Thomas Robert 

Malthus

 

An Essay on the Principle of Population

1798

 

Eine Abhandlung über das Bevölkerungsgesetz

 

 

 

 

 

wikipedia Malthus  *1766 in England bis 1834 (68)

DNB.Buch von Malthus

 

wikipedia Johann Süßmilch *1707 in Berlin bis 1767 (60)

 

detopia

M.htm   Ökobuch 

Utopiebuch   Sterbejahr 

 

Herbert Gruhl 

Hubert Weinzierl 

 

 

 

 

 

 

wikipedia  Armengesetz 

wikipedia  Bevölkerungsgesetz 

digitalis.uni-koeln.de/Malthus   Volltext von 1924

 


 

detopia-2019:

Man muss auch immer damit rechnen, dass Texte bei Wikipedia von Fanatikern verändert werden; eventuell auch nur leicht, dann zwar schwerer bemerkbar; aber trotzdem kommt es zu einer deologisierung bzw. Bewertung. 

Einige Wortgruppen bei Wikipedia machen mich stutzig bzw. 'skeptisch', etwa: "Diese Tatsache erscheint ihm so erwiesen, dass er sich nicht scheut, sie als ein mathematisches Axiom zu formulieren". 

Auch würde ich das Zitat  "dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht" überprüfen, ob es gut übersetzt ist und auch ob ähnliche Aussagen in selber Schärfe gemacht werden. Und auch den damaligen "Zeitgeist" beachten und die Sprachkultur. (Gerade verändert Boris Johnson erneut die Sprechkultur:  dw.com  ... scharfe-kritik-an-johnsons-hate-speech )

Aber das ist ein weites Feld. Ich erinnere mich an 1999, wo ich beruflich ein Jahr mit einem Landeschef der Büso (LaRouche) zusammen war. Obwohl er eher ein schlichtes Gemüt hatte (Handwerker), so kam der Hass dann aus ihm heraus, wenn er Personen, die schon 100 Jahre und mehr Jahre verstorben waren, wenn er diese als Schadensstifter und Unglücksmacher beschuldigen konnte. (wie Malthus, Schopenhauer, Russell). 

Malthus wirkte zu einer Zeit, in der englische Kolonialismus samt Sklavenhandel auf dem Höhepunkt war. Und wir müssen heute von ihm nicht verlangen, dass er nur zutiefst humanistische Sätze denken konnte. 

Die Sache an sich steht außer Frage, egal wie scharf oder sanft man sie formuliert. Und man muss heute unbedingt hinzufügen, dass zu allen Zeiten die Staatenlenker das Bevölkerungswachstum befürwortet, gefördert und verlangt haben. Noch 1980 hat der argentinische Staatspräsident eine Verdoppelung der Bevölkerung verlangt. Und auch in Deutschland wird rumlaviert, wie bei Hubert Weinzierl nachzulesen ist. 

Die überbordene Menschenvermehrung ist also zuerst ein Problem der menschlichen Psyche und erst danach eins der Hygiene, Medizin und der Gesellschaftordnung. 

Ich propagiere seit Jahren eine 'zweifache Lösung' bzw. 'Zweikindpolitik': Jeder Mensch bekommt das Recht auf ein Kind. (Ehepaare können also zwei Kinder in die Welt werfen.) Dann wäre der natürliche Kinderwunsch befriedigt und auch die Reproduktion für die Gesellschaft. Die Weltbevölkerung würde langsam sinken. Wir müssen damit rechnen, dass aus objektiven Gründen (Natur, Lebensraum) in Zukunft die Erde 'nur' eine Milliarde ernähren kann. 

Und man muss bitte auch mitbedenken, dass in der heutigen Massen-, Massenmedien- und Marketinggesellschaft die Verhaltenskontrolle abnimmt - und immer weiter abnehmen wird. (Gerade ist hier wieder ein 'Reifenstecher' unterwegs - und das in einer Kleinstadt. Ich muss jetzt Schluss machen, um unten zu gucken, ob ich nachher zur Arbeit fahren kann. Dabei kann ich dann auch die drei zehnjährigen Grundschüler vertreiben, die mit den Füßen seit zehn Minuten gegen einen Zigarettenautomaten springen und zwar mit unerhörtem Schallpegel und zwar am hellichten Tagen um zwölf Uhr.)

Für eine lange Zukunft der menschlichen Gesellschaften wäre weniger Dichtestress vorteilhaft oder sogar erforderlich. 

