Was bedeuten die Wörter 

detopia und Detopia?

 

 

 

 

Auf meiner Webseite detopia.de benutze ich oft detopia, detopisch - kleingeschrieben, unscharf, gröber gefasst - für den prinzipiellen Weg in die Zukunft. Detopia - großgeschrieben wende ich im engeren Sinne für eine 'konkrete Utopie' an, wobei bedacht werden soll, dass ich die Republik Deutschland im Auge habe. Ein anderes Land und eine andere Sprache (samt deren intellektueller Literatur, jüngerer Geschichte und utopischer Volksvorstellungen) kenne ich nicht gut genug, 'um anderen Völkern Vorschriften zu machen'. (Im Scherz: Mich überfordert schon die Aufgabe, eine Nation belehren zu wollen. Andersprachige Intelletuelle sollen auch was für ihr Volk tun. In "Aufruhr der Mitte" wird dieses Thema ebenfalls angesprochen. Ich jedenfalls bin nur ein einsamer Lehrer in der Wüste. Aber, was heißt 'nur'? Dank dem Internet kann ich mir Zuhörer einbilden. Und es ist ja auch nicht so, dass ich gar keine 'User' hätte. Ich danke euch!)

 

Im folgenden gebe ich den Einzelgedanken Nummern und Zwischenbuchstaben. Eine thematische Ordnung strebe ich hier nicht an. Ich bitte den Leser, diese für sich im Köpfle durchzuführen. Der Grund: Einigen Aussagen (oder Thesen, oder Behauptungen) wird sofort widersprochen. Diesem Widerwort wiederum will ich begegnen. Oder ich müsste Fussnoten einführen oder auf 'später' verweisen. Alle Varianten zerfasern jedoch den Text. Als Ausgleich werde ich zwei ungeheuerliche Behauptungen gleich an den Anfang stellen. Dadurch weiß der Leser, "worum es geht" und kann sich nicht beschweren, dass ich 'um den heißen Brei herum rede' und 'nicht auf den Punkt komme'.

 

(Nochmal:) Das Ziel dieses Textes ist die Erklärung der Begriffe. Der Leser soll eine Vorstellung davon haben, wenn ich diese woanders verwende. Das Ziel hier ist nicht, alles niet- und nagelfest zu belegen und zu beweisen. (Das tat ich in speziellen Texten versuchen, welche auch pro Jahr einige Monate bei detopia.de zu lesen/abzuspeichern sind.) Dennoch beachte ich entsprechende Rückinfo/Hinweise und werde sie als Fussnoten beantworten (hier am Schluss).

 

Eine Vorbemerkung zur Gewalt: 

Ich bin gegen körperliche Gewalt zur Durchsetzung von politischen Zielen! Diese (staatliche und private) Gewalt (-bereitschaft) ist ein Faktor für mein kurzes Zukunftsbild. Gewalt verhindert, die Dimension der Probleme zu begreifen. Und sie wird nicht einmal ein Teilproblem lösen und am Zukunftsablauf nichts verändern! Sondern: Sie wird alles beschleunigen. Insofern habe ich die jüngsten Gewalttaten schon eingearbeiten und auch die nächsten, die, die noch nicht geschehen sind. Und es sei noch an die Adresse der Extremisten gesagt: Wenn ihr die Zivilisation (mit-) zerstört habt, dann werdet ihr euch umgucken, wenn der Arzt euch einen Zahn zieht ohne Schmerzspritze und ihr nicht mehr jung und stark seid, um die Schmerzen auszuhalten, sondern gealtert und schwach. Oder in anderen Worten: Was soll denn das für eine Welt werden, die die Extremisten sich vorstellen? Auch Krieger werden einmal alt; auch Soldaten brauchen eine behütete Kindheit. Diese Welt der Krieger kann es nicht geben. Und eigentlich gab es sie auch nie. Die Militärgeschichtsbücher vermitteln nur ein Teilgeschehen. Und nur diese Bücher kennen wir. 

 

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A

  1. Meiner Meinung nach wird am 1.1.2050 die Zivilisation verschwunden sein.

  2. Meiner Meinung nach wird am 1.1.2100 die Menschheit verschwunden sein.

  3. Meiner Meinung nach, ist das zu bedauern. (Viele bedauern es allerdings nicht. Das ist zu untersuchen.)

  4. Viele Leute auf der Welt machen Verbesserungsvorschläge, auch wenn sie die Zukunft nicht so eng (schwarz, kurz) sehen, wie ich.

