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10. Der schuldige Mensch

"Schrecklich ist viel, doch das Schrecklichste ist der Mensch."  (Sophokles)

"Sein Hunger wird die Erde verschlingen und nichts zurück lassen als eine Wüste"  (Seattle)

 

 

   Der Mensch als Triebwesen  

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Der Mensch sucht seit je die uneingeschränkte Befriedigung aller seiner Wünsche zur Erhöhung seines Wohl­befindens und der Erhöhung seiner Sinnes­freuden. Er ist beherrscht von Süchten. Davon sind Freßsucht, Trinksucht und Genußsucht wie auch Drogensucht noch die harmlosesten, da sie sich nur gegen seine eigene Person richten. 

Andere, wie Eigensucht, Habsucht oder Herrschsucht, beeinflussen jedoch wesentlich das Zusammenleben der Menschen. Sie schaffen Unterschiede, Hierarchien und Spannungen in der menschlichen Gesellschaft, die sich in Aggressionen, Gewalt und Krieg auswirken. Und sie haben die heutigen Formen der Industrie- und Konsumgesellschaft entstehen lassen, mit ihren jetzt erkennbaren katastrophalen Auswirk­ungen. Statt allgemeinem Wohlbefinden ergibt sich schließlich mehr Not, und Friedenszeiten dienen nur dem Sammeln neuer Kräfte und der Aufrüstung für die nächste Ausein­andersetzung.

Typisch ist die Charakterisierung des mittelalterlichen Helden durch Ideale, wie Ruhm und Ehre, Besitz, Körperkraft und Macht. Er zieht aus, um zu besiegen, um zu rauben und zu zerstören. Die Weltgeschichte ist die Geschichte von Eitelkeit, Habgier und Gewalt, Eroberungen, Unterdrückung und Ausbeutung. Das gilt auch noch heute nach der Aufklärung. Die Begriffe mögen sich mit der Zeit gewandelt haben, sie spiegeln noch immer die gleichen Süchte wieder: Ansehen wurde zu Publicity, Gewinn zu Profit und Einfluß zu Manipulation.

Des Menschen Süchte nach Ansehen, Wohlstand und Einfluß sollen ihm Unabhängigkeit schaffen und seine Existenz sichern. Sie sind Ausdruck seiner Triebe und dienten ihm in der Vergangenheit zur Selbst- und Arterhaltung. In wie weit das heute noch gilt, ist angesichts der tiefgreifenden Folgen unserer süchtigen Aktivitäten auf dieser Erde fragwürdig geworden. Vielmehr scheint der Selbsterhaltungstrieb abgestorben zu sein zugunsten von Habsucht und Herrschsucht.

 

  Ichsucht  

Der Mensch, ja alle Kreatur wird eigennützig, ichsüchtig, egoistisch geboren, d.h. unsere Gene selbst sind egoistisch. Ichsucht oder Egoismus bezeichnet ein Verhalten, in dem die Verfolgung eigener Zwecke zum eigenen Wohlergehen vor anderen gemeinnützigen Zielen als das zentrale, handlungs­bestimmende Motiv vorherrscht. Zum Wohlergehen gehört für ein geselliges Wesen wie den Menschen auch sein Ansehen bzw. seine Stellung in der Gesellschaft. Die Erhaltung und Mehrung seines Ansehens wird daher stets mit ein Ziel jedes Menschen sein.

Egoismus ist ein natürlicher biologischer Wesenszug. Er dient der Selbst- und Arterhaltung und drückt sich im Selbsterhaltungstrieb und in Pflege und Schutz der eigenen Nachkommen aus. Die Soziobiologie vermag aus den berechenbaren Verwandtschaftsverhältnissen das soziale Verhalten der Lebewesen im Hinblick auf die Arterhaltung zu bestimmen. Sie spricht dabei schon den Trägern der Erbanlagen, den Genen, Egoismus zu. Daraus bestimmt sie unser soziales Verhalten, insbesondere gegenüber nächsten Verwandten.

Die dem Egoismus entgegengesetzte Haltung des Altruismus kann ebenfalls in der Natur beobachtet werden. Altruismus kommt vor bei Arten, bei denen nicht alle Individuen fortpflanzungsfähig sind. Die Pflege der Nachkommen des nächsten Verwandten dient ja beim Fehlen eigener Nachkommen ebenfalls der Arterhaltung und damit natürlichen, eigenen Interessen. Altruismus ergänzt so Egoismus. Das christliche Gebot der Nächstenliebe läßt sich daher in erweitertem Sinne auf natürliche biologische Verhaltensweisen zurückführen. Vielfach dient jedoch Altruismus als Uneigennützlichkeit und Barmherzigkeit jedoch nur, um wiederum Ansehen in der Gesellschaft zu erreichen, stellt also versteckte Ichsucht dar.

