deto

Abrechnung 
mit Pankow

;-) 

 

Kommunismusforschung 
muss nicht deprimieren, 
sondern kann auch lustig sein. 

 

Song: Sonderzug nach Pankow

Abrechnung mit Moskau - Das sowjetische Unrechtsregime und die Schuld des Westens -- Von Wladimir Bukowski  - 

Google.Abrechnung  
Amazon Aufarbeitung   
Wikipedia Vergangenheitsbewältigung  

detopia:

Kommbuch    Gulagbuch   

Lenin    Trotzki   Stalin  

Chrustschow   Gorbatschow  

Aschebuch    Sterbejahr  

2019 Eugen Ruge Metropol  

 

2014   deutschlandfunk.de/tonprotokolle-verzweifelte-genossen-im-sed-zentralkomitee  

2019   mdr.de/kultur/sachbuch-die-moskauer-andreas-petersen-100.html 

2019 Thomas Seidel (geboren bei Zwickau)  deutschlandfunk.de/christen-in-der-friedlichen-revolution-1989-war-ein-wunder 

 

 

 

 

 

Das komische Manifest - Kommunismus und Staire 1917 bis 1989 -- Von Ben Lewis  -

 

 

 

 

Die detopische These zum (realen) Kommunismus:

1. Die Aufarbeitung ist gescheitert - in der Masse. 
2. Die Aufarbeitung ist gelungen  - in der Forschung. 
3. Die Aufarbeitung machte Spaß - wie einst der Sozialismus in seinen schönen politischen Witzen; ein Kulturgut

 


 

wikipedia  Robert_Bialek       wikipedia Schabowski   

 

wikipedia  Stanislaw Petrow    wikipedia  Katja_Lange-Müller  


 

Hat der Wodka die Sowjetunion erledigt? 

wikipedia   Anti-Alkohol-Kampagne_in_der_Sowjetunion_1985 bis 1991 

Jerofejew  Petuschki   Reisender

 

Die Volksfront von Judäa gegen die Judäische Volksfront - 1979  

 

Vaclav Havel: "Einfach so tun, als gäbe es Freiheit!" 

 

Christoph Hein    Stefan Heym     Manfred Krug   Gregor Gysi 

 

 

 

Esoterik und Tibet in der Tscheka   Gleb Boki, Gründer der Tscheka, Esoteriker

2004-DDR-Wissen  

ZDF 2007: Die gekaufte Revolution. Kaiser Wilhelm und sein Geld für Lenin 

 

Der politische Witz im Kommunismus

Totgelacht - Der Witz im Kommunismus  Video  

 

Video Vortrag 60 Jahre Grundgesetz  von Prof. Jens Reich 

Das komische Manifest - Kommunismus und Satire 1917-1989   Amazon1 mit Blick hinein 

Honeckers Schmuddelkinder - Hippies in der DDR  Michael Rauhut (2005)  

Wittstock statt Woodstock - Hippies in der DDR (TV 2007)  

 

 

Trotz der ständigen Zensur, besonders früher im Rahmen der sowjetischen Gesellschaft, waren diese Witze immer sehr beliebt. Die Themen in den politischen Witzen werden meist an das Zeitgeschehen angepasst. Trotzdem wird auch heute sowohl über Medwedew oder Putin als auch über Lenin gern gescherzt. Um diese Witze zu verstehen, muss man einiges über die Geschichte bzw. politische Situation von Russland wissen. #   

Im Jahr 2008 veranstaltete die Britische Zeitung "The Times" einen Wettbewerb zum Thema "Der beste Witz über Kommunismus". Der Gewinner war der Autor des folgenden Witzes:

 

Drei Arbeiter sitzen im Gefängnis und fragen einander, wie sie dorthin gelangt sind.  Der erste sagt: "Ich war immer 10 Minuten zu spät bei der Arbeit. Mir wurde Sabotage vorgeworfen."  ---  Sagt der zweite: "Ich kam immer 10 Minuten zu früh zur Arbeit. Mir wurde Spionage vorgeworfen."  ---  Sagt der dritte: "Ich kam immer pünktlich zur Arbeit. Mir wurde vorgeworfen, ich hätte eine ausländische Uhr." 

russian-online.net/de_witze_politik 

Breshnew und Ford treffen sich. "Weißt du schon, Leonid", erzählt Ford, "daß ich mit Vorliebe Witze über mich sammle. Ich habe bereits ein ganzes Album davon." "Ich auch", nickt Breshnew zustimmend. "Ich habe schon mehrere Lager voll." 

