Jörg Phil Friedrich (2019)

Was kommt nach
dem Klimawandel?

Eine Spekulation

 

eBook bei Heise-Medien,
November 2019, 80 Seiten

wikipedia.Autor *1965 in Wolgast

DNB.Autor 

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detopia:

F.htm    Klimabuch 

J.Heimrath: Postkollapsgesellschaft

AndreasMeißner    David.Wallace-Wells

Autor: 

Jörg Phil Friedrich ist Diplom-Meteorologe und Philosoph mit dem Abschluss Master of Arts.  Er schreibt zu politischen, gesell­schaftlichen und alltäglichen Fragen aus Sicht der Philosophie.

 Jörg Phil Friedrich ist am 20. Januar  Gast im Telepolis-Salon

mit Video 75 min: heise.de/tp/features/
Nach-dem-Klimawandel-kommt-das-Klimachaos

 

 detopia-2020 zum Video, zum Buch und zu den Artikeln:

Das Gespräch ist 'ganz normal', wie eine Plauderei.

Ich kann mir nun mehr unter dem Autor vorstellen. (Ich gebs ja zu: ein Östler hat bei mir - immer noch - einen Glaubensvorschuß).

Das Verständnis des Buches wird jedoch nicht vertieft; was auch nicht nötig ist, denn es ist klar geschrieben.

Obwohl scheinbar das ganze Buch wortgleich in den Artikeln veröffentlicht wird, so ziehe ich das Buch vor, weil man sich in einem Stück darin vertiefen kann. Auch sind in den Artikeln zusätzlich Zwischenüberschriften, die eher verwirren, zumindest den Text 'spalten'.

 

Ich habe das Buch gern gelesen, denn es ist weniger 'apokalyptisch' als man denkt. Auf dem Bildschirm sind die 80 Seiten gut zu bewältigen (eBook-Format auf breitem Bildschirm). Es hat einen nicht-negativen Grundtenor. Man ist nicht "am Boden zerstört". Für mich stellt es sich durchaus besser als ganz-negativ dar. Friedrich lässt gewisse Aussichten offen.

Der Autor "erkauft" diese nicht-hoffnungslose Grundstimmung damit, dass er die Gesamtheit der Umwelt- und Gesellschaftsprobleme nur antippend berührt. Das war absolut richtig! Und ich werde hier an dieser Stelle auch nichts von marodierenden Banden, Atomwaffeneinsatz, durchsickernden Altlasten hinzufügen.

Für mich war ein Gedanke neu und wichtig: Die Menschheit kann durchaus noch lange leben. Sie wird nur wenig zivilisiert sein. Sie wird nur noch eine Kleinkultur haben. - Das wäre - m.E. - psychisch nicht schlimm, denn Kleinvölker und abgeschiedene Dörfer kamen damit gut zurecht. (Wenn man jeden Tag für den Lebensunterhalt 'roboten' muss, dann bleibt weder Zeit noch Antrieb für Museen und Oper.) Allerdings kann es sein, dass Schwermetalle und Kunststoffe in Luft, Wasser und Boden der Gesundheit mächtig zusetzen. Die gegenwärtige Lebenserwartung (samt Leistungsfähigkeit) wird sich wohl auf ein natürlicheres (geringeres) Maß einpegeln. Das muss nicht schlecht sein.

Insgesamt ist die Herausgabe des Buches sehr verdienstvoll - vom Autor und von Telepolis.

 

Ich muss aber noch sagen, dass das Buch auch eigenartig ist, denn: es gibt dort keine Empörung. Und auch das milliardenfache Leid wird nur angedeutet. Wahrscheinlich geht es nicht anders. 'Alarmistische Betroffenheitsbücher der Gutmenschen' hatten wir schon genug. Sowas wird nunmehr ignoriert. Auch insofern: Die Zukunft wird schlecht - auch nach dem Klimawandel. 

 

 

 

Inhalt:

1  Vorwort
2  Verhinderung der Katastrophe ist kaum noch vorstellbar
3  Was Klimawandel praktisch bedeutet
4  Die Zeit der Zerstörung
5  Wie wir leben und sterben werden
6  Eine neue Erde
7  Was tun?


Verlagstext zum Buch = Vorwort

Es ist eine Illusion, weiterhin zu glauben, dass sich der vom Menschen verursachte Klimawandel noch aufhalten oder er wenigstens so weit abgemildern ließe, dass die Menschheit sich einigermaßen unbeschadet darin einrichten könnte. Nichts spricht heute dafür, dass die Klimaziele erreicht werden können, die uns vor einer Klimakatastrophe bewahren. Höchste Zeit also, sich der Zukunft des Überlebens der Menschen auf der Erde aus einer realistischen Perspektive zu widmen.

Dieses Buch stellt sich dem Problem des Überlebens im Klimachaos. Es geht davon aus, dass auch dramatische und rasante Veränderungen des Klimas nicht das Ende des menschlichen Lebens auf der Erde überhaupt bedeuten, wohl aber den Untergang der menschlichen Zivilisation und der "Menschheit", wie wir sie heute kennen und zum Selbstverständnis unserer Spezies gemacht haben.

Der Mensch kann sich unter den verschiedensten klimatischen Bedingungen einrichten, und auch die zukünftige Erde wird Bedingungen bieten, unter denen Menschen leben können. Allerdings wird die Phase des Klimachaos die meisten Infrastrukturen und sozialen Mechanismen zerstören, die das zivilisierte Leben in menschlichen Gesellschaften hervorgebracht hat und die dieses zugleich sichern. Es stellt sich die Frage, wie wir uns auf eine solche Zeit vorbereiten können, ohne die genauen Bedingungen heute schon vorhersagen zu können. Dazu gibt dieses Buch wichtige Impulse.

