deto 

Die Erdfrau

Nebenseite

Utopiestart 

Hier soll Allgemeines stehen

Zur Einführung

Außerdem ist unten ein Parkplatz (für Text)

 

 

 

Orwell:

 

"Wenn Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen das zu sagen, was sie nicht hören wollen."

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"Glück zu beschreiben, ist bekanntlich schwer und Schilderungen einer gerechten wohlgeordneten Gesellschaft sind nur selten verlockend oder überzeugend. Den meisten Schöpfern "beliebter" Utopien geht es darum, zu zeigen, was das Leben sein würde, wenn es mehr ausgelebt werden könnte."

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Ein Sozialist ist heutzutage in der gleichen Lage wie ein Arzt, der einen beinahe hoffnungslosen Fall behandelt. Als Arzt ist es seine Pflicht, den Patienten am Leben zu erhalten und daher davon auszugehen, daß der Patient mindestens eine Aussicht auf Genesung hat. Als Wissenschaftler ist es seine Pflicht, sich mit den Tatsachen abzufinden und daher zuzugeben, daß der Patient wahrscheinlich sterben wird.  Unsere Tätigkeiten als Sozialisten haben nur einen Sinn, wenn wir annehmen, daß der Sozialismus errichtet werden kann, doch wenn wir innehalten, um zu überlegen, was wahrscheinlich passieren wird, dann müssen wir meiner Ansicht nach zugeben, daß die Umstände gegen uns sind.  Wenn ich ein Buchmacher wäre, der bloß die Wahrscheinlichkeit berechnet und seine eigenen Wünsche außer Betracht läßt, würde ich darauf setzen, daß die Zivilisation innerhalb der nächsten paar hundert Jahre zugrunde geht.

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Sämtliche Linksparteien in den hochentwickelten Industrieländern beruhen im Grunde auf einem Schwindel, weil ihre Tätigkeit darin besteht, gegen etwas zu kämpfen, das sie in Wahrheit gar nicht zerstören wollen.  Ihre Ziele sind international, und gleichzeitig treten sie für die Aufrechterhaltung eines Lebensstandards ein, der mit diesen Zielen unvereinbar ist.  Wir alle leben von der Ausplünderung asiatischer Kulis, wobei diejenigen, die »aufgeklärt« sind, die Befreiung aller Kulis fordern. Unser Lebensstandard jedoch und damit auch unsere »Aufgeklärtheit« hängen von einer fortgesetzten Ausplünderung ab.  Human Gesinnte sind immer Heuchler.

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Linke Regierungen sind für ihre Anhänger fast immer enttäuschend, weil selbst wenn der versprochene Wohlstand verwirklicht werden kann, immer noch eine unerfreuliche Übergangszeit überwunden werden muß, von der vorher nie oder kaum die Rede war.

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Vielleicht ist das Ziel des Sozialismus nicht eine vollkommene Welt, sondern eine bessere. Alle Revolutionen sind fehlgeschlagen, aber nicht alle im selben Ausmaß.

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Quelle: Diogenesverlag. Dort auch die wiss. Quellenangabe, die ich hier weggelassen habe.
Orwell starb am 21.1.1950. Diese Notizen machte er ab 1942.

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detopia-2019:

 

 

Auf der Suche nach einer Gesellschaftsordnung für eine humanistische Zukunft.

Welche "Bausteine" werden für eine friedliche Gesellschaft (Ordnung, Zukunft, Kulturform, "System", Staat) benötigt?

 

  • bestehend: aus vielen alten Elementen (Zutaten) 

  • beruhend: auf Gleich­besitz und Weis­heit 

  • Sinn: eine humanistisch-lebens­werte Zukunft 

  • Zweck: Ökopax, Survival und Wohlbefinden

  • für eine Industriegesellschaft und eine Massengesellschaft 

  • durch eine Volks­verfass­ungs­abstimm­ung (Gesellschaftsvertrag) geschaffen 

 

Eine genügende Utopie verlangt viel von den Menschen. Sehr viel. Zuviel. Mehr, als sie leisten können. Vor 40 Jahren drückte es Günter Gauß im Gespräch mit Rudi Dutschke noch extremer aus: "Welche Grund­eigen­schaften müssen aus den Menschen  heraus­operiert  werden, damit sie das leisten können, was Sie von ihnen erwarten?" 
=> "Sagen Sie mir Herr Dutschke...."  

 

Meine Nachbarin W. drückt das Problem auch prägnant aus: "Der Mensch ist nicht sozialistisch." 

In diesem Sinne las ich auch einen Leserbrief an eine Zeitung (1998).  

 

Aber ist denn die Sache damit erledigt? 

War es das ("gewesen")? Gibt es nichts mehr zu sagen? Zur Erinnerung: Wir suchen - immerhin "nur" - was zum Überleben: eine Methode, ein System. eine Ordnung. Nicht wegen der formalen Gerechtigkeit; weil wir nur neidisch sind auf die da oben mit ihren Millionen; nicht den oft gelobten "Kleinsten Gemeinsamen Nenner" suchen wir - sondern den "Genügend Großen Gemeinsamen Nenner". 

 

Und zwar wegen dem alten Ideal der "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" (moderner: freiheit, gerechtigkeit, freundschaftlichkeit) (denn diesen Wunsch hat wohl heute keiner mehr; außerdem genügt er nicht.)  Sondern: "Wir wollen einfach nur glücklich sein." - womit ich zum Ausdruck bringe, dass wir ideologisch nochmal zweitausend Jahre zurückgehen müssen, damit wir wieder Denklockerheit erwerben (bzw. die Denkblockade überwinden). Kurz: Wir beschreiben eine richtigere Gesellschaftsordnung. Sie darf "Vielweiberei" beinhalten, aber sie muss auch wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. 

