Heinz Friedrich

 1979  Kulturkatastrophe 

detopia: Gleichlautenden Kapitel wurden unverändert vom Buch 1979 in das Buch 1982 übernommen. So schreibt es der Autor im Nachwort 1981.

1982  Kulturverfall 

 

1987: Leben ohne Zukunft? Gedanken über die Hoffnung

22 Beiträge auf 213 Seiten 

Herausgegeben von Heinz Friedrich

 

Wikipedia Autor  *1922 bei Darmstadt bis 2004 (82)

DNB.Autor  36+ Publi

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Friedrich-Stiftung.de  

 

detopia:  F.htm   Umweltbuch  

Sterbejahr   1975-Buch

Günter.Kunert    Herbert Gruhl  

Ulrich.Horstmann 

 

 

 

 

2006

 

 

Nachbemerkung 1979

 

Dankbar erinnert sich der Autor derer, die ihm zu einer Zeit, als ein Teil der hier gesammelten Beiträge noch unzeitgemäß war, nicht nur Gelegenheit gaben, seine Gedanken zu veröffentlichen, sondern die ihn auch immer wieder ermutigten, sich diese Gedanken zu machen - allen voran Gustava Mösler vom Sonderprogramm des Bayerischen Rundfunks, ohne deren produktive Herausforderung vieles von dem, was hier mitgeteilt wurde, nie entstanden wäre. 

Die Beschäftigung mit dem Thema der anthropologischen Folgen einer Kulturkatastrophe reicht selbstverständlich weiter zurück als die Erscheinungsdaten der Texte ausweisen; sie erfüllt das seitherige geistige Dasein des Autors, und sie war und ist bestimmt durch eine immerwährende Auseinandersetzung mit dem, was der Weltgeist seit einem Jahrzehntausend zur Diskussion stellt. Diese Auseinandersetzung fand vorwiegend in Form von Lektüre statt, die bis in die Schulzeit zurückreicht und zu der das humanistische Gymnasium entscheidende Anregungen gab. 

Es widerspräche dem Charakter des Buches, diese beträchtliche Lektüre, die zur geistigen Lebenserfahrung zählt, im einzelnen bibliographisch vollständig zu rekapitulieren. Dementsprechend beschränkt sich die Bibliographie vornehmlich auf den Nachweis der unmittelbar zitierten Schriften, sowie auf eine Auswahl wichtiger Titel zum Thema. 

Die Hauptzeugen für die vorgebrachten Thesen werden ohnehin in den Beiträgen deutlich akzentuiert. Es sind, um nur einige Namen zu nennen, Heraklit und die Vorsokratiker, Goethe, Novalis, Schopenhauer und Nietzsche; es sind die französischen Moralisten ebenso wie Tocqueville, Hippolyte Taine oder Egon Friedeil, Jean Gebser, Gottfried Benn oder Werner Heisenberg. 

Und, wie schon im Vorwort ausgewiesen, Konrad Lorenz, dessen Schriften der Verfasser die grundsätzliche Einsicht verdankt, daß man, um Humanität herzustellen, erst wissen muß, was der Mensch, bio-anthropologisch gesehen, überhaupt wollen kann. Scheitern doch die meisten Entwürfe eines menschengemäßen Daseins eben just daran, daß sie nicht menschen­gemäß sind, sondern menschliches Maß überfordern.

Kultur stiftet menschlichen Frieden, zumindest zeitweise, indem sie die ungeheure täterische Dynamik des homo sapiens in schöpferische Gestaltung verwandelt. Sie kann diese Umwandlung nur leisten, wenn sie ihrem anthropologischen Sinn treu bleibt und menschliche Realität in höchster Verdichtung vorführt, statt sich zum intellektuellen Hampelmann des Zeitgeistes zu erniedrigen oder zur sentimentalen Gefühlsschwelgerei (die scheinheiligste Form des Selbstgenusses durch Selbstmitleid) abzusinken. 

Sollte es den Beiträgen dieses Buches gelungen sein, zum Nachdenken über dieses Fazit anzuregen, dann hätten sie ihre Aufgabe erfüllt. 

München, 
im Februar 1979, 
Heinz Friedrich

 

 

 

 

  

Nachbem. 1981 (Kulturverfall) 

Dieses Buch trug ursprünglich den Titel <Kulturkatastrophe>. Er gab — auch dies ein Symptom — zu Mißverständnissen Anlaß. - Der Verfasser ist kein Kulturpessimist — eher das Gegenteil, denn er glaubt an die Erneuerungskraft der Kultur. Daß die vorgefundenen Sachverhalte zur Kritik herausfordern, liegt nicht an dem, der dies feststellt, sondern an den Sachverhalten

Ein Pessimist ist, wer es bei dieser Feststellung resignierend bewenden läßt, vielleicht sogar mit einer gewissen Lust am Untergang. Bücher dieser Art gibt es inzwischen viele, und sie vermehren sich jährlich. Der Verfasser hatte nicht die Absicht, zu dieser Vermehrung beizutragen; wer seine Texte aufmerksam und ohne Vorurteil liest, wird ihm beipflichten.

Dennoch gab er dem Buch einen anderen Titel, um erneuten Mißverständnissen und Vorurteilen, auch vorschnellen Etikettierungen vorzubeugen. Und er konzentrierte den Inhalt der Original­ausgabe (1979) auf die thematisch unmittelbar zusammengehörenden Beiträge, um seine Absichten eindeutiger hervortreten zu lassen. Dafür mußte auf die mehr marginalen Texte der ursprünglichen Edition, wenn auch mit Bedauern, verzichtet werden; hatten sie doch immerhin erläuternde Funktion, indem sie wichtige Seitenthemen aufgriffen, die sich der zentralen Thematik nicht unmittelbar einfügen ließen. 

