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23. In einer realen Welt

 

Schlussbetrachtung von Arthur Janov (1972)

Ökobuch

 

280-293

Die Menschheit nähert sich dem Zeitpunkt, da es entweder eine reale Welt oder keine Welt mehr geben wird. Ich glaube, es besteht eine Chance für diese reale Welt; und das ist kein utopischer GlaubeDie Dialektik der Natur sorgt dafür, daß die Voraus­setzungen für Unrealität gleichzeitig die erforderlichen Voraussetzungen für Realität schaffen. [Dialektik der Natur]

Je unterdrückter eine Gesellschaft, um so stärker die unterdrückte Kraft. Diese Kraft muß, ebenso wie die Kraft realer Gefühle, zu ihrem Recht kommen, andernfalls wird der Organismus (der persönliche oder soziale) erliegen. Das Problem ist: »Welche Kraft wird letztlich den Sieg davontragen?«

Es ist durchaus möglich, daß jene Kräfte des Unrealen, die zu Destruktion und Unheil neigen, eine solche Zerstörung anrichten, daß eine Wiederherstellung unmöglich wird. Das können wir bei Neurosen sehen, wenn der Organismus derartigen Angriffen ausgesetzt wird, daß ein gesunder Körper nicht mehr möglich ist. Wir sehen das beim Selbstmord, wenn das unreale System das reale buchstäblich ausrottet.

Das soziale System ist, wenn auch nicht identisch, so doch analog dem persönlichen. Damit will ich sagen, daß Systeme eine eigenständige Lebensfähigkeit haben und daß ein soziales System nicht einfach die Extrapolation eines persönlichen ist. Aber wir können aus der Dynamik psychischer Systeme etwas über andere Systeme lernen.

Was lernen wir aus Neurosen — das soziale Implikationen hätte? 

Erstens, wenn ein System »krank« ist, bedienen sich die Symptome der Krankheit aller zur Verfügung stehenden Kanäle. Zweitens, Symptombehandlung kann das System selbst niemals ändern. Drittens, in einem kranken System kann man kein gesundes Leben führen, weil sich dieses System alles zu seinen Bedingungen einverleibt. Viertens, ein krankes System, einmal in Bewegung gesetzt, wird sich durchsetzen und sich weiterhin behaupten, einerlei wie unproduktiv oder destruktiv es ist. Fünftens, es ist unmöglich, ein System entscheidend zu verändern, ohne seine zentrale Dynamik und Widersprüchlichkeit zu verstehen. Sechstens, einmal verstanden, muß das System umgestürzt werden.

Warum muß das System umgestürzt werden?  

Weil ein krankes System, solange auch nur noch ein kleiner Teil davon besteht, kämpfen wird, um sich zu behaupten. Es gibt keine Möglichkeit, ein reales und ein unreales System aufeinander abzustimmen oder parallel laufen zu lassen, ohne daß sich das eine das andere einverleibt. Das stärkere System wird sich durchsetzen. 

Bei der Neurose zeigt sich das deutlich im Hinblick auf das Abwehrsystem, da heißt es alles oder nichts. Selbst wenn nur noch wenig Spannung vorhanden ist, arbeitet das Abwehrsystem als einheitliches Ganzes. In Augenblicken der Bedrohung wird der Intellektuelle in sein intellektuelles Abwehrverhalten zurückfallen, einerlei wie weit er in der Therapie fortgeschritten ist — und zwar so lange, bis sich das reale System durchgesetzt hat. In der Gesellschaft sehen wir das an dem sich seit über hundert Jahren, seit dem Experiment Fouriers, ständig wiederholenden Scheitern utopischer Kommunen. Diese Mikro-Gesellschaften versuchten innerhalb ausbeutender Makrokosmen zu existieren und waren mithin zum Scheitern verurteilt.

Einerlei wie gut die Intentionen der Gesellschaft, einerlei wie altruistisch ihre Mitglieder (einerlei wie gut die Vorsätze des Neurotikers, keine Drogen mehr zu nehmen), das System diktiert. Bei Neurosen überwältigt die Dynamik der ihnen zugrunde liegenden Spannung die richtigen Intentionen, ebenso wie die Dynamik der Ausbeutung den Altruismus des Fabrikbesitzers aufhebt.

Wie stürzt der Neurotiker sein System um? Und welche gesellschaftlichen Folgen entstehen daraus? Erstens bedarf es einer Theorie über die Dynamik der Erkrankung des Systems. Wenn eine Theorie postuliert, Traumverständnis sei der Schlüssel, dann müßte Traumverständnis die Grundlage für den Umsturz sein — was nicht der Fall ist. Wenn eine Theorie postuliert, daß Krankheit auf Schmerzabwehr zurückzuführen ist und daß die Krankheit durch Offenlegung des Schmerzes geheilt wird, und wenn die Krankheit tatsächlich vorhersagbar und systematisch beseitigt wird, dann haben wir es mit den Ansätzen einer gültigen Theorie zu tun.

