Blog September 2020

 

 

Zur Analyse der Tyrannis (Sperber)

 

 

Zur Massenpsychologie des Faschismus (Reich)

 

 

Ich weiß, daß die englische Intelligenz allen Grund für ihre Schüchternheit und Unehrlichkeit hat; ich kenne die Argumente, mit denen sie sich rechtfertigt, sogar auswendig. Doch zumindest von dem Unsinn, die Freiheit gegen den Faschismus zu verteidigen, wollen wir nichts mehr hören. Falls Freiheit überhaupt irgendetwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.  (George Orwell)

 

 

"Wir reden uns ein, in einer Demokratie zu leben. Aber wir leben in einem kapitalistischen Unternehmen namens Deutschland. Die Demokratie ist nur das Präservativ, das über den Kapitalismus gestülpt ist. Wenn es heißt, der Kanzler regiert Deutschland, dann höchstens zu zehn Prozent. Der Rest sind die berühmten »Sach-zwänge«, von der Wirtschaft diktiert. Es geht nicht darum, den Menschen neue schöne Häuser zu bauen, sondern um Aufträge für Bauunternehmen. Es geht nicht darum, die Menschen mit Autobahnen zu beglücken, sondern um die Gewinne der Asphaltindustrie. Die Menschen essen für McDonalds, fahren für die Bahn und wählen die Politiker, damit die sich subventionieren." (Andrej Bahro 2002)

 

 

"Wenn die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte darauf hinausliefe, daß die 10 bis 15 Milliarden, auf die sich der Bestand der Mensch­heit einpegeln soll, den Verbrauchs- und Emittierungs­maxima der entwickeltsten Länder nachjagen, dann werden die kommenden Generationen sich damit befassen, Sauerstoff für die Atmosphäre, Wasser für die Flüsse, Kälte für die Pole herzustellen."  (Rudolf Bahro in seiner ALTERNATIVE)

 

 

Wie ist es so weit gekommen? Und wie sind wir zu einer Welt geworden, in der die reichen Länder immer reicher werden, während immer mehr ihrer Bürger auf Suppenküchen und gemeinnützige Tafeln angewiesen sind? Könnte es unter anderem daran liegen, dass uns gesagt wurde, die Reichen noch reicher zu machen, sei gut für die Wirtschaft, aber die Armen reicher zu machen, sei schlecht? Wie kommt es, dass so viele von uns all diese Dinge glauben, obwohl es noch gar nicht so lange her ist, dass wir ganz andere Überzeugungen und Wertvorstellungen hatten? Wie auch immer Sie zu Bankern stehen mögen, zu den Profiten großer Konzerne, zu Wahlen, kostenlosen Online-Inhalten, zur Klimaveränderung oder zu gesellschaftlichen Ungleichheiten – nur allzu oft scheinen wir in unserer heutigen Weltanschauung gefangen zu sein (manche Kommentatoren haben sie »Neoliberalismus«* genannt, aber dieses Wort wird Ihnen in diesem Buch nicht noch einmal begegnen).  (Aldred 2019)

 

 

Mit schwerwiegenderen Folgen als für andere Genre-Vertreter ist die Darstellung Dollingers von den besonderen Leistungsanforderungen der Schwarzbücher geprägt, der Aufklärung durch Aufdeckung und Anklage des 'Schwarzen'. Durchbrochen wird die Stilisierung der Geschichte zur Kriegsgeschichte deshalb nur dort, wo Dollinger ausdrücklich die historischen Bedingungen hervorhebt, denen die Bluttaten entsprungen sind. Dass sie im Namen von Königen, von Völkern, der Freiheit, der Religion, oder der Staatsräson begangen wurden, weist darauf hin, dass Krieg und Gewalt keine festen Größen sind, sondern in ihrer kulturellen Bedeutung durchaus variieren. Auch wenn manches an diesem Buch auf mangelnde Sorgfalt im Umgang mit den Quellen hinweist, besitzt das "Schwarzbuch der Weltgeschichte" einen anderen, bislang noch nicht gewürdigten Wert. (aus einem Lesebericht zum Schwarzbuch der Weltgeschichte)

 

 

Sowohl bei der Empfängnisverhütung wie beim Schwangerschaftsabbruch handelt es sich um Schlüsselstrategien für gleich zwei Hauptziele im Sinne der hier vorgetragenen Thesen: das fundamentale Ziel, niemanden ohne seine Zustimmung ins Leben zu setzen, und das zeitbedingt-aktuelle, die Wucht des exponentiellen Bevölkerungs­wachstums, wenn irgend möglich, etwas abzumildern. Die Zusammenhänge sind allgemein bekannt und als solche unbestritten. Ohne die kreuzzugartige Kampagne der Römisch-katholischen Kirche würde man nicht viele Worte darüber verlieren, sondern alles daran setzen, die Geburtenzahlen durch den Einsatz jedes sich bietenden humanen Mittels zu verringern.  (Neuffer 1992)

