Heike Buchter

 

Black Rock

 

Eine heimliche Weltmacht
greift nach unserem Geld

 

2015 im Campus-Verlag

Black Rock - Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld (2015)

 

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Rabhansel PDF  Christian Rabhansel 2015

heise  BlackRock-Co-enteignen  2021 Rügemer

 

Inhalt

 

BlackRock - der mächtigste Konzern, den keiner kennt  (9) 

2  Gestatten, der neue Großeigner der Deutschland AG (17)

3  Der Mann hinter dem Koloss - ein Loser der Wall Street  (31)

4  Die Finanzkrise oder auch: BlackRocks größter Segen  (57)

5  Schattenbanken: Die im Dunkeln sieht man nicht  (99)

6  ETF: Der Schwanz wackelt bald mit dem Hund  (127)

7  Finanzkapitalismus 2.0  (153)

8  Wie BlackRock die Deutschland AG lenkt  (169)

9  Aladdin - der Dschinn in der Apfelplantage  (199)

10 Machtwechsel an der Wall Street  (231)

11 Epilog: Aber Larry Fink ist noch nicht fertig  (267)

Grafiken (273)     Register (277)

 

Heike Buchter im Gespräch mit Christian Rabhansl

Deutschlandfunk Kultur – Lesart  15.08.2015

 https://www.deutschlandfunkkultur.de/heike-buchter-blackrock-eine-weltmacht-die-kaum-jemand kennt.1270.de.html?dram:article_id=328361  

 

Ein riesiger Vermögensverwalter, der nahezu überall Geschäfte macht:

Heike Buchter beschreibt in "BlackRock" einen mächtigen Finanzkonzern, der von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird.

Die Wirtschaftsjournalistin wirbt dafür, BlackRock und vergleichbare Firmen sehr genau zu beobachten.

Goldman Sachs, Standard & Poor's, Lehman Brothers und Bear Stearns – all das sind Namen von mächtigen oder ehemals mächtigen Finanzhäusern, deren Namen spätestens mit der Finanzkrise weltweit bekannt wurden.

 Banken kollabierten oder wurden reguliert – und im Schatten dieser Entwicklung hat sich ein neuer Player etabliert, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt: der Finanzkonzern BlackRock.

Die Finanzjournalistin Heike Buchter hat ein Buch über den weltgrößten Vermögensverwalter geschrieben und tituliert BlackRock als "mächtigsten Konzern der Welt" und als "neuen Großeigentümer der Deutschland AG".

Größter Investor in Dax-Unternehmen

Kein Tag vergeht, an dem der Konzern nicht an unser aller Leben verdient. BlackRock ist der größte Investor in Dax-Unternehmen.

Der Konzern hält Anteile an BMW und Mercedes, am Nivea-Hersteller Beiersdorf, an Adidas, Pro 7, an den Energiekonzernen Eon
und RWE, an der Lufthansa und an der Telekom, an Bayer und BASF, an der Deutschen Bank und der Allianz, am deutschen
Software-Riesen SAP.

Viele Menschen in Deutschland leben sogar in Wohnungen, an denen BlackRock beteiligt ist.


Wieso ist der Name BlackRock trotzdem kaum jemandem geläufig?

"BlackRock hat überhaupt keine Veranlassung, irgendjemandem zu zeigen, wie groß dieser Koloss eigentlich ist", sagt Heike Buchter im "Lesart"-Gespräch.

BlackRock schaffe es sehr gut, dass die einzelnen Beteiligungen sehr gering wirkten, im Zusammenspiel aber einen immensen Einfluss auf Unternehmen und auch auf die Politik zu gewinnen.

