Giacomo Leopardi 

Zibaldone

Das Sudelheft

 

Audio Lange Nacht 2017 

Wikipedia Autor    1798-1837 (39)

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ETA.Hoffmann   Schopenhauer  Kierkegaard  

F.Nietzsche 

 

Wie Leopardi zu dem Ruf eines eher harmlosen Klassikers gekommen ist, dem allenfalls ein paar schöne, wehmütige Gedichte zu verdanken sind - das ist einigermaßen schleierhaft. 

Er war - darin Schopenhauer ebenbürtig - einer der radikalsten Pessimisten des neunzehnten Jahrhunderts, und seine Kritik der Zivilisation erinnert an Nietzsche.

Nur, daß er kein philosophisches "Hauptwerk" hinterlassen hat, sondern ein immenses Sudelheft, den berühmten Zibaldone. 

Aus diesem dreitausend­seitigen Konvolut hat Mario Rigoni die historischen und politischen Reflexionen Leopardis ausgezogen, eine Operation, durch die dessen subversive Kraft mit verblüffender Schärfe hervortritt.

Ohne jede Rücksicht auf die Konventionen seiner Zeit, fern von rationalistischen Illusionen und utopischen Versuchungen, nimmt Leopardi Revolution und Reaktion, Demokratie und Diktatur, Fortschritt und Konservativismus ins Visier und führt unbarmherzig ihre Widersprüche vor.

Einerseits erweist dieser Autor sich als genuiner Erbe Macchiavellis und Guicciardinis, andererseits greift er den Problemen unserer Tage vor.

Er besteht darauf, die Dinge so zu sehen, wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. Das unterscheidet ihn von allen Ideologen, damals wie heute. 

 

 

 

 

Neue Zürcher Zeitung   Aus dem «Zibaldone»  

Unter dem wenig geschmackvollen Titel «Das Massaker der Illusionen» (im Original, nicht viel besser, «La strage delle illusioni») ist eine von Sigrid Vagt zuverlässig übersetzte Auswahl aus Giacomo Leopardis «Zibaldone» erschienen, die Mario Andrea Rigoni vorgenommen hat. 

Sie enthält Fragmente aus dem grossen Notizenwerk, ergänzt durch einige Briefe und zwei kurze Essays, und ist thematisch auf «Politik, Kultur und Gesellschaft» (im Original zutreffender: «Pensieri sulla politica e sulla civiltà») beschränkt; unter «Kultur» kann man hier allenfalls Bildung, nicht eine Gesamtheit geistiger Erscheinungen verstehen. Auf die «Operette morali» und die «Canti» wird in den Anmerkungen und im Nachwort des Herausgebers verwiesen. 

Der Vielfalt und der Sprunghaftigkeit, denen die «Pensieri di varia filosofia e di bella letteratura» den von Leopardi selbst gefundenen Titel «Zibaldone» (Sammelsurium) verdanken, wird eine so knappe Auswahl natürlich nicht gerecht. 

Auf den Versuch einer geistesgeschichtlichen Einordnung von Leopardis Denken hat Rigoni verzichtet, aber in den Anmerkungen bringt er manches bei, das den Text einigermassen erhellt.

 

 

Ja, 1837 gab es schon die Fotografie !  (d- 2011)

 

 

 

 

 

 

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