Heute, in unserer modernen Wohlstandsgesellschaft kann man verstärkt Egoismus beobachten. Die Fort­pflanzungs­rate in den Industrieländern ist ja nicht aus Gründen der Vernunft gesunken, um dem Wachstum der Menschheit entgegen zu wirken, sondern allein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten und persönlichen Vorteilen heraus. Kinder, die früher für die Altersversorgung aufzukommen hatten, braucht man heute bei der allgemeinen Sozialversicherung nicht mehr. 

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Und seit es die Pille gibt, kommen sie auch nicht mehr als unvermeidliche Folgen sexueller Lüste auf die Welt. Im Gegenteil, mit ihnen müßte man seinen Wohlstand teilen, ihnen manche Bequemlichkeit opfern, womöglich auf Luxus wie Reisen verzichten. Je höhere Ansprüche der Einzelne stellt, umso kleiner wird der Gesamtlebensraum. Er erlaubt so kein Wachstum mehr.

Das erklärt auch das teilweise mangelnde Interesse an den Folgen unserer Technik. Was stört uns der ver­gift­ete Boden, der sterbende Wald, die radioaktive Verseuchung? Wir müssen ja alle früher oder später sterben. Wer denkt da schon an die Lebensvoraussetzungen der nächsten Generationen? Er müßte ja mancher Bequem­lichkeit entsagen. Nein, der homo oeconomicus wägt immer nur persönliche Vorteile und Kosten ab und entscheidet sich stets nur nach seinen Eigeninteressen: "Nach mir die Sintflut!" Einzig mit Sanktionen und Belohnungen ist er dazu zu bringen, seine Bemühungen mit den Gemeinschafts­interessen in Einklang zu bringen. 

Unsere Betroffenheit schwindet mit der Zeit und der Entfernung. Ereignisse verlieren an Bedeutung, je weiter sie zeitlich oder räumlich entfernt sind. Wir leben eben nur jetzt und hier. Auch scheinen wir kein Verhältnis zu großen Zahlen zu haben. So lassen uns die in die Tausende gehenden jährlichen Opfer des Straßenverkehrs völlig unberührt. Entweder versagt unser Vorstellungsvermögen oder wir registrieren sie nur noch als Opfer von "Naturkatastrophen", gleich den Toten bei Erdbeben, Überschwemmungen oder Orkanen. Solange wir nicht selbst betroffen sind und z.B. an einen Rollstuhl gefesselt den Rest unseres Lebens verbringen müssen, lassen uns solche Unfälle ziemlich unbeeindruckt. Sie dienen uns höchsten, unsere Sensationslust zu befriedigen. Die Wohlstandsgesellschaft verdrängt gerne soziale Probleme.

 

  Habsucht  

Zur Ichsucht gesellt sich in unserer materialistischen Welt die Hab- bzw. Gewinnsucht. Die Habsucht ist gerichtet auf Aneignung von Gütern und das uneingeschränkte Recht, das Erworbene zu behalten. Erwerben, Besitzen und Gewinnmachen sind die Grundrechte des Menschen der Industrie- bzw. Konsumgesellschaft. Unsere dem Konsum verfallene Gesellschaft hat sich vollständig dem Gewinnstreben verschrieben. Wir sind Gefangene unserer Gier. Konsumieren heißt erwerben und verbrauchen und zwingt zu immer neuem Konsum. Wirtschaftliche Belange beherrschen unser Leben.

Mit der Seßhaftwerdung von Jägern und Sammlern beginnend etwa vor 10.000 Jahren, mit der Entstehung des ersten Besitzes, trat ein vollkommener Wandel des Menschen in seinen Beziehungen zur dinglichen Welt ein. Der Mensch fand Interesse an materieller Habe, sie zu schaffen und zu vermehren, zu erobern und zu verteidigen. Seine Habsucht wurde geweckt. 

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Er war nicht mehr gewillt, seinen Besitz zu teilen, eher, andere zu betrügen und auszubeuten, wenn nicht gar zu ruinieren. Und der Neid und die Eifersucht der nichts oder weniger Besitzenden auf die Reichen und Geizigen verführten vielfach zu Raub und Diebstahl und wurden Ursache von Kriegen.

Beispielhaft sind Eroberungszüge wie diejenigen, die zur Entdeckung Amerika führten und deren entscheidendes Motiv die Hoffnung war, reiche Goldschätze zu finden. Wehrlose Eingeborene wurden geplündert und fielen dem unstillbaren Goldhunger eines Cortez in Mexiko oder eines Pizarro in Peru und Chile zum Opfer.

