Philipp  Mainländer 

Philipp Batz 

 

Dem menschlichen Dasein wohnt kein höherer Sinn inne.

Der von der Erkenntnis, daß Nichtsein besser ist als Sein, entzündete Wille ist das oberste Prinzip aller Moral.

 

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über Mainländer
  

1875:
Philosophie der Erlösung

Philipp Mainländer -- Die Philosophie der Erlösung  -- Philipp Batz  --

*1841 in Offenbach bis 1876 in Offenbach (35)

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mainlaender.de  seit 2005 

 

detopia:  M.htm 

Umweltbuch   Sterbejahr 

 

U.Horstmann   Schopenhauer  

E.Hartmann   Nietzsche  

Lütkehaus   Th.Lessing 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

1858, mit 17, tritt er eine Stellung in einem Handelshaus in Neapel an, wo er Italienisch lernt und sich mit den Werken Dantes, Petrarcas, Boccaccios und Leopardis vertraut macht. Mainländer wird die fünf Jahre in Neapel später als die glücklichsten seines Lebens bezeichnen: 

"Ich habe als Kaufmann die Welt gesehen, einen umfassenden kauf­männischen Blick gewonnen, und blieb verschont vom giftigen Hauch der Philosophie­professoren und einem trockenen, wurmartigen, kurzsichtigen Gelehrtentum, der Vielwisserei, wie Heraklit verächtlich zu sagen pflegte."

In die neapolitanische Zeit fällt auch Mainländers Entdeckung des Schopenhauerschen Hauptwerks <Die Welt als Wille und Vorstellung>. Der zu diesem Zeitpunkt neunzehnjährige Mainländer wird diese Entdeckung später als eine Art Offenbarungserlebnis schildern, jenen Tag im Februar 1860 als den "bedeutungsvollsten Tag meines Lebens" – und tatsächlich wird Schopenhauer der wichtigste Einfluss auf Mainländers späteres philosophisches Werk sein. 

Ab etwa Februar 1875 zeichnet sich der geistige Kollaps Mainländers ab – jenem Kollaps nicht unähnlich, den Friedrich Nietzsche einige Jahre später erleiden sollte. 

Inzwischen dem Größenwahn verfallen und sich als Messias der Sozial­demokratie wähnend, erhängt Mainländer sich am 1. April 1876 in seiner Wohnung. 

Als Podest dient ihm ein Stapel der erst am Vortage eingetroffenen, druckfrischen Belegexemplare seines Hauptwerks <Die Philosophie der Erlösung>. 

 


Was Philipp Mainländer ausmacht   --- Von Winfried H. Müller-Seyfahrt  
buchtips.net/rez2681     buchtips.net/rez2681-was-philipp-mainlaender-ausmacht   

 


Aus wikipedia:

Entstehung der <Philosophie der Erlösung> 

Obschon bereits 1861 durch die wohlhabenden Eltern vom Wehrdienst freigekauft, unternimmt Mainländer – seinem in einer autobiographischen Notiz geäußerten Verlangen entsprechend, "einmal unbedingt einem anderen in allem unterworfen zu sein, die niedrigste Arbeit zu tun, blind gehorchen zu müssen" – unermüdliche Anstrengungen, den Dienst an den Waffen leisten zu dürfen. 

Am 6. April 1874 schließlich – Mainländer ist bereits 32 Jahre alt – zeigt ein Immediatgesuch an Kaiser Wilhelm I. Erfolg, und Mainländer wird zum 28. September desselben Jahres zu den Kürassieren in Halberstadt einberufen. 

In den gut vier Monaten bis zum Dienstantritt verfasst er in einem regelrechten Schaffensrausch den ersten Band seines Hauptwerkes Die Philosophie der Erlösung. 

"Und nun begann ein zaubervolles Leben, ein geistiges Blühen voller Seligkeit und wonniger Schauer. Dieses Leben dauerte vier volle Monate; es erfüllte den Juni, Juli, August und September. Vollständig klar, konsequent und in sich abgerundet lag mein System in meinem Geiste, und ein Schaffensrausch belebte mich, der die Peitsche des Gedankens nicht nötig hatte, daß ich am 28. September fertig sein müsse; denn am 1.Oktober mußte ich den Rock des Königs anziehen – dieser Termin war nicht zu verschieben. Wäre ich alsdann nicht fertig gewesen, so würde ich erst nach drei Jahren die letzte Hand an mein Werk haben legen können, d. h. ich hätte mich an einen Abgrund geworfen gesehen, in den mich unfehlbar die Furien einer zerbrochenen Existenz hinabgestoßen hätten."

Das abgeschlossene Manuskript des Werkes übergibt Mainländer seiner Schwester Minna, damit diese in der Zeit seines Militärdienstes einen Verlag dafür finde. Er verfasst einen Brief an den unbekannten Verleger, in welchem er darum bittet, als Verfasser nicht unter seinem Geburtsnamen, sondern als Philipp Mainländer genannt zu werden, denn vor nichts schrecke er mehr zurück, "als den Augen der Welt ausgesetzt zu sein".

Am 1. November 1875 wird Mainländer – ursprünglich für drei Jahre verpflichtet, doch inzwischen, wie er in einem Brief an seine Schwester Minna notiert, "verbraucht, worked out, […] bei vollkommen […] gesundem Körper unaussprechlich müde" – vorzeitig aus dem Militärdienst entlassen und reist zurück in seine Heimatstadt Offenbach, wo er, einem abermaligen Schaffensrausch anheimfallend, innerhalb zweier Monate die Rohbogen der Philosophie der Erlösung korrigiert, seine Memoiren niederschreibt, die Novelle Rupertine del Fino verfasst sowie den 650 Seiten starken zweiten Band seines Hauptwerks vollendet.

