Tanja Busse

Weltuntergang als Erlebnis

Apokalyptische Erzählungen
in den Massenmedien

Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Claus Eurich

Erweiterte Doktorarbeit 

2000 im: Deutscher Universitäts-Verlag

2000      240 Seiten 

wikipedia.Busse    *1970 in Westfalen

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Geleitwort:  wikipedia  Claus_Eurich  *1950 

 

Wenn in den Medien über Krisen und Katastrophen berichtet wird, geschieht das oft in Form einer apokalyptischen Erzählung. In dieser traditionellen, ursprünglich religiösen Art der Krisenbewältigung erhält die Erfahrung von Unsicherheit und Bedrohung einen höheren theologischen Sinn. 

Tanja Busse entwickelt eine Theorie der apokalyptischen Erzählung und untersucht ihre Erscheinungsformen an drei historischen und sechs aktuellen Beispielen. In einem historischen Aufriss verfolgt sie die Geschichte des apokalyptischen Denkens und Erzählens von der jüdisch-christlichen Tradition über seine Wandlung in säkulare Vorstellungen bis hin zur Verarbeitung in den Massenmedien. 

Die Autorin zeigt, dass der Weltuntergang zum medialen Ereignis wird und so die apokalyptische Erzählung die reale Bedrohung fiktiv entschärft.

Autorenportrait

Tanja Busse: Jahrgang 1970, aufgewachsen auf einem Bauernhof in Eversen (Ostwestfalen), Studium der Journalistik in Dortmund und der Philosophie in Bochum und Pisa; seit 1993 freie Mitarbeiterin für verschiedene Radio- und Fernsehredaktionen des WDR; 1999 Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit über die Massenmedien vor der Jahrtausendwende; freie Journalistin in Berlin, u.a. für Die Zeit, WDR, DeutschlandRadio Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.: "Sechzehn Jahre sind kein Leben. Die Kinder der Ära Kohl", in: Dürr, Tobias/Soldt, Rüdiger (Hg.): "Die CDU nach Kohl", Frankfurt a. M. 1998; "Weltuntergang als Erlebnis", Wiesbaden 2000.

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Sie wuchs auf dem elterlichen Bauernhof in Eversen im Kreis Höxter auf und besuchte das Städtische Gymnasium in Steinheim. Danach studierte sie Journalismus an der Universität Dortmund sowie Philosophie in Bochum und Pisa. 1999 wurde sie in Dortmund promoviert mit einer Dissertation zum Thema „Weltuntergang als Erlebnis. Apokalyptische Erzählungen in den Massenmedien vor der Jahrtausendwende“. Busse hat für mehrere deutschsprachige Zeitungen gearbeitet, wie die Neue Westfälische und Die Zeit, und ist nun freie Journalistin und Autorin. Das Volontariat absolvierte sie beim WDR, wo sie als Moderatorin und Redakteurin bei WDR 3 und WDR 5 tätig ist.

 

Inhalt    2000      Inhaltsverzeichnis.pdf 

 

1 Einleitung  

 

2 Was ist Apokalypse?  7 

2.1 Form, Gehalt und Dimensionen der Apokalypse  8 

2.1.1 Die apokalyptische Figur  8 

2.1.2 Die apokalyptische Erzählung  8 

2.1.3 Authentische, sekundäre und Scheinapokalypsen  9 

2.2 Zum Verhältnis von Apokalypse und Weltuntergang  11 

2.2.1 Überdimensionierung: Weltuntergang als Hyperbel  12 

2.2.2 Weltuntergang als globale Apokalypse 13 

2.2.3 Weltuntergang als Ausdruck von Weltangst 14 

2.3 Zum Verhältnis von Fiktion und Realität in der Apokalypse (15) 2.3.1 Die Zeichenhaftigkeit (15) 2.3.2 Der Wahrheitsanspruch (16) 2.4 Zur Psychologie der Apokalypse I: Regression und Angst (17) 2.4.1 Regressive Radikalität (17) 2.4.2 Katharsis, Leidensdruck und Genugtuung (18) 2.4.3 Die Lust am Grauen: Hölle auf Wunsch (20) 2.4.4 Angst (20) 2.5 Psychologie der Apokalypse II: Das dritte Element (21)  2.5.1 Sehnsucht und Hoffnung (21)  2.5.2 Die höhere Macht (22)

 

3 Kleine Geschichte der Weltuntergangs I: Die Apokalypse Gottes   (24)

3.1 Weltuntergang als mythisches Motiv 24 3.1.1 Weltuntergang als Teil zyklischer Weltzeitalter 24 3.1.2 Elemente und Funktionen des Weltuntergangs in der Mythologie 26 

