Leonardo Boff 
Professor  

Zukunft für Mutter Erde

Warum wir als Krone der
Schöpfung abdanken müssen 

 

2010 im Petropolis-Verlag in Rio de Janeiro
2012 im Claudius-Verlag mit einem Vorwort von Heiner Geißler

2010    316 Seiten

wikipedia.Autor  *1938 in Brasilien

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DNB.Autor (200 Treffer, viele Broschüren)

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detopia

B.htm   Ökobuch   2010-Buch

Atilio.Boron    Paulo.Freire   J.Lutzenberger   Dorothee.Sölle   I.Brandao

"Wenn wir jedoch nicht genug unternehmen, um den Zustand der Erde zu stabilisieren, und die Durchschnittstemperatur um 3 bis 4 Grad Celsius ansteigt, dann wird – nach Aussage von ernst zu nehmenden Forschungseinrichtungen – Leben nicht länger möglich sein. Einige Menschen werden in bestimmten Regionen, sozusagen Oasen oder rettenden Häfen, überleben, doch die übrige Erde wird verwüstet und von Leichen bedeckt sein." (in Einleitung)

 

 

 

 2012 Achtsamkeit

Von der Notwendigkeit, unsere Haltung zu ändern

 

 

 

mit dem Dalai Lama

 

 

 

Rettet die Erde!

Eine Theologie für die Schöpfung

 

 

  • Professor für Theologie, Ethik und Spiritualität

  • Zahlreiche Gastprofessuren in USA und Europa.

  • Nach Konflikten mit dem Vatikan trat er 1992 aus dem Franziskanerorden aus. 

  • Leonardo Boff gilt als bedeutendster Vertreter der Befreiungstheologie. 

  • In seinen mehr als 60 Büchern behandelt er neben theologischen Fragen vor allem Probleme der Armutsbekämpfung, der Menschenrechte und der Ökologie. 

  • 2001 wurde er mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

  • Katholischer Befreiungstheologe

 


INTERVIEW   2016 in Frankfurter Rundschau
fr.de/kultur/arm-nicht-wird-gemacht-11080745.html 
„Arm ist man nicht, arm wird man gemacht“

Der Befreiungstheologe Leonardo Boff über die Situation der katholischen Kirche, die Obsession Ratzingers, die Pläne Papst Franziskus’ und den scharfen Gegenwind aus den USA.

Herr Boff, die lateinamerikanische Befreiungstheologie, zu deren prominentesten Vertretern Sie gehören, ist durch Papst Franziskus zu neuen Ehren gekommen. Eine Rehabilitation auch für Sie persönlich nach den jahrzehntelangen Kämpfen mit Papst Johannes Paul II. und seinem obersten Glaubenswächter Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI?


 

Boff und der Vatikan (Wikipedia 2017)

Nachdem Boff bereits seit 1971 vom Vatikan wegen seiner "Irrlehre" unter Beobachtung gestanden hatte, kam es mit dem Erscheinen von <Kirche: Charisma und Macht> (1981) zum offenen Konflikt mit der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre.

In dem Werk, das den Untertitel <Eine militante Ekklesiologie> trug und eine Sammlung mehrerer früherer Schriften darstellte, polemisierte Boff gegen hierarchische und undemo kratische Kirchen strukturen und forderte eine revolutionäre und eindeutig auf der Seite der unterdrückten Klasse stehende Kirche.

Die Publikation führte zum <Fall Boff>: Sein zweiter Doktorvater, der Franziskaner Bonaventura, warf ihm öffentlich Häresie vor. Als Boff daraufhin an Ratzinger schrieb, den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, und ihn um Rat bat, erhielt er im Mai 1984 eine Vorladung nach Rom. Im September fand das Geheimgespräch mit der Kurie statt.

Obwohl Boff danach rehabilitiert zu sein schien, wurde ihm von der Kongregation für ein Jahr ein Rede- und Lehrverbot ("Bußschweigen") auferlegt. 1986 erhielt er die Lehrerlaubnis einen Monat vor Ablauf der Frist zurück.

