Dr. theol. 
Bruno Kern

 

Das Märchen vom
grünen Wachstum

 

 

Plädoyer für eine solidarische
und nachhaltige Gesellschaft

 

2019 im Rotpunktverlag Zürich, 240 Seiten

Dr. theol. Bruno Kern (2019) Das Märchen vom grünen Wachstum Plädoyer für eine nachhaltige und solidarische Gesellschaft

2019     220 + 20 Seiten

wikipe Autor  *1958 in Wien

DNB person  (12+50)

DNB nummer
(60 mit Übersetzungen)


detopia

Umweltbuch

Utopiebuch     K.htm  

detopia: 

Drewermann  

Taxacher-2012  

Groll-2013 

Adler-Schacht-2010 

Leo-Boff-2010  

Rosa-Luxemburg  

Ferst-2002 

Christian Felber  

Niko Paech  

 

 

Oekosozialismus.net  (seit 2004)  

oekosozialisten.4lima.de 

wikipedia Ökosozialismus

oekologische-plattform.de  der PDS


 Bruno Kern

  • 1958 in Wien geboren

  • examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger

  • Doktor der (katholischen) Theologie

  • promovierte über die Marxismusrezeption in der Theologie der Befreiung

  • Gründungsmitglied der Initiative Ökosozialismus (2004)
    und des Netzwerks Ökosozialismus (2018)

  • lebt in Mainz


Leseberichte

diefreiheitsliebe.de/politik/bruno-kern-das-maerchen-vom-wachstum 

lebenshaus-alb.de/magazin/013075.html

schattenblick.de/infopool/buch/sachbuch/busar734.html  

caspar-dohmen.de/notizen/buchkritik-bruno-kern-das-maerchen-vom-gruenen-wachstum

deutschlandfunk.de/serie-gruenes-wirtschaften-1-gruen-statt-grenzenlos-ist-ein-100.html

  1. Audio 2019 zum Buch  7 min

  2. Audio 2020 Dohmen 5 min 

  3. DNB  Buch  

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  5. Leseprobe
    blickinsbuch.de/item/c9002874212d6d8b4c788792b4356793 
    blickinsbuch.de/item/9a97b3b494cbc9b259bf1b6c7223a622  
    blickinsbuch.de/book/ncCx3pnzCG

  6. rotpunktverlag.ch/buecher/das-marchen-vom-grunen-wachstum 


Inhalt   2019       Inhalt pdf

Einleitung  (8)

1.  Das Märchen vom »grünen Wachstum«  (40)

2. Die Grenzen marktkonformer Steuerungsinstrumente  (91)

3. Sackgassen und Umwege  (116)

4. Auf dem Weg zu einer ökosozialistischen Gesellschaft  (154)

5. Warum wir keine Marxisten sind  (184)

6. Alle Räder stehen still, wenn den Ramsch keiner mehr will!  (208)

Anhang 219     Der Autor 237

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»Klimaschutz ist eine Menschheitsaufgabe, und uns fällt nichts anderes ein als Marktlösungen.« Äußerst treffsicher hat der Ökonom Elmar Altvater unsere hilflose Reaktion auf die wohl größte Herausforderung unserer Zeit formuliert. Denn nicht nur die etablierte Politik, auch ein Großteil der Ökoszene setzt auf ein routiniertes »Weiter so«. Mithilfe erneuerbarer Energien und stetiger Innovation soll unsere Wirtschaft immer weiter wachsen – ökologisch nachhaltig natürlich. Bruno Kern entlarvt diese Illusion gründlich. Dabei stellt er nicht nur den Kapitalismus mit seinen eingeschriebenen Verwertungszwängen infrage, sondern die Industriegesellschaft selbst! Industrielle Abrüstung lautet das Gebot der Stunde; weniger Verbrauch statt Profit um jeden Preis. Das weit verbreitete Märchen vom »grünen Wachstum«, das uns einreden will, es gäbe eine »Entkoppelung« von Wirtschafswachstum und Ressourcen- bzw. Energieverbrauch, dient letztlich nur dem Zweck, der eigentlichen politischen Herausforderung auszuweichen. Nämlich der Frage: Wie schaffen wir eine solidarische Gesellschaft, die bereit ist, mit wesentlich weniger materiellen Ressourcen auszukommen?

