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Über die vortreffliche Gesellschaftsordnung Detopia 

 

 

Was nun tun?, so fragt der Leser sich, nach dem Lesen der verschiedenen guten und schlechten Zukunftsaussichten und der Überprüfung ihrer Plausibilität.

Es hülfe sicher eine entsprechende Gesellschaftsordnung.

... eine die dem langen Leben verpflichtet ist; dem Überleben der Menschheit, und auch dem des deutschen Volkes; aber eben nicht mit Gott an erster Stelle. - Meinetwegen gleich an zweiter. Selbst ein oder der Gott braucht lebendige Gläubige und an IHN Glaubende. Daher leben wir sehr gottesfürchtig, wenn wir uns retten.

Aus Gründen, die auf der Hand liegen, muss das lange Leben ein gutes Leben sein. Die Menschen müssen zufrieden sein, sonst können sie sich nicht ökologisch verhalten.

Daraus folgt, dass der Übergang in eine Vortreffliche Gesellschaftsordnung (VGO) freiwillig erfolgen muss. Die Menschen müssen sie also wollen.

Das ist einfach aufzuschreiben (durch mich hier). "Hey Leute, ändert doch einfach euer Wollen, und dann haut die Sache hin."

Eine Diktatur wollen die Menschen nicht. Der Zug ist abgefahren. Eine "Ökodiktatur" gibt es zwar in der Literatur bzw. in der Theorie, aber in der Praxis bzw. in der Realität, kann es keine geben. Diktate und Dekrete von oben können den "Mainstream" (Hauptstrom) nicht umleiten. Das kann bewiesen werden. Und dabei stellt sich womöglich zusätzlich heraus, dass die VGO der sicherste Zukunftsweg ist.

Für VGO würde ich gerne "Detopia" einsetzen, um ein sprechbares Wort zu haben. Dann könnte man sagen: Nur mit Detopia wird es "Kinderlachen in Deutschland im Jahr 3000" geben.

Die VGO Detopia ist sehr idealistisch. Das können die Leute (Volk, Masse) nicht leiden. (illusorisch, unreal, chancenlos). Dafür hat sich heute auch "utopisch" "eingebürgert". Das Wort wird  verwendet, wenn alle braven Bürger eines Volkes bei irgendwas Großartigem mitmachen wollen müssten.

 

Was denn also nun tun?

Ich kann zwar weitere Jahrzehnte diese Webadresse mit Öko-Texten betreiben. (Eine richtige Webseite ist es nach heutigen Wordpress-Maßstäben ja nicht.) Aber andererseits tue ich das schon anderthalb Jahrzehnte - eine Zeit, die ausreichen sollte, falls wenn jemand seine Meinung sagen glaubt zu müssen. Nun will ich den Fortbestand der Menschenwelt nicht davon abhängig machen, dass ich nie - nicht ein einziges Mal - Zuspruch bekam. Es ist gar nicht nötig, dass ich meinen Senf dazugebe. Andere, gewichtigere, Leute können unabhängig von mir auf den selben Gedanken kommen. Nur: Was an Büchern und Artikeln neu erscheint, endet meist bei "Kapitalismuskritik". - Aber das ist zuwenig. Viel zuwenig. Das ist eigentlich gar nichts. Das wissen wir schon seit 50 Jahren. Es ist zu wenig, wenn ich die Kritik an der heutigen Weltfriedenslage messe. - Die Forderung nach einer ökopaxlichen Gesellschaftsordnung gibt es schon Jahrzehnte, zum Beispiel in einigen der bei detopia.de aufgeführten Bücher, etwa von Rudolf Bahro 1987 oder von Murray Bookchin 1990.

Das Problem ist also nicht, dass es nicht wahrgenommen wird, dass ich dem bereits Vorhandenen einen wesentlichen Baustein hinzugefügt habe (der 1000-qm-Gleichbesitz als ökonomischer Grundbaustein), sondern, das Problem besteht darin, dass der Mensch irgendwie geistig oder seelisch nicht dazu in der Lage ist, sich den großen Aufgaben der Zeit zu stellen. Vermutlich seelisch. (Ach, wenn man doch nur die ganze Energie der Forscher, Wissenschaftler und Techniker, für eine gewisse Zeit umlenken könnte. Sie sollen uns erstmal einen Plan erarbeiten, wie wir das Jahr 2100 erreichen. Und danach erst den Mars.)

Jedenfalls ist bis heute kein Ansatz zu erkennen, der dem Niedergang - der zu nichts anderem als dem Untergang führen kann - in diesem Jahrhundert entgegensteuern würde. Mit dem Aufzeigen der Missstände ist es nicht getan. Auch nicht mit den - ehrenwerten, und auch wichtigen! - Kleininitiativen (Kommunen, Permakultur, Lebensgärten, allerlei Alternatives). Auch nicht mit dem "2 Grad plus Ziel" (Klimaerwärmung), obwohl das erstmal eine Voraussetzung für weiteres ist.