3.2 Die jüdischen Apokalypsen 28 3.2.1 Ursprung im Prophetentum 28 3.2.2 Das Buch Daniel 29 3.2.3 Apokalypsen als literarische Gattung und Geistesströmung 30 3.2.4 Kennzeichen der jüdischen Apokalyptik 31 

3.3 Die frühchristlichen Apokalypsen und die Offenbarung des Johannes 33 3.3.1 Der Einfluß der Judentums 33 3.3.2 Jesus als Apokalyptiker 33 3.3.3 Die geheime Offenbarung des Johannes 34 3.3.4 Heilsgeschichte im Dienst der Zeitgeschichte 36 3.3.5 Kennzeichen der christlichen Apokalyptik 37 

3.4 Endzeitvorstellungen und apokalyptische Eschatologie im Mittelalter 38 3.4.1 Die Wirkung der Offenbarung des Johannes 38 3.4.2 Die Theologen und die Verdrängung der Naherwartung 39 3.4.3 Adso und der Endkaiser 40 3.4.4 Das Jahr 1000 42 3.4.5 Messianistische Bewegungen 43 3.4.6 Kennzeichen der mittelalterlichen Endzeitvorstellungen 45 

3.5 Die langsame Entfernung Gottes 46  #  3.5.1 Martin Luther, Francis Bacon und das Ende der Enden 46 3.5.2 Francis Bacon: Ursachen statt göttlicher Zeichen 49 3.5.3 Das Projekt Zukunft (50)

 

4  Kleine Geschichte des Weltuntergangs II: Das apokalyptische Erbe in der neuen Zeit  (53)

4.1 Die Wissenschaft und das Weltende 53 4.1.1 Ein neuer Blick auf die Erde 53  4.1.2 Kant und kein Ende aller Dinge 55 4.1.3 Fortschritt als säkularisierte Eschatologie? 57 

4.2 Die neue Weltanschauung und ihre Folgen 58 4.2.1 Die Verselbständigung des rationalen Denkens 58 4.2.2 Die Transformation der Gesellschaft 59 4.2.3 Risiko als Haltung der Moderne 61 4.2.4 Die Erfindung der Zukunft 63 

4.3 Der Mythos der Maschine 64 4.3.1 Die ambivalente Bewertung der menschlichen Fähigkeiten: Verheißung und Bedrohung 64 4.3.2 Die Maschine als Vehikel des Fortschritts 67 

4.4 Der Fortschrittsgedanke als neues Geschichtsverständnis 69 4.4.1 Malthus: Fortschritt als Weg in die Katastrophe - und wieder heraus 70 4.4.2 Marx: Fortschritt als Weg zur Herrschaft des Proletariats 71 4.4.3 Das Gegenstück des Fortschrittskonzepts: Der Endzeitmythos 73 

4.5 Die Veränderung des apokalyptischen Denkens 76 4.5.1 Populäre Weltuntergangsvorstellungen 76 4.5.2 Elemente des Apokalyptischen im säkularisierten Denken 79 

 

5 Apokalyptische Erzählungen im Zeitalter der Massenmedien I: Drei historische Beispiele 82 

5.1 Die Zeitung: Karl Kraus als einsamer Apokalyptiker 83 5.1.1 Die historische Situation: Die Stimmung vor dem Ersten Weltkrieg, Wien und die Fackel 83 5.1.2 Die apokalyptische Vision: Weltuntergang durch Technik und Zeitung 88 

5.2 Das Schiff: Der Untergang der Titanic als variables apokalyptisches Zeichen 93 5.2.1 Die historische Situation: Bedeutung und Sicherheit der Schiffe um die Jahrhundertwende 93 5.2.2 Das apokalyptische Verlaufsmodell in der amerikanischen Berichterstattung über den Untergang 95 5.2.3 Die Titanic als variable apokalyptische Erzählung 99 

5.3 Das Atom: Der Reaktorunfall von Tschernobyl als apokalyptische Warnung 102 5.3.1 Die historische Situation: Atom als umstrittenes Zeichen..... 102 5.3.2 Der Reaktorunfall von Tschernobyl in der Berichterstattung des Spiegel 107 5.3.3 Tschernobyl als apokalyptische Warnung (111)

 

6 Apokalypse im Zeitalter der Massenmedien II: Theoretische Überlegungen  (115)

6.1 Die apokalyptische Erzählung aus medientheoretischer Sicht 115 S.JJ- 611 Apokalyptische Zeichen aus semiotischer Sicht 115 ,. 6.1.2 Ein apokalyptischer Diskurs 117  6.1.3 Intertextualität 118 6.1.4 Interpretation und Entschlüsselung 119
6.1.5 Das Apokalyptische als subversive Wahrheit 120 6.1.6 Mediengesetze zur Berichterstattung über Katastrophen 121 

