Start   Weiter

 

Editorische Vorbemerkung (1996)

 

 

Wenn es zutrifft, und viele Prognosen sprechen dafür, dann geht die Lebenswelt der Erde über kurz oder lang und mehr oder weniger vollständig zugrunde. Unser Globus hat im Laufe seiner uralten Geschichte zwar bereits fünf Auslöschungen erlebt, bei denen zwischen 60 und 90 Prozent allen Lebens vernichtet wurde. 

Doch im Unterschied zu den bisherigen Katastrophen, die auf natürliche Umweltfaktoren zurückgingen, ist der bevorstehende sechste Weltuntergang allein vom Menschen zu verantworten. Sein gieriger Raubbau an den eigenen Lebensgrundlagen nimmt nicht einmal auf kommende Menschen­generationen Rücksicht. Angesichts des unabwendbar erscheinenden Unheils hat der Mensch die Wahl zwischen mehreren Reaktionen: 

Gregory Fullers Vademecum für die Endzeit fragt nach der psychischen Gestimmtheit im Angesicht des kollektiven Untergangs. Der Autor nimmt dabei Bezug auf Montaignes wache und moralische Akzeptanz der Dinge. Damit reiht sich Gregory Fuller ein in die Tradition des literarischen Essays. Die Sprache der Literatur — sich ihrer realen Ohnmacht bewußt — wendet sich in einem absurden ästhetischen Akt gegen die Vernichtung.

w. k. 

 

detopia-2018: 
Vademecum: Taschenbuch; Ratgeber; Leitfaden; eigentlich lateinisch: Geh' mit mir!
"w.k.":  Willi Köhler, der Herausgeber von Geist und Psyche; bester Lektor für Psychologiebücher (Arthur Janov!); ca. 2005 verstorben.
Am 1.9.1989 publizierte er in der <Zeit> einen Stoßseufzer zum Psychobuchunwesen 

^^^^

Das Ende Von Gregory Fuller (1993)

detopia.de