Italien

Erstes Futuristische Manifest 

1909 - Gründungsmanifest 

Von Filippo Marinetti

Benito Mussolini

wikipedia  Futurismus   

wikipedia  Marinetti  (1876-1944)

detopia:

I.htm   Ökobuch

 

 

Marinetti

 

Am 20.2.1909 publizierte der junge italienische Jurist Filippo Marinetti in der französischen Zeitung <Le Figaro> sein <Futuristisches Manifest> und begründete damit die futuristische Bewegung.

 

  1. Wir wollen die Liebe zur Gefahr besingen, die Vertrautheit mit Energie und Verwegenheit.

  2. Mut, Kühnheit und Auflehnung werden die Wesenselemente unserer Dichtung sein.

  3. Bis heute hat die Literatur die gedankenschwere Unbeweglichkeit, die Ekstase und den Schlaf gepriesen. Wir wollen preisen die angriffslustige Bewegung, die fiebrige Schlaflosigkeit, den Laufschritt, den Salto mortale, die Ohrfeige und den Faustschlag.

  4. Wir erklären, daß sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hat: die Schönheit der Geschwindigkeit. Ein Rennwagen, dessen Karosserie große Rohre schmücken, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen … ein aufheulendes Auto, das auf Kartätschen zu laufen scheint, ist schöner als die Nike von Samothrake.

  5. Wir wollen den Mann besingen, der das Steuer hält, dessen Idealachse die Erde durchquert, die selbst auf ihrer Bahn dahinjagt.

  6. Der Dichter muß sich glühend, glanzvoll und freigebig verschwenden, um die leidenschaftliche Inbrunst der Urelemente zu vermehren.

  7. Schönheit gibt es nur noch im Kampf. Ein Werk ohne aggressiven Charakter kann kein Meisterwerk sein. Die Dichtung muß aufgefasst werden als ein heftiger Angriff auf die unbekannten Kräfte, um sie zu zwingen, sich vor den Menschen zu beugen.

  8. Wir stehen auf dem äußersten Vorgebirge der Jahrhunderte! … Warum sollten wir zurückblicken, wenn wir die geheimnisvollen Tore des Unmöglichen aufbrechen wollen? Zeit und Raum sind gestern gestorben. Wir leben bereits im Absoluten, denn wir haben schon die ewige, allgegenwärtige Geschwindigkeit erschaffen.

  9. Wir wollen den Krieg verherrlichen – diese einzige Hygiene der Welt – den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, für die man stirbt, und die Verachtung des Weibes.

  10. Wir wollen die Museen, die Bibliotheken und die Akademien jeder Art zerstören und gegen den Moralismus, den Feminismus und jede Feigheit kämpfen, die auf Zweckmäßigkeit und Eigennutz beruht.

  11. Wir werden die großen Menschenmengen besingen, welche die Arbeit, das Vergnügen oder der Aufruhr erregt; besingen werden wir die vielfarbige, vielstimmige Flut der Revolution in den modernen Hauptstädten; besingen werden wir die nächtliche, vibrierende Glut der Arsenale und Werften, die von grellen elektrischen Monden erleuchtet werden; die gefräßigen Bahnhöfe, die rauchende Schlangen verzehren; die Fabriken, die mit ihren sich hochwindenden Rauchfäden an den Wolken hängen; die Brücken, die wie gigantische Athleten Flüsse überspannen, die in der Sonne wie Messer aufblitzen; die abenteuersuchenden Dampfer, die den Horizont wittern; die breitbrüstigen Lokomotiven, die auf den Schienen wie riesige, mit Rohren gezäumte Stahlrosse einherstampfen und den gleitenden Flug der Flugzeuge, deren Propeller wie eine Fahne im Winde knattert und Beifall zu klatschen scheint wie eine begeisterte Menge …

Mussolini

 

1922 wird Benito Mussolini in einem Italien, das stark geprägt ist von Unsicherheit, Orientierungslosigkeit und Analphabetismus, vom König zum Ministerpräsidenten ernannt. Dem Volk verspricht Mussolini eine neue Gesellschaft, eine bessere, in der auch die einfachen Leute Wohnraum, Arbeit und Wohlstand haben sollen. Ein neues Italien mit einer neuen Identität, modern und großartig.

Zur Durchsetzung seiner Ziele bemächtigt sich Mussolini auch sämtlicher Gebiete des kulturellen Lebens. Avantgardistische Künstler, Grafiker, Architekten werden in seine Propaganda integriert, Postkarten in immenser Auflage mit seinem Bild gedruckt, Filme mit seiner Person gedreht, Uniformen nach seinen Vorstellungen kreiert, Aufmärsche bis ins Detail choreographiert, ganze Städte nach seinem Plan entworfen. Mussolini ist omnipräsent in Bildern und Worten.

Eine gigantische Propagandamaschinerie mit inszenierten Massenaufmärschen. Wie nie zuvor triumphierte in der Politik die mitreißende, durch Foto und Film massenhaft reproduzierte Geste. Dabei schafft Mussolini mit seinen Masseninszenierungen und Aufmärschen eine Art Modell: Es ist zugeschnitten auf einen zentralen Darsteller und bietet Staatskunst als Spektakel. Die Dokumentation zeigt mit einzigartigem Archivmaterial des Istituto LUCE die Durchdringung von Ästhetik und Faschismus.

Ein Film von Cuini Amelio-Ortiz © 2003, Lizenz MedienKontor

youtube.com/watch?v=E-s0xisHb6E

youtube.com/watch?v=9tLCJ1KgCtY

wikipedia  Mussolini_-_Die_letzten_Tage 

wikipedia  Der_gewöhnliche_Faschismus 

 

2019:

dlf   aufbegehren-und-attentate-die-schaurigen-schoenen-70er 

Audio mp3 

 

BRradioWissen: Mussolini - Der Mann und die Masse (30min)

 

 

 

^^^^

 (Ordnerwww.detopia.de