 

 

  

Lesebericht zu "Es rettet uns kein höh'res Wesen"

Zur Religionskritik von Karl Marx – ein solidarisches Streitgespräch

Ostfildern: Grünewald Verlag. 2018 141 Seiten

eulenfisch.de  rezension/bruno-kern-es-rettet-uns-kein-hoehres-wesen 

 

 

 


aus Lesebericht

lebenshaus-alb.de/magazin/013075.html    Das Märchen vom grünen Wachstum    Von Michael Schmid

 

Kaum war Ursula von der Leyen im Dezember vergangenen Jahres in ihrem neuen Amt als EU-Kommissionspräsidentin, verkündete sie ihren Klimaplan "Green Deal". Laut von der Leyen soll der "Green Deal" das Klima schonen und zugleich Wachstumsmotor für die Union werden. Er sei vergleichbar mit der Vision der Mondlandung in den 1960er-Jahren, schwärmte sie bei der Vorstellung euphorisch. Demnach sollen zusätzliche jährliche milliardenschwere Investitionen dazu führen, dass die EU bis 2050 klimaneutral wird - zugleich soll sie weltweiter Spitzenreiter bei grüner Technologie und Industrie werden.

Neben der Senkung der Treibhausgase gehe es gleichermaßen darum, neue Jobs zu schaffen, so die EU-Kommissionschefin. Sie fügte hinzu, das alte Wachstumsmodell, das auf fossilen Energien und Verschmutzung gründe, habe sich überlebt. Gefragt sei nun eine Strategie "für ein Wachstum, das mehr zurückgibt als es wegnimmt." Entscheidend sei, dass beim Wandel niemand im Stich und niemand im Unklaren gelassen werde.

Kann dieses gigantische Projekt "Green Deal", in das bis 2030 eine Billion Euro investiert werden soll, wirklich halten, was von der Leyen damit verspricht, nämlich "unsere Wirtschaft mit unserem Planeten zu versöhnen"?

Eine deutliche Antwort liefert Bruno Kern mit seinem Buch "Das Märchen vom grünen Wachstum". Da es bereits ein paar Monate vor von der Leyens Brüsseler Rede erschienen ist, konnte der Autor natürlich nicht direkt darauf eingehen. Aber er setzt sich gründlich mit solchen Positionen, vergleichbar jener der EU-Kommissions­präsidentin, auseinander. Und erteilt ihnen, wie bereits dem Buchtitel zu entnehmen ist, eine klare Absage.

Bruno Kern geht davon aus, dass sich die ökologische Krise qualitativ von allen bisherigen Krisensituationen der Weltgeschichte unterscheidet. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit sei es wahrscheinlich geworden, dass sich die Gattung Mensch innerhalb weniger Dekaden selbst auslösche.

Diese Bedrohung werde zum negativen Vorzeichen aller Politik- und Lebensbereiche. Es schmälere den Spielraum der Gestaltung der Gesellschaft insgesamt und werde deshalb zur Hauptursache vielfältiger anderer Krisen und inner­gesell­schaftlicher Gewalt.

Kern ist überzeugt, dass das sich weltweit durchsetzende kapitalistische und großindustrialistische Wirtschafts- und Lebensmodell, die "imperiale Lebensweise" (Ulrich Brand), einen doppelten Zerstörungsprozess beschleunigt hat: den Prozess der Vernichtung unserer natürlichen Lebensgrundlagen und gleichzeitig den Prozess des Ausschlusses immer größerer Teile der Menschheit von den ökonomischen und sozialen Lebensvoraussetzungen. Beide Prozesse würden sich gegenseitig verstärken. Die Hauptursache der Naturzerstörung einerseits und der weltweiten Prozesse der Verelendung beziehungsweise des ökonomisch-sozialen Ausschlusses andererseits, sei also dieselbe: das dem Zwang zum Wachstum unterliegende kapitalistische Wirtschaftssystem, zurzeit noch dazu in der Zuspitzung des neoliberalen Paradigmas.

Der Kapitalismus steht nun laut Kern weltweit zum ersten Mal vor einer unüberwindlichen Schranke, die ihm "von außen" gesetzt, geologisch-physikalischer Natur und deshalb endgültig sei: vor den Grenzen des Wachstums durch Erschöpfung der nicht erneuerbaren Ressourcen und durch die Erschöpfung der ökologischen Tragfähigkeit der Erde. Aus dieser "Zangengriffkrise" könne er nicht entrinnen.

Weil mit der unmittelbaren Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit schlicht alles auf dem Spiel stehe, sieht Bruno Kern die dringlichste soziale Frage weltweit eben in der ökologischen Frage. Deshalb fordert er pointiert und mit der notwendigen Dringlichkeit nichts weniger als einen grundlegenden Systemwechsel, weil ansonsten unsere Überlebenschancen aufs Spiel gesetzt würden. Bei seinen Darstellungen geht er dabei von jener Auffassung von "Ökosozialismus" aus, wie sie die im Jahr 2004 von ihm mitgegründete Initiative Ökosozialismus vertritt. In 14 Thesen stellt er zunächst die grundlegenden Annahmen dieses Ökosozialismus voran und begründet diese anschließend detailliert.