  5. Viele Leute auf der Welt haben eine andere Reihenfolge als ich bei ihrer Kritik der (schlechten/falschen) Zustände. Auch andere Schwerpunkte.

  6. Viele Leute tun was. Tun und Machen. 'Gehen auf die Straße'. Demonstrieren. Mit Transparenten. Damit ich vor dem 'Fern'-Seher weiß, wofür und wogegen. 

  7. Andere Leute organisieren Konferenzen oder werden als Redner dorthin eingeladen.

  8. Andere Leute bevorzugen TV-Talkshows (wegen der 'Reichweite') und Axel-Cäsar-Springer-Presse (wegen der Bezahlung).

  9. Andere Leute 'kämpfen' für 'Skepsis' und für 'Optimismus'. Sie wehren sich gegen das Neue. Sie beharren auf dem 'Bewährtem'.

 

B

  1. Die Privatbesitzvermehrungsideologie und eine lange glückliche Zukunft für das Menschengeschlecht schließen einander aus. Beides ist nicht miteinander vereinbar.

  2. Die Mehrheit will das nicht wahrhaben bzw. 'nicht sehen'.

  3. Den meisten ist das auch egal, so vermute ich es. Oft hört man den Spruch: "Nach mir die Sintflut." oder "Es geht eh' alles den Bach runter." oder "Das hält niemand auf." oder in einer anderen Form.

  4. Es gehört zur biologischen Grundausstattung, dass dem Einzelmenschen "das Hemd näher ist als die Jacke", also dass er zu 80% (seiner Antriebe) 'egoistisch' ist. Ich richte nicht. Ich stelle die Ausgangssituation fest, von der wir auszugehen haben.

  5. Karl Marx und Friedrich Engels sprachen vor 150 Jahren von "Das Kapital" und "Der Kapitalismus".

  6. Heute bevorzugen wir Wörter wie: "Self-made-Milliardäre", "Der Mega-Reichtum", "Der Mittelstand", "Share-Holder-Value", "Amerikanischer Traum", Vom Tellerwäscher zum Milliardär", "Jack-Pot-Gewinn", "Der Gewinner kriegt alles."

  7. Ich kritisiere die "Privatbesitzvermehrungsideologie". Das Wort ist zwar sperrig, aber immerhin kein Latein und im Groben selbsterklärend. Abkürzen können wir es einst (wenn wir den Begriff akzeptiert haben) mit PVI.

  8. Die Privatbesitzvermehrungsideologie meint mehr als nur das Reich-werden-wollen, diesen menschlichen Antrieb nach dem Golde.

  9. Die Privatbesitzvermehrungsideologie meint auch 'die fehlende Obergrenze' (an Goldstücken).

 

C

  1. Detopia kann die Probleme lösen.

  2. Detopia ist eine zeitweise Vereinfachung der Studien von Rudolf Bahro (insb. Logik der Rettung, 1987) und Marko Ferst (insb. Plädoyer für ein zukunftsfähiges Kultursystem, 2002) - und anderer, die ich später aufführe.

  3. Detopia dient dazu, ins Gespräch zu kommen und auch in die 'Apothekenrundschau' (auflagenstärkste Zeitschrift in der Bundesrepublik)

  4. Detopia soll in der Hauptsache die menschliche Vernunft befreien. Der Mensch soll klug und weise werden.

  5. Falls der Mensch dann sagt: "Wir wollen die Apokalypse!" - dann kann er das mit Detopia kontrolliert regeln - mit viel oder wenig Schmerz und Leid, ganz wie er will.

  6. Detopia ist - somit - keine Ökodiktatur.

  7. Warum auch? Wo Detopia doch davon ausgeht: "Des Menschen Wille ist sein Himmelreich." - Nur: Der Wille soll 'befreit sein'. - Heute ist er gefangen. 

 

D

  1. Man kann sich Verschiedenes ausdenken, um den Einfluss des Geldes (des Kapitals bzw. des Megareichtums) auf die Politik und auf die geistige Gesundheit des Volkes zu verringern und zu begrenzen.

  2. Es wurde mit "Wegsteuern" probiert - im "schwedischen Sozialismus". Es wurde mit "Mitbestimmung" probiert und mit "Volksabtimmungen". 

  3. Die PDS/Linke ab 1990 hat darüber viel nachgedacht und Texte produziert. "Das Nebeneinander verschiedenener Eigentumsformen".

  4. Wir wissen immer noch nicht, wie der "wahre Sozialismus" funktionieren soll - vor allem eigentumsmäßig und machtmäßig.