Der zweite Schritt ist die eigentliche Behandlung — die Offenlegung der Wahrheit in jedem erdenklichen Bereich. Der »Arzt« in der sozialen Situation muß mit der Theorie und den Techniken ausgerüstet sein, die anderen helfen, die Dynamik der Veränderung zu verstehen.

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Die realen Elemente der Gesellschaft werden sich zusammenschließen, um die Veränderung hervorzubringen, doch das unreale System, darauf bedacht, sie zu vernichten, wird sich ihnen unweigerlich entgegenstellen. Wir sehen das bei der Neurose, wenn ein unterdrückter Neurotiker, sobald er zu lachen beginnt, jedesmal reflexartig seinen Mund zuhält. Die Unterdrückung ist automatisch.

Die unreale Gesellschaft wird sich gegen ihre realen Elemente stellen, und zwar entsprechend der Bewußtseinsstufe ihrer Individuen. Je »realer« die Mitglieder einer Gesellschaft sind, um so mehr werden sie Zielscheibe des Unrealen sein. Mit Bewußtseinsstufe meine ich ein Verständnis der zentralen Widersprüche in der Gesellschaft. Es kann jemand ein Reformer sein und innerhalb des Systems an bestimmten Symptomen arbeiten (zu viel Reklamefläche zum Beispiel), ohne ein Feind des Unrealen zu werden. 

Auch hier wieder läßt sich bei der Neurose beobachten, daß wir am stärksten abwehren, sobald ein Gefühl in das Bewußtsein aufzusteigen beginnt. Man mag gegen sein übermäßiges Rauchen vorgehen, und das persönliche System mag eine Zeitlang bereitwillig den Anweisungen einer Entwöhnungskur Folge leisten; doch die dem Rauchen zugrunde liegenden Gefühle zu fühlen, ist eine andere Sache. Bewußtsein ist eine unabdingbare Voraussetzung für Veränderung. Darum erreichen Therapien, die nicht auf das Bewußtsein abzielen, keine bleibenden Veränderungen. Das kranke System ändert sich nicht, gerade weil die Realität nie zum Bewußtsein vordringt.

Bewußtsein ist revolutionär, so wie Bewußtseinsunterdrückung anti-revolutionär ist. Aber revolutionäres Bewußtsein beinhaltet nicht einfach ein Verständnis äußerer Realitäten, der Arbeitsweise des sozialen Systems; revolutionäres Bewußtsein ist Primär­bewußtsein — ein Geist integriert in und dann befreit von inneren Realitäten —, nämlich Schmerz. Ohne dieses Primär­bewußtsein kann ein Neurotiker seine inneren Konflikte externalisieren, dann wird seine Rebellion symbolisch sein, das heißt, er kann die Welt zu dem »bösen Papi« machen, gegen den er wüten muß. Auch wenn die Sache, für die er eintritt, durchaus berechtigt sein mag, wäre der Grund für die Rebellion krankhaft. Er würde unter allen Umständen immer einen Grund finden, um zu revoltieren. Und selbst wenn er an der Macht wäre, würde er destruktiv und instabil sein. Wir sehen das manchmal bei Frauen der Frauenrechtsbewegung, die wir in Behandlung haben.

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Die Sache, die sie vertreten, mag durchaus berechtigt sein. Aber in einigen der Fälle, mit denen wir zu tun hatten, waren die Frauen Lesbierinnen, die Männer (Väter) haßten und in der Primärtherapie herausfanden, daß sie diesen Haß auf die Welt projizierten und daß sie im Grunde kämpften, um Männer und nicht Frauen zu sein. Das spricht dem sozialen Problem in keiner Weise seine Gültigkeit ab.

Weil das unreale System das reale automatisch unterdrückt, ist es klar, daß Moralisieren, Bitten oder Fakten diese Unter­drückung nicht nachhaltig beeinflussen können. Es geht nicht darum, die unreale Gesellschaft zu drängen, ihre »Prioritäten richtig zu setzen«. Kranke Gesellschaften haben ihre Prioritäten gesetzt, und zwar im Einklang mit der Krankheit. So kann ein Buch über die Mißstände in den Gefängnissen von Arkansas das Gefängnissystem von Arkansas nicht ändern, solange es an ein unreales politökonomisches System gebunden ist. Es geschah, was zu erwarten war — die Entlassung des Beamten, der die Wahrheit offenlegte. Solange das politökonomische System nicht grundlegend so reorganisiert wird, daß es den Bedürfnissen der Menschen entspricht, anstatt sie zu unterdrücken, werden einsichtsvolle Publikationen über Reformen des Strafvollzugs ebenso sinnlos sein wie die Einsichten, die man einem Neurotiker vermittelt.

