Lloyd deMause  

Psycho-Historie

Psycho-Genese

 

Aktuelle Massen-Psychologie

 

Die Zukunft der Psyche

Some Music   -  

Wikipedia.Autor  *1931 in Detroit 

Google.Autor   Amazon.Autor   Amazon engl Autor 

detopia

M.htm   Ökobuch    Psychobuch

A.Miller   S.Keen  T.Roszak

  2002 :  Das emotionale Leben der Nationen    

 

1974 :  Hört ihr die Kinder weinen  -- 

 

1973-1991 :  Was ist Psychohistorie?

 

1984 :  Reagan's Amerika   -

 

 

2002:  Das emotionale Leben der Nationen  Das zusammenfassende Hauptwerk 

 

1973-1991 Was ist Psychohistorie? - Eine Grundlegung   

 

1984 Reagan's Amerika 

 

1974 Hört ihr die Kinder weinen? - Eine psychogenetische Geschichte der Kindheit  

 

 

Lloyd deMause ist mit wichtigen Arbeiten zur Geschichte der Kindheit und als Begründer der Psychohistorie hervorgetreten. In Foundations of Psychohistorie (1982) gibt er neue Anstöße zur Analyse massen­psycho­logischer Fragen. 

Lloyd deMause ist Direktor des Institute for Psychohistory in New York.    

 

 

Psychohistorie.de  
Deutsche Gesellschaft für Psychohistorische Forschung e.V. 

psychohistorie.de/tagungen.html 
Jahrestagungen - meist in Berlin 

Psychohistory.com   Institut für Psychologische Geschichtsbetrachtung in New York   Direktor: Lloyd deMause   

Psychosozial-Verlag.de 
deutscher Buchverlag für deMause 

 


 

(d-2013)  Am Ende seines letzten Buches von 2002 stehen die folgenden drei Seiten, das Ergebnis seiner vier Jahrzehnte langen Forschung. Ich stimme dem voll zu. Und ich bin nicht der einzige. Nur: Getan hat sich in den letzten 10 Jahren gar nichts; wenn wir die Bucherscheinung als Anfang nehmen. Die Masse begreift das nicht, die Politiker nicht, die Reichen und Mächtigen nicht. Fazit: Schade, sehr schade. --- Es gibt auch - wie sollte es anders sein - eine "Kritik der Psychohistorie". Aber die sollen andere lesen und mir sagen, ob da was dran ist, denn: Vom Prinzip dürfte es keinen geben, der widerspricht, dass kranke Individuen auch eine kranke Gesellschaft und damit eine kranke Welt schaffen.


 

 

 

Die individualisierte Psychoklasse der Postmoderne

 305

Es ist schwierig zu beschreiben, welche Art von Welt von individualisierten Persönlichkeiten gestaltet würde, nachdem die ersten Eltern des helfenden Modus bei dem Mutter und Vater ihre Kinder bedingungslos lieben und diesen dabei helfen, ihre eigenen Ziele zu erreichen, und die von Geburt an reale Ichs besitzen in den entwickeltsten Gesellschaften erst seit ein paar Jahrzehnten auf der Bildfläche erschienen sind. 

Wenn ich meinen eigenen Kindern und einigen ihrer Freunde beim Heranwachsen und dabei, wie sie ihr produktives Leben einrichteten, zusah, erkannte ich einen großen Unterschied zwischen ihnen und meiner eigenen Generation der sozialisierten Psychoklasse. Sie sind weit empathischer und daher besorgter um andere, als wir es je waren, und das machte sie in ihrem Leben weit aktiver im Versuch, etwas zu erreichen und die Welt zum Besseren zu verändern, wobei sie sich hauptsächlich in lokalen Aktivitäten einbringen, und nicht bei globalen politischen Veränderungen. 

Sie lassen jedes Verlangen nach Nationalismus, Krieg und anderen grandiosen Projekten vermissen, und die Organisationen, die sie gründen, sind authentisch unautoritär. Es ist keine Frage, dass, würde die Welt Kinder nach dem helfenden Modus großziehen, Kriege und alle anderen selbstdestruktiven sozialen Bedingungen, unter denen wir im 21. Jahrhundert immer noch leiden, getilgt würden, weil die Welt einfach mit individualisierten Persönlichkeiten gefüllt sein würde, die empathisch gegenüber anderen und nicht selbstdestruktiv wären. 

Eine Welt, die ihre Kinder liebt, ihnen vertraut und sie zur Entwicklung einzigartiger Ichs ermutigt, würde eine Welt mit ganz anderen Institutionen sein, eine Welt ohne Kriege, Gefängnisse und andere herrschaftliche Gruppenfantasien.

Das größte Problem liegt darin, dass die Evolution der Kindererziehung bis jetzt ein langsamer, schwankender historischer Prozess war, der stark von der Unterstützung innovativer Mütter und deren hoffnungsvollen Töchtern abhängt. 