Kritisch setzt sich Bruno Kern damit auseinander, dass nicht nur die etablierte Politik, sondern auch ein Großteil der Ökoszene auf ein routiniertes "Weiter so" setzen. Mithilfe erneuerbarer Energien und stetiger Innovation solle unsere Wirtschaft immer weiter wachsen - ökologisch nachhaltig natürlich. Der Autor legt sachkundig dar, warum dies eine Illusion sei. Auch das Potenzial erneuerbarer Energien stehe schließlich nicht unerschöpflich zur Verfügung, sondern sei grundsätzlich beschränkt. Denn für die Umwandlung von Sonnen-, Wind- oder Biomassenenergie sei eine industrielle Ausrüstung erforderlich, die in Herstellung und Gebrauch nicht erneuerbare Ressourcen verbrauche. So hätten wir es neben der knapper werdenden Energie aus fossilen Quellen auch mit einer Verknappung von Rohstoffen zu tun, die dem Ausbau der technischen Voraussetzungen und der nötigen Infrastruktur für erneuerbare Energien zusätzliche Schranken setze.

"Grünes Wachstum", das uns einreden wolle, es gäbe eine "Entkoppelung" von Wirtschaftswachstum und Ressourcen- bzw. Energieverbrauch, bezeichnet Kern als Märchen, dem er entschieden entgegentritt.

Seiner Meinung nach ist die industrielle Abrüstung dringend geboten, um den Ressourcenverbrauch zu verringern. Weniger Verbrauch statt Profit um jeden Preis für Wenige. Deshalb stellt er nicht nur den Kapitalismus mit seinem eingeschriebenen Wachstumszwang infrage, sondern die Industriegesellschaft selbst! Schließlich stünden angesichts von immer knapper werdenden Ressourcen und der umfassenden Krise, in der das Klima und die gesamte Biosphäre aus dem Gleichgewicht gerate, die Industrieländer vor der Herausforderung, "ihren Verbrauch an fossilen Energien und nicht erneuerbarer Ressourcen in möglichst kurzer Zeit drastisch (das heißt um mindestens 90 Prozent) zu reduzieren."

Die Erzählung eines "grünen" Wachstums hält Bruno Kern im Übrigen deshalb für so gefährlich, weil sie daran hindere, "die eigentliche politische Frage überhaupt erst zu stellen, nämlich die, wie wir auf einer wesentlich schmaleren materiellen Basis eine solidarische Gesellschaft aufbauen können."

Im Abschlusskapitel seines Buches schlägt der Autor als politische Ausstiegsstrategie aus dem existierenden System eine inhaltlich konsequente und langfristig angelegte Konsumverweigerung vor. Er will dies nicht in erster Linie als Aufforderung an Einzelne verstanden wissen, sondern als "Ermutigung, Solidarstrukturen und Räume zu schaffen", in denen gemeinsam eine Lebensqualität jenseits des Konsumierens materieller Güter entdeckt werden kann.

Wichtige Antworten auf existentielle Herausforderungen

Im Deutschlandfunk hat Caspar Dohmen das Buch "Das Märchen vom grünen Wachstum" lobend besprochen und die Auseinandersetzung damit als lohnend angesehen. Kritisch merkt er aber angesichts Kerns konsequentem Vertreten seiner ökosozialistischen Sichtweise und seiner Abgrenzung von allen gängigen Reformströmungen an: "Anschlussfähigkeit gehört nicht zu seinen Stärken."

Mir scheint, dass es in diesem Zusammenhang weniger um die Frage von persönlicher Stärke bzw. Schwäche von Bruno Kern geht. Vielmehr ist es naheliegend, dass die von ihm aufgezeigte notwendige Radikalität nicht gerade geeignet ist, große Begeisterung hervorzurufen. Denn das, was er vermittelt, ist ja gerade die Notwendigkeit tiefgreifender Veränderungen, die für die gesamte Menschheit, besonders aber auch für uns als Bewohner einer reichen Industriegesellschaft bevorstehen. Und wer verzichtet freiwillig schon gerne auf eigene Bequemlichkeiten?

Gerade aber, weil es sich bei dem Buch "Das Märchen vom Grünen Wachstum" des Ökosozialisten Bruno Kern um ein grundlegendes Werk handelt, das wichtige Antworten auf existentielle Herausforderungen der globalen Gesellschaft anstößt, ist ihm eine weite Verbreitung zu wünschen. Ich persönlich habe es jedenfalls mit großem Gewinn gelesen. Dadurch fühle ich mich motiviert, mich erneut mit verschiedenen Fragestellungen vertiefend zu befassen. Und Und dann geht es selbstverständlich auch ums Handeln. Nachhaltiges Handeln für sich alleine, vor allem aber gemeinsam mit anderen Menschen, indem wir uns in Gruppen zusammentun, uns Organisationen und Bündnissen anschließen oder solche ins Leben rufen. (Von Michael Schmid)


 

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Dr. theol. Bruno Kern *1958