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Ulrich Horstmann

Ein Radikaler im öffentlichen Dienst

 

Das Untier - Philosophie der Menschenflucht 

First Edition: 1983

Hörbuch: 2012

 

Ansichten vom Großen Umsonst 

1991. Artikel in Zeitschriften.

 

Audio 1987 im Öst. Rundfunk mit U. Horstmann

Zum Untiere  

*1949 bei Münster 

Google.Autor   Amazon.Autor 

Wikipedia.Autor  

Untier.de  Horstmann-Webseite aus Frankfurt, neu ab März 2015 

Das Untier bei facebook 

 

detopia-2017:  H.htm  Ordner  Umweltbuch 

     

 

Audio 25 Jahre Untier Gespräch WDR 2009    Freunde der Weisheit - Das Philosophisches Radio im WDR 5 - Radiogespräch mit Jürgen Wiebicke und Ulrich Horstmann am 17.07.2009.  Thema: Die Philosophie der Menschenflucht  - Der Schriftsteller Ulrich Horstmann wurde Anfang der 80er Jahre zum Gegenspieler der hoffnungsfrohen Friedensbewegung.  Er formulierte einen Nachruf auf die „Dornenkrone der Schöpfung“, bevor es niemanden mehr gibt, der zurückdenkend den Menschen betrachten kann. Hoffnungen und Wunschvorstellungen haben aus seiner Sicht spätestens im Atomzeitalter jede Existenz­berechtigung verloren.

 

 

 

Video bei Detopia  

 

Audio des Videos also: der Filmton

Ulrich Horstmann im Disput mit Robert Jungk  
1 Stunde "Sommerakademie Graz 1990"  
Reihe "Disputationes" mit Moderator Franz Kreuzer  
Sendung im ORF-TV am 30.Januar 1991

Detopia:

C.Lauterburg  G.Kunert R.Jungk  E.Thompson G.Anders   Cioran   Wells.1945   Sloterdijk   Flechtheim  G.Fuller   Ditfurth  Löbsack    Alt.1983   Guha.1983  Was.bleibt   L.Lütkehaus   D.Benatar  R.Henrich

 


 

Audio 

<Lob des Optimismus>, <Alles wird gut> mit Ulrich Horstmann, Dieter Frey, Sandra Richter 

# Moderation: Susanne Kaufmann - SWR Forum 12.02.2010 

 

 

 

 

 

2008 Audio Lit-Museum  

Video in Westfalen 

Ein Philosoph in der Barttracht des 30jährigen Krieges und "ein Radikaler im öffentlichen Dienst"  

2010 Audio Lit-Museum  +  Video  


Jenseits der Apokalypse 2015, Festschrift zur Emeritierung und Pensionierung (von Frank Müller).


Mehr Horstmannbücher, aber bei weitem nicht alle:

 

 

1985  Ombassa / Belletristik, Scifi, Fantastik, fantasy

1999  Gespräch  / Interview 

 

2000  Steintal-Geschichten  Horstmann-Forschung F.Müller

2006  Hoffnungsträger   

2007  Rückfall / Roman 

2009  Aufgabe der Literatur - Schriftst. verstummen  

 

2012  Audio 2012 Abschreckungskunst 

 

          Amazon Abschreckungskunst 

 

 

 

Die Meinung von Kollegen:

 

  • 1985: Hoimar von Ditfurth zum Untierbuch: "...nur bei oberflächlicher Lektüre mißdeutbaren Verzweiflungsausbruch..."  in "Apfelbäumchen", S. 323-325

  • 1987: Rudolf Bahro erwähnt Horstmann als "Münsteraner Philosoph" in Logik der Rettung (1987) - S.112 

  • 1992: Herbert  Gruhl zitiert aus <Ansichten Umsonst> in Himmelfahrt (1992) - auf den letzten Zeilen, im letzten Kapitel auf Seite 386f  

  • 1993: Gregory Fuller  erwähnt Horstmann auf Seite 88 von <Das Ende>   

  • 1998: Lauterburg hat Horstmann zwar nicht im Literaturverzeichnis - aber eine Grundthese seines Buches ist der Horstmannschen Lieblingsthese ("von vornherein") deckungsgleich, so daß ich vermute, Lauterburg kannte Horstmann gut.


