Ugo Bardi

Club of Rome

Professor, Chemiker, Universität Florenz

 

Audio zu Seneca-Effekt 2017:

Seneca von Jantje Hann. 8 min Andruck  

Seneca von Bodo Morshäuser 8 min  

wikipedia Autor  *1952 in Florenz

DNB.Bardi  7 Publi

Amazon.Autor    Amazon.Buch  

 

detopia

B.htm     Ökobuch  

F.Osborn   H. Gruhl    Paul Colllier 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bardi-Bücher:


2011  

The Limits to Growth Revisited. Bericht an den Club of Rome.

Inhaltsverzeichnis 


2011  Der geplünderte Planet. Die Zukunft des Menschen im Zeitalter schwindender Ressourcen. Ein Bericht an den Club of Rome

2011: La Terra svuotata, Editori Riuniti 2011 

2013: Der geplünderte Planet - bei oekom

2014: Extracted. How the Quest for Mineral Wealth Is Plundering the Planet, Chelsea Green Pub Co 2014

Leseprobe (Anfang) pdf       Bardi.PDF (Planet)


2017
Seneca-Effekt. Warum Systeme kollabieren ... (42.) Bericht an den Club of Rome

"The Seneca Effect: Why Growth is Slow but Collapse is Rapid", Springer International Publishing, 2017

 


Leseberichte

 

Der geplünderte Planet

 

 

Von Erdhaftig Umwelt-PR am 5. September 2013

Vorrangig dreht sich Ugo Bardis neues Buch um Rohstoffe und Ressourcen aus den Gesteinen und dem Boden. Ohne fruchtbaren Boden geht die Menschheit unter und reißt mehrere andere Arten mit sich in den Abgrund. Was auf den ersten Blick in das Inhaltsverzeichnis reißerisch klingt, wird auf den folgenden Seiten durchaus plausibel dargestellt.

Der Autor präsentiert den aktuellen Kenntnisstand über den unersättlichen Raub im Bergbau, an verschiedenen Lagerstätten, um an Mineralien, Erze, Metalle, seltene Erden, Sande und Kiese zu gelangen. Alles ist nötig, um unsere Zivilisation wie wir sie kennen, weiter so zu betreiben. Ohne seltene Erden keine Mobiltelefone und Laptops, ohne Sand keinen Beton, ohne Öl kein Gummi. Der Raubbau alleine ist es nicht, denn jeder Industriezweig produziert Abfälle, die wiederum oft nicht so entsorgt werden, wie es vorgeschrieben ist. In Ländern der Dritten Welt sind manche Flüsse blau marmoriert – weil Abfälle aus Kupferminen abfließen. Nicht nur die heutige Zivilisation wird beleuchtet, sondern auch Lösungen und Probleme des Raubbaus an der Natur vergangener Zeiten.

Insgesamt ist der Inhalt gut verständlich als Sachbuch aufbereitet und für interessierte Laien geeignet.

Deutlich besser finde ich persönlich den Titel <Kollaps, warum Gesellschaften überleben oder untergehen> von Jared Diamond, der unseren Raubbau mit den so genannten Zivilisationen und anthropogenen Gesellschaften der Erde miteinander verknüpfte.

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Von M. Lehmann-Pape am 9. Juli 2013

Hinter den aktuell und intensiv vordergründigen globalen Themen der Wirtschaft, der Finanzkrisen, der Überschuldungen, auf ökologischer Ebene auch des Klimawandels, steht seit Jahrzehnten grundlegend das Thema der Verknappung der Rohstoffe im öffentlichen Interesse und das nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Der Kampf um diese Ressourcen steht ebenfalls seit Jahrzehnten im Raum. Erdöl, seltene Erden, Edelsteine, Gas sind im Mittelpunkt teils härtester Verteilungskämpfe.

Die Ideen von Nachhaltigkeit, von der Notwendigkeit der Schonung vorhandener Ressourcen und der Entwicklung nachhaltiger Alternativen steht gegenüber diesen Verteilungskämpfen bis dato eher in zweiter bis dritter Reihe der Prioritäten.

