Herbert Gruhl

Himmelfahrt ins Nichts 

Der geplünderte Planet vor dem Ende

 

1992 bei Langen-Müller-Herbig
Umschlag: Wolfgang Heinzel 
Grafiken: Nürnberger in München
Druck: Jos. C. Huber, Dießen   

Himmelfahrt ins Nichts  (1992)   Der geplünderte Planet vor dem Ende   --  Von Herbert Gruhl  - 

Gruhl Start

1992   (1921-1993) 

388 (432) Seiten  

DNB.Buch   Google Buch   Amazon Buch

 

detopia-2018:

Arnulf.Baring über die Buchpremiere 

Himmelfahrt Buch in PDF 

Gregory Fuller 1993 Das Ende 

Christoph Lauterburg 1998 Crash 

 

Inhalt

 

Vorwort (Autor)  (9)

 

unbehaust im Universum
»zu Hause«
  Einleitung  (15)

 

Innenseite vorne 
Weltkarte der Hochkulturen

 

Anmerkungen (389)

 

Literatur  (402)

 

Register  (414)

 

Innenseite hinten 
Die Erde bei Nacht

 

 


 

detopia-2016  Ordner  Ditfurth.1985  Lauterburg 1998 

Es gilt nicht mehr Gruhls Bemerkung: "Alle Hervorhebungen innerhalb der Zitate stammen von den zitierten Autoren selbst.", weil diese Hervorhebungen im Laufe der Jahre bei detopia.de verlorengingen.

Teil 1   Die Etappen der natürlichen Evolution  (25) 

1 Der 4.000.000.000 Jahre dauernde Anlauf des Lebens (27)  2 Der 3.000.000 Jahre dauernde Anlauf des Menschen (41)  

3 Der 100.000 Jahre dauernde Anlauf des Denkens  (47)  4 Der 10.000 Jahre dauernde Anlauf des Machens  (54) 

5 Was ist Leben? (61)  

Teil 2  Die historische Evolution der Hochkulturen  (67) 

1.Die Entfaltung der Kulturstaaten (69)   2.Die Zwietracht der Stände (80)  3.Die langsame Entwicklung der Technik (88)

4.Die Schrift als dritter Erbgang (93)  5.Die Religionen (100)  6.Die Philosophie (118)  7.Der Verfall der Hochkulturen (126)  

8.Das Gesetz der gleitenden Fügungen (133) 

Teil 3  Der 200 Jahre dauernde Siegeslauf der technischen Zivilisation  (143)

1.Die Explosion der Erfindungen (145)  2.Die Faszination des Unnötigen (159)  3.Die Gotteskindschaft (165)

4.Das energetische Feuer (169)  5.Die Verarbeitung der Materie (176)   6.Die totale Mobilität (181)

7.Die planetarische Gleichzeitigkeit von Wort und Bild (185)  8.Die angekündigten Großtaten (188)

9.Neue Geschöpfe durch Gentechnik? (195)  10 Die Ausgeburten des Wahns (207)  11.Auch der Geist mutiert (217)

Teil 4: Die zerstörten Fließgleichgewichte der Natur  (227)

1 Unser labiler Planet (229)  2 Die Menschenflut (233)  3 Die Unratlawine (249)  4 Die Entropie (253)

5 Die fruchtbaren Böden schwinden dahin (257)  6 Die Gewässer verderben und versiegen (264)

7 Die Lüfte verbreiten Gifte und Strahlen (271)  8 Die Wälder weichen – das Meer steigt (278)

9 Die Selbststeuerung der Natur ist gestört (285)

Teil 5: Der Mensch als göttlicher Lenker?  (291)

1. Umweltpolitik? (293)   2. Qualitatives Wachstum? (300)  3. Naturreservate? (303)  4. Multikulturelle Gesellschaft?  (309)

5. Das schreckliche Ende des wohlgemeinten Guten (316)  6. Der Mensch ist kein göttlicher Lenker (326)

Teil 6: Das zwangsläufige Ende  (339) 

1. Unaufhaltsam rollt die Maschinerie (341)   2.Freiwilliger Verzicht ist dem Leben fremd (350)

3.Befohlener Verzicht muß scheitern (356)  4.Zukunftspolitik ist und bleibt unmöglich (361)

5.Das Ende (367)   6.Gibt es ein Danach? (380-388)

 

 

Rücktext: 

Seit der Veröffentlichung von Herbert Gruhls Buch <Ein Planet wird geplündert>  (1975) wurde die Plünderung nicht nur weiter verstärkt, sondern sie soll nach dem Willen aller Völker gesteigert weitergehen. 

