George Lee Butler, US-General a. D.

Mein Sinneswandel

Der ehemalige Oberbefehlshaber der US-Nuklear­streit­kräfte (1991-1996)  schildert seinen Wandel zum Atom-Pazifisten 

Vortrag am 11.03.1999
Übersetzung: Regina Hagen 

1999

Wikipedia.Autor  *1939 in Georgia

Google.Autor    Bing.Autor

 

detopia:   B.htm   Ökobuch 

Butler.PDF   Zeitung.PDF   1995-Buch

Gü.Anders   Ho.Richter   Ha.Pinter   Mi.Davis  R.Jungk

 

General a.D. Lee Butler hielt diese Ansprache bei einem Round-Table-Gespräch am 11.03.1999 bei einer Veranstaltung der "CNANW"  in Kanada 
(eine NGO/NRO: Canadian-Network-to-Abolish-Nuclear-Weapons).  Home:  web.net/~cnanw   +  Bing.Suche 

Frankfurter-Rundschau.de  vom 1.9.1999 

 

"Wir sind im Kalten Krieg dem atomaren Holocaust nur durch eine Mischung von Sach­verstand, Glück und 
göttlicher Fügung entgangen — und ich befürchte, das letztere hatte den größten Anteil daran." (G. Butler) 

 

Ich möchte zu Beginn gerne denjenigen unter Ihnen meine Anerkennung aussprechen, die schon so viele Jahre in diesem Weinberg arbeiten. Die meisten von Ihnen tun das wohl, weil sie intuitiv das begriffen haben, wozu wir, die doch eigentlich die Experten in diesem Geschäft sein sollten, Jahre brauchten: dass nämlich, genau besehen, Kernwaffen der Feind der Menschheit sind. Ja, sie sind eigentlich gar keine Waffen. Sie sind eine Art biologischer Zeitbomben, deren Wirkungen Zeit und Raum überschreiten und die Erde wie auch ihre Bewohner auf Generationen hinaus vergiften.  [ Gustav Heinemann (detopia) ]

All denen von Ihnen, die in Nichtregierungsorganisationen mitarbeiten, möchte ich gleich zu Anfang sagen, dass ich das, was Sie all diese Jahre so unermüdlich getan haben, genau verfolge und Ermutigung daraus ziehe. Im gleichen Atemzug sage ich Ihnen aber auch, dass ich während fast meines ganzen Lebens, auf jeden Fall während meiner Jahre als Uniformträger, nicht ein einziges Mal von Nichtregierungs­organisationen gehört hatte — und jetzt bin ich wohl selbst eine!

Dazu passend möchte ich gleich zu Beginn meines Vortrags einen Kommentar aufgreifen, den ein Mitglied der Reform-Partei gestern bei der Anhörung machte, als er — ziemlich scharf finde ich, aber das ist in Ordnung, wir sind eine Art Blitzableiter für solche Ansichten — zu Beginn seines Kommentars bemerkte: "Sagen Sie mal, haben Sie und McNamara nicht zu den Typen gehört, die den ganzen Kram befürwortet haben, Abschreckung und all das?" 

Audio 2016 DLF Sinneswandel Kalederblatt zum 100sten (detopia)    wikipedia McNamara 1916-2009  

Ich glaube Bob [McNamara] würde mir zustimmen, daß wir schuldig sind im Sinne der Anklage. Wir haben die Pflicht und Schuldigkeit, uns jetzt der Verantwortung zu stellen und noch einmal ernsthaft nachzudenken, ohne die überhitzten Gefühle des Kalten Krieges und mit besserem Zugang zu den Entscheidungs­trägern und den Archiven aus dieser Zeit. Wir können uns nicht davor drücken, unsere Position zu überdenken. Und ganz gewiss sind wir auch verpflichtet vorbe­haltlos die Lehren, die wir aus unseren Erfahrungen ziehen, zu verstehen und darzulegen. 