Während der Selbstversorger noch genügsam sein Leben fristete, änderte sich im Laufe der Spezialisierung, gefördert durch die Industrialisierung, bei der Trennung von Erzeugern und Verbrauchern sein Sinnen. Statt von eigenen Fähigkeiten wurde der Mensch abhängig vom Warenaustausch. Das Feilschen um Marktpreise verursachte eine besondere Überbewertung von Geld, Waren und Sachwerten. Die Kommerzialisierung mit dauernden Wachstumszielen führte zum Gesellschaftskonflikt: Höhere Löhne gegen niedrigere Preise. 

So entstand eine habsüchtige, aufs Geld fixierte, stets berechnende Gesellschaft, bei der nackte, gefühllose Interessen an die Stelle von freundschaftlichen zwischen­menschlichen Beziehungen traten und der Gewinn das höchste Lebensziel wurde.

Gewinn ist ja allgemein der Überschuß zwischen Einnahmen und Ausgaben, also der Unterschied zwischen Ertrag und Aufwand. Nun mehrt Gewinn aber nicht nur unsere Habe sondern in unserer auf den erhöhten Verbrauch materieller Gütern eingestimmten Konsumgesellschaft auch unser gesellschaftliches Ansehen. Nebenbei bedeuten beide auch noch Einfluß, also Macht. Gewinn signalisiert Erfolg, und das sich daraus ableitende Ansehen verpflichtet zu weiterem Erfolg. Habsucht ist so zu einem Charakterzug geworden, der das Handeln des einzelnen in unserer Gesellschaft wesentlichen bestimmt. Und die Konsumgesellschaft ist daher gleichzeitig eine Leistungsgesellschaft. Sie funktioniert nur wegen Eigensucht und Habsucht.

Steten Gewinn zu machen, bzw. sogar zu versuchen, den Gewinn laufend zu steigern, ist eines der Ziele wirtschaftlicher Unternehmen. Neben der Bestandssicherung, der Vermeidung größerer Risiken, betrachten sie Gewinnstreben und Wachstum als ihre wichtigsten Aufgaben. Habsucht ist regelrecht der Motor der kapitalistischen Wirtschaft. Und es bleibe nicht unerwähnt, daß das auch für die Rüstungsindustrie gilt, die keine Bedenken hat, sich mit Waffengeschäften zu bereichern, ja sogar den Rüstungswettlauf zu fördern. Ein wachsendes Bruttosozialprodukt, das alle Gewinne eines Staates zusammenfaßt, charakterisiert ja gerade seine gesunde Wirtschaft.

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Da alle irdischen Ressourcen begrenzt, zum Teil sogar nicht regenerierbar sind, steht jedem Gewinn jedoch ein Verlust gegenüber. Wer Gewinn macht, bereichert sich also auf Kosten anderer, seiner Mitmenschen, seiner Nachkommen oder der Umwelt ganz allgemein. Dies gilt insbesondere für begrenzte, knapp werdende Ressourcen, die der Allgemeinheit frei zur Verfügung stehen, wie beispielsweise Wasser oder Luft, bedingt auch Boden, die man sich also kostenlos aneignen kann. Die Gewinnsucht des Einzelnen führt hier zu katastrophalen Entwicklungen bei der Ausnutzung solcher Gemeingüter.

 

Als Beispiel sei die Überweidung des Bodens angeführt, also begrenzten Weidelandes, das mehreren Viehzüchtern gemeinsam zur Verfügung steht. Geht man z.B. bei den Viehherden von Tierbeständen aus, bei deren Zahl das Weideland gerade noch regenerationsfähig ist, so wirkt sich die Vermehrung einer Herde um einige Tiere für die Allgemeinheit negativ, also als Verlust aus. Wegen Überweidung vermag das Land nicht mehr alle Tiere zu ernähren, sie leiden Hunger und magern ab. Für den betreffenden Herdenbesitzer wird der anteilige Verlust jedoch vom Gewinn in Form der zusätzlichen Tiere überwogen. Das gilt natürlich nur, solange nur ein Viehzüchter sich einige weitere Tiere zulegt und damit kein eigenes Risiko eingeht, übel wird es, wenn alle Herdenbesitzer in ihrem Gewinnstreben es dem einen gleichtun, soviel Vieh wie möglich zu halten versuchen und daher ebenfalls ihre Herden vermehren. Dann schlägt der Gewinn des Einzelnen in allgemeinen Verlust um.

Das Problem liegt begründet in der Tatsache, daß für die beiden Produktionsfaktoren, Land und Vieh, verschiedene Eigentumsverhältnisse vorliegen: Das Land ist Gemeineigentum, während die Vieherden privatisiert sind. Eigeninteressen stehen gegen Gemeininteressen. Zur Vermeidung der Überweidung muß dieser Gegensatz aufgehoben werden. Entweder müssen auch die Herden in Gemeineigentum übergeführt, d.h. enteignet werden. Dann kann niemand eine Herde auf Kosten der anderen vergrößern. Oder man muß auch das Land privatisieren. Dann definieren Zäune Eigentumsrechte, beschränken den einzelnen auf ein bestimmtes Stück Land, und lassen bei Überweidung jeden einzelnen zum Opfer seiner eigenen Habsucht werden. Eigentumsrechte beistimmen die Verteilung der Gewinne. Diese lassen sich nur vergrößern, wenn man sein Eigentum an Boden vergrößert.

