Alison Benjamin, Brian McCallum

Welt ohne Bienen

Wie das Sterben einer Art

unsere Zivilisation bedroht 

2009 beim Fackelträger Verlag 
Aus dem Engl.: Helmut Dierlam

 

Audio 2009 dradio 

Audio 2013 Berlin 

 

2009     288 Seiten 

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B.htm   Ökobuch 

 

Welt ohne uns Weisman  

Welt ohne Erbarmen 

Welt vor dem Abgrund 

 

Rätselhaftes Verschwinden

Besprochen von Johannes Kaiser 2009 

dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1020136   +  dradio.de welt bienen  2013 

 

Immer wieder gab es in den letzten Jahren erschreckende Pressemeldungen über das rätselhafte Verschwinden tausender Völker der westlichen Honigbiene. Imker standen fassungslos vor Hunderten von verlassenen Bienenstöcken.

CCD - Colony Collapse Disorder nennen die Experten das mysteriöse Ereignis, bei dem die Bienen auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Doch was dieses Verhalten auslöst, darüber streiten sich die Wissenschaftler und genau dies ist das Thema des Buches. Auch die beiden Autoren, Alison Benjamin, Journalistin bei der britischen Tageszeitung "Guardian", und Brian McCallum, Bienenzüchter, behaupten nicht, das Rätsel lösen zu können. Dennoch ist ihr Buch eine ungewöhnlich anregende Lektüre, nicht zuletzt weil es in Reportageform sehr anschaulich und hautnah den Alltag und die Nöte der Züchter beschreibt, deren Verzweiflung und Frustration. Das Buch gibt einen faszinierenden Einblick in die unbekannte Welt der Bienenzucht.

Die hat heute nur noch wenig mit dem romantischen Bild des Imkers auf der blühenden Wiese gemeinsam, der es auf den Honig abgesehen hat. Inzwischen werden Honigbienen professionell gezüchtet und kommerziell eingesetzt, um Obst und Gemüse auf riesigen Plantagen zu bestäuben. So treffen zum Beispiel jedes Frühjahr in den endlosen Mandelplantagen Kaliforniens, auf denen 80 Prozent der Welternte erzeugt werden, zehntausende Bienenstöcke in großen Trucks aus den ganzen USA ein - ein lukratives Geschäft für die Imker, die pro Bienenstock bis zu 180 Dollar erhalten und für die Farmer, denn Mandeln erzielen sehr gute Preise. Es geht um ein Milliardengeschäft. Umso dramatischer sind die unerklärlichen Verluste zahlloser Honigbienenvölker. Dabei geht es nicht allein um deren geheimnisvolles Verschwinden, sondern auch um den nicht weniger rätselhaften Tod zahlloser Bienen weltweit.

Auf der Suche nach Antworten sind die beiden Autoren viel gereist, haben Imker in Großbritannien und den USA besucht, Wissenschaftler befragt, Forschungslabors besucht, Studien gelesen. So viele Experten sie interviewt haben, so viele Ursachen sind ihnen genannt worden, die in dem Buch detailliert aufgelistet werden.

Große Todesraten können Parasiten oder Viren verursachen. Seit Bienenvölker als Handelsware weltweit verschickt werden, breiten sich auch Krankheiten, die früher auf eine bestimmte Region beschränkt waren, global aus. Natürlich spielt auch der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Viele Mittel schaden den Bienen. Die zunehmende Naturzerstörung hat ebenfalls Auswirkungen auf die Gesundheit der Bienen. Zusätzlich geraten sie zumindest in den USA permanent unter Stress, indem sie tausende von Kilometern durchs Land gekarrt werden, um von einem Bestäubungsort zum nächsten zu gelangen.

Vermutet wird von den Autoren, dass das Zusammenspiel mehrerer dieser Faktoren die Völker dahinrafft, es also nicht nur eine einzige Ursache gibt. Ihre Argumente leuchten ein, sind gut begründet. Umso ernster sollte man ihre Warnung vor einem fortgesetzten Sterben nehmen, denn sollte es eines Tages keine Honigbienen mehr geben, käme das einer Katastrophe gleich. 

Zahlreiche Obst- und Gemüsesorten sind auf die Bestäubung angewiesen. Zwar gibt es noch andere Bienenarten, die ebenfalls bestäuben, doch auch die sind massiv bedroht und kein gleichwertiger Ersatz. Ohne Bienen drohen weltweit große Hungernöte. Ein Buch, das einem die Augen öffnet für die Gratisleistungen der Natur, deren Zerstörung durch den Menschen sein eigenes Überleben bedroht.

 

 

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