Leider haben wir in einer Welt, in der unsere destruktive Technologie unseren Fortschritt bei der Erziehung bei weitem übersteigt in der ein einzelnes Unterseeboot nun eine ausreichende Anzahl von nuklearen Sprengköpfen fassen und mit einem Knopfdruck den größten Teil der Welt zerstören kann , nicht die Möglichkeit, einfach warten zu können, bis sich die Kindererziehung von selbst entwickelt. 

Wenn wir das tun, werden wir uns mit Sicherheit selbst, lange bevor Kindesmissbrauch zur Gänze verschwunden ist und wir daher abrüsten wollen, in die Luft jagen. 

Was wir jetzt brauchen, ist ein Weg, der fortgeschritteneren Psychoklassen erlaubt, Kindererziehung weniger entwickelten Eltern beizubringen, ein Weg, der Kindesmissbrauch schnell genug beendet, um den auf uns wartenden globalen Holocaust zu verhindern.

 

Das Stoppen von Kindesmissbrauch durch Investitionen in das wahre Vermögen der Nationen

 

Seitdem die ersten psychomotorischen Studien über die Verknüpfung von Kindesmissbrauch mit Krieg und sozialer Gewalt erschienen sind, hat ein Arzt und Psychohistoriker, Robert MacFarland, daraus geschlossen, es müsse möglich sein, den Kindesmissbrauch in seiner Gemeinde zu beenden, indem man eine neue Institution, ein Elternschaftszentrum, gründet und dort mit allen möglichen zu Verfügung stehenden Mitteln Eltern jedes neugeborenen Babys in Boulder, Colorado, gute Elternschaft beibringt.

MacFarland schien es schlicht lächerlich, dass die gesamte Welt von guter Elternschaft abhängt und gleichzeitig Elternschaft der einzige Gegenstand sein sollte, der in keiner Schule oder irgendwo sonst auf der Welt unterrichtet wird. Deshalb betreibt MacFarland seit zwei Jahrzehnten <The Parenting Place> in mehreren Landkreisen von Boulder; man besucht jedes Neugeborene in den Gebieten und bietet allen Müttern und Vätern beträchtliche Unterstützung an. 

Veranstaltet werden Diskussionsrunden über Elternschaft, Babymassagekurse, allein erziehenden Frauen wird Unterstützung angeboten und man zeigt diesen, wie man Kinder aufzieht, ohne sie zu schlagen, wie man ihre Unabhängigkeit fördert etc. Die breite Palette an Aktivitäten von <The Parenting Place> kann man in zwei Beiträgen im <Journal of Psychohistory> nachlesen.269) Über die Hälfte der Familien wollten das Angebot nutzen und wöchentlich zuhause besucht werden, um Instruktionen und Ratschläge über Elternschaft zu erhalten. Da keine neue Mutter und kein Vater das Baby abweisen oder missbrauchen möchten, fand MacFarland heraus, dass dieses Angebot der Hilfe und Hoffnung den Eltern erlaubte, Missbrauch und Vernachlässigung, die aus Angst und Verzweiflung entstehen, durch deren zugrunde liegende Zuneigung zu ersetzen — sodass seine Statistiken der örtlichen Polizei und des Krankenhauses mittlerweile einen substantiellen Rückgang von Kindesmissbrauch zeigen.

Am erstaunlichsten ist, dass MacFarland herausfand, dass die Kosten für Elternschaftszentren weit geringer für die Gemeinde wären als die späteren Kosten aufgrund von Missbrauch. Es ist keine überraschende Erkenntnis, dass das geringe Budget für die Zentren die Kosten der Gemeinde für späteren Sozialservice und für kriminelles Verhalten um ein Vielfaches kompensiert, in Anbetracht dessen, dass die von Soziologen errechneten »Kosten für die Gesellschaft durch Werdegänge kriminellen Verhaltens, Drogenkonsum und Schulabbrecher für einen einzelnen Jugendlichen 1,7 bis 2,3 Millionen US-Dollar betragen«.270) 

In einer Welt, die Milliarden von Dollar pro Jahr für Kriegsvorbereitungen ausgibt und weitere Milliarden für Gefängnisse, würde die Einrichtung von Eltern­schaftszentren in jeder Gemeinde für einen Bruchteil dieser Summen der Menschheit bald enorme Zugewinne bringen — eine sofortige Einsparung sogar, bevor die eigentlichen Ersparnisse aus der enormen Destruktivität von Kriegen realisiert werden. MacFarland errechnete, dass jede Gemeinde der Erde durch eine kleine »Kindersteuer«, nämlich durch die Erhöhung der Umsatzsteuer um ein Zehntelprozent, unterstützt werden könnte.

 

307


 

 

 

                   

 

 

 

Seite 85 in 1974-Hört ihr....   

    

 

 

   ^^^^  


www.detopia.de     (Ordner