#1

Wir müssen eine andere Gesellschaftsordnung 'machen' (schlechtes aber deutliches Deutsch). Aber nur dann, wenn wir am 1.1.2100 noch leben wollen (schlechtes timing, aber deutlich). Sonst ist es nicht nötig. Sonst müssen wir nichts (tun). Sonst können wir alles so weiterlaufen lassen. Sonst: falls wir andere Ziele und Wunschvorstellungen haben. (Denken wir hier an evangelikale Ideologien, wie in D die JehovasZeugen.)

Um einen Namen zu haben, nennen wir diese - leider noch unbekannte - Gesellschaftsordnung "X" oder "?". Gesellschaftsordnung kürzen wir ganz traditionell mit "GO" ab.  

Meinen Beitrag zur GO-X ?  Mir ist nur Utopisches einfallen (im volksprachlichem Sinne: unrealisierbar, weil vom Menschen zuviel verlangt wird, ja verlangt wird, dass er es überhaupt will). Ich kann daher außer reichlich Kulturkritik nur dieses 'deutsche industrielle Utopia' als positiven Verbesserungsvorschlag anbieten. Andere Nachdenker (vielleicht du?) können in eine andere Richtung 'querdenken'. 

Das Wort "Detopia" soll auf "Utopia" hinweisen. Der normale Anstand verlangt diese frühe Desillusionierung, denn man kann Detopia nur machen, wenn 9 von 10 Bürgern eines Landes, Detopia (machen) wollen. Das ist von deutschen Bürgern vorerst nicht zu erwarten, denn in der GO Detopia beträgt der Höchstbesitz 1000 qm pro Person. Detopia ist somit: idealistisch, chancenlos, ungewollt, utopisch. 

Für eine vollständige und dauerhafte Weltproblemlösung wird der mündige und vernunftbegabte deutsche Bürger gebraucht. Der letzte Sinn von Detopia ist diese Befreiung des Geistes vom Streit. (Ich werde auf die Gegen-Argumente von 'linksgrün' und 'rechtsschwarz' eingehen.) 

Hier geht es nicht um Rechthaberei, hier geht es um konzentriertes Nachdenken - um das größte Denkproblem unserer Zeit: Wie sollen wir leben?

 

 

#2
Der Zeitrahmen

 

Die GO X muss bis zum 1.1.2050 gemacht werden (behaupte ich). Bis dahin müssen wir ihre Stärken und Schwächen kennen. Sie muss also erprobt sein (in einem größeren Land). Mindestens 15 Jahre. Nur dann können wir sie weltweit empfehlen. Nur dann aktiviert sie den Welt-Bürger-Frühling. Nur dann besteht die Möglichkeit, dass Weltmilitär und Weltmilliardäre sich ebenfalls überzeugen lassen, dass sie nichts verlieren, sondern nur gewinnen.

Das ist fürchterlich wenig Zeit. Das bedeutet, dass 2035 in einem gewissen Land eine gewisse Verfassung in Kraft tritt. Zur Veranschaulichung vereinfache ich durch eine konkrete Vision: Am 1.1.2035 tritt in Deutschland die detopische Verfassung in Kraft, nachdem sie 90% Zustimmung bei 90% Wahlbeteiligung erhalten hatte.

 

 

#3
Das Konzept

 

Noch nie wurde sich eine künstliche Gesellschaftsordnung durch das Volk ausgedacht. Wegen dieser Erstmaligkeit brauchen wir ein Konzept für diesen Prozess.

Wir brauchen dieses Konzept, denn sonst fangen wir gar nicht an. Wo sollen denn sonst die benötigten hundert Erst-Aktivisten herkommen, wenn nicht dadurch, dass es auch für sie ganz unmittelbare und ganz persönliche Vorteile gibt?

Mir geht es in dieser Raute (#) darum, die Angst vor der Utopie aufzulösen. Ich werde nämlich zeigen, dass ich mir die Zukunft für das Menschengeschlecht nur mit Detopia vorstellen kann und das bedeutet, dass es keine andere GO X gibt bzw. ich diese nicht kenne.

Es gibt neuere Sozialismusdiskussionen: Badiou: Die Idee des Komm.; Boron: Der Soz. des 21. Jhds; Bookchin: Neugestaltung; Bahro 1987; Ferst 2002. -- Nichts davon entspricht ("gefällt") mir so sehr, dass ich nur und uneingeschränkt dieses eine Buch hochhalten könnte; letzteres wäre aber das Paradies für mich, denn nichts ist mir seit Jahren mehr verhasst, als diesen Text zu Ende schreiben müssen; denn er hält mich vom leben ab.