Ich erinnere mich an die Worte eines wundervollen amerikanischen Romanautors aus dem tiefen Süden, Flannery O'Connor, der einer seiner Figuren den herrlichen Satz in den Mund legte: "Du wirst die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird dich zum Sonderling machen." 

Aus Respekt vor dem Fragesteller von gestern kann ich nur bestätigen: Ja, es wirkt sicherlich sonderbar. Seine Frage ist berechtigt, und deshalb habe ich unendlich viel Verständnis für Menschen, die überrascht, geschockt oder sogar wütend sind über Leute wie mich oder auch Bob McNamara, wenn wir jetzt Ansichten äußern, die denen genau entgegengesetzt sind, die wir früher hatten.

Die Wahrheit zu erkennen, hat — zumindest bei mir — fast 40 Jahre gedauert; die Wahrheit des Atomzeitalters, wie ich es rück­schauend verstehe. Ich habe 30 Jahre gebraucht, um die Karriereleiter so weit hochzusteigen, dass ich die Verantwortung und vor allem auch den Zugang zu Informationen hatte und mit Handlungen und Operationen konfrontiert war, die mein Verständnis dessen prägten, worum es bei der Fähigkeit zur nuklearen Kriegführung überhaupt geht. 

Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass vieles von dem, woran ich glaubte, entweder falsch, höchst vereinfacht, außerordentlich brüchig oder einfach moralisch untragbar war. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass die Anhäufung des Kernwaffenarsenals in einem geradezu grotesken Ausmaß, wie wir das in den 50 Jahren des Kalten Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion erlebten, ebenso sehr das Ergebnis von Furcht, Ignoranz und Gier, von Egoismus und Machtstreben, von Glücksspiel und Profitsucht war wie die Folge der scheinbar so eleganten Abschreckungstheorie.

 

Ich möchte versuchen, Ihnen in aller Kürze ein Gefühl dafür zu vermitteln, was es bedeutet, Oberbefehls­haber der Nuklear­streitkräfte zu sein — Ober­befehls­haber der land- und seegestützten Raketen und Flugzeuge, die die Kernsprengköpfe über große Entfernungen zum Einsatzziel tragen.

Zum einen war ich verantwortlich für den Alltagsbetrieb, für die Disziplin und Ausbildung von mehreren zehntausend Angehörigen der Streitkräfte, für die Systeme, die sie betrieben, und für die Kernsprengköpfe, die diese Systeme transportieren sollten. Es waren insgesamt etwa zehntausend strategische Kernsprengköpfe.

Mir wurde viel mehr als zuvor, mehr selbst als in meiner Zeit als Kommandant von B-52-Bombereinheiten, bewusst, welches unglaubliche Risiko es bedeutet, mit diesen Waffen täglich auf die unterschiedlichste Weise umzugehen, sie zu warten und zu verlegen. 

Ich arbeite mich durch die Geschichte der Unfälle des Atomzeitalters, zumindest durch die Aufzeichnungen, die in den Vereinigten Staaten gemacht worden waren. Erst langsam beginne ich zu begreifen, was das alles in der ehemaligen Sowjetunion bedeutete, und das ist beängstigender, als Sie es sich vorstellen können.

Das meiste davon ist gar nicht öffentlich bekannt, obwohl es inzwischen öffentlich zugänglich ist. Raketen, die in ihren Silos explodierten und die Kern­spreng­köpfe aus den Silos herausschleuderten. B52-Bomber, die mit Tank­flugzeugen zusammen­stießen und die Kernwaffen entlang der spanischen Küste und ins Meer verstreuten. Ein mit Kernwaffen beladener B52-Bomber, der in North Carolina abstürzte, und bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass beim Absturz an einer der Waffen sechs der sieben Sicherungsvorrichtungen, die eine Kernwaffen­explosion verhindern sollen, ausfielen. Es gibt Dutzende Beispiele für solche Unfälle. Mit Nuklear­raketen bestückte U-Boote, auf denen sich schreckliche Unfälle ereigneten und die nun auf dem Meeres­boden ruhen.

