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Einige Daten aus der Geschichte der 
Umweltproblematik und der Ökologie 

 

 

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1713 JOHANN (HANS) KARL VON CARLOWITZ (1645-1714) veröffentlicht das Buch "Sylvicultura oeconomica" und wirbt darin für die künstliche Waldbegründung.

1744 bei CARL VON LINNE (1707-1778) wird die Dissertation "Die Oeconomie der Natur" verteidigt. In ihr wird das Gleichgewicht in der Natur, zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern, beschrieben.

Ab etwa 1765 schlägt JOSEPH FRIEDRICH ENDERLIN (1732-1808) in Baden zur Abwendung der drohenden Holznot unter anderem die Abschaffung der den Wald schädigenden Waldweide und statt dessen die Ernährung des Viehs durch auf dem Acker angebaute Futterpflanzen vor. Es wird schon in bemerkenswerter Weise auf die Zusammenhänge in der Landschaftsnutzung eingegangen.

Ab etwa 1775 sucht Fürst LEOPOLD III. FRIEDRICH FRANZ (1740-1817) von Anhalt-Dessau seinen kleinen Territorialstaat im Geiste der Aufklärung in ein Park- und Gartenreich zu verwandeln. Erhalten sind unter anderem der Park von Wörlitz, ein bemerkenswertes Beispiel großräumiger Landschaftsgestaltung besonders unter ästhetischen Gesichtspunkten.

1790 ist das LEBLANC-Soda-Verfahren anwendungsreif. Damit beginnt die Entwicklung der neueren chemischen Industrie. Sie hat bereits ihre Abfallprobleme. Bisher genutzte und sich verknappende Ressourcen, für die Soda-Herstellung die Asche von Holz und getrocknetem Tang, werden durch andere Rohstoffe ersetzt.

1798 erscheint die erste, noch anonym herausgegebene Auflage von THOMAS ROBERT MALTHUS (1766-1834) "Essay on the Principle of Population"; 2. Auflage 1803, 3. Auflage 1806.

Im Interesse der Schonung der Ressourcen und namentlich der befürchteten Lebensmittelverknappung fordert MALTHUS eine Begrenzung der Kinderzahl. Mit der späteren wirtschaftlichen und vor allem landwirtschaftlichen Entwicklung wird die Befürchtung von MALTHUS aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Aber die Entwicklung von Wohlstand führt nicht automatisch zur Steigerung der Geburtenrate, wie MALTHUS annahm.

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1800 JOHANN MATTHÄUS BECHSTEIN (1757-1822) beschreibt in dem Buch "Naturgeschichte der schädlichen Waldinsekten" das "Gleichgewicht in der Natur", das er wie LINNE noch statisch, als immer bestehend auffaßt. Nur der Mensch kann das Gleichgewicht verändern und so Schädlingskalamitäten auslösen. Schädlinge sind nicht himmlisches Strafgericht.

1816 wird die Forstakademie Tharandt unter dem Direktor HEINRICH COTTA (1763-1844) zur Staatsanstalt. COTTA ist einer der Begründer der Forsten und der Forstwirtschaft in Sachsen, namentlich der Fichtenforsten.

1817 beginnt die große Rheinregulierung in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Schwarzwald und Vogesen unter JOHANN GOTTFRIED TULLA (1770-1828).

1830 wird die Forstakademie Eberswalde eröffnet, unter WILHELM PFEIL (1783-1859), dem Verfasser unter anderem von "Ueber die Ursachen des schlechten Zustandes der Forsten..." (1816).

1830 / 1831 erscheint in erster Auflage das Werk von CHARLES LYELL (1797-1875) "Principles of geology: being an attempt to explain the former changes of the earth 's surface by reference to causes now in Operation", wobei der letzte Teil des Titels später geändert wird in "... or the modern changes of the earth and its habitants". Vor allem LYELL begründete mit dem Werk den Aktualismus in der Geologie, wonach die Erdoberfläche und die Organismenwelt nie durch Katastrophen zerstört wurden und sich kontinuierlich wandelten. Es wurde der Blick für die exogenen Faktoren der Erdkrustengestaltung geweckt. Die Ausnahmestellung der Menschen wurde anerkannt.

