Dancik S. Baldajew 

Zeichnungen aus dem Gulag

ISBN 978-3861500018 

 

D.S. Baldajev - Zeichner des GULag

Deutschland 1992 | 72 Min
Camera: Hans Peter Böffgen 

Video Anfang 4 min 

 

1993  342 Seiten

wikipedia.Autor  *1925 bis 2005 (80)

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Buchbeschreibung:

(Hrsg. Hans-Peter Böffgen, Thees Klahn u. Andrzej Klamt. Einleitung Boris Groys. Übers. Christina Delavre, Anja Klamt, Annelore Nitschke. Originalausgabe. 1. Aufl.). (Frankfurt), Zweitausendeins, (1993). 342, [2] S., mit sehr vielen Abb. nach Tuschezeichnungen. Orig.-Pappband im OSchuber. Quer-Gr.-8° - Bildlegenden in deutsch und russisch. - 

Schildert in prägnanten Zeichnungen eines Augenzeugen den Staatsterror der Sowjetunion im Gulag. Sämtliche Grausamkeiten, die nur erdenklich sind, sind in Wort und Bild dargestellt. (Seit Beginn der Lesekarriere des Bearbeiters rgf vor fast 50 Jahren dürfte es nur wenige Bücher gegeben haben, die ihn derart beeindruckt und sprach- und hilflos zurückgelassen haben). - Wir bitten bei Bestellung um Altersangabe.

 

Die Tuschezeichnungen Dancik Sergejewitsch Baldajews (geb. 1925), der als Mitglied der Familie eines "Volksfeindes" - nach Angaben seines Vaters sind insgesamt 58 Familienangehörige im Gulag umgekommen - in den fünfziger Jahren nur bei "niederen Arbeiten" im MWD Verwendung finden durfte, beruhen auf Skizzen und Notizen, die der Künstler nach seiner Dienstzeit angefertigt hat. 

1981 wurde er nach 33 Dienstjahren beim MWD in die Pension entlassen. Ab 1989 begann Baldajew seine bis dahin im verborgenen zusammengetragene Sammlung der Öffentlichkeit zu zeigen.

Quelle: Dobrowolski, I. W. (Hrsg.): Schwarzbuch GULAG. Die sowjetischen Konzentrationslager. Graz 2002. S. 300-312. 

D.S. Baldajev - Zeichner des GULag

Deutschland 1992 | 72 Min

Camera: Hans Peter Böffgen

Der Burjat-Mongole D.S.Baldajew hat zwar 58 Verwandte durch den Stalin-Terror verloren, und sein Vater saß selbst im Gulag, er aber wurde zum Mitarbeiter des Sicherheitsapparates. 

Baldajew beschreibt, wie er als scheinbar zustimmender Zuschauer damals ganz nah an die Folterszenen herankam, um sie zu zeichnen, und wie er so zum Chronisten von Staatsterror und sadistischer Menschenverachtung wurde.

Deutschland 1993, Dokumentarfilm
Regie Hans Peter Böffgen; Andrzej Klamt
Produktionsfirma Tonfilm Frankfurt (Frankfurt am Main)

Google2    onlinefilm.org/-/film/26598  3 Euro 

 

youtube.com/watch?v=wuqtiM6GI6M  

Veröffentlicht am 28.07.2014 

Diebe im Gesetz ist die Bezeichnung für eine bestimmte Gruppe von Kriminellen, die meist aus dem Territorium der früheren Sowjetunion kommen und der Organisierten Kriminalität zuzurechnen sind. Die „Diebe im Gesetz“ sind nicht Mitglieder einer zusammengehörigen Organisation, sondern sind jeweils Anführer eines regionalen Verbands. Sie gehören jedoch zu einer gemeinsamen Subkultur, die zu Zeiten der Sowjetunion eigene Organisationsstrukturen, Kommunikationsformen und Verhaltenskodizes entwickelt hatte.