 

Daneben war ich auch der oberste Berater des US-amerikanischen Präsidenten für Kernwaffen­fragen. Das bedeutete für mich, Tag und Nacht, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr, nach dem dritten Klingeln den Telefonhörer abzunehmen, um im Ernstfall die folgende Frage des Präsidenten beantworten zu können: "General, unser Land wird mit Kernwaffen angegriffen. Ich muss innerhalb weniger Minuten entscheiden, wie wir darauf reagieren. Welche Gegenmaßnahmen sollen wir ihrer Meinung nach ergreifen?"

In den 36 Monaten als oberster Kernwaffenberater des Präsidenten nahm ich jeden Monat an einer Übung teil, die unter dem Namen <Raketen­bedrohungs­konferenz> bekannt wurde. Buchstäblich, ohne Ausnahme begann die Bedrohungskonferenz mit einem Szenario, das von einem Angriff auf die Vereinigten Staaten mit einem, mehreren, Dutzenden, dann Hunderten und schließlich Tausenden von Thermonuklear­sprengköpfen ausging. War der Angriff ausgewertet und bewertet und standen angesichts der Situation genügend Informationen für eine Entscheidung zur Verfügung, blieben dem Präsidenten maximal zwölf Minuten, um eine Entscheidung zu treffen.

Zwölf Minuten für eine Entscheidung, die — zusammen mit der Entscheidung eines Menschen auf der anderen Seite der Erdkugel, der vielleicht einen solchen Angriff angeordnet hatte — nicht nur das Überleben der Kriegsgegner aufs Spiel setzte, sondern das Schicksal der gesamten Menschheit mit der Aussicht, dass innerhalb weniger Stunden etwa 20.000 Thermo­nuklearwaffen explodierten. 

Traurig zu sagen, dass die abgeklärten Praktiker der nuklearen Kunst nie die umfassenden Folgen eines solchen Angriffs verstanden — und das tun sie bis heute nicht.

 

Ich habe das alles nicht begriffen, bis ich mich in meinen dritten Verantwortungsbereich eingearbeitet hatte, und das war die nukleare Kriegsplanung der Vereinigten Staaten. Das galt selbst noch im Januar 1991, nachdem der Kalte Krieg bereits für beendet erklärt und im Dezember 1990 der Vertrag über die Begrenzung der konventionellen Streitkräfte in Europa unterzeichnet worden war. 

Da ging ich am ersten Tag nach meinem Dienstantritt die Treppe hinunter, um im Allerheiligsten meines Hauptquartiers die Kriegsplaner kennen zu lernen. Zum ersten Mal nach 30 Jahren Dienst hatte ich ungehinderten Zugang zum Kriegsplan. Obwohl ich eine ungefähre Vorstellung hatte, worum es da ging, war ich doch fassungslos.

Der Plan definierte 12.500 Ziele in den Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes, die von ca. 10.000 Kernwaffen angegriffen werden sollten, im schlimmsten Fall — und davon gingen wir immer aus — alle gleichzeitig.

Ich setzte mir in den Kopf, jedes einzelne dieser Ziele etwas genauer zu untersuchen. Ich glaube kaum, dass das je zuvor jemand getan hatte. Der Kriegsplan war in mehrere Bereiche unterteilt, und für jeden Bereich war ein anderes Team zuständig. Meine Leute waren schockiert, als ich ihnen sagte, dass ich mir jedes einzelne Ziel vornehmen wollte.