Wir alle arbeiten erfolgreich daran, unsere Lebens­grundlagen noch schneller zu zerstören. Gruhl weist nach: Wir können nicht mehr anders! Warum? Das beschreibt er in diesem Buch: Himmelfahrt ins Nichts. 

Am phantastischen Aufstieg des Menschen geht die Natur zugrunde. Es zeigt sich, daß er niemals die göttliche Weisheit haben wird, den Planeten zu regieren, der somit steuerlos seinem Ende zurast. Der letzte Akt der Tragödie hat  begonnen! 

Klappentext:

Das Leben begann vor fast 4000 Millionen Jahren mit den Einzellern, erreichte vor drei Millionen Jahren das Stadium des Menschen. Seit 5000 Jahren schufen einige begabte Völker imposante Kulturen, die alle wieder verschwanden. 

Mit der Präzision des Historikers, die neuesten Erkenntnisse aller Wissenschaften verwertend, schildert Bestsellerautor Herbert Gruhl die verflochtene Geschichte der biologischen und kulturellen Evolution des Menschen, seine Siege und Niederlagen, seine phantastischen Leistungen und gräßlichen Irrtümer.

Vor 200 Jahren starteten die Euroamerikaner in ein völlig neues Zeitalter genialer Technik und eroberten damit den Erdball. Sie benötigten nur 150 Jahre bis zur Atombombe und landeten 24 Jahre später auf dem Mond. Doch sie haben die Grenzen der Natur mißachtet, sämtliche Völker aus dem Gleichgewicht gerissen, das zwischen Leben und Tod bestand. 

Schon durchbricht die Menschenflut alle Dämme und wird in Kürze die Erde kahlfressen. Übermenschliche Fähigkeiten maßten sich die »Gotteskinder« an, müssen aber nun erkennen, daß sie unfähig sind, die schrecklichen Folgen des wohlgemeinten Guten zu beherrschen. Himmlische Paradiese sollten erschlossen werden, doch es wird eine Fahrt ins Nichts daraus.

Der frühe Warner Herbert Gruhl prüft in <Himmelfahrt ins Nichts>, in diesem Buch nochmals die Chancen des Menschen, seinem Schicksal zu entgehen. Das Ergebnis ist schockierend. Denn alle Brücken hinter uns sind abgebrochen. Der letzte Akt einer Tragödie im Universum beginnt. Übrig wird die Kunde bleiben: »Es gab einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden...« #

 

Leseberichte

 

detopia-2006:

Eine packende, differenziert erzählende, ökosophische Weltgeschichte. Sieben Jahre nach Ditfurths Apfelbaum und sechs Jahre vor Lauterburgs Fünf nach Zwölf. Gruhl geht wenig auf die Anti-Ökologen ein. Und das ist richtig so. Ein Autor kann nur aus seiner Erkenntnis heraus wahr schreiben. Es ist von ihm nicht zu verlangen, daß er auf die Verdreher eingeht. An einer Stelle habe ich hier eine Anmerkung gemacht, wo Gruhl sich zu den Vorwürfen zu seinem ersten Buch äußert. (Er fordere in EPwg eine Weltökodiktatur. - Das Gegenteil ist wahr und richtig. Gruhl lehnt diese ab.)  2012: Gerade las ich in Heinz Hug "Angsttrompeter" (2006) über Gruhl. 

Wenn mich etwas vom zwangsläufigen Menschen-Untergang überzeugt, unabhängig vom Zeitrahmen, dann gerade dass, das dieses Buch einerseits ignoriert wurde (nur einen Auflage) und andererseits "fertiggemacht" wurde (von Jutta D.). Letzteres klärt mich auf, über das entscheidende Wesensmerkmal der Menschen, nämlich - wertfrei! - die menschliche Dummheit. ( = Unfähigkeit die eigene Ideologie, Glaubenssystem, für kurze Zeit zu verlassen. Insofern müssen wir Marxens "Religion ist Opium" erweitern in "Ideologie wirkt wie Opium." - Das Wort Ideologie hat für mich nicht Schlechtes, es meint "Glaubenssystem". (Natürlich halte ich viele Ideologien für ungenügend oder falsch.) Ich habe auch eine - ausgereifte - Ideologie (u.a. vom M-Untergang.), und ich habe ein durchaus freundliches "Menschenbild". (Er, der Mensch, bemüht sich, aber er kann nicht.... "über seinen Schatten springen.") #

 

"Gruhl wird recht behalten", 2008 von Jana Schmidt, München, bei Amazon

Herbert Gruhl war einer der letzten Denker dieses Jahrhunderts, der erkannt hat, dass der Mensch seinen eigenen Untergang herbeiführen wird. In seinem Buch kommt er zu eindeutigen und logischen Schlussfolgerungen, die jedem denkenden Menschen einfach und klar erscheinen. Gerade in Verbindung mit dem Buch "Der Anfang war das Ende" von Oscar Kiss Maerth ergibt sich ein völlig differenziertes Bild von der "Krone der Schöpfung".

