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Abkürzungen

 

AdW  Akademie der Wissenschaften
AIM  Archivierter IM-Vorgang, auch IM-Vorlauf (passive Erfassungsart)
ASt  Akten der Abteilung I der General- bzw. Bezirksstaatsanwaltschaft /Antragsteller /Arbeitsstelle /Außenstelle

BGL  Betriebsgewerkschaftsleitung des FDGB/DDR
BIUF  Brandenburgisches Institut für Umschulung und Fortbildung
BKH  Bezirkskrankenhaus
BStU  Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (= Gauck-Behörde)
BV Bezirksverwaltung des MfS

DFA Dringende Familienangelegenheiten
DGP Deutsche Grenzpolizei
DVP Deutsche Volkspolizei

FDJ Freie Deutsche Jugend
FSU Friedrich-Schiller-Universität Jena

GI Geheimer Informator
GM Gesellschaftlicher Mitarbeiter
GMS Gesellschaftlicher Mitarbeiter Sicherheit
GVS Geheime Verschlußsache

HA Hauptabteilung
HVA Hauptverwaltung Aufklärung des MfS

IM   Inoffizieller Mitarbeiter
IMB  Inoffizieller Mitarbeiter mit Feindberührung
IMS  Inoffizieller Mitarbeiter im Sicherheitsbereich
IMV  IM mit vertraulichen Beziehungen zu im Vorgang bearbeiteten Personen (ab 1979 IMB)/IM-Vorlauf

JHS  Juristische Hochschule

KMHB Kriminelle Menschenhändlerbanden

MfS Ministerium für Staatssicherheit

KD Kreisdienststelle des MfS
KP Kontaktperson

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ND Neues Deutschland
NSA Nichtsozialistisches Ausland
NVA Nationale Volksarmee

OG Operationsgebiet
OibE Offizier im besonderen Einsatz
OSL Oberstleutnant des MfS
OM Operativer Mitarbeiter/Operatives Material »
OPK Operative Personenkontrolle
OV Operativer Vorgang

PGH Produktionsgenossenschaft Handwerk
PDS Partei des Demokratischen Sozialismus
PiD  Politisch-ideologische Diversion
POZW  Politisch-operatives Zusammenwirken
PZF Postzollfahndung

SaZ Soldat auf Zeit
SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
StUG Stasi-Unterlagen-Gesetz

VEB Volkseigener Betrieb
VIM Vorlauf IM
VKS Verwaltung Kader und Schulung des MfS
VP Volkspolizei
VPKA Volkspolizeikreisamt

WR Wachregiment

ZA Zentralarchiv
ZAIG Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe des MfS
ZK Zentralkomitee
ZMD Zentraler Medizinischer Dienst des MfS
ZOV Zentraler Operativer Vorgang

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Autorenverzeichnis

 

Behnke, Klaus
geboren 1950 in Teltow (DDR), nach einer kaufmännischen Ausbildung Abitur, dann Arbeit in der Psychiatrie im Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus in Berlin-Biesdorf und in einem evangelischen Heim für behinderte Kinder. Zwischenzeitlich Immatrikulation im Fach Psychologie an der Humboldt-Universität und deren Rücknahme wegen Angriffen gegen die SED. Nach dem Theologiestudium 1977 Ausreise nach West-Berlin und Einreiseverbot in die DDR bis 1989. Psychologiestudium an der TU Berlin und ab 1983 Tätigkeit als Psychologe in der Beratungsstelle »Treffpunkt Waldstraße«. Ausbildung zum Gesprächspsychotherapeuten und Psychoanalytiker. Ab 1992 Beratung von Akteneinsichtnehmern bei der Gauck-Behörde und Forschungsprojekt »Operative Psychologie«. Vom Staatssicherheitsdienst im OV »Demagoge« und später in West-Berlin in der Beratungsstelle bearbeitet (»Zersetzungsmaßnahmen«). Heute als leitender Psychologe und in freier Praxis tätig.