 

Heike Buchter: "BlackRock ist ein Unternehmen, das Beteiligungen an so ziemlich allen großen Unternehmen dieser Welt hat. Auf
der Kundenliste haben sie die großen Pensionskassen der Welt, Stiftungen, Staatsfonds, sie beraten Zentralbanken, unter anderem
auch die Europäische Zentralbank. Sie können nennen, wen oder was Sie wollen, im großen
Bereich der Finanzen: BlackRock ist irgendwo mit irgendwas beteiligt."
Kritische Blicke auf BlackRocks schiere Größe
Regulierer und Gesetzgeber der EU und der USA würden zwar langsam kritisch auf
BlackRocks schiere Größe blicken. Aber wie soll ein Finanzgeflecht reguliert werden, das
sich selbst neue Märkte erfindet und bei dem niemand weiß, welche Folgen diese Machtfülle
haben wird?
Heike Buchter beschreibt in ihrem Buch detailreich und kenntnisreich einen Konzern, der
nahezu überall Geschäfte macht, aber in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird. Sie
wirbt dafür, BlackRock und vergleichbare Firmen genau zu beobachten. Das sei aber nicht
nur Aufgabe von Politik und Aufsichtsbehörden.
"Wir alle müssen uns fragen, wie gut wir darüber Bescheid wissen, was unser Geld anstellt."
Bei jedem Joghurtkauf sähen wir als Kunden genauer hin und fragten nach, ob die Kühe
glücklich gewesen seien. "Bei den Finanzen ist es immer so, dass die Leute sagen: Ja,
darum sollen sich die Politiker kümmern."
 

 

Von Gregor Peter Schmitz

BlackRock ist die größte Investmentgesellschaft der Welt. Sie verwaltet unvorstellbar hohe Geldsummen und ist damit ein Akteur, dessen Einfluss weit über die Grenzen des Marktes hinausreicht.

Die Journalistin Heike Buchter hat recherchiert, wie BlackRock seine weltumspannende Macht ausbaut.

Heike Buchter, Korrespondentin der „Zeit“, hat lange in New York gelebt und beobachtet, dass Besucher dort gerne das vermeintliche Finanzzentrum an der Wall Street aufsuchen. Dabei fielen dort längst nicht mehr die wichtigen Entscheidungen, glaubt Buchter – um wirkliche Macht zu sehen, müssten New York-Besucher an die 52. Straße in Manhattan fahren, wo ein unauffälliges Bürogebäude den schlichten Schriftzug BlackRock trägt. Buchter schreibt, was sich dahinter verbirgt:

 