Die geschilderten Verhältnisse gelten ganz allgemein für Ressourcen, die nicht umsonst zu haben sind, bei denen der mögliche Ertrag jedoch nicht direkt mit dem nötigen Aufwand in Beziehung steht und wo jeder habsüchtig versucht, Gewinn herauszuschlagen, sich an ihnen zu bereichern. Ein Beispiel ist jede Versicherung, wie etwa die Krankenversicherung. Dabei ist man hier den umgekehrten Weg gegangen, vom Einzelrisiko zum gemeinsamen, durch die Gesellschaft getragenen Risiko. Da die Leistungen einer Versicherung von den monatlichen Beiträgen entkoppelt sind, meint man ein Maximum an Versorgung (Untersuchungen, Behandlungen, Medikamenten, Kuren) für sich herausschlagen zu müssen. Und da letzten Endes die meisten so denken, treibt die Krankenversorgung einem Zusammenbruch entgegen. Da eine Krankenversicherung im Grunde wie ein Faß ohne Boden nicht begrenzt ist, sondern die Beiträge ihrer Mitglieder immer wieder erhöhen kann, wird sie immer teurer und immer unwirtschaftlicher.

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Stoßen die Interessen aller Menschen an begrenzten Gemeingütern aufeinander, so ist eine Katastrophe unvermeidbar. Wirtschaftliche Einzelinteressen sind dann stets gegen das Gemeinwohl gerichtet. Hier könnte dann nur die Privatisierung der Gemeingüter helfen. Doch nicht alle Gemeingüter lassen sich privatisieren oder sollten privatisiert werden, sicherlich nicht die Luft, bedingt nur das Wasser und das Land. Außerdem macht die anwachsende Bevölkerung die Privatisierung von begrenzten Ressourcen schwierig.

Eine Auswirkung dieses Gewinnstrebens in der Industriegesellschaft ist die Lohn-Preis-Spirale. Hier versucht man am allgemeinen Wohlstand teilzunehmen und sich jeweils rechtzeitig ein größeres Stück am gemeinsamen Kuchen abzuschneiden. Nutznießer des allgemeinen Prozesses ist, wer jeweils um eine Nasenlänge den anderen mit der Erhöhung des Preises seiner Ware, seien es Güter oder Arbeitskraft, voraus ist. Inflation ist die dauernde Relativierung der menschlichen Arbeit und ihrer Erzeugnisse. Da keiner den Wert seiner Arbeitskraft zurückstecken will, dieser scheinbare Wert also nur mehr oder weniger wachsen kann, verliert das Geld als Maßstab dauernd an Wert und kommt es so zur Erscheinung der dauernden Geldentwertung. Inflation entsteht so aus Gewinnsucht und stellt einen Verteilungskampf aller gegen alle dar.

 

  Herrschsucht  

Des Menschen Ich- und Habsucht gipfelt schließlich in seiner Herrschsucht. Dieser psychische Grundantrieb menschlichen Handelns, das Streben des Menschen nach Einfluß und Macht, ist auf die Beherrschung seiner Umwelt gerichtet zur Steigerung seines Ichs und Vergrößerung seiner Habe. Eigentum verlangt Macht, um es vor Raub zu schützen, bzw. um es anderen zu rauben. Macht beruht auf dem Bedürfnis nach Selbstbehauptung, aber auch Selbsterhöhung und -bestätigung. Durch den Aufbau von Machtpositionen in der menschlichen Gesellschaft, und der Natur befreit sich der Mensch nicht nur von Nöten, sondern auch von Zwängen, gewinnt Unabhängigkeit und gestaltet sich ein ihm genehmes Leben, allerdings auf Kosten anderer, unterdrückter.

Die größte Macht übt immer der Besitzer des knappsten Produktionsfaktors aus. Ursprünglich, in der Agrarzeit, als Nahrung das Haupterzeugnis darstellte und der knappe Boden die Nahrungsmenge bestimmte, war wirtschaftliche Macht mit Landbesitz verbunden. Je knapper der Boden war, um so mehr Macht hatte der Grundbesitzer. 

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Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft und im Gefolge gewaltiger Produktionssteigerungen, als also eine bestimmte Bodenfläche mehr Nahrung hergab, gewann das Geld für die Geräte und chemischen Stoffe an Bedeutung und ging die wirtschaftliche Macht an die Kapitalgeber und Eigentümer der Produktionsmittel über, die Kapitalisten. Bei der immer komplizierteren Technik schließlich hat sich die Macht heute auf Führungs­kräfte und Spezialisten der Industrieunternehmen verlagert, die das nötige Spezialwissen besitzen und die zusammen die Technokratie bilden. 