Können wir innerhalb des Systems arbeiten? 

Psychoanalyse arbeitet innerhalb des neurotischen Systems, und wir sehen mit welchem Erfolg. Wenn wir durch Bitten und Moralisieren bei kranken Systemen nichts erreichen, wie dann können wir sie verändern? Bei Neurosen haben wir herausgefunden, daß ein Wecken der Wahrheit das unreale System überflüssig macht. Das ist sowohl ein evolutionärer als auch ein revolutionärer Prozeß. 

Die Wahrheit wachzurufen ist eine unabdingbare, doch nicht allein ausreichende Voraussetzung für Veränderung. Dem Abwehrsystem, das diese Wahrheit normalerweise unterdrückt, muß Einhalt geboten werden. Der Therapeut hat eine Machtposition, er kann die unreale Abwehr des Patienten kontrollieren. Das Symptom Krieg abzublocken heißt, die inneren Konflikte eines kranken Systems zu intensivieren und die Voraussetzungen für eine Veränderung zu schaffen.

Ein Beispiel dafür ereignete sich kürzlich in einem kleinen College, in dem <Der Urschrei> als Unterrichts­lektüre verwendet wurde. Nachdem die Studenten einen Schimmer von der Realität erblickt hatten, wehrten sie sich dagegen, in langweiligen Seminaren zu sitzen und irrelevante psychologische Systeme zu studieren.

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Sie hörten einfach auf, am Unterricht teilzunehmen, und diese Aktion bewirkte entscheidende kurrikuläre Veränderungen. Sie haben nicht das Erziehungssystem geändert, das irrelevante Studienpläne hervorbringt, aber sie haben einen ersten Schritt gemacht.

Jugend ist unter anderem deshalb die Hoffnung der Zukunft, weil sie noch über genügend Realität verfügt, um Veränderung zu wollen. Sie sind noch nicht alt genug, um von dem unrealen System völlig gebrochen zu sein (»Anpassung« genannt). 

Das ist analog kleinen Kindern, die, obwohl von neurotischen Eltern permanent unterdrückt, noch immer eine Vitalität und Realität in sich tragen, die trotz aller Anstrengungen neurotischer Eltern noch Jahre überdauern werden, ehe sie vernichtet werden.

Systeme, reale wie unreale, neigen dazu, sich selbst zu verewigen. Hat ein unreales System einmal die Vormachtstellung eingenommen, schafft es Subsysteme (Erziehung, Strafvollzug etc.), die ihm selbst entsprechen. Jedes Subsystem ist gekenn­zeichnet durch die damit einhergehende Verdrängung des Realen. So integriert das Erziehungswesen nicht die Gefühle der Studenten in sein Programm. Gefühle werden als etwas von akademischen Zwecken Getrenntes betrachtet, und das akademische System ist gekennzeichnet durch die Spaltung Körper-Geist. Das unreale Erziehungssystem muß notgedrungen unterdrückte und somit unkreative Lehrer hervorbringen, die ihrerseits wiederum ihre Schüler und Studenten unterdrücken. Wie gut ein Buch über die Fehler in unserem Erziehungssystem auch immer sein mag, es wird kaum etwas ändern, solange dieses Erziehungssystem eine Folgeerscheinung des politökonomischen Systems ist und durch das politökonomische System bestimmt wird.

 

Welches System muß sich im Hinblick auf die Interaktion zwischen Sozialem und Persönlichem zuerst ändern, das soziale oder das persönliche?

Ich bin der Meinung, daß die psychische Revolution ausschlaggebend ist. Gesunde Menschen werden logischerweise eine gesunde Gesellschaft schaffen. Allerdings ist es nicht unmöglich, daß ein gewaltsam verändertes Gesell­schafts­system letztlich gesunde Menschen hervorbringt, selbst wenn diese Revolution durch Neurotiker zustande gebracht wurde. Die Gefahr dabei ist jedoch, daß das neue System kranken Menschen aufgezwungen wird, die die Substanz dieses Systems zersetzen. Kranke Menschen können soziale Probleme selten auf reale Weise lösen. Das heißt nicht, daß das neue System nicht letztlich dominieren und gesunde Menschen hervorbringen wird, nur halte ich es für ausschlaggebend, daß die Menschen zuerst einmal gesund werden, denn sobald sie gesund werden, werden sie ein Leben unter unrealen Bedingungen weder führen noch tolerieren.

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Warum bin ich hinsichtlich dieser Veränderung optimistisch? 