6.2 Anlage der Untersuchung 123 6.2.1 Die Systematisierung des Begriffs der apokalyptischen Erzählung im massenmedialen Kommunikationskontext 123 6.2.2 Die Operationalisierung der Inhaltsanalyse 124 

 

7 Apokalypse 1999: Zur apokalyptischen Befindlichkeit vorder Jahrtausendwende  (128)

7.1 Zukunftskonzeptionen: ein postutopisches Zeitalter 129 7.1.1 Minois'Diagnose eines allgemeinen Pessimismus 129 7.1.2 Die neunziger Jahre als postutopische Zeit 131 7.1.3 Am Ende von allem: Endzeit als Dauerzustand 135 

7.2 Die Frage nach Welt, Wirklichkeit und Gefahr 137 7.2.1 Postapokalyptische Zeit 137 7.2.2 Das Verschwinden der Welt in den Medien: Apokalypsen in der Hyperrealität 139 7.2.3 Die globale Überforderung 141 

7.3 Befindlichkeiten in postapokalyptischer Zeit 143 7.3.1 Gefahrenblindheit und symbolische Verarbeitung 143 7.3.2 Der Habitus der Gleichgültigkeit 143 7.3.3 Hysterie (146)

 

8 Hollywood verhindert Weltuntergänge: Katastrophenfilme der späten neunziger Jahre als apokalyptische Erzählungen 149 

8.1  Armageddon und Deep Impact: Die Atombombe als apokalyptischer Held 150 

8.1.1 Armageddon: Bruce Willis opfert sich für die Welt 150 

8.1.2 Ist eine Geschichte vom Weltuntergang eine Geschichte vom Weltuntergang? 155 

8.1.3 Deep Impact: Noch mehr Opfer für die Welt 160 

8.1.4 Eine politisch korrekte Flutwelle 163 

8.1.5 Die Umkehrung des Unumkehrbaren 164 

8.1.6 Atom und Atom 166 

8.1.7 Weltuntergangsfilme als leere Apokalypsen 167 

8.2 Noch mehr Weltgefahr: Twelve Monkeys als apokalyptische Warnung 168 

8.2.1 Twelve Monkeys: Der Kampf gegen die Virenapokalypse 168 

8.2.2 Unbehagen an der Postapokalypse 170 

8.2.3 Die Virenapokalypse findet nicht statt 173

8.3 Titanic revisited 174 

 

9  V sprengt Berlin: Endzeitliteratur als innere Apokalypse  (179)

9.1 Explosion der Stadt: Terrordrom von Tim Staffel als gesellschaftliche Endzeitvision 179 

9.2 Explosion der Seele: Sex II von Sibylle Berg als innere Apokalypse 185 

 

10  Folgenlose Erschütterung: Der ICE-Unfall von Eschede 189 

10.1 Der Zeitungsleser als Beobachter und möglicher Betroffener 189 

10.2 Der entgleiste Zug und das versunkene Schiff: Zeitungen und Zeitschriften über den ICE-Unfall 190 

10.2.1 Die Frankfurter Allgemeine Zeitung 191 

10.2.2 Die Süddeutsche Zeitung 194 

10.2.3 Die Tageszeitung 196
10.2.4 Die Boulevard-Zeitungen 198 

10.2.5 Die Zeit 200 

10.2.6 Der Spiegel 201 

10.2.7 Focus 203 

10.2.8 Zusammenfassung 203 

10.2.9 Technikapokalypse? 205 

 

11  Die Banalität der späten Zahl: Der Jahreswechsel 1998/99 als Anlaß zu apokalyptischer Spekulation  (206)

11.1 Vor der Jahrtausendwende: Zeitungen und Zeitschriften zur Jahreswende 98/99 206 

11.1.1 Die Frankfurter Allgemeine Zeitung 207 

11.1.2  Die Süddeutsche Zeitung 209 

11.1.3  Die Tageszeitung .209 

11.1.4  Die Ruhr Nachrichten 210 

11.1.5  Die Woche 210 

11.1.6 Stern 211 

11.1.7 Der Spiegel 211 

11.1.8 Zusammenfassung 213 

11.2 Focus: "Geht die Welt unter?" 213 

11.3 Bild: "1999 - das unheimliche Sternen-Jahr" 219 

 

12 Schluß: Weltuntergang als Erlebnis  (222)

 

13 Literatur 226

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