In erster Linie interessieren 'liebe Utopien zur Gesellschaft' ("positive"). Aber die sind schwer zu finden. So habe ich auch 'Artfremdes' untersucht, die 'Antiutopien' (oder 'Dysutopien'), 'Vermischtes' , technische Fantasien, ja: Science Fiction - und die Belletristik und Mythologie (Volksmärchen) allgemein. Selbstverständlich drücken sich 'ehrliche Utopien' nicht vor dem Ernst der Lage und um die Notwendigkeit der Utopie.

Sind "Anti-Utopien" hier nötig?  

detopia weist darauf hin, dass Texte "von links" bei der Zustandskritik, wenn "es gegen den Kapitalismus geht" oft klarer sind, als welche "von grün" oder welche "von liberal". Daher werden sie hier gern benutzt. Nichtsdestotrotz leiden die Linken mehr denn je unter Abweichen, Austreten, Neugründen  (Kleines KPD-Brevier - Spaß muss sein)

Aber natürlich gibt es außer den zahlreichen KPs noch mehr "linke Positionen". Da ist die Links-Partei mit vielen "Plattformen". Eine weitere "party" kennt man unter "Ökolinkx", andere unter "marxistische Erneuerung", usw. 

Spaß beiseite: Es ist ein Grenzstrich nötig zwischen Utopie und "fantasy/SF" allein schon wegen der Materialfülle, aber auch wegen der Verwässerung. Hier vertrete ich eine Position in Richtung D. Kesten - wobei es mir darauf ankommt, dass moderne "SF-Produkte" nichts Neues zu den Sozialbeziehungen beitragen.

Utopien gibt es von Anfang an. In moderner Zeit war wohl Lewis Mumford der erste, der von einem neutralen Beobachterstandpunkt aus, einen Überblick und eine Systematik versuchte. Das war vor 100 Jahren (1922). Heute sind wir in einer ungleich besseren Lage. Wir haben sogar einen "Utopieprofessor" (Saage in Halle) und zusätzlich viele Schriftsteller (J. Strasser), die sich für dieses Thema interessieren und uns ihre Suchergebnisse sprachlich ansprechend mitteilen. 

Die neuen elektronischen Instrumente (Digitalisierung, Internet) erleichtern und beschleunigen. So können wir heute (fast) sagen: "Wir wissen alles über die Utopien der Vergangenheit." oder "Alles, was jemals ein Mensch über eine <bessere Welt> fantasiert hat und aufgeschrieben wurde, all das wissen wir nun." 

Auf der anderen Seite haben es sich die Utopisten leicht gemacht. Den unangenehmen Fragen sind sie ausgewichen. Soweit mein Resümee nach zehnjähriger Durchsicht der Utopien nach etwas, was uns heute hilft. Konkreter: Es geht um die - ritualisierte - Konfliktlösung zwischen Menschen, und es geht um das große Ziel... früher eines Volkes, Nation bzw. heute der Menschheit. Oder: wenn wir in die Weltrunde blicken,  sehen wir, dass die Religionen und alle großen Ideologien den Kinderreichtum gutheißen und damit - auch zusätzlich fördern. 

Ein weiteres Problem packt uns allein vom Wort Utopie her. Die korrekte Übersetzung heute wäre wohl: "Eine künstliche Gesellschaftsordnung" - oder moderater "Ein zeitgemäßes Kultursystem". Und wir setzen hinzu: "... für Deutschland", denn eine Weltutopie sich auszudenken, wer will das schon? 

 

Kleine Losungen und Schlagzeilen (und wenn man so will: Reklamesprüche):

 

Gegen die Privatbesitz-Vermehrungs-Ideologie durch Gleichbesitz-gesellschaftsordnung 

Tausend Texte für Deutschland, für die Allgemeinbildung und das Bürgerwissen

Das volksverständliche Buch ist das Hauptmittel zur Verständigung über Ursache und Ausweg aus der Krise. 

"Glaube und Liebe und Hoffnung sollen nie aus meinem Herzen weichen. Dann gehe ich, wohin es soll, und werde gewiss am Ende sagen: Ich habe gelebt." (Friedrich Hölderlin) 

"Alle Bücher, die ich gelesen, haben mir den Trost nicht gegeben, den mir dies Wort der Bibel gab: <Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln!> (23. Psalm)."  (Immanuel Kant)

Detopia  Ø  Klassiker der Ökoliteratur. Ganz normale und ganz radikale Umweltbücher.

Das populär-wissen­schaft­liche Sach­buch über den Fortschritt in die Zukunft gibt Auskunft bis 2099.

Das Ökobuch im Wandel der Zeit: solide und seriös, glaubwürdig und glaubhaft, alternativlos und nachhaltig.

Über Frieden, Survival, Sozialismus, Utopie, Zukunftsforschung, Umweltpolitik und politische Ökologie, die Grenzen des Wachstums, Global 2000 und den Club of Rome.

