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  Detopisches Schlusswort  

 

 

Erneutes Nachgrübeln über eine friedliche Gesellschaftsordnung  (pdf von Ulf T.)

 

 

70 Jahre Umweltschutz- und Umweltpolitikbücher als Volkssachbücher

Im Jahr 2017 wird das moderne Umweltbuch 70 Jahre alt. Den Anfang machte Anton Metternich aus Deutschland. Sein visionäres Buch <Die Wüste droht> wurde 1947 nach Genehmigung durch das US-Presseamt in Bremen gedruckt und ausgeliefert.

"Das Leben währet 70 Jahre.", schreibt und befiehlt die Bibel, und ich würde diese Zeitspanne ebenfalls auf das Umweltbuch anwenden wollen. Viele Dinge unterliegen der Mode, dem Trend und ihrer Eignung als Gesprächsthema. Es sollte zwar nicht so sein, aber es ist so.

Des Umweltbuchs Bedeutung nimmt ab, teils im selben Verhältnis wie 'das gute Buch' auch. Und speziell das Mahner-und-Warner-Buch kann sich kein Gehör mehr verschaffen, wie früher die vielen Öko-Bestseller von Carson (1962) über Gruhl (75) bis Ditfurth (85). 

Der Trend geht weg vom populär-wissenschaftlichen Sachbuch. Man nutzt heute Fernseh-Sendungen (wie Galileo), vielerlei Internet und Zeitschriften (wie PM). 

Und damit kommen wir zum Hauptpunkt: Die Umweltkrise wurde oft und anschaulich beschrieben,  in 70 Jahren und in ca. 1000 Umweltzukunftsbüchern, volksverständlich, und damit auch 'politikerverständlich'.

Den "Aufstand der Anständigen" -  wie manchmal im Radio gefordert - kann es schwerlich jemals geben, denn die "Aufstandswaffe" der "Anständigen" ist das Wort, geschrieben und gesprochen, das Argument mit Beleg, welches jedoch heute nicht (oder nicht mehr) "durchdringt", das Volk nicht "erreicht", in die "Gehirnrinde nicht eindringt". 

Abhilfe könnte hier die Abschaltung aller Medien für einen Monat schaffen, damit sich die Neuronen bzw. Rezeptoren bzw. die "verschmutzten Antennen" (Bahro) wieder säubern und regenerieren. 

 

 

  

2013

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Viele Varianten im Buchaufbau wurden ausprobiert, um dem Volk ins Gewissen zu reden. Ist es gelungen?  Das Buch von Stephen Emmott könnte das Letzte seiner Art - dieser Art. Es hat nochmal eine Besonderheit, die frühere Bücher nicht hatten. Dieses Buch kann nun auch der 8-Klassen-Schüler verstehend lesen und auch der, der schlecht auf deutsch liest bzw. der, der noch nie ein Buch gelesen hat. Dieses Buch ist eher wie eine Zeitschrift aufgebaut, mit viel Abwechslung mit großen Fotos und kurzen Artikeln. Mehr geht nicht und weniger auch nicht. 

Daher ist - nun auch - auf der "Buchschiene" alles - Menschenmögliche - getan.

"Ich bin Wissenschaftler. Ich leite ein Labor in Cambridge, England. Dort erforsche ich mit einer Reihe herausragender junger Wissenschaftler insbesondere komplexe Systeme, darunter das Klima und diverse Ökosysteme, sowie den Einfluss, den wir Menschen auf die Erde als Ganzes haben."  (S. Emmott auf Seite 15) Mister Emmott ist allso als Fachmann anzusehen. Das will ich mit diesem Zitat ausdrücken. Andere Fachleute, oder bessere haben wir nunmal nicht.

 

 

 

  

2015

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Hoffnung, Zuversicht, Optimismus?

Man kann googeln nach Optimismus, Zukunftsoptimismus, Öko-Optimismus oder Autorennamen wie Horx, Maxeiner, Miersch, Rosling oder Doppelbegriffen wie Mythos Waldsterben, Märchen Klimakatastrophe, Legende Überbevölkerung. - In diesen Texten (Zeitschriften und Büchern), sieht die Welt (samt Trends, ergo die Zukunft der Welt/Menschheit) anders aus, als hier auf detopia dargestellt. 

