Robert Jungk

Pionier und Aktivist, "Zukunftsforscher"

Frieden, Umweltschutz, Ökopax, 

"Anti-AKW", Ostermarsch, Nachrüstung

Wikipedia Autor *1913 in Berlin bis 1994 (81) 

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Ro.Kreibich  U.Horstmann  Ru.Bahro  H.Gruhl   Petra.Kelly  Degenhardt   Heinz.Haber  J.Galtung   H.Welzer 

 

 

Audio 2020 - Neuauflage von Heller als tausend Sonnen  (zus. mit Fred Ppearce)

Audio 2013 zum 100sten  dlf, 5'

 

Rolf Kreibich 2013 zur Jungk-Konferenz dlf, 11'

 

PeterStephanJungk  Sohn


 

detopia-2018: 

R. Jungk hat sehr viele Bücher geschrieben; nur einige schafft man 'nachträglich'.

Man lese seine Biografie und höre die beiden Kurzaudios. Dann weiß mensch schon mehr.


 

 

Bücher von Robert Jungk:

1993   Trotzdem: Mein Leben für die Zukunft - Autobiografie  

 

1952: Die Zukunft hat schon begonnen. Amerikas Allmacht und Ohnmacht  d-nb.info/452270138 

1977: Der Atomstaat. Vom Fortschritt in die Unmenschlichkeit.

1990:  Gespräch mit Ulrich Horstmann  

1956 Heller als tausend Sonnen. Das Schicksal der Atomforscher 

1959 Strahlen aus der Asche. Geschichte einer Wiedergeburt 

1966 Die große Maschine. Auf dem Weg in eine andere Welt.

1969 Vom blinden zum wissenden Fortschritt 

1969 Griff nach dem Atom, Stuttgart 1970 

1973 Der Jahrtausendmensch. Bericht aus den Werkstätten der neuen Gesellschaft 

1975 Plädoyer für eine humane Revolution. Ein Gespräch mit Adelbert Reif

1977:  Die Großen. Leben und Leistung der 600 bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Welt. Mitherausgeber

1981: Zukunftswerkstätten. Mit Phantasie gegen Routine und Resignation,  1981  

1982: Der Mensch. Gefährdung und Zukunft,  1982 

1983: Menschenbeben. Der Aufstand gegen das Unerträgliche,  1983

1986: Und Wasser bricht Stein. Streitbare Beiträge zu drängenden Fragen der Zeit

1987: Sternenhimmel statt Giftwolke oder den Frieden erfinden, Zürich 1987

1988: Projekt Ermutigung, Berlin 1988 

1988: Glaubhafte Ermutigung, Rede, Oldenburg 1988 (Digitalisat)

1990: Deutschland von außen. Beobachtungen eines illegalen Zeitzeugen 

1990: Zukunft zwischen Angst und Hoffnung. Ein Plädoyer für die politische Phantasie

 

   


Die Zukunft hat begonnen      2011 Von Fleischer, Christoph, Werl 

Die Namen der beiden Gesprächspartner des Dialogs aus den Jahren 1983-1985 näher zu erklären, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Heinz Haber prägte durch seine Wissen­schafts­sendungen das Fernsehen der ersten Stunde. Robert Jungk, der sich Zukunftsforscher nannte, prägte von Anfang an die Diskussion um die Risiken der atomaren Bewaffnung und der sogenannten zivilen Nutzung der Atomenergie. Die Titel einiger seiner Bücher zeigen dies deutlich: "Die Zukunft hat schon begonnen" (1952), "Heller als tausend Sonnen" (1956), "Strahlen aus der Asche" (1959), "Der Atomstaat" (1977). Diese und weitere persönliche Notizen lassen sich den beigefügten Kurzbiografien entnehmen.

Weiterhin hilfreich sind die auf grauem Hintergrund gedruckten Kommentare oder dokumentierten Materialien, die auch Jüngeren den Zeitsprung ermöglichen (z.B. Chemiekatastrophe von Bophal, Erdbeben in Mexiko 1985, Seveso, Zukunftsforschung, Harrisburg, usw. sowie zahlreiche biografische Notizen der im Gespräch genannten Personen). 

So sehr das Buch den Zeitsprung der Zukunftsprognose thematisiert, stellt es ebenso den Zeitsprung in die Vergangenheit dar. Es vergegenwärtigt die Diskussion um die Atomkraft in den achtziger Jahren. Dabei ist der Dialog zwischen Heinz Haber und Robert Jungk noch nicht von Tschernobyl beeinflusst.

Interessant ist der Dissens im Kern der Positionen: Heinz Haber, der Robert Jungk wegen seiner Zukunftsprognosen kritisiert, bezeichnet sich jedoch selbst als Kulturpessimist, der nicht glaubt, dass sich die Weichenstellungen in die Zukunft durch Bildung oder Politik ändern lassen. Er sieht sich jedoch als Landmann, der Samen aussät, der aufgehen kann. 

