Christian Th. Müller 

Tausend Tage
bei der »Asche«

Unteroffiziere in der NVA

 

2003 by Links Verlag 
39 Abbildungen 
ISBN: 3-86153-297-2 

Christian Müller :  Tausend Tage bei der Asche   (2003)   Unteroffiziere in der NVA

2003   448 Seiten 

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detopia:   M.htm    Aschebuch   

Möller Klaus EK  

 

Ausgehend von der Scharnierfunktion des Unteroffizierskorps zwischen Offizieren und Mannschaften gibt das vorliegende Buch erstmals Aufschluß über den Alltag in den Kasernen der NVA. 

Basierend auf einer Fülle neu erschlossener Archivquellen und zahlreicher Zeitzeugen­befragungen bietet es nicht nur eine tiefgehende Analyse von Motivation, Rolle und Selbstverständnis der "Unter­offiziere auf Zeit", sondern auch Einblicke in die Praxis gesellschaftlicher Disziplinierung in der DDR. 

Dazu wurden neben dem Leben in den Streitkräften auch die "sozialistische Wehrerziehung" und die jeweiligen mentalen Prägungen in die Analyse einbezogen. 

Den Text veranschaulichen zahlreiche Tabellen und Grafiken sowie ein umfangreicher Bildteil. 

 


Pressestimmen 

 

Was Tausend Tage bei der Asche so lesenswert macht, ist die nahezu besessene Detailtreue des Autors, die unglaubliche Fülle an Fakten, belegt durch jede Menge Archivmaterial. Dabei bezieht Müller auch thesen anderer Publizisten ein, verwirft diese oder bekräftigt jene. Besonders lebendig wird die Lektüre, wenn betroffene Zeitzeugen zu Wort kommen. (Leipziger Volkszeitung)

Müller liefert ein anschauliches Bild von Dienstalltag, Motivation und Selbstverständnis der Uffze auf Zeit. Neben eigenen Erfahrungen bilden zahlreiche Interviews die Grundlage für die wohl umfangreichste Betrachtung des Unteroffizierskorps der DDR. (Rostocker Sonntag)

Eine lesenswerte, informative und gut strukturierte Arbeit über die inneren Verhältnisse in der NVA, die für militärgeschichtlich wie militärsoziologisch, aber auch generell an der DDR interessierte Leser von Interesse sein dürfte. (H-Soz-u-Kult)

H-Soz-u-Kult, 7.6.03 Eine lesenswerte, informative und gut strukturierte Arbeit über die inneren Verhältnisse in der NVA, die für militärgeschichtlich wie militärsoziologisch, aber auch generell an der DDR interessierte Leser von Interesse sein dürfte.

 


Fehlkauf     7.12.2007    Von casus (Dresden) 

Bei dem vorliegenden Titel handelt es sich in erster Linie um eine eher wissenschaftliche Arbeit, auch wenn Titel und Titelbild etwas anderes suggerieren. Von der Aufmachung habe ich mich täuschen lassen und eher einen Erlebnisbericht eines "Betroffenen" erwartet. Für mich war es deshalb ein Fehlkauf.

Der Autor analysiert sehr umfassend und leider auch trocken die Rolle von Unteroffizieren in der NVA. Die eher an eine Diplom- oder Doktorarbeit erinnernde Lektüre habe ich zu lesen angefangen, später nur überflogen und dann abgebrochen. Insofern möchte ich über den Inhalt nicht den Stab brechen.

Titel und Titelbild halte ich jedoch für dieses Werk als absolut ungeeignet und täuschend. Als Internetkäufer konnte ich weder im Buch blättern noch auf zum Kaufzeitpunkt nicht vorhandene Rezensionen zurückgreifen.

 


Inhalt

Vorwort  (XI)   Danksagung (XIII)   Einleitung (1)

I.     Rolle und Entwicklung  (7)  
II.    Vor Eintritt in die NVA  (55)
III.   Die Ausbildung  (107)
IV.   Formale Hierarchie und Praxis  (189)
V.    Die UaZ in den Truppenteilen  (249)
VI.   Ausmaß und Formen der politischen Indoktrination und Überwachung  (317)
VII.  Ausblick und Resümee   (365) 

 

 