 

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Bahro:

 

"Wir hören nicht gern, wenn jemand ansetzt [anfängt mit]: "Kriege hat es immer gegeben ..." Dabei ist es nur zu wahr. Soll der dritte Weltkrieg ausfallen, soll nicht die halbe Menschheit verelenden, ein großer Teil verhungern, soll der endgültige Kollaps der Umwelt abgewendet werden – müssen wir uns über die bisher bekannten Gesetze menschlicher Geschichte erheben. Es ist unser Industriesystem, unsere industrielle Lebensweise selbst. Laßt uns darüber nachdenken, wie wir uns unabhängig von der Großen Maschine nähren, wärmen, kleiden, bilden und gesund erhalten können. Beginnen wir daran zu arbeiten, ehe sie uns vollends durchgesteuert, einbetoniert, vergiftet, erstickt und eher früher als später atomar totalvernichtet hat." (Nach Rudolf Bahro 1987 im Vorwort)

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"Wahrscheinlich ist die Wahrheit so ärgerlich einfach und immer wieder von Weisen, Propheten, Heiligen, Dichtern ausge­sprochen, von pessimistischen Konservativen und vom konservativen Volksmund wiedergekäut worden, daß wir uns nicht getrauen, sie anzunehmen – zumal wir die Konsequenzen fürchten (die allerdings nicht in den Lösungen irgendeiner Traditionspartei bestehen werden, wo doch frühere Zustände und Werte immer Wegmeilen auf die heutigen hin gewesen sind): Die ökologische Krise ist vor allem eine Krankheit des menschlichen Geistes, besser gesagt unserer gesamten Psychodynamik." (Rudolf Bahro 1987, S.104)

 

 

 

Was ist Frieden?   

 

Frieden 

"ist der ideale Zustand, in dem die Menschen nicht Gewalt gegeneinander anwenden — auch nicht versteckt und indirekt — und in dem sich jeder so entwickeln kann, wie es zu seiner Zeit durchschnittlich möglich ist. Da sind also Freiheit und Gerechtigkeit mitgemeint. Da ist auch zwischenmenschliches Gleichgewicht mitgemeint.

Auf den ersten Blick geht das zu weit. Wollen wir denn nicht zufrieden sein, wenn uns keine Atombomben und auch keine "normalen" Panzergranaten umbringen? Wenn auf der Südhalbkugel nicht jährlich mehr Kinder Hungers sterben (letztes Jahr 14 Millionen), als es in einem Jahr des zweiten Weltkriegs Tote gab? Und wenn uns nicht demnächst der Sauerstoff zum Atmen ausgeht?

Aber entgehen wir alledem, wenn wir ansonsten weitermachen wie bisher? Wir haben der ganzen Welt gezeigt, was und wieviel man haben muß. Wie kann es gut ausgehen, wenn immer mehr Menschen von unserer endlichen Erde immer mehr pro Kopf verbrauchen, zerstören, vergiften, wie wir es vormachen? Darüber müssen wir untereinander und mit der Natur zusammenstoßen.

Wir hören nicht gern, wenn jemand ansetzt: "Kriege hat es immer gegeben ..." Dabei ist es nur zu wahr. Soll der dritte Weltkrieg ausfallen, soll nicht die halbe Menschheit absolut verelenden, ein großer Teil verhungern, soll der endgültige Kollaps der Umwelt abgewendet werden — müssen wir uns über die bisher bekannten Gesetze menschlicher Geschichte erheben.

Zuerst wäre zu lernen, und nicht allein fürs Militärische: Sicherheit suchen und Frieden suchen ist nicht dasselbe. Wer Sicherheit sucht, mißtraut und trifft Vorkehrungen, die wiederum das Mißtrauen des anderen nähren. Sicherheits­politik hat ganz offenbar dahin geführt, daß wir jetzt auf einem atomaren Pulverfaß sitzen. Sie soll die Gegenseite drohend abschrecken. Friedenspolitik würde die Drohung wegnehmen, zumindest verringern, und darauf vertrauen, daß dann auch die Bedrohung weggenommen, wenigstens verringert wird. Wer Sicherheits- und Friedenspolitik in einem sagt, täuscht, die ihm zuhören. Die bisherige Sicherheitspolitik ist Selbstmordpolitik.

Aber die neuesten Raketen verhindern, selbst die ganze Rüstung abschaffen wollen, damit sie uns nicht abschafft, genügt noch nicht. Wer nur das will und nicht mehr, wird nicht durchkommen. Man kann keine Hydra besiegen, indem man ihr einen und den anderen Kopf abschlägt, während ihre inneren Säfte stets neue Köpfe hervortreiben. Wollen wir dem Ungeheuer den Bauch aufschlitzen, damit es wirklich eingeht, müssen wir vor allem seinen Namen wissen.

Es ist unser Industriesystem, unsere industrielle Lebensweise selbst. Wir sind nicht per Zufall dazu gekommen. Es ist unsere Tüchtigkeit, Natur zu verändern schlechthin, die uns jetzt den Pferdefuß zeigt. Wir hatten einmal so viel Erfolg mit der Arbeit, uns die ersten Lebensmittel selbst zu produzieren. Seither wiederholen wir uns auf immer größerer Stufe, nach der Olympiaformel "Höher, weiter, schneller, besser!", vor allem: "Immer mehr!"

Hier in Europa haben wir das Nonplusultra gefunden, die Wirtschaftsweise mit dem schärfsten Antrieb und der fürchter­lichsten Effizienz, auf die wir so stolz sind ...

Das steckt so von Grund auf in all den Wachstumskurven, die seit 1750 nicht mehr wie zuvor unmerklich ansteigen, sondern plötzlich senkrecht in die Höhe weisen, daß es eher verharmlosend ist, irgendeine spezielle Rüstungs­produktion auf irgendein spezielles Profitinteresse zurück­zuführen. Es stimmt natürlich, aber es geht um mehr. Bisher dachten diejenigen, die enteignen und damit alles lösen wollten, keineswegs daran, die Große Maschine anzuhalten. Das Kapitalverhältnis ist nicht die letzte Ursache, sondern nur das jüngste Mittel der Expansion. Es ist bloß der höchste Ast an dem Baum der menschlichen Produktionsweisen, und es wird sich als ganz unmöglich erweisen, ihn für sich alleine abzusägen.