Meine Überlegung war ganz einfach. Würde es sich nur um ein einziges Ziel handeln, dann müsste ich doch sicherlich alle greifbaren Details darüber wissen: Warum es ausgewählt wurde, welche Waffe darauf gerichtet war, welche Folgen der Angriff haben würde. Also war es für mich nur logisch: Warum sollte ich mich weniger darum kümmern, nur weil es so viele Ziele gab? Ich wollte jedes einzelne ansehen. Als ich mit dieser Fleißarbeit fertig war, verstand ich endlich die wahre Bedeutung von MAD, von Mutually Assured Destruction. (Gesicherte gegenseitige Zerstörung + engl. mad = verrückt)

Außer vermutlich dem sowjetischen Atomkriegsplan war dies mit Abstand das absurdeste und verantwortungs­loseste Dokument, das ich in meinem Leben je zu Gesicht bekommen hatte. Im Verlauf meiner Untersuchung wurde ich so wütend, dass ich meine Vorgesetzten in Washington von meinen Sorgen in Kenntnis setzte. 

Um eine lange Geschichte abzukürzen: Am Ende einer drei Jahrzehnte dauernden Reise verstand ich endlich die Wahrheit, die mich jetzt als Sonderling erscheinen lässt. Sie lautet: Wir sind im Kalten Krieg dem atomaren Holocaust nur durch eine Mischung von Sachverstand, Glück und göttlicher Fügung entgangen, und ich befürchte, das letztere hatte den größten Anteil daran.  

Die rettende Gnade bestand darin, dass der Kalte Krieg tatsächlich damals gerade zu Ende ging. Ich stand daher vor einer Entscheidung, die für mich persönlich von großer Tragweite war. Jetzt, da ich den Umfang unseres eigenen Kernwaffenpotentials richtig einschätzen konnte und auch, welche Folgen das Zusammenspiel in der unheiligen Allianz mit dem sowjetischen Gegenpart hatte — was sollte ich jetzt tun?

Auf meinem Schreibtisch lagen Modernisierungsprogramme für neue strategische Kernwaffen im Wert von 40 Milliarden US-Dollar, die nur auf meine Unterschrift warteten. Welche Ziele sollten wir uns für die nächsten Abrüstungs­verhandlungen setzen? Wie stark sollte ich mich gegen Kürzungen des Etats für die strategischen Kernstreitkräfte einsetzen, um die vorgesehene Schließung von Stützpunkten zu verhindern? Und was sollte ich mit dem monströsen nuklearen Kriegsplan anfangen? 

Ich kam zu dem einfachen Schluss, dass gerade ich die Pflicht hatte, den Anfang vom Ende des nuklearen Zeitalters mit einzuleiten. Die Menschheit, die bis dahin von einem nuklearen Holocaust verschont geblieben war, müsste die nukleare Leiter so schnell wie möglich wieder hinuntersteigen, müsste die Lehren aus der nuklearen Dimension des Kalten Krieges ziehen, so dass andere diesen Weg nie wieder beschreiten würden.

Die Quintessenz des Ganzen war, dass ich kein einziges dieser 450-Milliarden-Dollar-Kernwaffen­programme unterstützte und dass sie alle abgesagt wurden. Ich drängte auf die beschleunigte Unterzeichnung des START-I-Abkommens und darauf, die Minuteman-2-Raketen schneller außer Dienst zu stellen. Ich sprach die Empfehlung aus, zum ersten Mal seit 30 Jahren Bomber aus der Alarmbereitschaft zu nehmen. Der Präsident genehmigte alle meine Vorschläge, und am 25. September 1991 saß ich in meinem Befehlszentrum und gab meinen Bombertruppen mit dem roten Telefon die Anordnung, die Einsatz­bereitschaft aufzuheben. Ich setzte 24 meiner 36 Basen auf die Schließungsliste. Ich reduzierte die Anzahl der Ziele im nuklearen Kriegsplan um  75%, und schließlich empfahl ich die Auflösung des strategischen Luftkommandos. Auch dieser Empfehlung stimmte der Präsident zu. Ich holte die Fahne dieses Kommandos am 1. Juni 1992 ein.

Sie können sich vermutlich vorstellen, dass ich vor genau fünf Jahren mit großer Erleichterung und Dankbarkeit in Pension ging. Erleichterung darüber, dass die akutesten Gefahren des Kalten Krieges beseitigt wurden, und Dankbarkeit dafür, dass ich eine kleine Rolle dabei spielen durfte. 