"Aus Motiven, die absolut nichts mit jener 'Sehnsucht nach Selbstauslöschung' zu tun haben, über die ich den Münsteraner Philosophen Horstmann einmal sprechen hörte, halten wir an einer gewohnten Praxis fest, die sich als selbstmörderisch herausstellt, ohne so gemeint zu sein."    Bahro, 1987, s112


"Es sind schon etliche aufgetaucht, die das Ende des Menschen begrüßen; "daß keine Hoffnung mehr ist, vermag sie hoffnungsfroh zu stimmen", so den Münsteraner Philosophen Ulrich Horstmann. 'Die Menschen­leere ist vorstellbar', schreibt er."   Gruhl, 1992, s386  


"Bei dieser einzigartigen Umkehrung des evolutionären Prinzips kommt es auf die Schluß­folgerungen an, die daraus gezogen werden. Man kann wie Rousseau, Schopenhauer, Cioran und neuerdings Ulrich Horstmann die Verbrechen unseres Super-Paradigmas verdammen."   Fuller, 1993, s88 


 

 

 

 

Hoimar von Ditfurth in seinem Buch "Apfelbäumchen" im Jahr 1985 auf Seite 323 über das Untierbuch:

 

"Horstmann interpretiert die ganze menschliche Historie »anthropofugal«, als eine einzige Kette ständig sich wiederholender Versuche des Menschengeschlechts, die eigene Existenz wieder zurückzunehmen. Das diese Geschichte fast von Anfang an bestimmende, nur von kurzen Erschöpfungspausen unterbrochene kriegerische Massenmorden sei allein zu verstehen als Ausdruck der tiefen menschlichen Sehnsucht nach Selbst­auslöschung. Alle bisherigen Kriege hätten dem – infolge unzulänglicher Mittel bisher vergeblich geblichenen – Versuch gegolten, diesen Wunsch endlich in Erfüllung gehen zu lassen. Wir Heutigen erst genössen das Privileg, das wahre Ziel aller Geschichte endlich konkret vor Augen haben zu können: die Aufhebung der eigenen Existenz.

»Umgeben von den wohlgefüllten, wohlgewarteten Arsenalen der Endlösung, im begründeten Vertrauen auf die angesparten Overkill-Kapazitäten und die schon in Greifweite liegenden Technologien zur Pasteurisierung der gesamten Biosphäre, ausgestattet mit den Erfahrungen des Ersten und Zweiten Vorbereitungs­krieges«, sollten wir uns als Bevorzugte betrachten und frei von Hochmut frühere Denker nachsichtig kritisieren, die, wie Arthur Schopenhauer, bei aller Brillanz die Aufgabe lediglich hätten definieren können, ohne über die geeigneten Mittel zu ihrer Bewältigung schon zu verfügen. Wir Heutigen jedoch »haben zu guter Letzt erkannt, daß wir selbst der auserwählten Generation angehören, die die apokalyptischen Visionen des Mythos in die Wirklichkeit übersetzen wird und damit die uralte Sehnsucht der Gattung, nicht mehr sein zu müssen, in Erfüllung gehen läßt«.  (s. Anm. 154 und S. 57)

Die Horstmannsche Geschichtsauslegung schließt mit dem Satz: »Denn nicht bevor sich die Sichel des Trabanten hinieden in tausend Kraterseen spiegelt, nicht bevor Vor- und Nachbild, Mond und Welt, ununterscheidbar geworden sind und Quarzkristalle über den Abgrund einander zublinzeln im Sternenlicht, nicht bevor die letzte Oase verödet, der letzte Seufzer verklungen, der letzte Keim verdorrt ist, wird wieder Eden sein auf Erden.«155)