Friede verlangt, daß wir die ganze Zivilisation neu beginnen, die Quelle für die Konkurrenz um knappe materielle Güter halbwegs verstopfen, indem wir allen materiellen Verbrauch und alle materielle Produktion auf das für annähernd gleiche Befriedigung der natürlichen Grundbedürfnisse notwendige Minimum zurückführen. Goethe hatte seinen Faust sagen lassen: "Nach drüben ist die Aussicht uns verrannt: Tor! wer dorthin die Augen blinzelnd richtet... Dem Tüchtigen ist diese Welt nicht stumm." So ließ er ihn den Sumpf trockenlegen, der am Gebirge hinzog. Was nun, da wir damit zu Ende sind?

Wie es scheint, ist nach "drüben", "oben", "innen" und natürlich zum anderen Menschen hin die einzige Aussicht offen. Und wir müssen uns darauf konzentrieren, dort unsere Tüchtigkeit zu üben, weil es lebensgefährlich ist, weiter so viel Natur zu verändern, Wissen dafür aufzuhäufen und Schätze dabei zu sammeln. Halt! Nicht weiter! Jede neue Investition, nicht nur die in Raketen, ist teuflisch und tödlich zugleich. 

Der Friede beginnt damit, daß wir die Hände von dem größten Teil der Arbeit lassen, die die meisten von uns jeden Tag verrichten. Freilich hätten wir noch eine Weile mit dem Abbauen und Umbauen zu tun. Dort, wo die Pyramiden stehen geblieben sind, weil man sie nicht rechtzeitig abgerissen hat, leben keine Menschen mehr.

Resignieren nicht die meisten, weil sie Angst haben, durchaus möglichen Widerstand zu leisten? Mehr Angst vor dem täglichen als vor dem endgültigen Risiko? Ich denke an die Zeit des Widerstandes gegen Hitler. Wie wenig müßten die Bürger dieses Landes riskieren, um sehr wesentliche Veränderungen zu erreichen. Es müßten nicht mal alle zivil ungehorsam sein ... Wer jetzt nichts wagt, weiß nicht oder will nicht wissen, daß die Apokalypse höchst wahr­scheinlich ist, falls wir nicht allen Ernstes mit ihr rechnen und uns danach verhalten ... Wir müssen den Ausweg finden, und wir müssen so bedingungslos suchen, daß es schlimmstenfalls nicht an uns gelegen hat... 

Wir bilden uns nicht ein, die Taube auf dem Dach wird leicht zu fangen sein. Wir wissen nur, der Spatz in der Hand wird uns diesmal absolut nichts nützen. Was wir erreichen wollen, gleicht dem Versuch, eine Lawine zum Stehen zu bringen aus deren Innerem heraus. Wer den Vorgang von außen beobachten könnte, müßte diese Lawine wie von Geisterhand gebremst und angehalten sehen kurz vor dem Aufschlag. Das ist gegen das Gesetz der trägen Masse Beton und Stahl, die uns umhüllt. Also kann es nur eine Anstrengung aus dem Bewußtsein, aus den Seelen sein, eine so konzentrierte und von so vielen Menschen, wie sie in der Geschichte ohne Beispiel ist.

Wir müssen uns etwas vorstellen, wie den von Moses inspirierten Auszug aus Ägypten und wie die ersten Pfingsten nach der Auferstehung Christi — beides in eins gedacht und das durch die ganze Menschheit hin, beginnend aber in den reichen Ländern und vor allem in Europa. Denn wir waren der Zauberlehrling, der den Besen zuerst gerufen hat, uns machen sie alles nach, hier hat der Teufelskreis seinen Schwerpunkt, und unser Kontinent ist der verletzlichste.

Ich glaube, daß diese Umkehr möglich ist, weil der Mensch sich jetzt in seinem Selbsterhaltungstrieb bedroht fühlt. Da wächst die ursprünglich ohnehin in jedem Menschen vorhandene Neigung, sich einer letzten, äußersten Alternative anzuvertrauen, sei sie auch noch so ungewiß — weil nichts anderes mehr übrig bleibt. Die Entschließung kann plötzlich — morgen, übermorgen — über Millionen Menschen kommen und den Horizont des politisch Möglichen über Nacht erweitern. Kleinere und mittlere Katastrophen werden nicht verfehlen, uns an die Nähe der Zeiten zu erinnern.

Ich schlage vor, daß wir in Erwartung dieser Stunde jeder bei sich selbst und in seinem Umkreis die Unruhe und das Bereitsein nähren für die allgemeine Sinnesänderung. Entziehen wir der großen Maschine und ihren Dienern nicht nur unsere Wahlstimme. Wir müssen überhaupt aufhören, mitzuspielen, wo immer das möglich ist. Wir müssen allmählich alles lahmlegen, was in die alte Richtung läuft: Militäranlagen und Autobahnen, Atomkraftwerke und Flugplätze, Chemiefabriken und Großkranken­häuser, Supermärkte und Lernfabriken.

Laßt uns darüber nachdenken, wie wir uns unabhängig von der Großen Maschine nähren, wärmen, kleiden, bilden und gesund erhalten können. Beginnen wir daran zu arbeiten, ehe sie uns vollends durchgesteuert, einbetoniert, vergiftet, erstickt und eher früher als später atomar totalvernichtet hat."

 

Von Rudolf Bahro 

Text für den Deutschlandfunk

ca. 1987

 

 

 

 

 

Anhang

detopia-2019: Ich muss hier mal ein bisl was unterbringen, was mich woanders stört. Zeitweise, bis ich einen neuen Platz habe.