In dieser Gemengelage setzt Ugo Bardi mit diesem sehr differenzierten Bericht an den „Club of Rome“ durchaus Maßstäbe der Diskussion. In unpolemischer Form stellt Bardi den Staus Quo in den Rahmen der historischen Entwicklung der Erde, der geologischen Geschichte und der je konkreten Haltung gegenüber den „Schätzen der Erde“ im Verlauf der Zeiten. Zudem beschreibt er nüchtern die gegenwärtige Lage (soweit gesicherte Erkenntnisse vorliegen) und zieht ebenso nüchterne Schlüsse für die mittelbare (in Teilen auch für eine fernere) Zukunft.

Mit dem eindeutigen und argumentativ fundiert unterlegtem Fazit, dass die Grenzen des Wachstums erreicht sind und jede Verschwendung von Zeit in Bezug auf ein „Weiter so wie bisher“ die Menschheit in eine noch schwierigere Lage bringen wird. Eindrucksvoll argumentiert im Übrigen, ohne die Haltung eines „Untergangspropheten“ einzunehmen. Mit einer Vielzahl klarer Hinweise auf Schritte, die wichtig, nötig und praktikabel wären.

Sei es die Wertststoffrückgewinnung statt der Rohstoffverschwendung, als gäbe es kein Morgen, sei es ein klares Nein gegenüber dem Fracking (sehr gut auch für Laien dargestellt und nichts anderes als ein „Weiter so“ mit immer härteren und nachhaltig destruktiven Mitteln) oder auch der Hinweis auf eine intensive Weiterntwicklung des Recycling, gerade im Blick auf wertvolle Rohstoffe wie „Seltene Erden“. Bardi läuft dabei nicht vor die Wand, sondern kann jene Entwicklungen und Kräfte aufnehmen, die bereits Schritte in eine nachhaltige Richtung begonnen haben, zu gehen. Nur, dass es eben mehr davon und schneller benötigt. Dies aber wir nicht so funktionieren, den gegenwärtigen industriellen Staus Quo aufrecht zu erhalten, sondern andere, deutlich „ärmere“ Formen des Wirtschaften und Lebens werden sich entfalten müssen, das scheint für Bardi (nach Lektüre seines, „Zukunftsausblickes“ im Buch) klar zu sein. Eine Anpassung, die unter bestimmten Bedingungen (bei denen Energie in Form von Strom die Hauptrolle spielen wird) aber durchaus gelingen kann.

All dies gründet er auf seine Darstellung der „geologischen Geschichte“, auf deren Hintergrund der Umgang mit den Ressourcen betrachtet und zurückgeführt werden muss. Ressourcen werden nicht einfach so verschwinden, aber die „ehrlichen“ Kosten zur Gewinnung und Nutzung werden explodieren. Ohne ein „nachhaltiges Ressourcenmanagement“ wird hier keine konstruktive Zukunft für den gesamten Planeten zu erwarten sein. Wobei sehr bildhaft und sehr nachvollziehbar Bardi die „Red Queen Hypothese“ und den geschichtlichen Vergleich des römischen Reiches (samt der damals auch nicht gesehenen) konstruktiven Alternativen als Beispiel vor Augen führt.

Ein wichtiges Buch, dass Ursachen, aktuelle Lage, Lösungsmodelle und konstruktive Ausblicke und Anreize zum Umgang mit den Ressourcen des Planeten in gleicher Weise vor die Augen des Lesers setzt.

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Das Ende der Verschwendung kommt in Sichtweite

Von Dobro Duhoam 5. Oktober 2013

 

Meiner Auffassung nach eines der wichtigsten Bücher der Gegenwart, verfasst von einem ausgewiesenen und international anerkannten Experten der Fachrichtung Chemie, sowie einem Autorenkollektiv eingeladener diverser Fachleute, die zu einzelnen Kapiteln kompetent Stellung nehmen.

Dieser nunmehr 33. Bericht an den Club of Rome legt schonungslos und nachprüfbar offen, wohin die Entwicklung von Wirtschaft und Zivilisation führt, wenn der immense Raubbau an den endlichen Ressourcen unseres Planeten auf dem heutigen Niveau bleibt, bzw. die Aufrechterhaltung dieses Niveaus auch nur versucht werden sollte. Genauer gesagt kommt heraus, dass das naive Dogma der klassischen Ökonomie vom immerwährenden Wachstum nichts weiter als eine unerfüllbare Fiktion ist. 