Zu 'den Anderen' komme ich später. Und ich muss es auch tun. Es müssen und werden alle Konzepte erörtert, die Detopia stützen oder widersprechen. Alle "Pro", die aber dann doch zum Schluß 'woandershingehen' und natürlich alle "Kontra": Öko-Optimismus (Maxeiner, Horx), Klimaskeptizismus, Neoliberalismus (Hayek), Büso/Scientologen, ZeugenJehovas/Evangelikale, Katholiken, Evangelische, Orthodoxe.

 

 

#4
Das Ende

Wer das Ende überleben will, der muß es kennen, erkennen und anerkennen. Deshalb müssen wir uns genügend tief damit beschäftigen und dürfen nicht nur Fremdbücher anführen. Einerseits die Umweltfaktoren sind wichtig und andererseits die psychischen Faktoren (die uns hindern, diese wahrzunehmen, vor allen Dingen die TRENDS, also den FORTSCHRITT, wenn man so will).

 

Auch die Jugend muss betrachtet werden, denn aus psycho-biologischen Gründen hält sie sich für unsterblich (bis ca. 30 Jahre). Das ist für die Weltrettung nachteilig, denn gerade sie hat die meiste Körperkraft,  um gegen das Ende zu demonstrieren, wie occupy.

 wikipedia  Occupy_Germany

Auch das Alter muss betrachtet werden. Es verträgt nur kleine Veränderungen und braucht viel Sicherheit (z. B. durch eine 'gute Rente'). Der Anteil älterer Wahlberechtigter an der Gesamtbevölkerung soll zunehmen. Auf der anderen Seite glaubt das Alter, dass das große Ende nach dem eigenen Ende stattfindet, es also gar nicht betroffen ist. Und bei den heute 70jährigen trifft das wohl zu.

Das Ende will betrachtet werden. Andernfalls sehen wir die Faktoren nicht, aus denen es besteht. Unsere Gegenmaßnahmen müssen diese Faktoren unwirksam machen. Die Gesellschaftsordnung Detopia tut dies. Und eine (andere) GO X muss dies ebenfalls tun.

Das zeigt aber auch, in welchem Dilemma wir sind: Nur etwas ganz utopisch-radikales hilft noch. Wie gesagt: Alle anderen Weltrettungspläne müssen und werden erwähnt und kritisiert.

 

#5

Es steht nicht gut um uns. Die Hoffnung, dass wir das Ende dieses Jahrhunderts lebend erreichen, muss als kühn bezeichnet werden. (frei nach H.v.D.) Ein Gespenst geht um in Europa: Das Gespenst der Lethargie, 'dass Ende abzuwarten'. - An dieser Stelle täte uns ein Fremdtext gut. Etwas zur Aufwärmen:
Professor Mike Davis: Wer wird die Arche bauen? Das Gebot zur Utopie im Zeitalter der Katastrophen   Rede am 8.12.2008 an der Max.-Universität in München

 

 

#6
Die (sogenannten) Medien

Jeden Sonntag, wenn ich 'meinen Sonntagsabendblockbuster' anschaue, samt Reklame, jetzt schon als Einblendung in den laufenden Film, dann weiß ich, nach einer Stunde, dass wir verloren sind. 

Ich erinnere mich dann an ähnliche Eindrücke aus den letzten Jahrzehnten aus Presse, Film, Funk und Fernsehen und Sonstiges wie Plakate, Internet (Texte, Videos) mit Reklame.

Natürlich auch an "Wir amüsieren uns zu Tode" von Neil Postman.

Wir amüsieren und zu Tode - 1985 von Neil Postmann 

Wir sind verloren. Etwas Mächtigeres als die Kirche ist über uns gekommen. Mächtiger als die leninistisch-stalinistische Psychose (alles "Volksfeinde"). Mächtiger auch als Trumpsche Ideologie (Jeder, der mir widerspricht, ist ein "Feind des Volkes".). 

Wir sind bedingungslos am Ende. Niemand hilft uns. Niemand rettet uns. 

Warum? Ein Blick zurück: Yellow Press.

 wikipedia  William_Randolph_Hearst 

Wir haben heute eine Bewusstseinsindustrie, die vordergründig von Verkaufszahlen und Profit bestimmt wird. Das allein ist schon schlimm genug. Denn den Mischmasch aus allem kann kein Gehirn mehr ordnen und verarbeiten. Es werden absichtlich Schocknachrichten produziert. In Deutschland ist die Zeitung Bild dafür berüchtigt. 

Darüber hinaus sag(t)en Hearst, Springer und Murdoch ganz offen, öffentlich und ohne Scheu und Scham, dass ihre Medienerzeugnisse ihre persönliche polit-moralische Meinung zu vertreten haben - und erst dann käme der reine Journalismus. Und: Alle greifen (griffen) bewusst in die Politik ein.

 wikipedia  Axel_Springer

So ungefähr ist die Lage. Aber sie ist noch schlimmer.

