Isaak Babel

 

Die Reiterarmee

Budjonnys Reiterarmee 

 

Audio 2005  
Tagebuch, Reiterarmee

Audio 2015 Taubenschlag 

 

1924   *1894 bis 1940 (46, ermordet)

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aus Wikipedia 2013:

Im Jahr 1920 wurde er auf dem Höhepunkt des russischen Bürgerkriegs als Reporter der Reiterarmee des Generals Budjonny zugeteilt, nachdem er sich, dem Rat Maxim Gorkis folgend, freiwillig zum Dienst in der Roten Armee gemeldet hatte. Er wurde Zeuge des erfolglosen Versuches dieser Reiterarmee das polnische Kernland zu besetzen, nachdem der Vorstoß der polnischen Armee auf dem Territorium der Ukraine vorher erfolgreich abgewehrt worden war. Der Roten Armee gelang es zwar, im Polnisch-Sowjetischen Krieg Warschau zu bedrohen, sie wurde jedoch wieder zurückgeschlagen.

Babel schrieb: "Erst im Verlauf des Jahres 1923 habe ich gelernt, meine Gedanken in einer klaren und knappen Weise auszudrücken. Danach begann ich wieder zu schreiben." Verschiedene Geschichten, die später in dem Band "Die Reiterarmee" zusammengefasst wurden, wurden 1924 in Wladimir Majakowskis Magazin LEF ("???") publiziert.

Babels ehrliche Beschreibung der Brutalität des Krieges und sein Verzicht auf Beschönigungen brachten ihm eine Reihe von mächtigen Feinden ein, unter denen auch Budjonny war. Die Einmischung Gorkis verhinderte jedoch eine Vernichtung des Buches, welches bald in verschiedene Sprachen übersetzt worden war.

Nachdem er nach Odessa zurückgekehrt war, begann Babel eine Serie von Kurzgeschichten über das Leben im Odessaer Viertel Moldawanka vor und nach der Oktoberrevolution zu schreiben. Diese wurden zunächst in verschiedenen Magazinen und Zeitschriften veröffentlicht, 1931 wurden die gesammelten Erzählungen unter dem Titel Geschichten aus Odessa als Buch veröffentlicht. Während der gleichen Zeit traf Babel Ilja Ehrenburg und schloss mit ihm Freundschaft. Er veröffentlichte seine Kurzgeschichten während der gesamten verbleibenden 20er Jahre. 1925 emigrierte seine erste Frau Jewgenija Gronfein jedoch nach Paris. Er heiratete später Antonina Piroschkowa.

1930 reiste Babel durch die Ukraine und sah die Brutalität, mit der die Kollektivierung in der Sowjetunion durchgeführt wurde. Als Stalin seinen Griff um die sowjetische Kultur festigte und besonders nach dem Entstehen des "Sozialistischen Realismus" begann Babel sich vom öffentlichen Leben zurückzuziehen. "Zu arbeiten", notiert er, "fällt mir sehr viel schwerer als früher." 

In Deutschland von Tucholsky in der "Weltbühne" gelobt, wuchsen zu Hause die persönlichen Schwierigkeiten, welche sich aus seinem ungeschönten Umgang mit der Realität des Russischen Bürgerkrieges ergaben. Was Babels Wahrheit unbequem, ja gefährlich machte: Noch gab es Augenzeugen, Verantwortliche, für die von Babel in der Reiterarmee geschilderten Geschehnisse, welche sich zum Teil in einflussreichen Positionen des sowjetischen Staatsapparates befanden. Gegen die Vorwürfe, er habe das Bild der Roten Reiterarmee entstellt, konnte er sich daher öffentlich schon nicht mehr äußern.

Nach einigen vergeblichen Anfragen wurde es Babel schließlich gestattet, ins Ausland nach Paris zu reisen und dort seine Familie zu besuchen. 1935 hielt er eine Ansprache auf dem Kongress antifaschistischer Schriftsteller in Paris. Nach seiner Rückkehr arbeitete er mit Sergei Eisenstein an dem Film <Beschinwiese> und schrieb an Drehbüchern für weitere sowjetische Filme mit. 

1935 erschien sein zweites Theaterstück <Marija> im Druck. Es spielt im revolutionären Petrograd nach 1917, in einer Stadt des Elends und des Todes. Die scharfen Reaktionen auf die Veröffentlichung führten zum Abbruch der Proben an verschiedenen Theatern. Es wurde an keiner sowjetischen Bühne aufgeführt. Seine Welturaufführung erfuhr das Drama 1964 in italienischer Sprache am Piccolo-Theater in Florenz.

Nach dem Tod von Maxim Gorki verbrachte Babel seine Zeit in der ständigen Angst, verhaftet zu werden. Obwohl er Schriftsteller und im Ausland gewesen war, wurde er aber vom Großen Terror unter Nikolai Iwanowitsch Jeschow zunächst verschont. Dies wurde durch gute Kontakte ermöglicht, welche er zu den Ausführenden des Stalinistischen Terrors aufbaute. Erst nach der Absetzung Jeschows im Dezember 1938 geriet er in akute Gefahr.

Man verhaftete ihn aufgrund einer Denunziation am 15. Mai 1939 gegen 5 Uhr morgens in seiner Datscha im Dorf Peredelkino. Er wurde in Begleitung seiner Frau (die nicht verhaftet wurde) in das große Moskauer Gefängnis Lubjanka gebracht und beschuldigt, für den Westen spioniert zu haben. Die Anschuldigungen stützten sich dabei hauptsächlich darauf, dass Babel gute Kontakte zu dem ehemaligen Chef des NKWD Jeschow über eine Affäre mit dessen Frau und auch zu seinem Vorgänger Jagoda hatte. 

Neben diesen tatsächlich ausschlaggebenden Fakten, durch die er von dem neuen NKWD-Chef Lawrenti Beria als Feind angesehen wurde, warf man ihm im Laufe der Verhöre auch noch "verbotene" Gespräche mit verschiedenen anderen "Staatsfeinden" vor. 

Nach seinem erzwungenen Geständnis, welches er am Tag seiner Gerichtsverhandlung widerrief, wurde er angeklagt, am 26. Januar 1940 von einem Tribunal, bestehend aus dem Richter Ulrich und den Militärs Kandybin und Dimitriew, für schuldig befunden und am darauffolgenden Tag im Gefängnis Butyrka erschossen

Seine Witwe Antonina Nikolajewna erfuhr erst 15 Jahre später von seinem Schicksal, vorher wurde ihr immer wieder die falsche Information gegeben, dass ihr Mann noch am Leben sei. Nach einer offiziellen Version sollte er in einem Lager in Sibirien am 17. März 1941 gestorben sein. Seine Manuskripte wurden vom NKWD bei seiner Verhaftung beschlagnahmt und später verbrannt. 

Am 23. Dezember 1954 wurde Babel öffentlich von den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen freigesprochen. Dies ermöglichte die erneute Veröffentlichung seiner erhalten gebliebenen Werke ab 1957 durch seine Witwe. 

 

 

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