 


Inhalt 2010 Mutter Erde

Inhalt pdf  

Vorwort (9)

Einleitung (11) Das Alte liegt in Agonie, das Neue wird unter Schmerzen geboren (11)

Erstes Kapitel - Integrale Ökologie - die Mutter Erde: Würde und Rechte  (17)

1. Wir alle sind Afrikaner 18 2. Zeitalter des Menschlichen: Geist, Materie und Leben (20)  3. Ökologischer Alarm: Wandel oder Untergang (23)  4. Die Erde als Gaia: eine ethische und spirituelle Herausforderung 30 5. Die Erde als Subjekt von Würde und Rechten 43 6. Ein menschliches Armageddon? 50 7. Kann der Kapitalismus im Selbstmord enden? 53 8. Wann hat unser Irrweg seinen Anfang genommen? 55 9. Wiedererlangen, was wir verloren haben 59 10. Der grenzenlose Respekt vor allem Sein 61 11. Das Herz wiedergewinnen 63 12. Argumente für die Erde als Mutter 65

Zweites Kapitel - Spiritualität der Erde: Es gibt keinen Himmel ohne die Erde (73)

1. Tiefenökologie 74 2. Der kosmische Christus 80 3. Spiritualität im Geschäftsleben 84 4. Das Universum als Entwurf: kein Nullsummenspiel 86  5. Die Freisetzung der Utopie 88 6. Die wahre Alternative: Leben oder Auferstehung 91 7. Franziskanische Liebe 92 8. Die Achse der Liebe: Rumi und Franz von Assisi 94 9. Das Christentum und das Schicksal des Menschen 105 10. Christus und Buddha umarmen einander 110 11. Wie kann man nach Auschwitz von Gott und vom Menschen denken? 113 12. „Resilienz" und ökologisches Drama 116 13. Die zentrale Rolle der Frauen für den christlichen Glauben 118 14. Aktualität des Zen-Buddhismus angesichts der gegenwärtigen Krise 122 15. Yin und Yang: das Gleichgewicht, das wir brauchen 126 16. Von der Möglichkeit des Glücks in diesem Leben 128 17. „Bruttoinlandsglück" 131 18. Sinn für Humor und Fest 133 19. Der Geist kommt vor dem Missionar 135 20. Der Liebe eine andere Sprache verleihen 137

Drittes Kapitel - Ökologische Ethik: auf der Suche nach einem Weltethos (141)

1. Wege der Ethik heute 142 2. Auf der Suche nach einem planetarischen Ethos 144 3. Die Dringlichkeit, die Fundamente neu zu legen 162 4. Die Chancen der Krise nicht verspielen 164 5. Die Kosmologie der Herrschaft in der Krise 167 6. Wem gehört die Erde? 169 7. Die Wirtschafts- und Finanzkrise: das vollkommene Loch 171 8. Der kürzeste Weg ins Scheitern 174 9. Totaler Krieg gegen Gaia 176 10. Die Tendenz des Kapitalismus zum Selbstmord 178 11. Werden wir alle aus statistischen Gründen zu Sozialisten? 180 12. Besser leben oder gut leben? 182 13. "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar" 184 14. „Alle Räder stehen still, wenn keiner den Ramsch mehr haben will" 191 15. Entwicklung und Nachhaltigkeit: einander widersprechende Konzepte? 196 16. Ethik und Grenzsituationen 203

Viertes Kapitel - Ökologisch-soziale Politik: Wer muss sich um die Erde kümmern? (213)

1. Die neue Entwicklungsstufe der Geschichte: die Noosphäre 214 2. Wer muss sich um den Planeten kümmern? 216 3. Hat der Individualismus noch eine Zukunft? 218  4. Kapitalistischer Pessimismus und Sozialdarwinismus (221)  5. Die Todsünden des Kapitalismus: Ökozid, Biozid, Geozid 224 6. Oberflächliche Ökonomie und Tiefenökonomie (243)  7. Wie wir dem Ende der Welt entrinnen können (247)  8. Die Blindheit der Weltgesellschaft 250 9. Der wahre „Kampf der Kulturen" 253 10. Eine heilige Allianz zwischen Wissenschaft und Religion (255)  11. Ökologie und Sozialismus (257)  12. Ökologisch-soziale Demokratie 262 13. Der Mensch zwischen Poesie und Prosa 267 14. Worin besteht der nächste Schritt der Menschheit? 269 15. Ein schöner Traum: der Sieg der Vernunft des Herzens (277)  16. Welche Zukunft erwartet uns? (281)

Fünftes Kapitel - Erzählungen und Reflexionen, die zu denken geben  (283)

1. Das traurige Ende des rein materiellen Wachstums (284) 2. Ein Gott, der weinen kann 286  3. Christus weinte um den Vatikan 288 4. Jesus plagten Zweifel, Angst und Hoffnungslosigkeit (290)  5. Die glückliche Ehe zwischen Himmel und Erde 292 6. Indios und Schwarze: das schlechte Gewissen der Christen 294  7. Der Zauber der Orixas 298  8. Die Erzählung des Kosmos und die Gottesfrage (301)

Zum Schluss -  Das Zeitalter der ausgestreckten Hand  (307)

Literatur  (311-316)