Ab etwa 1830 erkennt der Chemiker FRIEDLIEB FERDINAND RUNGE (1795-1867), daß aus dem bei der Leuchtgasproduktion anfallenden Steinkohlenteer weiterverwertbare Substanzen gewonnen werden können. Das ist die Voraussetzung der späteren Teerfarben-Erzeugung und Beispiel der Nutzung eines bisherigen Abfallstoffes.

1836 erster amtlicher Schutz für einen Landschaftsteil in Deutschland, für den Drachenfels im Siebengebirge südlich von Bonn.

1837 schlägt JULIUS THEODOR CHRISTIAN RATZEBURG (1801-1871) in seinem Buch "Die Forst-Insecten ..." u.a. Laufkäfer zur Schädlingsvernichtung vor, befürwortet also biologische Schädlingsbekämpfung.

1847 KARL FRAAS (1810-1875), der 1835 bis 1842 Botanikprofessor in Griechenland war, veröffentlicht die Schrift "Klima und Pflanzenwelt in der Zeit, ein Beitrag zur Geschichte beider". Er behandelt darin die starken anthropogen bedingten Veränderungen in der Landschaft Griechenlands seit der Antike. Mit zum ersten Male wird der große Einfluß des wirtschaftenden Menschen auf die Natur behandelt.

1852 2. deutsches Schutzgebiet für eine Landschaft, für die Teufelsmauer bei Neinstedt am Nordharzrand.

1855 ALBERT SCHULTZ-LUPITZ (1831-1899) übernimmt das Gut Lupitz bei Klötze in der Altmark und kann hier bisher unrentable Sandböden durch Leguminosenanbau, Düngung u.a. in rationell bewirtschaftbares Ackerland verwandeln. Die Ödländereien in Mitteleuropa werden zunehmend genutzt.

1859 veröffentlicht CHARLES DARWIN (1809-1882) sein viel beachtetes Buch "On the Origin of Species by Means of Natural Selection ...". Die Entwicklung in der Natur und damit auch in der Umwelt wird zunehmend bewußt.

1864 veröffentlicht GEORGE PERKIN MARSH (1801-1882) sein umfangreiches Buch "Man and Nature", das erweitert unter dem Titel "The Earth as modified by Human Action" 1874 nochmals erscheint. Es ist eine erste umfassende Beschreibung der Einwirkungen der Wirtschaftstätigkeit des Menschen auf der Erdoberfläche auf den verschiedenen Kontinenten und im Meer.

1866 prägt ERNST HAECKEL (1834-1919) im zweiten Bande seines Werks "Generelle Morphologie ..." den Begriff "Ökologie" für "die gesammte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Aussenwelt, wohin wir im weiteren Sinne alle 'Existenz-Bedingungen' rechnen können". Der Sache nach wurde allerdings ökologische Forschung auch vorher betrieben und die Beziehungen zwischen Organismen und Umwelt spielten in der Deszendenztheorie DARWINS eine große Rolle.

1870 wird die "Preussische Commission zur wissenschaftlichen Untersuchung der deutschen Meere in Kiel" gegründet, unter VICTOR HENSEN (1835-1924). Weitere Mitarbeiter wurden KARL MÖBIUS (1825-1908) und KARL BRANDT (1854-1931).

1873, 1. März, der Yellowstone-Nationalpark wird in den USA gegründet, der erste große Nationalpark auf der Erde und Vorbild weiterer solcher Einrichtungen.