Weil man die Wahrheit darüber, wie man die innere Revolution verwirklichen kann, inzwischen kennt und weil die Menschen darauf bedacht sind, ihrem psychischen Leiden ein Ende zu setzen. Viele Menschen, die in gesellschaftlichen Fragen mit mir niemals übereinstimmen würden, fühlen sich zur Primärtherapie (und Primärtheorie) aufgrund ihres eigenen Leidens, und weil sie spüren, daß die Fähigkeit zu fühlen eine Wahrheit in sich birgt, hingezogen. Nichts kann heute die Wahrheit persönlicher Veränderung unterdrücken, weil nichts auf lange Sicht die Wahrheit unterdrücken kann. Ungeachtet ihrer ursprünglichen Auffassungen ändern die Leute mit ihrem Gesundwerden ihre Auffassungen automatisch. Gewalttätigkeit in sich zu fühlen bedeutet, an ihre Notwendigkeit als soziale Kraft zu glauben. Von aller inneren Gewalttätigkeit befreit zu werden beseitigt diesen Glauben ohne jede Gehirnwäsche oder ähnliche Methoden.

Reale Menschen könnten niemals im Namen irgendeiner abstrakten Vorstellung, wie zum Beispiel Loyalität, einen Fremden niederschießen. Mit der inneren Revolution wird es mithin nie zu Kriegen kommen, weil wir dann wissen, daß der Mensch nicht von Natur aus gewalttätig ist. Er läuft Sturm gegen den Tod — gegen den Zwang, unnatürlich zu sein. Er läuft Sturm, wenn seine Bedürfnisse unterdrückt werden und wenn sein Leben somit gefährdet ist. In einer Gesellschaft, die Bedürfnisse befriedigt, wird es keine Gewalttätigkeit geben, keine Irrenanstalten, keine Gefängnisse oder Spezialisten für Psychotherapie.

Ist das utopisch?  

Wie können wir all die Menschen gesund machen? Wir können es nicht. Doch es gibt eine Gruppe in der Gesellschaft, die so weit ist — eine unterdrückte Gruppe, weil sie Feind des Unrealen ist —, die Jugend. Wenn es uns gelingt, die Jugend in Ordnung zu bringen, wird sie eine neue Gesellschaft schaffen. Was für eine Gesellschaft wird sie schaffen? Das weiß niemand, und es kann auch keinen fertigen Entwurf für diese Gesellschaft geben, ebensowenig wie ich voraussagen kann, was für ein Leben ein gesunder Mensch führen wird.

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Gesunde Menschen werden ihren eigenen Weg machen — einige werden am Strand liegen wollen und nur in der Sonne schmoren, und andere wollen vielleicht Lieder schreiben oder Brücken bauen. Die jungen Leute, so krank sie mit ihren Drogen und ihrer Jugendkriminalität auch sind, haben noch immer so viele gesunde Elemente — in ihrer Musik, in ihrer Einstellung zum Geld, in ihren Einstellungen zu Politik und Macht, in ihrem Hinterfragen von Autorität und in ihren Beziehungen untereinander. Sie sind die Hoffnung. Sie wollen fühlen — der weitverbreitete Gebrauch von Marihuana und LSD ist Beweis dieses bislang noch unbewußten Verlangens. Sie fühlen ihr Leiden und wollen sich besser fühlen. Sie wissen, daß es einen besseren Weg gibt, auch wenn sie nicht wissen, wie er aussieht. Sie haben (dank Timothy Leary und anderen) geglaubt, Drogen seien der Weg, doch das sind sie nicht. Die Primärtheorie bietet ihnen zunächst einmal wenigstens die Möglichkeit, wirklich zu verstehen, was es mit Veränderung, mit innerem Wandel auf sich hat.

Wenn man nicht fühlt, ist man fähig, nahezu alles zu tun oder nahezu alles mit sich geschehen zu lassen. 

Man ist fähig, ein Kind auszusetzen, täglich ein Dutzend Leute übers Ohr zu hauen, von einer politischen Überzeugung zur anderen, extrem gegen­sätzlichen überzuwechseln, sich die Freiheit nehmen zu lassen, jemanden umzubringen, andere umbringen zu lassen, Gefängnis zu ertragen und so weiter. Wenn man nicht fühlt, hat nichts wirklich einen Sinn, und so wird alles, was immer geschieht, ohne hinterfragt zu werden, ohne Selbstüberprüfung akzeptiert. Man lese nur einen der vielen Erlebnisberichte ehemaliger Gefängnis­insassen! Fast immer wird man von einer absonderlichen Heldentat nach der anderen lesen, von einer kaputten Beziehung nach der anderen, ohne jedes Fünkchen Gefühl.

Wenn man nicht fühlt, bringt man es fertig, sein Kind auf ein Internat zu geben, selbst wenn man weiß, daß das Schaden anrichtet. Man bringt es fertig, Kinder ständig einem betrunkenen Vater auszusetzen, der sie in regelmäßigen Abständen verprügelt. Der springende Punkt ist, daß man einfach zu allem fähig ist, wenn man nicht fühlt. Und alles, was man macht, wird immer im Dienste der eigenen, persönlichen Bedürfnisse stehen und zum Schaden anderer geschehen.

