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Einleitung

von Bernard Mannes Baruch, 1948 

[zum autor siehe unten]

 

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Die Kosten des modernen Krieges wie die Kosten des friedensmäßigen Lebens sind so enorm gestiegen, daß wir eine Struktur der Verschuldung aufgebaut haben, die eine Gefahr für unsere gesamte wirtschaftliche Struktur bedeutet. Unsere Verpflichtungen umfassen National-, Staats- und Gemeindeschulden, einschließlich der legalen Verbindlichkeiten an die Veteranen und — was sich von selbst versteht — unsere Versprechungen, für die wachsenden, von der Regierung verbürgten, sozialen Verantwortlichkeiten aufzukommen. 

Nachdem aber unser wirklicher Reichtum — im Widerspruch zu den Produkten der staatlichen Druckerpressen — aus der Erde gezogen wird, und zwar in immer begrenzten Mengen (Minerale, Nahrungsstoffe, Holz, Wasser und Wildbestände) hat die Zerstörung der Bodenoberfläche und die Vergeudung der Boden­produkte eine zwingende Bedeutung, die heute wie morgen in das Leben eines jeden menschlichen Wesens eingreift.

Die große Üppigkeit der natürlichen Hilfsquellen hat uns dazu verleitet, sie für garantiert hinzunehmen. Jetzt aber stehen wir — wie dieses Buch beweist — fast auf der ganzen Erde einer ernsten Erschöpfung dieses "Bodenkapitals" gegenüber. Mehr als ein Land ist bereits bankerott. Und solche Bankerotte waren es, die in der Vergangenheit große Kulturen ausgelöscht haben; wir haben keine Ursache zu der Annahme, wir könnten dem gleichen Schicksal entgehen, wenn wir nicht unsere Lebensart grundlegend ändern.

Durch die Mißwirtschaft des Menschen ist die Ertragsfähigkeit großer Gebiete der Erde in einem solchen Ausmaße gesunken, daß man jetzt zehn, fünfzehn, ja hundert Stunden Menschenarbeit braucht um das produzieren, was früher in einer Stunde Menschenarbeit hervorgebracht wurde. Beispiele hierfür sind Agrikulturländer im Fernen Osten, in Puerto Rico, viele unserer eigenen Wälder, aus denen wir mühsam die für Bauholz geeigneten Stämme herauslesen müssen, und viele "erschöpfte" oder "müde" Felder im Südosten unseres Landes.

Es ist ein bitterer aber wahrer Scherz, daß auf vielen unserer überweideten westlichen Ranchen das Vieh so weit und so schnell laufen muß, um seine Nahrung zu finden, daß sie ihm nicht mehr anschlägt. Hier wirkt sich die Bodenmißhandlung in tierischen Arbeitsstunden aus.

Wenn wir fragen, warum wir uns in einen solchen Irrgarten von Schwierigkeiten verwickeln ließen, so finden wir den Hauptgrund darin, daß der Mensch in seiner ganzen Geschichte selten versucht hat, sich selbst als einen Teil seiner Umwelt aufzufassen. 

Die Medizin hat mehr als zweitausend Jahre gebraucht um zu lernen, daß sie nicht ein Organ, auch nicht eine Krankheit, sondern den Patienten selbst heilen muß. Und wir stehen erst auf der Anfangsstufe der Erkenntnis, daß es nicht genügt, politische oder wirtschaftliche Systeme zu verbessern; die Menschheit muß zu einer vernünftigen, gesunden Beziehung zu ihrer totalen Umwelt gelangen, nicht nur, um weiterzubestehen, sondern auch um ihren Lebensstandard zu heben und um jedem Einzelmenschen die bestmögliche Gelegenheit zu geben, sein Wirkungsvermögen zu realisieren

Am dringlichsten ist die Notwendigkeit, eine günstige biophysische Beziehung mit dem Erdboden herzustellen.

Die zwingendste Notwendigkeit ist die, daß die Volkswirtschaftler, die geistigen und politischen Führer in der ganzen Welt die Abhängigkeit des Menschen von seiner Umwelt begreifen und erkennen, ebenso die vielfältigen, immer wechselnden Beziehungen innerhalb dieser Umwelt. Denn diese Führer beeinflussen heute unser Geschick im tiefsten, gleichviel ob sie als Volksbeauftragte handeln oder nicht. Sie haben zusammen mit der übrigen Menschheit immer die Neigung gehabt, die Gefahren der Stellung zu ignorieren, die der Mensch in einer Welt einnimmt, die er miterschaffen hat. Ich hoffe, sie werden dieses Buch lesen, und werden dieser Analyse der Situation des Menschen in seiner Welt ihre ernsteste Aufmerksamkeit schenken.