Eigentum ist so nicht mehr ein Machtfaktor wie früher. Großunternehmen, die vielfach als sog. Multis nationale Grenzen überschreiten, üben wirtschaftliche Machtkonzentration aus. Daneben organisiert sich Macht in der modernen Gesellschaft in mächtigen Interessenverbänden, wie Wirtschaftszweigen, Unter­nehmern, Gewerkschaften, Kirchen usw. Sie nehmen als berüchtigte Lobby Einfluß auf staatliche Subventions­zahlungen und versuchen jeweils ein möglichst großes Stück vom gemeinsamen Kuchen abzubekommen.

Herrschsucht bestimmt die zwischenmenschlichen Beziehungen in allen Lebensbereichen wie Familie, Beruf und Gesellschaft, aber auch das Zusammenleben von Völkern. Das Bestreben der Mächtigen, ihren Willen auch gegen Widerstände durchzusetzen, den Willen anderer zu brechen, versucht, die persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten des einzelnen zu beschränken, seine Rechte zu beschneiden und seine Arbeitskraft auszubeuten. Sklaverei, Feudalismus und Kapitalismus sind nur die bekanntesten Erscheinungsformen. Herrschsucht ist Ursache für die verschiedenartigsten sozialen Konflikte. Dazu gehören Bündnisse, Drohungen und wirtschaftlicher Druck. Diese können zu Gewalt und Gegengewalt führen und in Zerstörung ausarten.

 

Macht findet zumindest theoretisch ihre Grenzen in Ethik und in Prinzipien wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlich­keit und Gerechtigkeit. Verfassung, Gesetze und öffentliche Kontrolle institutionalisieren die Macht und schaffen anerkannte und berechenbare innerstaatliche Machtverhältnisse. Recht hat die Aufgabe, das menschliche Zusammenleben so zu regeln, daß Konflikte weitgehend vermieden werden. Befolgung und Durchsetzung von rechtlicher Ordnung erfordern aber staatliche Macht.

Zwischenstaatliche Beziehungen versucht man zwar durch Verträge und diplomatische Aktivitäten abzusichern. Sie werden jedoch durch wirtschaftliche und militärstrategische Interessen diktiert und durch die bestehenden Kräfteverhältnisse bestimmt. Politisch-militärische Überlegenheit verführte schon immer, fremde, unterlegene Völker zu beeinflussen, politisch abhängig zu machen, indirekt oder direkt zu beherrschen, wirtschaftlich auszubeuten und so die eigene Machtstellung zu vergrößern. Das gipfelte in der Weltgeschichte im Kolonialismus.

So dehnten mit Beginn der Neuzeit nach der Entdeckung der Neuen Welt Spanien und Portugal ihre Herrschafts­gebiete aus und errichteten kurzzeitig Weltreiche. Sie gründeten auf Ausbeutung und Zwangsarbeit der Eingeborenen und großangelegtem Sklavenhandel und ermöglichten Einfuhr reicher Naturprodukte und eine gewaltige Steigerung des Welthandels.

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Schließlich veranlagte im vorigen Jahrhundert der durch die Industrialisierung gewonnene technisch-wirtschaftliche Vorsprung alle Industriestaaten ihre Herrschaftsgebiete durch die Eroberung vor allem unterlegener, unterentwickelt-vorindustrieller Länder zu Kolonialreichen zu erweitern und dadurch ihre Führungsansprüche als Großmächte abzusichern. Die wirtschaftliche Expansionspolitik des Kolonialismus ermöglichte die Erschließung billiger Rohstoffquellen und die Ausweitung von Absatzmärkten, die Bildung von Einflußsphären und Auswanderungsmöglichkeiten und die Errichtung von Militärstützpunkten in überseeischen Gebieten. Ein wichtiger Rohstoff aus Kolonien war beispielsweise Baumwolle als Ersatz für Wolle, da in den Mutterländern bei verstärktem Getreideanbau zur Ernährung der wachsenden Bevölkerung die Schafhaltung rückläufig war.

Neben der Rohstoffausbeutung fand auch eine nicht nur für die Bewohner verderbliche Umstrukturierung statt. Während vor der Kolonisation in Afrika noch viele Grundnahrungsmittel wuchsen, die die Bevölkerung ausreichend ernährten, führten die Kolonialherren Monokulturen für all die "Kolonialwaren" ein, die sie brauchten. Damit wurden die Länder nicht mehr selbst lebensfähig und erlitten ökologisch große Schäden. Dies zusammen mit der unzureichenden Industrialisierung bereitet diesen künstlich gebildeten Ländern heute nach ihrer Befreiung große Probleme.