Ab etwa Februar 1875 zeichnet sich der geistige Kollaps Mainländers ab – jenem Kollaps nicht unähnlich, den Friedrich Nietzsche einige Jahre später erleiden sollte. 

Inzwischen dem Größenwahn verfallen und sich als Messias der Sozialdemokratie wähnend, erhängt Mainländer sich am 1. April 1876 in seiner Wohnung. 

Als Podest dient ihm ein Stapel der erst am Vortage eingetroffenen, druckfrischen Belegexemplare seines Hauptwerks <Die Philosophie der Erlösung>.

 

 

Werke: 

Der Zerfall der Welt. Philipp Mainländer: Kurz gelebt und lange vergessen. Vita und Werk eines Optimisten [Taschenbuch] Guido Rademacher (Autor), Franco Volpi (Vorwort)

Was Philipp Mainländer ausmacht: Offenbacher Mainländer-Symposium 2001 [Taschenbuch] Winfried H. Müller-Seyfarth (Herausgeber)

Vom Verwesen der Welt und anderen Restposten. Philipp Mainländer; Ulrich Horstmann (Autor)

Philosophie der Erlösung. Eine Auswahl aus dem Werk [Broschiert] Philipp Mainländer (Autor)

Neun Briefe von Minna Batz-Mainländer an Otto Hörth (1878) Minna Batz-Mainländer (Autor), Winfried H. Müller-Seyfahrt (Autor)

Ein individualistischer Pessimist: Beitrag zur Würdigung Philipp Mainländers. Susanna Rubinstein (Autor)

Arthur Schopenhauer und Philipp Mainländer: Eine Untersuchung zum Abhängigkeitsverhältnis am Begriff des "Charakters" [Taschenbuch] Thorsten Lerchner (Autor)

Mainländer im Kontext. Gesammelte Werke auf CD-ROM: Mit dem Volltextretrieval- und Analysesystem ViewLit Professional für Windows 7, Vista, XP und ... (Inst. u. Netzlizenzen a.A. beim Verlag) [CD-ROM] Philipp Mainländer (Autor), Winfried H Müller-Seyfarth (Herausgeber)

Metaphysik der Entropie: Philipp Mainländers transzendentale Analyse und ihre ethisch-metaphysische Relevanz [Gebundene Ausgabe] Winfried H Müller-Seyfarth (Autor), Franco Volpi (Vorwort)

 

Schriften: Philosophie der Erlösung: BD II [Gebundene Ausgabe] Philipp Mainländer (Autor), Winfried H Müller-Seyfarth (Vorwort, Herausgeber)

Schriften / Die Macht der Motive: Literarischer Nachlass von 1857 bis 1875: BD 4 [Gebundene Ausgabe] Philipp Mainländer (Autor), Ulrich Horstmann (Nachwort), Winfried H Müller-Seyfarth (Herausgeber), Joachim Hoell (Herausgeber)

Anleitung zum glücklichen Nichtsein: Offenbacher Mainländer Essay-Wettbewerb 2005 [Broschiert] Winfried H. Müller-Seyfarth (Herausgeber)  

Dithyrambiker des Untergangs: Gnostizismus in Ästhetik und Philosophie der Moderne: Gnostizismus in Aesthetik Und Philosophie Der Moderne [Gebundene Ausgabe] Michael Pauen Michael Pauen  

 

 


 

Pressemitteilung 2005 

<Internationale Philipp-Mainländer-Gesellschaft> in Offenbach am Main gegründet 

Am 28.11.2005 wurde in den Räumen des Archivs im Haus der Stadtgeschichte, Herrnstraße 61, die <Internationale Philipp Mainländer-Gesellschaft> gegründet.

Zweck der Gesellschaft ist, das Studium der Werke des Offenbacher Philosophen und Dichters Philipp Mainländer (1841-1876) anzuregen, "die Sammlung und Erforschung von Originalmanuskripten aus dem Kontext Philipp Mainländer zu unterstützen, sowie das Verständnis und die Auseinandersetzung mit diesem Autor unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Wirkung zu fördern."

Zum Vorsitzenden der Gesellschaft wurde der Mainländer-Kenner und Herausgeber der Mainländer-Gesamtausgabe Dr.Winfried Müller-Seyfarth (Berlin) gewählt. Sein Stellvertreter ist Dr. Thomas Regehly (Vorstandsmitglied der Schopenhauer-Gesellschaft) aus Offenbach. Schriftführerin ist Giovanna Silvestro (Offenbach) und Schatzmeister Holger Senft (Offenbach).

Dem erweiterten Vorstand gehören der langjährige Offenbacher Stadtarchivar Hans-Georg Ruppel und Michael Gerhard M.A. (Wackernheim) an.

Zum Kreis der zehn Gründungsmitglieder zählen auch der japanische Philosoph Prof. Dr. Yasuo Kamata (Kwansei Gakuin University) und der erste Preisträger des Mainländer-Essaywettbewerbs Damir Smiljanic (Nürnberg).

Mitglieder des Gesellschaftsorgans <Wissenschaftlicher Beirat>: u. a.:
der Präsident der Schopenhauer-Gesellschaft Prof. Dr. Matthias Koßler (Mainz), der Philosoph und Herausgeber einer Mainländer-Werkauswahl Prof. Dr. Ulrich Horstmann (Gießen), der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Ludger Lütkehaus (Freiburg), der Philosoph Prof. Dr. Jean-Claude Wolf (Fribourg/Schweiz), sowie die beiden Mainländer-Forscher Prof. Dr. Domenico M. Fazio und Prof. Dr. Franco Volpi aus Italien. 

Auch die Leiterin des Archivs im Haus der Stadtgeschichte Anjali Pujari (Offenbach) gehört dem Beirat an.  

 

 

 

 

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