Rio Reiser 

und die Band

Ton, Steine, Scherben

 

Wikipedia.Rio   *1950 in Berlin bis 1996 (46)

Amazon.Rio  

Wikipedia Scherben (TSS)  

 

detopia

Q.htm   Utopiebuch   Sterbejahr-Künstler 

 

Pete Seeger     R.Uesseler 68er     F. J. Degenhardt 

Anton Reiser von Karl Moritz (1790)  Namenspatron

detopia-kult: "Sie gaben zu viel von sich":  Petra Kelly 
C.Schlingensief   Tarkowski   P.Kelly   G.Gundermann    R.Dutschke  

 

 

 

Musik

Lass uns ein Wunder sein  mp3

Keine Macht für Niemand   mp3

König von Deutschland   Omni-Bus-Chor  mp3

Macht kaputt, was euch kaputt macht   mp4

 

"Dieses Land ist es nicht"  1988  Rio live in Ostberlin -  Feature 30 min   mp3

 

Audio (alles mp3)

2010   Kerschowski über Rios Nachlass  

2011   Rios Bruder Gert in Fresenhagen   

2011   Rio 20ster Todestag  

2016   Rio Heimatbegriff   

2016   Bruder Gert: Rios Tagebuch  

 

 

 

 

 

 

Fresenhagen, die Scherbenkommune

 

 

Letztes Rio-Konzert Plauen bei Zwickau in Westsachsen im Malzhaus

 

 

 

Grabstätte in Berlin 

Bei youtube gibt es (noch) viel:

Der Kampf geht weiter  youtube.com/watch?v=ZafDslDHZsM  

Last TV-Gespräch 1995   youtube v=scgse8HScMo  

Gute Playlist  Rio Reiser + TSS   youtube PLAD3CE85799C4965C   

 


Aus Wikipedia- 2011:

Gründung und erste Bekanntheit  

 

Ton Steine Scherben wurde 1970 in West-Berlin von R.P.S. Lanrue (bürgerlich Ralph Peter Steitz), Rio Reiser (bürgerlich Ralph Möbius), Kai Sichtermann und Wolfgang Seidel gegründet, die damals alle etwa 20 Jahre alt waren. Im Januar 1966 fragte R.P.S. Lanrue Rio Reiser, ob er in seiner Gruppe mitsingen wolle. Die Band hieß Beat Kings und coverte hauptsächlich Beatmusik. Noch im selben Jahr gründeten Reiser und Lanrue gemeinsam die Rockband De Galaxis, in welcher sie auch ab und an eigene Stücke spielten. 1967 folgte der Umzug von Niederroden (Rodgau/Hessen) nach Berlin. Beim Theaterprojekt Hoffmanns Comic Teater (sic) in Berlin trafen die beiden auf Seidel und Sichtermann. 

Der Bandname Ton Steine Scherben leitet sich laut Aussage Rio Reisers aus einem Zitat des Troja-Entdeckers Heinrich Schliemann ab: „Was ich fand, waren Ton, Steine, Scherben“. In dem Buch „Keine Macht für Niemand“ führt Bassist Kai Sichtermann dagegen aus, dass sich der Name bei einem Brainstorming aus dem Namen „VEB Ton Steine Scherben“ entwickelt habe, was als die wahrscheinlichere Version gilt - assoziativ angelehnt an den Namen der westdeutschen Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden.

Die ersten zwei Lieder Macht kaputt, was euch kaputt macht und Wir streiken nahm die Band in einem kleinen Studio in Kreuzberg auf. Verkauft wurden die Aufnahmen über Bootlegger. 

Den ersten Auftritt hatte die Band beim Love-and-Peace-Festival am 6. September 1970 auf Fehmarn, wo sie unter dem Namen Rote Steine auftrat. Da die Veranstalter mit den Eintrittsgeldern das Gelände verließen, ohne die Musiker zu bezahlen, soll Reiser das Publikum dazu aufgefordert haben, den Veranstalter „ungespitzt in den Boden zu hauen“.[2]

Nach dem dritten Lied, Macht kaputt, was euch kaputt macht, zündeten Besucher das Organisationsbüro der Veranstaltung an.[3] Nach dem fünften Song brannte die Bühne ab.[1] Laut Reiser wurde die Brandstiftung zum Teil der Band zugeschrieben.[4] Der Vorfall steigerte den Bekanntheitsgrad der Band jedenfalls enorm.

