bestimmenden — rapide zunehmenden Macht Notiz zu nehmen. Sie ist die eigentliche Schlüsselindustrie des zwanzigsten Jahrhunderts." -- "An die Stelle der materiellen tritt die immaterielle Verelendung, die sich am deutlichsten im Schwinden der politischen Möglichkeiten des einzelnen ausdrückt: einer Masse von politischen Habenichtsen, über deren Köpfe hinweg sogar der politische Selbstmord beschlossen werden kann, steht eine immer kleinere Anzahl von politisch Allmächtigen gegenüber. Dass dieser Zustand von der Majorität hingenommen und freiwillig ertragen wird, ist heute vielleicht die wichtigste Leistung der Bewusstseins­industrie."

 

 

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   Webmaster:  Ulf.Turlach @ detopia.de