 

 

Nachrichten

Nach einer Umfrage spricht sich ein Drittel der Amerikaner für Präventivschläge, auch nukleare, gegen Nordkorea aus, Trump-Anhänger stehen besonders auf "militärische Lösungen"  #  26. Juni 2019 Florian Rötzer #  heise  USA-Schockierende-Bereitschaft-das-Toeten-von-Zivilisten-eines-Gegners-zu-befuerworten 

 

 

http://www.langelieder.de/literatur.html 

 

 

 

 

 

 

detopa-2019: 
Es gibt zwar viele Webseiten, die sich mit utopischen Themen beschäftigen, aber ich will keine angeben. Man weiß nicht, wo ein halbes Jahr später der Schwerpunkt liegt. Wikipedia ist ein guter Start. Und danach eine Googlesuche mit längeren Begriffen. Telepolis bringt immer viel zu Kapitalismus, Sozialismus und Utopie. Die Suchfunktion bei Heise/TP geht gut.

Im Internet zum Beispiel:

Wikipedia Utopie    Wikipedia Konkrete Utopie    Wikipedia Frühsozialismus  Wikipedia Utopische Literatur    utopia.wikidot.com  "Utopiewiki"

 

Beispiele bei Telepolis:

 

Projekt Post-Kapitalismus. Blueprint für die nächste Gesellschaft 
heise.de/tp/ebook/ebook_15.html  2014   Von Ludger Eversmann

 

Wohlstand, Kapitalrendite und das gute Leben - Giacomo Corneos Konzept des "Aktienmarktsozialismus"
Der Berliner Professor für Volkswirtschaftslehre Giacomo Corneo legt mit "Bessere Welt?" eine Übersicht über verschiedene Vorschläge vor, die eine Alternative zum Kapitalismus beabsichtigen. Er versammelt auf gut lesbare Weise die großenteils "klassischen" Bedenken u. a. gegen Gütergemeinschaft, Kropotkins anarchistischen Kommunismus, die Planwirtschaft der Gesellschaften sowjetischen Typs und des jugoslawischen "Selbstverwaltungssozialismus". In Absetzung von diesen Modellen formuliert Corneo sein eigenes, den "Aktienmarktsozialismus". 

heise.de/tp/artikel/45/45475/1.html  19.07.2015  Von Meinhard Creydt  

 

Kapitalismuskritik mit dem Club of Rome

"Ist der Kapitalismus ein Verbrechen?" - In Berlin wurde die Frage auf einer "Vorverhandlung des Kapitalismustribunals" aufgeworfen. Diese Frage stellen sich auch in Deutschland wieder mehr Menschen, nachdem sie mit erlebt haben, wie eine durch Wahlen und ein Referendum bestätigter Weg für eine Reformalternative innerhalb der EU durch Deutsch-Europa verhindert wurde. Das mag auch ein Grund gewesen sein, warum sich am schwülheißen Samstagabend viele Menschen im Heimathafen Neukölln zur zweiten Vorverhandlung des Kapitalismustribunals versammelten, um genau die Frage nach der Kriminalität des Kapitalismus zu erörtern. Bereits einen Monat zuvor hatte man in an gleichen Ort über die ökologische Frage debattiert.

heise.de/tp/news/Kapitalismuskritik-mit-dem-Club-of-Rome-2752970.html   19.07.2015  Von

 

Vermögensbeschränkungen oder Oligarchie  - 7.6.2019  - Jörg Gastmann - Telepolis.de

... Vermögensverteilung ist eine Existenzfrage für die Demokratie. "Vermögensbeschränkungen" sind Teil einer ... Lösung.  

Der erste Teil dieser "Vermögenstrilogie" stellt fest, dass die Ungleichverteilung von Vermögen weitaus höher ist, als es offizielle Statistiken suggerieren. 

Der zweite Teil erläutert, durch welche Mechanismen die Umverteilung von Arm nach Reich bzw. von Kunden an Kapitaleigentümer immer weiter läuft. 

Der dritte Teil stellt als Debattenbeitrag ein Element einer Lösungsmöglichkeit vor.

Die nachfolgend erläuterten Vermögensbeschränkungen sind unverzichtbar, um die Demokratie nicht nur zu erhalten, sondern überhaupt erst zu ermöglichen. Da Paul Schreyer unter dem Artikel "Westliche Demokratie ist hohl: Reichtum regiert" dieses Problem treffend analysierte, muss dies hier nicht weiter vertieft werden.

heise.de/tp/features/Vermoegensbeschraenkungen-oder-Oligarchie-4422640.html 

 

Kevin Künert - SPD - Was heißt Sozialismus für Sie, Kevin Kühnert?

zeit.de/politik/deutschland/2019-05/kevin-kuehnert-spd-jugendorganisation-sozialismus   Zum Beispiel die Kollektivierung von Firmen wie BMW, sagt der Chef der Jusos. In der Wirtschaftsordnung, die er sich vorstellt, gäbe es auch kein Eigentum an Wohnraum mehr. Ein Gespräch über eine radikale Alternative. Interview: Jochen Bittner und Tina Hildebrandt 1.5. 2019. Uhr

 

Die politischen Zentralfiguren der bürgerlichen Parteienwelt bemühen sich stattdessen umgehend, ja geradezu reflexartig, Kühnert die Absicht einer Rückkehr zur DDR zu unterstellen und sich bei der Eigentümerklasse inklusive deren Managern derart anzubiedern, dass einem nur noch schlecht werden kann. Gabriel, der sich die SPD offensichtlich nur noch als blasse Kopie der CDU vorstellen kann, beeilt sich, im "Handelsblatt" - dessen Autoren klugerweise nicht in die übliche Kühnert-Hetze einstimmen - auf Kühnert einzudreschen und seine harmlosen Diskussionsbeiträge und Meinungsäußerungen - er sprach von "einer reizvollen Utopie" - in die Nähe des militanten rechtspopulistischen Demagogen Donald Trump zu rücken: Angeblich hätte er dessen Methode, Aufmerksamkeit zu erregen, kopiert. Ausgerechnet Gabriel muss das sagen. Und ausgerechnet über Kühnert, der genauso ruhig & brav redet, wie er aussieht.