Schon zur Zarenzeit etablierte sich in Russland eine organisierte Kriminalität. Während dieser Zeit genossen die „Diebe im Gesetz“ einen Respekt, der mit dem von Robin Hood zu vergleichen ist. Diese Kriminellen nennen sich vermutlich seit der Stalin-Ära und der Zeit der Straflager des sogenannten GULag, „Diebe im Gesetz“. Die in Stalins Amtszeit rigide durchgesetzte Repressionspolitik bedeutete seit den 1920er Jahren für politische Regimegegner und Kriminelle gemeinsame Haft. Manche von ihnen formierten sich zur Organisation der Diebe im Gesetz, die bald schon großen Einfluss innerhalb der Gefangenenlager hatte.

Diese Organisationsform gibt es noch heute. Sie ist spätestens seit dem Zerfall der Sowjetunion auch international aktiv und hat in der organisierten Kriminalität weltweit großen Einfluss. Beachtlich ist, dass die „Diebe im Gesetz“ früher in der sozialistischen wie auch heute in der kapitalistischen Gesellschaft eine hohe Reputation genießen, was auch auf ihre Geschichte als Ausgestoßene in der Stalin-Zeit zurückzuführen ist. Die „Diebe im Gesetz“ kommen nicht nur aus Russland, sondern auch aus der Ukraine, Weißrussland, Aserbaidschan, Armenien, Georgien oder anderen ehemaligen Unionsrepubliken.

Die „Diebe“ lebten damals mehr als heute nach eigenen sozialen Regeln, dem „Diebesgesetz“, das es ihnen unter anderem verbietet, mit den Behörden in irgendeiner Weise zusammenzuarbeiten, eine Familie zu gründen oder einer regulären Arbeit nachzugehen. Dabei zahlen die Mitglieder in eine gemeinsame Kasse („Abschtschak“) ein, die zentral verwaltet wird und mit deren Geldern gemeinsame Interessen und der Lebensstil der höherrangigen Mitglieder finanziert werden. Auch für die finanzielle Unterstützung von inhaftierten Mitgliedern ist das Geld bestimmt. Die „Diebe“ halten regelmäßige Treffen ab (S’chodka), deren Beschlüssen Folge zu leisten ist. Den Abschtschak gibt es auch in Gefängnissen – auch in den Justizvollzugsanstalten in Deutschland. Er ist auch dafür vorgesehen, neue Gefangene für die erste Haftzeit bis zu deren ersten Einkauf mit Nahrungsmitteln und Tabak zu versorgen.

Ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Diebe im Gesetz sind ihre markanten Tätowierungen. Sie geben Auskunft über den Status des „Diebes“ aber auch z. B. über seine Verurteilungen und Gefängnisaufenthalte. Zu Sowjetzeiten war in den Zeichnungen auch die Verhöhnung des Staates gängig, z. B. durch Verunglimpfung des Textes der sowjetischen Nationalhymne. Die Tätowierungen wurden durch Danzig Baldajew ausgiebig erforscht. Wer sich Tätowierungen anbringt, die ihm nicht zustehen, oder sich mit Straftaten schmückt, die er nicht begangen hat fällt im Ansehen auf die unterste Stufe, die auch für Sexualverbrecher vorgesehen ist. Er wird von den anderen Gefangenen gemieden, verachtet und manchmal sogar ermordet, meist werden solche Tätowierungen zwangsweise entfernt. Heute ist es zu beobachten, dass Mitglieder der Organisation neue Tätowierungen meiden bzw. sich sogar alte entfernen lassen – vermutlich um in der gehobenen Gesellschaft, in die einige aufgrund ihres Reichtums Eingang finden, nicht weiter negativ aufzufallen, auch wenn sie damit streng genommen gegen das eigene „Diebesgesetz“ verstoßen.

Die Diebe im Gesetz und die Schattenjustiz. 

Hierbei handelt es sich um inoffizielle Gerichtsbarkeiten in der Russischen Föderation, die vor allem dazu angerufen werden, um Vermögensstreitigkeiten zu regeln. Hierbei ist es für das „Gericht“ unerheblich, ob dem Streit legale oder illegale Tatsachen zu Grunde liegen. In beiderlei Fällen kann der Richter angerufen werden. Die „Richter“ sind stets kriminelle Autoritäten und in vielen Fällen Wory w sakone. Ihr Urteil muss befolgt werden. Weigert sich eine der Parteien, das Urteil anzuerkennen, wird dies gegebenenfalls auch mit Gewalt durchgesetzt.

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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