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Murray Bookchin

Die Neugestaltung
der Gesellschaft

Pfade in eine ökologische Zukunft

1990 by South End Press, Boston
1992 by Trotzdem-Verlag Grafenau

Übersetzung: Oetzel und Richter, Frankfurt 
Umschlag: Kai Twelbeck, Stuttgart 
Druck: Druckcooperative, Karlsruhe  
ISBN: 3-922209-35-1

Murray Bookchin :  Die Neugestaltung der Gesellschaft   ( 1990 )        

1990     206 Seiten

Wikipedia.Autor   (1921-2006, 85) 

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detopia:  B.htm (OrdnerÖkobuch  Utopiebuch 

A.Badiou   N.Chomsky   T.Roszak  L.Mumford  N.Klein.2014  H.Stowasser

 

Inhalt

Art und Libero Bartell gewidmet,
die ihr ganzes Leben für die Freiheit gestritten haben.

1.  Gesellschaft und Ökologie   (7) 

2.  Hierarchien Klassen und Staaten    (30) 

3.  Wendepunkte der Geschichte   (66)

4.  Freiheitsideale   (88) 

5.  Bestimmung des revolutionären Projekts  (123)
     Die Neue Linke und Gegenkultur (136)

6.  Vom Hier zum Dort   (157)     Libertärer Kommunalismus  (179)

Solange die Gesellschaft nicht von einer vereinten Mensch­heit zurück­erobert wird, die ihre gesamte kollektive Weisheit, ihre kulturelle Errungen­schaften, technologische Innovationen, wissen­schaftliche Erkenntnisse und angeborene Kreativität zu ihrem eigenen Besten und zum Nutzen der natürlichen Welt einsetzt, erwachsen alle ökologischen Probleme aus sozialen Problemen.   

Murray Bookchin (S.29)

 

(Aus Wikipedia 2013)

Bookchins Eltern waren russische Immigranten. Mit neun Jahren wurde er Mitglied in einer kommunistischen Jugendgruppe. Desillusioniert durch den autoritären Charakter der Bewegung trat er aber einige Jahre später aus.

In New Jersey arbeitete Bookchin in einer Gießerei und als Gewerkschaftsaktivist, bevor er der US-Armee beitrat. Später arbeitete er in der Autoindustrie, verließ die Branche und die Gewerkschaften aber nach dem General-Motors-Streik von 1946.

Seine Interessen verschoben sich auf die Umwelt und das Schreiben, er schloss sich dem Kreis um die Zeitschrift Contemporary Issues an, ehemalige Trotzkisten um den deutschen Emigranten Joseph Weber. In Contemporary Issues (und parallel in der deutschsprachigen Ausgabe Dinge Der Zeit) veröffentlichte er seine ersten Artikel, u.a. zur Lebensmittelchemie. Bookchin zählt deshalb zu den Vorbereitern der ökologischen Bewegung. Als Theoretiker fühlte er sich dieser Bewegung eng verbunden, aber er meinte, dass der Beherrschung der Natur durch den Menschen auch immer Hierarchien und Machtstreben zugrunde lägen. In der Ablehnung von Hierarchie und Herrschaft entwickelte Bookchin eine anarchistische Ethik und Philosophie.

Bookchin schätzte die deutsche Philosophie von Immanuel Kant bis Theodor W. Adorno. Geschult am Spanischen Bürgerkrieg und der Spanischen Revolution entwickelte er eine Soziale Ökologie, die auf Dezentralisierung, dualer Gegenmacht, Selbstverwaltung und Selbstorganisation aufbaut, den Klassenkampf alter Prägung ablehnt und stattdessen auf Stadtteilarbeit, Bürgerversammlungen und direkte Demokratie setzt.

Wichtiges Vorbild war für ihn die Polis der griechischen Städte im Altertum, deren Bürgerversammlungen und gleichberechtigte Entscheidungsmöglichkeit der männlichen Vollbürger er als vorbildhaft sah, auch wenn ihm bewusst war, dass diese frühe Variante der Demokratie die Frauen ausschloss und zudem auf Sklaverei basierte. Neben dieser Kehrseite sah er aber Züge, die nachahmenswert schienen. Seine Ideen und Theorien veröffentlichte er in Büchern, Interviews und Artikeln.

Von 1977 bis 1981 lehrte er am Ramapo College in New Jersey.

In Burlington wurde Bookchin Ideengeber einer grünen Bewegung, die sich kritisch und ablehnend mit der Grünen Partei der USA auseinandersetzte. 1971 beteiligte er sich an der Gründung des Institute for Social Ecology in Plainfield, das bis heute existiert und zeitweise zum organisatorischen Zentrum einer internationalen Bewegung für „Libertären Kommunalismus“ werden konnte. 

Höhepunkt dieser Organisationsversuche für einen pragmatischen Anarchismus, der sich international politisch auf kommunaler Ebene organisiert, waren die Kongresse in Lissabon 1998 und Vermont 1999. Die Ansätze aus Lissabon (26.-28. August 1998) konnten ein Jahr später nicht fortgesetzt werden, als zu „amerikanisch“ wurden bereits im Vorfeld potentiell Interessierte durch ein Screening-Verfahren von der Teilnahme ausgeschlossen. 