Sie können sich dann auch meine wachsende Besorgnis, meine Bestürzung und schließlich mein Entsetzen vorstellen, als innerhalb relativ kurzer Zeit dieser außer­ordentliche Impuls, diese einmalige Gelegenheit an Schwung verlor, als das begann, was ich die schleichende Neubegründung der Kernwaffen nenne, als die Bürokratie sich wieder durchsetzte.

Die Franzosen nahmen die Atomtests wieder auf. Der START-II-Vertrag wurde zunächst drei Jahre lang im US-Senat blockiert und jetzt schon wieder drei Jahre lang in der russischen Duma. Das kostbare <Fenster der Gelegenheit> begann sich zu schließen, und jetzt finden wir uns in der kaum vorstellbaren Situation wieder, dass die Kernwaffenpolitik der Vereinigten Staaten fast identisch ist mit der von 1984 unter Ronald Reagan; dass unsere Streitkräfte mit ihrer ständigen Einsatzbereitschaft effektiv dieselben sind wie auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges.

Selbst wenn START II ratifiziert wird, spielt das kaum eine Rolle. Die Zahl 3000-3500 Sprengköpfe ist ohne Bedeutung. Die ehemalige Sowjetunion, das heutige Russland — eine Nation in äußerst gefährlichem Zustand — kann kaum ein Drittel dieser Zahl einsatzbereit halten, und selbst dazu muss es einen Großteil der immer spärlicher vorhandenen Mittel einsetzen. Die Nato hat ihre Grenzen ausgedehnt, und Moskau wurde davon in Kenntnis gesetzt, dass die Vereinigten Staaten in Erwägung ziehen, den ABM-Vertrag (Raketenabwehrvertrag, d.Ü.) aufzuheben und eine begrenzte nationale Raketenabwehr aufzubauen.

 

Was für eine unerwartete Wendung! Ich hätte mir diese Entwicklung vor fünf Jahren nie und nimmer vorstellen können. Das ist eine Anklage! Die führenden Politiker der Kernwaffenstaaten laufen heute Gefahr, von künftigen Historikern als ihres Zeitalters unwürdig beurteilt zu werden, weil sie die Chancen, die unter großen Opfern und Kosten eröffnet wurden, nicht genutzt haben, weil sie das nukleare Wettrüsten auf der Erde wieder in Gang gesetzt haben, weil sie die Menschheit dazu verdammen, unter dem ständigen Damoklesschwert der Angst zu leben.

Und ich will für Sie ein Zitat wiederholen, das ich gestern dem gemeinsamen Ausschuss mit auf den Weg gab. Ich habe mir dieses Zitat schon vor vielen Jahren zu Herzen genommen. Es stammt von einem meiner Helden, einem meiner Berufshelden, von General Omar Bradley, der im Zweiten Weltkrieg eine führende Position innehatte und Zeuge der Folgen von Hiroshima und Nagasaki wurde. Er sagte anlässlich seiner Pensionierung:

"Wir leben im Zeitalter der nuklearen Riesen und der ethischen Zwerge, in einer Welt, die Brillanz ohne Weisheit, Macht ohne Gewissen erreicht hat. Wir haben die Geheimnisse des Atoms entschleiert und die Lehren der Bergpredigt vergessen. Wir wissen mehr über den Krieg als über den Frieden und mehr über das Sterben als über das Leben."   wikipedia  Omar_N._Bradley 1893-1981

Wir haben eine unschätzbare Chance, die Messlatte für ein anständiges, zivilisiertes Verhalten höher zu hängen, die Reichweite des Rechts auszudehnen und zu lernen, auf diesem Planeten mit Respekt füreinander und in Würde zu leben. Diese Chance dürfen wir nicht verschenken.