Der Autor stellt mit seiner »anthropofugalen« Geschichtsmetaphysik alle geläufigen Bewertungsmaßstäbe konsequent auf den Kopf. Angesichts des Ziels, der »Selbstaufhebung der eigenen Existenz«, kann als Fortschritt allein die Perfektionierung der Mittel zu deren Auslöschung gelten. »Wenn das Untier [gemeint ist Homo sapiens] auch nur den geringsten Grund zum Stolz hätte, dann knüpfte er sich nicht an die Aufbauleistungen von Zivilisationen, sondern an den sprühenden Erfindungsreichtum bei der Entwicklung von Mitteln und Wegen zu ihrer nachhaltigen Beseitigung.«

Aus diesem Blickwinkel wird, mit unwiderleglicher Logik, Friedensforschung zu »Sabotage«, da sie den Einzug in das »Neue Jerusalem der Nichtexistenz« hinauszuschieben trachtet. Das Furchtbarste an diesem nur bei oberflächlicher Lektüre mißdeut­baren Verzweiflungs­ausbruch ist die Tatsache, daß eine derart konsequente Umkehrung aller moralischen Vorzeichen vor der Realität unserer Geschichte beklemmend Sinn macht. Gnadenloser ist diese Geschichte – als die von »Entarteten der Evolution« – noch nicht verflucht worden. 156)

Man braucht sich den Bewertungsmaßstab Horstmanns nicht zu eigen zu machen, um seiner zentralen Feststellung beipflichten zu können. Die aber lautet: Wir Heutigen sind die Generation, die den Untergang der Art erleben und herbeiführen wird."  

 

Anmerkung 156:

"Eine ironische und traurige Randbemerkung: Horstmanns Verzweiflungsausbruch läßt sich freilich auch ganz anders deuten. Ein besonders groteskes Beispiel dafür lieferte eine Rezension seines Buchs, die am 17.03.1984 vom Südwestfunk ausgestrahlt wurde (der Name der Rezensentin sei hier rücksichtsvoll verschwiegen) und in der die Ansicht vertreten wurde, daß es sich um ein Stück skrupelloser "Vernichtungs­propaganda" handele, verfaßt in einem Geiste, den der Autor offensichtlich "mit den Herren im Pentagon, mit gewissen Volks­vertretern und den Rüstungs­fabrikanten" teile, denen er in seiner Schrift "eine moralische Rechtfertigung zu konstruieren" trachte. 

Man könnte über solches Ausmaß vernagelter Blödigkeit lachen, wenn der Fall nicht als Beispiel einer derer unserer Schwächen gelten müßte, an denen wir zugrunde gehen werden. Denn es braucht ja wohl kaum näher begründet zu werden, warum jemand, der sich seinen Kopf so hoffnungslos einseitig hat einnebeln lassen, im eigenen Lager mit spiegelbildlich getreuer Identität eben jene alle Friedensmöglichkeiten sabotierende Rolle spielt, die er in dem von ihm als "gegnerisch" angesehenen anderen Lager mit dem Vergrößerungsglas fixiert und voll Entrüstung anprangert. 

Aber es ist eben, all ihrer Paradoxie zum Trotze, eine in manchen Kreisen grassierende Meinung, daß die möglichst holzschnittartige Herausarbeitung von Feindbildern der Friedenssicherung dienlich sei."  

 

 

Die Hörspiele von Ulrich Horstmann als wma; bei untier.de als mp3

1978  Nachrede von der atomaren Vernunft und der Geschichte.  
        Bayrischer R.  32min 

1979  Die Bunkermann-Kassette.  Bayrischer Rundfunk  42 min 

1980  Gedankenflug: Reise in einen Computer.  Westdeutscher Rundfunk  49 min 

1980  Kopfstand: Über die Schwierigkeiten beim Anpassen der Prothese.  
        Sender "Freies Berlin"  53 min  mit Manfred Krug 

1982  Grünland oder Die Liebe zum Dynamit.  Sender "Freies Berlin"  35 min

1985  Petition für einen Planeten.  Sender "Freies Berlin"  23 min

 

 

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