Die Angst, Saboteure als Teilnehmer auf der Konferenz empfangen zu müssen, führte letztlich zum Scheitern der 2. internationalen Konferenz und verwies die Ideen zurück an die jeweils interessierten Gruppen. Trotzdem zeigte die Initiative, dass es möglich ist, international über einen Provider zu diskutieren, Schritte abzustimmen und zu gemeinsamen Positionen und Aktionen zu kommen, die eine neue libertäre Bewegung international voranbringen könnten.

In marxistischen Kreisen wurde er durch seine Kritik an der reinen marxistischen Lehre bekannt. Bookchin war ein radikaler Antikapitalist und Befürworter der Dezentralisierung. Seine Ideen und Schriften hatten großen Einfluss auf die globalisierungskritischen Bewegung und auf die US-Ökologiebewegung, sowie auf den radikalen Flügel der US-amerikanischen Grünen.

 

Mein persönlicher Bestseller! - Libertärer anarchistischer Kommunalismus           Von Gerold Flock  2008 

Pfade in eine ökologische Zukunft. Was uns die großen radikalen Denker, von Robert Owens, Charles Fourier, Michael Bakunin und viele andere bis in unsere Tage lehren wollen, ist die entscheidende Betonung des Glaubens, daß die Menschheit ein aktiver Teil in dieser Welt sein müsse. 

Wir verfügen heute über ein großartiges Repertoire neuer Idee, Pläne, technischer Entwürfe und Daten, die uns die bildliche Vorstellung einer ökologischen Gemeinschaft und einer partizipatorischen Demokratie vermitteln können. Wir sind nun endlich in der Lage, menschliche Gemeinschaften allein aus erneuerbaren Ressourcen zu unterhalten. 

Revolutionäres Engagement ist nicht nur eine Berufung, welche die Welt zu verändern sucht, es ist zugleich eine nach innen gerichtete Aufforderung, die eigene Identität und Individualität aus einer korrupten Gesellschaft zu retten, die mit billigen Genüssen lockt und Status in einer völlig sinnlos gewordenen Welt verheißt und damit geradezu den Kern der Persönlichkeit zerstört. 

Eine neue Politik muß entwickelt werden, die die Fallstricke des Parlamentarismus und das schnelle Erfolgserlebnis einer sogenannten Medien-Öffentlichkeit vermeidet, die statt der sachlichen Information eher der Selbsterhöhung dient. Neue Programme und eine neue Politik muß an der unmittelbaren Umwelt des Einzelnen ansetzen - an de Wohnsituation und den Problemen der Nachbarschaft, am öffentlichen Nahverkehr oder den wirtschaftlichen Bedingungen, an den Umweltverschmutzungen und der Situation am Arbeitsplatz. 

Die Macht muß allmählich in die Stadtteilzentren, Kooperativen, Werkstätten und schließlich Bürgerversammlungen. Niemand hat das Recht, etwas zum Eigentum zu haben, von dem das Leben anderer -sei es moralisch, gesellschaftlich oder ökologisch - abhängig ist. Ebensowenig hat irgend jemand das Recht, privat betriebene technische Anlagen, die sowohl die menschliche Gesundheit als auch die des Planeten gefährden, zu entwickeln, anzuwenden oder der Gesellschaft aufzuzwingen. Nie hat die Staatsmacht sich widerspenstiger gezeigt, als wenn derartige Forderungen erhoben wurden. 

Wir setzen also voraus, daß eine Bewegung existiert, die eine Gemeinde nach der anderen reformiert und zwischen ihnen ein System konföderaler Beziehungen etabliert. Kommunen, Kooperativen und Arbeitskollektive mögen eine ausgezeichnete Schule sein, wo Menschen lernen können, wie selbstverwaltete Unternehmungen organisiert werden können. Das Volk sollte versuchen seine Macht über das Leben der Gesellschaft zurückzuerobern. An vielen Orten hat der Staat durch seine gravierenden Kürzungen der Sozialausgaben ein Vakuum geschaffen, das die Städte füllen müssen, wenn sie auch nur weiter funktionieren wollen. Aufwendungen für Wohnungsbau und Sozialhilfe sollten heute weitaus mehr als früher auf lokaler Ebene gedeckt werden.

Der Kapitalismus müßte durch eine ökologische Gesellschaft auf der Grundlage nichthierarchischer Beziehungen, dezentralisierter Gemeinschaften ersetzt werden. Direkte demokratische Siedlungsformen. Privatismus, Karrierismus und Selbstinteresse gewannen zunehmend die Oberhand über das Interesse für das öffentliche Leben ,die Ethik der Fürsorge und über den Drang nach Veränderung. Was heute als Revolutionismus, Radikalismus und Linke durchgeht, wäre vor ein oder zwei Generationen als Reformismus und politischer Opportunismus abgelehnt worden. MURRAY BOOKCHIN

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