 

 

In der Zwischenzeit rasen wir, sehr viel schneller als wir uns vorzustellen wagen, auf den verhängnisvollen Zeitpunkt zu, der um das Jahr 2030 oder auch früher eintreten dürfte und an dem das Zusammenspiel von Klimaveränderungen, Öl- und Wasserverknappung und weiteren 1,5 Milliarden Menschen auf dem Planeten negative Synergien erzeugen wird, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegen dürften. --- Auch wenn die Paläoklimatologie den Wissenschaftlern helfen kann, die nichtlinearen Auswirkungen einer Erderwärmung zu berechnen, gibt es keinen historischen Präzedenzfall, auf dessen Grundlage wir besser begreifen könnten, was in den 2050er Jahren geschehen mag, wenn eine Weltbevölk­erung von 9 bis 11 Milliarden Menschen mit Klimachaos und der Erschöpfung von fossilen Brennstoffen kämpfen wird. --- Wenn Ihnen dies wie ein sentimentaler Schlachtruf oder ein Überbleibsel aus der 68er-Generation erscheint, sei's drum. Wer auch nur einige der Beweise aus dem ersten Teil dieses Vortrags akzeptiert, der muss, so er es wagt, einen "realistischen" Blick auf die Zukunfts­aussichten der Menschheit zu werfen, genau wie beim Anblick des Kopfes der Medusa, auf der Stelle zu Stein erstarren.  (Mike Davis, 2008)

 

 

An Heiligabend des Jahres 1968 macht der Astronaut William Anders in der Raumkapsel der Apollo-8-Mission in 780 Kilometer Höhe über dem Mond eine glückliche, wenngleich zufällige und im Flugprogramm keineswegs vorgesehene Entdeckung. Bereits dreimal während des ersten bemannten Fluges zum Mond hat die Apollo-Kapsel den Erdtrabanten umkreist. Um Fotos von seiner Oberfläche zu machen, ist die Spitze des Raumschiffs stets zu ihr ausgerichtet. Als die Astronauten dann die Apollo-Kapsel um ihre Längsachse rotieren lassen, sehen sie plötzlich im Seitenfenster, wie die Erde als kleine, blaue Kugel, noch halb im Schatten liegend, knapp über dem Horizont des grauen Mondes auftaucht. William Anders nimmt eine Hasselblad-Kamera und macht eine historische Aufnahme. (Glaubrecht 2019)

 


 

detopia-16.09:

Der anonyme Q weist den Weg, wohin die Welt gehen soll. Das taten andere vor ihm auch schon - denken wir an Scientology, denken wir an die Zeugen Jehovas (als deutsches Beispiel für eine amerikanisch-evangelikale Sekte). Und es werden sicher - da können wir ganz sicher sein - noch mehr neue irre Kulte entstehen. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen (aus detopischer Sichtweise). Die Auflösung einer gemeinsamen Weltkultur schreitet weiter. Und man kann diese ganze Verschwörungskulte auch gar nicht mehr widerlegen, weil sie ganz offiziell ihre Quellen geheimhalten, nach dem Motto: "Wir wissen was, was ihr nicht wisst, aber wir sagen es euch nicht." - Naja.

Jedenfalls ist das Ende eingeleitet - nicht unbedingt der Menschheit, sondern das Ende der modernen Zivilisation (mit Rechtssicherheit und Redefreiheit). Vielleicht bietet das künftige halb-zivilitärische Regiment auch etwas Lebensfreude mit an. Das ist nicht auszuschließen.

Q-anonym - USA - Audio dlf - 6min (16.09.2020)

wikipedia  QAnon 

dw   verschwörungsmythen-qanon-auf-dem-vormarsch

 

 

 

detopia-24.09: 

Noch mal kurz zum Thema "Überbevölkerung":

Das Wort "Bevölkerungszunahme" ist wohl heute besser. Die Zahlen sind bekannt (alle 13 Jahre eine Milliarde mehr). Und bekannt ist auch, dass der Pro-Kopf-Verbrauch steigt. Mir ist klar, dass Milliarden Leute mausarm sind und viel viel weniger verbrauchen als wie ich - ein hiesiger Normalverbraucher. - Woran liegt das alles? An mehreren Ursachen. Nicht nur an der katholischen Kirche. Aber von ihr können wir auch die anderen Ursachen mit aufrollen. Wenn der katholisch-sexuelle Skandal tatsächlich so groß ist wie medial dargestellt, dann fragt man sich um so mehr, aus welchen seelischen Tiefen die Kardinäle der letzten hundert Jahre gegen die Geburtenkontrolle zu Felde ziehen.

 

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Letztendlich ist der Geist kaputt, der menschliche Geist, heute.