  5. Ich sage heute - zur Güte und vorläufig, damit wir weiterkommen: Jeder Mensch bekommt/hat 1000 qm zu seiner persönlichen Verfügung. Dort kann er bauen. Dort kann er die Schätze lagern, die er aufheben will. (Es darf und gibt also durchaus materielle Ungleichheiten.) Dort kann er seine Notnahrung pflanzen, säen und ernten. 

  6. Diese 1000 qm sollen der Höchstbesitz sein. 

  7. Für alle bzw. jeden. Familien, Freundeskreise können die Zäune zwischen IHREN GRUND-STÜCKEN natürlich niedrig halten, mit vielen Durchgängen versehen.

  8. Dementsprechend: Damit es keine "Kapitalakkumulation" gibt, muss es einen Einheitslohn geben, für alle, auch für alle Politiker. 

  9. Das ist mein Modell vom Sozialismus. 

 

E

  1. Paralleler (Einzel-) Kapitalismus ist (leider) nicht möglich. Wenn der detopische Staat weiterhin am Weltmarkt teilnehmen will, dann braucht es die entsprechenden Produkte und auch eine erträgliche Arbeitsproduktivität. 'Alternativ' kann man bilateral versuchen, das zu erhandeln, was zu Hause nicht wächst.

  2. Man muss auf wirtschaftliche Autarkie vorbereitet sein und sie 'können'. Ich erinnere daran, dass es noch vor hundert Jahren an allen Stellen Europas 'Selbstversorgerhöfe' gegeben hat, die nur drei Dinge von außen dazukauften (was sie nicht selbst herstellen konnten oder wollten; eines davon waren Streichhälzer).

  3. Aber, mein Gott: Man kann auch eine ordentliche detopische Industrie entwickeln, so dass nicht jede Region ihr Toilettenpapier selbst herstellen muss.

  4. Ich finde, dass ist eine einfache Aufgabe.

  5. Das Hauptproblem erscheint den Leuten: Arbeitslust? Arbeitsfreude? Arbeitsdisziplin? 

  6. Ich würde das so lösen: Drittelung der Arbeitszeit. 

  7. Wenn jemand ein Drittel seiner Arbeitszeit normal und ordentlich 'für den Staat' arbeitet, dann bekommt er 1000 Mark (im Monat). Kein sozialistischer Wettbewerb. Kein klösterlicher Arbeitsethos. 

  8. In einem zweiten Drittel arbeitet Mann/Frau regional in selbstverwalteten Betrieben. (ohne staatliche Planwirtschaft). Das ist dann 'sozialistischer Kapitalismus'. Hier 'lohnt sich Leistung'.

  9. Und im dritten Drittel arbeitet er lokal zu Hause oder mit Nachbarn an der eigenen Nahrungsmittelproduktion bzw. an der Verschönerung von Haus und Dorf und Städtchen.

 

F

  1. Das ist alles utopisch. Das ist unrealistisch. Das ist idealistisch.

  2. Kann man das Volk dafür begeistern? Wie?

  3. Kann man sich gegen die besitzende Klasse durchsetzen? Ja, selbst normale Bauern wären dagegen.

  4. Kann man sich international durchsetzen, wo doch Agrarland und Stadtflächen auch 'ausländischen Investoren gehören'?

  5. Die Schwierigkeiten sind groß, sehr groß, riesengroß.

  6. Aber ein gesundes Volk würde sie einfach anpacken und das Knäuel Schritt für Schritt auflösen. 

 

G

  1. Der Sinn dieser Datei ist hauptsächlich, dem Leser eine Vorstellung von detopia und Detopia zu geben.

  2. Ein detopischer Entwicklungsweg kann auch anders aussehen, nur die Hauptsache ist wichtig: Die freudige politische Teilnahme von allen.

  3. Dazu muss es unbedingt Einflussnahme bzw. Mitbestimmung geben, kurz: Demokratie. Denn wenn des Menschen Wort nicht gehört wird (keine Rolle spielt), dann wendet sich sein wacher Geist anderen Dingen zu. (Er interessiert sich nicht mehr für Politik.)

  4. Insofern ist etwas detopisch, was nicht in engerem Sinne zur Gesellschaftsordnung Detopia führt. 

 

H

  1. "Aliens": Andersdenkende, Andersglaubende, 'Neoliberale', Optimisten:, Zukunfts-, Fortschritts-. Aber auch Links- und Rechtsextremisten mit ihren eigenen Feind- und Zukunftsbildern.