Meine Sorge ist so groß, dass ich die derzeitige Torheit nicht schweigend hinnehmen kann. Daher bin ich wieder in die Arena gestiegen, um meine Stimme mit Ihrer zu vereinigen, um gemeinsam mit Kollegen wie Bob McNamara und Botschafter Tom Graham, die diese Sorgen und Einschätzungen teilen, meine Dienste anzubieten.

Ich danke Ihnen für die Gelegenheit, heute bei Ihnen sein zu dürfen. 
Danke für die Arbeit, die Sie all die Jahre geleistet haben. 
Es war mir eine Ehre, heute zu Ihnen zu sprechen. 
Vielen Dank.
  

 

Ende 

 

 

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Zusatzwissen Kalter Krieg

 

 

en.wikipedia  Sandra_Finan   US-Atom-Kommandeurin der Air-Force bis 2015

wikipedia / Omar_N._Bradley  1893-1981 

atomwaffena-z.info   

McNamara (1916-2009) ehemaliger US-Verteidigungsminister 

2053 Atomtests 1945-1998  --   Isao Hashimoto sagt selbst über “1945-1998"  (2003):  

Die Arbeit zeigt Geschichte aus der Vogelperspektive, indem sie einen Monat auf eine Sekunde reduziert. Sie enthält keine Buchstaben, damit es keine Sprachbarrieren gibt und jeder Zuschauer die Botschaft versteht. Das blinkende Licht, der Sound und die Nummern auf der Weltkarte zeigen wann, wo und wieviele Tests jedes Land durchgeführt hat. Ich habe die Arbeit zur Veranschaulichung (“for the means of an interface”) für die Leute geschaffen, die noch nicht von dem extrem schwerwiegenden, trotzdem bestehenden Problem auf der Welt wissen. 

greenpeace.de---multimedia-kunst-uber-atomwaffentests  

ctbto.org/specials/1945-1998-by-isao-hashimoto  

wikipedia Wassili Archipow  1962 Kubakrise    

wikipedia Able_Archer_83  1983 Atommanöver  

 

Die Kuba-Krise:  3. Folge:  Michael Schumakow      phoenix.de   2004   TV-Doku   

Michael Schumakow war Kommandant eines der vier sowjetischen U-Boote, die im Oktober 1962 im Einsatz vor der Küste Kubas waren. Unter strengster Geheimhaltung sollten sie die Stationierung der sowjetischen Raketen auf der Karibik-Insel direkt vor der Haustür der USA militärisch unterstützen. 

Nachdem er vier Tage lang den Verfolgern der amerikanischen U-Boot-Abwehrflotte entwischt war, wurde sein U-Boot am 27. Oktober 1962, auf dem Höhepunkt der Kuba-Krise, von einem US-Zerstörer angegriffen. Eine Bombe war explodiert, von überall her kamen Meldungen, "Kapitän, wir hören Schiffsschrauben!" 

Schumakow hatte den Befehl, in einem solchen Fall seine Torpedos abzuschießen. Eines davon war mit einem Atomsprengkopf bestückt, doch das wussten die Amerikaner nicht, wie sich erst sehr viel später herausstellen sollte. 

Schumakow war ohne Kontakt zu den vorgesetzten militärischen Stellen und musste innerhalb von ein, zwei Minuten eine Entscheidung treffen. Doch sein einziger Gedanke war, die Mannschaft und das Boot vor dem Untergang zu bewahren und ein Gefecht möglichst zu vermeiden. Also entschied er sich — entgegen den Anweisungen — keinen Befehl zum Abfeuern der Torpedos zu geben. Ihm war klar, das hätte den atomaren Weltkrieg bedeutet. 

Michael Schumakow beschreibt diese schwierige psychologische Situation 40 Jahre später spannend und detailreich. Erst beim Veteranentreffen im Oktober 2002 in Havanna wurde öffentlich, dass die Gefahr eines Atomkrieges damals tatsächlich noch viel größer war als bisher angenommen. 

 phoenix.de/old/dokus/122000/01288/index.html   Moderation: Jürgen Engert    Redaktion: Margit Schedler

 

 

General George Lee Butler, born June 17, 1939, was commander in chief, United States Strategic Command, and the last commander of Strategic Air Command.

