Ossip K. Flechtheim

Ist die Zukunft noch zu retten?

 

Die Megakrise unserer Zeit und ihre sieben Herausforderungen.

 

Weltföderation: Der dritte Weg ins 21. Jahrhundert.

 

 

1987: Hoffmann und Campe 

1988: Bücherbund Stuttgart
1990: Heyne Sachbuch

1995: Verlag Peter Lang, Frankfurt

Ossip K. Flechtheim  Ist die Zukunft noch zu retten  ? 

Flechtheim Start

1987    

228 (235) Seiten

 

Im Internet:

DNB Buch  4 Ausgaben

Wikipedia.Autor (1909-1998)

Amazon Buch  

 

 

Inhalt 

O. K. Flechtheim: Einleitung 1987  (11) 

Widmung: Meinen beiden Enkelkindern, Johannes und Julia.

Namen- und Sachregister (229-235) 

Klappentext:
Unter dem Eindruck der sich ständig verschärfenden Krise analysiert der welt­bekannte Wissen­schaftler die möglichen, wahr­scheinlichen und wünsch­ens­werten "Zukünfte" des Menschen und der Gesell­schaft. Sieben Herausforderungen sind zu meistern — je nachdem, wie der Mensch auf diese Heraus­forder­ungen reagiert, ergeben sich drei denkbare "Zukünfte": das Ende der Menschheit, eine Roboter­gesellschaft oder eine solidarische Welt­föderation.
Ossip K. Flechtheim — sein Name steht für eine ganze Forschungs­richtung: für die Futurologie 

detopia-2013:
Das Buch ist eine Gesamtschau auf die Gesellschaft, auch auf die Zukunft, auch auf die möglichen Gegenmaßnahmen. Es fehlt die org. Kriminalität; auch der Weltgesundheitszustand kommt knapp weg. Dafür finden wir mehr als woanders den Ausweg im Ökosozialismus und Ökohumanismus, also in einer besseren Gesellschaftsordnung. Im selben Jahr erschien die "Logik der Rettung" von Rudolf Bahro.

Teil 1. Der Griff nach der Zukunft  

Der Mensch — ein zwiespältiges Wesen  (15) 

Zur Schlüsselrolle der Geschichte  (26)  

Futurologie, Futuristik und Utopie  (36)  

Prognostik  (55)  

Planung  (67)  

Die drohende Megakrise — Einsicht und Warnung  (78-86) 

Teil 2. Die sieben existentiellen Herausforderungen 

Rüstungswettlauf und Krieg  (87) 

Bevölkerungsexplosion und Hunger  (108)  

Bedrohung der Umwelt  (119)  

Wirtschaftskrise und Überplanung  (131)  

Demokratiedefizit und Repression  (141)  Rechtsstaat, Juristerei

Kulturkrise  (159)  

Krise der Familie und Identitätsverlust des Individuums  (167-177) 

Teil 3. Die Qual der Wahl  

Drei mögliche Zukünfte  (179)  Szenarien 

Der Dritte Weg  (193)  

Gewaltlos gegen Gewalten — Auf der Suche nach der richtigen Strategie  (222-228)

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Auszug aus Keßler 2007, S. 202:

1987 erschien <Ist die Zukunft noch zu retten?>, Flechtheims letzte Monographie. Er sah das Buch als Summe seines Schaffens und gewissermaßen als Vermächtnis an die jüngste, die übernächste Generation an. Es ist im besten Sinne populär geschrieben, voller Informationen, doch ohne Anmerkungsapparat und unter weitgehendem Verzicht auf die Wiedergabe komplizierter wissenschaftlicher Debatten. Im Vorwort dankte Flechtheim zwei Menschen, die ihm mehr als alle anderen geholfen hatten, dieses Buch zu schreiben und zu vollenden: seiner Frau Lili und seinem Freund John Herz, auf dessen Autobiographie <Vom Überleben> er ausdrücklich hinwies. 

Er erinnerte seine Leser daran, dass bereits um 1950 in den USA erste warnende Stimmen auftauchten, die vor einem Raubbau an der Natur warnten und eine Politik des Umweltschutzes anmahnten. Flechtheim verwies auf damals wenig beachtete Arbeiten von Fairfield Osborn und William Vogt (der sogar vom Großindustriellen Bernard Mannes Baruch unterstützt worden war!). Er widmete das Buch seinen Enkelkindern Johannes und Julia.

<Ist die Zukunft noch zu retten?> enthält eine starke anthropologische Komponente. Der Mensch sei ein zwiespältiges Wesen, schrieb Flechtheim. "Leben und Tod, Hunger und Liebe, die Last der Arbeit und die Lust der Libido, Aggression und Sympathie sich selber und seinen Mitmenschen gegenüber, Streben nach Solidarität, Genossenschaft und Brüderlichkeit, aber auch der Drang nach Herrschaft und Macht wohnen in derselben Brust." (S. 17)

Eindringlich wiederholte Flechtheim die Botschaft seines Lebens: Der mögliche Dritte Weg zwischen etatistischem Kommunismus und ungehemmtem Privatkapitalismus in Richtung eines demokratischen Sozialismus müsse rechtzeitig beschriften werden.

Dieser Sozialismus sei nicht mit der Überplanung der osteuropäischen Gesellschaften zu verwechseln. „Denn es gibt keinen Plan“, zitierte Flechtheim Günter Anders, „dessen Durchführung sich nicht im Raume des Ungeplanten vollzöge, und was aus diesem Raume des Unkalkulierbaren in die Plandurchführung hinein brechen könnte, das läßt sich nur schwer, oft überhaupt nicht kalkulieren.“ (S. 69) Im Streit der Ideologien sei die Idee einer geplanten und sozialisierten Wirtschaft, trotz ihrer nachlassenden Attraktivität, noch immer für viele Menschen mit Sozialismus identisch.

Allerdings lasse sich ein ökosozialistisches oder ökohumanistisches System nicht nur durch wirtschaftliche Systemveränderungen erreichen. "Ein grundlegender Wandel in der Politik, Gesellschaft und Kultur muß hinzukommen. Schließlich muß sich der Produzent und Konsument von einem egoistischen <homo oeconomicus> zu einem dem Gemeinwohl verpflichteten <zoon politikon> entwickeln.“ (S. 140) „Ein optimales Verhältnis von Freiheit und Gleichheit scheint nur in einer Gemeinschaft möglich, die auch auf Brüderlichkeit und Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit und Solidarität beruht.“ (S. 144) Davon sei nicht nur der immer noch diktatorische Kommunismus Moskauer oder Pekinger Spielart weit entfernt. 

Auch die westlichen Parteien eines „Spätparlamentarismus“ würden mehr und mehr zum Spielball bloßer „Pressionsgruppen“ werden, die Parteien und Fraktionen unterwanderten und die politische Willensbildung letztlich lahmlegten. Die Parteiführer seien nur noch an Posten und Patronage interessiert. (S. 149)

 

 

 

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