1877 K. MÖBIUS veröffentlicht seine Schrift "Die Auster und die Austernwirtschaft". Darin wird der Terminus und Begriff "Biocönose" geprägt und diese definiert als die "... Gemeinschaft von lebenden Wesen, ... eine den durchschnittlichen äusseren Lebensverhältnissen entsprechende Auswahl und Zahl von Arten und Individuen, welche sich gegenseitig bedingen und durch Fortpflanzung in einem abgemessenen Gebiet dauernd erhalten". Englische Übersetzung der Schrift 1883.
Die weitere Ausbildung der Biozönose-Forschung erfolgte erst am Anfang des 20. Jh.s: FRIEDRICH DAHL (1856-1929) überträgt den Biozönosebegriff auf die Landfaunen und nennt 1908 den Ort einer Biozönose den "Biotop". Lebensgemeinschaft und anorganischer Lebensraum gemeinsam werden von KARL FRIEDERICHS (1878-1969) 1927 als "Holocoen", von ARTHUR GEORGE TANSLEY (1871-1955) als "Ökosystem" (ecosysteme) bezeichnet.

1877 Gründung der Moorversuchsstation Bremen.

1878 schlägt ANTON DE BARY (1831-1888) auf der 51. Versammlung Deutscher Naturforscher und Arzte in Kassel den Terminus "Symbiose" für besonders enge Beziehungen (Biosysteme) zwischen zwei Spezies in der Natur vor.

1878-1880 (2. Auflage 1882) veröffentlicht KARL GAYER (1822-1907) das Buch "Der Waldbau". Er schlägt vor, die Kahlschlagwirtschaft wenigstens teilweise durch stetigen Mischwald mit Plenterbetrieb zu ersetzen, um die "natürlichen Erzeugungskräfte des Standortes" zu pflegen und dem "Nachhaltigkeitsprinzip" zu entsprechen.

1879 betrachtet ADOLF ENGLER (1844-1930) in seinem Werk "Versuch einer Entwicklungsgeschichte der Pflanzenwelt, insbesondere der Florengebiete seit der Teritärperiode" die Wandlung der gesamten Pflanzenwelt eines Gebietes in der Erdgeschichte und eröffnet so die Betrachtung der Evolution auch der Lebensgemeinschaften.

1879 berichtet der Stolberger Sodafabrikant ROBERT HASENCLEVER (1841-1902) vor der Aachener Naturwissen­schaftlichen Gesellschaft über die "Hüttenrauch"-Entschwefelung und veröffentlicht die Schrift "Über die Beschädigung der Vegetation durch saure Gase". Das ist eine Pionierleistung für die Luftreinhaltung.

1880 veröffentlicht ERNST RUDORFF (1840-1916) seine für den Landschaftsschutz wegweisende Arbeit "Über das Verhältniß des modernen Lebens zur Natur" in den "Preußischen Jahrbüchern".

1880 veröffentlicht der Würzburger Zoologie-Ordinarius KARL SEMPER (1832-1893) sein Werk "Die natürlichen Existenzbedingungen der Thiere", in dem er die Anpassungen der Tiere an die verschiedenen Umweltfaktoren, also Licht, Temperatur, unbewegtes Wasser, bewegtes Wasser u.a. vorstellt.

1887 bezeichnet STEPHEN ALFRED FORBES (1844-1930) in den USA in einem Vortrag Seen als "Mikrokosmos", was der Sache nach gleichbedeutend mit dem späteren Begriff "Ökosystem" ist. Er untersucht die Wechselbeziehungen in solchen Seen, beispielsweise Räuber-Beute-Verhältnisse.

1887 prägt VIKTOR HENSEN den Begriff "Plankton" für die Gesamtheit der im Wasser freischwebenden Organismen und leitet...

1889 die erste Plankton-Expedition quer über den Atlantik, durch welche die messende Produktionsbiologie einen bedeutenden Auftrieb erhält.

Um 1889 Beginn des modernen Talsperrenbaues in Deutschland, durch OTTO HINTZE (1843-1904).