 

Audio 2010 dradio Der Rote Mensch  

Audio 2010 dradio Perversion einer Utopie   

Lied der Partei   

Die Reise von Moskau nach Petuschki (Jerofejew)  

Tragischer Held der Sowjetunion (Sablin)  

Gorbatschow   

Bogdanow - Menschenlabor Sowjetunion 

 

1967  Die Unfähigkeit zu trauern - Grundlagen kollektiven Verhaltens  

1992  Volk ohne Trauer - Von Rolf Schneider  

1992  Abschied von den Lebenslügen  von Jens Reich  

 

  

 

 

 

 

Malewitsch, siehe wikipedia

 

 

 

 

 

 

 

 

Diverse Helden an der unsichtbaren Front    Tschekisten singen, rezitieren und musizieren   Das MfS, heute gern salopp "die Stasi" genannt, hat nicht nur kilometerweise Akten hinterlassen. Es hat uns auch Musik vererbt, nennen wir es einmal so. Ein geheimes und bisher unbekanntes Stück deutscher demokratischer Musikkultur.   Titelliste: Dynamo-Marsch 1:11 Wir tragen die roten Spiegel 2:32 Tschekistenlied 2:15 Rückkehr des Kundschafters -Rezitation- 0:42 Euer Dienst ist die Aufklärung 4:13 Kämpfer an der unsichtbaren Front 3:48 Dank den Genossen 3:35 Wir schützen die Früchte der Revolution 1:48 Signal auf 20! Freie Frahrt! 1:52 Neues Heimatlied 1:58 Einer von uns -Rezitation- 0:43 Marsch der Kampfgruppen der Arbeiterklasse 2:20 Oktober hat uns geboren 1:34 Jungs aus Moskau und Berlin 2:10 Zum Parteitag voran 2:20 Arbeitsmänner 2:38 Mein Menschenrecht -Rezitation- 0:47 Dzierzynski-Lied 2:30 An meinem Fenster stehn zwei Blümelein 1:45 Freunde für immer 1:51 Befreiung -Rezitation- 0:57 Von Regiment zu Regiment 2:16 Soldatenlieder-Folge 3:30 Präsentiermarsch des Wachregiment Feliks Dzierzynski 2:01

 

 

Die Mühle  (Bukowski, Moskau, Seite 133) 

 

In der Praxis wurde mit dieser Maßnahme jedoch großer Mißbrauch getrieben, und es wurde gegen unschuldige sowjetische Bürger anstatt gegen wirkliche Feinde des Sowjetstaats vorgegangen. Der ehemalige Leiter der Chabarowsker Verwaltung des NKWD Gogolidse und der ehemalige Leiter der Zweiten Verwaltung des NKWD Fedotow benutzten die <Mühle> für staatsfeindliche Ziele, um Belastungs­material gegen sowjetische Bürger zu fabrizieren.

Die <Überprüfung> in der berüchtigten <Mühle> begann damit, daß man der Person, die der Spionage oder anderer antisowjetischer Tätigkeit verdächtigt wurde, vorschlug, Aufgaben im Gebiet hinter der Grenze für den NKWD auszuführen. Nachdem der <Verdächtige> seine Zustimmung gegeben hatte, wurde seine Einschleusung in die Mandschurei von der fiktiven sowjetischen Grenzwache aus und seine Festnahme durch angebliche japanische Grenzbehörden inszeniert. 

Dann wurde der <Festgenommene> in das Gebäude der <japanischen Militärmission> gebracht, wo er einem Verhör durch die NKWD-Mitarbeiter unterzogen wurde, die die Rolle von offiziellen Mitarbeitern der japanischen Aufklärungsorgane und russischen weißgardistischen Emigranten spielten. Das Verhör sollte erreichen, daß der <Verdächtige> gegenüber den <japanischen Behörden> Verbindungen zur sowjetischen Aufklärung gestand. Zu diesem Zweck fanden die Verhöre unter äußerst harten Bedingungen statt, die den moralischen Zusammenbruch des Menschen beabsichtigten, wobei verschiedene Drohungen sowie physische Gewalt angewendet wurden.

