Emile M. Cioran

Geschichte 

und Utopie   (1965) 

 

        

 

   C.htm 

* 1911 in Rumänien 
+ 1995 in Paris (84)

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Existentialistische Pathologie     2001  Ein Kunde zu Absturz in die Zeit bei Amazon

Cioran legt in seinen Büchern fast exhibitionistisch seine eigene existentialistische Pathologie offen, eine Pathologie, die den Höhepunkt der gegenwärtigen defizient gewordenen rational-mentalen Bewußtseinsstruktur darstellt. Cioran ist kein Einzelfall. 

Immer mehr Menschen, denen Sinnesfreuden schal geworden sind, erkennen - von ihrer eigenen amoklaufenden, an allem zweifelnden Ratio in die Enge getrieben - dass alles Begriffliche (und nicht nur das!) letztendlich widersprüchlich ist.

Ihre existentialistische Pathologie markiert den Schmerz, den unendlich bitteren und schwarzen Schmerz "einer Seele an der Schwelle zum Transpersonalen", wie der Bewußtseinsforscher und Philosoph Ken Wilber es ausdrückt. Wilber weiter: "Wenn das Heute Rationalität ist, dann ist das Morgen Transrationalität, und nicht ein wissenschaftliches Argument der Welt steht dagegen, sondern alles dafür." (aus: "Eros, Kosmos, Logos") 

Wer - auch und gerade als Existentialist oder vermeintlicher Existentialist - an ernsthafter Philosophie interessiert ist - und mit "ernsthaft" meine ich logischerweise nicht Schwarzmalerei à la Cioran, sondern gute (rekonstruktive) Wissenschaft -, der sollte sich nicht mit derartigem wehleidigen Geschwafel das Hirn verpesten, sondern lieber Wilber oder Jean Gebser (am besten "Ursprung und Gegenwart") lesen. Ciorans Geheul ist authentisch, weil sein Schmerz authentisch ist (dafür der eine Stern) - aber authentischer Schmerz mündet nicht zwangsläufig in gute Wissenschaft.

 

 

      

 

                     

 

 

   

Pessimismus zum Gernhaben   14.2.2005    Rezensent: "ossiwan"  

In gewohnter Weise gibt sich Cioran seinem Pessimismus und seiner Gesellschafts- und Menschheitskritik hin, ohne dabei den Leser selbst zu betrüben. In dem enthaltenen Essay „Nach der Geschichte" wird ein kluger Weg zur Selbstsucht des Menschen gezeigt, allein an einer Sprachspielerei. Die vielen Aphorismen sind zeitweise sehr konstruiert, zu konstruiert, treffen aber oft genau auf den Punkt und kreisen um Verzweiflung und Lebensunlust, Krankheit und Tod, wirken aber bis ins Letzte heiter. Entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht, auf jeden Fall sollte man sich auf ihn einlassen.

 

Gevierteil ist ein herausragendes Martyrium   14.12.1999  

In "Gevierteilt" erreicht Cioran die unterkühlteste Erhitztheit seines literarischen Schaffens. Die Sätze sind noch lapidarer als in seinen anderen Schriften; so geschliffen und formvollendet jedoch, scheinen manche in ihrer Schlichtheit förmlich zu explodieren, auf dass Ciorans geistige Eingeweide umhergeschleudert werden: ist man zartbeseitet, wird einem unwohl, ist man bereits geistig abgebrüht, wird man bekehrt. Cioran erzaehlt von der logischen, geistigen Entwicklung ins Martyrium, dass einen jedoch nicht heilig, sondern lächerlich werden lässt. In "Gevierteil" liest man einen der wenigen wahren existentiellen, "europäischen" Mystiker. 

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