Fabian Scheidler

Das Ende der Megamaschine

Geschichte einer scheiternden Zivilisation

 

2015

 

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2015.  270 Seiten.

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Umweltbuch

 

 

Inhalt  Inhalt.2015.pdf

Einleitung 9

Die Mythen der Moderne 10 \ Die Megamaschine 11 \ Die Grenzen des Systems 12 \ Aufbau des Buches 14

 

Dank 225  Anmerkungen 226 

Literatur-Auswahl 252 

Bilderverzeichnis 259

Zeittafel A: Die vier Tyranneien (Kapitel 1-5) 260
Zeittafel B: Formation der globalen Megamaschine (Kapitel 6)...! 261
Zeittafel C: Konsolidierung, Expansion und Krisen (Kapitel 7-9) 262
Zeittafel D: Boom und Grenzen der Megamaschine (Kapitel 10-11) 264

Register (266)

 


 

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Teil I: Die vier Tyranneien

1. MACHT - Die vier Tyranneien und die Wurzeln der Herrschaft 19 Die drei Tyranneien 21 \ Physische Macht 22 \ Strukturelle Gewalt 24 \ Ideologische Macht 271 Die Erfindung des herrschenden Gottes 28 \ Die vierte Tyrannei 30

2. METALL - Bergbau, Rüstung und die Macht über die Natur 33 Der Ursprung des militärisch-industriellen Komplexes 34 \ Die Mutter aller Umweltdesaster 35 \ Gott spielen: Metallurgie und die Macht über die Schöpfung 37

3. MARKT - Ökonomische Macht, Geld und Eigentum 39 Der Mythos der Märkte 40 \ Der Krieg als Wiege des Marktes 41 \ Die Minen von Laurion 43 | Das Römische Silberimperium 45 | Die ersten Konzerne 45 \ Eigentum als totale Verfügungsgewalt 47

4. OHNMACHT - Das Trauma der Macht und die Entstehung des apokalyptischen Denkens 51 Was ist ein Trauma? 52 \ Apokalypsen als Antwort auf das Trauma der Macht 55 \ Die Vernichtung von Himmel und Erde 56 \ Das Himmlische Jerusalem und der Schwefelsee 571 Einspruch gegen das Ende der Welt: Die Jesus-Bewegung 59

5. MISSION - Die Ursprünge des westlichen Universalismus 63 Die große Umdeutung 63 \ Mission und Macht 65 \ Die Vernichtung des Anderen 65

 

Teil II: Die Megamaschine

6. MONSTER - Die Neuformierung der Macht und die Entstehung des modernen Weltsystems (1348-1648) (71)

Die Epoche der Angst (71) Die große Krise (75) Das Arsenal von Venedig (77) Die Neuerfindung des Krieges (80) Die Auferstehung des Metallurgischen Komplexes 84 \ Die Rolle der Banken 88 \ Die Entfesselung des Monsters: die Conquista 89 \ Die Zerschlagung egalitärer Bewegungen 94 | Die Erfindung der Aktiengesellschaft 98 \ Macht und Ohnmacht im modernen Weltsystem (103)

7. MASCHINE - Mechanistische Wissenschaften, Staatsapparate und die Disziplinierung des Menschen (1600-1800) (105)

Die Welt als Maschine 106 \ Die Rolle der Wissenschaften 107 \ Die Neudefinition der Wirklichkeit 110 \ Die Durchschaubarkeit der Welt IIS | Stadtplanung als Aufstandsbekämpfung 119 \ Die Mensch-Maschine 121 \ Die Abrichtung des Körpers 122 \ Schule als Disziplinaranstalt 124 \ Die Erfindung der Arbeit (126)

8. MOLOCH - Kohlekraft, totaler Markt und totaler Krieg (1712-1918) 131 Kohle: Die dritte Revolution des metallurgischen Komplexes 131 \ Der totale Markt 13S | Entwurzelung, soziale Traumatisierung und Widerstand 137 \ Die Erfindung der Nation 139 \ Die große Expansion 141 \ „Zivilisation": Das neue Missionsprojekt 142 \ Die Verwüstung Afrikas 143 \ Indien: Die Erfindung der Dritten Welt 145 \ Der Weg in den totalen Krieg 148

9. MASKEN - Die Steuerung der Großen Maschine und der Kampf um Demokratie (1787-1945) (151(

 Republik oder Demokratie? (Der Filter der Repräsentation) 154 \ Der Filter des Geldes 155 \ Der Filter der Schulden (156)  Der Filter der »öffentlichen Meinung« (158) Die Frage der Systemsteuerung 1611 Russland 1917 (162) Die »gelenkte Demokratie« 165 \ Die deutsche Revolution von 1918/19 (168)  Die faschistische Option (169)