Viele Personen, die künstlich in eine für sie ungewöhnliche und schwere Lage versetzt worden waren, berichteten den als Japaner auftretenden Mitarbeitern des NKWD, in der Annahme, daß sie sich wirklich in Feindeshand befänden und jederzeit physisch vernichtet werden könnten, über ihre Verbindungen mit den Organen des NKWD und über die Aufgaben, die sie in der Mandschurei ausführen sollten. Einige dieser Bürger lieferten angesichts der Lebensgefahr, in der sie sich wähnten, und unter der Einwirkung physischer Gewalt Informationen über die Sowjetunion.

Nach dem Ende der Verhöre, die mitunter einige Tage oder sogar Wochen dauerten, wurde der <Festgenommene> von den japanischen <Aufklärungsorganen> abgeworben und auf sowjetisches Gebiet geschickt, um Aufklärungsaufgaben auszuführen. Das Schlußkapitel dieses Provokationsspiels bestand darin, daß der <Überprüfte> von den Organen des NKWD verhaftet und danach als Vaterlandsverräter von den Sonderkollegien zu langem Freiheitsentzug oder zur Erschießung verurteilt wurde.   

 


 

 

 

2006: Honeckers Schmuddelkinder - Hippies in der DDR   Ein dlf-Feature von Michael Rauhut  

 

2007: Wittstock statt Woodstock - Hippies in der DDR  Eine TV-Doku  von  Rentner-Sperlich  

 

Bye bye, Lübben City - Bluesfreaks, Tramps und Hippies in der DDR -  Buch + Soundtrack-CD von Michael Rauhut und Thomas Kochan   

 

Die Hammer-Rehwü 1982    

 


 

Helden an der unsichtbaren Front - Tschekisten singen, rezitieren und musizieren  
Das MfS, heute gern salopp "die Stasi" genannt, hat nicht nur kilometerweise Akten hinterlassen. 
Es hat uns auch Musik vererbt, nennen wir es einmal so. 
Ein geheimes und bisher unbekanntes Stück deutscher demokratischer Musikkultur.   

Titelliste:
Dynamo-Marsch 1:11  Wir tragen die roten Spiegel 2:32  Tschekistenlied 2:15  Rückkehr des Kundschafters -Rezitation- 0:42  Euer Dienst ist die Aufklärung 4:13  Kämpfer an der unsichtbaren Front 3:48  Dank den Genossen 3:35  Wir schützen die Früchte der Revolution 1:48  Signal auf 20! Freie Fahrt! 1:52  Neues Heimatlied 1:58  Einer von uns -Rezitation- 0:43  Marsch der Kampfgruppen der Arbeiterklasse 2:20   Oktober hat uns geboren 1:34   Jungs aus Moskau und Berlin 2:10   Zum Parteitag voran 2:20   Arbeitsmänner 2:38   Mein Menschenrecht -Rezitation- 0:47  Dzierzynski-Lied 2:30   An meinem Fenster stehn zwei Blümelein 1:45   Freunde für immer 1:51   Befreiung -Rezitation- 0:57   Von Regiment zu Regiment 2:16   Soldatenlieder-Folge 3:30   Präsentiermarsch des Wachregiment Feliks Dzierzynski 2:01  #

 


 

 

Botschaften aus einem

versunkenen Reich

 

 

Erich Honecker macht mit Staatsgästen eine "Staatsjagd" auf Wildschweine. 
Aber die Wildschweine haben was gemerkt und verstecken sich im Unterholz.

Drei Stasi-Leute werden losgeschickt, um sie zu finden und vor die Gewehre zu treiben.
Nach 5 Stunden sind sie immer noch nicht zurück. Honecker schickt Mielke los, um sie zu suchen.

Mielke geht los und sieht auf einer Lichtung seine drei Leute. Die haben einen Hasen an einen Baum gefesselt 
und hauen mit Gummiknüppeln auf ihn ein und schreien ihm ins Ohr:  
"Gib zu, daß du ein Wildschein bist!"