1971 gründeten sie eines der ersten deutschen Independent-Labels,[3] die David Volksmund Produktion. Zum einen wollten sie mit den eigenen Veröffentlichungen unabhängig von der etablierten Plattenindustrie sein, zum anderen war es aufgrund ihres radikalen Images unmöglich, einen Vertrag bei einem großen Label zu erhalten. Folge davon war ein geradezu bescheidener Profit aus den Plattenverkäufen, sodass die Band permanent finanzielle Probleme hatte.[1]

Das erste Album Warum geht es mir so dreckig? erschien im September 1971. Neben Macht kaputt, was euch kaputt macht befinden sich darauf auch die später populären Lieder Ich will nicht werden, was mein Alter ist und Der Kampf geht weiter.

Am 8. Dezember 1971 besetzten Band und Publikum nach einem Auftritt an der Technischen Universität Berlin einen ungenutzten Gebäudeteil des Kreuzberger Bethanien-Krankenhauses. Da vier Tage vorher Georg von Rauch von Polizisten erschossen worden war, benannten die Besetzer das Wohnheim in Georg-von-Rauch-Haus um. Das Haus wurde erst am 19. April 1972 von der Polizei geräumt. Aus diesem Anlass schrieb Reiser den Rauch-Haus-Song.[1]

Als in einigen Städten Deutschlands wegen Fahrpreiserhöhungen im Rahmen der Aktion Roter Punkt öffentliche Verkehrsmittel zum Teil boykottiert wurden und Protestaktionen gegen diese Verteuerung stattfanden, veröffentlichte die Band auf einer Single die Lieder <Mensch Meier> und <Nulltarif>, in denen sie zum Schwarzfahren aufrief.

1972 trennte sich Wolfgang Seidel von der Band. Er wandte sich der elektronischen Musik zu und arbeitete unter anderem mit Conrad Schnitzler und Klaus Freudigmann zusammen, half der Band aber auf Wunsch gelegentlich als Schlagzeuger und Keyboarder (unter dem Pseudonym Sequenza) live sowie im Studio aus. 

In den folgenden Jahren fanden zahlreiche weitere Mitgliederwechsel statt. Die Musiker wechselten teilweise mehrfach in einem Jahr, Kern der Band blieben Reiser, Lanrue und Sichtermann.  

 


 

 

aus der detopia- serie: "das ist ja immer so - der streit gehört zum deutschen":

aus wikipedia 2014:

 

Differenzen um das ideelle Erbe

Kritiker werfen der Möbius-Familie vor, mit ihren Plänen einen „obskuren Totenkult“ um Rio Reiser zu betreiben, bei dem dieser, herausgelöst aus dem Scherben-Kollektiv, zum „romantischen Einzelkämpfer“ für die linke Bewegung stilisiert und in einem „durchweg weißen Licht als heldenhafter Barrikadensänger“ dargestellt werde. 

Dass die anderen Mitglieder von Ton Steine Scherben ihren Anteil zu der Popularität der ganzen Gruppe beigetragen hatten, werde genauso verschwiegen wie die Schattenseiten, die das Zusammenleben mit Rio Reiser mit sich gebracht habe. 

Reiser wird in diesem Zusammenhang nachgesagt, dass er durchaus jähzornig und gehässig habe werden können; vor allem, wenn er unter Alkoholeinfluss gestanden habe.

Nach Rio Reisers Tod kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen der Möbius-Familie und R. P. S. Lanrue um Nachlass-Regelungen. Im Jahr 2003 gelangen vorübergehende Einigungen; seit 2008 besteht jedoch eine vertragslose Situation.

Eine 2006 bei Bertelsmann erschienene Reiser-Biografie von Hollow Skai wurde gegen den Willen einiger Interview-Partner, die ihre Aussagen verfälscht sahen (Hannes Eyber, Lutz Kerschowski, Gert und Peter Möbius), veröffentlicht.

 


 

Posting am 29.12.2000:  

Message from Gert C. Möbius (Bruder)

Es wird mir immer wieder die Frage gestellt, auch hier auf dieser Pinwand, woran ist eigentlich Rio wirklich gestorben?

Bei den Anfragen hier auf dieser Homepage steht nach meiner Einschätzung nicht die sensationelle Neugierde der Boulevardpresse, für die es gut in ihr Klischee gepaßt hätte, wenn mein Bruder der Krankheit Aids erlegen wäre, sondern ich sehe bei allen Anfragen hier durchaus ein nachvollziehbares menschliches Interesse, die wirklichen Gründe für seinen frühen Todes erfahren zu wollen.

Ich will das mal im Plural verstehen, denn es gab nicht nur einen Grund für sein plötzliches Verschwinden aus dieser Welt - es gab einige - und ich will hier nicht alle aufzählen, es gibt medizinische Fakten, und es gibt die, die sein Krankheitsbild erst in in dieser Dramatik entstehen ließen. Beide fließen miteinander zusammen.

