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Guntolf Herzberg 
Kurt Seifert 

Rudolf Bahro — Glaube  
an das Veränderbare  
Eine Biographie  

2002 im Links-Verlag  
2005 als Aufbau-Taschenbuch 

Dieses Buch entstand zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung

Guntolf Herzberg / Kurt Seifert :  Rudolf Bahro  - Glaube an das Veränderbare  (2002, 2005)  Eine Biographie / Biografie   -

2002   613 (661) Seiten  

 

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detopia:  Bahro.Start  

detopia-Biografie  

Bahro-1977   Bahro-1987   Gruhl-Biografie   Ferst.2002 

 

 

Inhalt

Vorbemerkung (9) Zur Erinnerung (11) 

 

Abkürzungen (616) Nachwort 2005  (617)

Bildnachweis (627) Anmerkungen  (622) 

Brief einer IM an den Verleger (628)

Bildteil  (336)  

Dank  (637) Die Interviewpartner (638)

Literatur-verzeichnis (640) 

Personen-register (650-661) 

 

Teil 1   1935-1979  (KIndheit und Osten)

 

1. Kindheit und Jugend, 1935-1953  (16) 

2. Studienzeit, 1954-1959 (28)  

3. Dorfzeitungsredakteur, 1959-1960 (54) 

4. Als sozialistischer Dichter (63)  

5. Parteizeitungsredakteur an der Universität Greifswald, 1960-1962  (68) 

6. Mitarbeiter beim Zentralvorstand der Gewerkschaft Wissenschaft, 1962-1965  (72)  

7. Stellvertretender Chefredakteur des Forum, 1965-1966  (78)  

8. Abgeschoben zur Arbeiterklasse: Zehn Jahre in der Industrie, 1967-1977 (88)  

9. Der Brief an Walter Ulbricht  (91)

10. Schicksalsjahr 1968 (98)  

11. Zwischenspiel: Gedichte (103)

12. Das Beispiel Beethoven (108) 

13. Intelligent und verkannt: Zur Person (114) 

14. Die Stasi-verhinderte Promotion (118) 

15. Unter den Augen der Staatssicherheit: Die Entstehung der Alternative (133) 

16. Eine andere Richtung einschlagen: 
      Vom »real existierenden Sozialismus« zum »Reich der Freiheit« (173)

17. Verhaftung und Untersuchungshaft 1977/78 (190)   

18. <Freiheit für Rudolf Bahro> 1 (213) 

19. Die Wirkung der Alternative in West und Ost (223) 

20. Die Alternative in den Gutachten des MfS (239)  

21. Der Prozeß, Juni 1978  (244) 

22. <Freiheit für Rudolf Bahro> 2 (269) 

23. Der internationale Bahro-Kongreß in Berlin, November 1978  (278) 

24. Bautzen II, 1978/79  (282)

25. Amnestie, eine Woche Ostberlin und die 
      Übersiedlung in die Bundesrepublik (Oktober 1979) (314) 

Teil 2   1979-1989   (Westen)

Von Ost nach West — Ein DDR-Intellektueller geht zu den Grünen (328) 

Umkehr in der Metropole — Kritik an den Götzen des Industrial­ismus (346) 

Ohne Rüstung leben — Friedenspolitik von unten (359) 

Kommune wagen! — Versuch der Selbstveränderung (376) 

Bahro trifft Bhagwan — »Der wichtigste Ort auf der Welt« (386) 

Fundamentalkritik versus Reformpolitik — Kampf um die Bestimmung der grünen Partei (397)

Die Apokalypse aufhalten? — <Logik der Rettung> (409) 

Was heißt Rettungspolitik? — Warnung vor der Ökodiktatur (422)

<Kloster> in der Eifel — Erfahrungen beim Aufbau einer ökospirituellen Gemeinschaft (1987-1989) (436) 

 

Teil 3  1989-1997   (Gesamtdeutschland)