 

 

 

Alles zum Wohle des Volkes  

Arbeite mit, plane mit, regiere mit  

Der Marxismus ist allmächtig, weil er wahr ist

Die Lehre von Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist 

Der Sozialismus ruft uns alle.   

(Der Sozialismus rupft uns alle.)

Der Sozialismus siegt.   (Der Sozialismus siecht.) 

Die Welt ist erkennbar.

1. Mai - Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen  

Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen.

Im Mittelpunkt steht der Mensch  

Jedermann an jedem Ort - einmal in der Woche Sport!

 

Mit jeder Mark, jeder Minute, jedem Gramm Material einen höheren Nutzeffekt! 
( ... koste es, was es wolle!)  ( ... bis wir schließlich aus NICHTS... ALLES produzieren.)

 

Proletarier aller Länder - vereinigt Euch!   

(Volksmund: Vegetarier aller Länder - vereinigt Euch!) 

 

Schöner unsere Städte und Gemeinden - Mach mit!  

Unsere ganze Schöpferkraft für den Sozialismus

Wir sind die Sieger der Geschichte. 

Wo ein Genosse ist, da ist die Partei - also die besseren Argumente!

 

So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben

 


 

СССР (kyrillische Schrift, latinisiert SSSR
Abkürzung von russisch 
Союз Советских Социалистических Республик
 
Sojus Sowetskich Sozialistitscheskich Respublik
‚ 
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken‘) 
bezeichnet die Sowjetunion (UdSSR) 

 


 

Trinken bis zum Tod

Über die russische Volksdroge Alkohol und ihre Auswirkungen 

Von Carmen Eller, 21.3.2011    

bpb.de/internationales/europa/russland/48008/alkoholismus?p=all  

 

 

"Am Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott. Und das Wort war - Wodka." So beginnt der Schriftsteller Viktor Jerofejew einen Essay in seinem Buch "Russische Apokalypse". Russland und der Wodka - diese beiden Begriffe bilden in der Vorstellung vieler Menschen eine Einheit. Kaum ein Reiseführer, der ohne einen Absatz über Alkohol auskommt, kaum ein Roman, in dem nicht auch irgendwann getrunken wird. 

Wenedikt Jerofejew machte in seinem Buch "Moskau-Petuschki" von 1969 gar einen Trinker zum Helden. Auf einer Zugfahrt durch Russland berauscht er sich von Station zu Station immer mehr. Und dem dichtenden Revolutionär Wladimir Majakowski werden die Worte nachgesagt, es sei besser an Wodka zu sterben als an der Langeweile.

Aber auch wenn das hochprozentige "Wässerchen", wie es wörtlich übersetzt heißt, geradezu als Nationalgetränk gilt, bleibt die Trunksucht in der Gesellschaft ein Tabu

 

"Der Wodka hat beinahe in jeder russischen Familie Spuren hinterlassen, wie der Krieg gegen Hitler und die stalinistischen Repressionen", schreibt Jerofejew, dessen eigener Onkel ebenfalls Alkoholiker war.

 

Alkoholismus und die Folgen

Nach offiziellen Angaben sterben in Russland jährlich etwa eine halbe Million Menschen an den Folgen des Alkoholkonsums. Die Lebenserwartung der russischen Männer liegt bei durchschnittlich 59 Jahren.

Eine im Wissenschaftsmagazin "The Lancet" veröffentlichte Studie untersuchte die konkreten Auswirkungen des Alkoholkonsums auf die Sterblichkeitsrate in Russland. Demnach war Alkoholmissbrauch in der Altersgruppe von 15 bis 54 Jahren für mehr als die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich. Für Männer liegt die Rate in dieser Altersgruppe bei 59 und für Frauen bei 33 Prozent. Neben Alkoholvergiftungen und typischen Erkrankungen wie Leberzirrhose berücksichtigten die Wissenschaftler dabei auch alkoholbedingte Unfälle oder Gewalttaten.

Nach einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stirbt jeder fünfte Einwohner Russlands an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Die meisten Todesfälle treten dabei infolge von Verletzungen ein, die sich Russen im betrunkenen Zustand zuziehen sowie durch alkoholbedingte Krankheiten. Laut WHO spielt auch der sozioökonomische Hintergrund in Russland eine wichtige Rolle dabei, wenn Menschen der Trunksucht verfallen. Menschen mit sehr geringer Bildung haben demnach ein vergleichsweise höheres Risiko für einen alkoholbedingten Tod als Menschen mit der bestmöglichen Ausbildung.