Fuchs, Jürgen
geboren 1950 in Reichenbach/Vogtland, Besuch der Oberschule, Abitur 1969. Grundwehrdienst von November 1969 bis April 1971. Studium der Psychologie von 1971 bis 1975 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 1971 literarische Veröffentlichungen. Freundschaft mit Wolf Biermann, Reiner Kunze und Robert Havemann; zunehmende Probleme mit Partei und Staatssicherheit. 1975 Lese- und Publikationsverbot in der gesamten DDR. 1976 politische Haft. Im August 1977 Abschiebung ohne Prozeß nach Berlin-West und Ausbürgerung, bis 1989 Einreiseverbot in sämtliche Ostblockländer, »Zersetzungsmaßnahmen« des MfS bis 1989. Seit 1977 als Schriftsteller und Psychologe in Berlin-West. Zahlreiche Veröffentlichungen im In- und Ausland (Prosa, Gedichte und Essays im Rowohlt- Verlag); Mitglied des bundesdeutschen PEN. Ab 1989 Mitarbeit in Bürgerkomitees zur Auflösung der DDR-Stasi. 1992/93 Recherchen in der Gauck-Behörde, Veröffentlichungen auch zu diesem Thema, u.a. im Nachrichtenmagazin Spiegel.

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Ash, Mitchell G.
geboren 1948 in New York, USA, 1972-1977 Studium der Geschichte und Wissenschaftsgeschichte an der Harvard University, 1982 Promotion im Fach Geschichte. Seit 1984 Assistant Professor, seit 1990 Associate Professor am Department of History, University of lowa, USA, 1990-91 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, 1992 Vertretung des Lehrstuhls am Institut für Wissenschaftsgeschichte der Universität Göttingen, 1993-94 Vertretung des Lehrstuhls am Insitut für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsforschung der Universität Wien. Zahlreiche Publikationen u. a.: Geschichte der deutschen Psychologie im 20. Jahrhundert. Ein Überblick (zusammen mit Ulfried Geuter), Opiaden 1985; Psychology in Twentieth-Century Thought and Society (zusammen mit William R. Woodward), Cambridge, New York 1987.

Baeyer-Katte, Wanda von
geb. von Katte, Studium der Philosophie, Psychologie und Geschichte, Dr. phil., zehn Jahre Dozentin für politische und klinische Psychologie an der PH Heidelberg. Von 1968-1990 Stadträtin. Publikationen: Das Zerstörende in der Politik, 1958; Angst 1978; zusammen mit Walter von Baeyer: Aufsätze zum Thema Terrorismus in wissenschaftlichen Zeitschriften und Publikationen. Mitbegründerin der Sektion Politische Psychologie im Berufsverband deutscher Psychologen.

Elmer, Karin
geboren 1940 in Stendal/Altmark, nach dem Abitur 1958 Ausbildung und Arbeit als Technische Assistentin für Meteorologie und Hydrologie in Gardelegen/Altmark, ab 1968 Theologiestudium in Halle, danach Vikariat in Halle, ab 1976 Pfarrerin in Ermsleben, Kreis Aschersleben, von 1982 Persönliche Referentin von Bischof Dr. Forck, Berlin. Von 1987 an Ephorin der Theologischen Ausbildungsstätte Sprachenkonvikt Berlin, seit 1991 am Theologischen Konvikt.

Hauksson, Halldór
geboren 1962 in Borgarnes (Island). Lebte bis 1985 in Island und arbeitete u.a. im rehabilitativen und suchttherapeutischen Bereich der psychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik Reykjavik. Studium der Psychologie an der Freien Universität Berlin. Arbeitet als Psychologe im »Treffpunkt Waldstraße«.

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Kratschmer, Edwin
geboren 1931 in Komotau/CSSR, 1945 Evakuierung nach Thüringen. Studium der Kunst, Psychologie und Literatur in Ostberlin, Greifswald und Leipzig. Promotion in Psychologie und Literaturwissenschaft. 32 Jahre Arbeit im Schuldienst. Herausgeber der Jugendlyrik-Anthologien Und Mut gehört zum Wort, Offene Fenster (8 Bände). 1983 Demissionierung aus dem Schuldienst (in Verbindung mit Stasi-Repressionen u.a. wegen Beziehungen zu dissidenten Autoren wie Jürgen Fuchs). Freiberufliche Tätigkeiten, u.a. als Galerist. 1990-1992 Gymnasialdirektor. Seit 1992 Lehrauftrag (Literaturwissenschaft) an der Universität Jena. Initiator der Jenaer Poetik-Vorlesungen, Buchveröffentlichung zur DDR-Lyrik: Ein Sündenfall der Lyrik, Jena 1994.

