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Ulrich Horstmann

Ansichten

vom

Großen Umsonst

Essays 1984-1990

 

Gütersloher Taschenbücher Siebenstern

Band 1114, Originalausgabe 

1991 im Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn

Ansichten vom Großen Umsonst  - Essays -  Buch 1991 -- von Ulrich Horstmann   -  128 Seiten   

1991   (*1949)   128 Seiten 

 

DNB.Buch 

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Fernseh-Disput 1990 mit Robert Jungk 

 

detopia-2017:  Ordner  Hildesheimer.1991   Fuller.1993   Henrich.1996   Günter.Kunert  Stephen.Emmott.2013 

 

 

Mit intellektueller Eloquenz und frappierenden Denk­ansätzen mutet Horst­mann dem Leser eine aufregende, an die Substanz gehende Lektüre zu, in der das »Prinzip Umsonst« leit­motivisch Schlußakkorde intoniert: »Uns ist etwas in Scherben gegangen, was keine Reue, keine Umkehr wieder ganz werden läßt, und die einzig vernünftige Reaktion darauf ist nicht Trotz, sondern Trauer und ein melancholisches Sich-Lösen von dem, was unwiederbringlich dahin ist.«

 

Inhalt

Vorwort  (7)

Umschlag: Dieter Rehder unter Verwendung des Gemäldes 
<Frühling läßt sein blaues Band> von Anna Recker aus Luxemburg 

 

Veröffent
lichungs-
nachweise
  
(126) 

Benutzte
Literatur
(Auswahl)
  
(127)

 

Endmoränen

Über die Verlorenheit — Eine heillose Predigt  (9)  1.1.1989

Der Narziß in der Menschenleere — Wider eine ptolemäische Anthropologie  (18)  1984 

Faun und Faunenschnitt — Plädoyer für eine Philosophie des Abschieds  (21)  1984 

Endspiele — Todestrieb und apokalyptische Simulation  (31)  Frühjahr 1989 

Picknick im Permafrost   

Zeitgenössische Denklandschaft mit Eingeborenen  (43)  Über die philosophische Tundra 

Die Kunst des Großen Umsonst   (49)   Melancholie als ästhetische Produktivkraft  1989

Ein Rückzugsgefecht für die Melancholie   (64) 1987

Nach uns der Mythos !    Ein Aufruf an seine Verächter, Vernunft anzunehmen  (71) 

Lästermaul mit Gletscherzunge 

9   Kleines Divertimento über den Elefantenwurm  (77)  Rede zur Verleihung des Kleist-Preises

10  Das Prof — ein voreiliger Lexikoneintrag  (84) 

11  Vom Philologen, der auszog, ein Büchernarr zu werden   (86)

12  Neue Erhabenheit?   (87)

13  Das Ökoko. Rückblick auf eine verwilderte Epoche  (89) 

Drei Eisheilige  

14  Philosophie eines Sprengkopfes (93) Arthur Schopenhauer ist auch nach seinem 200. Geburtstag nicht zu entschärfen 

15  Mainländers Mahlstrom  (105)  Über eine philosophische Flaschenpost und ihren Absender 

16  Literatur in der Dunkelkammer  (115-125)  Die Wiederentdeckung des viktorianischen Pessimisten James Thomson 

   

Vorwort 

7

Der Kalte Krieg geht weiter. Wie man hört, ist die mit diesem Schlagwort belegte abschreckende Epoche der Ost-West-Konfrontation vorüber, aber andere längerfristige und folgenreichere Vergletscherungen dauern an.

Das Klima in unserem Inneren steuert jedenfalls nicht auf ein globales Temperaturhoch zu. Im Gegenteil, es scheint so, als hätte der heiße technische Fortschritt nach dem Prinzip des Wärmeaustauschers immer unter­kühltere Innenwelten nötig, um funktions­tüchtig zu bleiben.

Unsere Seelenlandschaft liegt unter Eis, im Rauhreif und Permafrost. Man muß sie erkunden. Denn die Kälte ist nicht nur lebensbedrohend, sie konserviert auch, erhält einmal Dagewesenes, Urtümliches und Ureigenes, die Spuren vertrackter Gattungsgeschichten.

Die hier versammelten Arbeiten — während der letzten Jahre entstanden, zum Teil schon einmal in die Welt ge­setzt, zum Teil neu durchgekaut wie Eskimoleder, zum Teil zurückgehalten und zur Isolierung zwischen die eigene Dünnhäutigkeit und die übergeworfenen Felle geschoben — berichten von der Reise über die Pol­kappen einer Hochzivilisation. 

Vieles wurde mit starren Fingern geschrieben, aber dafür womöglich ohne Starrsinn. Ohne Hoffnung wohl auch, denn trotz aller Rationierungs­maßnahmen ist dieses Genußgift unter­wegs rasch zur Neige gegangen. 

Erstaunlicherweise bringt einen das nicht um. Die grenzenlose Weite ist dazu viel zu verlockend. Und das Inlandeis des <Großen Umsonst> trägt, was immer sich akklimatisieren kann.

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