Robert Jungk versteht sich dagegen als Arzt, der angesichts seiner kritischen Diagnose nicht untätig bleiben darf. Das Buch ist in der aktuellen Diskussion um die Atomkraft wichtig, da es die Position Robert Jungks vergegenwärtigt und zeigt, dass sie nichts an Eloquenz eingebüßt hat. Interessanter im dokumentierten Gespräch selbst ist jedoch die Passage, in die beide Diskussions­partner Einigkeit signalisieren. Sie sehen die Rolle für den gesellschaftlichen Fortschritt bei der jungen Generation. 

Dieser Gedanke sollte auch heute eine Herausforderung für die Weiterentwicklung der Bildungssysteme sein. Die Veröffentlichung aus dem Archiv des Herausgebers der Zeitschrift "bild der wissenschaft" Wolfram Huncke, der auch die Gespräche führte, zeigt, wie langlebig kreative Grundgedanken sind und wie kurzlebig deren ideologische Verfestigung wirkt. Prognosen für die Zukunft sind dazu da, die Kreativität der Gegenwart zu beflügeln. Die Zukunft ist nie fern, sondern sie ist im Heute und hat gestern schon begonnen. #


Heinz Haber und Robert Jungk

Disput 1983-1985    Amazon.Buch  2011

 

Heinz Haber und Robert Jungk verband eine lange intensive Freundschaft, begonnen nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA. Dabei hatten die beiden oft recht unterschiedliche Ansichten: Haber, der populäre Physiker und "Fernsehprofessor", sah die Entwicklung von Wissenschaft und Technik als Fortschritt für die Menschheit; Jungk kritisierte ungezügeltes Wirtschaftswachstum, war Vordenker für eine "nachhaltige Gesellschaft“ und brachte die Technikfolgenabschätzung nach Europa. 

Diese unterschiedlichen Sichtweisen machen die Dispute so spannend, die Wolfram Huncke in den achtziger Jahren aufzeichnete. Sie sind noch heute erstaunlich aktuell.

Obwohl sich Haber und Jungk bei der Technikfolgenabschätzung als Antipoden sahen, waren sie enge Freunde. Ihre gegenseitige Wertschätzung durchdringt das ganze Buch und unterscheidet sich wohltuend vom aufgeregten und grimmigen Gegeneinander in vielen heutigen Talkshows. Substanz statt Veitstanz. 

Aus dem Munde zweier anerkannter Wissenschaftler und auf den Punkt argumentierender Denker werden in den Gesprächen nicht nur konkrete Themen deutlich, sondern im Hintergrund schwingt die existentielle, philosophische Frage mit, was dem Menschen zuzutrauen ist, in welche Richtung seine Kräfte wirken werden.

Ein wichtiges Buch, um zu verstehen, sich auch zu empören und dann dagegen zu halten. Wie vehement sie ihre Position auch ins Spiel brachten, nie geriet einer der Kontrahenten in Versuchung, dem anderen unlautere Motive zu unterstellen. Diesen Respekt vermisst man, wenn man aktuelle Diskurse um die Kernkraft verfolgt. #

 


Beeindruckende Gesprächskultur und der gegenseitige Respekt voreinander

2011 Von Winfried Stanzick, Ober-Ramstadt, Hessen 

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als junger Pfarrer Anfang der 80er Jahre von meiner Kirchenleitung nach Biblis geschickt wurde um dort mitten in einem sich zuspitzenden Konflikt als Gemeindepfarrer zu arbeiten und wenn möglich zwischen den Positionen zu vermitteln.

Ich kann mich im Rahmen meines damals stark mit den ökologischen Themen zusammenhängenden Literaturstudiums auch erinnern an zwei mittlerweile schon lange verstorbenen Wissenschaftler, die damals neben anderen mit ihren gegensätzlichen Positionen die gesellschaftliche Debatte mitbestimmten. Heinz Haber als populärer, in den Medien schon damals stark präsenter "Fernsehprofessor , der die Entwicklung von Wissenschaft und Technik als Fortschritt für die Menschheit wahrnahm und sich dafür auch einsetzte. 

Und auf der anderen Seite der linke Robert Jungk, der schon in den fünfziger Jahren begonnen hatte, die Gefahren der Atomwirtschaft und eines ungezügelten Wirtschaftswachstums zu kritisieren und sich einzusetzen für das, was man später dann allenthalben auf den Lippen führte, die "nachhaltige Gesellschaft". Er war es, der den Gedanken nach Europa brachte, den man Dann die Technikfolgenabschätzung nannte.

Haber und Jungk verband trotz oft sehr gegensätzlicher Ansichten eine lange intensive Freundschaft, die schon nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA begann. Zwischen Anfang und Mitte der achtziger Jahre führte der Journalist Wolfram Huncke mit den beiden Wissenschaftlern mehrere längere Gespräche, die er nun unter dem Titel "Gestern ist heute - Heinz Haber und Robert Jungk im Disput über die Zukunft" im Hirzel Verlag herausgegeben hat.