Ich weiß nicht wie es früher wirklich im Alltag war, aber zumindestens von 1850 bis 1930 sind mir viele kluge und tatkräftige Leute in Erinnerung, so dass ich annehme: "damals war es besser". - Ergo: die vergangenen 70 Jahre "amerikanisches" Fernsehen haben das normale Denken kaputt gemacht. Wir können noch anderes dazu nehmen: Bildzeitung, Actionfilme, Katastrophenfilme, Horrrorfilme, Fantasyfilme, Kommerzradio mit täglichem Jackpot bei Anruf.

Kollmann 2014 Fernsehen - Die tägliche Dosis Menschenunwürde

Hinzu kommt die Marketinggesellschaftsordnung ("Haste was, bist was"). Und vieles mehr.   Funk/Fromm

Jedenfalls ist die Welt aus diesem (geisteskranken) Grund auf jeden Fall am Ende bzw. sie geht zum Ende hin. Die Leute werden ja immer dümmer statt klüger. Und die Vernunft kann sich weniger Gehör verschaffen und noch weniger durchsetzen als in den letzte 50 Jahren.

Aber ich glaube fest daran, dass alles (z.B. Verschwörungsglaube) einen Grund und einen Sinn hat. Und dass alles irgendwie menschlich ist und auch was Gutes haben kann/könnte.

Aber ich will heute nicht darüber spekulieren - sonst komme ich nie ins Bett.

Wir müssen konstatieren, dass auf dem gegenwärtigem Wege alles aus und vorbei und zu Ende ist.

Und wir müssen konstatieren, dass bibelforschende Menschen über das Danach reden. (Ein neues Reich Gottes - ER macht alles neu.)

Und Korangläubige denken ähnlich - mit ihren Huris im paradies. Und manche Esoteriker auch.

Und die heutigen Milliardäre glauben an ein besseres Leben in einer Endzeitwelt in ihren Bunkern auf dem Berge.

usw.

Man kann ja nicht mal mehr die Wahrheit verbreiten. Zwar enstehen weiterhin hervorragende Sachbücher. Und sie werden auch gelesen - von einem Prozent der Bevölkerung.

Aber die realen Zukunftskräfte kennen nicht den Namen der Autoren oder den Buchtitel. Und viele Milliarden können kaum lesen. - Die Wahrheit breitet sich jedenfalls icht aus.

Aber es scheint auch nicht so, dass der detopische Grundgedanke von alleine aus den Menschen hochwächst. Anzeichen dafür sind mir nicht bekannt.

Wir müssen annehmen, die Große Geisteskrankheit breitet sich weiter aus - im Einzelhirn und in der Volksseele.

Egal, ob es hätte anders kommen KÖNNEN - im Einzelfall ja, aber insgesamt können wir keine Aussage machen.

Als Beispiel für den Einzelfall: Karthago hätte Rom verbrennen können, materiell gesehen; es scheiterte zweimal nur an der herrschenden Klasse in Karthago. Die nordeuropäische Geschichte wäre auf jeden Fall anders verlaufen. Es hätte kein (europäisches) Christentum gegeben (denn das wurde ja durch Rom erst groß). -- Aber Karthago als alleinige Mittelmeermacht war noch diktatorisch-gewalttätiger als Rom mit seinem Versuch von Demokratie und Rechtsstaat. - Die Kelten und Germanen hätten mehr Zeit gehabt, ihr Kulturen und Staatsformen zu entwickeln. - Aber wir können unsere Hauptfrage nicht beantworten, nämlich wann und wie sich Humanismus, Frieden, Völkerfreundschaft als feste Werte etabliert hätten. Wann hätte es Völkerbund, UNO, Weltfrieden gegeben? Wann ABC-Waffen? Und deren "Ächtung"? Wann Verträge zwischen Staaten?

 

Egal heute. Alles vorbei. Wahrscheinlich haben wir es versaut. Nur Horstmann sagt, dass wir sogar Glück hatten, dass es überhaupt solange ging. Wir hätten schon früher scheitern können. Und nicht erst im kalten Krieg. Schon davor. Jedenfalls war der unbedingte Zerstörungswille schon im 19. Jahrhundert vorhanden. Aber die Waffentechnik war noch nicht soweit.

Ich geh schlafen.

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"Mich interessiert nur noch in zweiter Linie, was wir alles tun könnten, obwohl ich noch mal kenntlich und verständlich machen will, mit der nötigen Zuspitzung, was not tut: der Ausstieg aus der großen Mega­maschine und dem kleinen Auto, die einseitige militärische und indus­trielle Abrüstung, die Umrüstung auf einen Haufen ziemlich unab­hängiger Ökorepubliken, die sich nur ganz wenig Bundesrepublik, noch weniger EG, gar keine NATO, jedoch eine internationale Rechtsinstanz leisten. Wenn wir alles das nicht wenigstens erst einmal ernsthaft in Betracht ziehen möchten, sagen wir damit, daß wir sterben wollen."  (Bahro 1987)

 

 

 

 

 

 

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