Wahrscheinlich noch viel schlimmer. (Schlimmer bedeutet hier hoffnungslos und zwar hinsichtlich unseres Vorhabens, mit klugen Gedanken zur Zukunft in den Bürgerhirnen 'gehört zu werden' und, wenn möglich, auch ernstgenommen.)

 wikipedia  Rupert_Murdoch 

Bill McKibben hat sich vor bald 30 Jahren einer heroischen Aufgabe unterzogen:

"Sein zweites Buch, The Age of Missing Information, wurde 1992 publiziert. Es handelt von einem Experiment, bei dem McKibben für einen Tag jede TV-Sendung der 100 Kabelfernseh-Kanäle aufnahm, die auf Sendung waren. Anschließend verbrachte er über ein Jahr mit der Sichtung von über 2.400 Stunden Videoaufzeichnungen und verglich es mit dem Verbringen eines Tages in den Bergen nahe seinem Haus. Dieses Buch wird häufig im Schulunterricht eingesetzt und wurde im Jahr 2006 neu aufgelegt."

 wikipedia  Bill_McKibben 

Falls wir heute wissen wollen, was dem Volk gesagt wird (und womit es gelockt wird), dann müsste auch das Internet gesichtet werden. Und das Radio. Und die Computerspiele. Und Twitter bzw. Medien, die über das Funknetz 'laufen'. Ein Ding der Unmöglichkeit. 

Viele kennen schon Emails mit Drohungen von einem Inkassobüro. Der beigefügte Link richtet einen Schaden beim Anklicken an. Hier ist schon anderes 'im Spiel' als Verlockung (der man zur Not widerstehen kann); hier wird schon gedroht.

 "Gerade das vermeintlich Unpolitische ist in höchstem Grade politisch"  Über die zunehmende Ideologisierung der Medien Von Prof. Bernd Hamm 2008 Kurzes Interview

Jedenfalls werde ich jetzt Herr der Ringe schauen und mich aufregen und zwar auch über den Film, der m. E. kriegsverherrlichend und damit kriegsvorbereitend wirkt. Und dann über die Reklame auf Pro7. Oft auch inhaltlich furchtbar. Etwa 'Jochen-Schweizer-Erlebnisse' kaufen. Oder 'Singlebörsen mit Niveau' ("Alle 11 Minuten verliebt...")

Man kann heute keine Medienkritik mehr machen, wie früher. Ulrike Meinhoff hat sich über "Aktenzeichen XY ungelöst" aufgeregt, als es eingeführt wurde. Walter Jens hat viel übers Fernsehen geschrieben ("Momos am Bildschirm"). Enzensberger 1962:

"Die Bewusstseinsindustrie wird uns schon in der allernächsten Zukunft nötigen, von ihr als einer radikal neuen, mit den Massen ihrer Anfänge nicht mehr zu bestimmenden, rapide zunehmenden Macht Notiz zu nehmen. Sie ist die eigentliche Schlüsselindustrie des zwanzigsten Jahrhunderts". -- "An die Stelle der materiellen tritt die immaterielle Verelendung, die sich am deutlichsten im Schwinden der politischen Möglichkeiten des einzelnen ausdrückt: einer Masse von politischen Habenichtsen, über deren Köpfe hinweg sogar der politische Selbstmord beschlossen werden kann, steht eine immer kleinere Anzahl von politisch Allmächtigen gegenüber. Dass dieser Zustand von der Majorität hingenommen und freiwillig ertragen wird, ist heute vielleicht die wichtigste Leistung der Bewusstseinsindustrie".

Zusammenfassung # 6: Richtig aufregen dürfen wir uns noch nicht über die desolate Situation der Medien. Noch haben wir in Deutschland die rechtlichen und demokratischen Möglichkeiten, gute Botschaften zu verbreiten. Das geht besonders gut, wenn man eine Partei gründet, dann wird es ernster genommen. Desweiteren kann folgendes Zuversicht ausstrahlen: Wenn die GO X oder Detopia auf Volksinteresse stößt, dann wird es auch Journalisten geben, denen das gefällt (weil sie ja auch Volk sind). Ebenso andere Personengruppen mit überdurchschnittlichem Einfluss ("Multiplikatoren"). Das führt uns zur #3, nämlich wir in Ruhe das Richtige tun wollen, auch für uns selbst und gerade für selbst. 

Die gesamte Entwicklung der politischer Information, Aufklärung und Propaganda durch Massenmedien seit 1900 können wir heute im Rück-Über-Blick betrachten. Viel Freude macht das nicht. 

 

 

 

 

 


 

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