Sowohl der Alkoholkonsum als auch die durch Alkohol verursachten Todesfälle sind laut WHO bereits im Zuge der tiefgreifenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen der 1990er-Jahre deutlich gestiegen. Unverheiratete und schlecht ausgebildete Männer bildeten dabei die Hauptrisikogruppe. Generell sind die Trinkgewohnheiten der russischen Männer bedenklicher als jene der Frauen, da sie im Durchschnitt häufiger und mehr Alkohol konsumieren. Neben kommerziell produzierten Getränken ist es auch üblich, selbstgebrannte Spirituosen zu verzehren.

Die WHO untersuchte in verschiedenen Studien auch den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewalttaten. Demnach standen etwa im Jahr 1995 drei Viertel aller Menschen, die in Russland wegen Mordes verhaftet wurden, unter dem Einfluss von Alkohol. Unter den Männern, die ihre Ehefrauen umbrachten, hatten 60 bis 75 Prozent vor der Tat getrunken. 

Zudem haben in Russland starke Trinker ein fünffach und Alkoholiker ein neunfach erhöhtes Risiko, Selbstmord zu begehen.

Die illegale Herstellung von Spirituosen stellt eines der zentralen Probleme rund um den Alkoholismus in Russland dar. Nach der Stilllegung vieler nicht registrierter Brennereien schließen Kriminelle oftmals die Lücke, indem sie mit Industriealkohol vermischten Fusel verkaufen. Gerade in ärmeren Regionen des Landes trinken die Russen teils gefährliche Mixturen, denen beispielsweise alkoholhaltige Putzmittel hinzugefügt wurden. 

Gepanschter Wodka verursachte 2006 in Russland eine regelrechte Vergiftungswelle. Tausende Menschen erkrankten, über Hundert starben. In manchen Gebieten, etwa in Pskow an der Grenze zum Baltikum, wurde sogar der Notstand ausgerufen.

 

Witze über den "Mineralsekretär"

Michail Gorbatschow war der einzige Staatschef in der Geschichte der Sowjetunion, der dem Alkohol in großem Stil den Kampf ansagte. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt als Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion im Jahr 1985 unterschrieb er eine entsprechende Verordnung. "Über Maßnahmen zur Überwindung der Trunksucht und des Alkoholismus" hieß das Papier. 

In seinem Feldzug gegen den Wodka ließ Gorbatschow Alkoholgeschäfte und Wodkafabriken schließen, verbot Alkohol bei Empfängen in den sowjetischen Botschaften im Ausland und ließ Bulldozer über Weinberge im Kaukasus und auf der Krim fahren. Die Anti-Alkoholismus-Kampagne ihres Staatsoberhaupts stieß bei den Russen auf wenig Unterstützung. Im Gegenteil: Die Mehrheit lehnte die Maßnahmen ab.

Die Wut auf den "Mineralsekretär", wie Gorbatschow im Volksmund mit einmal genannt wurde, machte sich auch in Witzen Luft, die in diesen Jahren im Umlauf waren. In seiner "Russischen Apokalypse" zitiert Jerofejew einen solchen; Gorbatschow selbst hatte ihm den Witz einmal bei einem persönlichen Treffen erzählt: "Eine lange Schlange steht um Wodka an. Ein Mann hält es nicht mehr aus und sagt: ´Ich gehe in den Kreml und bringe Gorbatschow um.´ Nach einer Stunde ist der Mann wieder zurück. Die Schlange steht immer noch da. `Hast du ihn umgebracht?`, fragt man ihn. ´Wie soll ich ihn umgebracht haben', antwortet der Mann, ´dort stehen noch mehr Leute Schlange.´"

Alkoholismus war im größten Staat der Welt auch auf der höchsten politischen Ebene immer wieder ein Thema. In der "Russischen Apokalypse" zitiert Jerofejew Gorbatschow mit den Worten: "In meiner politischen Karriere habe ich sehr viel Trunksucht in der Partei erlebt. Breschnew trank, besonders am Anfang. Und Jelzin hat sich bei den Frauen sogar Respekt verschafft, indem er trank: ´Er ist einer von uns!´ Im Westen jedoch hatte man Angst: Schließlich konnte er ja auf den Atomknopf drücken!" 