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Wenn ein Ehemann verlangt, daß seine Frau ihre Kinder fortschickt, weil sie ihm auf die Nerven gehen, dann müssen sie selbstverständlich fort, damit der Frau ihr Mann erhalten bleibt. Ein Arbeitgeber kann seinen Angestellten auch weiterhin einen Hungerlohn zahlen, wenn er ihren Kampf und ihr Elend nicht zu fühlen vermag. Ein Regierungsbeamter kann mehr an die Kosten als an das menschliche Wohl denken, wenn er ein Budget erstellt, und ein Gefängnisbeamter kann einen jungen Menschen allein in einem dunklen Kerker verwahren, wenn bei ihm kein Gefühl vorhanden ist.

Wir können auf Befehl Menschen töten, denen wir nie begegnet sind, und wir können uns angesichts des Feindes in Todesgefahr begeben, wenn wir nicht fühlen. Wir können die grauenhaftesten Geschehnisse rationalisieren und zusehen, wie Kinder verhungern, wenn wir nicht fühlen. Es gibt keine Grenzen für die Greueltaten, die man ohne Fühlen begehen kann. Die Antwort auf so viele soziale Fragen liegt in der Fähigkeit zu fühlen und mithin im Einfühlungsvermögen für die leidende Menschheit. Der Kriminelle wird wieder straffällig werden, einerlei wie liberal das Gefängnis ohne Fühlen geführt wird, ebenso wie der Süchtige wieder zur Droge greifen wird, einerlei wie wohlgemeint und therapeutisch seine Inhaftierung ist. Die Mutter wird zu ihren Kindern grausam sein, einerlei wie anspruchsvoll ihre Erziehung ist, so wie der Boß zu seinen Untergebenen grausam sein wird.

Fühlen wird die Rettung der Menschheit sein, so wie Gefühllosigkeit der Zerstörer der Zivilisation war. Fühlen wird die Menschheit wieder zu Menschen und die Gesellschaft wieder menschlich machen.

Das wichtigste, was die Primärtherapie zu bieten hat, ist die Möglichkeit, Geschichte neu (und rückgängig) zu machen. 

Der Gedanke, daß wir Jahrzehnte in unser frühestes Leben zurückgehen können und damals geschehene Dinge umlenken können, ist in der Tat eine erstaunliche Vorstellung. Wir haben jetzt die Macht, Ursachen persönlicher Krankheit zu beseitigen und von unserer Vergangenheit befreit zu werden. Das bedeutet, daß es uns freisteht, eine gesunde Gesellschaft zu organisieren, ungeachtet alles vorher Geschehenen.

Man nehme nur einen Teilbereich — beispielsweise Kriminalität und Rechtswesen — und stelle sich vor, was in einer gesunden, fühlenden Gesellschaft geschehen würde. Zunächst einmal gäbe es sehr wenig Kriminalität, denn die Menschen wären ihren Mitmenschen gegenüber weder gewalttätig noch hätten sie das Verlangen, ihnen etwas wegzunehmen.

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Sie würden ihre Rebellion gegen die Eltern nicht an der Gesellschaft ausagieren. Fühlende Richter wären wirklich objektiv und würden Angeklagten gegenüber keine Vorurteile ins Spiel bringen. Gefängnisse, wenn sie überhaupt existierten, wären wirkliche Heilanstalten, denen es um die Behandlung Straffälliger ginge. Straffällige müßten nach hinreichender Behandlung nicht den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen; noch wären sie nach ihrer Entlassung eine Bedrohung für die Gesellschaft, wie sie es jetzt sein können, wenn sie in genau die gleichen psychischen Bedingungen entlassen werden wie bei ihrem Haftantritt. 

Fühlende Menschen sind unfähig, andere zu verletzen; und die Frage, ob ein Gefängnis- oder Anstaltsinsasse fühlt oder nicht, kann neurophysiologisch und psychologisch gemessen werden, so daß es Möglichkeiten gibt, wissenschaftlich zu bestimmen, ob und wann ein Mensch wieder in die Gesellschaft entlassen werden kann. Die Gefängnisse wären entschieden weniger belegt, und das wiederum würde die Kosten drastisch senken, in finanzieller Hinsicht wie auch im Hinblick auf menschliches Leid. Heute steht es so, daß ein Gefängnis­insasse, um überleben zu können, seine Gefühle abblocken muß, sonst hielte er es nicht aus, jahrelang in einem Käfig zu leben. Wie können wir je von ihm erwarten, daß er später fühlt und für andere Mitgefühl aufbringt?