Warum? Letztendlich weiß ich es nicht. Immer wenn ich diese Texte überprüfe (um die Wahrheit herauszufinden), dann verschwindet mein Antrieb, weil dort "getrickst" wird. Ein jüngeres Beispiel ist der Anti-Emmott-Artikel von Matthias Horx auf seiner website. Dazu sage ich vereinfachend: Die Zitate sind falsch abgeschrieben und die Art und Weise der Fehlzitierungen deuten auf Absicht hin, weil er gerade aus den Verfälschungen seine Schlüsse zieht.

Und so ist es mir schon oft ergangen. Es wird viel rumgetrickst! Daher ist eine Generalwiderlegung von mir nicht zu erwarten. Gleichwohl wiederhole ich: Wenn Detopia auf den Weg gebracht werden soll, dann muss auf alle Argumente eingegangen werden. -- Und ich werde auch meinen Teil dazu beitragen, und einige Tricksereien aufzeigen. -- Aber dann will ich zügig dahin kommen, dass ich nur noch auf "Wissenschaft" reagiere, womit ich meine: Nur noch "Optimismus mit Stempel" ist gültig: also eine Art Seriösitäts-TÜV. Früher war "Der Spiegel" eine Art wie TÜV. Heute nicht mehr, heute fast das Gegenteil. -- Kurz: Es muss eine Art wissenschaftliche Zeitschrift geben, die - wenigstens grob - die verwendeten Zahlen und Zitate kontrolliert und überprüft UND keine Schlaumeier-Sprache (Amüsier-Sprache, Gossensprache) zulässt. - Erst diese Voraussetzung erlaubt  Nachdenken über das Hauptargument der Zweckoptimisten: "Alles ist gut!". 

Nebenbei: In seinem Anti-Emmott-Artikel gibt M. Horx nur englischprachige Quellen/URLs für seine Thesen an. Hm. - Hinzu kommt die Anmaßung: Horx hat nicht nur nicht naturwissenschaftlich, sondern gar nicht studiert (akademisch). (Nur in Frankfurt in Soziologie eingeschrieben.) Aber Horx schreibt, dass der Wissenschaftler Emmott ein Scharlatan sei. Das ist Hybris. Das ist unverhältnismäßig. - Da mache ich nicht mit. Nicht auf diese Art. Dann gebe ich mir auch keine Mühe mehr. - Horx ist für mich wie ein Hochstapler. Wer glaubte denn einst, dass eine Hochstaplerin (2016 Petra Hinz) es bis in den Bundestag schafft? (Oder Guttenberg-Skandal) - Hier sind moralische und traditionelle Schranken/Grenzen gefallen. Wahrscheinlich liegt das letztendlich an der kapitalistischen Demokratie, wo "nur der Erfolg zählt" (= Ertrag und "Reichweite") - und den erreicht nur, "wer am lautesten schreit".

Aber das entbindet uns nicht von der Pflicht, Wahrheit und Weisheit einzufordern und auszusenden. Früher nannte man das: Die Güte Gottes preisen.

 

Der detopische Hoffnungsoptimismus steht fest wie eine Eiche diametral dem Betonblock der interessegeleiteten Berufsoptimisten und ideologischen Antiapokalyptikern gegenüber (Ich benutze das Wort Apokalypse als Offenbarung unserer wirklichen Taten, mit allen Neben- und Folgewirkungen; also von Ursache und Wirkung.) 