Konflikte zwischen Völkern oder Volksgruppen haben meist gewaltsame Auseinandersetzungen zur Folge. Seit Menschen Gedenken gibt es Kriege, organisierte, mit Waffengewalt ausgetragene Machtkonflikte zwischen Völkern bzw. Bürgerkriege, also bewaffnete, innerstaatliche Gruppenauseinandersetzungen. Die Auseinander­setzungen äußerten sich als Religions- oder Erbfolgekriege, Eroberungs- und Kolonialkriege, oder als Sezessions-, Unabhängigkeits- und Befreiungskriege, schließlich als Revolutionskriege. So verschieden die einzelnen Kriegsursachen auch immer waren, der eigentliche Grund war und ist noch stets der Machtanspruch einzelner oder mehrerer über andere und deren Besitz. So entwickelte sich ein Krieg jeweils entweder aus dem Versuch solche Machtansprüche durchzusetzen oder aus der Auflehnung gegen sie.

Auch heute bestimmen wirtschaftliche Triebkräfte, die Profitinteressen der Industriegesellschaft, im Kampf zwischen Kapitalismus und Sozialismus, den beiden Darstellungsformen von expansivem, aggressivem Imperialismus, die weltweite Machtpolitik. Beide Seiten haben ihre Machtsphären aufgebaut, die sie mit politisch-ökonomischen, kulturellen und ideologischen Mitteln beeinflussen, ausbeuten und abhängig machen, und somit direkt oder indirekt beherrschen und um deren Erhalt bzw. Erweiterung sie auf Kosten der Dritten Welt kämpfen.

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Machtsucht manipuliert das Denken der Völker. Politische und religiöse Führer reden ihren Anhängern ein, sie seien von einem Feind bedroht. Wir erleben, daß Angriffskriege als Verteidigungskriege hingestellt werden und Menschen dazu bewegt werden, andere zu töten, um angeblich ihre Freiheit zu verteidigen oder gar ihr Leben zu retten.

Machtstreben kennzeichnet aber auch die Haltung des Menschen gegenüber der Natur. Stets war er bestrebt, sie zu beherrschen, sie sich Untertan zu machen, sie auszunutzen und auszubeuten. Es begann, als er wilde Tiere domestizierte, sich zu ihrem Herrn aufschwang. Schaf und Ziege sind die ältesten Haustiere seit etwa 11.000 Jahren. Es folgen Hund, Schwein und Rind, erst viel später, etwa vor 5000 Jahren das Pferd und andere Tiere wie Esel, Kamel, Lama und Rentier. Gleichzeitig kultivierte der Mensch Nutzpflanzen für seinen Bebrauch.

Dieser ersten Unterwerfung der Natur in Form der Domestizierung von Tieren und Pflanzen folgte die zweite, die Verwissenschaftlichung der Naturbeobachtungen, also die Naturwissenschaften, und in ihrem Befolge die Technik. Durch das Aufspüren der Naturgesetze und ihrer Anwendung machte sich der Mensch auch geistig zum Herrn der Natur, nach dem Sinnspruch: Wissen ist Macht. Mit Mathematik, Physik, Biologie und den zugeordneten Tei1 Wissenschaften schuf er sich ein einmaliges Geistesimperium, das sich heute vor allem in Elektro-, Chemo-, Kern- und Biotechnik eindrucksvoll, aber auch beklemmend manifestiert.

Unsere Erde hat keine weißen Flecken mehr. Die Herren der Erde nahmen fast jeden Quadratmeter seiner Landfläche in Besitz. Sie suchten die Meerestiefen und bemächtigten sich der Lufthülle, ja stießen schon bis zum Mond vor. Sie machen sich alle bekannten Naturkräfte dienstbar. Nichts scheint ihren Eroberungs­zug bremsen, die Erweiterung ihrer Machtstellung mit Hilfe der Technik aufhalten zu können. Dabei verstärkt sich allerdings langsam der peinliche Eindruck, daß nicht die Technik dem Menschen dient, sondern vielmehr der Mensch zum Diener der Technik geworden ist.

Unsere Herrschsucht gipfelt in der Allmacht unseres Gesellschaftssystems. Unsere Welt neigt zu Totalitarismus, der Ausrichtung von Staat, Gesellschaft und Individuen sowie zur gewaltsamen Verfügung über die solcherart zentrierten Energien eines sozio-ökonomischen Systems zur Durchsetzung ideologischer Ziele, die ohne Partizipation der großen Masse von wenigen anonymen Machthabern formuliert werden. Dabei werden Widersprüche nur allzu deutlich:

Wir fordern Freiheit und lassen uns immer stärker von den Errungenschaften unserer Zivilisation und den Auswirkungen der Technik unterdrücken, wir sprechen von Demokratie und beugen uns der Diktatur des Konsums und der Mode, wir preisen Rechtstaatlichkeit und lassen uns von Werbung terrorisieren, wir verlangen Gedankenfreiheit und ertragen die Zensur der Massenmedien, wir predigen Pluralismus und zwingen allen unsere Lebensweise auf, missionieren alle für unseren Glauben. Wer mit den Trends unserer Konsumgesellschaft nicht mitmacht, wird als Aussteiger verspottet, oder als asoziales Element diffamiert.