Die Veröffentlichung ist zu begrüßen, denn die Themen der Gespräche der beiden sind aktueller als je zuvor. Vor allem der Weitblick Jungks in der Frage der Gefahren der Atomtechnik hat sich durch Tschernobyl und jetzt durch Fukushima auf das Schlimmste bewahrheitet. Beeindruckend auch die Gesprächskultur und der gegenseitige Respekt voreinander, mit dem sie ihren Disput führen, etwas, was man in den aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen etwa um Stuttgart 21 schmerzlich vermisst.

Bei allen Kontroversen sind sie sich immer wieder einig darüber, ihre Hoffnung auf ein besseres Bildungssystem und die Einsicht der nachwachsenden Generationen zu setzen.

Und wenn man ehrlich resümiert: es ist doch so einiges geschehen seit Anfang der achtziger Jahre, wo man als ökologisch argumentierender Mensch und Theologe in Biblis jedenfalls noch in die Nähe von Terroristen gerückt wurde. Es hat lange gedauert, aber nun ist Biblis abgeschaltet und wird es wohl auch für immer bleiben. Die Gefahren die von den dort gelagerten Brennelementen allerdings ausgehen, werden die Bevölkerung noch über viele Jahrzehnte bedrohen. 

 

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Für eine nachhaltige Zukunft     2011 Von M. Lehmann 

Trotz ihrer intensiven Freundschaft stellten Heinz Haber und Robert Jungk zu ihrer Zeit zwei Pole vor allem im Blick auf die Bewertung von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft dar.

Robert Jungk, Kritiker vor allem des ungezügelten Wirtschaftswachstums und Vordenker für eine 'nachhaltige' Gesellschaft, strikter Gegner der Kernenergie, einer, der sich selbst 'Maschinenzähmer' nannte. Und Heinz Haber, Physiker, der in der Entwicklung, teils auch in der sprunghaften Entwicklung in Wissenschaft und Technik immer einen Voranschreiten der Menschheit sah und daran in Teilen maßgeblich mitwirkte.

'Gegensatz lebt mit Respekt', diese freundschaftliche Grundhaltung bildet die Atmosphäre des Buches, dem Gespräche der Beiden in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, aufgezeichnet damals von Wolfram Huncke, zu Grunde liegen.

Jetzt, fast 30 Jahre später, erscheint der Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser 'Gespräche über die Zukunft' zwischen Haber und Jungk treffend gewählt. Sowohl im Blick auf die Wirtschaft, den Glauben an das ungebremste Wachstum der Systeme, aber auch in Fragen des Umweltschutzes und der Kernenergie, erreichen die Aussagen und Abwägungen beider eine ungeahnte Aktualität. Eine Aktualität, die am Ende des Tages wohl eher Jungk mit seinem skeptischen Herangehen und seiner kritischen Haltung recht zu geben scheint.

Nach einem komprimierten, aber alles Wesentliche des Lebenswegs beider aufnehmende, ersten Kapitels dokumentiert das Buch thematisch geordnet intensive Diskussionen zwischen Jungk und Habermas. Diskussionen, die argumentativ beidseits fundiert und bedenkenswert ausgearbeitet werden. Da, wo Haber betont, dass 'das Machbare gemacht werden muss', betont Jungk, dass gerade diese Haltung 'die Bosheit und die Geschäftigkeit der Anwender einfach nicht sehen will'. Wie eine Prophezeiung wirken hier die Worte Jungks, dass Profite ins Grenzenlose zu wachsen drohen auf Kosten anderer Betroffener. Ein Gedanke, der sich durchzieht. Dem in Teilen übrigens auch Haber später zustimmt, wenn er über das 'Schlachtfeld Weltraum' sinniert, seine Gründe für den Rückzug aus der Weltraumforschung mit der schwierigen Haltung begründet, dass es nur noch um einen 'Kampf' gegeneinander, einen 'Wettlauf', ein 'Übertreffen der anderen Seite' ging.

Aus dem Munde zweier anerkannter Wissenschaftler und auf den Punkt argumentierender Denker werden in den Gesprächen nicht nur konkrete Themen deutlich, sondern im Hintergrund schwingt die existentielle, philosophische Frage mit, was dem Menschen zuzutrauen ist, in welche Richtung seine Kräfte wirken werden. Jungk sieht die Notwendigkeit eines regulierenden Rahmens unter der Qualität der 'Nachhaltigkeit', der in Teilen eng gezurrt werden muss, um beständig drohende Auswüchse mit vernichtendem Potential abzuwenden, Haber vertraut erkennbar mehr möglichen selbstregulierenden Kräften des Fortschritts und der zivilisatorischen Entwicklung durch diesen Fortschritt. Wer allerdings genau liest, stellt fest, dass sich zunehmend doch auch Zweifel und Skepsis in Habers Haltung ausmachen lassen.