 

Unsere Warteliste für künftige Patienten ist sehr lang. Viele Leute haben ihre ersten Urerlebnisse bereits, wenn sie noch auf der Warteliste stehen. <Der Urschrei> wird an mehreren Colleges als Unterrichtslektüre verwendet. An einem College hat eine Gruppe von Studenten ihr Studium aufgegeben und eine Primär-Gemeinschaft gegründet, in der sie sich gegenseitig bei Urerlebnissen helfen. Eine religiöse Gruppe schrieb mir, daß sie ihre Kirche in ein Primär-Zentrum umgewandelt hat. Sie berichtet von drastischen Veränderungen innerhalb der Gemeinde. Bei einigen von ihnen sind Symptome, unter denen sie ihr Leben lang gelitten haben, durch Urerlebnisse in der Kirche beseitigt worden.

Menschen, die nicht zur Behandlung zu uns kommen können, finden inzwischen ihren eigenen Weg. Ich glaube, wenn sich die verschiedensten Elemente der Gesellschaft zusammentun und sich mögliche Alternativen für den Weg ausdenken, an dem wir jetzt — langsam und immer nur in Einzelfällen — arbeiten, dann könnten Wege gefunden werden, um auf breiter Basis Veränderung im Sinne der Primärtheorie zu verwirklichen.

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Während ich hier schreibe, beginnt eine Behörde in Zusammenarbeit mit dem Primärinstitut gerade ein Projekt, in dem geschulte Laientherapeuten, die eine primär­therapeutische Behandlung hinter sich haben, zur Behandlung Krimineller eingesetzt werden sollen. Wenn wir zeigen können, wie eine Hausfrau oder eine Sekretärin einen chronischen Exhibitionisten innerhalb von Monaten heilen kann, werden wir wichtiges Beweismaterial in den Händen haben, um aufzuzeigen, wie Laien als Helfer zur Veränderung eingesetzt werden können.

Ich bin hinsichtlich Veränderungen auf breiter Basis optimistisch, weil die Primärtherapie eine relativ schnelle Methode ist. Die sozialen Veränderungen, die ich voraussehe, brauchen nicht futuristisch zu sein. Allein die Lektüre des Buches < Der Urschrei> hat bei einer großen Anzahl von Leuten zu Urerlebnissen geführt. Die Briefe und Telefonanrufe, die wir von ihnen erhalten, zeigen, daß diese selbsteingeleiteten Urerlebnisse zu drastischen Veränderungen führen.

Was sind einige der Möglichkeiten einer realen Welt? 

Man überlege sich allein, welche Folgen ein an der Primärtheorie orientiertes Schulwesen hätte. Verhaltensgestörte Kinder würden nicht isoliert, bestraft oder zum Direktor geschickt werden. Man würde ihr Fehlverhalten als Ergebnis geschichtsbedingter Kräfte verstehen und ihnen in einem System, in dem Gefühle jeglicher Intensität eine Selbstverständlichkeit wären, zu Urerlebnissen verhelfen. Die Kinder würden lernen, daß Gefühle nicht etwas von der Erziehung Losgelöstes sind, sondern zu ihrer Substanz gehören. 

Gefühle würden in die Gesamtstruktur des Erziehungswesens integriert werden, so daß Kinder durch ihre Spannungen, ihr Bettnässen, ihre Streitsucht und Zerstreutheit nicht überrumpelt würden. Sie würden in der Schule lernen, welche Bedeutung diese Dinge haben und welche Möglichkeiten es gibt, sich selbst von dem Druck zu befreien. Das würde schon bald zu einer Schule führen, in der es keine disziplinarischen Probleme mehr gäbe und keine dieser endlosen Lehrerkonferenzen darüber, wie man Kinder unter Kontrolle hält. Allein die Tatsache, welcher Nachdruck im Erziehungswesen auf Disziplin und Kontrolle gelegt wird, ist ein weiterer Beweis dafür, wie unreale gesellschaftliche Institutionen Gefühle und Realität automatisch unterdrücken und wie diese Erziehungssysteme über Jahre hinweg immer wieder Dinge lehren können, die für das Leben und die Gefühle der Schüler und Studenten irrelevant sind.

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Ein reales Erziehungssystem, das reale Menschen hervorbringt, könnte keine unrealen, irrelevanten Lerninhalte haben, da die Schüler und Studenten das gar nicht hinnehmen würden. Ein reales Erziehungs­system hätte inspirierende, kreative, lebendige Lehrer, nicht die abgestumpften Zuchtmeister, die das heutige System kontrollieren. 

Diese reale Welt hätte weitere Konsequenzen, die so leicht zu verwirklichen wären, wenn wir uns nur einig würden. 

