Wilhelm Treue

Kulturgeschichte 

des Alltages

 

 

 

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*1909 in Berlin bis 1992 (83)

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Geschichtsbuch 

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Aus Wikipedia 2019

Treue, Sohn eines Unteroffiziers, studierte seit 1928 an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin Geschichte und Biologie. Wichtige akademische Lehrer waren Ernst Perels, Hermann Oncken und vor allem Fritz Hartung. Im Jahr 1932 promovierte er zum Dr. phil. bei Fritz Hartung über <Die deutsche Landwirtschaft zur Zeit Caprivis und ihr Kampf gegen die Handelsverträge>. 

Treue habilitierte sich 1937 an der Philosophischen Fakultät der Berliner Universität zum Thema Wirtschaftspolitik und Wirtschaftszustände in Preußen 1815-1825, ohne damit aber die Lehrbefugnis zu erhalten (weil er keiner NS-Organisation angehörte).

In den 1930er Jahren arbeitete Treue zeitweilig als Redakteur für die Verlage Ullstein und Propyläen, später war er bei der kriegsgeschichtlichen Abteilung der Kriegsmarine tätig. Kurz unterbrochen durch aktiven Militärdienst 1939, lehrte er seit 1943 an der Marineschule in Mürwik in Flensburg-Mürwik Seekriegsgeschichte.

In der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war Treue in gewissem Umfang Vertreter einer betont unpolitischen Wissenschaft, der für eine rasche Integration von nationalsozialistischen Mitläufern eintrat. Er gehörte in Göttingen allerdings neben anderen jüngeren Historikern wie Werner Conze und älteren Kollegen wie Hermann Heimpel oder Percy Ernst Schramm zu einem Kreis, der wichtige Überlegungen zu einem methodischen Neuanfang des Faches nach dem Nationalsozialismus anstellte. Dass er sehr wohl auch politisch war, zeigen seine Äußerungen zum ersten deutschen Historikertag nach 1945. Er kritisierte das Fehlen einer grundsätzlichen Stellungnahme zu den „Umwälzungen“ der letzten Jahre.[1] Auch in seinen Büchern setzte er sich mit dem Nationalsozialismus auseinander. 1952 gab er zusammen mit Günther Frede den Band Wirtschaft und Politik 1933–1945 heraus, der auch in einer Ausgabe für Lehrer erschien. In seinem 1957 erschienenen Buch Kunstraub beschäftigte er sich in dem Kapitel Kunstraub am eigenen Volk und an fremden Nationen als einer der ersten Historiker mit dem Thema des nationalsozialistischen Kunstraubes.

Zwischen 1958 und 1985 war Treue nebenberuflich Leiter des Hausarchivs der Privatbank Sal. Oppenheim.[2] 1983 veröffentlichte er in der Zeitschrift für Unternehmensgeschichte das Buch Das Schicksal des Bankhauses Sal. Oppenheim junior & Cie. und seiner Inhaber im Dritten Reich. Seine Mitarbeiterin Gabriele Teichmann wurde um 1989 seine Nachfolgerin.

Als Dozent lehrte Treue in Göttingen, Würzburg, Oxford, an einer Universität in Südafrika und in Hannover. Dort erhielt er 1948 zunächst eine außerordentliche Professur. Seit 1954 hatte er den Lehrstuhl für Geschichte inne und war gleichzeitig Direktor des Historischen Seminars. Beide Funktionen übte er bis zu seiner Emeritierung 1975 aus. Seit 1978 lehrte Treue noch einmal zehn Jahre als Honorarprofessor in Salzburg. Am 11. Dezember 1984 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg verliehen.

Die wissenschaftlichen Interessen Treues waren vielfältig. Sie umfassten Technik-, Wirtschafts-, Politik-, und Kulturgeschichte. Besondere Bedeutung maß er der Förderung der Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte bei. So gründete er 1955 die Zeitschrift Tradition. Zeitschrift für Firmengeschichte und Unternehmerbiographie. Diese ging auf Treues Bestreben hin 1974 in der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte auf, die die Herausgeberin der Zeitschrift für Unternehmensgeschichte ist.

Auch an der Gründung des Arbeitskreises für moderne Sozialgeschichte war Treue beteiligt. 1968 wurde auf seine Anregung von Vertretern der Wissenschaft und der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Studienkreis Rundfunk und Geschichte gegründet, dessen Vorsitzender er lange Jahre war. 

Treue verfasste Firmengeschichten unter anderem für die MTU Friedrichshafen, für Sal. Oppenheim und für Esche Schümann Commichau. Die ihm gewidmete Festschrift <Wissenschaft, Wirtschaft und Technik. Studien zur Geschichte. Wilhelm Treue zum 60. Geburtstag> wurde von Karl-Heinz Manegold herausgegeben und erschien 1969 in München.

 

 

 

 

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