heise.de/tp/features/Ein-Juso-Vorsitzender-ein-wenig-Eigentumskritik-und-deren-empoerte-Zurueckweisung-4446606.html  16.6.19, Rainer Schreiber

 

 

https://www.heise.de/tp/features/Radikalisiert-sich-die-Klimabewegung-4454456.html 

Werben für ökologischen Kapitalismus Es ist auffallend, dass ausgerechnet in der Taz, die die Jugendumweltbewegung mit großer Sympathie begleitet und auch immer die Autonomie der Jugend betont, schon mal eine Perspektive ohne diese jungen Menschen anbietet. Da interviewt der Taz-Kommentator Peter Unfried, der seit Jahren für eine sozial-ökologische Umgestaltung genanntes Bündnis von Kapital und Umweltbewegung wirft, den Soziologen Armin Nassehi. Beide sind sich einig, dass man über Alternativen zum Kapitalismus gar nicht erst nachzudenken braucht:

Radikalisiert sich die Klimabewegung? 

25. Juni 2019 Peter Nowak

 

 

Plattform-Sozialismus 27. Juni 2019 Ludger Eversmann

Arbeitnehmer am Kapital zu beteiligen, macht das Kapital nicht gesellschaftlich. Man braucht die geeigneten materiellen Mittel, um das Kapital gesellschaftlich werden zu lassen. Die wachsen gerade heran

Die drei Gewährsleute für ein zwangsläufiges Auslaufen der kapitalistischen Expansion, die die westliche Geisteskultur hervorgebracht hat - Marx, Keynes und Schumpeter -, haben wenig brauchbare Anhaltspunkte für den dann eintretenden ökonomischen Zustand hinterlassen. Es wird also den Zeitgenossen dieses Auslaufens der kapitalistischen Entwicklung aufgetragen sein, diesen zu entdecken und herzustellen. Das sind wohl wir.

https://www.heise.de/tp/features/Plattform-Sozialismus-4455886.html

 

 


 

Schlußüberlegung von detopia

Man soll es nur bei Langeweile lesen. Es ist nur wie ein persönlicher Abschluss (von 30 Jahren 'Utopiesuche').

Denn so eine Utopieseite kann einen ganz schön aufregen - wenn man feststellt, dass es keine gibt.

 

 

Die eigentliche Utopie - heute - ist, anzufangen.

"Anfangen" bedeutet (natürlich), nicht nur den ersten Schritt gehen und dann hinsetzen. Sondern dranbleiben, weitermachen, beharrlich sein.

Die eigentliche Utopie - momentan - ist, aktiv werden - und es bleiben.

Das klingt ganz gewöhnlich - aber es ist ganz groß.

Es ist wahrscheinlich so groß, dass es menschliche Kräfte übersteigt. 

"Wenige Menschen sind bereit, der Mißbilligung ihrer Mitmenschen, dem Tadel ihrer Kollegen, dem Zorn ihrer Gesellschaft zu trotzen. Moralischer Mut ist ein selteneres Gut als Tapferkeit in der Schlacht oder hohe Intelligenz. Doch es ist die eine wesentliche, unerläßliche Qualität derer, die eine Welt zu ändern suchen, die sich dem Wandel nur widerwillig beugt." (RFKennedy 1968, siehe auch sein ganzes Nachwort, wo dieses Zitat noch erweitert wird)

Ich verwässere oben den Begriff Utopie. Aber lassen wir es so stehen, bis eine neue Ausdrucksform entsteht. Natürlich ist die "Utopie" .... der Weg in die Zukunft ... der eventuell nur detopisch sein kann. ABER WEIL der Weg so aussichtslos ist, WEIL keiner ihn mitgehen will, DESWEGEN kommt es auf "Greta" an oder "RFK" oder "Nelson Mandela" .... also auf jene innere Kraft im Menschen, die nicht alle haben, und die aber nötig ist, weil wenn jemand vorangeht, dann VIELLEICHT sich welche anschließen.

Aber wie dem auch sei mit einer detopischen Gesellschaftsordnung: Klar ist (mir), dass nur eine radikale Reform etwas nützt. Auch wenn man es 'eine Nummer kleiner als Detopia' macht, dann ist es immer noch eine große Aufgabe, unangepackt bis heute.

Es kann aber auch sein, dass es tatsächlich keinen gibt - in der gesamten Bundesrepublik. Zwar weiß ich von etlichen, dass diese die 'volle Problemhöhe' sehen. Und ich weiß auch von etlichen, dass sie alles von sich geben. Und auch manchmal 'Berge versetzen' (also echt was in Bewegung kriegen).

Aber hundert Leute in ganz Deutschland sind "Keiner". (Vielleicht sind es auch tausend.)

Najagut: In meinen Texten greife ich das Thema immer wieder auf. ("Kein Kanal" - zur Volksbeeinflussung bzw. influencing) Bis jetzt habe ich es noch nicht gelöst (also noch nicht vollständig ausgedrückt):

Unter Annahme und der Voraussetzung, dass es in Deutschland einige gibt, die wirklich was für die Zukunft tuen wollen, wiederhole ich: Man muss anfangen.