1892 wird in Plön in Ost-Holstein durch OTTO ZACHARIAS (1846-1916) die erste Biologische Station in Deutschland zur Seen- und übrigen Süßwasserforschung begründet. Im Jahre 1917 wird sie zur "Hydrobiologischen Anstalt der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zu Plön" umgewandelt und kommt unter die Leitung von AUGUST THIENEMANN (1882-1957).

1896 warnt der britische Physiker WILLIAM CROOKES (1832-1919) in seiner vielbeachteten Präsidentenansprache (President Address) auf dem 68. Meeting der "British Association for the Advancement" vor der Ressourcen­verknappung, vor allem beim Stickstoff-Dünger.

1896, 1902 verwenden CARL SCHRÖTER (1855-1939) und auch OSKAR KIRCHNER (1851-1925) in der Schrift "Die Vegetation des Bodensees" den Begriff "Synökologie", "Gesellschaftslehre", als Bezeichnung für die biologisch-ökologische Disziplin, die Gemeinschaften von Organismen untersucht. A.U. THIENEMANN benutzte statt des Terminus Synökologie den Terminus "Biozönologie" oder "Biozönotik".

1898  EMILIE KAROLIME (LINA) HÄHNLE (1851-1941) gründet den "Bund für Vogelschutz".

1899  warnt der sächsische Chemiker CLEMENS WINKLER (1838-1904) in einem Vortrag "Wann endet das Zeitalter der Verbrennung" auf dem Allgemeinen Bergmannstag in Teplitz vor der Erschöpfung der Kohlelager.

 

 

1901 benutzt der Leipziger Geographie-Ordinarius FRIEDRICH RATZEL (1844-1904) den 1875 schon von EDUARD Süß verwendeten Terminus "Biosphäre".

1901 wird die "Kgl. Versuchs- und Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung" in Berlin eingerichtet. Sie wird später eine bedeutende Umwelt-Untersuchungseinrichtung: 1923 "Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene", 1927 "Reichsanstalt für Wasser- und Lufthygiene". Leiter seit 1917 MAX BENINDE (1848-1949), seit 1924 Präsident der Anstalt. Für die Lufthygiene zuständig war WILHELM LIESEGANG (1894-1953). Hier untersuchten MAXIMILIAN MARSSON (1845-1909) und RICHARD KOLKWITZ (1873-1956) die pflanzlichen und tierischen "Saprobien" und entwickelten die Grundsätze biologischer Gewässerbeurteilung (Indikatoren). Untersucht wurde auch die "Selbstreinigung" der Gewässer.

1901 wird in Frankreich die "Societe pour la Protection des Paysages de France" gegründet.

1904  erscheint die Schrift "Die Gefährdung der Naturdenkmäler und Vorschläge zu ihrer Erhaltung" von HUGO CONWENTZ (1855-1922).

1904, 30. März, in Dresden wird der "Deutsche Bund Heimatschutz" gegründet.

1906 wird die Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege für Preußen unter H. CONWENTZ in Berlin eingerichtet.

1906 protestieren etwa 1500 Persönlichkeiten gegen die Landschaftsveränderungen wegen eines Laufkraftwerkes bei der Stadt Laufenburg an der deutsch-schweizerischen Grenze am Rhein.

1906, 27. April, ein Gesetz "organisant la protection des sites et monumentes naturels de caractere artistique" wird erlassen.

1912/1913  A.U. THIENEMANN erkennt den Unterschied zwischen den später als eutroph und oligotroph bezeichneten Seentypen und liefert dabei einen weiterwirkenden Beitrag zur Untersuchung des Faktorengefüges in Biozönosen.

1913 veröffentlicht RAOUL H. FRANCE seine Schrift "Das Edaphon", mit der die Beziehungen zwischen den Lebewesen im Erdboden vorgestellt werden und somit weitere Lebensgemeinschaften erschlossen werden.

