Jan Groh

Colón / Ostbrot

Eine Irrfahrt im Wendeherbst

 

"Großer Wenderoman"

 

"Intimer Einblick in den Maschinenraum
der Friedlichen Revolution" (DLF)

 

 

1996 - beinahe im Verlag Volk und Welt

2001 - im Verlag Monsenstein, Münster ("Colón", 350 S.)

2010 - im Verlag Prospero, Münster ("Ostbrot", 430 S.)

2020 - bei Sol et Cante, Letschin, 430 Seiten

Colón - Wende-Roman von Jan Groh

2001, 2010

 

DNB Autor Person *1964 in Kiel

DNB Autor Nummer

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wikipedia  Wenderoman 

 

Colón:  DNB    Bing   Googl

Ostbrot: DNB   Bing   Googl

Colón+Ostbrot:  Bing    Googl

 

detopia:

Pankowbuch

G.htm   B.Bohley

 

Roman von Jan Groh -  Ostbrot, Irrfahrt, Wende, Ost-Berlin, DDR

 

Ludger Braun wird gedrängt, unter dem Namen seines Bruders eine Frau aus Ost-Berlin zu heiraten und wird in die Ereignisse des Herbstes 1989 hineingezogen, die am Ende zum Fall der Mauer führen. Dabei lernt er die Welt der Ost-Berliner Oppo­sition­ellen kennen - und auch das MfS.

 


 

Audio 2019 DLF zum Born-Buch (11min) 

(von Wüllenkemper)

Literaturgeschichte der deutschen Einheit. Von Arne Born (2019)

 

Literaturgeschichte der deutschen Einheit - 1989-2000

Fremdheit zwischen Ost und West

Von Arne Born, 2019

 

Wehrhahn-Verlag, Hannover, 650 Seiten

Inhalt.pdf     DNB.Buch    Bing.Buch

 

Darin:
Jan Groh: Colón — Auf dem »Weg zur Authentizität«.
Ein >entfremdeter< Bundesbürger in der DDR (535-550)

 

 

Webseite - DLF - zum Born-Buch

 

Arne Born im DLF:

"Ich glaube, in meinem Buch zeigen zu können, dass er [Wenderoman] in gewisser Weise geschrie­ben wurde, es aber niemand gemerkt hat.

Wenn wir nämlich diese drei Romane, Ingo Schulze <Simple Storys>, Jan Groh <Colón> und Bernd Wagner <Paradies> zusammennehmen als eine Art ungewollte Trilogie, dann haben wir hier den großen Wenderoman. Wir haben die drei Fremdheitserfahrungen in geradezu repräsentativer Form."

 

wikipedia  Wenderoman 

 

Arne Born beim Kulturrat

"<Paradies> des immer schon völlig unterschätzten und jenseits des Mainstreams schreibenden Bernd Wagner ist nur noch antiquarisch erhältlich. Und das Schicksal von Jan Grohs Roman <Colón> macht geradezu fassungslos. ....

Es gilt, diese beiden literarischen Juwele dem Lesepublikum wieder zugänglich zu machen. In sorgfältig lektorierten Neuausgaben. Jeder deutschsprachige Verlag, der sich eine Verantwortung für die deutsche Gegenwartsliteratur zugutehält, ist aufgerufen." (30.03.2020)

 

URL: kulturrat.de / ost-west-perspektiven / die-literatur-weiss-es-besser

 

 

"Der Deutsche Kulturrat e.V. ist der Spitzenverband der Bundeskulturverbände. Er ist der Ansprechpartner der Politik und Verwaltung des Bundes, der Länder und der Europäischen Union in allen ... übergreifenden kulturpolitischen Angelegenheiten. Ziel des Deutschen Kulturrates ist es, kulturpolitische Diskussion auf allen politischen Ebenen anzuregen und für Kunst-, Publikations- und Informationsfreiheit einzutreten."

https://www.kulturrat.de/ueber-uns 

Audio 2020 im DLF zum Buch  (6 min)
Von Cornelius Wüllenkemper und dem Autor

 

wikipedia  Colón 

"Colón" = Christoph Kolumbus

wikipedia  Christoph_Kolumbus

 

wikipedia  Verlag Volk und Welt

wikipedia Prospero Verlag 

 


 

Autor:

Aus  literaturport.de/Jan.Groh 

 

Jan Groh wurde 1964 in Kiel geboren und wuchs in Hamburg und Siegen auf. Nach dem Abitur 1983 studierte er Physik, zunächst in Aachen, ab 1985 in Hamburg. Im Anschluß an das Diplom im Jahr 1989 arbeitete er als Lehrer an einer berufsbildenden Schule.

Im Sommer 1989 nimmt Groh als Gast an der Hochzeit einer Freundin in Ost-Berlin teil. Einziger Zweck der Scheinheirat ist es, dem ostdeutschen Ehemann die legale Ausreise in den Westen zu ermöglichen. Groh kommt in Kontakt mit der DDR-Dissidentenszene, die ihn tief beeindruckt. Er verliebt sich in eine Ost-Berliner Studentin und erlebt den Wende-Herbst in der DDR aus unmittelbarer Nähe.