„Black Rock ist ein Vermögensverwalter. Aber das ist so, als wenn man sagen würde,
Versailles sei ein Sommerhaus oder die Pyramiden ein Haufen Grabsteine ... Goldman
Sachs, die Deutsche Bank, die Allianz – sie alle verblassen dagegen. [...] Niemand
beherrscht so viel Kapital. Black Rock verwaltet 4,6 Billionen Dollar in seinen Fonds.
Das übersteigt das deutsche Bruttoinlandsprodukt um fast eine Billion Dollar. 80
Millionen Deutsche müssen ein Jahr lang arbeiten, um diese Summe zu
erwirtschaften. Und das ist längst nicht alles. Über die Analyse- und
Handelsplattformen des Unternehmens [...] laufen inzwischen über 5 Prozent aller
Finanzwerte weltweit.“
Verdienen und schweigen
Startseite Andruck – Das Magazin für Politische Literatur Niemand beherrscht so viel Kapital 07.09.2015
Sonntag, 22.08.2021 Suchen
22.8.2021 Heike Buchter: "BlackRock" - Niemand beherrscht so viel Kapital (Archiv)
https://www.deutschlandfunk.de/heike-buchter-blackrock-niemand-beherrscht-so-viel-kapital.1310.de.html?dram:article_id=330524 2/3
Diesem gigantischen und verschwiegenen Unternehmen hat sich Buchter in
mühsamer Recherchearbeit angenähert – und erzählt die Erfolgsgeschichte hinter
einer schlichten Idee. BlackRock-Gründer Lawrence Fink wurde im eher langweiligen
US-Hypothekengeschäft groß, aber ihm kam 1988 der Einfall, Finanzprodukte für
Anleger auf deren Risiken abzuklopfen. Das Geschäft lief rasch gut, aber es
explodierte regelrecht während der letzten Weltfinanzkrise – schließlich war niemand
so vertraut mit komplizierten und auf einmal potenziell verlustreichen Hypotheken Paketen wie Fink. Sogar der damalige US-Finanzminister Timothy Geithner bat diesen
dringend, taumelnde Bankgiganten für ihn zu durchleuchten. Kein Problem für Fink
und dessen Leute, schließlich verfügen sie über eine elektronische Geheimwaffe
namens Aladdin:
„Wie der Geist aus der Flasche im Märchen hat Aladdin Black Rocks sagenhaften
Erfolg möglich gemacht. Aladdin ist, was Black Rock im Innersten zusammenhält. [...]
Hunderte Menschen haben über zwei Jahrzehnte an den Programmen gearbeitet, die
Aladdin ausmachen. Inzwischen besteht Aladdin aus einem Heer von Tausenden
Analysten und rund 6.000 Rechnern, die Hunderte Millionen Kalkulationen pro Woche
ausführen. Eine Anlage, die die Weltraumbehörde NASA neidisch machen kann. Die
Kapazität braucht Aladdin, um täglich, stündlich, minütlich und teilweise sogar
sekündlich auszurechnen, welchen Wert die Aktien, Bonds, Devisen oder
Kreditpapiere haben, die in den milliardenschweren Anlageportfolios liegen. Wer seine
weltweiten Positionen und Risiken auf Knopfdruck abrufen kann, gewinnt einen
entscheidenden Vorsprung im immer schneller werdenden Wall-Street Milliardengezocke. Er kann rechtzeitig kaufen oder verkaufen.“
Weg vom „Heuschrecken“-Image
Bald bot BlackRock an, nicht mehr nur Anlagen zu beurteilen, sondern auch das Geld
von Anlegern zu managen – und profitierte davon, dass Investmentbanker und Händler
durch ihre Zockerei vor der Krise massiv an Glaubwürdigkeit eingebüßt hatten. So
breitete sich das Unternehmen weltweit aus. Als einzige ausländische Anlagefirma hält
Black Rock an allen Dax-Werten umfangreiche Beteiligungen. Seine Manager
vermeiden aber das aggressive Auftreten der in Deutschland so ungeliebten
„Heuschrecken“, wie Buchter analysiert:
„Das Problem der neuen Germany Inc. ist nicht, dass sich BlackRock oder die
ausländischen Großaktionäre in die Unternehmen einkaufen, um dann den Vorstand
herumzukommandieren. Im Verhältnis zu den deutschen Unternehmen ist BlackRock
wie ein New Yorker Immobilienmogul, der sich müht, seine Besitzungen in Übersee so
profitabel und reibungslos wie möglich zu betreiben. So lange der Verwalter sich als
zuverlässig erweist, besteht kein Grund sich einzumischen. Doch irgendwann passt
das Haus nicht mehr in das Portfolio oder das Haus braucht eine aufwendige und
langwierige Sanierung, dann verkauft der Eigentümer es einfach. Im schlimmsten Fall
an ein Abbruchunternehmen, eine Heuschrecke.“
Über Umwege könnte BlackRocks Engagement also nach Buchters Einschätzung
doch zu Heuschrecken führen. Und das ist nicht das einzige Problem der gewaltigen
Macht dieser Firma. Wie groß sind die Interessenkonflikte einer Firma, die
Bewertungen von Vermögenswerten vornimmt – deren Entlohnung für diese Tätigkeit
aber von eben diesen Bewertungen abhängt? Einer Firma, die Einblick erhält in die
Verkäufe von Notenbanken rund um den Globus, zugleich aber selber weltweit
investiert und anlegt? Und die sich dagegen sträubt, ähnlich streng kontrolliert zu
werden wie Banken, obwohl sie mittlerweile wohl „systemrelevanter“ als jede Bank ist.
Buchter sieht all diese Probleme größer werden, nicht kleiner:
„In der Ära der Mega-Manager wird BlackRocks Einfluss nur noch weiter steigen.
China und andere Schwellenländer schließen sich dem angelsächsischen
Finanzsystem an. Wenn Fink und seine Nachfolger es geschickt anstellen, werden
weitere Billionen in ihre Kassen fließen.“
Dass das Finanzsystem stabiler wird durch neue undurchsichtige Geld-Giganten wie
BlackRock, glaubt Buchter also nicht.
Wer die bislang gründlichste Analyse dieser
neuen Herausforderungen lesen will, kommt an ihrem Buch nicht vorbei.

 

 

 

 

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