Dieses Buch ist, glaube ich, der erste oder wenigstens einer der ersten Versuche, durch sorgsam gewählte Beispiele — größtenteils aus breiter Erfahrung und aus erster Hand gesammelt — den Menschen als einen Teil seiner totalen Umwelt zu zeigen; zu zeigen, wie er — weltweit gesehen — an dieser Umwelt handelt, und was die Umwelt an ihm tut. 

Es ist nicht die Studie eines trockenen Stubengelehrten; sie behandelt den handgreiflichsten Stoff des Lebens — wie mehr als zwei Milliarden Menschen, Männer, Frauen und Kinder, einschließlich du und ich, Nahrung, Obdach und Kleidung bekommen und ob sie in Frieden leben können, morgen, nächstes Jahr, und im Jahre 1975.

Das Buch stellt mehr Fragen als es beantwortet, wie das bei jedem wissenschaftlichen Buch der Fall sein muß. 

Auch wenn ich nicht in allen gezogenen Schlüssen mit Herrn Vogt übereinstimme, glaube ich doch, daß sein Buch nicht nur verdient, ernst genommen zu werden, sondern daß es notwendig ist, ihm in dieser trüben Periode der Weltgeschichte sorgsamstes Nachdenken und größte Wertschätzung zu schenken.

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Bernard M. Baruch  

 

  

 

 

Aus Wikipedia 2015:      wikipedia Bernard Baruch  (1870-1965, 95)  

 

Bernard Mannes Baruch (* 19. August 1870 in Camden, South Carolina; † 20. Juni 1965 in New York) war ein US-amerikanischer Finanzier, Börsenspekulant, Politikberater und Philanthrop.

Baruch ist heute vor allem für die Lancierung des Begriffs Kalter Krieg bekannt, der den in der Folge des Zweiten Weltkriegs entstandenen Ost-West-Konflikt charakterisierte. Außerdem war er ein Mitbegründer der National Recovery Administration, einem Teil des New Deals.

 

Leben und Wirken

Baruch wurde 1870 als zweiter von vier Söhnen des jüdischen Arztes Simon Baruch[1] in Camden, im US-Bundesstaat South Carolina geboren.[2] Nach dem Umzug der Familie nach New York City, 1881, ging Baruch dort zur Schule und studierte schließlich am stadteigenen City College of New York bis 1889.

Danach schlug Baruch eine Laufbahn als Börsenbroker ein und wurde schließlich Teilhaber der Firma A. Housman and Company. Seine Einkünfte verschafften ihm schließlich die finanziellen Mittel, um die damals sehr teure Genehmigung zum Spekulieren an der New Yorker Börse zu erwerben. Dort gelang es ihm aufgrund seines „händlerischen Geschickes“ noch vor seinem 30. Geburtstag, ein gewaltiges Vermögen anzuhäufen. 1903 eröffnete Baruch schließlich eine eigene Maklerfirma im New Yorker Börsenviertel. Bis 1910 stieg er zu einem der anerkannt führenden Männer seines Gewerbes auf, so dass er schließlich als „König der Wall Street“ galt. Seine Weigerung, als Teilhaber in eines der etablierten Finanzhäuser einzutreten, brachte ihm zugleich einen Ruf als „einsamer Wolf“ ein.

Baruch als Präsidentenberater

Während des Ersten Weltkrieges beriet Baruch US-Präsident Wilson in Verteidigungsangelegenheiten und wurde Vorsitzender des Rates für Kriegsindustrie (Chairman of the War Industries Board). 1919 nahm Baruch an der Versailler Friedenskonferenz teil. Durch finanzielle Zuwendung zugunsten der Wahlkampfanstrengungen demokratischer Kongressabgeordneter gelang es Baruch, seine einflussreiche Stellung in der amerikanischen Politik auch über das Ende des Krieges zu festigen (für Wilsons Präsidentschaftskandidatur hatte er beispielsweise 50.000 $ Wahlkampfunterstützung geleistet). Unter Franklin D. Roosevelt war Baruch ein Mitglied des sogenannten „Brain Trust“, jener Denkfabrik, die federführend mit der Ausarbeitung von Roosevelts wirtschaftspolitischen Reformanstrengungen betraut war. Sie wurden unter dem Schlagwort New Deal bekannt.