Die Endlichkeit zahlreicher wichtiger mineralischer Rohstoffe, einschließlich sämtlicher fossiler Energieträger, bedeutet, dass die Menschheit schon bald, also im Laufe der nächsten paar Jahrzehnte allmählich an die Grenzen des Machbaren, sozusagen des "Herausholbaren", stoßen wird, weil der Energieaufwand zur Ausbeutung von zahlreichen unersetzbaren Erzen mit ständig abnehmendem Gehalt immer weiter zunimmt, neben zunehmenden hieraus resultierenden Problemen von Abraum und Umweltverschmutzung. 

Daher werden uns zahlreiche Stoffe, trotz teilweisem Recycling künftig nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, noch nicht einmal, um den Status Quo beizubehalten. Die zwangsläufig aufkommende Verknappung führt neben enormen Preisanstiegen bis hin zum möglichen Absturz ganzer Technologien, sofern wir nicht lernen, die gewinnbaren Mengen dieser Stoffe nachhaltig zu bewirtschaften, anstatt sie, oftmals infolge geplanter Obsoleszenz, nach kurzer Nutzungsdauer einfach wegzuwerfen und, was bislang die Regel ist, gleichmäßig an oder dicht unter der Erdoberfläche zu verteilen, von wo aus kaum ein Weg in den Wirtschaftskreislauf zurückführt.

Immerhin zeigt Ugo Bardi, zusammen mit seinen Koautoren, Möglichkeiten auf, wie die sich weiter vermehrende Menschheit zwar nicht den "Wettlauf der Roten Königin" gewinnen kann, wohl aber durch tiefgreifende Anpassung an die bevorstehenden Veränderungen dem ansonsten unvermeidlichen Absturz der Zivilisation durch fortgesetzte Übernutzung aller Ressourcen entkommen könnte. Die Rezepte hierzu werden der Masse der heutigen verschwenderisch lebenden Wohlstandsbürger nicht schmecken. Jedoch werden sie gezwungen sein, sich dem selbst innerhalb weniger Jahrhunderte verursachten Wandel anzupassen.

Eigentlich sollte dieses Buch jeder lesen, der rational denken kann. Als Quintessenz bleibt festzustellen, dass die ganz große Mehrheit der heutigen Politiker, Wirtschaftsführer, Ökonomen und "Verbraucher" mit ihrem unerschütterlichen Glauben an die heilenden Kräfte fortwährenden Wachstums vollständig auf dem Holzweg sind und dringend aus dem täglichen Konsumrausch wachgerüttelt werden müssen. 

Das vorliegende Buch lässt keinen Zweifel daran, dass ohne einen fundamentalen Verhaltenswandel der gesamten Menschheit, der weit über Maßnahmen wie die aktuelle Deutsche Energiewende hinausgeht, der langfristige Fortbestand einer hochtechnisierten Zivilisation heutigen Zuschnitts, die sich im "business as usual" Szenario verhaftet so verhält, als könne sie immer so weiter wirtschaften, wachsen und konsumieren wie aktuell, durch zunehmende Verknappung von Rohstoffen und Energie, außerhalb jeder realistischen Einschätzung liegt.

Es sei noch erwähnt, dass gute naturwissenschaftliche Allgemeinbildung zu den nützlichen Voraussetzungen gehört, um dem Text stets unschwer folgen zu können. Wer diese nicht besitzt, wird nicht umhin kommen, des Öfteren eine Lesepause zum Nachrecherchieren einzulegen. Natürlich sind sämtliche quantitativen Angaben sehr sorgfältig recherchiert und anhand zahlreicher meist hochaktueller Originalpublikationen verifizierbar. Das Literaturverzeichnis umfasst daher alleine schon mal 25 Seiten!

 

 

Zur Problematik schwindender Ressourcenbestände (zum Buch Der geplünderte Planet)

Von K. Grabowski am 20. September 2013

Bardis Buch "Der geplünderte Planet" stellt den 33. "Bericht an den Club of Rome" dar. Dieser 1968 gegründete Zusammenschluss von Denkern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, verfolgt das Ziel die "gemeinsame Sorge und Verantwortung um bzw. für die Zukunft der Menschheit" sowie die Formung einer Global Society voranzutreiben. Ugo Bardi ist Professor für physikalische Chemie an der Universität in Florenz, Präsident der Association for the Study of Peak Oil and Gas (ASPO) Italien, sowie Mitglied dessen wissenschaftlichen Komitees.