Zum Beispiel auf dem Gebiet der Krankheit. Ich habe bereits angedeutet, wie allein das Erziehungswesen helfen würde, eine Vertiefung psychischer Probleme zu verhindern. Gleichzeitig wären von ihrem Schmerz befreite Kinder körperlich weniger krank; es gäbe kaum Allergien, Asthma, Arthritis, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden etc., von denen wir mehr oder weniger alle geplagt werden und die uns zu den Ärzten laufen lassen. Was an tatsächlichen körperlichen Krankheiten übrigbliebe, wäre Schwerpunkt wissenschaftlicher Studien und Forschung. So wie es heute in dieser unrealen Gesellschaft steht, liegt der Schwerpunkt auf Destruktion. Infolgedessen haben wir es mit der Vergesellschaftung des Todes zu tun, während Gesundheit die Sache eines jeden einzelnen ist. Die Regierung unterstützt und subventioniert die Rüstungsindustrie, und wir als Einzelpersonen sind gezwungen, uns die Gelder für Forschung auf dem Gesundheitswesen selbst zu beschaffen.

Wenn die Menschen gesund sind, werden die Regierungsgelder entsprechend den Bedürfnissen der Bevölkerung ausgegeben werden. Es wird keine gigantische pharmazeutische Industrie geben, keinen Drogenhandel, keine Aktionen und Sicherheits­ausschüsse gegen Drogen- und Tablettenmißbrauch, keine amtliche Jagd auf Menschen, die Drogen nehmen.

Gesunde Eltern werden ihren Kindern nicht ausweichen und nicht ständig nörgeln, mißgelaunt und müde sein. Sie werden sich über diese Kinder freuen und automatisch das Richtige mit ihnen machen, ohne zu besonderen Büchern greifen zu müssen. Das gleiche gilt für das Sexualleben. Reale, fühlende Menschen brauchen keine Kurse und Bücher über Sexualprobleme.

Gesunde Menschen hätten keine latenten Ängste, die sie veranlassen, sich gegen vermeintliche Feinde zu rüsten. Niemand könnte sie veranlassen, ihre Lieben zu verlassen und loszuziehen, um Fremde zu töten. Sie wären sich selbst gegenüber loyal.

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In einer realen Welt würden Menschen nicht eine Natur, als deren Teil sie sich empfinden, zerstören und verschmutzen. Nur wer unnatürlich und unreal ist, kann die Natur bedenkenlos zerstören. Es wäre unmöglich, den Menschen falsche Bedürfnisse einzuhämmern, um ihre Erwartungen und ihren Konsum ständig höher zu schrauben. Das hieße, nicht jedes Jahr eine neue modische Garderobe; kein Bedürfnis nach der latenten Kraft eines Autos, das dazu beiträgt, daß es auf den Straßen zu so viel Blutvergießen kommt. Der Leser kann die Liste beliebig ergänzen; eine reale Welt ist so viel entspannter und gelöster.

Eine Methode des unrealen Systems, sich selbst zu perpetuieren, ist die eigene Heiligsprechung; der wahre Patriot unterstützt das System, glaubt daran und behandelt jeden, der es ändern möchte, als Verräter. Er verkauft sich dem System, so wie er sich seinen Eltern verkauft hat, um der »brave, loyale Sohn« zu sein, der es wert sein könnte, geliebt zu werden. Er ist derjenige, der andere, die das System in Frage stellen, auffordert: »Hau doch ab, wenn es dir hier nicht gefällt!« Und er ist derjenige, der diesen Satz vermutlich schon früh von seinen Eltern gehört und ein für alle Male beschlossen hat, daß es ihm hier gefällt. Wenn dieser Mensch die Aussichtslosigkeit, daß seine Bedürfnisse, wie loyal und gehorsam er auch immer sein mag, je befriedigt werden, zu fühlen vermag, dann sind die Voraussetzungen für eine Veränderung gegeben.

Problematisch bei diesen Menschen, die durch Verdrängung gleichsam ausgelöscht wurden, ist, daß sie daran letztlich oft selbst als Notwendigkeit glauben. Denn sonst müßten sie die Sinnlosigkeit ihrer frühen Jahre fühlen. Sie gelangen zu der Überzeugung, daß Kinder am strammen Zügel geführt werden müssen, weil sie sonst ungezügelt würden. Und gerade weil sie ihre Kinder am strammen Zügel führen, werden sie natürlich außerhalb der elterlichen Reichweite oft ungezügelt. Zu verdrängen und daran auch noch zu glauben führt zu einer allgemeinen Philosophie des Verdrängens, so daß ein stark verdrängender Mensch nicht nur seine eigenen Kinder im Schach hält, sondern auch glaubt, der Staat müsse die Jugend generell am strammen Zügel führen. Einem solchen Menschen zu helfen, sein Verdrängen zu fühlen (anstatt verdrängend zu agieren) würde ihn befähigen, seine Philosophie zu ändern.

