Hans Joachim 
Rieseberg 

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==>  Welt, 1988   ---  Hans Joachim Rieseberg  - 1990 ??    -  

=>  Arbeit, 1992   ---  Hans Joachim Rieseberg  -  2000  ???

detopia-2003: Ich danke Herrn Rieseberg für seinen hilfreichen Kontakt via Telefon und Fax.

1988 Verbrauchte Welt  Die Geschichte der Naturzerstörung und Thesen zur Befreiung vom Fortschritt 

1992 Arbeit zum Untergang  Die Geschichte der Naturzerstörung durch Arbeit

Audio 1988 im Österr. Rundfunk zum Buch 1988  59 min

*1941 in Düsseldorf 

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(d-2008:)  Eine persönliche Erinnerung:

1996 verließ ich nachmittags den Bahnhof Zwickau und tätigte einen üblichen Blick in den Außen-Wühltisch der Bahnhofsbuchhandlung. Ein Buch mit dem aufreizenden Titel "Verbrauchte Welt" kaufte ich für 3 Mark und las es auf dem Nachhauseweg. Irgendwie lenkte mich das Gehen doch etwas vom Buch ab und ich kriegte nicht alles mit. 
Der Beginn des Eingangsszenarios 1990 nahm ich für bare Münze, weil es schon 4 Jahre zurücklag, und ich zur DDR-WENDE eher ostdeutsches las. Da war die Welt noch in Ordnung, weil ja eine Kommission gegründet wurde. 40 Minuten später stieg ich die Treppenstufen zu Hause hoch, da war es 2048, und es gab keine Welt mehr.  
Irgendwie wußte ich nicht recht, wie alles geschehen war; aber mir gefiel, daß der Autor auf den Punkt kam und sagte, was er meinte.


Vita:
Hans Joachim Rieseberg, geboren 1941 in Düsseldorf, studierte Mathematik und Physik in Köln und Architektur in Berlin. #  1982 bis 1991 Leiter des Büros für wissenschaftliche Weiterbildung an der TU Berlin. #  Ab 1991 eigenes Planungsbüro für Ökologie und Architektur in Berlin. # Ab 1999 (ca.) Bauabteilung TU Berlin


berlinonline.de = berliner-zeitung vom 16.10.2006
Verlagsbeilage: GESICHTER DER UNI  # 
In Seelenruhe Berge versetzen

 

Eigentlich könnte Hans-Joachim Rieseberg ab November zufriedener Rentner sein. Doch der Präsident der TU Berlin bestimmte: Rieseberg, du bleibst. Mindestens zwei Jahre, bis die Bauaufgaben so gut wie vollendet sind, die aus der großangelegten Verwaltungsreform resultieren. Der Leiter der Bauabteilung hatte nichts dagegen. "Das schmeichelt schon", sagt er. Seit 1972 ist Rieseberg in verschiedenen Planungsstellen an der TU tätig, unterbrochen nur von acht Jahren in der Selbstständigkeit.

Wenn man Hans-Joachim Rieseberg gegenübersitzt, sieht man einen entspannt und zugleich agil wirkenden Menschen, der sich lächelnd als buddhistischen Mönch beschreibt. "Berge versetzen mit normalen Mitteln" nennt er die Mischung aus Gelassenheit, Tätigsein, Beharrlichkeit und Abwartenkönnen. Hindernisse, die man ihm in den Weg lege, suche er nicht zu beseitigen, sondern er ignoriere sie, bis sie von selbst verschwänden. Ebenso verfahre er mit einigen von ihm für nicht sinnvoll gehaltenen bürokratischen Regeln - er sei schließlich kein Verwaltungsmensch, sondern Architekt. Dem Innenrevisor macht diese laxe Haltung keine große Freude. Rieseberg offenbar schon, auch wenn er es als Mensch mit eigenem Kopf im Loyalitätengeflecht einer Hochschule nicht ganz leicht hatte. Vor dem Gespräch hat sich Rieseberg vorsorglich beim Präsidenten erkundigt, ob er sich äußern darf. Er darf und genießt es sichtlich, von seinen Projekten zu erzählen. 

Wenn er in voraussichtlich vier Jahren doch in Rente geht, möchte er zusammen mit einem Limnologen ein Buch über den Zusammenhang von Wasserkreislauf und Klimakatastrophe schreiben. Es wäre eine Fortsetzung: 1988 warnte er bereits in dem Band "Verbrauchte Welt" vor den Folgen des hohen Energieverbrauch der Industrienationen.

"Dösen" nennt er die tägliche halbe Stunde, in der er sich neue Projekte für seine Abteilung ausdenkt. Wie wäre es mit der Digitalisierung des Posteingangs? Hans-Joachim Rieseberg jongliert dutzende Einzelprojekte gleichzeitig, so viele, dass es seinen Mitarbeitern gelegentlich über den Kopf wächst. Dann bleibt er die Ruhe selbst, er muss ja Vorbild sein. Riesebergs Arbeitstag ist vollgestopft mit Terminen: mit den Leitern der Unterabteilungen, der Reinigungsfirma oder potentiellen Grundstückskäufern. 

Seine Tür steht immer offen, jeder kann ihn ansprechen, "auch der Hausmeister", versichert er. Während des Gesprächs schauen zwei seiner Teamleiterinnen vorbei. Ein Baum ist auf das TU-eigene Bootshaus gefallen. Probleme zu lösen steht in seiner täglichen Arbeit ganz oben. Bei 450.000 Quadratmetern Nutzfläche, 32.000 Studierenden und 7.000 Angestellten gebe es davon genug.

Ihm macht sein Job Spaß. Er habe nie Karriere machen wollen, sondern einfach seine Arbeit abgeliefert und sei damit letztlich gut gefahren. Wenn er über die Reform spricht, dann glaubt man ihm ein bloßes Abarbeiten von Aufgaben nicht ganz: Rieseberg ist mit Herzblut bei der Sache. Auch wenn seit 2001 das Personal in der Bauabteilung beinahe ein Drittel verringert wurde, ist sein Engagement für die Mitarbeiter glaubwürdig. "Diese verstehen, dass sie einen guten, sicheren Arbeitsplatz haben. Und dafür bringen sie Leistung." 

Die soll auch den Studierenden zugute kommen: keine langen Wege mehr, keine Sprechstunden - offene Türen wie bei Rieseberg selbst. Erst wenn der Umbau von einer bürokratischen Verwaltung in ein kundenorientiertes Servicecenter gelungen ist, kann Hans-Joachim Rieseberg wirklich zufrieden in Rente gehen. In zwei Jahren, vielleicht in vier.


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