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  Verschwendungssucht  

Die Natur ist verschwenderisch. Jedes Lebewesen erzeugt Unmengen von Geschlechtszellen und mehr Nachkommen, als für die Fortpflanzung nötig sind. Diese scheinbare Verschwendungssucht ist notwendig, da einmal die Befruchtung, also das Aufeinandertreffen zweier verschiedener Geschlechts­zellen mehr oder weniger dem Zufall überlassen bleibt und daher meist nur mit geringer Wahrscheinlichkeit gelingt, zum andern die Überlebensaussichten in der Natur meist gering sind und nur wenige der gezeugten Nachkommen zur Geschlechtsreife kommen, um selbst wieder zur Fortpflanzung beitragen zu können. Zudem kann die natürliche Selektion nur in einer überschüssigen Population funktionieren.

Trotz dieser verschwenderischen Fortpflanzungspraktiken betreibt die Natur keinen Raubbau an ihren Ressourcen. Vielmehr befinden sich alle Naturvorgänge im Fließgleichgewicht und verlaufen in Kreisläufen, die außer der von der Sonne gelieferten Energie keine zusätzlichen Stoffe verbrauchen. Allerdings sind auch im Laufe der Erdgeschichte viele Arten wieder verschwunden, da sie den Lebenskampf nicht bestanden. Das war jedoch keine verschwenderische Laune der Natur, sondern bittere Notwendigkeit der evolutionären Entwicklung.

Anders sind die Verhältnisse in der menschlichen Gesellschaft, d.h. in der Industrie- und Konsum­gesell­schaft. Gewinnsüchtig beuten wir die Natur aus. Nur das Eigeninteresse im Auge verschwenden wir Land, Wasser und Luft. Wir verbetonieren große Teile der Landschaft für Siedlungen und Verkehrswege oder verwandeln sie in Abraum- und Müllhalden. In der BRD geht jährlich etwa eine Fläche von der Größe des Bodensees durch Überbauung verloren. Den Rest des Landes wie auch die Gewässer und die Luft vergiften wir so stark, daß Pflanzen und Tiere in Lebensgefahr kommt. Nicht genug, daß bei uns die Wälder sterben, die noch gesunden tropischen Wälder werden mit atemberaubender Geschwindigkeit abgeholzt. 

Letzten Endes verwüstet unser Planet nur mehr und mehr. Nachdem die weißen Flecken auf unserer Erde verschwunden sind, versprechen nun auch die grünen weniger zu werden.

Viele Tiere und Pflanzen, die uns keinen Nutzen versprachen, eher lästig oder gar gefährlich erschienen, rotteten wir aus, bzw. diffamierten sie als "Ungeziefer" und "Unkraut". Viele leben nurmehr als Exoten in zoologischen bzw. botanischen Gärten.

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Und auch die im Boden vorkommenden Rohstoffe und natürlichen Energielager werden in großzügiger Verschwendungs­sucht verbraucht. Als lebte die Menschheit nurmehr wenige Generationen, verbrauchen wir all die teuren Stoffe, Kohle, Erdöl, Metalle usw. Und wir hinterlassen Halden von Müll, Verpackungs­material, Einwegflaschen, Schrott und andere unbrauchbar oder unmodern gewordene Dinge, oder solche, die es sich heute angeblich nicht mehr lohnt, zu reparieren. Von dem, was ein Haushalt unserer Wohlstandsgesellschaft wegwirft, könnte in der Dritten Welt eine Familie noch leben. Statt natürlicher Kreisläufe bewegen wir alles auf der Einbahnstraße des Verbrauchs. Früher kaufte man etwas um es zu behalten und zu gebrauchen, heute um es zu verbrauchen und wegzuwerfen.

 

Die Verschwendungssucht des Menschen drückt sich am deutlichsten im Krieg und seinen Vorbereitungen aus. Eine Rüstungsspirale sondergleichen bindet wertvolle Arbeitskräfte und Rohstoffe. Im Krieg selbst opfert man Menschen und zerstört sich gegenseitig Hab und Gut. Noch immer war die Welt nach einem Krieg ärmer. Nie waren die Sieger auch gleichzeitig Gewinner, stets hatten auch sie Menschenleben zu beklagen, machten sie auch die übrigen Verluste durch Eroberungen wett.