  2. Es gibt viele Druckerzeugnisse von ihnen.

  3. Ich will ihnen letztendlich nicht widersprechen. In ihrem schmalen Ausschnitt haben sie recht bzw. fehlen mir die Argumente.

  4. Genauso wie das breite Volk, so müssen auch sie selbst an ihrer Einstellung arbeiten. (bzw. an ihrer Wahrheit, Wirklichkeit und Weisheit).

  5. Bei detopia.de habe ich einige Artikel (fremde und eigene), die etwa auf Dirk Maxeiner (Klimasonne, Zeitartikel 1997) und Matthias Horx (Klimaglaube, Weltartikel 2007) antworten. 

  6. Hinzu kommen zur insgesamten Verwirrung die häßlichen Texte im Internet, Verschwörungsglaube weltweit, reale mordende Attentate. Also alles ziemlich durcheinander. 

  7. 1998 hat Christoph Lauterburg in seinem wunderbaren Buch übersichtlich in Gruppen geordnet, wie die Anti-Ökologen vorgehen. (Seite 179: Teil 4: Fata Morgana oder: die Fähigkeit zu glauben. -- Kapiel 16: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf -- "Kein Problem", "Halb so schlimm", "Nichts bewiesen".)

  8. Die kapitalistischen Antiökologen bezahlen und 'unternehmen' "Denkfabriken", um ihre Ideologie glaubwürdig und glaubhaft auf der Welt zu verstreuen bzw. dem Bürger Sand in die Augen. 

 

 

Schlußbemerkung

 

Meine konkrete Jahreszahl (2050 und 2100) ist eine Schätzung: rein persönlich zwar, aber durch Sachliteratur untermauert. Das Tagesdatum dient dazu, deutlich zu machen: Der Tag wird kommen, wo nichts mehr rückgängig zu machen ist, also zu reparieren, zu reformieren. Der "1.1." kann auch der "3.3." sein. Wichtig ist nur, dass nicht der Tag gemeint, wo etwas geschieht, sondern wo es bereits geschehen ist.

Bei den Jahreszahlen muss definiert/diskutiert werden, woran man das bemisst bzw. bewertet. Ich bin der Meinung, dass durchaus in irgendwelchen Wäldern und Höhen sich Kleinvölker noch Jahrhunderte verstecken können und man dennoch davon sprechen kann, dass die "Menscheit ausgestorben" sei. Ich bewerte das an "Hochkultur", an Bibliotheken und Büchern, an Schulen und Hochschulen; an Weiterwentwicklung, an Fortschritt, an Menschenrechten, auch für Frauen, Kinder und Alte. Und auch an Unfallchirurgie, Schmerzspritze beim Zahnarzt, jederzeit ausreichend Trinkwasser und Seife.

Dementsprechend messe ich keine Bedeutung bei, wenn die jetzigen Megareichen unserer Erde, sich Überlebensbunker bauen. Oder Elon Musk seine Marsreklame. Es mag sein, dass das eine oder andere davon eine Weile lang funktioniert. Die Roboterkanonen werden es ermöglichen. Ein weiterer "Aufstieg des Menschengeschlechts" mit neuen Goethes/Shakespeares wird jedoch nur durch blinde Hoffnung glaubhaft.

 

 

 

 

Anhang: "Aliens"

  1. Es gibt noch kein eingebürgertes Wort, das die Bandbreite derer beschreibt. Sie reicht von .... bis...

  2. Das gemeinsames Merkmal ist, dass sie (nur oder hauptsächlich) auf Ökonomie und Technik setzen und die (unbegrenzte) Privatbesitzvermehrungsideologie vertritt, also die Sozialordnung ideal bzw. perfekt finden, unverbesserbar. Keinesfalls beabsichtigen sie, dort zu reformieren. 

  3. Manche gehen davon aus, dass alle anderen (insbesondere die Endzeitler und Untergängler) irgendwie nicht klar denken können. Sie wirken noch relativ liberal, umgänglich, diskussionswütig, lernfähig. (Beispiele: Maxeiner, Miersch, Horx)

  4. Andere gehen von "Interessen" aus und vom Geheimen und von "Verschwörungen". (Beispiele: Büso/LaRouche, ...)

  5. Wieder andere bezeichnen sich als "links". (Beispiele: Jutta Ditfurth, Oliver Geden).

  6. (Vielleicht kann man sogar die Evangelikalen (Unterform: Zeugen Jehovas, Bibelforscher) und die 'Wissenschaftliche Kirche' (Hubbard) hier - noch erweiternd -aufnehmen.)