Die Erlebnisse und Erfahrungen dieser Zeit bilden später den Hintergrund des ersten Romans "Colón" (2001). Der Wunsch, die weitere Entwicklung des Osten und das Zusammenwachsen der beiden deutschen Teilstaaten mitzuerleben, führt Groh 1991 nach Berlin, wo er bis 1998 an der Berliner Charité Humanmedizin studiert. Nach dem Abbruch des Studiums aus gesundheitlichen Gründen entscheidet er sich, die Literatur endgültig zum Zentrum seines Berufslebens zu machen und arbeitet als freier Schriftsteller und Literaturrezensent.

Nebenberufliche Tätigkeiten sehen ihn als Fraktionsassistenten in einem Kommunalparlament (1999), als Medical Editor für Arzneimittelzulassungsanträge und als Medizin-Jounalisten.

Beginn der Arbeit an dem Wenderoman "Colón". Das Buch erscheint 2001. Obwohl vom Literaturbetrieb kaum wahrgenommen, gilt es seinen Kennern als eine der authentischsten und inhaltlich wie formal spannendsten Darstellungen der Wende-Zeit. In seiner Verknüpfung ost- und westdeutscher Erfahrungen ist es singulär.

2010 Neuveröffentlichung von "Colón" unter dem Titel "Ostbrot - Eine Irrfahrt im Wendeherbst", Prospero Verlag, Münster.

Für seinen zweiten Roman "Die rote Stadt" erhielt er den 2005 Alfred-Döblin-Werkstatt-Preis der Akademie der Künste, Berlin.

 


 

Leseberichte

 

Aus: tip-berlin.de/jan-grohs-wenderoman-ostbrot 
Von Erik Heier, 2010

 

Eines vorneweg: Ja, dies ist ein Wenderoman. Aber nicht der Wenderoman. Darauf warten einige ja immer noch - allen Brussigs, Tellkamps, Schulzes, Sparschuhs zum Trotz.

Jan Grohs gerade erschienener Debütroman ist einfach ein ziemlich gutes Buch. Auch wenn man demjenigen, der ihm den bescheuerten Titel „Ostbrot. Eine Irrfahrt durch den Wendeherbst“ eingebrockt hat, mit Tommy Jaud nicht unter zwei Büchern belangen sollte.

wikipedia  Tommy Jaud 

Denn Jan Groh, 1964 in Kiel geboren, jetzt Medizinjournalist in Berlin mit frühen literarischen Ambitionen, schreibt zwar pointiert mit oft drastisch verknappten Sätzen, schrammt dabei gelegentlich auch knapp am Manierismus vorbei. Er liefert aber keine Kalauersammlung ab. Alles andere als das.

wikipedia  Manierismus 

Im Sommer 1989 ist Ludger Braun aus Hamburg so alt wie die Berliner Mauer – 28. Als sein vier Jahre jüngerer Bruder an einer Hirnblutung stirbt, findet er sich plötzlich in einem wilden Heiratsplot mit der DDR-müden Ostberlinerin Rachel wider. Die hatte zum Schein seinen Bruder ehelichen wollen, als einen Freifahrtschein aus dem engen, ummauerten Land. Ludger lässt sich überreden, die Identität seines Bruders anzunehmen. So stolpert er durch die Handlung, die ihn in die von Groh mit viel Gespür für Charakternarben gezeichneten Kreise der DDR-Opposition spült, ohne eigenen Antrieb (außer dem des Eros). Alle machen etwas mit ihm, ziehen ihn irgendwo rein und immer weiter. Rachel. Ihr Ostberliner Freundeskreis. Die unbekümmerte, mit verkümmerten Armen geborene Franzi, Ex-Mitbewohnerin ihres Bruders in Hamburg. Ein Stasi-Mann, der auch noch "Freund" heißt. Und Ludger lässt einfach alles geschehen, weil ihm nie ein Ausweg einfällt aus der Scheiße, die sich immer höher um ihn auftürmt.

Eine zentrale Stelle im Buch ist eine quälend lange, dichte Verhörszene mit dem Stasi-Mann, komisch und grausam zugleich, in der Ludger zum Verräter an sich selbst und an seinen neuen Ostberliner Bekannten wird. Wo kein eigener Wille ist, keine Prinzipien sind, da kann auch kein Widerstand sein.

Dass „Ostbrot“ im letzten Drittel an Fahrt verliert, sich Groh zu sehr im Chronistentum verheddert – 40. DDR-Jahrestag, Gorbatschow, Groß-Demo auf dem Alex etc. – geschenkt. Dass die Auflösung von Ludgers Dilemma dann doch allzu erwartbar ausfällt, auch. Am Ende legt man das Buch zur Seite und denkt: Da hat einer eine Menge gewollt. Und auch ziemlich viel gekonnt.

 

 


 

Audio am 31.07.2020 im DLF bis zum 1.1.2038 !

ardaudiothek - colon-ein-vergessener-wenderoman-wiederentdeckung-des-autors-jan-groh 

 

 

 

 

 Colón-Autor heute -
ausruhen nach der Reise

 

 

Die Fotorechte liegen beim Autor - keine "Freeware".

 

 

 

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