 1  Rückkehr in die revolutionäre DDR  1989-1990 (450)  

 2  Die Kassationsverhandlung vor dem Obersten Gericht der DDR  Juni 1990 (468)

 3  Der »Mittwochskreis« 1990-1993 (473) 

 4  Das Institut für Sozialökologie (483)

 5  Wider die Logik der Selbstausrottung — Berliner Vorles­ungen zur Sozial­ökologie (1990-1997) (506) 

 6  Politische Ausein­ander­setzungen (517)

 7  Start in die Subsistenz: Neue Lebensformen im Experiment (531) 

 8  Glück und Unglück: Rudolf und die Frauen (545) 

 9  Rudolf und Marina (563)

10 Spiritueller Kommunismus und integraler Mensch: Politische Texte 1995-1997 (570) 

11 Krankheit und Tod  (583)  

12 Nachrufe: »Inspiration und Provokation zugleich«  (595)  

13 Wirkung:  Bahros Erbe oder die Aktualität sozialökologischen Denkens  (605-613) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(detopia-2006): Inhaltsreich, ein starkes Stück Fortschreibung der Zeitgeschichte. Die Stärke der Biografie liegt (auch) in der ausführlichen kritischen Würdigung auch des Bahroschen Werkes. Ebenfalls nötig war die Aufarbeitung der wilden, anarchistischen Zeit ab 1990. Ebenfalls geeignet für die DDR-Stasi-Aufarbeitung. 


Verlagstext:

Rudolf Bahro war neben Robert Havemann einer der wichtigsten Vertreter der DDR-Opposition — ein Philosoph, der aus der Enge der DDR heraus radikal System kritisch und zugleich global und ökologisch gedacht hat. 

Sein 1977 erschienenes Buch »Die Alternative« trug ihm eine achtjährige Gefängnisstrafe in Bautzen ein.  Nach seiner Übersiedelung in die Bundesrepublik wurde Bahro zum Vordenker der Öko- und Friedensbewegung. 

Die Autoren, selbst langjährige Mitstreiter Bahros, stellen dieses Leben anhand einer Fülle von Materialien mit Sympathie, zugleich aber durchaus kritisch dar und sparen auch seine spannungsvollen persönlichen Beziehungen nicht aus.

Guntolf Herzberg, geboren 1940, 1961-65 Studium der Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin, anschließend Assistent an der Akademie der Wissenschaften der DDR, 1973 Berufsverbot. Er gehörte 1976/77 zu Bahros konspirativen Helfern beim Fertigstellen des Buchs »Die Alternative«. 1985 Ausreise nach Westberlin, Mitglied der Grünen, seit 1994 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der HU Berlin.

Kurt Seifert, geboren 1949, 1969-75 Studium der Rechtswissenschaft, Psychologie und Soziologie in Basel und Tübingen, 1975-79 Jugendarbeiter in Berlin, 1983 erste Begegnung mit Bahro, 1987-99 Redakteur in Zürich, seit 1999 Mitarbeiter von Pro Senectute in Zürich.

 

Widmung: 
Hannah zum  vierzehnten Geburtstag

 

 

Rezensionen zur Bahro-Biografie

A.Bahro im NeuDeu 

M.Böttger im Jesse-Jahrbuch

K.Hartung in der Zeit 

M.Ferst  im NeuDeu  "Das Rad..."

M.Jäger im Freitag  kurz

M.Jäger im Ökonet  lang 

M.Jander  Hum-Uni 

M.Kriener in der Taz   

Ricarda H. im Februar  

 

Rudolf Bahro ist eine der markantesten und zugleich umstrittensten Personen der jüngeren deutschen Zeitgeschichte — ein Philosoph, der aus der Enge der DDR heraus radikal systemkritisch sowie global und ökologisch gedacht hat. Bekannt wurde er 1977 durch sein Buch <Die Alternative>, eine Abrechnung mit dem System der "organisierten Verantwortungslosigkeit" im "realexistierenden Sozialismus", für die er ins Gefängnis nach Bautzen kam.

 

 

Nach seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik entwickelte sich Bahro zu einem Vordenker der Öko- und Friedensbewegung sowie zum fundamentalen Kritiker einer Arbeits- und Lebensweise, die nach seiner Auffassung die Menschheit immer schneller an den Rand des Abgrunds führt. 

1989 ging er in den Osten Deutschlands zurück, um theoretisch und praktisch an der Entwicklung gesellschaftlicher Alternativen mitzuwirken. Dazu gehörte die Gründung einer Landkommune in Sachsen und die Beschäftigung mit spirituellen Strömungen.

Genau 25 Jahre nach Erscheinen seines weltweit erfolgreichen Buches "Die Alternative" legen die Autoren nun die erste Bahro-Biographie vor.

 

Der Berliner Philosoph Guntolf Herzberg und der Schweizer Journalist Kurt Seifert sind ausgewiesene Kenner der Arbeiten Bahros.

