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Alexander Solschenizyn

Wie wir Russland einrichten....

 Russlands Weg aus der Krise

Kak nam abustroit' Rossiju

Ein Manifest

70 Seiten

DNB.Buch 

Amazon 1 (1997)    Amazon 2 (1990)

Google.Wie wir Russland...  

 

detopia: 

Unabomber 1995:  Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft  

Sowjetaufstand 1975:  Waleri Sablin 

Erneuerung 1948: Paulskirchenrede von Th. Plievier 

 

 

Keine Machterweiterung nach außen, Selbstverwaltung, Selbstbeschränkung, sinnvolle Arbeit.

"Das 20. Jahrhundert wird von Entsetzen beherrscht und von einer Politik verführt, die auf jegliche Moral verzichtet hat."

Leserlesebericht bei Amazon von Toprezensent Hanniel am 2.9.2016

 

Wie das Buch entstand

1990 schrieb der Literaturnobelpreisträger und Langzeitverbannte Alexander Solschenizyn ein Manifest über sein Vaterland, das in einer Auflage von 20 Mio. Exemplaren erschien. Zur Erinnerung: Die Russische Förderation entstand auf den 1.1.1992. Solschenizyn erhielt 1990 seine sowjetische Staatsbürgerschaft zurück und kehrte am 27. Mai 1994 mit dem Zug von Osten her in sein Heimatland zurück.

 

Die Ausgangslage: Russland am Abgrund

"Siebzig Jahre lang folgten wir der blindgeborenen, missratenen marxistisch-leninistischen Utopie, verloren ein Drittel unserer Bevölkerung, sei es im Schlund eines stümperhaft und selbstzerstörerisch geführten 'Vaterländischen Krieges', sei es auf dem Richtblock. Wir verschleuderten unseren einstigen Überfluss, vernichteten die Bauernklasse und ihre Dörfer. Wir wussten nicht mehr, was es heisst, Brot zu geben, gewöhnten der Erde ab, Frucht hervorzubringen, verwandelten sie in künstliche Meere und Sümpfe. Wir verpesteten die Flüsse, Seen und Fisch mit Industrieabfällen. Wir verdarben das letzte Wasser, die Luft, den Boden mit den Dreingaben des Atomtodes, denn wir übernahmen zur Lagerung Atommüll aus dem Westen. Während wir uns für die künftigen gigantischen Eroberungen einer wahnsinnigen Führung zugrunde richteten, holzten wir räuberisch unsere Wälder ab, zerstörten ihre unvergleichlichen Schätze – das nicht wiederherzustellende Erbe unserer Enkel. Gnadenlos haben wir alles ins Ausland verkauft. Wir haben unsere Frauen durch körperliche Schwerstarbeit erschöpft, haben sie ihren Kindern entrissen, die Kinder der Barbarei, der Krankheit und einer falschen Erziehung ausgesetzt. Unsere Gesundheit ist vollständig zerrüttet, und es gibt keine Arzneien. Wir haben schon längst vergessen, wie man sich gesund ernährt. Millionen Menschen sind obdachlos, eine völige Rechtlosigkeit hat das Land ganz und gar überflutet, und wir klammern uns nur an eins: Man soll uns nicht auch noch die ständige Besäufnis nehmen.“(7)

 

Es lohnt sich, einige konkrete Vorschläge aus dem Manifest aufzuführen.

Das Naheliegende tun (erster Teil)

• Diejenigen Völker, die sich zu einem eigenstaatlichen Leben lösen wollen, sollen dies auch tun (9). Denn: „Das eigentliche Russland besitzt keine Reserven an kulturellen und moralischen Kräften zur Assimilierung seiner sämtlichen Randgebiete.“ (11, zit. Kryshanowskij) • „Wir dürfen keinesfalls nach Machterweiterung, wir müssen nach Geistesklarheit streben.“ (12) • Den Menschen muss der Sinn der Arbeit wieder deutlich werden (21). • Dem Boden ist die wunderbare Eigenschaft der Fruchtbarkeit gegeben. Diese soll genutzt werden (23). Gesunder Privatinitiative muss deshalb Raum gegeben werden (27). • Erholung aus eigener Kraft, sich nicht durch ausländische Investitionen zur Kolonie machen • Selbstverwaltung, initialisiert durch 40 neu gebildete Stadtzentren mit jeweils eigener Kultur und Bildung (30) • Erholung der Familie: „Die Erkrankung der Familie führt zur Erkrankung des Staates.“ (31) • Mehr als alles braucht der Mensch Selbstbescheidung für sein inneres Gleichgewicht und für die Klarheit seiner Seele (39).

Über die gegenwärtige Not hinausblicken (zweiter Teil)

• Übergang mit zeitweiliger Beibehaltung der Zentralmacht und Errichtung freiheitlicher Institutionen von unten (44) • Vorsicht mit dem vorschnellen Schlagwort der „Demokratie“. Die Mehrheit kann auch zum Tyrannen der Minderheit werden. • Solschenizyn rät von der Listenwahl von Kandidaten ab, die der Bevölkerung auf diese Weise gar nicht bekannt sind. • Vorsicht vor der Juristokratie, dem Überhang der Juristen; das moralische Prinzip sollte über dem juristischen stehen. • Vorsicht vor pressure groups und Lobbyisten • Der Mensch hat Meinungen, Parteien haben Ideologien. • Solschenizyn plädiert für Demokratie in kleinen Territorien und von dort aus die schrittweise Wahl von geeigneten Kandidaten für die Region und die Nation. • Für das passive Wahlrecht soll eine Alterslimite verfügt und ein Zensus der Sesshaftigkeit eingeführt werden. • Die zentrale Bürokratie muss mit gesellschaftlichen Kräften kombiniert werden (lokale Selbstverwaltung). • Bildung von fachlichen, arbeitsbezogenen Gruppen zur Beratung.

Fazit

Solschenizyn sagt deutlich, dass ihm das ökonomische Spezialwissen fehlt. Trotzdem sind seine Vorschläge erstaunlich konkret. Der Schriftsteller hat viele Goldnuggets in sein Manifest eingestreut, zum Beispiel:

„Wir brauchen auch gar kein Imperium! Man soll es uns endlich von den Schultern nehmen: Es zermalmt uns, es saugt uns aus, beschleunigt unseren Untergang.“ (11)

„Jedes, auch das kleinste Volk, ist eine unwiederholbare Facette des göttlichen Plans.“ (18)

Durch die betäubende Kette neuer Modelle verschwindet der gesunde Begriff der Reparatur (28).

Es kann weder Freiheit der Person noch Freiheit des Staates geben ohne Disziplin und Redlichkeit (57). 

Lesen und überdenken, was dies für das eigene Land bedeutet!

 

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lebenshaus-alb.de/magazin/005188.html  Grobe 

fr.de/importe/fr-online/home/zum-tode-von-alexander-solschenizyn-die-gestohlenen-leben-a-1169343  Grobe

zeit.de/1990/47/ayatollah-solschenizyn/komplettansicht  Raddatz

spiegel.de/kultur/literatur/solschenizyn-portraet-mit-seinem-spaetwerk-konnte-der-westen-wenig-anfangen-a-569808.html   

Jegor Gajdar  Der Untergang eines Imperiums (2016)

portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=jegor+gajdar  

wikipedia  Jegor_Timurowitsch_Gaidar  1956-2009 (Enkel von Arkadi Gajdar) 

 

 

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