Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft 

Von Theodore J. Kaczynski 

 

 

Washington Post und New York Times am 19. September 1995

Deutsche Übersetzung von G. Yonan, 1997

Das "Unabomber-Manifest"

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detopia-2021:

wenn ich theo (=ted, t.k.) nach der ersten Trumpära neu lese, dann denke ich, dass die trumpanhänger solches gedankengut kennen und toll finden - vielleicht nicht in der form und unter dem namen von kaczynski.

allerdings habe ich mich nie tiefer mit diesem text befasst. sicher auch, weil die dahinterliegende amerikanische grundeinstellung (waffen und so) mir als deutschen stubenhocker fremd ist.

deswegen hatte ich immer mühe, theo seinen "Leftismus" zu verstehen. (was soll denn schlecht daran sein, mitgefühl mit opfern zu haben?)

und auch, warum K. glaubt, dass die linken besonders technologiegeil sind.

und auch, warum Ted nie was gegen "Das Kapital", den Megareichtum oder gar den Kapitalismus sagt.

Das ist mir zu hoch. Da gibt es andere Amerikaner, die ich besser verstehe.

ja, so ist das: es gibt so viele unterschiedliche ideologien (das wort jetzt neutral gemeint - wie ideengebäude).

vielleicht kann ich ted mal zur detopischen sichtweise bekehren - dann hätte ich auch mal EINEN ANHÄNGER.  :-)

aber man muss zugeben, dass seine EINSAME konsequenz AUCH bewunderung abnötigt - und AUCH widerwillen.

 

Einleitung  (1-5) 

Psychologie des modernen Leftismus  (6-9)  Minderwertigkeitsgefühle (10-23)  Überanpassung (24-32)  Selbstverwirklichung (33-37) Ersatzhandlungen (38-41)   Selbstbestimmung (42-44) 

Ursprünge gesellschaftlicher Probleme  (45-58)  Zusammenbruch des Power Process (59-76) 

Probleme der Anpassung (77-86) Antriebskräfte der Wissenschaftler (87-92)  Das Wesen der Freiheit (93-98)

Einige Grundtatsachen der Geschichte  (99-110)  Die Unveränderbarkeit der industriellen-technologischen Gesellschaft (111-113) 
Die Grenzen der Freiheit in der industriellen Gesellschaft (114-120)  

Untrennbarkeit von "Gut" und "Böse" in der Technologie (121-124) Technologie und Freiheit (125-135)   Die Unlösbarkeit von Gesellschaftsproblemen (136-139) Revolution: einfacher als Reform (140-142)   Verhaltenskontrolle (143-160) 

Die Menschheit am Scheideweg (161-166)  Menschliches Leiden (167-170)    Die Zukunft (171-179) 

Strategie (180-206)  

Zwei Arten von Technologie (207-212)  Die Gefahr des Leftismus (213-230)

Schlußbemerkung (231-232) 

   

Einleitung

§1

Die Folgen der Industriellen Revolution haben sich für die Menschheit als eine Katastrophe erwiesen. Unsere Lebenserwartung ist dadurch in den "fortge­schrittenen" Ländern bedeutend gestiegen, gleichzeitig aber trat infolgedessen eine Destabilisierung der Gesellschaft ein, das Leben wurde unerfüllt, die Menschen gerieten in eine unwürdige Abhängigkeit, diese Entwicklung hat zu weit verbreiteten psychischen Problemen geführt (in der Dritten Welt auch zu organischen Krankheiten) und der Natur wurde unermeßlicher Schaden zugefügt. 

Die kontinuierliche Entwicklung der Technologie wird die Lage weiter verschlimmern. Mit Sicherheit wird die Menschheit in noch größerem Maße abhängig werden und es werden noch gewaltigere Naturschäden auftreten. Wahrscheinlich werden sich die soziale Entwurzelung und die psychologischen Probleme noch verstärken und schließlich auch in den "fortgeschrittenen" Ländern zu einem Anstieg von Krankheiten führen. 

§2

Das industriell-technologische System wird entweder überleben oder zusammenbrechen. Wenn es überlebt, KÖNNEN möglicherweise mit seiner Hilfe physische und psychische Krankheiten verringert werden, jedoch erst, nachdem das System eine lange und schmerzhafte Periode der Anpassung durchgemacht hat, und nur auf Kosten einer permanenten Verringerung der Bevölkerung und vieler anderer Lebensformen. 

An ihre Stelle treten dann manipulierte Produkte, die nur noch Rädchen in der gesellschaftlichen Maschinerie sind. Überdies werden die Folgen unvermeidlich sein, wenn das System überleben sollte: das System kann nicht durch Reformen verändert oder modifiziert werden, um dadurch zu verhindern, daß die Würde und Autonomie der Menschheit verschwindet.

§3

Aber auch wenn das System zusammenbricht, werden die Folgen sehr schmerzhaft sein. Je stärker aber das System sich entwickelt, um so katastrophaler werden die Folgen des Zusammenbruchs sein. So wäre ein schneller Zusammenbruch des Systems wünschenswerter als zu einem späteren Zeitpunkt.

§4

Deshalb treten wir für eine Revolution gegen das industrielle System ein. Diese Revolution kann mit oder ohne Gewalt durchgeführt werden, sie kann plötzlich auftreten oder sich in einem längeren Prozeß über mehrere Jahrzehnte vollziehen. Wir sind nicht in der Lage, das vorauszusagen. 

Aber wir werden ganz allgemein die Maßnahmen skizzieren, damit die Gegner des industriellen Systems den Weg für eine Revolution gegen diese Form der Gesellschaft vorbereiten können. 

Es handelt sich dabei nicht um eine POLITISCHE Revolution. Das Ziel wird nicht darin bestehen, Regierungen zu stürzen, sondern die wirtschaftliche und technologische Basis der gegenwärtigen Gesellschaft zu zerstören.

 §5 

In dieser Abhandlung werden wir nur einige der negativen Entwicklungen darstellen, die durch das industriell-technologische System entstanden sind. Andere Entwicklungen werden wir nur andeuten oder gar nicht darauf eingehen. Das bedeutet aber nicht, daß wir diese Entwicklungen für unwichtig halten.

Nur aus praktischen Gründen müssen wir unsere Erörterung auf die Gebiete beschränken, die bisher ungenügende öffentliche Aufmerksamkeit erhielten oder über die wir etwas neues zu sagen haben. 

So gibt es inzwischen sehr aktive Umwelt- und Naturschutz-Bewegungen, so daß wir nicht viel über Umwelt­zerstörung und -beschädigung geschrieben haben, obwohl wir gerade diese für außerordentlich wichtig halten.

 

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Die industrielle Gesellschaft  und ihre Zukunft (1995) Von Theodore J. Kaczynski  - "Das Manifest des Unabombers"