1913  1. Internationale Naturschutzkonferenz in Bern zusammengetreten, namentlich durch die Initiative von PAUL SARASIN (1856-1929).

1916  erscheint FREDERIC EDWARD CLEMENTS (1874-1945) Schrift "Plant Succession".

1924  1. Weltkraftkonferenz in London.

1926/1927  Einführung des Terminus "Noosphäre" für alle menschenbeeinflußten Bereiche der Erde durch PIERRE TEDHARD DE CHARDIN (1881-1955) und EDOUARD LE ROY. Der Begriff wurde benutzt und bekannt gemacht besonders durch WLADIMIR IWANOWITSCH WERNADSKI (1863-1945).

1927  CHARLES SUTHERLAND ELTON (geb. 1900) veröffentlicht nach tierökologischen Studien in der Arktis das als epochemachend betrachtete Buch "Animal Ecology". In ihm finden sich bedeutsame Begriffe der modernen Ökologie zum erstenmal: food chains, food-cycle, niche(s), the pyramid ofnumbers.

1927  findet unter der Organisation von MARGARET SANGER (1883-1966), der Vorkämpferin für das Recht auf Geburtenkontrolle, in Genf die 7. Weltbevölkerungskonferenz statt.

1927  HERMANN JOSEPH MULLER (1890-1965) entdeckt als erstes mutationsauslösendes Agens die Röntgenstrahlen.

1928  veröffentlicht der Botaniker JOSIAS BRAUN-BLANQUET (1884-1980) die 1. Auflage seines Buches "Pflanzensoziologie" und eröffnet mit seiner Ausgliederung von Pflanzengesellschaften den Weg zur biozönologischen Gliederung der Landschaften namentlich in Europa.

1928  veröffentlicht in den USA HUGH HAMMOND BENNETT (1881-1960) das Buch "Soil Erosion a National Menace" über eine der schlimmsten Umweltgefahren jener Zeit.

1930  "Nebelkatastrophe" (Smog) im Maastal bei Lüttich fordert etwa 100 Tote.

1935  erscheint die 1. Auflage von EDWIN FELS "Der Mensch als Gestalter der Erde", 1954 in erweiterter Fassung unter dem Titel "Der wirtschaftende Mensch als Gestalter der Erde". Es ist eine umfassende Darstellung der menschlichen Einwirkungen auf die Erdoberfläche, ohne mögliche erdweite Katastrophen anzunehmen.

Mitte der 30er Jahre gibt es weiträumige Staubstürme mit Bodenabtrag im Mittelwesten der USA.

1936  verteilt ALWIN SEIFERT (1890-1972) 7600 Sonderdrucke des Artikels "Die Versteppung Deutschlands" mit dem viel beachteten Satz "Was wird aus der Seele eines Volkes, dessen Alpenströme in Asphaltgerinnen laufen?"

1939 PAUL MÜLLER (1899-1965) erkennt das DDT (4, 4'-dichlorid-diphenyl-trichloro-ethan) als Kontaktinsektizid. Seine umfassende Anwendung nach dem Zweiten Weltkrieg ruft mit die ersten Umweltschützer auf den Plan.

1945 endet der Zweite Weltkrieg mit der Explosion von Atombomben. Es eröffnet sich die Möglichkeit, durch menschliches Tun die gesamte Erdoberfläche empfindlich zu zerstören.

1948 FAIRFIELD OSBORNS Buch <Our Plundered Planet>, 1950 dtsch. unter dem Titel <Unsere ausgeplünderte Erde>.     bei detopia  

1954 erscheint die erste Auflage von REINHARD DEMOLLS (1882-1960) Buch "Ketten für Prometheus", 1957 in der 2. Auflage "Bändigt den Menschen".   bei detopia 

1958 erscheint JOHN DESMOND BERNALS Zukunftsvision "World without War", dtsch. 1960.