Baruch im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

 

Winston Churchill und Bernard Baruch im Fond von Baruchs Wagen Baruch hatte bereits seit den 1920er Jahren mit Winston Churchill in freundschaftlicher Verbindung gestanden und ihn zudem als Verwalter seines Privatvermögens unterstützt. Churchill hielt große Stücke auf Baruchs Fähigkeiten als Finanzier, seit er ihn beim Börsenkrach von 1929 durch sein Anlagetalent vor dem Ruin bewahrt hatte. Weitere Aktienempfehlungen, die Baruch ihm gegeben hatte, führten 1938 zur Zahlungsunfähigkeit Churchills. Der Bankier Henry Strakosch rettete Churchill aus der Notlage, beglich die Schulden und übernahm dafür die rapide gesunkenen Aktien.[3] Nach Churchills Amtsantritt als Premierminister arbeitete Baruch seit 1940 an führender Stelle an der Aufstellung des Konzepts zur britischen Kriegsfinanzierung mit. Baruch war unter anderem der Schöpfer des Lend-and-Lease-Systems, das es ermöglichte, die (noch) neutralen Vereinigten Staaten in die britischen Kriegsanstrengungen miteinzubeziehen. Roosevelts Angebot, ihn zum Finanzminister zu ernennen, schlug Baruch jedoch aus, um stattdessen weiterhin als inoffizieller Berater zu fungieren. Aufgrund seiner freischwebenden, durch keine Ämter oder Institutionen kontrollierte Position in der amerikanischen Politik sprachen Kritiker wie Bewunderer spöttisch davon, dass Baruchs Büro sich auf der Sitzbank im Lafayette Park gegenüber dem Weißen Haus befinden würde (die ihm 1960 anlässlich seines 90. Geburtstages gewidmet wurde). Das Bild von Baruch, der auf einer Parkbank sitzt und gesprächsweise große Politik gestaltet, ist heute ein bildlicher Gemeinplatz des amerikanischen kollektiven Gedächtnisses.

Späte Jahre und Nachwirken[Bearbeiten]

1946 wurde Baruch von Harry S. Truman zum Vertreter der Vereinigten Staaten in der Atomenergiekommission der Vereinten Nationen ernannt, wo er noch im selben Jahr den sogenannten Baruch-Plan vorlegte, der die Unterstellung der Atomwaffen unter internationale Kontrolle vorsah.

Am 16. April 1947 prägte er in einer Ansprache die Formel vom Kalten Krieg zur Bezeichnung des sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs anbahnenden Konflikts zwischen den beiden großen Siegermächten, der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten. Der anwesende Journalist Walter Lippmann griff diese Formel in einem Artikel auf und sorgte so für ihre Popularisierung. Bis an sein Lebensende blieb Baruch als politischer Berater tätig. Er starb 1965 im Alter von 94 Jahren und wurde auf dem Flushing Cemetery in Queens (New York City) begraben. Baruchs Landsitz Hobcaw Barony in South Carolina, wo er unter anderem General Pershing, Wilson, Churchill und Roosevelt als Gäste empfing, ist heute Naturschutzgebiet. In Manhattan befindet sich ein Baruch gewidmetes Baruch College.

Werke[Bearbeiten] My Own Story. 2 Bände, New York 1957, ISBN 1-56849-095-X. Gute 88 Jahre. München 1958 (deutsche Übersetzung von My Own Story; Übersetzer: Carl Bach). The Public Years. New York 1960. Die Jahre des Dienens. München 1962 (deutsche Übersetzung von The Public Years; Übersetzer: Werner von Grünau). The Making of the Reparation and Economic Sections of the Treaty. New York und London 1920. American Industry in War: A Report of the War Industries Board. (hg. von Richard H. Hippelheuser) New York 1941.

Literatur[Bearbeiten] Margaret L. Coit: Mr. Baruch. 2000. ISBN 1-58798-021-5. Carter Field: Bernard Baruch, Park Bench Statesman. 1944. James L. Grant: Bernard M. Baruch: The Adventures of a Wall Street Legend. 1997. ISBN 0-471-17075-5. Jordan A. Schwartz: The Speculator: Bernard M. Baruch in Washington, 1917–1965. 1981. ISBN 0-8078-1396-6. William Lindsay White: Bernard Baruch: Portrait of a Citizen. 1971, ISBN 0-8371-3348-3. James Grant: Bernard M. Baruch: Der Weg einer Wall Street-Legende. TM Börsenverlag AG, 1999. ISBN 978-3-930851-29-4

 

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 William Vogt   Road to Survival   Die Erde rächt sich   1948

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