  7. Soweit ich bescheid weiß, wurde schon auf alles genau genug und lange genug geantwortet - in Büchern, Artikeln und auf seriösen Webseiten.

  8. Nun sind die Aliens dran, zu 'widerrufen'. Es liegt in ihrer Verantwortung.

  9. "Fake News", "Hate speech" und "Verschwörungstheorien" sind insofern positiv zu werten. Sie zeigen uns nämlich, wohin alles führt. Es verschwindet nicht von alleine. Es wird größer.

  10. Zur Verschwörungstheorie: Spione im Militärwesen kennen wir seit dem antiken Rom. Ebenso lange schon "Spitzel" für die Zivilbevölkerung. In neuerer Zeit hat sich auch der Begriff "Aufklärung" etabliert. Und seit der Tscheka können wir von einem staatlichen und wissenschaftlichen unterstützten "Geheimdienst" sprechen. Hinzu kommt das kapialgesteuerte Geheime: Hearst. Hinzu Propaganda. Hinzu: Reklame.
    Genug, um im Volk den berechtigten Eindruck zu erwecken und zu hinterlassen: "Wir sollen und werden hinter's Licht geführt." Das ist die - berechtigte - Basis für die modernen Verschwörungstheorien. 

  11. In der modernen Verschwörungstheorie wird nun das Geheime als das weltgeschichtlich Wichtigere gedeutet. Das offen Liegende und Unbestrittene wird nicht oder als Unwichtiges zur Kennntnis genommen.

  12. Was-bedeutet-eigentlich-Verschwoerungstheorie   Heise, 20.03.2019 von A. Unzicker

  13. Das alles hat Auswirkung auf die ganz normale Argumentation, etwa in Sachbüchern. Aber wir sehen das auch direkt ausgesprochen in Movies, etwa bei youtube und auch im deutschen Republikfernsehen.

  14. Die Argumentation kommt manchmal so tief aus einer (neuen?) Ideologie, dass ich schon mehrmals ein ganzes Jahrzehnt benötigte, um das Gefühl zu haben: "Jetzt habe ich es begriffen, wie er das meint."

  15. Beispiele: Ederer in der Talkshow mit Rahmstorf 2007; Buch "Sackgasse Ökostaat" von 1990; Buch "Der tägliche Ökohorror" von 1997. H.v. Ditfurth gibt 1985 mehrere Beispiele dafür an, die auch ihn geschockt haben. Die Reaktionen auf Bahros Buch 1987 und nach seinem Tod 1997.

  16. Bis hin dazu, das Leute in Buch und Movie bei youtube sagen: CO2 ist unschädlich. Freispruch für CO2. CO2 hat keine Treibhauswirkung. Buch: "Der Treibhaus-Schwindel" (Thüne).

  17. Mittlerweile gehen die Anti-Klima und -Öko-Bücher in die Hunderte. Hinzu kommen die anderen Medien.

  18. Ein grundhaftes "Mem" (Horxwort), welches besonders deutlich immer bei den Büsos hervorgehehrt wird, sind ja DIE INTERESSEN. Ich vermute, nach Macht, Geld und Einfluss, usw. In diesen Broschüren wird immer vorausgesetzt, dass ich das weiß. - Dann wird vielleicht noch unterschieden nach privaten und einer IDEOLOGIE (also dass man irgendwie nicht mehr Herr seiner Sinne ist). Die Büso nehmen auch oft den "gesunden Menschenverstand" in Besitz (der meistens das sagt, was die Büsos glauben).

  19. Kurz: Aus irgendwelchen "Interessen" sprechen DIE APOKALYPTIKER. Ihr Ziel ist die Autogesellschaft zu zerstören und auf den Straßen Ökotümpel erblühen zu lassen, gegen die Industriegesellschaft zu kämpfen, den Massenwohlstand zu vernichten, eine Ökodiktatur zu errichten, auf jeden Fall immer: zu lügen und zu betrügen. Ganz schlimme Finger also, ohne Moral.

  20. Dagegen setzen die Aliens: Die Zukunft ist immer unbekannt. Sie ist immer unvorhersehbar und läßt sich deshalb nicht voraussagen.  -Horx ist hier inkonsequent, wenn er mit seinem "Zukunftsinstitut" Millionen verdient. Außerdem hat er keinen polemischen Artikel gegen den Film "2012" von Emmerich veröffentlicht. 