I. Rolle und Entwicklung des Unteroffizierkorps der NVA  (7)

1. Die Charakteristika des Unteroffizierkorps der deutschen Streitkräfte   (7) 
2. Die Entwicklungsprobleme des Unteroffizierkorps der NVA und die Versuche ihrer Lösung - Ein chronologischer Überblick  (15) 
a) Die Anfänge 1956-1961/62  (17)
b) Konsolidierung und Reorganisationsbestrebungen 1962-1969  (21)
c) Fortschreitende Professionalisierung und beginnender  Niedergang 1969-1989/90  (31) 
3. Entwicklung und Bedeutung des Dienstverhältnisses Unteroffizier auf Zeit (UaZ)   (43) 

II. Vor Eintritt in die NVA. Zur Sozialisation in Elternhaus und Schule   (55)

1. Die Rolle der Elternhäuser  (55)
2. Der Einfluß von Schule und »sozialistischer Wehrerziehung« (SWE)   (61)
a) Die »sozialistische Persönlichkeit« als Erziehungsziel und die Rolle der SWE  (61) 
b) Die Entwicklung der »sozialistischen Wehrerziehung« - Ein Überblick  (64) 
c) Die Wahrnehmung der »sozialistischen Wehrerziehung« durch die Betroffenen  (78) 
3. Intensität und Effizienz von Werbemaßnahmen (87)
4. Motive und Erwartungen an den Dienst als UaZ  (95)
a) Das Wehrmotiv (95)   b) Die Erwartungen an den Wehrdienst und ihre Quellen (97)

III. Die Ausbildung zum Unteroffizier  (107)

1. Die Ausbildung der Unteroffizierschüler an Unteroffizierschulen und in den Truppenteilen der NVA   (107)
a) Die »sozialistische Unteroffizierspersönlichkeit«  (107)
b) Die Entwicklung der Unteroffizierausbildungseinrichtungen  (110)
c) Die Unteroffizierausbildungsprogramme der verschiedenen Teilstreitkräfte  115 
Landstreitkräfte 115  Luftstreitkräfte/Luftverteidigung 129  Volksmarine 134  Grenztruppen 139
d) Die Ausbildung von Unteroffizieren in der Dienststellung  (143)
e) Weibliche Unteroffiziere auf Zeit 146 £) Zusammenfassende Bemerkungen zur erreichten Befähigung 150

2. Die ersten Erfahrungen in der »totalen Institution« Militär 155
a) Militär als »totale Institution« 155
b) Die Planung und Durchführung des Erziehungsprozesses 157
c) Die Ergebnisse des Erziehungsprozesses und die Folgen für den Habitus der Unteroffizierschüler  168 

3. Lebensbedingungen und zwischenmenschliche Beziehungen an den Unteroffizierausbüdungseinnchtungen   173 
a) Die Norm der »sozialistischen Beziehungen« 173
b) Das Verhältnis zu den Vorgesetzten 174
c) Das Verhältnis der Unteroffizierschüler untereinander 179
d) Der Status des Unteroffizierschülers 183

IV. Formale Hierarchie und Praxis der »sozialistischen Beziehungen«  (189)

1. Die Rolle der UaZ in der formalen militärischen Hierarchie  (189)
a) Der Unteroffizier als Erzieher und Ausbüder 189
Die Anforderungen an den Unteroffizier als Erzieher und Ausbüder
189
Der Unteroffizier bei der »kommunistischen Erziehung« 191
»soziaüstischer Soldatenpersönlichkeiten«

Die formale Rolle des Unteroffiziers im Ausbüdungsprozeß 195

b) Ausbüdungsprofüe, militärische Qualifikation und Dienststeüungen 197

Die Zusammensetzung der Gruppe der UaZ in der NVA 197

Aufstiegschancen hinsichtlich Dienstgrad und Dienststellung 198

Zum Grad der militärischen und pädagogisch-methodischen Befähigung   201 

c) Rechte und Pflichten der UaZ 202

Allgemeine Pflichten und Dienstpflichten 202

Allgemeine und disziplinare Rechte 204

Ansprüche hinsichtlich materieller Versorgung und Förderung 206

2. Die zwischenmenschlichen Beziehungen in der NVA   (212)

a) Das Verhältnis der UaZ zu den Berufskadern 212

Soll und Ist 212

Rolle und Austragungsformen von Konflikten 215 in militärischen Organisationen

Die wechselseitige Bewertung von Berufssoldaten und UaZ 219

b) Das Verhältnis zu den Soldaten im Grund-und 227 Reservistenwehrdienst

Problemaufriß - Der Rollenkonflikt der UaZ 227 gegenüber den Wehrpflichtigen

Die Folgen der Formal-Informal-Dichotomie 230

Das Phänomen der »sekundären Anpassung« 234 im Kasernenalltag

c) Das Verhältnis der UaZ untereinander 241

Konfliktlimen innerhalb der Gruppe der UaZ 241

Die Rolle der »EK-Bewegung« unter den UaZ 243

V. Die UaZ in den Truppenteilen der NVA   (249) 

1. Versetzung und erste Erfahrungen in der Truppe  (249)  
a) Ernennung zum Unteroffizier, Versetzung und Ankunft im Truppenteil  (249)
b) Erwartungen an den Truppendienst und erste Erfahrungen 252 im Vergleich