Zum Buch

Niemals zuvor stand die Menschheit vor einer ähnlichen Entscheidung: Entweder wir ändern uns radikal oder wir nehmen die Verwüstung der lebendigen Vielfalt der Erde und unsere eigene Vernichtung in Kauf. <Zukunft für Mutter Erde> ist ein leidenschaftliches wie eindrucksvolles Plädoyer gegen den Konsumwahn und unsere Selbstzentriertheit und für ein neues, nachhaltiges Verhältnis zwischen Mensch und Erde. Der weltberühmte Befreiungstheologe und Träger des Alternativen Nobelpreises Leonardo Boff, der sich seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und gegen Armut engagiert, schildert in seinem aktuellen Buch mit großer Sachkenntnis die Problemlage und ermutigt zu Umdenken und entschiedenem Handeln. Seine Thesen und Forderungen hat er auch vor der UNO vorgetragen.  (Verlagstext)

 

In der Einleitung des Autors

"Wenn wir jedoch nicht genug unternehmen, um den Zustand der Erde zu stabilisieren, und die Durchschnittstemperatur um 3 bis 4 Grad Celsius ansteigt, dann wird – nach Aussage von ernst zu nehmenden Forschungseinrichtungen – Leben nicht länger möglich sein. Einige Menschen werden in bestimmten Regionen, sozusagen Oasen oder rettenden Häfen, überleben, doch die übrige Erde wird verwüstet und von Leichen bedeckt sein."

 

Manfred Sandau bei Amazon:
TOP 1000 REZENSENT
5 Sterne
Sind wir denn noch zu retten?
5. Juni 2013

Niemand, der auf einem Baum, in luftiger Höhe sitzt, würde den Ast auf dem er sitzt absägen. Aber genau das machen wir mit der Erde auf der wir leben, so nach dem Motto: Nach mir die Sintflut. Tatsächliche Sintfluten hatten wir 2002 und jetzt gerade wieder an der Donau, an der Elbe, an Rhein und Neckar usw. Es müssten eigentlich alle von diesen Katastrophen Betroffenen, sei das direkt oder indirekt, die Bücher von Boff, von Latif von James Loverlock usw. lesen.
Dieser hat 1992 die These aufgestellt, dass diese Erde ein lebendiger Organismus ist.
Das hat aber auch schon ein Indianerhäuptling 1848 in seiner Rede an den weißen Mann so ausgedrückt: „Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volke heilig“. Wir singen das auch, jedenfalls wenn wir noch einer der beiden großen Kirchen angehören, in einem Kanon.
Klimakonferenz in Rio 1992 und Klimafolgekonferenz und Folgekonferenz der Folgekonferenz. Worüber wird sich da unterhalten? Über den Verkauf von Verschmutzungsrechten, also so etwas wie Ablasshandel. Über den Einbau von Filteranlagen in Schornsteine. Gerade will man beschließen japanische Atommeiler, die nach Fukushima abgeschaltet wurden wieder in Betrieb zu nehmen.
Sind wir denn alle eigentlich noch zu retten? Können wir alle notwendigen Schritte, die aus richtigen Analysen folgen, immer weiter auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben? Der Bericht des Club of Rom, die „Grenzen des Wachstums“, wurde vor 40 Jahren vorgelegt. Gerade gibt es eine Aktualisierung.
Ich möchte Frau Merkel wirklich nicht zu nahe treten, immer wenn ich sie irgendwo höre, dann fällt mindestens einmal der Satz „Wir brauchen Wachstum“. Als ehemalige Physikerin, sollte sie wissen dass bei endlichen Ressourcen, irgendwann die Vorräte aufgebraucht sind. Und dann?
Die Zahl der Einkommensmillionäre steigt ständig. Die vielleicht 10% der wirklich reichen Leute in diesem Land haben ihren Reichtum in 10 Jahren verdoppelt. Wohingegen die Hälfte der 5 Mill. Arbeitslosen die wir vor 10 Jahren hatten nun von ihrer Arbeit nicht mehr leben kann. An der Jeans, die wir für 10 Euro beim Discounter kaufen klebt Blut, mindestens 2 Fabriken sind in Pakistan einfach zusammengebrochen, oder ausgebrannt und es hat so viele Tote wie beim Zusammensturz des World Trade Centers gegeben.
In dem nächsten Buch, das "Achtsamkeit" heißt, beschreibt Boff auch einen möglichen Ausweg, nämlich diese Erde wieder lieben zu lernen und unabdingbar gehört dazu auch den Bruder und die Schwester zu lieben, weil wir alle gemeinsam in diesem Boot sitzen und entweder so rücksichtsvoll mit der Erde umgehen, dass sie und wir überleben oder wir saufen alle gemeinsam ab. Die Erde wird sich dann in ein paar Milliarden Jahren wieder erholen. Wir brauchen sie, aber sie braucht uns nicht unbedingt. #

 

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