 


Friedrichs Klimaartikel mit "Triggerwarnung" von detopia (sicher ist sicher):

Teil 1   heise.de/tp/features/Klimawandel-Verhinderung-der-Katastrophe-ist-kaum-noch-vorstellbar 

Teil 2  heise.de/tp/features/Was-wandelt-sich-im-Klimawandel 

Teil 3  heise.de/tp/features/Zukunft-des-Klimas-Vom-Wandel-ueber-die-Katastrophe-ins-Chaos 

Teil 4  heise.de/tp/features/Leben-im-Klimawandel-Die-Zeit-der-Zerstoerung 

Teil 5  heise  Wie-Oekosysteme-im-Klimawandel-zerstoert-werden 

 


Triggerentwarnung  Wer sich nun beruhigen will ("nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird" gilt in Fastfoodzeiten vl auch für das Klima), der soll die tausend Kommentare lesen von den üblichen verdächtigen Alles- und Besserwissern (im Besitz der bauchgefühlten Wahrheit); auch altbekannte Profi-Trolle treiben dort ihren postmodernen und eventuell zukunftsvorbereitenden Schabernack, obwohl man sich dort mit Namen anmelden muss und schon jede zehnte Post kursivgesperrt gezeichnet ist. Allerdings: Ich adressiere keine (Schuld-) Vorwürfe an JENE. Ich kann nicht! Ich meine, Belege zu haben, dass der Volksunsinn schon in den sechziger Jahren da war. Insofern ist es kein neuer Unsinn. Es ist althergebrachter Unsinn. Weiterhin: In diesem speziellen Fall (der Kommentare zum Artikel) geht es ja nicht hauptsächlich darum, den Klima- und Umweltschutz (samt vermeintlicher Wohlstandsverluste) abzuwürgen. Hier geht es auch um ganz realpersönliche Existenzangst. Und wir wissen nicht, wie alt die 'Poster' sind und welchen Schulabschluss sie haben bzw. ob sie überhaupt schon Zeitlust im Leben hatten, ein Umweltsachbuch zu lesen. Das alles wissen wir nicht. Und was wir auch nicht wissen: Ob die Lebensumstellung im Klimachaos für die Erfahrung des eigenen Lebens wirklich als negativ erlebt wird. Es kann auch anders, besser, kommen. Hilfreich wäre dann auf jeden Fall mehr Gemeinschaftsgefühl (und -fähigkeit). - Das war ein Trost aus der detopischen Ecke.


 

 

Weitere Friedrichbücher:

 

Der plausible Gott

Welche Erfahrungen sprechen für die Existenz eines Gottes, und was kann man über diesen Gott sagen?

206 Seiten 

Angaben aus der Verlagsmeldung

Die Existenz eines göttlichen Wesens kann weder bewiesen noch widerlegt werden. Trotzdem gibt es Menschen, die innig an ein Wesen glauben, das Schöpfer des Universums und väterlicher Partner der Menschen ist, ebenso wie es Menschen gibt, die die Existenz eines solchen Wesens vehement bestreiten.

Das Buch "Der plausible Gott" zeigt, dass es zwar keine Beweise, aber doch gute Gründe gibt, an einen Gott zu glauben. Mit ihm wird verständlich, dass die Menschen als freie Wesen mit einem moralischen Gewissen, einem Sinn für Schönheit und einem Hang zur Wahrheit ausgestattet sind.

Die Naturwissenschaften stehen keineswegs im Widerspruch zur Existenz eines solchen Gottes. Vielmehr wird mit ihm verständlich, dass die Welt überhaupt Naturgesetzen gehorcht, die der Mensch verstehen und nutzen kann. Denn ein plausibler Gott schafft vernünftige Wesen als freie und schöpferische Geschöpfe, mit einer Vernunft, die seiner ähnlich, aber doch begrenzt ist.

Deshalb kann er ihnen auch nicht jedes Leid ersparen, auch wenn er sie mit der Fähigkeit ausstattet, Leid zu überwinden und die eigene Zukunft sowie die seiner Umwelt besser gestalten zu können. Die Frage nach Gott wird in diesem Buch nicht endgültig beantwortet, aber es wird gezeigt, dass es vernünftig ist, an sein Wirken zu glauben und davon überzeugt zu sein, dass dieser Schöpfer seinen Geschöpfen die Freiheit zur Gestaltung der Welt und die Verantwortung für das eigene Schicksal übergeben hat.

 

Ist Wissenschaft, was Wissen schafft?

Grundzüge der Forschung zwischen Geistesblitz und Großlabor

167 Seiten  2019

Angaben aus der Verlagsmeldung

Dieses Buch zeichnet die wichtigsten Ansätze nach, die in den letzten Jahrzehnten versucht haben, philosophisch verständlich zu machen, was »wissenschaftlich« eigentlich bedeutet.

Es gewinnt daraus einen neuen Ansatz für eine Wissenschaftsphilosophie des 21. Jahrhunderts, der die verschiedenen Strömungen von der Wissenschaftstheorie bis zur Wissenschaftssoziologie zusammenführt.

Auf dieser Grundlage diskutiert es die Fragen, ob einerseits die Wissenschaften wirklich wissenschaftlich vorgehen, um ihre Erfolge zu erreichen, und ob andererseits das, was sie hervorbringen, als Wissen gelten kann.

Dabei wird auch die Frage nicht ausgelassen, ob die Philosophie selbst eine Wissenschaft ist, die Wissen schafft.

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