Einführend zieht Bardi Parallelen zum 1972 von Meadows veröffentlichen Buch "Grenzen des Wachstums". So konstatierte jenes Werk bereits damals, dass eine fortschreitende Verknappung natürlicher Ressourcen unweigerlich zu einer Erhöhung ihrer Förderkosten führt und damit einhergehend einen Begrenzungsfaktor für das Wachstum der Wirtschaft darstellt. In der heutigen Zeit sehen wir uns zudem vor der doppelten Herausforderung von Ressourcenverknappung und Klimawandel.

Im ersten Kapitel geht der Autor zunächst auf die Entstehungsgeschichte der Erde ein. Vorgestellt werden die einzelnen Zeitalter der Erde welche mit dem Anthropozän, also dem Zeitalter, in dem der Mensch als geologischer Faktor eine Rolle spielt schließen. Weiter wird die Entstehung von Erzen als Gaias (Erde als lebender Planet) Gaben beschrieben. Hydrothermale Prozesse als wichtigste Quelle des Mineralvorkommens werden vorgestellt, sowie ein detaillierter Blick auf Erdöl gelegt. Die Darstellung der erdgeschichtlichen Phasen unterstreicht schließlich die faktische Endlichkeit natürlicher Ressourcen.

Im folgenden Kapitel erzählt Bardi die Geschichte des Bergbaus. 

Beginnend mit der Epoche der Steinzeit, in welcher die Sammlung von durch die Natur an die Oberfläche getragenen Materialien beschränkt ist, führt der Autor auf, wie im Laufe der Zeit die verschiedensten Metalle erschlossen wurden. So führte der Weg der Erschließung über Gold, Kupfer, Bronze, Blei und Quecksilber bis hin zu Eisen, das bis heute am meisten gebrauchte Metall. Im Mittelalter brachte zum einen die Entdeckung des Schwarzpulvers, die Entdeckung Amerikas, sowie Erkenntnisse im Bereich der Chemie neue Impulse für den Bergbau. Diese erfolgten in Form einer Ausbeutung unberührter Regionen, als auch die Entdeckung neuer Elemente. Um die Mitte des 19. Jhd. folgte schließlich die Entdeckung und Erschließung fossiler Brennstoffe, welche Großbritannien zur ersten Industriellen Revolution verhalf. In den 1960er Jahren überflügelte schließlich Erdöl die Kohle als tragende Energiequelle der Wirtschaft. Erste Einwände bezüglich der Endlichkeit des Erdöls (Hubbert-Modell, Peak Oil) folgten. Abschließend wirft der Autor einen Blick auf Erdgas als auch Uran.

Das dritte Kapitel beschreibt den Verlauf der Geschichte als einen Übergang von auf Bodenschätzen gegründeter Weltreiche. So benötigte der Übergang einer Gesellschaft von Jägern und Sammlern hin zur Agrargesellschaft ein System zur Erfassung von Kredit und Schuld. Metalle etablierten sich ab dem 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zunehmend als Währungen. Damit einhergehend kam es zwischen unterschiedlichen Zivilisationen erstmals zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Entstehung und Ausbreitung der meisten historischen Reiche ist laut Bardi eng mit der Verfügungsgewalt über Edelmetallbergwerke verbunden. Exemplarisch setzt er den Aufstieg und Niedergang des Römischen Reiches in Beziehung zum verfügbaren Goldbestand. Ab dem Mittelalter waren erstmals bedeutende Reiche nicht auf militärische Gewalt, sondern auf wirtschaftliche Macht gebaut. Die Weltmachtstellung Großbritanniens (auf Kohle basierend) und der USA (auf Erdöl basierend) wird aufgezeigt. Jüngste Entwicklungen (Golfkrieg, Irakkrieg, etc.) gelten laut Bardi als Beleg für das Bedürfnis der USA, ihre auf Erdölressourcen aufgebaute Vormachtstellung zu erhalten bzw. zu sichern.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Mineralgewinnung und der dafür benötigten Energiebereitstellung. Der Autor stellt exemplarisch den Sektor der Stahlproduktion vor, welcher bereits 5 Prozent der globalen Energieerzeugung beansprucht. Allgemein ist der Trend zu beobachten, dass hochgradige Erze zunehmend erschöpft sind und demnach auf geringhaltige zurückgegriffen werden muss. Dies führt, so Bardi zu einem zunehmenden Energiebedarf um zumindest aktuelle Abbaumengen konstant zu halten. Weiter werden als alternative Energiequellen der Mineralabbau in Ozeanen (Meeresboden und im Wasser gelöste Ionen), die Herstellung mittels atomarer Reaktionen sowie der Mineralabbau im Sonnensystem beschrieben. Als grundlegenden Fehler in der Diskussion schwindender Ressourcen sieht Bardi die Tatsache an, dass Fragen der Verfügbarkeit in den Vordergrund der Betrachtung gestellt werden. Damit verbundene Fragen der Energiekosten werden jedoch fälschlicherweise vernachlässigt.