Die Gespräche aus der Vergangenheit sind für die heutige Zeit durchaus von Wichtigkeit. Lässt sich doch nicht nur nachvollziehen, dass Jungk mit seiner skeptischen Haltung recht behalten hat, sondern auch, warum die Dinge sich in bekannter, krisenhafter Form dato entwickelt haben und entwickeln. Aus diesem 'Warum' heraus lassen sich im Buch, übrigens in den Aussagen beider Beteiligter, auch Maßnahmen ableiten, zumindest für die mittlere Zukunft, andere Weichen zu stellen - falls die maßgeblichen Stellwerke in Politik und Wirtschaft bereit wären, zu hören, was gerade Robert Jungk zu sagen hatte. Damals zumindest wurde das zwar wahrgenommen, aber schnell ad acta gelegt. Skepsis stört eben immer die Kreise jener, die gerade den Profit vor Augen sehen. 'Gier frisst Hirn', wie es die bildende Kunst der damaligen Zeit auch ausdrückte. # Ein wichtiges Buch, um zu verstehen, sich durchaus auch zu empören und dann dagegen zu halten.  #

 

 

 

 

  

 

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Aus Wikipedia-2010

Nach 1945 war er in Paris, Washington (D.C.) und Los Angeles Korrespondent für schweizerische, deutsche, holländische und französische Publikationen. Im Jahr 1957 siedelte er mit seiner Frau Ruth nach Österreich über, zunächst nach Wien. Ab 1970 lebten sie in Salzburg.

1952 erschien sein erstes Werk Die Zukunft hat schon begonnen zu Fragen der Zukunft der Menschheit.

Jungk gehörte zu den bedeutendsten Pionieren der internationalen Umwelt- und Friedensbewegung. Er erfand die „Zukunftswerkstätten“ und gründete 1985 die Internationale Bibliothek für Zukunftsfragen / Robert-Jungk-Stiftung. Seit 1964 war er Mitherausgeber der Buchreihe <Modelle für eine neue Welt>. Im selben Jahr gründete er das Institut für Zukunftsfragen in Wien. Robert Jungk prägte 1977 den Begriff "Atomstaat" mit seinem gleichnamigen Buch. Ab 1980 war Jungk aktiv in der Friedensbewegung. Im „heißen Herbst“ 1983 nahm er an der Sitzblockade des US-Stützpunktes in Mutlangen teil und war Sprecher auf der Großdemonstration im Bonner Hofgarten.

Obwohl er in seiner eigenen Vita angibt, sich erst seit 1980 in der Friedensbewegung zu engagieren, hat er dies nachweislich bereits ab 1960 in bezug auf den Ostermarsch gegen Atomwaffen in Ost und West getan, trat als Redner bei Abschlusskundgebungen auf und entwarf 1962 einen Aufruf, anknüpfend an die Aussage im ersten Ostermarsch-Flugblatt von 1960 

"Haben Sie Vertrauen in die Macht des Einzelnen!": "Wer kann einen dritten Weltkrieg verhindern? DU - kannst ihn verhindern (....) Nütze Deine Chance heute und hier, verteidige das Leben und die Freiheit Deiner Familie jetzt! Schließe Dich den Ostermärschen gegen die Atomwaffen jeder Nation an!" 

(Markus Gunkel, "Unser Nein zur Bombe ist ein Ja zur Demokratie", S. 41.)

1986 erhielt Jungk den Alternativen Nobelpreis. 1992 trat er als Kandidat der österreichischen Grünen bei der Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten an. Er erhielt 5,7 Prozent der Stimmen. Beerdigt wurde Robert Jungk auf dem Jüdischen Friedhof in Salzburg.  #

 


        

 

Der große Disput

Jungk & Horstmann 1990 

Von detopia-2011

 

ich schätze robert jungk sehr. seine autobiographie, seine Bücher sind mir gute lebensbegleiter. an seinem schriftwerk zu kritisieren habe ich nichts.

 

im gespräch mit ulrich horstmann 1990 in graz hatte er auf seine art auch recht. aber ich glaube heute, dass er schief lag. man kann das "projekt ermutigung" nicht mit zähnen und klauen verteidigen. das geht nicht... (nicht) gut. und so scheinen seine letzten sätze (aus seinem letzten buch) fast trotzig (und das ganze Buch heißt ja auch "Trotzdem"):

