Rolf Schneider

 

Volk ohne Trauer (1992)

 Notizen nach dem Untergang der DDR 

wikipedia.Autor *1932 in Chemnitz, dann Wernigerode

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2009 Marienbrücke 

2012 Nationalstaat  

2012 Sabrow-Honecker 

2012 Sprache Druckfehler

2014 Sprache Anti

2014 Sprache Gesprächsfaden 

2015 Ich bin Charlie - Die politische Karikatur

 

 


Volk ohne Trauer:

Mit diesem Buch setzt Rolf Schneider seine Notizen vom Untergang der DDR fort, jene persönliche Chronik des letzten Jahres der DDR, die Fritz J. Raddatz in der ZEIT als »das beste Buch zum Umbruch der DDR: genau, haarsträubend, trist und gelegent­lich sehr komisch«, gelobt hat.

Deutschland im ersten Jahr nach der Vereinigung, in den zurückliegenden Monaten der schwierigen Annäh­erung zwischen Ost und West. Schneider verfolgt den schnellen Wandel der Verhältnisse in der ehemaligen DDR, und seinen Augen entgeht nicht, welche Eigenarten dieses Landes zu Recht mehr und mehr aus dem neuen Alltag verschwinden; und auch nicht, was die freibeuterische Marktwirtschaft an Zerstörung und wilder Konkurrenz mit sich bringt. Er beschreibt aber auch die wohl unveränderliche Eigenschaft der Menschen – System hin oder her –, sich stets der Macht zu unterwerfen: Anpassung und Karrieredenken.

Den Schwerpunkt seiner Notate bildet die Auseinander­setzung mit der intellektuellen Linken in Ost und West, die zwischen schnellem Opportunismus und nostalgischer Larmoyanz laviert. Ihrer Problemlage widmet Schneider drei längere selbst­kritische Betrachtungen, die diesen Band beschließen.


Aus Wikipedia 2011

Rolf Schneider ist der Sohn eines Werkmeisters und einer Textilarbeiterin. Er wuchs in Wernigerode im Harz auf, wo er die Oberschule besuchte und in einem Volkseigenen Betrieb arbeitete. Von 1955 bis 1958 studierte er Germanistik und Pädagogik an der Universität Halle-Wittenberg. Er beendete das Studium mit dem Grad eines Diplom-Germanisten. Anschließend war er Redakteur der kulturpolitischen Zeitschrift "Aufbau" in Berlin. Seit 1958 ist er freier Schriftsteller.

Schneider war einerseits als Verfasser zahlreicher Hörspiele und Theaterstücke ein regimetreuer Autor, andererseits nahm er schon früh an Tagungen der Gruppe 47 teil und hatte die Möglichkeit, ins westliche Ausland (Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Frankreich) zu reisen. Ab 1976 wurde seine Haltung gegenüber den Zuständen in der DDR zunehmend kritischer. Im November 1976 gehörte er mit zu den Unterzeichnern der Protestresolution von DDR-Autoren gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, woraufhin seine Publikationsmöglichkeiten in der DDR von staatlicher Seite stark eingeschränkt wurden. 1979 erfolgte sein Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR. Schneider, der laut eigener Aussage weiterhin an die Reformierbarkeit der DDR glaubte, arbeitete in den folgenden Jahren vorwiegend als Theaterautor und Dramaturg an den Stadttheatern in Mainz und Nürnberg. Öffentliche Auftritte in der DDR waren nur noch im Rahmen kirchlicher Veranstaltungen der DDR-Protestbewegung möglich.

Nach der Wende wurde Rolf Schneider wieder in den Schriftstellerverband der DDR aufgenommen; er trat allerdings kurz darauf aus Protest gegen die fortwährende Präsidentschaft Hermann Kants endgültig aus dem Verband aus. Schneider lebt heute in Schöneiche bei Berlin. Rolf Schneider ist Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland.  


Zeitgenossen: Soziales Gewissen - Gesellschaftliche Verantwortung 

SWR2 Programmschwerpunkt in der Reihe "SWR2 Zeitgenossen“  
Sonntag, 03. Februar 2002,  Rolf Schneider, interviewt von Stephan Reinhardt

Der Aufstieg des 1932 in Chemnitz geborenen DDR Schriftstellers, Rolf Schneider, schien unaufhaltsam bis in die frühen siebziger Jahre. Hochproduktiv veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hörspiele. Er schrieb Reisebücher und Essays, Parodien und Drehbücher, wurde Mitglied des Schriftstellerverbandes und Gast der Gruppe 47. Das SED-Regime ermöglichte ihm Reisen ins Ausland, nach Polen, Österreich, Frankreich und erlaubte ihm, in der Bundesrepublik als Autor und Regisseur zu arbeiten.

Mitte der siebziger Jahre wandte sich das Blatt. Rolf Schneider begann sich zunehmend mit dem DDR-Regime auseinander zu setzen, unterschrieb 1976 die Protestresolution gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns und wurde nach dem Erscheinen seines kritischen Romans “November” 1979 aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen. Bespitzelt von den Staatssicherheitsbehörden erwartete Schneider schließlich seine mögliche Verhaftung.

Da seine Arbeiten in östlichen Verlagen nicht mehr angenommen wurden, war er gezwungen, vor allem als Regisseur und Autor von Hörspielen im Westen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Weil er fest daran glaubte, dass die Deutsche Demokratische Republik die Kraft zur inneren Reform aufbringen werde, hielt Rolf Schneider trotz der wachsenden Schikanen an einem Leben in der DDR fest.

In den Jahren nach der Wende beobachtete Schneider den Osten mit großer Skepsis. In den Ostdeutschen als einem Volk ohne Trauer, betrogen und gedemütigt, vermutete er das Potential zum bürgerkriegsähnlichen Aufstand. Die Idee des Kommunismus mag parteipolitisch tot sein, aber “er ist ideologisch reizvoll”, vermutet Schneider. 

Und der heute Siebzigjährige prophezeit: "Wenn der Turbokapitalismus weiter voranschreitet, wird die sozialistische Idee wieder mehr Anhänger bekommen".    

 

 

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