Mit Wladimir Putin kam ein neuer Präsidententypus in den Kreml. Der ehemalige KGB-Mann gibt sich enthaltsam und durchtrainiert. Gerne lässt er sich von der Presse beim Angeln, Skifahren oder Reiten ablichten. Auch sein Nachfolger Dmitri Medwedew präsentiert sich mit Vorliebe als sportliches Staatsoberhaupt.

 

Kampagne gegen Alkoholismus

Um alkoholische Getränke weniger attraktiv erscheinen zu lassen, ist es in Russland verboten, mit Menschen für Bier und Wein zu werben. Statt gut gelaunte Russen mit einem Gläschen unter Freunden zu zeigen, schlagen in den Werbespots deshalb nur Flaschen aneinander oder tanzen auf dem Tresen. Eine Maßnahme, die bislang wenig gefruchtet hat. 

Der russische Präsident Medwedew bezeichnete den Alkoholismus 2009 als "nationale Katastrophe". Zudem sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti bei einem Treffen mit Gesundheitsministerin Tatjana Golikowa: "Wir trinken mehr als in den Neunziger Jahren, als die Zeit wirklich hart war." 

2009 forderte auch Gorbatschow in einer Fernseh-Talkshow eine neue Anti-Alkohol-Kampagne für Russland. "Ein Land, das 18 Liter Alkohol pro Kopf und Jahr produziert, vernichtet sich selbst", zitiert das Eurasische Magazin das ehemalige Staatsoberhaupt.

 

Im Januar 2010 unterschrieb Premierminister Putin einen Plan, der den Alkoholismus bekämpfen und den Wodkakonsum der Russen innerhalb von zehn Jahren halbieren soll. Nach den Vorstellungen der Regierung sollen die Russen bis zum Jahr 2012 15 Prozent weniger Alkohol trinken, bis 2020 soll der Verbrauch um weitere 55 Prozent gedrosselt werden. Der offizielle Mindestpreis für einen halben Liter Wodka wurde gleichzeitig auf 89 Rubel beziehungsweise zwei Euro angehoben. Zudem sagte die Regierung dem illegalen Wodka-Markt den Kampf an: Private Schnapsbrenner sollen künftig schärfer strafrechtlich verfolgt werden. Weitere angekündigte Maßnahmen beinhalten eine bessere medizinische Betreuung für Alkoholiker sowie eine Kampagne, die den Bürgern die schädlichen Auswirkungen des Alkohols vor Augen führen soll.

Als ein Teil dieses Plans warnte das russische Gesundheitsministerium 2010 mit dem "höllischen Eichhörnchen" vor den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums. Der knapp einminütige Clip wurde rasch zu einem Hit auf YouTube. Über drei Millionen Menschen haben sich bis heute angesehen, wie ein zerzaustes Eichhörnchen wirre Monologe hält, singt und sich auf dem Boden windet. Es meint, den Teufel getötet zu haben und will diesen Sieg begießen. "Sauft ihr auch?", fragt das unheimliche Tier am Ende des Filmchens. "Dann komme ich zu euch!" Es ist kein Zufall, dass gerade ein halluzinierendes Eichhörnchen von exzessivem Alkoholgenuss abschrecken soll. Denn "belotschka", das "kleine Eichhörnchen" ist auch eine volkstümliche Bezeichnung der Russen für das Alkoholdelirium oder den Säuferwahnsinn.

 

welt.de  Russlands-Staatsfeind-Nummer-eins-ist-der-Alkohol.html 

 

 

Zettelkasten:

https://www.mdr.de/kultur/karoline-kleinert-verraeter-100.html 

https://www.mdr.de/kultur/barbara-honigmann-georg-buchkritik-100.html 

https://www.mdr.de/kultur/christoph-hein-verwirrnis-kritik-100.html 

https://www.mdr.de/kultur/sachbuch-ddr-orte-martin-kaule-100.html 

https://www.mdr.de/kultur/peter-wensierski-fenster-freiheit100.html 

https://www.mdr.de/kultur/mario-vargas-llosa-der-ruf-der-horde-100.html 

 

 

 

 

 

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