Anhand des Beispiels des Walfangs ab dem Jahre 1810 zeigt Bardi im nachfolgenden Kapitel, dass die Ausbeutung durch den Menschen auch zur Zerstörung erneuerbarer Ressourcen führen kann. In vielen Fällen weist die Produktionskurve eine glockenförmige und symmetrische Gestalt auf. Weiter gibt Bardi einen kurzen Überblick über ökonomische Theorien, die sich mit dem Thema der Ressourcenknappheit beschäftigen. Betrachtet werden Stanley Jevons "The Coal Question" sowie die Hottelling-Regel und Solows Modell der Totalen Faktorproduktivität. Allen diesen Modellen ist gemein, dass sie oft nicht den beobachteten glockenförmigen Produktionsverlauf erzeugen. Besser geeignet sei in manchen Fällen eine Adaption solcher Modelle, die zur Beschreibung biologischer Populationen entwickelt wurden, wie beispielsweise das Modell von Garrett Hardin. Das Lotka-Volterra-Modell biologischer Systeme wird hierbei auf den Ressourcenabbau angewandt. Zum Abschluss des Kapitels werden nochmals kurz die Auswirkungen der Ressourcenverknappung auf die Gesamtwirtschaft angerissen, sowie eine mögliche Abschwächung durch Backstop-Technologien am Beispiel der Ölkrise (1973) diskutiert.

Im sechsten Kapitel befasst sich der Autor zunächst mit einigen schädlichen Auswirkungen des Ressourcenabbaus. Exemplarisch stellt er das Schicksal der Bergleute in den Schwefelminen auf Sizilien dar. Weiter beschreibt er das Problem des Abraums, welcher häufig zusätzlich mit Chemikalien verschmutzt ist, sowie das "Mountaintop Removal", also das Abtragen ganzer Bergkuppen. Weiter beschreibt Bardi das Problem des Abfalls, der aus mit den Ressourcen produzierten Gütern und der damit einhergehenden Umweltverschmutzung, also der aktiv schädigenden Wirkung, die bestimmte Stoffe für die Natur haben, entsteht. Das Problem der Verschmutzung durch Schwermetalle wird am Beispiel Quecksilber diskutiert. Auch wird die Problematik einer zunehmenden Emission von Treibhausgasen aus der Verbrennung fossiler Energieträger angesprochen.

Im letzten Kapitel stellt der Autor die sogenannte Red-Queen-Hypothese. Aufgezeigt werden weiter drei Vorgehensweisen, um die Abhängigkeit vom Bergbau zu verringern und Auswirkungen auf das Ökosystem zu reduzieren, gleichzeitig jedoch eine funktionierende Industriegesellschaft aufrechtzuerhalten. So bietet sich die Substitution von zur Neige gehenden Ressourcen an, die Wiederverwertung und Wiederverwendung sowie Möglichkeiten zur Anpassung an die Ressourcenknappheit oder Effizienzsteigerungen. 

Abschließend wagt Bardi einen Ausblick, wie die zukünftige Welt im Klammergriff zwischen Klimawandel und Ressourcenerschöpfung" aussehen könnte. Langer Rede kurzer Sinn: Mit seinem Buch Der geplünderte Planet" gibt Bardi einen umfassenden, realistischen, sowie auch für den Laien verständlichen Einblick in die Problematik einer zunehmenden Ressourcenerschöpfung. 

 

 

 

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