 


 

aus Wikipedia-2015:

 

In einer Kritik an der optimistischen Auffassung von William Godwin über die Vervollkommnungsfähigkeit der menschlichen Gesellschaft und deren prinzipielle Problem­lösungs­kapazitäten hat Malthus in seinem <Essay on the Principle of Population> (1798) die Überbevölkerung als Problem einer sich entwickelnden Ökonomie und Gesellschaft herausgestellt.

Malthus stellt es als augenscheinliche schicksalhafte Notwendigkeit dar, dass das menschliche Geschlecht blind dem Gesetze der unbegrenzten Vermehrung gehorche, während sich die Unterhaltsmittel, die es leben lassen, mit ihm nicht in denselben Proportionen vermehrten. Diese Tatsache erscheint ihm so erwiesen, dass er sich nicht scheut, sie als ein mathematisches Axiom zu formulieren, und er behauptet, dass die Menschen in geometrischer Progression und die Lebensmittel in arithmetischer Progression zunehmen.

Im Zahlenbeispiel: Wenn ein Paar vier Kinder hat und diese wieder vier Kinder pro Paar, so wächst die Bevölkerung entsprechend; eine Steigerung der Lebensmittel­produktion folgt aber nicht in demselben Verhältnis. Durch verbesserte Bewässerung steigt die Produktivität etwa um 20 %. Dieser Zuwachs erzeugt dann aber keinen weiteren Zuwachs mehr.

Es wird nach Malthus sonach ein Zeitpunkt eintreten, wo die Vorräte nicht mehr für die Erdbevölkerung ausreichen würden, wenn nicht jene Korrektive immer wieder dazwischen träten wie Krankheiten, Elend und Tod, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Malthus sprach damit sein wissenschaftliches wie moralisches Urteil über die Unglücklichen in einer Textpassage aus, die er in späteren Ausgaben zwar wieder getilgt hat, die aber als kennzeichnend gehalten wurde für den Geist seiner Lehre:

"Ein Mensch, sagte er, der in einer schon okkupierten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen."[3]

Proudhon hat dieses Bild vom Tisch, der nicht für alle gedeckt ist, stets beschäftigt, da er es als eine inhumane Herausforderung für jede Hoffnung auf die Schaffung sozialer Gleichheit ansehen musste, ihm ist aber keine stringente Widerlegung gelungen.[4]

Godwin hat auf diese Lehre 1820 mit der Schrift <Of Population: An Enquiry Concerning the Power of Increase in the Numbers of Mankind> geantwortet. Darin hat er wie auch andere Kritiker nach ihm darauf verwiesen, dass die Produktivität sich durch technischen Fortschritt ständig verbessere und die Hypothesen von Malthus bestenfalls empirisch in gewissen Einzelfällen illustrierbar, aber mitnichten systematisch bewiesen seien.

Friedrich Engels trug als Haupteinwand vor, dass „Überbevölkerung“ grundsätzlich kein technisches, sondern ein sozio-ökonomisches Problem darstelle, das sich vorrangig durch das Verhältnis zur effektiven Nachfrage und zum produktiv eingesetzten Kapital ergebe. Denn die Subsistenzmittel werden im Kapitalismus nur im Verhältnis zur zahlungsfähigen Marktnachfrage hergestellt und verteilt, und wenn die Bevölkerung überzählig sei, dann werde dies ausschließlich gemessen im Verhältnis zur durch den Arbeitsmarkt vermittelten Beschäftigung.[5]

Diese Argumentation wurde von Karl Marx später zu seiner Theorie der „Reservearmee“ ausgebaut. 

Der Schriftsteller Charles Dickens sah Malthus' Ansatz aus ethischer Sicht kritisch und benutzte Malthus und dessen Ansichten über Arme und Überbevölkerung als Teilvorbild für die Figur des hartherzigen Ebenezer Scrooge in A Christmas Carol.[6]

.....

Dennoch kommt die wissenschaftliche Diskussion auf seinen Entwurf einer Bevölkerungstheorie immer wieder zurück, da diese zum ersten Mal – nach der Veröffentlichung von Johann Peter Süßmilch <Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts aus der Geburt, dem Tode und der Fortpflanzung desselben> aus dem Jahre 1741 – die grundlegenden, bis heute ungelösten Fragen im Kontext der globalen Grenzen des Wachstums (siehe Wirtschaftswachstum und Club of Rome) des anhaltenden Bevölkerungswachstums und der begrenzten Tragfähigkeit der Erde thematisiert hatte. 


 

 

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