"Trotzdem macht mich das alles nicht unglücklich. Meine Lebenslust ist so wach wie eh und je. Ich bin bisher von Depressionen, die so vielen meiner Alters­genossen zu schaffen machen, verschont geblieben. Nur wenn ich an die vielen unschuldigen Opfer der Vergangenheit und der wahrscheinlichen Zukunft denke, packt mich tiefe Trauer, aus der verzweifelte Entschlossenheit wächst. Wer lange lebt, hat oft genug erfahren, daß sich zwar nicht alles, aber doch vieles mit der Zeit zum Besseren wenden kann. Das eigene Ende ist unvermeidlich, aber von jedem kreativen, aktiven Menschen geht ein Anstoß aus, der auf unvorhersehbare Weise in die Zukunft weiter­geleitet wird." (Ende des Buches)

er hat ja recht: jede gute tat verändert die welt (bzw. die zukunft) zum guten. 

nur: die (gleichzeitigen) bösen taten (der anderen) verändern die welt auch - und zwar nicht zum guten. und das ist das ganze problem.... welches horstmann und er 1990 in graz nicht lösen konnten. auch horstmann hätte von seiner sprachbrillanz etwas hergeben können, um uns schlauer hinterher zurückzulassen. (jungk hatte ja in einem emotionalen kleinen ausbruch den knackpunkt deutlich benannt: "ich will keine welt ...." - darauf hätte horstmann antworten können.)

ich denke, es gab immer gute taten, schon das alte testament berichtet von ihnen, also von jesaja. und jesus sowieso, der gute mensch. nur: es reicht immer nur zeitweise aus, in kleinem rahmen. das "große und ganze" geht den archaischen weg, auch heute noch, wir merken es momentan nur nicht in deutschland. 

beim lesen mußte ich manchmal in die ddr zurückdenken: auch wir wollten ja nur "den sozialismus verbessern", also dem staat verbesserungsvorschläge machen. aber die macht wohnte woanders. und die macht... die will auch was anderes. und am meisten will sie ihre macht sichern. 

klar und deutlich sehen wir heute unseren "kampf gegen den atomtod". angefangen 1960 mit dem ersten "ostermarsch". 25 jahre lang bis 1985, also "gorbi" an die macht kam, "erschien". wir haben an spezial-beispiel also 25 jahre erfahrung. und wiederum 25 jahre später wissen wir heute, dass wir den mächtigen nichts rüberbringen konnten - durch den dissidenten butler, dem chef der US-Atomwaffen 1991-96. es ist auch heute, 2011, keineswegs so, dass der "helle wahnsinn" in die köpfe der machthaber leuchtet. das muss klar gesagt werden, nach 50 jahren "anti-atom-bewegung" und 25 jahren "umweltbewegung" und "gerechtigkeitsbewegung" bzw. "anti-dies-und-anti-das-bewegung". wir haben viel erreicht - nämlich den atomtod verhindert bisher. wir haben nichts erreicht - der atomtod lebt weiter, er wartet noch. (und alle anderen tode auch, umwelttode, hitzetode, bakterientode, usw.)  

zum verständnis von horstmanns meinung:

die knopfdrücker in den atomwaffenstaaten wollen den roten knopf ja auch nicht drücken, nur "sie müssen ja", die staatsräson erfordert das, entweder um "die freiheit" zu verteidigen, oder "den kommunismus" (als gesetzmäßige und wünschenswerte zukunft der menschheit). und insofern hat die friedenbewegung (als massenbewegung) nichts neues in die geschichte (historie) eingebracht. die minderheitenmeinung, etwa gruhl und bahro, dass man eine ganzheitliche sanierung der lage anstreben müsse, wurde "aufgesogen". und heute ist nichts mehr übrig von allem. die "GBD" (die grüne partei deutschlands, also die grünen) haben die hartz4-ideologie "eingebracht", die man beschreiben kann mit "fitmachen für immer schlechteren kapitalismus".) und insofern hat bahro vollkommen recht, wenn er 1987 schreibt, das die grünen den kapitalismus stabilisieren. ob horstmann 1983 und 1990 recht behält, dass die gutbewegung den untergang beschleunigt ("zuliefererfunktion"), das mag dahingestellt bleiben, denn wir wissen ja nicht, wie es ohne sie wäre. und es ist auch egal, "weil es auf die paar jahre nicht angekommt".

es ist von eigenartiger pikanterie, dass 1995 ted kaczynski in seinem "unabomber-manifest" mit seinem "leftismus" etwas ähnliches behauptete (wie horstmann). MIR fehlen die antennen für diese feinheiten. aber vielleicht begreife ich es ja noch. später. - jedenfalls stelle ich heute fest: der ganze "soziale fortschritt" hat sehr sehr vieles gutes erreicht - nur am grundsätzlichen (am ende) hat er nichts geändert. (wie bahro 1987 schon schrieb, so ist es eingetreten.) - und ich gebe dann horstmann insofern recht (beschleunigungsthese), wenn ich die heutigen klimanachrichten lese, nämlich das der jahres-welt-co2-ausstoß wieder auf ein "rekordhoch" gestiegen ist (ich weiß jetzt die neue gigatonnenanzahl nicht aus dem kopf.). und auch die weltmenschenzahl steigt "munter" weiter. hier weiß ich die "jahreszahl" zwar aus dem kopf, doch hier finde ich eine stark abgerundete-zahl handhabbar, um die ganze furchtbarkeit zu erkennen: 50 mio pro jedes jahr. (es sind deutlich mehr, das weiß jeder, denn jeder weiß, dass 1999 sechs mrd waren und 2011 sieben, also ca. 75 mio pro jahr also ca. um die bevölkerung deutschlands. ich finde 50 mio deshalb besser, weil man dann ein abwiegler-argument weniger hat. -- wir sehen die 50 millionen nicht. nur aus dem weltraum - am anwachsen der slums der millionenstädte. und wir können nur eines tun: hoffen, das die ressourcen der erde noch einiges hergeben, damit wir noch einige jahre ruhe haben. hier ist keine lösung denkbar. zweierlei gilt es zu bedenken: 