10. METAMORPHOSEN - Nachkriegsboom, Widerstandsbewegungen und die Grenzen des Systems (1945-2014) (173)

Die Trente glorieuses 174 \ Unabhängigkeitsbewegungen im Globalen Süden 179 \ »Entwicklung« als innere Kolonisierung 179 \ Die Weltrevolution von 1968 184 \ Das Große Rollback 189 \ Die Macht der Schulden 194 \ Die Grenzen des Systems 197 \ Die ultimative Grenze: der Planet 200

11. MÖGLICHKEITEN - Ausstieg aus der Megamaschine (205)

Revolution ohne Masterplan 206 \ Ausstieg aus der Kapitalakkumulation 208 \ Die Schrumpfung des metallurgisch-fossilen Komplexes 210 \ Commons: Die Wiederentdeckung des Gemeinsamen 213 \ Die Suche nach echter Demokratie 219 \ Die Entmilitarisierung der Gesellschaft 2211 Abschied von der Naturbeherrschung 223

 

Lesebericht zu Megamaschine 2015

von Lara Mallien bei oya - erschienen in 35/2015

oya-online.de  das_ende_der_megamaschine_buchbesprechung

 

Wer nach wie vor überzeugt ist, die Gesellschaften der westlichen Welt befänden sich auf einem begrüßenswerten Transformationspfad, der alle humanistischen und technischen Errungenschaften der vergangenen Jahrhunderte logisch fortschreibe, dem empfehle ich die Lektüre von Fabian Scheidlers starkem Buch »Das Ende der Megamaschine«.

Scheidler beginnt seine »Geschichte einer scheiternden Zivilisation« mit dem Auftreten größerer politischer Machtstrukturen in den Stadtstaaten Mesopotamiens 2800 Jahre vor unserer Zeitrechnung und analysiert, wie sich in der Antike ein unheilvolles Zusammenspiel aus Militärgewalt, Bergbau und Metallurgie sowie einer auf Geld und Eigentum basierenden Ökonomie zusammenbraute: Die Regenten wollten ihre Söldner mit Silbermünzen bezahlen, zwangen die Bauern, dieses Zahlungsmittel zu akzeptieren und trieben Sklaven in den Menschen und Landschaften verschlingenden Bergbau sowie die wäldervernichtende Rüstungsproduktion.

Indem sich politische und wirtschaftliche Machtstrukturen aufschaukeln, wird es im Verlauf der Geschichte immer dunkler – abgesehen von Phasen halbwegs intakter bäuerlich-handwerklicher Gesell- schaften, die sich selbst versorgen konnten und deshalb keinen Grund sahen, für Fürsten in den Krieg zu ziehen.

In der konventionellen Geschichtsschreibung gelten diese als »dunkle« Zeiten. Scheidler erklärt anschaulich, wie sich im Morgengrauen der Neuzeit nach einer Periode eher schwacher Staatsgewalt erneut das Militär-Metall-Wirtschaftsmacht-Monster erhebt.

Mit dem Absolutismus erhält es eine neue Dimension, da der Geldbedarf der kriegführenden Herrscher die gnadenlose Ausbeutung der Kolonien befeuert und die ersten Aktiengesellschaften entstehen, die über mehr Mittel verfügen als Staaten. »Die Große Maschine muss, um fortzubestehen, expandieren, sowohl nach innen duch eine Ausweitung und Vertiefung der Geldökonomie als auch nach außen durch die Integration neuer Territorien und ihrer Bewohner in das System«, erklärt Scheidler.

Mit den Mitteln der Industrialisierung passierte in den letzten 200 Jahren genau das – und führte zum totalen Krieg bzw. zum totalen Raubbau.

»Stopp!«, will man rufen. »Schluss mit allen Versuchen, die Megamaschine ein bisschen grüner zu machen! Wo ist der Sand, der ihr Getriebe anhalten lässt?« Wir haben es nicht mit ein paar Auswüchsen des Neoliberalismus zu tun, sondern mit viel grundlegenderen, lebensfeindlichen Strukturen. Zu allen Zeiten hat sich dagegen Widerstand geregt, zum Beispiel in den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts. Aber immer, wenn sich systemgefährdende selbstorganisierte, egalitäre Strukturen herauszubilden drohten, wehrte sich die Maschine vehement – ein Hinweis auf ihre Schwachstelle.

Das Buch ist hart, aber es liest sich großartig. Es macht zornig – und genau deshalb gibt es Mut.

 

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Fabian Scheidler - Das Ende der Megamaschine - Geschichte einer scheiternden Zivilisation - 2015