Gottfried Zirnstein

Ökologie und Umwelt
in der Geschichte

 

 

1994 by Metropolis-Verlag, Marburg

1996 Zweite erweiterte und überarbeitete Auflage
Reihe: Ökologie und Wirtschaftsforschung,  Band 14

Gottfried Zirnstein :  Ökologie und Umwelt in der Geschichte    ( 1994 )     -

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1994   363 (408) Seiten 

 

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home.uni-leipzig.de/zirnst  Skripte von  Dr. rer. nat. Gottfried Zirnstein, July 2018 Universität Leipzig, Abteilung Wissenschaftsgeschichte.

 

detopia-2018: 
Kapitel Umweltwarner  

Kai Hünemörder   Herbert Gruhl 

 

Der Autor zeigt in seiner facettenreichen Geschichte der Umweltprobleme, die sich vor allem auf die Verhältnisse in Mittel­europa konzentriert, daß menschen­gemachte Umweltprobleme, gewollte und ungewollte Landschafts­veränderungen im großen Stil bis hin zum ökolog­ischen Zusammenbruch und dem Untergang auch menschlicher Lebens­gemein­schaften keineswegs nur ein Problem des 20. Jahrhunderts sind. Zirnstein liefert aber nicht nur eine Geschichte der Umwelt­probleme, sondern er zeichnet auch die Entwicklung des Denkens über Natur und ökologische Zusammen­hänge bis hin zur Entstehung und Ausbildung der Ökologie als Wissenschaft nach. (Verlagstext)

(detopia-2018:) Eine illustrierte Gesamtschau, für Studenten geschrieben, von einem Autor aus der DDR, wissenschaftlich und verständlich.
[detopia-2016: Ordner  Umweltbuch   Ulrich Linse ]

 

Inhalt

Vorwort des Herausgebers
(unten)

 

Warner vor der Umweltbedrohung (337)

Weitere Umweltwarner (342)

Maßnahmen gegen die Umwelt­bedrohung (346)

Zu Aktionen und Organisationen (352)

Zu den Diskussionen (357-363)

 

Einige Daten aus der Geschichte der Umwelt­problematik und der Ökologie  (365) 

Nachweise (374) 

Literatur  (375)

Namensregister (409)

 

 

So über Verhoffen begabt mit der Klugheit erfindender Kunst,
geht zum Schlimmen er bald und bald zum Guten hin.
  Sophokles, Antigone 

 

1. Umwelt und Umweltzerstörung in vorindustrieller Zeit  (13) 

Allgemeines (13)  Vorzeit der Menschheit (15)  Sammel- und Jagdwirtschaft ohne Ackerbau (17)  Die Entstehung der Landwirtschaft - die "Agrarische Revolution" (19)  Die Stromtal-Kulturen (22)  Landwirtschaft und Umwelt im mittleren und nördlichen Europa in der Vor- und Frühzeit (24) Antike (26)  Landschafts­entwicklung im Mittelalter in Mitteleuropa (31)  Wichtige Ereignisse im Landschaftswandel Mitteleuropas (34) Ereignisse in der Landnutzung Mitteleuropas während des Mittelalters (36)  Errungenschaften des Hochmittelalters (44)

Nutzung der Ressourcen und anfallende Abfälle (45) Waldnutzung in Mitteleuropa bis ins 18. Jhd. (46) Teichlandschaften (55) – Spätmittelalterliche "Agrardepression" - Krise in der zweiten Hälfte des 14.Jh.s (55) – Kulturuntergang durch Umweltzerstörung 58 – Städte im europäischen Mittelalter 60  – Landschaft und Natur im Denken von Spätmittelalter und Renaissance 63 – Umweltschäden im Spätmittelalter 68  – Umweltprobleme in außereuropäischen Regionen (72) 

2. Ressourcen- und Umweltproblematik im 18. Jh. – dem Beginn der "Industriellen Revolution"  (77)

Allgemeines 77 –  Bevölkerungswachstum im 18. Jh. 78 – Die einzelnen Bereiche der Ressourcen- und Umweltprobleme im 18. Jh., namentlich in der "Industriellen Revolution" 84 –  Wald und Forst 84 – Veränderung der Rohstoffbasis 91 – Landschafts­veränderungen im 18. Jh. 95 – Einstellung zur Natur im 18. Jh. in den Epochen von Aufklärung und "Empfindsamkeit" 96 – Naturferne in der französischen Aufklärung 96 – Das erwachende Naturgefühl im 18. Jh. 98 – Anfänge der "Ökologie" 104