Aus den etablierten Parteien kann nichts kommen. Die saugen die neuen Bewusstseinsanteile wie ein schwarzes Loch ein (und geben sie meist nicht wieder her). 

Man sieht das (vermute ich), wenn bei Parteien Abspaltungen sind. Und zwar an den Abspaltungen. Wie die sich entwickeln. (Aber ich will jetzt nicht zuviel spekulieren, sonst wird der Text zu lang.)

Jedenfalls hat Greta was vorgemacht: einfach anfangen (und gucken, ob neue Bewusstseinsanteile mit gehen). Das hat hier geklappt. Und so müssen wir das auch mit Deutschlands Zukunftsweg machen. 

Damit keiner was Falsches denkt: Was die Bewusstseinsanteile in der AfD machen, das reicht nur von Früh bis Mittag - am Deutlichsten beim (fehlenden) Klimaschutz. Nur eine kurzzeitige und kurzfristige Alternative für Deutschland. AfD ist Krisenmanagement. Aber ich will mich nicht weiter aus dem Fenster lehnen, um den Leser nicht in eine falsche Denkrichtung zu schicken.

Wenn wir an den 1.1.2050 denken, dann kann uns ohnehin nur noch ein Wunder retten. Aber dieses Wunder braucht Kristallisationspunkte, sonst verpufft es.

Daher muss es einen detopischen Verein geben. (Der dann da ist, wenn er gerufen wird.)

Und daher müssen einige Leute anfangen. Müssten. Theoretisch.

Vielleicht gibt es die aber gar nicht. Das weiß ich nicht. Und das werde ich nie wissen. 

Ich halte es durchaus für plausibel, dass es sie nicht gibt, wenn ich mir vor Augen führe, was es einerseits seit 70 Jahren für Öko-Bildungsbücher gibt und andererseits gab es (und gibt) reichlich Vereine, wo 'Bewegte' sich sammeln und arbeiten. (z.B. Naturschutzvereine).

Aber irgendwie ist daraus noch nichts Größeres entstanden. (Oder mir nicht, noch nicht, bekannt). Ich denke da etwa an Gruhl und Bahro. (An deren Lebensweg, wo sie immer versuchten, Vereine zu gestalten. Aber sie konnten ihre Positionen nicht dauerhaft verankern. Siehe deren Biografien bei detopia.) 

Hm. Naja. Wir können es irgendwie schlecht rauskriegen. Auch durch das Internet nicht. Ich könnte zwar theoretisch ein Video machen und über die üblichen Kanäle einstellen, aber: Ich würde überwiegend Ablehnung kriegen. Und das tue ich mir nicht an. - Jedenfalls gilt dann, was ich bei meinen Gesprächen der letzten Jahrzehnte erfahren habe - über die Grundeinstellungen. Und ich habe nicht einen getroffen habe, der mir zustimmt (oder dem ich zustimme), Das ist wenig - und ich habe ohnehin meist mit Leuten aus dem links-grünen Milieu diskutiert. (Kaum mit 'normalen angepassten Spießern' - nicht bewertend gemeint, sondern als Fachbegriff, wie 'Otto Normalverbraucher'.)

Auf jeden Fall sind es sehr wenige.... die bei einem detopischen Zukunftsweg mitmachen würden - und die ich hier aufrufe, anzufangen. (Sich versammeln und diskutieren). Aber ich kann die natürlich nicht erreichen hierdurch - mit meinen 30 Lesern. Da gibt es in jeder deutschen Großstadt nur eine/einen. Und dann haben nur einige (Bruchteil) von denen die Voraussetzungen für ein neues (zeitverlangendes) Hobby.

Naja. Nagut. Der Medienoverkill (die Marketingindustrie)  besetzt und beherscht das ganze Terrain der "Bewusstseinsanteile" - ehrenamtliche Aktivitäten, Sammlungsbewegungen, ja: auch nur den Gedankenaustausch. Gut, aber ich denke mal, wir sollten nicht allzu traurig darüber sein, denn: Es ist (ohnehin) zu spät (für eine vollständige Weltrettung).

Johannes Heimrath hat 2012 eine Kraftanstrengung unternommen und sein (Post-Rettungs-) Buch zum Druck gebracht. Anrührend. Er läßt sich nicht unterkriegen. Stark! Und danke.

Das, was von uns verlangt wird, das können wir nicht leisten. (Ich meine jetzt die Deutschen mit 'wir'.)

Wir können nur 'unsere persönliche Utopie leben' (soweit in der Begriffswurst sind wir schon gekommen). Und wir können unseren Niedergang verwalten. Und unserem Untergang zuschauen. (Zuschauen: wenns - nur - so einfach wäre.)

Der Medienoverkill tat alles kaputtmachen. Noch haben wir viel Mitteilungsfreiheit. Man könnte noch ein Buch produzieren: streng zugeschnitten auf Volkstauglichkeit. Und dann könnte man seine Zeit damit verbringen, es irgendwie 'an den Mann zu bringen'. (Man müsste Bettelbriefe schreiben und Klinkenputzen; vielleicht erbarmt sich eine Stiftung oder die Bundeszentrale für politische Bildung.)

Warum soll ich denn was machen, was eigentlich der deutsche Bundestag organisieren müsste - mit seiner Autorität und mit seinen materiellen Möglichkeiten? (Ich meine jetzt nur die Volks(nach)bildung(schulung) über einen detopischen Zukunftsweg.) Ich will damit andeuten, dass wir nicht mehr in Zeiten der 'Fürstenaufklärung' leben. Die Zeiten sind andere geworden. Bertrand Russell und Bernard Baruch konnten noch persönlich in die Weltgeschicke eingreifen. (Und erhielten dafür die säuerliche Bezeichnung: "Philanthrop"). Wir kennen noch weitere Namen. Auf der anderen Seite gab es mehr Leute, die lieber was kaputtmachten. (Das geht schneller als aufbauen.)