Aus diesen Gründen haben wir uns als Familie auch immer stets zurückgehalten, auf die obige Frage eine eindeutige Antwort zu geben. Mich ärgert es oft nur, dass selbst Menschen, die Rio gar nicht kannten, oder ihn lange vor seinem Tod nicht mehr gesehen habe, nun meinen ein vorschnelles Urteil über die Todesursache von meinem Bruder fällen zu müssen. Da wird Rio dann immer generell zum Alkoholiker und Drogenfreak abqualifiziert, aber man selbst hat sich vor diesen Statement nicht in den Spiegel geschaut.

Rio war, wie wir alle wissen, ein Rockmusiker ohne Rücksicht auf Verluste (was insbesondere die finanzielle Seite der Tourneen in den achtziger Jahre von TSS betrifft), und in diesem Business war die Droge, wie immer sie heißen mag, nie ganz oben im Regal abgestellt. Aber jeder der Rio privat und ohne Auftrittsstreß kennt, wird bestätigen, dass Rio ein sehr rational denkender Mensch war, der viel gelesen, musiziert und geschrieben hat. Im Vollrausch sind seine Texte und Kompositionen jedenfalls nicht entstanden.

Ich will jetzt auch gar nicht Rio von allen Drogen reinwaschen (wie das wieder klingt: - reinwaschen - man kann ohnehin niemanden von Drogen „reinwaschen“), ich will nur zu der immer wieder brennenden Frage nach seiner wirklichen Todesursache anmerken, dass es ja auch noch Ärzte gibt, die aus ihrer Sicht ein ganz anderes Krankheitsbild von meinem Bruder gezeichnet haben.

Da gibt es einen hervorragenden Arzt, der jahrelang in einer Berliner Drogenklinik gearbeitet und Rio im Mai 1996 im Hotel untersucht hat, und dessen Aussage im September 2000, wo es um die Kostenfrage über ein ausgefallenes Konzert in Berlin-Weissensee ging, vor dem Kammergericht in Berlin aussagte, dass sich Rio möglicherweise 1991 in den USA durch ein Virus infiziert hat, der erst seit ein paar Jahren auch in Deutschland bekannt wurde.

Die Klinik in Berlin, in die sich Rio nach seinem USA-Aufenthalt freiwillig begeben hat, stand auch vielleicht deshalb vor einem Rätsel, weil sie diesen speziellen Hepatitis-Virus schlichtweg noch nicht kennen konnte, und ihn auch deshalb möglicherweise nicht auf seine zukünftigen Gefahren für sein leibliches Wohl hinreichend hingewiesen hat. Und der Klinikarzt in Niebüll, der den Totenschein ausgeschrieben hat, sagte mir, dass Rio‘s Tod mittels eines kleinen Eingriffes vermeidbar gewesen wäre. Seine offizielle Diagnose lautete: Kreislaufzusammenbruch.

Kreislaufzusammenbruch im wahrsten Sinne des Wortes, das ist auch für mich die wahre Ursache seines Todes. Hatte Rio, wenn auch nicht ein unmittelbares Drogenproblem - so doch ein riesiges anderes Problem, dass ihm immer wieder verleitete, aus dieser Welt abzutauchen. Er kam in den letzten Jahren weder mit dem völlig überholten Anspruchsdenken der „Linken“ (Stichwort: Schlagerfuzzi - z.B. „Junimond“ ) nicht klar, er wußte nicht mehr wie er sich seinem Plattenkonzern verkaufen sollte, und er war betroffen über das Abwinken der Medien ihm gegenüber, weil er sich als Gerechtigkeitsfanatiker, der er nun einmal war, der PDS mehr oder weniger als Aushängeschild hingab.

All das wirbelte in seinem sensiblen Kopf hin und her, und am Ende wollte er nur noch „Ich sein“. Aber versuch das mal in dieser Welt! Viel Glück, wenn Du mal „Keine Macht für Niemand“ wolltest, dann viele Jahre später als „König von Deutschland“ ausgerufen wirst, und dann mit einer überaus ehrlichen CD wie „Himmel & Hölle‘“ sonymäßig vor die Hunde gehst. Da kann man schon eine Hepatitis der ganz besonderen Art bekommen und so tragisch das auch noch heute für mich ist, - sterben wollen.

 

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Mehr und Weisteres:

 

DLF:  20-todestag-von-rio-reiser-erinnerung  

 

DLF:  romantischer-barde-war-rio-reisers-heimatbegriff-naiv 

 

 

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