3. Umwelt- und Ressourcenprobleme in der Zeit der Industrialisierung und der Entwicklung der rationalen Landwirtschaft  (113)

Segen und Umweltrelevanz der Technik im 19. Jh. (115) – Ressourcen-Nutzung im 19. Jh. 118 – Chemie und Chemie-Industrie 124 – Ausweitung der Ressourcennutzung aufweite Teile der Erde 126 – Stadt- und Landschaftswandel 127 – Intensivierung der Landwirtschaft 128 – Umgestaltung ganzer Landschaften  133 – Umweltprobleme im 19. Jh. 136 – Forst und Forstschäden 138 – Gewässerschädigung und Gewässerschutz im 19. Jh. 139 – Probleme in Meeren und an Küsten, Überfischung 147 – Warnungen vor Ressourcenerschöpfung 148 – Erste Umweltforschungs-Institution in Deutschland: Versuchs- und Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung (151)

4. Stimmen zum Verhältnis von Natur und Mensch im 19. und beginnenden 20. Jh.  (155)

  

5. Eine neue Wissenschaft. Die Ökologie in den letzten vier Jahrzehnten des 19. und am Anfang des 20. Jh.s   (163)  

Aut-Ökologie (167)  Syn-Ökologie, Biozönologie (174)  Unterscheidung von Biozönosen (192)  Ökosystemanalyse in den letzten Jahrzehnten des 20. Jh.s  (200)

6.  Für den Erhalt und die Schaffung schöner Natur  (205)

Konservierung ursprünglicher und extensiv bewirtschafteter Natur – Natur- und Landschaftsschutz – Landschaftspflege 205  – Aussterben von Tieren  205  –  Beginn des Landschaftsschutzes aus praktischen Erwägungen 209  –  Landschafts- und Naturschutz aus kulturellen Gründen  210  – Allgemeiner Heimatschutz  214 – Naturschutz und Naturdenkmalpflege  220

7.  Umwelt zwischen den Weltkriegen, 1918-1945  (235) 

Ressourcenfragen (235) – Menschen, Bevölkerungswachstum und Bevölkerungskontrolle (237) –  Großprojekte der Natur­beherrschung 239 – Umwelt­zerstörung zwischen den Weltkriegen 240 - Bodenerosion 240 - Landschaftszerstörungen unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Deutschland (242) – Die Entdeckung mutationsauslösender Agenzien (245)

8.  Wissenschafts- und Technikeuphorie nach dem Zweiten Weltkrieg  (247) 

Allgemeine Tendenzen (247)  Ressourcen und Ressourcennutzung (251)  Landwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg (259)   Landschafts­umgestaltende Wasserbauten (261)  Insektizide (264) 

9. Umweltschäden ab etwa 1950: Entdeckung, Erörterung, Maßnahmen  (265)

Größere deutliche Umweltschäden ab etwa 1950 (267)  Das Bewußtwerden der Globalprobleme (273)  Wesen und Psyche des Menschen in Beziehung zu den Umweltproblemen (274)  Zunahme der Erdbevölkerung (277)  Neuere Probleme der Ressourcennutzung (284)  Chemische Substanzen aus der Wirtschaft in die Umwelt (289)  Spezifische Umweltprobleme in den verschiedenen Bereichen ("Sphären") der Erdoberfläche (293)  Umweltprobleme auf dem Festland in der zweiten Hälfte des 20. Jh.s (294)  Landübernutzung (294)  Landwirtschaft (294)  Wüsten und Wüstenausbreitung (297)  Waldschäden und Waldbedrohung (298) Umweltprobleme in der Gewässerhülle der Erde in der zweiten Hälfte des 20. Jhs (309)  Atmosphäre (316)  Sauer­stoffverbrauch (317) Treibhaus-Effekt (317)  Ozonzerstörung in der Stratosphäre und verstärkte Ultraviolett-Strahlung (322)  Bleiverbindungen in der Umwelt (327)  Atmo­sphärenwandel in der Erdgeschichte und Gegenwart (327)  Menschengemachte Katastrophen mit Umweltwirkungen und besonders stark betroffenen Territorien (329) 