  21. Warnungen vor der jetzigen=schwarzen Zukunft wird mit Apokalyptik bezeichnet und damit gleichgesetzt. Schwarzseher sind Kassandras. Pessimisten. -- Fast immer tun sie das aus persönlichen Motiven, meist deshalb, um Bedeutung zu bekommen. (Sagen die Aliens, etwa Horx oben im Funkessay). 

  22. Aber Horx, etc. produziert auch nur mediales Gebimmel. Seine beiden Hauptbücher von 1997 und 2007 kann ich sprachlich nicht akzeptieren ("Die Zukunft wird flüssig.") Auch Maxeiners Buch von 1996 nicht. ("Der Traum vom Weltwochenende fällt aus.")

  23. Die Klimabücher von Flannery (2005) und Monbiot (2006) enthalten jeweils ausführliche Kapitel zu den Klimaverächtern. Das Umweltbundeamt betreibt über ein Jahrzehnt eine Webseite mit Antworten auf etliche Argumente. Man kann zwar mehr tun und noch mehr, aber nicht viel mehr. 

  24. Pessimismus = Hoffnungslosigkeit = Apathie = Lethargie = Niedergang? Das wird von den Ökoopimisten behauptet. Es ist aber im Großen und Ganzen falsch. Zumindestens was die Geschichte betrifft, und eben darauf berufen sich MMH. Die Generation "No Future" hatte eine ziemlich gute Zukunft. -- Und auch in Zukunft kommt es darauf an, etwas zu tun, was wirkt. - Aber auch das wurde schon oft diskutiert, sogar an höchster Stelle, nämlich in Büchern von Philosophen. Es gibt somit keine "Apokalyptiker", denn: ALLE "Apokalyptiker" - nochmal: alle - wollten eben diese (schlechte nahe Zukunft) verhindern. Das war der Zweck ihrer Rede. Sie liebten ihr Volk. Deswegen waren sie gar keine richtigen "Apokalyptiker". Während Matthias Horx im Deutschlandfunk stolz zu protokoll gab: "Ich war selber mal Apokalyptiker." 

  25. Ich bleibe jedenfalls bei meiner Aussage von A1. Mag sein, dass man 'uns Apokalyptikern' (besser: Melancholiker) das eines Tages verbieten wird. Von Staats wegen. Wegen der guten Stimmung.

  26. Und: Es gibt auch keine richtige Apokalypse, denn: SO VIELE  haben sie schon erfahren. Für SO VIELE ist sie schon Vergangenheit. SO VIELE haben sie nicht überstanden. Tausend. Millionen. In den Kriegen. Und auch heute um uns herum (noch: in anderen Erdteilen) erfahren stündlich einen Weltuntergang, ihren Weltuntergang, ihr vorfristiges Lebensende. 

  27. Die Apokalypse als plötzlicher und vollständiger "Weltuntergang" ist ein "Kulturprodukt", eine Idee, zuerst aus der Bibel, vorab den Evangelien. Der Niedergang der Menschheit kann auch in Schüben und Wellen und Teilschritten erfolgen. Und nach Dezimierungen können immer auch mal 'ein paar gute Jahrzehnte' folgen (so wie nach den Weltkriegen von allen gerufen wurde: "Nun aber (wirklich): Nie wieder Krieg!"

  28. Neben dem unbestrittend-schädlichen menschlichen Global-Handlungen ist es so, dass auch das Selbstverständlich-Normale des (zuerst nur) westlichen Menschen auslöschend wirkt. Also das ganze (tägliche) Beton-auf-die-Landschaft-gießen. Die ganze (tägliche) Hin-und-Her-Fahrerei. (Stichwort: Kaputtindustrialisierung) 

  29. Um das Jahr 3000 in guter Gesundheit zu erreichen, muss die Menschheit noch mehr tun, als nur das 1,5-Grad-Ziel umzusetzen.

  30. Letzteres würde für 2100 ausreichen, (aber nur) wenn die gemeinschaftliche Zusammenarbeit die angrenzende Bereiche umfasst. (z. B. die Weltwaffenproduktion auf ein ökologisch vertretbares Maß 'herunterfahren'.)

  31. Kurz - das, worauf ich (hier) hinauswill, ist: 
    Ökologische Warner (meinetwegen: Schwarzseher; meinetwegen: Kassandras; meinetwegen: Apokalyptiker) sind immer auch Kulturphilosophen. Sie 'sehen' die Zukunft, indem sie diese aus der Vergangenheit und Gegenwart ableiten. Nicht mehr und nicht weniger. 