Seit der Französischen Revolution gibt es den totalen Krieg. Sie appellierte an die Gesinnung der Nation und mobilisierte das ganze Volk durch allgemeine Wehrpflicht. Der so entstandene Volkskrieg entwickelte Vernichtungsstrategien, die alle menschlichen und materiellen Reserven erfassen und nichts verschonen.

So wurden im Ersten Weltkrieg erstmals alle Kontinente der Erde in die Kampfhandlungen einbezogen. Die meisten Staaten der Erde waren direkt am Krieg beteiligt, alle indirekt von ihm betroffen. Die Auswirkungen des Krieges waren umwälzend und griffen tief in das wirtschaftliche, soziale und politische Leben aller Völker ein. Die Zahl der Kriegsteilnehmer und der Kriegstoten erreichte ein bis dahin noch nie gekanntes Ausmaß. Von den insgesamt über 65 Mill. Soldaten gab es rund 8,5 Mill. Gefallene, über 21 Mill. Verwundete und 7,8 Mill. Kriegsgefangene und Vermißte. Unermeßlich waren die Leiden der Zivilbevölkerung durch Flucht, Hunger und Entbehrungen, vor allem unter der Hungerblockade bei den Mittelmächten.

Der Zweite Weltkrieg richtete noch furchtbarere Verheerungen an. Von 110 Mill. Soldaten fielen 27 Mill. bei Kampf­handlungen. 25 Mill. Zivilpersonen starben, 3 Mill. Menschen blieben vermißt. Allein die erste Atombombe über Hiroschima am 6. August 1945 forderte rund 200.000 Tote und 100.000 Verwundete. Durch den Abwurf der zweiten Atombombe über Nagasaki am 9.August fanden etwa 75.000 Menschen den Tod. Die Verluste der einzelnen Staaten an Menschen beliefen sich auf etwa (in Mill.):

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Sowjetunion 

20

China 

10

Polen 

5,8

Deutschland 

4,8

Japan

2,0

Jugoslawien 

1,7

Frankreich 

0,6

Großbritannien

0,4

USA

0,3

Zu den genannten 4,8 Mill. Deutschen kommen noch weitere 2,5 Mill., die durch Flucht, Vertreibung und Verschleppung als unmittelbare Folgen des Krieges starben. 

Der Zweite Weltkrieg veränderte die internationale Lage grundlegend. Die europäischen Staaten wie auch Japan büßten ihre weltpolitische Bedeutung ein, die Staaten Osteuropas kamen unter sowjetische Vorherr­schaft. Die USA und die Sowjetunion wurden zu führenden Weltmächten. Sie bauten in der Folge ein Machtpotential auf, das sich über Kontinente erstreckt und auf die Arsenale weitreichender Vernichtungs­waffen stützt. 

Der heutige Bestand an Atomwaffen verstärkt die Gefahr atomarer Kriegführung in einem Maße, daß das baldige Inferno eines Nuklearkrieges und damit die Auslöschung allen höheren Lebens auf der Erde nicht mehr auszuschließen ist.

Doch allein schon der Kalte Krieg mit seinem Wettrüsten stellt einen einmaligen Verschleiß von Ressourcen ohne Gegenwert dar. Kostbare Rohstoffe werden zu teuren Waffensystemen verarbeitet, um in Kürze wieder ausgedient zu haben. Sie werden regelrecht verpulvert. Die Rüstungsausgaben belaufen sich heute auf täglich etwa 2,5 Mrd. DM.

Verschwendungssucht steht nicht im Gegensatz zur Habsucht. Sie ergänzt sie vielmehr. Vergeuden wir doch immer nur all das, was uns nicht selbst gehört, wodurch wir uns jedoch bereichern können. 

  

 

Zusammenfassung 10

  1. Der Mensch läßt sich treiben von Süchten nach Ansehen, Besitz und Macht. Sie sollen sein Wohl­befinden, sein Glück erhöhen.

  2. Ichsucht läßt den Mensch sein Ich in den Mittelpunkt seines Trachtens stellen. Dieser Egoismus macht ihn blind für seine Umwelt und seine Zukunft.

  3. Seit der Entstehung von Eigentum bestimmt Habsucht das Tun des Menschen. Diese Gewinnsucht setzt nackte, gefühllose Interessen an die Stelle freundschaftlicher, zwischenmenschlicher Beziehungen.

  4. Herrschsucht führt zur Unterdrückung anderer Menschen und Völker. Diese Machtsucht wendet sich aber auch gegen die Natur, die nach Kräften ausgebeutet wird.

  5. Die scheinbar unbegrenzten Schätze der Erde verleiten den Menschen zu sträflicher Verschwendungs­sucht. Unverantwortlich vergeudet er aber nicht nur Energie und Rohstoffe, sondern in Kriegen auch "Menschenmaterial".

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 Max Albert  1987  Kritik an der vermeintlichen Vernunft