Loos, Herbert
geboren 1934 in Dresden, nach dem Abitur 1952 zwei Jahre Studium der Biologie, ab 1954 Studium der Humanmedizin in Leipzig, 1960 Promotion. 1962-1968 Facharztausbildung für Neu-rologie und Psychiatrie. Ab 1972 am Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Berlin-Herzberge tätig, bis 1990 Oberarzt, dann Chefarzt in der Psychiatrie. Veröffentlichungen u. a.: Psychiatrische Versorgung Berlins im 19. Jahrhundert, Berlin 1981 und 1984; Heil- und Pflegeanstalt Herzberge während des Faschismus, Berlin 1989; Psychiatrie in der DDR, Frankfurt/M. 1990; Anerkannte Unterordnung - ein Rückblick auf die Psychiatrieentwicklung in der DDR, Köln 1992, und ein übergreifender Beitrag: Lange Schatten über der Psychiatrie, in: Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten. Zur Psycho-Analyse deutscher Wenden, Berlin 1992.

Maaz, Hans-Joachim
geboren 1943 in Niedereinsiedel (ehemaliges Sudetenland), 1945 Umsiedlung nach Sebnitz in Sachsen, 1961 Abitur, 1962-1968 Medizinstudium an der Martin-Luther-Universität in Halle, 1969 Promotion zum Dr. med., 1974 Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, 1980 Facharzt für Psychotherapie, 1992 Psychoanalytiker. Seit 1980 Chefarzt der Psychotherapeutischen Klinik im Evangelischen Diakoniewerk Halle. Jetzt l. Vorsitzender der nach der Wende gegründeten Deutschen Gesellschaft für analytische

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Psychotherapie und Tiefenpsychologie und l. Vorsitzender des Mitteldeutschen Instituts für Psychoanalyse. Veröffentlichungen zu den Problemen der deutschen Vereinigung: Der Gefühlsstau, Berlin 1990; Das gestürzte Volk, Berlin 1991; Die Entrüstung, Berlin 1992; und zusammen mit Moeller: Die Einheit beginnt zu zweit, Hamburg 1991.

Müller-Enbergs, Helmut
geboren 1960, Diplom-Politologe, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Publikationen u. a.: Der Fall Rudolf Herrnstadt. Tauwetterpolitik vor dem 17. Juni, Berlin 1991; Von der Illegalität ins Parlament. Werdegang und Konzepte der neuen Bürgerbewegungen, Berlin 1992 (Mithg.); Was will die Bürgerbewegung?, Augsburg 1993 (Hg.); Das Fanal. Das Opfer des Pfarrers Oskar Brüsewitz und die evangelische Kirche, Berlin 1993 (Mithg.); IM-Statistik 1985-1989, Berlin 1994; DDR: Wer war wer? Ein biographisches Lexikon, Berlin 1994 (Mithg.).

Pahnke, Rudi-Karl
geboren 1943 in Berlin, Ausbildung zum Feinmechaniker, danach Theologiestudium an der Humboldt-Universität Berlin, 1965-1970 Vikar in Eberswalde, von 1972-1982 Pfarrer und Jugendpfarrer in Berlin-Prenzlauer Berg und Seelsorgeausbildung bei der Evangelischen Kirche. 1982—1988 Dozent in der Ausbildung von Sozialpädagogen/Sozialdiakonen, 1988-1991 Sekretär der Kommission für kirchliche Jugendarbeit (BEK); abl992 tätig an der Evangelischen Akademie Berlin-Brandenburg, Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs, Mitverantwortung für die Friedenswerkstatt; Jugendarbeit in der evangelischen Kirche; Veröffentlichungen zu Fragen der Theologie, Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, Kirche und Gesellschaft sowie Kirche und MfS.

Plog, Ursula
geboren 1940, Dr. phil., Diplom-Psychologin, Studium in Marburg und Hamburg. Tätigkeit in Heimen und der Universitäts-Klinik Hamburg. Nach dem Aufbau der psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle »Treffpunkt Waldstraße« im Rahmen der Modellforschung Tätigkeit bei der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen. Heute Leiterin der Tagesklinik in der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Berlin. Federführende Mitarbeit bei der Umgestaltung der psychiatrischen Versorgung in verschiedenen gesundheitspolitischen Gremien.