Ich will darauf hinaus, dass der psychische Zustand heute (der Deutschen) so ist, dass man nicht an ihn rankommt (mit detopischen Botschaften). Und selbst, wenn eine Naturkatastrophe sie aufweckt, dann sagen sie fünf Minuten später wieder: "Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Ich jedenfalls mache nicht mehr mit - bei der Weltrettung der Deutschen! Warum? Kanzler Schröder sagte mir: "Es gibt kein Recht auf Faulheit." Und das bedeutet, dass ich täglich knuffen muss, um 'alles zu bezahlen'. (Einschließlich des Rechtes, mich irgendwo aufhalten zu dürfen - Wohnungsmiete genannt.) Und das wird jetzt für immer so weitergehen. Wie lange? Keine Ahnung. Bis es bei mir so ist wie in den Reportagen - über Altersarmut. Ich will in diesem Zusammenhange damit nur ausdrücken: Es ist auch zu vermuten, dass die täglichen ökonomischen Zwänge (in gewisser Weise auch manchmal: Existenzzwänge) die Aktivität für neue politische Lösungen einschränken, beschränken. (Für Künstler gibt es zwar etwas, wie Preise, Stadtschreiber, Stipendien; aber für "ökopolitische Retter" nicht. Aber das liegt sicher an den 'Produkten'.... "was hinten rauskommt".) 

Jedenfalls gehe ich zweimal im Jahr auf Sendung. Das war mein ehrenamtlicher Beitrag - zum 1.1.2100. 

Wiederholung von vier Gedanken:

1. Es gibt keinen "Kanal". (Medienkanal, "Volksempfänger", Utopieschule) Bahro, Gruhl und Ditfurth haben das früher wegen ihrer Vorleistungen geschafft und wegen der "besseren medialen Zeiten". (Ein Beginn des "Medienoverkill": 2.1.1984:  Sendebeginn von RTL-TV für BRD.)

2. Es gibt keine materielle Unterstützung für Utopiesucher. - Weder staatlich, noch vereinsmäßig, noch stiftungsmäßig, noch privat. Wobei ich selbst wenigstens Freunde habe, die mir auf die Schulter klopfen, und mich so sein lassen. Aber andere Bekannten sagten mir 'offen und ehrlich' ins Gesicht: "Du lebst von meinen Steuern." - und nicht nur einer. Aber ich klage nicht und brauche nichts. Ich will hier nur die Lage darstellen. Und das kann ich nur am persönlichen Beispiel tun. Es gibt keine soziologische Volksbefragung, die ich zitieren könnte. Der Blick 150 Jahre zurück hilft nicht weiter. Die Aktivisten damals waren oft 'finanziell abgesichert'  ( nicht immer). Und die Leistungen, die sie vollbrachten, und die die deutsche Gesellschaft weiterbrachten, waren andere (als die heute geforderten).

3. Selbst wenn wir uns vorstellen, ich würde kriegen: für drei Jahre ein Stipendium und ein Megafon und einen Personenschutz und ich könnte mit Narrenfreiheit durch die Städte laufen und 'posaunen'. Was würde geschehen? Würde ich 'überzeugen'? Auf detopia habe ich Texte etlicher Autoren, die sich damit beschäftigen, was Öko-Aufklärung, Argumente, leisten können. Etwa von Hoimar von Ditfurth (den das immer wieder umtreibt). Das Problem ist ja, dass die tägliche Lebenspraxis der Leute gegen die Aufklärung arbeitet. Also etwa die vielen Rentner brauchen ihre Rente (weil sie alles bezahlen müssen und nichts mehr aus Haus und Hof entnehmen können.) Dann: Viele Rentner kriegen ja 'eine gute Rente' (wie sie es nennen). Aber auch die muss weiter 'fließen'. (Soviel Erspartes haben sie nun auch nicht; vor allen Dingen für Gesundheitssachen nicht.) Und dann wissen auch die heutigen Rentner viel von Geldstabilität (die haben ihr Berufsleben in modernen Verhältnissen vollbracht). Also wissen die dann auch, dass ihr Geld (ist ja kein Gold mehr) nur in gegenwärtigen Ordnung Wert hat. -- Kurz: Rentner zu überzeugen von der Zukunft - das ist wahrlich kein leichtes Brot. (Die Rentnervolksgruppe nur als Beispiel. Andere Gruppen könnten genauso 'konservativ' sein.)

4. Laut Aussage von etlichen Tiefdenkern (auf detopia): Es ist zumindestens sehr spät. Aber gut: Man muss ja nicht das Jahr 3000 anvisieren, sondern man kann sich mit 2100 begnügen. Das wäre immerhin auch was. Aber das Problem ist: Die Probleme kommen erst noch. Die Probleme sind schon der 'Pipeline' bzw. vorbereitet. Noch halten die Dämme (in Deutschland). Aber ganz gleich, was wir tun, es wird schlechter werden. Und in Detopia müssten wir dann immer wieder sagen: Altlasten. - Wer will das schon? Im Gegenteil: Wenn man einen neuen Staat aufbaut, dann muss auch mal was vorwärtsgehen; muss was fertigwerden, braucht man Erfolge, Neubauten. - Ich denke: Es müsste ein sehr großes Volk sein (im Geiste), welches das immer wegstecken kann. Also kurz: Es bereits zu spät. (Nicht für Heimrath-Commonie; aber für GOD, die Gesellschaftsordnung Detopia.)

 

 

Dennoch gilt im Persönlichen wie für Kleingruppen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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