1962 erscheint das Buch "Silent Spring" der USA-Biologin RACHEL LOUISE CARSONS (1907-1964), das eine große Wirkung auf die öffentliche Meinung ausübt und am Beginn der Diskussionen über die Umwelt steht.    bei detopia

1963 erscheint JULIAN HUXLEYS (1887-1975) Buch "The Human Crisis".   

1968, April, zur Diskussion der sich abzeichnenden Weltprobleme wird der "Club of Rome" gegründet, auf Initiative vor allem von AURELIO PECCEI (1908-1984) und unter Mitarbeit von ALEXANDER KING, DENNIS GABOR, bald auch von HASAN OZBEKHAN.     bei detopia 

1970 Friedens-Nobelpreis für NORMAN E. BORLAUG (geb. 1914), den führenden Inaugurator der "Grünen Revolution" zur Sicherung der Ernährung in der "Dritten Welt".

1971 Entdeckung, daß Stick(stoff)oxide das Ozon der Stratosphäre zerstören können und damit zuviel Ultraviolett-Licht (UV) die Erdoberfläche erreicht.

1972 erscheint der vieldiskutierte 1. Bericht an den "Club of Rome": "Die Grenzen des Wachstums" von DENNIS L. MEADOWS.

1972 findet die 1. Umweltkonferenz der UNO in Stockholm statt.

1973  Ölkrise nach dem Herbstkrieg zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn.

1974  ANTON ZISCHKAS Buch "Die Welt bleibt reich: Eine optimistische Bestandsaufnahme" und der 2. Bericht an den "Club of Rome" zur Weltlage von MIHAILO MESAROVIC und EDUARD PESTEL "Menschheit am Wendepunkt" gehen noch von recht unterschiedlichen Standpunkten an die Menschheitsprobleme heran.

1974  weisen L.S. ROWLAND und M.J. MOLINA als wahrscheinlich nach, daß die langlebigen, weil auf der Erdoberfläche recht stabilen Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) das Ozon der Stratosphäre zerstören.

1975  Weltbevölkerungskonferenz der UNO in Bukarest, Welternährungskonferenz in Rom.

1975  erscheint von HERBERT GRUHL (1921-1993), damals Bundestagsabgeordneter der CDU, das Buch "Ein Planet wird geplündert. Die Schreckensbilanz unserer Politik".

1977  wendet sich ROBERT JUNGK (geb. 1913) in dem Buch "Der Atom-Staat. Vom Fortschritt in die Unmenschlichkeit" gegen die Nutzung der Kernenergie und bestärkt die Kernenergie-Gegner.

1978 EGMONT KOCH und FRITZ VAHRENHOLT warnen in dem Buch "Seveso ist überall. Die tödlichen Risiken der Chemie" vor den Gefahren der Chemieindustrie.

1980 erscheint der Bericht an den Präsidenten der USA "Global 2000", in dem noch einmal eindringlich und an Hand zahlreicher Fakten vor katastrophalen Entwicklungen auf der Erdoberfläche gewarnt wird.

1985 Erster Bericht über ein "Ozonloch" in der Antarktis.

1986, 26. April, Reaktorunfall von Tschernobyl.

1988 Weltklimakonferenz in Toronto, vor allem wegen des Treibhauseffektes.

1989 ERNST ULRICH VON WEIZSÄCKERS Buch "Erdpolitik. Ökologische Realpolitik an der Schwelle zum Jahrhundert der Umwelt".

1991 Bericht des "Club of Rome" mit dem Titel "Die Globale Revolution" von ALEXANDER KING und BERTRAND SCHNEIDER.

1992 Der Umweltgipfel in Rio de Janeiro in Brasilien bringt zwar zahlreiche Staatsmänner und Wissenschaftler zusammen, aber ihm folgen nach Ansicht vieler umweltbewußter Menschen keine Lösungen.

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Gottfried Zirnstein 1994 Ökologie und Umwelt in der Geschichte

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