1. es wird seit 1948 (osborn-buch) gewarnt. carl amery berichtet: 

"Lebhaft erinnere ich mich an den Vortrag eines Jesuiten­missionars aus Indien, der in den dreißiger Jahren zu uns jungen katholischen Menschen sprach. Wir fragten ihn nach den Auswirkungen der letzten Hungersnot, von der man in den Zeitungen gelesen hatte. Ohne allzuviel Gefühlsbewegung zu zeigen, erklärte er, daß sie wohl ein Mißerfolg gewesen sei: Wegen des von den Engländern erzielten medizinisch-hygienischen Fortschritts sei die wichtigste Wirkung, nämlich die notwendige Verminderung der Bevölkerungszahl, nicht erreicht worden...."  (cAmery:1994:s58) 

wenn bis zum jungen amery (1939) in die bayrische provinz gedrungen ist, dass übervölkerung herrscht (vorerst nur regional), dann wußten die staatsmänner das auch.

nichts wurde geschafft. nichts. wir wissen aus 60 jahren "kampf dem bev.-tod" auch, wo wir schuldige gesucht haben (die weltlichen machthaber, die kirchlichen machthaber, die links-grünen, u.a.) aber das ist nun egal. wichtig ist nur, festzustellen, dass alles versucht wurde.... nur eben nicht richtig. ähnlich wie beim co2 (+andere treibhausgase) steigen die zahlen kräftig an, anstatt sich kräftig zu vermindern. und auch hier gibt es sterndeuter, die das schönreden (eine fraktion sagt: 10 milliarden sind kein problem. eine andere sagt: die reichen länder wollen die armen unterdrücken., usw.)

2. weil jeder mensch sich anstrengt, ganz viel ressourcen zu erhaschen, (arbeitsstelle, wohnraum, geld), wird alles auf der erde zur wüste werden oder aber nach dem zusammenbruch der weltzivilisation kann sich die restnatur erholen, und sogar eine neue, stärkere artenvielfalt hervorbringen. das ist aber egal, weil das von den zeiträumen abhängt, die man anblickt - ob 1000 jahre nach dem tod des letzten menschen, oder 100 millionen, und welche andere kosmogeologischen ereignisse noch die evolutionskraft der natur fördern oder mindern. für uns ist das egal. für die menschen ist nur wichtig, das sie in diesem jahrhundert viel leiden werden, dass die zivilisation auf der ganzen erde sich auflöst, dass dann noch einige jahrzehnte verbrecherstaaten existieren, die aber auch alle dann bis 2100 aussterben. ich gehe davon aus, dass bis 2011 auch reichlich ABC-waffen eingesetzt werden, aber nicht als weltkrieg, nur manchmal, aber sie tragen ihren teil zu ende bei. die jahreszahl ist egal, und sie interessiert mich nicht sehr. wichtig ist nur, dass von nun abwärts geht. allein die geschwindigkeit ist "interessant". letztendlich interessiere ich mich nicht für die "nachgeborenen generationen". und ich kann nicht. gott hat mir ein schicksal verordnet, bei dem ich selbst 'ums überleben' mich anstrengen muss. - und da es den armen der welt noch viel mehr so geht, und da die weitsichtigen politiker in den letzten jahrzehnten immer ausgebremst wurden, muss ich zu einem entsprechenden urteil auch für die zukunft kommen. was wir aus der bisherigen geschichte wissen, auch gerade den letzten jahrzehnten, sagt uns, dass immer weniger gute menschen an macht kommen und immer weniger gutes bewirken können. 

wir können nur hoffen, dass das noch nicht morgen ist.... "es noch nicht morgen soweit ist"

die zeit für eine änderung ist abgelaufen. 

und wir müssen klar sehen: wahrscheinlich hatten wir nie eine chance. unser gehirn spielte von anfang an verrückt. falls ich über den aktuellen stand der hirnevolution richtig informiert bin, dann ist sie seit 100.000 jahren zum stillstand gekommen. falls das richtig ist, dann liegt die vermutung nahe, dass sie auch nicht mehr in gang käme, also dass "wir" auf ewig halbfertige menschen blieben, und nie weise werden könnten. (und eine weltfriedensglücksgesellschaft niemals nicht "produzieren" könnten.) 