  32. Wie wirkt die Warnung vor einer schlechten Zukunft? Apathie? Lethargie? Fatalismus? "Defätismus"? "Selbsterfüllende Prophezeiung"?

  33. Ich bin der Meinung, dass die ganze Abwiegelei genau in diese (schwarze, jetzige) Zukunft führt.

  34. Es gibt "Zwischenpersönlichkeiten" - Robert Jungk, Hans Jonas, auch Konrad Lorenz. Sie warnen vor Fatalismus. Sie suchen nach Positiven. Sie finden es und stellen es heraus. 

  35. Andererseits: Die ganze Apokalyptik hat ja nichts gebracht. Seit 50 Jahren werden solche Gesamtwarnbücher in deutsch und als kleinpreisig-bequehmes Taschenbuch publiziert. Den Anfang würde ich hier auf Hannes Alfven setzen (Die Menschheit der siebziger Jahre, 1969, deutsch: 1972). Es gab schon vorher 'Gesamtbücher', auch auf deutsch und billig. Im Zentrum stand die Ernährung, auch die Welternährung und der Weltkrieg. Das war in der Nachkriegszeit noch nicht so schnell und so richtig zu verstehen. (Gesamtbücher: Metternich 1947, Vogt 1948, Osborn 1948. Erweiternd: Wells 1945, Klages 1913, andere.)

  36. Die Mahnungen haben nichts gebracht. Die Menschheit will nicht hören. 

  37. Das ist okay.

 

 

Literaturempfehlungen:

 

Dr. Metternich 1947 - mit Vorwort von 1944 

 

heise.de/tp/features/Durchgreifende-Korrekturen-als-Frage-des-Ueberlebens  2019 von Peter Bürger

 

 

 

Anhang: Rudolf Bahro

  1. In mehreren Kapiteln (z.B. 2.8 und 3.6) der Biografie (2002 von G. Herzberg) ist Wesentliches zur Diskussion ("kontrovers", "umstritten") um den 'Bahroschen Weg' ("Rettungsweg") enthalten. Biografie-Bahro 

  2. Heute (2019) muss erneut festgestellt werden, was wichtig ist, was wie wichtig ist und in welcher Reihenfolge. (Prioritätenliste)

  3. Bahro hat insgesamt genug geschrieben, dafür, dass wir heute alles (genau genug) 'entschlüsseln', also verstehen können, was er meinte und was er wollte. Das ist zwar Arbeit, nicht nur/immer angenehme, aber es geht.

  4. Er ist heute immer noch ein Denker, der bislang nicht vollständig durch andere ersetzt wurde. Er ist noch unverzichtbar. Ein gewisser Teil seines Werkes wurde schon durch andere 'rezipiert', 'aufgearbeitet'. Diese anderen können wir dort lesen, wo wir mit Bahro nicht zurechtkommen, wenn wir uns nicht mit ihm und auf ihn einlassen wollen.

  5. Letztendlich geht es nur um die Prinzipien und Wirklichkeitssicht. Woher wir die haben - ist für die Praxis egal.

  6. Ja! Die Umwandlung des heutigen Wirtschaftssystems der Republik in eine 'nachhaltige' und 'zukunftsträchtige' ist schwerer vorstellbar als im Jahr 1900. Das stimmt. Das ist wahr.

  7. Es ist fast unmöglich, sich das vorzustellen. (Ein Scherz:) Man muss Bier trinken, dann geht es. (Das war ein Scherz!)

  8. Wie jetzt aber psychologisch 'aus der Nummer rauskommen' (ein Gottschalkwort, Audio)? Voll auf Horstmannposition gehen? (Fuller, Lauterburg, Löbsack, Gruhl, etc.) Audio

  9. Ich plädiere (was ist das?) für den detopischen Weg. Wir tun einfach so, als hätten wir noch Zeit.... genug ... im Überfluss. Und wir tun das Richtige. Die Wahrheit. Die Weisheit. Den gesunden Menschenverstand.

  10. Viele Wörter sind 'kontaminiert', vergiftet, verseucht. Für jeden ist das was anderes (Wahrheit, etc.) Bis hin: "Nur Gott kennt die ganze Wahrheit." (Menschen nie.) Alles schwierig. Nichts ist gut.

  11. Es kann nur eine Bewegung helfen. Hundert Menschen müssen sich finden und paddeln (oder segeln) und reden, reden und nochmals reden. 