Biography

Butler was born in 1939 at Fort Benning, Georgia, and graduated in 1957 from Washington-Lee High School in Arlington, Virginia. He earned a bachelor of science degree from the United States Air Force Academy in 1961 and a master's degree in international affairs from the University of Paris in 1967. He completed Squadron Officer School in 1964, Air Command and Staff College in 1970, and Armed Forces Staff College in 1974.

He was commissioned in June 1961 and received undergraduate pilot training at Williams Air Force Base, Arizona, followed by basic instructor school at Randolph Air Force Base, Texas. He then flew as an instructor pilot in T-33s and also served as an academic instructor at Craig Air Force Base, Alabama, from March 1963 to December 1964.

Butler was selected for study in France as an Olmsted scholar. He received French language training at the State Department's Foreign Services Institute, Arlington, Virginia, prior to attending the University of Paris. After graduation, he attended F-4 combat crew training school and was assigned in March 1968 to the 12th Tactical Fighter Wing, Cam Ranh Bay Air Base, South Vietnam.

From August 1968 to March 1969 he was aide to the commander of 7th Air Force, Tan Son Nhut Air Base, South Vietnam. Returning to the United States and the U.S. Air Force Academy, he served as an instructor in the political science department, and as an executive officer and air officer commanding in the academy's military training department.

In July 1971 Butler was assigned as special assistant to the director, Office of Emergency Preparedness, Executive Office of the President, Washington, D.C. He again returned to the academy in January 1972, as an assistant professor in the political science department. After completing combat crew training in October 1972, he was assigned as chief pilot of the 53rd Military Airlift Squadron, 63rd Military Airlift Wing, Norton Air Force Base, California.

He entered the Armed Forces Staff College in July 1973 and, after graduating in February 1974, was assigned as air operations officer, International Relations Branch, Directorate of Plans, Strategic Arms Limitation Talks, Headquarters U.S. Air Force, Washington, D.C. Remaining at the Pentagon, he served from October 1974 to September 1975 as executive officer for the special assistant for strategic initiatives, Office of the Deputy Chief of Staff, Plans and Operations, Air Force headquarters.

Other Pentagon assignments in the following years included plans and programs officer, Strategy Development and Analysis, Directorate of Plans; executive director, Air Force Budget Issues Team; executive director, Airborne Warning and Control System task force; and chief, Congressional and Joint Matters Division, Directorate of Concepts.

After B-52 combat crew training in May 1977, Butler was assigned to the 416th Bombardment Wing (Heavy), Griffiss Air Force Base, New York, first as assistant deputy commander for operations and, later, as the wing's deputy commander for operations. In June 1979 he returned to Air Force headquarters as chief of a policy analysis group serving the Air Force chief of staff.

From March 1981 to June 1983 Butler was assigned as vice commander of the 320th Bombardment Wing (Heavy), Mather Air Force Base, California, and then as wing commander. He subsequently took command of the 96th Bombardment Wing, Dyess Air Force Base, Texas, in June 1983. In July 1984 he was assigned to Headquarters Strategic Air Command, Offutt Air Force Base, as inspector general. Butler returned to Air Force headquarters in August 1986 as deputy director of operations and became director in January 1987.

In May 1987 he became vice director for strategic plans and policy, J-5, Office of the Joint Chiefs of Staff; in July 1989 he then became the director. In January 1991 he became the last commander in chief, Strategic Air Command, and director, Joint Strategic Target Planning Staff, with headquarters at Offutt Air Force Base. The Strategic Air Command was the nation's major nuclear deterrent force with bombers, tankers, reconnaissance aircraft and intercontinental ballistic missiles. The Joint Strategic Target Planning Staff coordinated U.S. nuclear war plans and developed the Single Integrated Operational Plan. He assumed his current command in June 1992, when Strategic Air Command was disestablished.