Der Mensch ist aufgrund seiner Entstehungsgeschichte zum Untergang verurteilt - sein verlorenes Fell und sein "aufgestülpter" Neocortex zeigen deutlich, dass sich der Mensch nicht im Rahmen einer natürlichen Entwicklung zu einem "höheren Wesen" herausgebildet hat. Dies hat auch Gruhl in seinem Buch erkannt (ohne jedoch die wirklichen Ursachen erkannt zu haben!). Ich kann nur empfehlen, lesen Sie Kiss Maerth, Herbert Gruhl und Arthur Koestler. 

Fazit: der Mensch ist aufgrund seiner Entwicklungsgeschichte dazu gezwungen die Erde in krankhafter Weise und alle seine darauf lebenden Wesen auszubeuten und schlussendlich zu vernichten. Eine Umkehr ist nicht mehr möglich, das Ende ist nicht aufzuhalten. Dies ist eine pessimistische Aussage, die jedoch jedem klar erscheint, der sein Gehirn zum Denken verwendet und kritisch das Verhalten des Menschen zu betrachten im Stande ist. #

 

"Schwarze Prophetie" 1994 von Marko Ferst: umweltdebatte.de , Amazon-Rezension,   Tageszeitung ND am 18.10.1994

Seit rund zwei Jahrzehnten erweisen sich immer wieder die pessimistischsten Umweltprognosen als die zutreffendsten, wenngleich sie im ohrenbetäubenden Lärm rastloser Geschäftigkeit untergehen und nur selten die Bewußtseinsschwelle durchbrechen, konstatiert Herbert Gruhl in seinem neuen Buch <Himmelfahrt ins Nichts>.

Die Werbeindustrie zeigt es uns: Immer mehr Produkte, die heute hergestellt werden, bekommen das Prädikat "ökologisch" umgehängt. Ökonomie und Ökologie bilden keinen Gegensatz, sie müßten vielmehr harmonisch ineinandergefügt werden. Wirtschaftliches Wachstum ist geradezu geboten, denn Umweltschutz kostet jede Menge Geld. Diese Fortschrittsideologie, die als Umbau der Industriegesellschaft gefeiert wird, hält Gruhl für eines der vielen Flammenzeichen, die den Untergang der Gattung Mensch anzeigen. Diesen nämlich hält er für unvermeidlich.

Gruhl meint, wer auch immer eine ökologische Rettungspolitik versuchen würde, drastische Einkommens­kürzungen, teurere Waren und größere Arbeitslosigkeit wären die Folge. Es gibt keinen klugen Verzicht, denn der würde den völligen Ausstieg aus der heutigen Konsumgesellschaft bedeuten. Eine Regierung, die nur den Anflug eines Versuches dazu unternehmen würde, wäre binnen kürzester Zeit abgesetzt. Für ein tatsächlich ökologisches Leben ließen sich nur versprengte kleine Minderheiten finden, die von den uneinsichtigen Massen niedergewalzt würden, sofern es ihnen überhaupt gelänge, sich politisch einzubringen.

Nun ist es sinnlos zu bestreiten, daß die Chancen für eine alternative Kultur gegen Null tendieren. Das würde aber heißen, man und frau müßte sich gründlichst darüber Gedanken machen, wie konsequente Notstandspolitik aussehen könnte. Der Abgang der Gattung Mensch, so makaber das klingt, verlangt letztlich hohe Kunst in der Politik. Wie können die schlimmsten Exesse verhindert werden? Doch das kümmert den ehemaligen Parteivorsitzenden der ÖDP wenig.

Vermutlich wird es in den nächsten Jahrzehnten immer mehr solcher unproduktiver Untergangspropheten geben, selbst in Reihen, wo heute noch der stramme Fortschrittsglaube regiert. Es ist einfach bequemer, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Mensch braucht sich nicht mehr den Kopf darüber zu zerbrechen, wie eine Reformpolitik aussehen könnte, die zu einer Gesellschaft führt mit niedrigsten Material- und Energieverbräuchen. Wer überhaupt aufgibt, Wege aus unserer Todesspirale zu suchen, der hat von vornherein verloren. Wäre es nicht schon eine lohnende Aufgabe, den drohenden Crash der Naturgewalten "wenigstens" abzumildern? Jedoch könnte dies allerdings auch janusköpfige Auswirkungen mit sich bringen, wenn man dann als Gattung zwischen akutem Notstand und Selbstauslöschung gefangen ist. #

 

 

 

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