und dann scheint es mir wie eine erlösung, ja: göttlich, all den ungeborenen der nächsten 10.000 jahre nicht leiden "zu sehen". (das unsere vorgänger seit 10.000 jahren ja in einer ökologisch perfekten welt hatten, also in einer welt, wo alle hätten glücklich sein können, da haben sie sich schon das leben zur hölle gemacht. einfach so. 

und das darf nicht vergessen werden:

wir vergessen, dass das menschliche leid in den letzten 10.000 die regel war - und nicht die ausnahme. egal ob man die bibel, die deutschen volksmärchen, oder die alltagshistoriker heranzieht - normalerweise macht man sich das nicht klar, wenn man über was hört, was "früher" war. aber man braucht nur mal bzw. man kann nur in seiner eigenen familienvergangenheit forschen, und man wird finden, dass alle gelitten haben. - nun argumentiert der optimist grad anderrum: deshalb brauche fortschritt - technisch und sozial, sozialtechnischen fortschritt. - meine antwort wiederum: da die zukunft (die nächsten 50 jahre) nur schlechter werden kann, so liegt die gute zeit schon hinter uns. der fortschritt hat uns in die jetzige lage gebracht - im guten wie im bösen. nunmehr besteht kein grund zur hoffnung, denn: alle denkbaren technische fortschritte können die probleme nicht lösen.

also selbst, wenn wir alles als realität fantasieren, was die wissenschaftler glauben, was sie in 10 bis 30 jahren hinkriegen, all das löst nicht die überbevölkerung und die klimakatastrophe und - vor allem - es mindert nicht die dummheit menschen bzw. "wie er nunmal ist". der mensch wird also in 30 jahren noch genauso "stur" sein, wie jetzt und wie seit ewigzeiten. und daher wird es in 30 jahren das selbe "problemlösungsvermögen" geben, wie heute. (ich meine hier soziale und politische probleme). und wir dürfen hier nicht die guten ansätze der letzten jahrzehnte fort schreiben. das wäre nur eine selbsttäuschung. alle guten trendes sind im sinken begriffen - etwa die friedens- und konfliktforschung, politikforschung, und so was. - auch den reichen staaten geht das geld aus, und sie verkleinern und polizei usw. 

zurück zum ausgangsthema:

robert jungk hat viel geleistet. ohne solche idealisten und utopisten wäre die welt heute schon in einem schlechteren zustand. aber es brauchte auch eine massenbewegung, die die "köpfe" trägt - und umgekehrt sammelt sich die masse um "köpfe".  -- aber die grüne masse fällt auch ruckzuck immer in den mainstraem zurück. und genau das ist passiert. so, wie es horstmann 1983, bahro 1987, kaczynski 1995 ausgeschrieben haben. - ein abermaliges zurückgehen in die vergangenheit bringt keine neuen erkenntnisse, weil das menschliche dilemma unauflöslich ist. 

robert jungk hat nicht schuld. heute wissen wir, dass niemand schuld. niemand konnte es ändern - oder wollte es ändern. der massenmensch kann nur bis zum tellerand gucken (kleinräumig), denkt nur kurzfristig (außer an die rente) und bringt (nur) solche herrscher an die macht - das gilt deutlich für die demokratien, aber auch bei diktaturen können wir fragen: wo kam 1914 und 1934 die massenbegeisterung her, in deutschland? 

 

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Robert Jungk:

Ein ganzes Leben im Trotzdem

Jahrzehntelang prägte der Zukunftsforscher Robert Jungk den Protest gegen die Atomindustrie.

Am 11. Mai wäre er hundert Jahre alt geworden.

Ein posthumer Glückwunsch

Von Karl-Markus Gauß

8. Mai 2013 / DIE ZEIT Nr. 20/2013

https://www.zeit.de/2013/20/zukunftsforscher-robert-jungk

 

Nichts sieht so alt aus wie die Zukunftsprognose von gestern. Das trifftvor allem auf jene Utopien zu, die uns den Fortschritt als Erfindung immer besserer Maschinenausmalen. Die Gesellschaft wird human, ohne dass wir etwas an der Art, wie wir leben undzusammenleben, verändern müssten, denn die Maschinen nehmen uns die Verantwortung ab. Sieproduzieren allgemeine und gleiche Zufriedenheit wie von selbst.

Als deliranter Prediger dieses Fortschritts, der davon überzeugt war, dass sich alles, was man sich ausdenken kann, auch machen lässt, und alles, was sich machen lässt, auch gemacht werden solle, war der Amerikaner Hermann Kahn einst weltberühmt. In einem Bestseller hat der Futurologe 1967 aufgezählt, was alles im Jahr 2000 selbstverständlich sein werde: die Krankheiten – ausgerottet dank einer neuen Generation von Antibiotika; das Wetter inklusive Regen- und Sonnenperioden – durch Interventionen veränderbar und planbar geworden; das Klima – von den Menschen, die sich Kahn gerne als Militärs vorstellte, nach Belieben beherrscht.

