Arthur Schopenhauer 

Aphorismen zur Lebensweisheit

1851

in: "Parerga und Paralipomena"

 Audio  Büttner 1971

Arthur Schopenhauer :  Aphorismen zur Lebensweisheit   (1851)      -  

1851  205 (277) Seiten 

Herausgeber:
Arthur Hübscher (1897-1985, 88) 

dnb.Buch (200) 

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Leseberichte 

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Lektorat: Martin Vosseler

Vollständige Ausgabe der nach dem Wortlaut des fünften Bandes der von Arthur Hübscher in zweiter Auflage herausgegebenen »Sämtlichen Werke« Arthur Schopenhauers (Wiesbaden: Brockhaus 1946). 

Rechtschreibung und Zeichensetzung wurden unter Wahrung des Lautstandes modernisiert 

Wikipedia Weisheit  

https://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de/Aphorismen/aphorismen.html

detopia-2022:

Am besten, zuerst als "ausgewähltes Audio" anhören, also noch nicht "das volle Programm".

Es gibt einige "Hörbücher", also quasi "Versprachlichung" des Textes. Ich hatte es zuerst gelesen.

https://www.youtube.com/watch?v=v3d9LM5m2Yc   Büttner 1971(?)

https://www.youtube.com/watch?v=I9IbxUI-BK0  Jürgen Mad

https://www.youtube.com/watch?v=OV6fm0y_DrE  Benjamin Lucas

https://www.bing.com/videos/search?q=schopenhauer+aphorismen+zur+lebensweisheit

 

detopia-2009:  Ein 'Lebenshilfebuch', ganz im modernen Sinne. - Es gibt viele verschiedene Ausgaben. Möglichst eine mit Über­setzungen der fremd­sprachigen Zitate wählen, z.B. diese (meine) Goldmann-Ausgabe von Hübscher.


Arthur Hübscher (1897-1985), der Verfasser des Nachwortes zu dieser Ausgabe, gab eine Gesamt- und Nachlaß­ausgabe von Schopenhauers Werken sowie das Schopenhauer-Jahrbuch heraus.

1936-1980 war er Vorsitzender der Schopenhauer-Gesellschaft, Frankfurt am Main. 

Auf der Grundlage seiner pessimistischen Philosophie — sie fand ihre ausführliche Darstellung in seinem Hauptwerk <Die Welt als Wille und Vorstellung> (1819) — zeigt Schopenhauer, wie man sich in der denkbar schlechtesten aller Welten einigermaßen erträglich einrichten kann. Daß hierbei alles vom einzelnen Menschen, von seinem Charakter und seinem ernsten Streben abhängt, darauf weist Schopenhauer gleich zu Beginn mit den Worten des Franzosen Chamfort hin. 

Belohnt wird der Leser zwiefach: durch das Vergnügen, das ihm die gedrängte Fülle, die Schlichtheit und unmittelbare Verständlichkeit der Sprache des kleinen Buches bereiten, und durch die Einsichten, die er aus dieser Quelle der Wahrheit schöpft.

Inhalt 

  Einleitung  (7) 

1.  Grundeinteilung  (9) 

2.  Von dem, was einer ist  (17)  

3.  Von dem, was einer hat  (41)  

4.  Von dem, was einer vorstellt  (48) 

5.  Paränesen und Maximen  (105)   

A. Allgemein (106)  B. Unser Verhalten gegen uns selbst (115)  C. Unser Verhalten gegen andere (148)   D. Unser Verhalten gegen den Weltlauf und das Schicksal (173) 

6.  Vom Unterschiede der Lebensalter  (183)  

Nachwort von Arthur Hübscher  (206)  

Zeittafel zu Schopenhauer (228)  #  Anmerkungen (236) 

Bibliographische Hinweise (272) 

   

Einleitung  

Das Glück ist keine leichte Sache: Es ist sehr schwer, es in uns, und unmöglich, es anderswo zu finden.

Le bonheur n'est pas chose aisée: il est tres difficile de le trouver en  nons, et impossible de le trouver ailleurs.  (Chamfort) 

7-8

Ich nehme den Begriff der Lebensweisheit hier gänzlich im immanenten Sinne, nämlich in dem der Kunst, das Leben möglichst angenehm und glücklich durchzuführen, die Anleitung zu welcher auch Eudämonologie genannt werden könnte; sie wäre demnach die Anweisung zu einem glücklichen Dasein.

Dieses nun wieder ließe sich allenfalls definieren als ein solches, welches, rein objektiv betrachtet oder vielmehr (da es hier auf ein subjektives Urteil ankommt) bei kalter und reiflicher Überlegung, dem Nichtsein entschieden vorzuziehen wäre. Aus diesem Begriffe desselben folgt, daß wir daran hingen seiner selbst wegen, nicht aber bloß aus Furcht vor dem Tode, und hieraus wieder, daß wir es von endloser Dauer sehn möchten. 

Ob nun das menschliche Leben dem Begriff eines solchen Daseins entspreche oder auch nur entsprechen könne, ist eine Frage, welche bekanntlich meine Philosophie verneint, während die Eudämonologie die Bejahung derselben voraussetzt. Diese nämlich beruht eben auf dem angeborenen Irrtum, dessen Rüge das 49. Kapitel im 2. Bande meines Hauptwerks eröffnet. 

Um eine solche dennoch ausarbeiten zu können, habe ich daher gänzlich abgehn müssen von dem höheren, metaphysisch-ethischen Standpunkte, zu welchem meine eigentliche Philosophie hinleitet. Folglich beruht die ganze hier zu gebende Auseinandersetzung gewissermaßen auf einer Akkommodation, sofern sie nämlich auf dem gewöhnlichen, empirischen Standpunkte bleibt und dessen Irrtum festhält. Demnach kann auch ihr Wert nur ein bedingter sein, da selbst das Wort Eudämonologie nur ein Euphemismus ist. — Ferner macht auch dieselbe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, teils weil das Thema unerschöpflich ist, teils weil ich sonst das von andern bereits Gesagte hätte wiederholen müssen.

Als in ähnlicher Absicht wie gegenwärtige Aphorismen abgefaßt ist mir nur das sehr lesenswerte Buch des Cardanus »De utilitate ex adversis capienda« erinnerlich, durch welches man also das hier Gegebene vervollständigen kann.

Zwar hat auch Aristoteles dem 5. Kapitel des 1. Buches seiner »Rhetorik« eine kurze Eudämonologie eingeflochten; sie ist jedoch sehr nüchtern ausgefallen. Benutzt habe ich diese Vorgänger nicht, da Kompilieren nicht meine Sache ist, und um so weniger, als durch dasselbe die Einheit der Ansicht verloren geht, welche die Seele der Werke dieser Art ist. —

Im allgemeinen freilich haben die Weisen aller Zeiten immer dasselbe gesagt, und die Toren, d.h. die unermeß­liche Majorität aller Zeiten, haben immer dasselbe, nämlich das Gegenteil getan, und so wird es denn auch ferner bleiben.

Darum sagt Voltaire: »Nous laisserons ce mondeci aussi sot et aussi méchant que nous l'avons trouvé en y arrivant.«

8

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