Aber der Vorteil der Konzentration überwiegt unserer Meinung nach das Bedauern. Er erleichtert den Zugang zu einer Fragestellung, die zweifellos die brennendste unserer Tage ist. Allerdings wird sie oft falsch formuliert; denn hier geht es nicht darum, ob wir überleben können, sondern ob wir überleben wollen.

Die Texte wurden bis auf die Einleitung unverändert der Originalausgabe entnommen. 

Die Bibliographie wurde bis in das Jahr 1981 fortgeführt.

Kultur stiftet menschlichen Frieden, zumindest zeitweise, indem sie die ungeheure täterische Dynamik des homo sapiens in schöpferische Gestaltung verwandelt. Sie kann diese Umwandlung nur leisten, wenn sie ihrem anthropologischen Sinn treu bleibt und menschliche Realität in höchster Verdichtung vorführt, statt sich zum intellektuellen Hampelmann des Zeitgeistes zu erniedrigen oder zur sentimentalen Gefühlsschwelgerei (die scheinheiligste Form des Selbstgenusses durch Selbstmitleid) abzusinken. Sollte es den Beiträgen dieses Buches gelungen sein, zum Nachdenken über dieses Fazit anzuregen, dann hätten sie ihre Aufgabe erfüllt. #   München, im November 1981, Heinz Friedrich  

 

 

 

 

1987

1972

(aus Wikipedia)

Heinz Friedrich, 
*1922 Rossdorf bei Darmstadt, 
† 2004 in München

Direkt nach seinem Abitur 1940 wurde er zum Militär einberufen und als Soldat im Osten bis zu seiner schweren Verwundung in Königsberg 1945 eingesetzt.
Friedrich gehörte zu den Mitbegründern der Gruppe 47. Er war seit 1949 Redakteur beim Hessischen Rundfunk und als solcher von 1954 bis 1956 Leiter des Abendstudios. - Von 1956 bis 1959 war er Cheflektor der Fischer Bücherei im S. Fischer Verlag. Danach kehrte er zum Hörfunk zurück als Programmdirektor bei Radio Bremen.

Sein Lebenswerk ist der Aufbau des Deutschen Taschenbuch Verlags, für den er von 1961 bis 1990 als Geschäftsführender Gesellschafter tätig war. - Bekannt geworden ist Heinz Friedrich auch als Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und als Honorarprofessor für neuere deutsche Literatur- und Buchwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.   

Heinz Friedrich gehörte zum Gründungskreis der Gruppe 47. Er arbeitete als Redakteur beim Hessischen Rundfunk, war Cheflektor der Fischer Bücherei, Programmdirektor bei Radio Bremen.

Von 1961 bis 1990 Geschäftsführender Gesellschafter des Deutschen Taschenbuch Verlags in München. Von 1983 bis 1995 war er Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er starb am 13. Februar 2004. 


 

Heinz Friedrich, geboren 1922 in Rossdorf bei Darmstadt, Kriegsteilnehmer seit 1940, geriet 1945 beim Fall der Stadt Königsberg schwer verwundet in russische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr gründete er zunächst eine Künstler-gemeinschaft in Darmstadt; danach war er als Feuilletonredakteur in Frankfurt tätig. Von 1948 bis 1956 arbeitete er als Redakteur (zuletzt als Leiter der Abteilung Abendstudio und Feature) beim Hessischen Rundfunk. Danach wurde er Cheflektor der Fischer Bücherei und anschließend Programmdirektor von Radio Bremen. Seit 1961 ist er Leiter des Deutschen Taschenbuch Verlags in München. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen in Rundfunk, Zeitungen und Zeitschriften und Herausgeber mehrerer Sammelwerke; sein Buch »Im Narrenschiff des Zeitgeistes« erschien 1972. # aus 1979, Kulturkatastrophe

 

Heinz Friedrich:
Erlernter Beruf: Keiner - 
Erinnerungen an das 20. Jahrhundert  
(2006) 

464 Seiten #  Deutscher Taschenbuch Verlag  #   ISBN-13: 978-3423244961 

Kurzbeschreibung: 

Heinz Friedrich (1922-2004) war ein Grandseigneur unter den deutschen Verlegern und Essayisten. Nicht weniger als sieben Berufe übte er erfolgreich aus, ohne Studium oder Berufsausbildung. In seiner Autobiographie schildert er seine Jugendzeit in einem kleinen hessischen Dorf, Gymnasium und Kulturleben in Darmstadt, die prägenden Kriegserlebnisse als Soldat an der Ostfront mit lebensgefährlichen Verwundungen, die »Stunde Null« auf dem Trümmerfeld Europa und seine existentielle Sehnsucht nach Bildung und Humanität.

Ausführlich wird der kulturelle Wiederaufbau beschrieben, an dem sich Heinz Friedrich intensiv beteiligte - als Journalist, Schriftsteller, Gründer einer Künstlervereinigung, Redakteur beim Hessischen Rundfunk, Mitglied der »Gruppe 47«, Cheflektor im S. Fischer Verlag, Programmdirektor von Radio Bremen und Verleger des Deutschen Taschenbuch Verlags. Damit ist diese Lebensgeschichte zugleich eine hochrangige Dokumentation der Kultur- und Geistesgeschichte der Nachkriegszeit.

  

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