  

Vorwort des Herausgebers

 

Seit Jahren besteht an der Reichsuniversität Limburg in Maastricht (Holland) ein Kurssystem auf dem Gebiet der Umwelt­wissenschaften, an dem, mit einer Ausnahme, alle Fakultäten teilnehmen. Die Studenten der rechts­wissenschaftlichen Fakultät, der wirtschafts­wissen­schaftlichen Fakultät, der philosophischen Fakultät und der gesundheits­wissenschaftlichen Fakultät erhalten in diesem Kurssystem einen Überblick über die verschiedenen disziplinären Dimensionen des Phänomens Umwelt und der Art und Weise, wie man aus der Sicht verschiedener Wissenschaften damit umgehen kann. 

Daneben wird in jeder Fakultät ein vertiefender disziplinärer Kurs im Rahmen des Kurssystems angeboten, so daß zum Beispiel die Studenten der wirtschafts­wissen­schaftlichen Fakultät neben dem allgemeinen Teil des Kurssystems gleichzeitig auch an einer Veranstaltung zum Thema Umwelt­ökonomie teilnehmen, die ein Quartal lang dauert. Da die Fakultäten mit unterschied­lichen Studien­quartalen arbeiten, findet das Kurssystem stets im ersten Studienquartal das heißt also im Herbst statt, denn der Vorlesungs- und Studien­betrieb beginnt für alle Fakultäten gleichzeitig.

Wir haben uns stets darum bemüht, die verschiedenen Ansätze so gut wie möglich zu integrieren und es gelingt uns auch meistens – aber nicht immer –, schlußendlich interdisziplinäre Arbeits­gruppen der Studenten zu bilden, so daß die verschiedenen wissenschaftlichen Hintergründe, Kenntnisse, Fähigkeiten und Techniken im Rahmen einer gemeinsam zu erledigenden Aufgabe unter Beweis gestellt werden können. Das an der Reichsuniversität Limburg praktizierte Studien­system betont die Zusammen­arbeit der Studenten in Arbeitsgruppen, und dieser hochschul­didaktische Ansatz ist natürlich besonders fruchtbar, wenn es sich um interdisziplinäre Arbeits­gruppen handelt.

Die Fruchtbarkeit des Ansatzes beruht zum Teil aber auch darauf, daß Friktionen nicht ausbleiben können, und daß die Studenten unter­schiedlichen Arbeits­weisen und Orientierungen folgen, die nicht stets miteinander vereinbar sind. Es ist deshalb wichtig, am Beginn des Kurssystems zu einer gemeinsamen Orientierung zu finden, und vielleicht eignet sich hierfür nichts besser als eine historische Bestands­aufnahme.

Auffallend ist, daß bei vielen Studenten, aber auch manchen Dozenten, die Vorstellung herrscht, Umwelt­probleme seien nach Art und Ausmaß relativ neuen Datums. Dies ist natürlich keineswegs der Fall, und die Art und Weise, wie mit Umweltproblemen früher umgegangen wurde, gibt auch Hinweise darauf, wie man mit ihnen heute umgehen kann. Die am Schluß dieses Bandes stehende Zeittafel zeigt auch dem flüchtigen Leser in augenfälliger Weise die historische Dimension des Problemkomplexes.

Vor diesem Hintergrund faßte ich den Gedanken, den Autor einer Geschichte der Umwelt­wissenschaften ausfindig zu machen, die etwa bis zur Publikation (1962) von <Silent Spring> reichen würde, also bis zu dem Punkt, an dem der moderne Diskussions­kontext seinen Ausgang nimmt. 

Wir suchten nach einem Text, der für die Studenten zugänglich wäre, und ich fand den Autor anläßlich einer Tagung in der Bad Homburger Werner Reimers Stiftung in Herrn Dr. Zirnstein, einem Wissenschafts­historiker der Biologie, der sich schon unter den Institutionen der DDR ausführlich und kritisch mit Umweltfragen beschäftigt hatte. Herr Dr. Zirnstein ist mit großem Enthusiasmus der an ihn herangetragenen Bitte nachgekommen, und ich weiß mich mit dem Autor und dem Verleger eins in dem Wunsch, daß das Buch auch außerhalb Maastrichts seinen guten Zweck erfüllen kann.

Maastricht, den 8. Juni 1994
Jürgen Backhaus   

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