2. Der UaZ im Ausbüdungsbetrieb sowie im Wach- und Innendienst  (256) 
a) Problemaufriß - Ein Vergleich zwischen formaler und realer Rolle 256
b) Der UaZ im Ausbüdungsprozeß als Ausbilder und Auszubildender 258

Hauptträger der unmittelbaren Führungsverantwortung gegenüber den Wehrpflichtigen   258 

Das Problem des Autoritätswandels im Technisierungsprozeß der Streitkräfte   263 

c) Der UaZ im Wach- und Innendienst  (271) 

Die Problematik des Innendienstes  (271) 

Pflichten und Probleme der Wach- und Tagesdienste   276 

d) Folgen für die Selbst- und Fremdwahrnehmung der UaZ   (281)

3. Die Stellung der UaZ in den Tmppenteüen und Einheiten 283

a) Die Akzeptanz bei Vorgesetzten und Unterstellten  (283)

Die Mikrophysik der Macht 283 Akzeptanz der UaZ durch die Soldaten im Grundwehrdienst 286

Akzeptanz der UaZ durch die Vorgesetzten 291

 

b) Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und Interessendurchsetzung  295 

Beschwerderecht und -praxis 295

Freizeitgestaltung in und außerhalb der Kaserne 302

c) Die Abschottung der kasernierten Armeeangehörigen von der Gesellschaft  (308)

Selektierter Zugang zu Medien 308

Gefahr der Entfremdung von Freunden und Verwandten  (311)   Folgen für die Partnerschaft  (313)

 

VI. Ausmaß und Formen politisch-ideologischer Indoktrination und Überwachung  (317)

1. Politunterricht - Inhalte und Methoden  (317) 

a) Ziele und Funktion der politisch-ideologischen Erziehung in der NVA  (317)

b) Geseüschaftswissenschaftüche Ausbüdung und politische Massenarbeit an den Unteroffizierausbüdungseinrichtungen  (319)

Gesellschaftswissenschaftliche Ausbüdung 319

Das Fach Militärpädagogik und -psychologie 323

Art und Umfang der politischen Massenarbeit 327

c) Politschulung und politische Massenarbeit in den Tmppenteüen 330

Die Politschulung 330

Die politische Massenarbeit im Truppenteil 332

2. Die Partei- und FDJ-Orgamsationen in der NVA - 337 Anspruch und Realität

a) Die Parteiorganisationen in den Tmppenteüen der NVA 337

Die Roüe der Parteiorganisationen im Erziehungs- und 338 Ausbüdungsprozeß

b) Die FDJ-Orgamsationen in den Tmppenteüen der NVA 343

Strukturen und Aufgaben 343

Die Roüe der FDJ im Erziehungs- und Ausbüdungsprozeß 345

3. Die Überwachung durch die Berufskader 351

4. Die Strukturen des Ministeriums für Staatssicherheit und die 354 Wirkung informeüer Mitarbeiter in den Tmppenteüen

a) Aufgaben und Strukturen der Hauptabteüung I 354

b) Die Rolle der inoffiziellen Mitarbeiter in den Truppenteilen 355 und Einheiten

c) Die Wahrnehmung des Staatssicherheitsdienstes durch die 360 kasernierten Armeeangehörigen

VII. Ausblick und Resümee  (365)

1. Selbstverständnis der UaZ und Bewertung des Militärdienstes als Lebensabschnitt im Spiegel der Zeitzeugenbefragung   (365)
a) Mentalität und Selbstverständnis der UaZ  (365)  
b) Die Folgen des Wehrdienstes für die Persönlichkeitsentwicklung (368)
c) Die Rolle des Wehrdienstes in der Biographie  (375) 
2. Resümee  (379)

 

Bildteil (389)  Pseudonyme und Kurzvorstellungen der Interviewpartner (397)  Glossar (401)

Abkürzungsverzeichnis (405)  Verzeichnis der Diagramme, Tabellen und Schaubilder (411) 

Quellen- und Literaturverzeichnis (413)    Personenregister (427)   Zum Autor (429)

 

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