  12. Und dann müssen immer neue Texte erarbeitet werden. Ja! Solange, bis der neueste Texte einem vorherigen gleicht.

  13. Für die Zusammenkünfte soll ein Kränkungstherapeut und ein Frustrationstherapeut beordert werden. Und verschiedene andere Therapeuten. Also kurz: Organisatoren, die Schwierigkeiten managen, wenn sich fremde Leute ab zu mal sehen, für ein Wochenende, für eine kleine Konferenz; wenig Geld haben; notgedrungen nicht in einer Kleinstadt wohnen - und große Aufgaben auf dem Tisch liegen (bzw. stolz den Rettungsweg beschreiten wollen). 

  14. Also kurz: Irgendjemand muss irgendwann mal mit irgendwas anfangen. Müsste. Das wäre gut. Auch gut für die Antiapokalyse.

  15. Und das kann ja nur 'ein runder Tisch sein' - mit Ausflügen in Umgebung.

  16. Natürlich: Ich kann heute gar nicht sehen, dass mehr als 10% der Bevölkerung zuhören

  17. Insofern sind detopische Aktivitäten 'rettungswegsmäßig' hoffnungslos, aussichtslos. Aber sie können für einen/eine selbst gut sein. Und sie können helfen, das Schlimmste - zu verschieben (zeitlich gesehen).

  18. Ich wollte mich hier kurz fassen, ein Überblick geben, sozusagen. Zu allem habe ich ausführlich beschrieben. Dieses Geschreibe wird jedes Jahr für einige Monate hier veröffentlicht - seit 15 Jahren.

 

 

Literaturempfehlung

 

Aufruhr der Mitte (Dänemark, 1978)  -  Mit den typischen 'Utopiefragen'. Volksnah beantwortet. Deeswegen verlinke ich gleich mal auf den Skeptiker 

 

Utopie und Freiheit - Über die Notwendigkeit, ins Offene zu denken   Vortrag von Prof. Strasser 2005  

 

 

 

Anhang: Luftfahrt

 

"Luftfahrtmessen" mit militärischen Kriegsgerät zeigen besser als anderes 'wohin der Hase läuft'. 

wikipedia  Luftfahrtmesse 

Vielleicht gibt es auch 'Panzermessen', 'U-Boot-Messen', 'Flugzeugträgermessen'. Die wären dann auch anschaulich.

Militärflugzeuge auf einem Haufen sind besonders anschaulich. Insbesondere, wenn sie marktschreierisch angepriesen werden, an kleine Staaten verhökert werden, die sich das kaum leisten können und wenn man dananch eine zusammenfassend-kritischen Bericht liest, wie teuer alles ist. Kurz: Wenn Atombomber als ganz normales Verkauftsprodukt behandelt werden. 

Nach einer solchen "Messe" muss man zu dem Schluss kommen, sich angeekelt abzuwenden.

Hier werden 'ungeheure' (also riesenhafte) Ressorcen -- nicht nur verschleudert, sondern regelrecht vernichtet.

Dazu eine aktuelle Vertiefung von Ulrich Teusch:

Über den Krieg als neue Kapital-Anlage':

('Geld heckt Geld.') :

heise.de/tp/features/Wenn-es-keine-Bedrohungen-gibt-dann-werden-sie-erfunden  

 

 

Zivilluftfahrt

istanbuls_neuer_flughafen_ist_in_betrieb_dlf.mp3  7.4.19, DLF 

Auch hier hören wir "Wohin der Hase läuft", also den Trend, den Megatrend. Also die staatliche 'Förderung' (=Antreiberei) der (Viel-)Fliegerei. Das alles wird zum Kollaps führen (Streiten wir uns nicht um das Datum). Ähnlich wie bei den Autos werden Treibstoffeinsparungen durch das Wachstum wieder 'ausgeglichen'. Und wie oben gesagt: Denken wir immer auch an jene Motoren, die wir selten oder gar nicht sehen/hören - beim Militär, Riesensschiffe, Raumfahrt. (In Nachttieffliegergebieten wissen sie, was ich meine.)

 

 

Und nochmal: Der Flugverkehr zerstört die Umwelt 

 

 

Anhang: Kölner Kongress 2019 - Von der Zukunft erzählen

Zukunft heißt, im Heute vom Kommenden zu erzählen. Die Plots dieser Erzählungen, etwa die Machtergreifung einer Künstlichen Intelligenz, die Besiedelung ferner Orte mit besserem Leben, die Unsterblichkeit unserer Körper, klingen zumeist neu und aufregend – und doch gehören sie zu den ältesten der Menschheit.

Von Daniel Hornuff, Funkessay, 17.03.2019, DLF

 

 

 

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www.detopia.de