Das klingt heute eher komisch, als wäre es der Zukunftsforschung nicht gelungen, wirklich zur Forschung zu werden. Aber zu ihrer Zeit wurden Prognosen wie diese ernst und als Argumente gegen jene genommen, die vor blindem Fortschrittsglauben warnten.

Hermann Kahn galt damals als internationaler Star der Futurologen, und Robert Jungk war bei jenen, die sich in ihrem Wahn der Machbarkeit für intellektuell zurechnungsfähig hielten, als verbohrter Feind der Technik verschrien.

Die Zukunftsforschung hatte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als "Wissenschaft von der Zukunft" etabliert, den Begriff "Futurologie" steuerte einer ihrer besten Köpfe bei, Ossip. K. Flechtheim, ein deutscher Gelehrter, den die Nationalsozialisten von der Universität und außer Landes jagten. Robert Jungk, der am 11. Mai vor hundert Jahren geboren wurde, war eine prägende Gestalt dieser Zukunftswissenschaft, wenngleich er den Begriff als solchen ablehnte.

Die Apokalypse vor Augen, blieb er ein verwegener Optimist

Dabei ging er es selbst durchaus mit wissenschaftlichem Ethos an, ließ er sich doch nicht von seinen Wunschvorstellungen mitreißen. Er untersuchte das, was es bereits gab, akribisch nach dem Guten wie Schlechten, das aus ihm erwachsen könnte. Dennoch hielt er nichts davon, für diese Tätigkeit naturwissenschaftliche Objektivität zu beanspruchen. Die Zukunft sah er ja als offenen, nicht als bereits festgelegten Raum, weswegen er des Öfteren stilistisch unschön von "Zukünften" sprach. Um diese Zukünfte human zu gestalten, galt es ihm die Gegenwart zu erforschen und zu erkunden, was sich in ihr an Verhängnisvollem wie Hoffnungsvollem abzeichnete. Die Apokalypse vor Augen, blieb Robert Jungk ein verwegener Optimist.

Er wollte kein Zukunftswissenschaftler sein, dafür hat er den Beruf des Wissenschaftsjournalisten jedenfalls verändert, wenn nicht gar erschaffen. Jungk hat zeitlebens ungeheuer viele Zeitungsartikel geschrieben, für die er ganze Bibliotheken durchackerte, als Reporter Städte und Länder bereiste und Menschen, Opfer wie Täter, befragte. Der Wissenschaftsjournalist hatte für ihn die Aufgabe, der Gesellschaft kritische Information darüber zu liefern, was Experten gerne unter sich verhandeln; also Aufklärung zu leisten dort, wo die Sache kompliziert, das Anliegen wichtig, die Öffentlichkeit eingeschränkt ist. Während er ungemein fleißig recherchierte und publizierte, außer Tausenden von Artikeln bald auch schon Bücher, deren Auflage in die Millionen ging, verspürte er doch immer die Sehnsucht nach Ruhe, Innehalten, nach dem "Roman", von dem er schon mit 22 Jahren schwärmte.

Als Sohn eines Regisseurs und einer Schauspielerin 1913 in Berlin geboren, musste Jungk 1933 ums Leben flüchten und landete auf dem Umweg über Prag und Frankreich 1938 in der Schweiz. Es charakterisiert seine aus einem heftigen Widerspruch emporschießende Kreativität, dass er dort einerseits unter mehreren Pseudonymen hektisch Artikel um Artikel veröffentlicht, andrerseits bei erster Gelegenheit zu Hermann Hesse pilgert, der in Montagnola ein mönchisch zurückgezogenes, kontemplatives Leben führt.

In den sechziger und siebziger Jahren wird Jungk, wie er in seiner Autobiografie Trotzdem. Mein Leben für die Zukunft schreibt, als "meistbeschäftigter Konferenzredner" seiner Zeit rastlos durch die Länder tingeln, und manchmal hat er wochenlang jeden Tag an einem anderen Ort vor Hunderten, Tausenden Menschen gesprochen.

Es scheint, die Sehnsucht nach Ruhe, nach Rückzug, nach dem langsamen Schreiben ist mit den Jahren irgendwann in ihm erloschen; offenbar hatte er seinen Frieden mit sich geschlossen und sich in die Rolle des Warners, des Mahnpredigers, einer öffentlich schier omnipräsenten Autorität gefügt.

Noch mit fast achtzig Jahren ließ er sich von den Grünen als Kandidat für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten aufstellen und in einen anstrengenden Wahlkampf hetzen, der seine Gesundheit nachhaltig ruinierte.

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Zukunftsforscher Robert Jungk