 Detopia glaubt:

 a): Vom Wunsch nach einer funktionierende Weltzivilisation müssen wir uns wohl Schritt für Schritt verabschieden. Dafür nehmen zu: Diktaturen und - demokratisch gewählte - "Präsidialsysteme", Not- und Ausnahmezustand, und eventuell auch Bürger- und Bandenkriege. (Spielfilme aus Hollywood gibt es schon heute genug darüber. Bei den pädagogischen "Games" kenne ich mich nicht so aus.)   

 b): Nur mit dieser Vor-Einsicht werden wir die Kraft zu wirksamen Gegenmaßnahmen haben. 

 c): Eine Wiederaufrichtung von Zivilisation ist nach deren Verlust nicht denkbar, unvorstellbar, weil schon heute, in vergleichsweise ruhigen Zeiten, das Volk nur wenig an das Große und Ganze denkt (und was für tut). Und "von oben" kann Hochkultur nicht "eingeführt" werden, genausowenig wie der ideale Sozialismus oder das ideale Christentum. 

 d): Aufgrund der (ökologischen) Altlasten (angesammelt von 1850 bis 2050) und Neulasten (Klimakatastrophe, globale Militärtechnik, weitere Menschenmilliarden) und ohne kontrollierende und ordnende Zivilisation kann nichts prinzipiell Gutes und prinzipiell nichts Gutes erwartet werden. 

  e): Letzteres muss uns nicht zusätzlich schocken, wenn wir das Leid seit Christus zum Massstab nehmen. Das wäre dann 'auch' zuende. Ein/der Sinn (der Geschichte, des Lebens) kann nicht gefunden und empfunden werden - nach Gulag, Auschwitz, Dresden, Hiroshima und dem, was heute geschieht und noch geschehen ("kommen") wird. -

 f): Die Meinung: "Wir leben in der besten aller möglichen Welten." ist mir bekannt. Der Grund dafür ist, dass jene nur die Fettaugen auf der Suppe angucken und "diese kommunizieren". 

 g): Zukunftsvorstellungen werden heute wesentlich von Unterhaltungs-Spielfilmen aus Hollywood, TV-Dokus und Computerspielen bestimmt. Die dort vermittelten Ein- und Aussichten in den Zukunftsalltag sind unwesentlich. (Und nur darum kann es gehen - denn selbst ein großer Krieger lebt meist im Privatleben.) 

  h): Optimisten (nicht nur die interessegeleiteten Berufsoptimisten) reklamieren für sich, dass zuviel Negatives den Menschen überfordere, ihm seine "Perspektive" raube und ihn Lähmung/Narkose und Lethargie/Apathie versetzen. Daher müsse man hauptsächlich auf positive Dinge schauen ("Da sieht man gern hin."). Was ist richtig?  - Ich will das nicht entscheiden und mich nicht mal einmischen. Ich kann nicht finden, dass in den letzten hundert Jahren - solange wird nach dieser Maxime verfahren - etwas Wichtiges besser geworden ist. Auch das Standardargument mit der Lebenserwartung (in Deutschland) überzeugt nicht. Schließlich war die Lebensreformbewegung ab 1900 eine "Bewegung von unten". "Von oben", aus Einsicht und Menschenfreundlichkeit, kam jedenfalls wenig, und oft auch erst dann, wenn "von unten" gezwungen. Aber zurück zum Thema und zum Schluss: Die vergangenen hundert Jahre in Deutschland haben gezeigt, dass die Meinung der Berufsoptimisten falsch ist. Die Realitätsverweigerung (und -unfähigkeit) 1917, 1944 und 1988 haben zu unnötigen Katastrophen, Tragödien und viel Leid geführt.

 i) Zu den Ökooptimisten hinzu kommt ein weiteres neuartiges Phänomen, das ich (erstmal) "komischer Fatalismus" nennen will, und das ebenfalls Rettungsbemühungen entgegenwirkt. Dieses Phänomen hat mit den neuen Medien und dem neuen Kapitalismus zu tun, und ist im Prinzip nur der Volksabklatsch der "Untergangsindustrie". Aber es zeigt auch, wie die Filme wie "2012" eben doch sehr pessimistisch in die Volksseele hineinwirken (und sich dort festsetzen).

 

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2017 vor 40 Jahren:  Am 23. Mai gab Jimmy Carter im Kongreß den Auftrag zu Global 2000 und im August erschien Die Alternative von Rudolf Bahro.

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