Sie zeichnen anhand einer Fülle von schriftlichen Materialien und Aussagen von Zeitzeuginnen und -zeugen detailliert den an Brüchen und Widersprüchen reichen Lebensweg Bahros durch die Nachkriegsgeschichte der beiden deutschen Staaten nach. Die Biographie zeigt Rudolf Bahro nicht nur als politischen Akteur und als Wissenschaftler, sondern beleuchtet auch seine Lebensweise und seine vielfältigen, oft konfliktreichen persönlichen Beziehungen.

 

Diese erste umfassende Biographie folgt den Spuren einer der markantesten und zugleich umstrittensten Personen der jüngeren deutschen Zeitgeschichte. 1977 erschien Rudolf Bahros systemkritisches Werk »Die Alternative« und trug ihm eine Gefängnisstrafe ein, die er in Bautzen verbüßen sollte. Für das SED-Regime war er fortan ein verräterischer Konterrevolutionär, für die Bundesrepublik wurde er nach seiner Übersiedlung 1979 zum Wegbereiter der Öko- und Friedensbewegung. 

 

Seine Wandlung »vom gläubigen Leninisten zum spirituellen Kritiker der Moderne« führt schließlich auch zum Bruch mit den Grünen und zur Gründung einer ökospirituellen Gemeinde im Eifeldorf Niederstadtfeld. Bis zu seinem Tod im Jahr 1997 hielt er eindringliche Vorlesungen gegen die Gefahren der Industriemaschinerie, doch das wiedervereinigte Deutschland wollte keine Rettung, sondern Normalität. 

 

Mit ihrer materialreichen Biographie setzen Kurt Seifert und Guntolf Herzberg dem langjährigen Freund und Weggefährten mit Sympathie, aber auch mit kritischer Distanz ein Denkmal.  

 

perlentaucher.de  =>   Notiz zu Zeit   24.04.2003  =>  

Klaus Hartung zeigt sich von dieser Biografie äußerst angetan. Zwar gelinge es den Autoren nicht, das "Rätselhafte" der Persönlichkeit Bahros aufzulösen, aber damit werden sie ihm durchaus gerecht, so der Rezensent. Er hält die "Paradoxien" Bahros, wo sich "Hellsicht" und "Blindheit" mischten, für dessen Charakter bestimmend und sieht diese Widersprüche in der Biografie auch überzeugend dargelegt. Insbesondere den Abschnitt über Jugend und Freundeskreis in der DDR von Herzberg preist er als den "gewichtigsten Teil" der Lebensbeschreibung. Als besonderes Verdienst des Autors lobt er, dass dieser die "Zweideutigkeit" von Bahros Verhältnis zum DDR-Staat beschreibt anstatt sie "wegzudeuten". Insgesamt lobt Hartung das Buch als "material- und zitatenreiches" Werk, das nicht nur ein erhellendes Licht auf den "revolutionären Denker" Bahro, sondern gleichzeitig auf ein Stück "deutsch-deutsche Geschichte" wirft.

 

perlentaucher.de  =>   Notiz zu  TAZ   04.03.2003 =>  

Manfred Kriener schwelgt in Anerkennung. Lob spendet er den Biografen Guntolf Herzberg und Kurt Seifert und offene Bewunderung äußert er für den Philosophen Rudolf Bahro. Das umfangreiche Werk über Bahro besteche vor allem in seinem ersten und älteren Abschnitt, die Autoren hätten "tief gegraben" und die "DDR-Zeit Bahros präzise aufbereitet". 

Teilweise liest sich die Biografie wie ein "Kriminalroman", so Kriener, bleibe es doch weiterhin ein Rätsel, wie Bahro es schaffen konnte, "unter den Augen der Stasi seine Abrechnung mit dem Realsozialismus zu schreiben." 

Trotz aller Sympathien der Autoren für Bahro findet Kriener ihre Darstellung nie verklärend, stattdessen offenbarten sie schonungslos auch die "dunkle Seite des Philosophen und Romantikers". Das 650-seitige Buch über Bahro liest sich überaus "spannend" und enthält viele "fast unbekannte" Details aus seinem Leben, wie beispielsweise den neunseitigen Protestbrief, den Bahro 1967 an Ulbricht schrieb und in dem er "völlig ungeschützt" das 'feige Zurückweichen selbst vor harmlosen Auseinandersetzungen' geißelte, zitiert ein begeisterter Rezensent.

 

 

 

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