Butler is a command pilot with more than 3,000 flying hours. He also holds navigator and parachutist ratings. His military awards and decorations include the Defense Distinguished Service Medal, Air Force Distinguished Service Medal, Legion of Merit with oak leaf cluster, Distinguished Flying Cross, Bronze Star , Meritorious Service Medal with two oak leaf clusters, Air Medal with two oak leaf clusters, and Air Force Commendation Medal.

Defense Distinguished Service Medal Air Force Distinguished Service Medal Legion of Merit with oak leaf cluster Distinguished Flying Cross Bronze Star Meritorious Service Medal with two oak leaf clusters Air Medal with two oak leaf clusters Air Force Commendation Medal He was promoted to general January 25, 1991, with same date of rank, and retired February 28, 1994.[2]

Following his retirement he became active in the nuclear disarmament movement, and gave a speech in New Zealand, among other events, in so doing. In a series of public statements, beginning with a major speech at the National Press Club in 1996, he called for the outright abolition of nuclear weapons. In 1999, he and his wife founded the Second Chance Foundation, dedicated to promoting responsible global reduction of nuclear dangers. He was awarded The 8th Annual Heinz Award for Public Policy for his work.[3]

 

 

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Im Oktober 1945 - keine drei Monate nachdem die Atomexplosionen über Hiroshima und Nagasaki das Zeitalter der nuklearen Apokalypse eingeläutet hatten gab US-Präsident Harry Truman die Order für die "Operation Totality". 

Für den darin vorgesehenen atomaren Angriff auf die damalige Sowjetunion hatte General Dwight D. Eisenhower den Plan auszuarbeiten. 

Noch im gleichen Monat begann die US-Air-Force die Abwürfe von 20 bis 30 Atombomben auf sowjetische Städte einzuüben. Im ersten Radius sollten Abfangjäger den Mittelmeerraum von Gibraltar bis Suez sichern. Für den zweiten waren B-29 Bomber vorgesehen, um Luftschläge gegen Moskau, die Krim, Griechenland, die Türkei und den Nahen Osten zu führen. Im dritten konnten Langstrecken-Abfangjäger die mit Atombomben bestückten B-36-Bomber bis in die Tiefe Russlands eskortieren.

Während diese Karte mit der Strategischen Position der "New U.S. Air Base" in Libyen veröffentlicht wurde, verhandelten die 12 Gründungsmitglieder den Vertragstext des Nordatlantik-Bündnisses (NATO), der dann am 4. April 1949 unterzeichnet wurde und am 24. August desselben Jahres in Kraft trat. Das Gegenstück, der Warschauer Vertrag, wurde am 14. Mai 1955 in Warschau von acht Staaten unterzeichnet. 

Im Jahr 1962 erreichten die feindlichen Blöcke mit der Kuba-Krise ihren ersten dramatischen Höhenpunkt. Nur äußerst knapp entging die Welt einer atomaren Katastrophe. 

Dann sollten von den NATO-Geheimarmeen durchgeführte Terroroperationen die Menschen in Westeuropa verängstigen und in Spannung halten. 

Mit der Pershing-II-Nachrüstung erreichte Anfang der 80-er Jahre die Kriegsgefahr einen weiteren Siedepunkt. Durch die politischen Veränderungen in der Sowjetunion verlor der Militärpakt seine Funktion und löste sich im Jahr 1991 auf. Zugleich begann die NATO sich weiter nach Osten auszudehnen.

 

WOLFGANG EFFENBERGER

Jahrgang 1946, wurde mit 18 Jahren Zeitsoldat, studierte Bauingenieurwesen und erhielt als junger Pionieroffizier Einblick in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr Studium der Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik). Er lebt als freier Buchautor bei München.

Ausgewählte Bücher des Autors:

 

 

 

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