Und leider sehe ich viele "Gegen-Initiativen" (gegen das Überleben bzw. Weltrettung). Das kann eine Fehlwahrnehung aufgrund meiner pessimistischen Grundeinstellung sein. (Ich will also "das Gute" an diesen Gegeninitiativen nicht sehen.) Dennoch ist "das Falsche" vorhanden, auch dessen "Wachstum"; aber vielleicht nicht in der Größenordnung, wie es "sehe". (Ich unterdrücke den Wunsch, Beispiele zu nennen. Ich müsste dann auch deren "Wachstum" aufzeigen, etwa, dass die Zeugen Jehovas sich vergrößern, nach deren eigenen Angaben; das ist für mich eine Weltflucht bzw. Problemflucht.)

Kurz: Die Vernunft in der Welt wird jedenfalls nicht größer: Kein "vernünftiges Wachstum".

Hinzu kommt - und das ist unbestreitbar -, dass "wir immer weniger durchdringen", also die Menschen mit unseren Zukunftsbotschaften (den guten und den schlechten) nicht mehr erreichen können. Wir können nicht mit 200 Fernsehprogrammen "konkurrieren", deren einzige Botschaft ist, zu gefallen. Das Internet zersplittert die Aufmerksamkeit nochmals. (Und nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern noch mehr innen drinne.)

Der erste Schritt zur Weltrettung wäre demnach, dass das Volk eine öffentlich-rechtliche Wochenzeitung (auf Papier und ohne Reklame) fordert, schafft, verbessert, liest, studiert und darüber diskutiert.

Solange der Wunsch nach "Wissen über die Welt" nicht vorhanden ist, kann nur "das Machbare" gemacht werden; also "die Leute dort abholen, wo sie stehen". Mit dieser Methode gab es - zweifellos - "Erfolge", und es hat sich was "bewegt". In Deutschland ist das "Umweltbewusstsein" gestiegen. Nur das Zukunftsbewusstsein bleibt auf dem niedrigen Niveau des Vogel-Strauss-Kopfes (im Sand).

 

Abschließend ist noch zu klären, was mensch tun kann.

 

Meines Wissens gibt es noch kein ideales Buch. Wenn es dieses Buch gäbe, dann könnte man es "verteilen". Und wie sollte das Buch sein? So wie der dritte Teil von Marko Ferst 2002: "Wege zur ökologischen Zeitenwende; Reformalternativen und Visionen für ein zukunftsfähiges Kultursystem". Das wäre ein guter Ausgangpunkt bzw. das Ausgangsbuch. Falls sich  einmal eine "deutsche Rettungsinitiative" im detopischen Sinne gründet, dann soll ein "ideal-optimales" Buch produzieren werden. Was ist das? Man muss es jedem Erwachsenen geben können und sagen: "Das musst du jetzt lesen!". Es darf also nicht zu dick sein und nicht "zu schwer" und nicht zu teuer. Meinetwegen mit Bildern, keine langen Sätze, wenig Fremdwörter, viel Zwischenüberschriften, usw. - Vom Schreibstil wie Christoph Lauterburg: "Fünf nach Zwölf". Vom Inhalt muss viel von Bahro und Ferst drinnstehen, also deren Sichtweisen. - Oder man bemüht sich, Ferstens dritten Teil als Einzelbuch möglichst bei einem "Publikumsverlag" herauszubringen. Dann hätte man erstmal was in der Hand und könnte auf dieser Grundlage bei den "Dichtern und Denkern" "Klinkenputzen" gehen, damit sie das letztendliche (ja!) Buch zusammen schreiben und zusammenschreiben.

Zwar ist dann der Weg zur Rettung (= überleben) noch immer lang und weit, aber man kann den zweiten Schritt nicht vor dem ersten gehen. Und der erste Schritt ist, dass jeder das Problem kennt. Ich wüsste keine andere (und keine bessere) Problemvermittlungsmöglichkeit als das (gute, alte) Buch. 

 

"Wer Zukunftsgefahren abwenden will, sollte sie zunächst schärfer ins Auge fassen." - "Dazu aber bedarf es eines realistischen Blicks auf die Probleme, und es ist notwendig, ganz deutlich zu machen, welche Folgen es für jeden einzelnen haben wird, wenn er den Kopf in den Sand steckt."

(Taylor, 1975 im Vorwort)

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wir können nur noch theoretisch oder durch eine geistesanstrengung den zukunftswüstenwasserpfad verlassen. 

 

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