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Pross, Christian
geboren 1948 in Göppingen, bei Frankfurt/M. aufgewachsen, Studium der Medizin in Heidelberg, 1977 bis 1983 Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin an verschiedenen städtischen Krankenhäusern Westberlins. 1983 bis 1989 medizinhistorische Forschungsarbeit und zahlreiche Veröffentlichungen über Medizin in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus. 1987/88 ein Jahr als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der John Hopkins University in Baltimore/USA tätig. 1989 Leiter des Ausstellungsprojektes der Ärztekammer Berlin »Der Wert des Menschen - Medizin in Deutschland 1918-1945« zum deutschen Ärztetag in Berlin. Mitbegründer und Ärztlicher Leiter des Behandlungszentrums für Folteropfer am Klinikum Westend in Berlin.

Schmidt, Andreas
geboren 1962,1980 Abitur in Jena, Studium der Sonderpädagogik in Rostock; ab 1988 Lehrer für geistig behinderte Kinder, Auftritte als Liedermacher; während des ersten Absolventenjahres fristlose Entlassung aus dem Schuldienst aufgrund politischer Kontroversen, ab Herbst 1989 Mitglied des Bezirksbürgerkomitees Gera zur Stasi-Auflösung, derzeit Leiter der Außenstelle Erfurt beim Sonderbeauftragten für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen MfS (Gauck-Behörde). Veröffentlichungen u.a. in: Aktenkundig (Hg.: Hans Joachim Schädlich), Berlin 1993.

Simon, Annette
geboren 1952 in Leipzig, Studium der Klinischen Psychologie an der Humboldt-Universität Berlin. Von 1975-1991 Arbeit als Psychotherapeutin im Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie in Berlin-Herzberge, vorwiegende Arbeit mit psychotisch Erkrankten. Seit 1992 Arbeit in freier Praxis und Lehrtherapeutin für katatymes Bilderleben. Mehrere Vorträge und Veröffentlichungen zu den psychosozialen Folgen der deutschen Vereinigung-

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Süß, Sonja
geboren 1957 in Nordhausen/Thüringen, 1976 Abitur in Nordhausen, 1977-1982 Studium der Humanmedizin, 1988 Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, von 1989-1992 Wissenschaftliche Assistenz am Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften an der Universität Leipzig, seit Mitte der 80er Jahre aktiv in der Bürgerbewegung und ab 1990 in der Untersuchungskommission zur Frage eines politischen Mißbrauchs der Psychiatrie im Krankenhaus Waldheim/Sachsen. 1992 Dissertation (Dr. med.) über die Geschichte der Waldheimer Psychiatrie. Veröffentlichungen u.a.: Waldheim. Politischer Mißbrauch der Psychiatrie in der DDR und der schwierige Versuch der Aufarbeitung, Frankfurt/M. 1990; Das Krankhafte eindämmen. Hirnoperationen und Kastrationen in der psychiatrischen Klinik Waldheim, Frankfurt/M. 1990; Psychiatrie und Staatssicherheit, Berlin 1991.

 

Wolf, Edith
geboren 1942 in Berlin, 1961-1966 Studium der Psychologie an der FSU Jena, danach Aspirantin und Assistentin. 1969 Dissertation A (»magna cum laude«), FSU Jena und ab 1971 als wissenschaftliche Oberassistentin verantwortlich für die Lehrfächer Persönlichkeitspsychologie und Motivationspsychologie, 1977 Facultas docendi für Allgemeine Persönlichkeitspsychologie, 1979 Streichung von der sog. Berufungskaderliste auf Beschluß der Parteileitung, danach zunehmende Leistungsbehinderungen, fachliche und persönliche Diffamierungen, massive Versuche, sie von der Universität zu vertreiben. 1987 Dissertation B, HU Berlin, danach in Jena intensive Suche nach Formfehlern und erneute Festlegung der Parteileitung, keine Berufung. 1991 positives Votum bei der uni-internen fachlichen Evaluierung, trotzdem wird die C 3-Professur für Persönlichkeitspsychologie bundesweit ausgeschrieben. 1993 Kündigung wegen angeblich »mangelnder fachlicher Qualifikation«, seitdem Rechtsstreit.

 

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