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Auch hier wieder sehen wir uns der Dialektik gegenüber. Verdrängende Menschen erzeugen verdrängende Gesellschaftssysteme, und verdrängende Gesellschaftssysteme erzeugen verdrängende Menschen. Was also kommt zuerst? Was ist Ursache, was Wirkung? Worauf müssen wir unsere Kräfte konzentrieren? Wenn wir nicht dialektisch denken, könnten wir sagen, man müsse bei der Gesellschaft anfangen, oder wir könnten darauf dringen, beim Individuum anzufangen. Aber das Leben ist nicht so. Wir beginnen in beiden Bereichen. Wir werden nicht gesund und ändern dann die Gesellschaft, ebensowenig wie wir die Gesellschaft ändern und dann gesund werden. Das ist eine ständige Interaktion, da Individuum und Gesellschaft in einer Wechselbeziehung zueinander stehen. Es ist bedauerlich, daß einige marxistische Staaten den Menschen als psychisches Wesen nicht in die soziale Gleichung mit einbezogen haben. Es müßte für sie doch offensichtlich sein, daß in unserer kapitalistischen Gesellschaft, in der die Reichen alle Vorteile des Systems und jeglichen materiellen Komfort genießen, gleichwohl ungeheures Elend unter ihnen besteht.

Der Punkt, um den es mir geht, ist, daß verdrängende Gesellschaftssysteme Ideologien erzeugen, die von einem Großteil der Bevölkerung verinnerlicht und vertreten werden müssen, sofern sich das System erhalten will. (Das gleicht dem Prozeß, bei dem neurotische Verdrängung unreale Vorstellungen erzeugt, die durch den blockierten Schmerz permanent gestützt werden.)

Diese Bevölkerung wird zugleich Gefangener und Erbauer des Systems. Der Trick besteht darin, die Menschen zu unterdrücken, so daß sie die Verbindung zu ihren Bedürfnissen verlieren und ausschließlich auf der ideologischen Basis operieren. Diese Ideologie wird dann das System in jeder Hinsicht absichern: im Erziehungswesen, im Strafvollzug und vor allem psychologisch. Das ist einer der Gründe dafür, daß Konditionierungs- und Verhaltenstherapien sich so großer staatlicher Unterstützung erfreuen. Es ist eine auf Verdrängung basierende Ideologie, bei der es nicht nur um die Verdrängung von Gefühlen geht, sondern um die Verdrängung der Symptome, die an die Existenz von Gefühlen erinnern.

Diese Ideologie wird zu einer Kraft, der andere, vielleicht realere Ideologien nur schwer entgegenwirken können, weil eine unreale Ideologie aus einem verdrängenden persönlichen System hervorgeht und dazu dient, Schmerz zu blockieren. Mithin geht es nicht mehr darum, den Ausgebeuteten die richtigen Vorstellungen einzutrichtern.

Denn der unreale Mensch hat vitales Interesse an seiner Ideologie; er braucht sie, um zu verhindern, daß er sein tatsächliches Elend und Ausgebeutetsein fühlt. Ein entscheidender Faktor seiner Ideologie ist Hoffnung. Jede unreale Ideologie muß neurotische Hoffnung beinhalten, andernfalls wäre sie nicht lebensfähig. Der Neurotiker muß davon ausgehen, daß er letztlich etwas erhält. Eine Chance, diese Ideologie zu ändern, besteht erst in dem Augenblick, wenn soziale Bedingungen und Gegebenheiten diese Hoffnung zerschlagen. Das trifft mit Sicherheit in der Primär­therapie zu, bei der die entscheidende Voraussetzung für Veränderung darin besteht, den Menschen zu helfen, die Hoffnungs­losigkeit ihres neurotischen Kampfes zu fühlen.

Sind diejenigen, die an der Macht sind, die das unreale System kontrollieren, grausam und böse? Wollen sie wirklich Smog und Krieg? Das zu bejahen hieße, ein soziales Problem zu psychologisieren. Die Politik der Rüstungs- und Ölindustrie bleibt die gleiche, wer auch immer ihre Vertreter sein mögen, so wie die Politik der <American Legion> die gleiche bleibt, wer immer die Führung gerade in der Hand haben mag. Es geht nicht darum, Kopf und Verstand der Menschen zu ändern, ebensowenig wie es darum geht, Kopf und Verstand eines Drogenabhängigen zu ändern, damit er Drogen als Übel betrachte. Es geht vielmehr darum, ein all dem zugrunde liegendes System zu verändern.

Um es zusammenzufassen: 

Neurose ist aus einem Guß. Sie bestimmt nicht nur das innere Leben, sondern formt auch die soziale Philosophie eines Menschen. Nur eine Änderung dieser inneren Verfassung schafft die Basis für eine Veränderung sozialer Ziel­setzungen; und das ist die Hoffnung — die Umwandlung der Mitglieder einer Gesellschaft ist unausweichlich die Umwandlung dieser Gesellschaft. Diese Welt liegt innerhalb unserer Reichweite, denn in einer unrealen Gesellschaft ist die einfache Wahrheit revolutionär.

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Ende

 

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